Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa

Sarga 16: Hanumataḥ Vilāpaḥ Hanumāns Klage

praśasya tu praśastavyām sītām tām hari-pumgavaḥ | guṇa-abhirāmam rāmam ca punaḥ cintā-paro abhavat

Nachdem er die lobenswerte Sītā gepriesen hatte, wurde der Stier unter den Affen wieder von Gedanken an den durch seine Tugenden erfreuenden Rāma erfüllt.

Wort für Wort
praśasya tu praśastavyām sītām
nachdem er die lobenswerte Sītā gepriesen hatte
tām hari-pumgavaḥ
der Stier unter den Affen
guṇa-abhirāmam rāmam ca
und an den durch Tugenden erfreuenden Rāma
punaḥ cintā-paro abhavat
wurde er wieder von Gedanken erfüllt

sa muhūrtam iva dhyātvā bāṣpa-paryākulekṣaṇaḥ | sītām āśritya tejasvī hanumān vilalāpa ha

Er, einen Augenblick lang nachsinnend, mit von Tränen umflorten Augen, der glanzvolle Hanumān, klagte, an Sītā denkend.

Wort für Wort
sa muhūrtam iva dhyātvā
er, einen Augenblick lang nachsinnend
bāṣpa-paryākula-īkṣaṇaḥ
mit von Tränen umflorten Augen
sītām āśritya tejasvī
der glanzvolle, an Sītā denkend
hanumān vilalāpa ha
klagte Hanumān

mānyā guru-vinītasya lakṣmaṇasya guru-priyā | yadi sītā api duhkha-ārtā kālo hi duratikramaḥ

'Verehrungswürdig ist sie, dem gegenüber den Älteren ergebenen Lakṣmaṇa teuer wie eine Ältere — wenn auch Sītā vom Leid gequält ist, so ist die Zeit doch schwer zu überwinden.'

Wort für Wort
mānyā guru-vinītasya
verehrungswürdig, dem gegenüber den Älteren ergebenen
lakṣmaṇasya guru-priyā
dem Lakṣmaṇa teuer wie eine Ältere
yadi sītā api duhkha-ārtā
wenn auch Sītā vom Leid gequält ist
kālo hi duratikramaḥ
die Zeit ist ja schwer zu überwinden

rāmasya vyavasāyajñā lakṣmaṇasya ca dhīmataḥ | na atyartham kṣubhyate devī gangā iva jalada-āgame

'Sie, die den Entschluss Rāmas und des klugen Lakṣmaṇa kennt, gerät nicht allzu sehr in Aufruhr, die Herrin, wie die Gangā beim Herannahen der Regenwolken.'

Wort für Wort
rāmasya vyavasāyajñā
die den Entschluss Rāmas kennt
lakṣmaṇasya ca dhīmataḥ
und des klugen Lakṣmaṇa
na atyartham kṣubhyate devī
gerät nicht allzu sehr in Aufruhr die Herrin
gangā iva jalada-āgame
wie die Gangā beim Herannahen der Regenwolken

tulya-śīla-vayo-vṛttām tulya-abhijana-lakṣaṇām | rāghavo arhati vaidehīm tam ca iyam asita-īkṣaṇā

'Der Rāghava verdient die Vaidehī, die ihm an Wesen, Alter, Lebenswandel, Herkunft und Merkmalen gleich ist, und ihn verdient diese Dunkeläugige.'

Wort für Wort
tulya-śīla-vayo-vṛttām
an Wesen, Alter, Lebenswandel gleich
tulya-abhijana-lakṣaṇām
an Herkunft und Merkmalen gleich
rāghavo arhati vaidehīm
der Rāghava verdient die Vaidehī
tam ca iyam asita-īkṣaṇā
und ihn diese Dunkeläugige

tām dṛṣṭvā nava-hema-ābhām loka-kāntām iva śriyam | jagāma manasā rāmam vacanam ca idam abravīt

Sie erblickend, die dem frischen Gold gleichende, wie die von der Welt geliebte Glücksgöttin, wandte er sich im Geiste Rāma zu und sprach diese Worte:

Wort für Wort
tām dṛṣṭvā nava-hema-ābhām
sie erblickend, dem frischen Gold gleichend
loka-kāntām iva śriyam
wie die von der Welt geliebte Glücksgöttin
jagāma manasā rāmam
wandte er sich im Geiste Rāma zu
vacanam ca idam abravīt
und sprach diese Worte

asyā hetor viśāla-akṣyā hato vālī mahā-balaḥ | rāvaṇa-pratimo vīrye kabandhaḥ ca nipātitaḥ

'Um ihretwillen, der Großäugigen, wurde der hochkräftige Vālī getötet, und Kabandha, dem Rāvaṇa an Heldenmut gleich, wurde niedergestreckt.'

Wort für Wort
asyā hetor viśāla-akṣyā
um ihretwillen, der Großäugigen
hato vālī mahā-balaḥ
wurde der hochkräftige Vālī getötet
rāvaṇa-pratimo vīrye
dem Rāvaṇa an Heldenmut gleich
kabandhaḥ ca nipātitaḥ
und Kabandha wurde niedergestreckt

virādhaḥ ca hataḥ samkhye rākṣaso bhīma-vikramaḥ | vane rāmeṇa vikramya mahā-indreṇa iva śambaraḥ

'Und Virādha, der Rākṣasa von furchtbarer Kraft, wurde im Kampf im Wald von Rāma mit Kraft getötet, wie Śambara von Indra.'

Wort für Wort
virādhaḥ ca hataḥ samkhye
und Virādha wurde im Kampf getötet
rākṣaso bhīma-vikramaḥ
der Rākṣasa von furchtbarer Kraft
vane rāmeṇa vikramya
im Wald von Rāma mit Kraft
mahā-indreṇa iva śambaraḥ
wie Śambara von Indra

catur-daśa sahasrāṇi rakṣasām bhīma-karmaṇām | nihatāni jana-sthāne śarair agni-śikha-upamaiḥ

'Vierzehntausend Rākṣasas von furchtbaren Taten wurden im Janasthāna mit feuerflammengleichen Pfeilen getötet.'

Wort für Wort
catur-daśa sahasrāṇi rakṣasām
vierzehntausend Rākṣasas
bhīma-karmaṇām
von furchtbaren Taten
nihatāni jana-sthāne
getötet im Janasthāna
śarair agni-śikha-upamaiḥ
mit feuerflammengleichen Pfeilen

karaḥ ca nihataḥ samkhye triśirāḥ ca nipātitaḥ | dūṣaṇaḥ ca mahā-tejā rāmeṇa vidita-ātmanā

'Und Khara wurde im Kampf getötet, und Triśiras wurde niedergestreckt, und Dūṣaṇa von großer Macht — von Rāma, dessen Wesen bekannt ist.'

Wort für Wort
karaḥ ca nihataḥ samkhye
und Khara wurde im Kampf getötet
triśirāḥ ca nipātitaḥ
und Triśiras wurde niedergestreckt
dūṣaṇaḥ ca mahā-tejā
und Dūṣaṇa von großer Macht
rāmeṇa vidita-ātmanā
von Rāma, dessen Wesen bekannt ist

aiśvaryam vānarāṇām ca durlabham vāli-pālitam | asyā nimitte sugrīvaḥ prāptavān loka-satkṛtam

'Und die schwer erreichbare, von Vālī gehütete Herrschaft über die Affen, von der Welt geehrt, hat Sugrīva um ihretwillen erlangt.'

Wort für Wort
aiśvaryam vānarāṇām ca
und die Herrschaft über die Affen
durlabham vāli-pālitam
schwer erreichbar, von Vālī gehütet
asyā nimitte sugrīvaḥ
um ihretwillen Sugrīva
prāptavān loka-satkṛtam
erlangte, von der Welt geehrt

sāgaraḥ ca mayā krāntaḥ śrīmān nada-nadī-patiḥ | asyā hetor viśāla-akṣyāḥ purī ca iyam nirīkṣitā

'Und der Ozean wurde von mir durchquert, der prächtige Herr der Flüsse und Ströme, und um ihretwillen, der Großäugigen, ist auch diese Stadt erspäht worden.'

Wort für Wort
sāgaraḥ ca mayā krāntaḥ
und der Ozean wurde von mir durchquert
śrīmān nada-nadī-patiḥ
der prächtige Herr der Flüsse und Ströme
asyā hetor viśāla-akṣyāḥ
um ihretwillen, der Großäugigen
purī ca iyam nirīkṣitā
ist auch diese Stadt erspäht worden

yadi rāmaḥ samudra-antām medinīm parivartayet | asyāḥ kṛte jagat ca api yuktam iti eva me matiḥ

'Wenn Rāma die vom Ozean begrenzte Erde umwälzen wollte um ihretwillen, so wäre auch das der ganzen Welt angemessen — das ist meine Meinung.'

Wort für Wort
yadi rāmaḥ samudra-antām medinīm
wenn Rāma die vom Ozean begrenzte Erde
parivartayet
umwälzen wollte
asyāḥ kṛte jagat ca api
um ihretwillen, auch die ganze Welt
yuktam iti eva me matiḥ
wäre angemessen — das ist meine Meinung

rājyam vā triṣu lokeṣu sītā vā janaka-ātmajā | trailokya-rājyam sakalam sītāyā na āpnuyāt kalām

'Sei es Herrschaft über die drei Welten, sei es Sītā, die Tochter Janakas — die gesamte Herrschaft über die drei Welten erreichte nicht den sechzehnten Teil Sītās.'

Wort für Wort
rājyam vā triṣu lokeṣu
sei es Herrschaft über die drei Welten
sītā vā janaka-ātmajā
sei es Sītā, die Tochter Janakas
trailokya-rājyam sakalam
die gesamte Herrschaft über die drei Welten
sītāyā na āpnuyāt kalām
erreichte nicht den Teil Sītās

iyam sā dharma-śīlasya janakasya mahātmanaḥ | sutā maithila-rājasya sītā bhartṛ-dṛḍha-vratā

'Sie ist die Tochter des hochbeseelten, rechtschaffenen Königs Janaka von Mithilā, Sītā, fest im Gelübde der Treue zu ihrem Gatten.'

Wort für Wort
iyam sā dharma-śīlasya
sie ist jene des rechtschaffenen
janakasya mahātmanaḥ
des hochbeseelten Janaka
sutā maithila-rājasya sītā
Tochter, des Königs von Mithilā, Sītā
bhartṛ-dṛḍha-vratā
fest im Gelübde zum Gatten

utthitā medinīm bhittvā kṣetre hala-mukha-kṣate | padma-reṇu-nibhaiḥ kīrṇā śubhaiḥ kedāra-pāṃsubhiḥ

'Sie, die aus der von der Pflugschar geöffneten Erde emporstieg, auf dem gepflügten Feld, bedeckt mit dem lotosblütenstaubgleichen, schönen Staub der Ackerfurche.'

Wort für Wort
utthitā medinīm bhittvā
emporgestiegen aus der gespaltenen Erde
kṣetre hala-mukha-kṣate
auf dem von der Pflugscharspitze geöffneten Feld
padma-reṇu-nibhaiḥ kīrṇā
bedeckt mit lotosblütenstaubgleichem
śubhaiḥ kedāra-pāṃsubhiḥ
schönem Staub der Ackerfurche

vikrāntasya ārya-śīlasya samyugeṣu anivartinaḥ | snuṣā daśarathasya eṣā jyeṣṭhā rājño yaśasvinī

'Sie ist die Schwiegertochter des tapferen, edelgesinnten, in Schlachten nie weichenden ruhmreichen Königs Daśaratha, die Älteste.'

Wort für Wort
vikrāntasya ārya-śīlasya
des tapferen, edelgesinnten
samyugeṣu anivartinaḥ
in Schlachten nie weichenden
snuṣā daśarathasya eṣā
sie ist die Schwiegertochter Daśarathas
jyeṣṭhā rājño yaśasvinī
die älteste des ruhmreichen Königs

dharmajñasya kṛtajñasya rāmasya vidita-ātmanaḥ | iyam sā dayitā bhāryā rākṣasī-vaśam āgatā

'Sie, des rechtskundigen, dankbaren, wohlbekannten Rāma geliebte Gattin, ist in die Gewalt der Rākṣasas geraten.'

Wort für Wort
dharmajñasya kṛtajñasya
des rechtskundigen, des dankbaren
rāmasya vidita-ātmanaḥ
des wohlbekannten Rāma
iyam sā dayitā bhāryā
sie ist die geliebte Gattin
rākṣasī-vaśam āgatā
in die Gewalt der Rākṣasas geraten

sarvān bhogān parityajya bhartṛ-sneha-balāt kṛtā | acintayitvā duhkhāni praviṣṭā nirjanam vanam

'Alle Genüsse aufgebend, von der Kraft der Liebe zu ihrem Gatten getrieben, ohne an die Leiden zu denken, betrat sie den menschenleeren Wald.'

Wort für Wort
sarvān bhogān parityajya
alle Genüsse aufgebend
bhartṛ-sneha-balāt kṛtā
von der Kraft der Gattenliebe getrieben
acintayitvā duhkhāni
ohne an die Leiden zu denken
praviṣṭā nirjanam vanam
betrat sie den menschenleeren Wald

samtuṣṭā phala-mūlena bhartṛ-śuśrūṣaṇā parā | yā parām bhajate prītim vane api bhavane yathā

'Zufrieden mit Früchten und Wurzeln, dem Dienst am Gatten hingegeben, empfand sie im Wald ebenso höchste Freude wie einst im Palast.'

Wort für Wort
samtuṣṭā phala-mūlena
zufrieden mit Früchten und Wurzeln
bhartṛ-śuśrūṣaṇā parā
dem Dienst am Gatten hingegeben
yā parām bhajate prītim
die höchste Freude empfand
vane api bhavane yathā
im Wald ebenso wie im Palast

sā iyam kanaka-varṇa-angī nityam susmita-bhāṣiṇī | sahate yātanām etām anarthānām abhāginī

'Sie, die Goldgliedrige, die stets mit sanftem Lächeln redete, erträgt nun diese Qual, obwohl sie des Unglücks nicht würdig ist.'

Wort für Wort
sā iyam kanaka-varṇa-angī
sie, die Goldgliedrige
nityam susmita-bhāṣiṇī
die stets mit sanftem Lächeln redete
sahate yātanām etām
erträgt nun diese Qual
anarthānām abhāginī
obwohl sie des Unglücks nicht würdig ist

imām tu śīla-sampannām draṣṭum iccati rāghavaḥ | rāvaṇena pramathitām prapām iva pipāsitaḥ

'Sie aber, die tugendbegabte, von Rāvaṇa Bedrängte, zu sehen wünscht der Rāghava, wie ein Durstiger ein Wasserbecken.'

Wort für Wort
imām tu śīla-sampannām
sie aber, die tugendbegabte
draṣṭum iccati rāghavaḥ
zu sehen wünscht der Rāghava
rāvaṇena pramathitām
von Rāvaṇa Bedrängte
prapām iva pipāsitaḥ
wie ein Durstiger ein Wasserbecken

asyā nūnam punar lābhād rāghavaḥ prītim eṣyati | rājā rājya-paribhraṣṭaḥ punaḥ prāpya iva medinīm

'Gewiss wird der Rāghava durch ihre Wiedergewinnung Freude erlangen, wie ein König, der sein Reich verloren hat, wenn er die Erde wiedergewinnt.'

Wort für Wort
asyā nūnam punar lābhāt
durch ihre gewisse Wiedergewinnung
rāghavaḥ prītim eṣyati
wird der Rāghava Freude erlangen
rājā rājya-paribhraṣṭaḥ
wie ein König, der sein Reich verloren hat
punaḥ prāpya iva medinīm
wenn er die Erde wiedererlangt

kāma-bhogaiḥ parityaktā hīnā bandhu-janena ca | dhārayati ātmano deham tat-samāgama-kānkṣiṇī

'Der Genüsse der Liebe beraubt, ihrer Verwandten beraubt, erhält sie ihren Leib doch am Leben, nach jener Vereinigung sich sehnend.'

Wort für Wort
kāma-bhogaiḥ parityaktā
der Genüsse der Liebe beraubt
hīnā bandhu-janena ca
und ihrer Verwandten beraubt
dhārayati ātmano deham
erhält sie ihren eigenen Leib
tat-samāgama-kānkṣiṇī
nach jener Vereinigung sich sehnend

na eṣā paśyati rākṣasyo na imān puṣpa-phala-drumān | ekastha-hṛdayā nūnam rāmam eva anupaśyati

'Sie sieht weder die Rākṣasīs noch diese blüten- und fruchttragenden Bäume; mit einzig auf ihn gerichtetem Herzen erblickt sie gewiss nur Rāma.'

Wort für Wort
na eṣā paśyati rākṣasyo
sie sieht die Rākṣasīs nicht
na imān puṣpa-phala-drumān
noch diese blüten- und fruchttragenden Bäume
ekastha-hṛdayā nūnam
mit einzig gerichtetem Herzen gewiss
rāmam eva anupaśyati
erblickt sie nur Rāma

bhartā nāma param nāryā bhūṣaṇam bhūṣaṇād api | eṣā hi rahitā tena śobhana-arhā na śobhate

'Der Gatte ist wahrlich für eine Frau der höchste Schmuck, mehr als jeder Schmuck; sie, seiner beraubt, erstrahlt nicht mehr, obwohl der Pracht würdig.'

Wort für Wort
bhartā nāma param nāryā
der Gatte ist wahrlich für eine Frau
bhūṣaṇam bhūṣaṇād api
der Schmuck, mehr als jeder Schmuck
eṣā hi rahitā tena
sie ist ja seiner beraubt
śobhana-arhā na śobhate
der Pracht würdig, erstrahlt sie nicht

duṣkaram kurute rāmo hīno yad anayā prabhuḥ | dhārayati ātmano deham na duhkhena avasīdati

'Schwer Vollbringbares vollbringt der Herr Rāma, dass er, ihrer beraubt, seinen Leib am Leben erhält und nicht am Kummer zugrunde geht.'

Wort für Wort
duṣkaram kurute rāmo
Schwer Vollbringbares vollbringt Rāma
hīno yad anayā prabhuḥ
dass der Herr, ihrer beraubt
dhārayati ātmano deham
seinen Leib am Leben erhält
na duhkhena avasīdati
und nicht am Kummer zugrunde geht

imām asita-keśa-antām śata-patra-nibha-īkṣaṇām | sukha-arhām duḥkhitām jñātvā mama api vyathitam manaḥ

'Sie, mit dunklem Haaransatz, mit lotosblattgleichen Augen, des Glücks würdig, als leidend erkennend, ist auch mein Herz betrübt.'

Wort für Wort
imām asita-keśa-antām
sie, mit dunklem Haaransatz
śata-patra-nibha-īkṣaṇām
mit lotosblattgleichen Augen
sukha-arhām duḥkhitām jñātvā
des Glücks würdig, als leidend erkennend
mama api vyathitam manaḥ
ist auch mein Herz betrübt

kṣiti-kṣamā-puṣkara-samnibha-akṣī | yā rakṣitā rāghava-lakṣmaṇābhyām | sā rākṣasībhir vikṛta-īkṣaṇābhiḥ | samrakṣyate samprati vṛkṣa-mūle

Sie, deren Augen dem Lotos der geduldigen Erde gleichen, die einst von Rāghava und Lakṣmaṇa behütet wurde, wird nun von Rākṣasīs mit entstelltem Blick am Fuß eines Baumes bewacht.

Wort für Wort
kṣiti-kṣamā-puṣkara-samnibha-akṣī
deren Augen dem Lotos der geduldigen Erde gleichen
yā rakṣitā rāghava-lakṣmaṇābhyām
die einst von Rāghava und Lakṣmaṇa behütet wurde
sā rākṣasībhir vikṛta-īkṣaṇābhiḥ
sie wird von Rākṣasīs mit entstelltem Blick
samrakṣyate samprati vṛkṣa-mūle
nun am Fuß eines Baumes bewacht

hima-hata-nalinī iva naṣṭa-śobhā | vyasana-paramparayā nipīḍyamānā | saha-cara-rahitā iva cakra-vākī | janaka-sutā kṛpaṇām daśām prapannā

Wie ein vom Frost getroffener Lotosteich, seiner Schönheit beraubt, von einer Kette von Unglücksfällen bedrängt, wie eine ihres Gefährten beraubte Cakravākī, ist die Tochter Janakas in einen erbärmlichen Zustand geraten.

Wort für Wort
hima-hata-nalinī iva naṣṭa-śobhā
wie ein vom Frost getroffener, seiner Schönheit beraubter Lotosteich
vyasana-paramparayā nipīḍyamānā
von einer Kette von Unglücksfällen bedrängt
saha-cara-rahitā iva cakra-vākī
wie eine ihres Gefährten beraubte Cakravākī
janaka-sutā kṛpaṇām daśām prapannā
ist die Tochter Janakas in einen erbärmlichen Zustand geraten

asyā hi puṣpa-avanata-agra-śākhāḥ | śokam dṛḍham vai janayati aśokāḥ | hima-vyapāyena ca śītaraśmiḥ | na abhyutthito na eka-sahasra-raśmiḥ

Ihr erzeugen ja die von Blütenlast gebeugten Wipfelzweige der Aśoka-Bäume wahrlich tiefen Kummer, und auch nach dem Weichen des Frostes ist der Kaltstrahlige nicht aufgegangen — noch der Tausendstrahlige.

Wort für Wort
asyā hi puṣpa-avanata-agra-śākhāḥ
ihr ja die von Blütenlast gebeugten Wipfelzweige
śokam dṛḍham vai janayati aśokāḥ
erzeugen die Aśoka-Bäume wahrlich tiefen Kummer
hima-vyapāyena ca śītaraśmiḥ
und nach dem Weichen des Frostes der Kaltstrahlige (Mond)
na abhyutthito na eka-sahasra-raśmiḥ
ist nicht aufgegangen, noch der Tausendstrahlige (Sonne)

iti evam-artham kapir anvavekṣya | sītā iyam iti eva niviṣṭa-buddhiḥ | saṃśritya tasmin niṣasāda vṛkṣe | balī harīṇām ṛṣabhaḥ tarasvī

So, dies überdenkend, mit der festen Überzeugung, 'dies ist Sītā', ließ sich der starke, schnellkräftige Stier der Affen auf jenem Baum nieder, sich an ihn anlehnend.

Wort für Wort
iti evam-artham kapir anvavekṣya
so, diesen Sachverhalt überdenkend, der Affe
sītā iyam iti eva niviṣṭa-buddhiḥ
mit der festen Überzeugung 'dies ist Sītā'
saṃśritya tasmin niṣasāda vṛkṣe
ließ er sich an jenem Baum nieder, sich anlehnend
balī harīṇām ṛṣabhaḥ tarasvī
der starke, schnellkräftige Stier der Affen

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