Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa

Sarga 61: Madhu Vana Praveśaḥ Der Eintritt in den Honiggarten

tato jāmbavato vākyam agṛhṇanta vana okasaḥ | angada pramukhā vīrā hanūmān ca mahākapiḥ ||

Dann nahmen die Waldbewohner Jāmbavāns Wort an, die Helden, angeführt von Angada, und Hanumān, der große Affe.

Wort für Wort
tato jāmbavato vākyam
dann Jāmbavāns Wort
agṛhṇanta vana okasaḥ
nahmen an die Waldbewohner
angada pramukhā vīrā
die Helden, angeführt von Angada
hanūmān ca mahākapiḥ
und Hanumān, der große Affe

prītimantaḥ tataḥ sarve vāyu putra puraḥ sarāḥ | mahāindra agram parityajya pupluvuḥ plavaga ṛṣabhāḥ ||

Voll Freude, angeführt vom Sohn des Windes, verließen dann alle die Stiere unter den Affen den Gipfel des Mahendra und flogen davon.

Wort für Wort
prītimantaḥ tataḥ sarve
voll Freude, dann alle
vāyu putra puraḥ sarāḥ
angeführt vom Sohn des Windes
mahāindra agram parityajya
den Gipfel des Mahendra verlassend
pupluvuḥ plavaga ṛṣabhāḥ
flogen die Stiere unter den Affen davon

meru mandara samkāśā mattā iva mahāgajāḥ | cādayanta iva ākāśam mahākāyā mahābalāḥ ||

Dem Meru und Mandara gleich, wie berauschte große Elefanten, den Himmel gleichsam bedeckend, riesenleibig, gewaltig.

Wort für Wort
meru mandara samkāśā
dem Meru und Mandara gleich
mattā iva mahāgajāḥ
wie berauschte große Elefanten
cādayanta iva ākāśam
den Himmel gleichsam bedeckend
mahākāyā mahābalāḥ
riesenleibig, gewaltig

sabhājyamānam bhūtaiḥ tam ātmavantam mahābalam | hanūmantam mahāvegam vahanta iva dṛṣṭibhiḥ ||

Jenen von den Wesen Gefeierten, Besonnenen, Gewaltigen, Hanumān, den überaus Schnellen, trugen sie gleichsam mit ihren Blicken.

Wort für Wort
sabhājyamānam bhūtaiḥ
von den Wesen gefeiert
tam ātmavantam mahābalam
jenen Besonnenen, Gewaltigen
hanūmantam mahāvegam
Hanumān, den überaus Schnellen
vahanta iva dṛṣṭibhiḥ
trugen sie gleichsam mit ihren Blicken

rāghave ca artha nirvṛttim bhartuḥ ca paramam yaśaḥ | samādhāya samṛddha arthāḥ karma siddhibhiḥ unnatāḥ ||

Dem Rāghava die Erfüllung seiner Sache und ihrem Herrn höchsten Ruhm bringend, ihr Ziel erreicht, durch den Erfolg ihrer Tat erhoben –

Wort für Wort
rāghave ca artha nirvṛttim
dem Rāghava die Erfüllung seiner Sache
bhartuḥ ca paramam yaśaḥ
und ihrem Herrn höchsten Ruhm
samādhāya samṛddha arthāḥ
bringend, ihr Ziel erreicht
karma siddhibhiḥ unnatāḥ
durch den Erfolg ihrer Tat erhoben

priya ākhyāna unmukhāḥ sarve sarve yuddha abhinandinaḥ | sarve rāma pratīkāre niścita arthā manasvinaḥ ||

– alle voll Verlangen, die liebe Botschaft zu verkünden, alle den Kampf begrüßend, alle, für Rāmas Vergeltung entschlossenen Sinnes, hochgesinnt.

Wort für Wort
priya ākhyāna unmukhāḥ sarve
alle voll Verlangen, die liebe Botschaft zu verkünden
sarve yuddha abhinandinaḥ
alle den Kampf begrüßend
sarve rāma pratīkāre
alle für Rāmas Vergeltung
niścita arthā manasvinaḥ
entschlossenen Sinnes, hochgesinnt

plavamānāḥ kham āplutya tataḥ te kānana oksakaḥ | nandana upamam āseduḥ vanam druma latā yutam ||

Fliegend, in den Himmel gesprungen, gelangten dann jene Waldbewohner zu einem dem Nandana-Hain gleichenden Garten, reich an Bäumen und Lianen.

Wort für Wort
plavamānāḥ kham āplutya
fliegend, in den Himmel gesprungen
tataḥ te kānana oksakaḥ
dann jene Waldbewohner
nandana upamam āseduḥ
gelangten zu einem dem Nandana-Hain gleichenden
vanam druma latā yutam
Garten, reich an Bäumen und Lianen

yat tan madhu vanam nāma sugrīvasya abhirakṣitam | adhṛṣyam sarva bhūtānām sarva bhūta mano haram ||

Jener, mit Namen der Honiggarten, von Sugrīva beschützt, unangreifbar für alle Wesen, das Herz aller Wesen entzückend.

Wort für Wort
yat tan madhu vanam nāma
jener, mit Namen der Honiggarten
sugrīvasya abhirakṣitam
von Sugrīva beschützt
adhṛṣyam sarva bhūtānām
unangreifbar für alle Wesen
sarva bhūta mano haram
das Herz aller Wesen entzückend

yat rakṣati mahāvīryaḥ sadā dadhi mukhaḥ kapiḥ | mātulaḥ kapi mukhyasya sugrīvasya mahātmanaḥ ||

Den der von großer Kraft, der Affe Dadhimukha, stets bewachte, der Onkel des Affenfürsten, des hochgesinnten Sugrīva.

Wort für Wort
yat rakṣati mahāvīryaḥ
den bewacht der von großer Kraft
sadā dadhi mukhaḥ kapiḥ
stets, der Affe Dadhimukha
mātulaḥ kapi mukhyasya
der Onkel des Affenfürsten
sugrīvasya mahātmanaḥ
des hochgesinnten Sugrīva

te tat vanam upāgamya babhūvuḥ parama utkaṭāḥ | vānarā vānara indrasya manaḥ kāntatamam mahat ||

Sie, zu jenem Garten gelangt, dem Herzen des Affenfürsten überaus lieb und groß, wurden die Affen höchst übermütig.

Wort für Wort
te tat vanam upāgamya
sie, zu jenem Garten gelangt
babhūvuḥ parama utkaṭāḥ
wurden höchst übermütig
vānarā vānara indrasya
die Affen, dem Affenfürsten
manaḥ kāntatamam mahat
dem Herzen überaus lieb und groß

tataḥ te vānarā hṛṣṭā dṛṣṭvā madhu vanam mahat | kumāram abhyayācanta madhūni madhu pingalāḥ ||

Dann, den großen Honiggarten erblickend, erfreut, baten jene honigbraunen Affen den Prinzen um den Honig.

Wort für Wort
tataḥ te vānarā hṛṣṭā
dann jene Affen, erfreut
dṛṣṭvā madhu vanam mahat
den großen Honiggarten erblickend
kumāram abhyayācanta
baten sie den Prinzen
madhūni madhu pingalāḥ
um den Honig, die honigbraunen

tataḥ kumāraḥ tān vṛddhān jāmbavat pramukhān kapīn | anumānya dadau teṣām nisargam madhu bhakṣaṇe ||

Dann, jene Alten, angeführt von Jāmbavān, um Erlaubnis bittend, gewährte der Prinz ihnen die Freigabe zum Genuss des Honigs.

Wort für Wort
tataḥ kumāraḥ tān vṛddhān
dann der Prinz jene Alten
jāmbavat pramukhān kapīn
angeführt von Jāmbavān, die Affen
anumānya dadau teṣām
um Erlaubnis bittend, gab er ihnen
nisargam madhu bhakṣaṇe
die Freigabe zum Genuss des Honigs

tataḥ ca anumatāḥ sarve samprahṛṣṭā vana okasaḥ | muditāḥ ca tataḥ te ca pranṛtyanti tataḥ tataḥ ||

Dann, alle mit Erlaubnis, hocherfreut, die Waldbewohner, und froh, tanzten sie überallhin.

Wort für Wort
tataḥ ca anumatāḥ sarve
dann alle mit Erlaubnis
samprahṛṣṭā vana okasaḥ
hocherfreut, die Waldbewohner
muditāḥ ca tataḥ te ca
und froh, dann sie
pranṛtyanti tataḥ tataḥ
tanzten überallhin

gāyanti kecit praṇamanti kecin | nṛtyanti kecit prahasanti kecit | patanti kecit vicaranti kecit | plavanti kecit pralapanti kecit ||

Manche sangen, manche verneigten sich, manche tanzten, manche lachten laut, manche stürzten, manche wanderten umher, manche sprangen, manche schwatzten.

Wort für Wort
gāyanti kecit praṇamanti kecin
manche sangen, manche verneigten sich
nṛtyanti kecit prahasanti kecit
manche tanzten, manche lachten laut
patanti kecit vicaranti kecit
manche stürzten, manche wanderten umher
plavanti kecit pralapanti kecit
manche sprangen, manche schwatzten

parasparam kecit upāśrayante | parasparam kecit atibruvante | parasparam kecidupabruvante | parasparam kecidupāramante ||

Manche lehnten sich aneinander, manche überredeten einander, manche redeten sanft zueinander, manche hielten miteinander inne.

Wort für Wort
parasparam kecit upāśrayante
manche lehnten sich aneinander
parasparam kecit atibruvante
manche überredeten einander
parasparam kecidupabruvante
manche redeten sanft zueinander
parasparam kecidupāramante
manche hielten miteinander inne

drumāt drumam kecit abhiplavante | kṣitau naga agrān nipatanti kecit | mahī talāt kecit udīrṇa vegā | mahādruma agrāṇi abhisampatante ||

Manche sprangen von Baum zu Baum, manche fielen von den Baumwipfeln zu Boden, manche, mit gewaltiger Wucht vom Erdboden abstoßend, stürmten auf die Wipfel großer Bäume zu.

Wort für Wort
drumāt drumam kecit abhiplavante
manche sprangen von Baum zu Baum
kṣitau naga agrān nipatanti kecit
manche fielen von den Baumwipfeln zu Boden
mahī talāt kecit udīrṇa vegā
manche, mit gewaltiger Wucht vom Erdboden
mahādruma agrāṇi abhisampatante
stürmten auf die Wipfel großer Bäume zu

gāyantam anyaḥ prahasann upaiti | hasantam anyaḥ prahasann upaiti | rudantam anyaḥ prarudann upaiti | nudantam anyaḥ praṇudann upaiti ||

Zu dem Singenden trat ein anderer, laut lachend; zu dem Lachenden trat ein anderer, laut lachend; zu dem Weinenden trat ein anderer, laut weinend; zu dem Stoßenden trat ein anderer, laut zurückstoßend.

Wort für Wort
gāyantam anyaḥ prahasann upaiti
zu dem Singenden trat ein anderer, laut lachend
hasantam anyaḥ prahasann upaiti
zu dem Lachenden trat ein anderer, laut lachend
rudantam anyaḥ prarudann upaiti
zu dem Weinenden trat ein anderer, laut weinend
nudantam anyaḥ praṇudann upaiti
zu dem Stoßenden trat ein anderer, laut zurückstoßend

samākulam tat kapi sainyam āsīn | madhu prapāna utkaṭa sattva ceṣṭam | na ca atra kaścin na babhūva matto | na ca atra kaścin na babhūva tṛpto ||

Verwirrt war jenes Affenheer, vom Honigtrunk übermütiges Treiben zeigend; und keiner war dort, der nicht berauscht war, und keiner war dort, der nicht gesättigt war.

Wort für Wort
samākulam tat kapi sainyam āsīn
verwirrt war jenes Affenheer
madhu prapāna utkaṭa sattva ceṣṭam
vom Honigtrunk übermütiges Treiben zeigend
na ca atra kaścin na babhūva matto
und keiner war dort, der nicht berauscht war
na ca atra kaścin na babhūva tṛpto
und keiner war dort, der nicht gesättigt war

tato vanam tat paribhakṣyamāṇam | drumān ca vidhvaṃsita patra puṣpān | samīkṣya kopāt dadhi vaktra nāmā | nivārayāmāsa kapiḥ kapīn tān ||

Da, jenen Garten, ganz aufgezehrt, und die Bäume, ihrer Blätter und Blüten beraubt, sehend, im Zorn, hielt der Affe mit Namen Dadhivaktra jene Affen zurück.

Wort für Wort
tato vanam tat paribhakṣyamāṇam
da jenen Garten, ganz aufgezehrt
drumān ca vidhvaṃsita patra puṣpān
und die Bäume, ihrer Blätter und Blüten beraubt
samīkṣya kopāt dadhi vaktra nāmā
sehend, im Zorn, der Affe mit Namen Dadhivaktra
nivārayāmāsa kapiḥ kapīn tān
hielt jene Affen zurück

sa taiḥ pravṛddhaiḥ paribhartsyamāno | vanasya goptā hari vīra vṛddhaḥ | cakāra bhūyo matim ugra tejā | vanasya rakṣām prati vānarebhyaḥ ||

Er, von jenen Übermütigen bedroht, der Wächter des Gartens, der alte Affenheld, richtete, von grimmigem Glanz, seinen Sinn wieder darauf, den Garten vor den Affen zu schützen.

Wort für Wort
sa taiḥ pravṛddhaiḥ paribhartsyamāno
er, von jenen Übermütigen bedroht
vanasya goptā hari vīra vṛddhaḥ
der Wächter des Gartens, der alte Affenheld
cakāra bhūyo matim ugra tejā
richtete wieder seinen Sinn, von grimmigem Glanz
vanasya rakṣām prati vānarebhyaḥ
auf den Schutz des Gartens vor den Affen

uvāca kāṃścit paruṣāṇi dhṛṣṭam | asaktam anyān ca talaiḥ jaghāna | sametya kaiścit kalaham cakāra | tathaiva sāmnā upajagāma kāṃścit ||

Er sprach zu manchen kühn harte Worte, andere ungehemmt schlug er mit den Handflächen; mit manchen geriet er zusammenstoßend in Streit, und ebenso näherte er sich manchen mit versöhnlichen Worten.

Wort für Wort
uvāca kāṃścit paruṣāṇi dhṛṣṭam
er sprach zu manchen kühn harte Worte
asaktam anyān ca talaiḥ jaghāna
andere ungehemmt schlug er mit den Handflächen
sametya kaiścit kalaham cakāra
mit manchen geriet er zusammenstoßend in Streit
tathaiva sāmnā upajagāma kāṃścit
und ebenso näherte er sich manchen mit versöhnlichen Worten

sa taiḥ madāc ca aprativārya vegaiḥ | balāc ca tena aprativāryamāṇaiḥ | pradharṣitaḥ tyakta bhayaiḥ sametya | prakṛṣyate ca api anavekṣya doṣam ||

Er, von ihnen, deren Wucht im Rausch unaufhaltsam war, und durch deren Kraft er selbst nicht abzuwehren war, wurde bedrängt; furchtlos geworden, umringten sie ihn, und ohne auf sein Vergehen zu achten, zerrten sie ihn.

Wort für Wort
sa taiḥ madāc ca aprativārya vegaiḥ
er, von ihnen, deren Wucht im Rausch unaufhaltsam war
balāc ca tena aprativāryamāṇaiḥ
und durch deren Kraft er nicht abzuwehren war
pradharṣitaḥ tyakta bhayaiḥ sametya
wurde bedrängt; furchtlos geworden, umringten sie ihn
prakṛṣyate ca api anavekṣya doṣam
und ohne auf sein Vergehen zu achten, zerrten sie ihn

nakhaiḥ tudanto daśanaiḥ daśantaḥ | talaiḥ ca pādaiḥ ca samāpnuvantaḥ | madāt kapim tam kapayaḥ samagrā | mahāvanam nirviṣayam ca cakruḥ ||

Mit Krallen stoßend, mit Zähnen beißend, mit Handflächen und Füßen ihn bedrängend, machten die Affen, alle vom Rausch ergriffen, jenen Affen wehrlos und den großen Garten verwüstet.

Wort für Wort
nakhaiḥ tudanto daśanaiḥ daśantaḥ
mit Krallen stoßend, mit Zähnen beißend
talaiḥ ca pādaiḥ ca samāpnuvantaḥ
mit Handflächen und Füßen ihn bedrängend
madāt kapim tam kapayaḥ samagrā
machten die Affen, alle vom Rausch ergriffen, jenen Affen wehrlos
mahāvanam nirviṣayam ca cakruḥ
und den großen Garten verwüstet

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