Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa

Sarga 39: Hanumataḥ Sītā Sāntvanā Hanumāns Trost für Sītā

maṇim dattvā tataḥ sītā hanūmantam atha abravīt | abhijñānam abhijñātam etat rāmasya tattvataḥ ||

Nachdem sie den Edelstein gegeben hatte, sprach Sītā dann zu Hanumān: 'Dies Erkennungszeichen wird von Rāma wahrhaftig erkannt werden.'

Wort für Wort
maṇim dattvā
nachdem sie den Edelstein gegeben hatte
tataḥ sītā hanūmantam atha abravīt
sprach Sītā dann zu Hanumān
abhijñānam abhijñātam etat
dieses Erkennungszeichen wird erkannt werden
rāmasya tattvataḥ
von Rāma, wahrhaftig

maṇim tu dṛṣṭvā rāmo vai trayāṇām saṃsmariṣyati | vīro jananyā mama ca rājño daśarathasya ca ||

Beim Anblick des Edelsteins wird der Held Rāma sich fürwahr an drei erinnern: an meine Mutter, an mich, und an König Daśaratha.

Wort für Wort
maṇim tu dṛṣṭvā
beim Anblick des Edelsteins
rāmo vai trayāṇām saṃsmariṣyati
wird Rāma sich fürwahr an drei erinnern
vīraḥ
der Held
jananyā mama ca
an meine Mutter und
rājño daśarathasya ca
und an König Daśaratha

sa bhūyaḥ tvam samutsāhe codito hari sattama | asmin kārya samārambhe pracintaya yat uttaram ||

So, o Trefflichster der Affen, aufs Neue zum Eifer angespornt, bedenke, was in dieser Angelegenheit als Nächstes zu tun ist.

Wort für Wort
sa bhūyaḥ
so aufs Neue
tvam samutsāhe coditaḥ
du, zum Eifer angespornt
hari sattama
o Trefflichster der Affen
asmin kārya samārambhe
in diesem Beginnen der Aufgabe
pracintaya yat uttaram
bedenke, was als Nächstes zu tun ist

tvam asmin kārya niryoge pramāṇam hari sattama | hanuman yatnamāsthāya duḥkhakṣayakaro bhava ||

Du bist in dieser Angelegenheit maßgebend, o Trefflichster der Affen; Hanumān, wende Anstrengung auf und werde zum Beender meines Leides.

Wort für Wort
tvam asmin kārya niryoge pramāṇam
du bist in dieser Angelegenheit maßgebend
hari sattama
o Trefflichster der Affen
hanuman yatnam āsthāya
Hanumān, Anstrengung anwendend
duḥkha kṣaya karaḥ bhava
werde zum Beender des Leides

sa tathā iti pratijñāya mārutiḥ bhīma vikramaḥ | śirasā āvandya vaidehīm gamanāya upacakrame ||

Der Sohn des Windgottes, von furchtbarer Kraft, sagte 'So sei es' und schickte sich, nachdem er Vaidehī mit dem Haupt gegrüßt hatte, zum Aufbruch an.

Wort für Wort
sa tathā iti pratijñāya
er, 'so sei es' gelobend
mārutiḥ bhīma vikramaḥ
der Sohn des Windgottes, von furchtbarer Kraft
śirasā āvandya vaidehīm
nachdem er Vaidehī mit dem Haupt gegrüßt hatte
gamanāya upacakrame
schickte er sich zum Aufbruch an

jñātvā samprasthitam devī vānaram māruta ātmajam | bāṣpa gadgadayā vācā maithilī vākyam abravīt || kuśalam hanuman brūyāḥ sahitau rāma lakṣmaṇau ||

Als die Herrin erkannte, dass der Affe, der Sohn des Windgottes, aufbrach, sprach Maithilī mit von Tränen erstickter Stimme das Wort: 'Hanumān, überbringe Rāma und Lakṣmaṇa gemeinsam Grüße des Wohlergehens.'

Wort für Wort
jñātvā samprasthitam devī
als die Herrin erkannte, dass er aufbrach
vānaram māruta ātmajam
den Affen, den Sohn des Windgottes
bāṣpa gadgadayā vācā
mit von Tränen erstickter Stimme
maithilī vākyam abravīt
sprach Maithilī das Wort
kuśalam hanuman brūyāḥ
Hanumān, sage Wohlergehen
sahitau rāma lakṣmaṇau
zu Rāma und Lakṣmaṇa gemeinsam

sugrīvam ca saha amātyam vṛddhān sarvān ca vānarān | bruyastvām vānaraśreṣṭha kuśalam dharmasamhitam ||

Und Sugrīva samt seinen Ministern, und alle betagten Affen – ihnen allen sollst du, o Bester der Affen, mit der Tugend gemäße Grüße des Wohlergehens überbringen.

Wort für Wort
sugrīvam ca saha amātyam
und Sugrīva samt Minister
vṛddhān sarvān ca vānarān
und alle betagten Affen
bruyaḥ tvām vānara śreṣṭha
sollst du, o Bester der Affen, sagen
kuśalam dharma samhitam
Wohlergehen, der Tugend gemäß

yathā ca sa mahābāhuḥ mām tārayati rāghavaḥ | asmāt duhkha ambu samrodhāt tvam samādhātum arhasi ||

Und damit jener Starkarmige, Rāghava, mich rette – aus dieser Flut des Leides – sollst du dafür Sorge tragen.

Wort für Wort
yathā ca sa mahābāhuḥ
und damit jener Starkarmige
mām tārayati rāghavaḥ
Rāghava mich rette
asmāt duhkha ambu samrodhāt
aus dieser Flut des Leides
tvam samādhātum arhasi
sollst du Sorge tragen

jīvantīm mām yathā rāmaḥ sambhāvayati kīrtimān | tat tvayā hanuman vācyam vācā dharmam avāpnuhi ||

Auf dass der ruhmreiche Rāma daran glaube, dass ich noch am Leben bin, das sollst du, Hanumān, ihm sagen; erwirb dir durch dieses Wort Verdienst.

Wort für Wort
jīvantīm mām yathā
damit er glaubt, dass ich lebe
rāmaḥ sambhāvayati kīrtimān
der ruhmreiche Rāma es glaube
tat tvayā hanuman vācyam
das sollst du, Hanumān, sagen
vācā dharmam avāpnuhi
erwirb durch das Wort Verdienst

nityam utsāha yuktāḥ ca vācaḥ śrutvā mayā īritāḥ | vardhiṣyate dāśaratheḥ pauruṣam mat avāptaye ||

Wenn er die von mir gesprochenen, stets von Eifer erfüllten Worte hört, wird sich des Daśaratha-Sohnes Tatkraft mehren, mich zu gewinnen.

Wort für Wort
nityam utsāha yuktāḥ ca vācaḥ
die stets von Eifer erfüllten Worte
śrutvā mayā īritāḥ
gehört, von mir gesprochen
vardhiṣyate dāśaratheḥ pauruṣam
wird die Tatkraft des Daśaratha-Sohnes wachsen
mat avāptaye
um mich zu erlangen

mat saṃdeśa yutā vācaḥ tvattaḥ śrutvā eva rāghavaḥ | parākrama vidhim vīro vidhivat samvidhāsyati ||

Wenn Rāghava die mit meiner Botschaft verbundenen Worte eben von dir hört, wird der Held die Art seines heldenhaften Handelns gebührend ordnen.

Wort für Wort
mat saṃdeśa yutā vācaḥ
die mit meiner Botschaft verbundenen Worte
tvattaḥ śrutvā eva rāghavaḥ
eben von dir gehört habend, Rāghava
parākrama vidhim vīraḥ
die Art seines heldenhaften Vorgehens, der Held
vidhivat samvidhāsyati
wird gebührend ordnen

sītāyāḥ tat vacaḥ śrutvā hanumān māruta ātmajaḥ | śirasi añjalim ādhāya vākyam uttaram abravīt ||

Nachdem Hanumān, der Sohn des Windgottes, Sītās Wort gehört hatte, legte er die gefalteten Hände an sein Haupt und sprach dieses Wort zur Antwort:

Wort für Wort
sītāyāḥ tat vacaḥ śrutvā
nachdem er Sītās Wort gehört hatte
hanumān māruta ātmajaḥ
Hanumān, der Sohn des Windgottes
śirasi añjalim ādhāya
die gefalteten Hände ans Haupt legend
vākyam uttaram abravīt
sprach er das Wort zur Antwort

kṣipram eṣyati kākutstho hari ṛkṣa pravaraiḥ vṛtaḥ | yaste yudhi vijitya arīn śokam vyapanayiṣyati ||

Bald wird der Kākutstha-Sproß kommen, umgeben von den Besten der Affen und Bären, er, der, nachdem er im Kampf die Feinde besiegt hat, deinen Kummer vertreiben wird.

Wort für Wort
kṣipram eṣyati kākutsthaḥ
bald wird der Kākutstha-Sproß kommen
hari ṛkṣa pravaraiḥ vṛtaḥ
umgeben von den Besten der Affen und Bären
yaḥ te yudhi vijitya arīn
der, nachdem er im Kampf die Feinde besiegt hat
śokam vyapanayiṣyati
wird den Kummer vertreiben

na hi paśyāmi martyeṣu na amareṣv asureṣu vā | yastasya ṣkhipato bāṇān sthātum utsahate agrataḥ ||

Denn ich sehe unter den Sterblichen, den Unsterblichen oder den Asuras keinen, der wagen würde, vor ihm zu bestehen, wenn er seine Pfeile abschießt.

Wort für Wort
na hi paśyāmi
denn ich sehe nicht
martyeṣu na amareṣu asureṣu vā
unter Sterblichen, Unsterblichen oder Asuras
yaḥ tasya kṣipataḥ bāṇān
der, wenn er seine Pfeile schießt
sthātum utsahate agrataḥ
wagt, vor ihm zu bestehen

api arkam api parjanyam api vaivasvatam yamam | sa hi soḍhum raṇe śaktaḥ tava hetoḥ viśeṣataḥ ||

Selbst die Sonne, selbst den Regengott, selbst Yama, den Sohn des Vivasvat, vermag er im Kampf zu bestehen – umso mehr um deinetwillen.

Wort für Wort
api arkam
selbst die Sonne
api parjanyam
selbst den Regengott
api vaivasvatam yamam
selbst Yama, den Sohn des Vivasvat
sa hi soḍhum raṇe śaktaḥ
er vermag im Kampf zu bestehen
tava hetoḥ viśeṣataḥ
um deinetwillen umso mehr

sa hi sāgara paryantām mahīm śāsitum īhate | tvan nimitto hi rāmasya jayo janaka nandini ||

Er strebt danach, die von Meeren umgrenzte Erde zu beherrschen; und deinetwegen, o Tochter Janakas, wird Rāmas Sieg erfolgen.

Wort für Wort
sa hi sāgara paryantām mahīm
die von Meeren umgrenzte Erde
śāsitum īhate
strebt er zu beherrschen
tvan nimittaḥ hi rāmasya jayaḥ
deinetwegen ist Rāmas Sieg
janaka nandini
o Tochter Janakas

tasya tat vacanam śrutvā samyak satyam subhāṣitam | jānakī bahu mene atha vacanam ca idam abravīt ||

Nachdem sie sein Wort gehört hatte, so wahr und wohlgesprochen, schätzte Jānakī es hoch und sprach dann dieses Wort:

Wort für Wort
tasya tat vacanam śrutvā
nachdem sie sein Wort gehört hatte
samyak satyam subhāṣitam
ganz wahr und wohlgesprochen
jānakī bahu mene
schätzte Jānakī hoch
atha vacanam ca idam abravīt
und sprach dann dieses Wort

tataḥ tam prasthitam sītā vīkṣamāṇā punaḥ punaḥ | bhartuḥ sneha anvitam vākyam sauhārdāt anumānayat ||

Dann, ihn beim Aufbruch immer wieder betrachtend, sprach Sītā aus Zuneigung ein Wort voller Liebe für ihren Gatten.

Wort für Wort
tataḥ tam prasthitam
dann ihn, im Aufbruch
sītā vīkṣamāṇā punaḥ punaḥ
Sītā, ihn immer wieder betrachtend
bhartuḥ sneha anvitam vākyam
ein Wort voller Zuneigung zum Gatten
sauhārdāt anumānayat
sprach sie aus Herzlichkeit

yadi vā manyase vīra vasa eka aham arim dama | kasmiṃścit samvṛte deśe viśrāntaḥ śvo gamiṣyasi ||

Oder, wenn du es für gut hältst, o Held, Bezwinger der Feinde, so verweile einen Tag an irgendeinem verborgenen Ort, ausgeruht magst du morgen gehen.

Wort für Wort
yadi vā manyase vīra
oder wenn du es für gut hältst, o Held
vasa eka aham arim dama
verweile einen Tag, o Bezwinger der Feinde
kasmiṃścit samvṛte deśe
an irgendeinem verborgenen Ort
viśrāntaḥ śvo gamiṣyasi
ausgeruht magst du morgen gehen

mama cet alpa bhāgyāyāḥ sāmnidhyāt tava vīryavān | asya śokasya mahato muhūrtam mokṣaṇam bhavet ||

Wenn durch deine Nähe, o Kraftvoller, für mich Unglückliche auch nur für einen Augenblick Befreiung von diesem großen Kummer eintreten könnte –

Wort für Wort
mama cet alpa bhāgyāyāḥ
wenn für mich Unglückliche
sāmnidhyāt tava vīryavān
durch deine Nähe, o Kraftvoller
asya śokasya mahataḥ
von diesem großen Kummer
muhūrtam mokṣaṇam bhavet
für einen Augenblick Befreiung eintreten könnte

gate hi hari śārdūla punaḥ āgamanāya tu | prāṇānām api saṃdeho mama syān na atra saṃśayaḥ ||

Denn wenn du gehst, o Tiger unter den Affen, um wiederzukehren, so bestünde Zweifel selbst an meinem Leben – daran ist kein Zweifel.

Wort für Wort
gate hi hari śārdūla
denn wenn du gehst, o Tiger unter den Affen
punaḥ āgamanāya tu
um aber wiederzukehren
prāṇānām api saṃdehaḥ mama syāt
selbst Zweifel an meinem Leben bestünde
na atra saṃśayaḥ
daran ist kein Zweifel

tava adarśanajaḥ śoko bhūyo mām paritāpayet | duhkhāt duhkha parāmṛṣṭām dīpayann iva vānara ||

Der Kummer, entstanden aus deinem Nichtmehrsehen, würde mich aufs Neue quälen, mich, die von Leid zu Leid Gepeinigte, wie Feuer entfachend, o Affe.

Wort für Wort
tava adarśanajaḥ śokaḥ
der Kummer, entstanden aus deinem Nichtsehen
bhūyo mām paritāpayet
würde mich aufs Neue quälen
duhkhāt duhkha parāmṛṣṭām
mich, von Leid zu Leid gepeinigt
dīpayann iva vānara
wie Feuer entfachend, o Affe

ayam ca vīra saṃdehaḥ tiṣṭhati iva mama agrataḥ | sumahān tvat sahāyeṣu hari ṛkṣeṣu hari īśvara ||

Und dieser große Zweifel, o Held, steht mir gleichsam vor Augen, betreffend deine Gefährten, die Affen und Bären, o Herrscher der Affen.

Wort für Wort
ayam ca vīra saṃdehaḥ
und dieser Zweifel, o Held
tiṣṭhati iva mama agrataḥ
steht mir gleichsam vor Augen
sumahān tvat sahāyeṣu
sehr groß, betreffend deine Gefährten
hari ṛkṣeṣu hari īśvara
die Affen und Bären, o Herrscher der Affen

katham nu khalu duṣpāram tariṣyanti mahāudadhim | tāni hari ṛkṣa sainyāni tau vā nara vara ātmajau ||

Wie nur werden jene Heere von Affen und Bären das unüberquerbare große Meer durchqueren, oder auch jene beiden Söhne des vortrefflichen Mannes?

Wort für Wort
katham nu khalu
wie nur denn
duṣpāram tariṣyanti mahā udadhim
werden sie das unüberquerbare große Meer durchqueren
tāni hari ṛkṣa sainyāni
jene Heere von Affen und Bären
tau vā nara vara ātmajau
oder jene beiden Söhne des vortrefflichen Mannes

trayāṇām eva bhūtānām sāgarasya iha langhane | śaktiḥ syāt vainateyasya tava vā mārutasya vā ||

Nur drei Wesen wären hier fähig, das Meer zu überspringen: Vinatās Sohn (Garuḍa), du, oder der Windgott.

Wort für Wort
trayāṇām eva bhūtānām
nur von drei Wesen
sāgarasya iha langhane
beim Überspringen des Meeres hier
śaktiḥ syāt
wäre die Fähigkeit
vainateyasya tava vā mārutasya vā
Vinatās Sohnes, oder deine, oder des Windgottes

tat asmin kārya niryoge vīra evam duratikrame | kim paśyasi samādhānam tvam hi kāryavidām varaḥ ||

Was also siehst du, o Held, in dieser so schwer zu bewältigenden Angelegenheit als Lösung, denn du bist der Beste der Sachkundigen?

Wort für Wort
tat asmin kārya niryoge
also in dieser Angelegenheit
vīra evam duratikrame
o Held, so schwer zu überwinden
kim paśyasi samādhānam
was siehst du als Lösung
tvam hi kāryavidām varaḥ
denn du bist der Beste der Sachkundigen

kāmam asya tvam eva ekaḥ kāryasya parisādhane | paryāptaḥ para vīraghna yaśasyaḥ te bala udayaḥ ||

Gewiss bist du allein hinreichend, diese Aufgabe zu vollbringen, o Bezwinger feindlicher Helden; ruhmvoll ist die Entfaltung deiner Kraft.

Wort für Wort
kāmam asya
gewiss dieser
tvam eva ekaḥ
du allein
kāryasya parisādhane paryāptaḥ
hinreichend, die Aufgabe zu vollbringen
para vīraghna
o Bezwinger feindlicher Helden
yaśasyaḥ te bala udayaḥ
ruhmvoll ist die Entfaltung deiner Kraft

balaiḥ samagraiḥ yadi mām rāvaṇam jitya samyuge | vijayī sva puram yāyāt tat tu me syāt yaśaḥ karam ||

Doch wenn Rāghava mit vollständigen Heeren käme, Rāvaṇa im Kampf besiegte und mich siegreich in seine eigene Stadt führte, das wäre ruhmbringend für mich.

Wort für Wort
balaiḥ samagraiḥ yadi
wenn mit vollständigen Heeren
mām rāvaṇam jitya samyuge
mich, Rāvaṇa im Kampf besiegend
vijayī sva puram yāyāt
siegreich in seine eigene Stadt ginge
tat tu me syāt yaśaḥ karam
das wäre für mich ruhmbringend

śaraistu samkulām kṛtvā lankām para bala ardanaḥ | mām nayet yadi kākutsthaḥ tat tasya sadṛśam bhavet ||

Wenn der Kākutstha-Sproß, der Zerstörer feindlicher Heere, Laṅkā mit Pfeilen überschüttet und mich dann führt, das wäre ihm angemessen.

Wort für Wort
śaraistu samkulām kṛtvā
nachdem er sie mit Pfeilen überschüttet hat
lankām para bala ardanaḥ
Laṅkā, der Zerstörer feindlicher Heere
mām nayet yadi kākutsthaḥ
wenn der Kākutstha-Sproß mich führte
tat tasya sadṛśam bhavet
das wäre ihm angemessen

tat yathā tasya vikrāntam anurūpam mahātmanaḥ | bhavet āhava śūrasya tathā tvam upapādaya ||

So richte es ein, dass die Tapferkeit jenes Hochgesinnten, des im Kampf Tapferen, sich als ebenbürtig erweist.

Wort für Wort
tat yathā
also damit
tasya vikrāntam anurūpam mahātmanaḥ
die Tapferkeit jenes Hochgesinnten angemessen sei
bhavet āhava śūrasya
dem im Kampf Tapferen
tathā tvam upapādaya
so richte du es ein

tat artha upahitam vākyam sahitam hetu samhitam | niśamya hanumān śeṣam vākyam uttaram abravīt ||

Nachdem er dieses sinnvolle, folgerichtige, mit Gründen verbundene Wort vernommen hatte, sprach Hanumān zur Antwort das übrige Wort:

Wort für Wort
tat artha upahitam vākyam
dieses sinnreiche Wort
sahitam hetu samhitam
folgerichtig, mit Gründen verbunden
niśamya hanumān
vernehmend, Hanumān
śeṣam vākyam uttaram abravīt
sprach das übrige Wort zur Antwort

devi hari ṛkṣa sainyānām īśvaraḥ plavatām varaḥ | sugrīvaḥ sattva sampannaḥ tava arthe kṛta niścayaḥ ||

O Herrin, Sugrīva, der Herrscher der Heere von Affen und Bären, der Beste der Springenden, von edler Gesinnung, ist deinetwegen fest entschlossen.

Wort für Wort
devi
o Herrin
hari ṛkṣa sainyānām īśvaraḥ
der Herrscher der Heere von Affen und Bären
plavatām varaḥ
der Beste der Springenden
sugrīvaḥ sattva sampannaḥ
Sugrīva, von edler Gesinnung
tava arthe kṛta niścayaḥ
deinetwegen fest entschlossen

sa vānara sahasrāṇām koṭībhiḥ abhisamvṛtaḥ | kṣipram eṣyati vaidehi rākṣasānām nibarhaṇaḥ ||

Er, umgeben von Koṭis von Tausenden von Affen, wird bald kommen, o Vaidehī, der Vertilger der Rākṣasas.

Wort für Wort
sa vānara sahasrāṇām koṭībhiḥ abhisamvṛtaḥ
er, umgeben von Koṭis von Tausenden von Affen
kṣipram eṣyati vaidehi
wird bald kommen, o Vaidehī
rākṣasānām nibarhaṇaḥ
der Vertilger der Rākṣasas

tasya vikrama sampannāḥ sattvavanto mahābalāḥ | manaḥ samkalpa sampātā nideśe harayaḥ sthitāḥ ||

Seine tapferkeitsbegabten, edelmütigen, gewaltigen Affen, die sich mit Gedankenschnelle bewegen, stehen zu seinem Befehl bereit.

Wort für Wort
tasya vikrama sampannāḥ
seine tapferkeitsbegabten
sattvavanto mahābalāḥ
edelmütigen, gewaltigen
manaḥ samkalpa sampātā
mit Gedankenschnelle sich bewegend
nideśe harayaḥ sthitāḥ
die Affen stehen zu seinem Befehl

yeṣām na upari na adhastān na tiryak sajjate gatiḥ | na ca karmasu sīdanti mahatsv amita tejasaḥ ||

Deren Bewegung weder nach oben, noch nach unten, noch quer irgendwo haften bleibt, und die, von unermesslichem Glanz, nicht ermatten bei großen Taten.

Wort für Wort
yeṣām na upari na adhastān na tiryak sajjate gatiḥ
deren Bewegung weder oben, noch unten, noch seitwärts haftet
na ca karmasu sīdanti
und die nicht ermatten bei Taten
mahatsu amita tejasaḥ
bei großen, von unermesslichem Glanz

asakṛt taiḥ mahāutsahaiḥ sasāgara dharā dharā | pradakṣiṇī kṛtā bhūmiḥ vāyu mārga anusāribhiḥ ||

Von ihnen, den hocheifrigen, dem Pfad des Windes folgend, wurde nicht nur einmal die Erde samt ihren Bergen und Meeren rechtsherum umschritten.

Wort für Wort
asakṛt taiḥ mahāutsahaiḥ
von ihnen, den hocheifrigen, nicht nur einmal
sasāgara dharā dharā
die Erde samt Meeren und Bergen
pradakṣiṇī kṛtā bhūmiḥ
wurde rechtsherum umschritten die Erde
vāyu mārga anusāribhiḥ
von ihnen, die dem Pfad des Windes folgen

mat viśiṣṭāḥ ca tulyāḥ ca santi tatra vana okasaḥ | mattaḥ pratyavaraḥ kaścin na asti sugrīva samnidhau ||

Dort gibt es Waldbewohner, die mir überlegen und die mir gleich sind; einen, der geringer wäre als ich, gibt es in Sugrīvas Umgebung nicht.

Wort für Wort
mat viśiṣṭāḥ ca tulyāḥ ca
mir überlegene und mir gleiche
santi tatra vana okasaḥ
gibt es dort, Waldbewohner
mattaḥ pratyavaraḥ kaścit na asti
einen Geringeren als mich gibt es nicht
sugrīva samnidhau
in Sugrīvas Umgebung

aham tāvat iha prāptaḥ kim punaḥ te mahābalāḥ | na hi prakṛṣṭāḥ preṣyante preṣyante hi itare janāḥ ||

Ich, immerhin der Geringste, bin schon hierher gelangt – wie erst jene von großer Kraft! Denn die Vortrefflichen werden nicht entsandt, entsandt werden nur die anderen.

Wort für Wort
aham tāvat iha prāptaḥ
ich bin immerhin schon hierher gelangt
kim punaḥ te mahābalāḥ
wie erst jene von großer Kraft
na hi prakṛṣṭāḥ preṣyante
denn die Vortrefflichen werden nicht entsandt
preṣyante hi itare janāḥ
entsandt werden nur die anderen

tat alam paritāpena devi śoko vyapaitu te | eka utpātena te lankām eṣyanti hari yūthapāḥ ||

Darum genug der Qual, o Herrin, dein Kummer möge weichen; mit einem einzigen Sprung werden die Anführer der Affenscharen nach Laṅkā gelangen.

Wort für Wort
tat alam paritāpena
darum genug der Qual
devi śoko vyapaitu te
o Herrin, dein Kummer möge weichen
eka utpātena
mit einem einzigen Sprung
te lankām eṣyanti hari yūthapāḥ
werden die Anführer der Affenscharen nach Laṅkā kommen

mama pṛṣṭha gatau tau ca candra sūryāv iva uditau | tvat sakāśam mahāsattvau nṛsimhāv āgamiṣyataḥ ||

Und jene beiden auf meinem Rücken, gleich Mond und Sonne im Aufgang, jene edelmütigen Löwen unter den Männern, werden zu dir gelangen.

Wort für Wort
mama pṛṣṭha gatau tau ca
und jene beiden auf meinem Rücken
candra sūryāv iva uditau
wie Mond und Sonne im Aufgang
tvat sakāśam mahāsattvau nṛsimhāv āgamiṣyataḥ
jene beiden edelmütigen Löwen unter den Männern werden zu dir gelangen

tau hi vīrau nara varau sahitau rāma lakṣmaṇau | āgamya nagarīm lankām sāyakaiḥ vidhamiṣyataḥ ||

Denn jene beiden Helden, die vortrefflichen Männer, Rāma und Lakṣmaṇa vereint, werden, nachdem sie die Stadt Laṅkā erreicht haben, sie mit Pfeilen zerschmettern.

Wort für Wort
tau hi vīrau nara varau
denn jene beiden Helden, die vortrefflichen Männer
sahitau rāma lakṣmaṇau
Rāma und Lakṣmaṇa vereint
āgamya nagarīm lankām
nachdem sie die Stadt Laṅkā erreicht haben
sāyakaiḥ vidhamiṣyataḥ
werden sie mit Pfeilen zerschmettern

sagaṇam rāvaṇam hatvā rāghavo raghu nandanaḥ | tvām ādāya vara ārohe sva puram pratiyāsyati ||

Nachdem er Rāvaṇa samt seinem Gefolge erschlagen hat, wird Rāghava, die Freude der Raghus, dich, o Trefflichste, mitnehmen und in seine eigene Stadt zurückkehren.

Wort für Wort
sagaṇam rāvaṇam hatvā
nachdem er Rāvaṇa samt Gefolge erschlagen hat
rāghavo raghu nandanaḥ
Rāghava, die Freude der Raghus
tvām ādāya vara ārohe
dich, o Trefflichste, mitnehmend
sva puram pratiyāsyati
wird er in seine eigene Stadt zurückkehren

tat āśvasihi bhadram te bhava tvam kāla kānkṣiṇī | nacirāt drakṣyase rāmam prajvajantam iva anilam ||

So fasse Mut, Segen sei mit dir; harre der rechten Zeit; nicht lange mehr, und du wirst Rāma sehen, gleich einem lodernden Feuer im Wind.

Wort für Wort
tat āśvasihi
so fasse Mut
bhadram te
Segen sei mit dir
bhava tvam kāla kānkṣiṇī
sei du der rechten Zeit harrend
na cirāt drakṣyase rāmam
nicht lange mehr wirst du Rāma sehen
prajvajantam iva anilam
gleich einem im Wind lodernden Feuer

nihate rākṣasa indre ca saputra amātya bāndhave | tvam sameṣyasi rāmeṇa śaśa ankena iva rohiṇī ||

Wenn der Herrscher der Rākṣasas samt Sohn, Ministern und Verwandten erschlagen ist, wirst du dich mit Rāma vereinen, wie Rohiṇī mit dem Hasenzeichentragenden (Mond).

Wort für Wort
nihate rākṣasa indre ca
wenn der Herrscher der Rākṣasas erschlagen ist
saputra amātya bāndhave
samt Sohn, Ministern und Verwandten
tvam sameṣyasi rāmeṇa
wirst du dich mit Rāma vereinen
śaśa ankena iva rohiṇī
wie Rohiṇī mit dem Mond (dem Hasenzeichen-Träger)

kṣipram tvam devi śokasya pāram yāsyasi maithili | rāvaṇam caiva rāmeṇa nihatam drakṣyase acirāt ||

Bald wirst du, o Herrin, o Maithilī, ans Ende deines Kummers gelangen; und du wirst sehen, wie Rāvaṇa von Rāma bald erschlagen wird.

Wort für Wort
kṣipram tvam devi
bald wirst du, o Herrin
śokasya pāram yāsyasi maithili
ans Ende des Kummers gelangen, o Maithilī
rāvaṇam caiva rāmeṇa nihatam
und Rāvaṇa, von Rāma erschlagen
drakṣyase acirāt
wirst du bald sehen

evam āśvasya vaidehīm hanūmān māruta ātmajaḥ | gamanāya matim kṛtvā vaidehīm punaḥ abravīt ||

Nachdem Hanumān, der Sohn des Windgottes, Vaidehī so getröstet und den Entschluss zum Aufbruch gefasst hatte, sprach er noch einmal zu Vaidehī:

Wort für Wort
evam āśvasya vaidehīm
nachdem er Vaidehī so getröstet hatte
hanūmān māruta ātmajaḥ
Hanumān, der Sohn des Windgottes
gamanāya matim kṛtvā
den Entschluss zum Aufbruch fassend
vaidehīm punaḥ abravīt
sprach er noch einmal zu Vaidehī

tam arighnam kṛta ātmānam kṣipram drakṣyasi rāghavam | lakṣmaṇam ca dhanuṣ pāṇim lankā dvāram upasthitam ||

Bald wirst du jenen Rāghava sehen, den Feindetöter, sich vollendet zeigend, und Lakṣmaṇa, den Bogen in der Hand, am Tor von Laṅkā stehend.

Wort für Wort
tam arighnam
jenen Feindetöter
kṛta ātmānam
sich vollendet zeigend
kṣipram drakṣyasi rāghavam
bald wirst du Rāghava sehen
lakṣmaṇam ca dhanuṣ pāṇim
und Lakṣmaṇa, den Bogen in der Hand
lankā dvāram upasthitam
am Tor von Laṅkā stehend

nakha damṣṭra āyudhān vīrān simha śārdūla vikramān | vānarān vāraṇa indra ābhān kṣipram drakṣyasi samgatān ||

Bald wirst du die Affen versammelt sehen, die Helden mit Krallen und Reißzähnen als Waffen, an Kraft Löwen und Tigern gleich, an Gestalt Elefantenfürsten gleich.

Wort für Wort
nakha damṣṭra āyudhān vīrān
die Helden mit Krallen und Reißzähnen als Waffen
simha śārdūla vikramān
an Kraft Löwen und Tigern gleich
vānarān vāraṇa indra ābhān
die Affen, Elefantenfürsten gleich an Gestalt
kṣipram drakṣyasi samgatān
bald wirst du sie versammelt sehen

śaila ambuda nikāśānām lankā malaya sānuṣu | nardatām kapi mukhyānām ārye yūthāni anekaśaḥ ||

Auf den Höhen des Malaya-Gebirges bei Laṅkā, o Edle, werden die zahlreichen Scharen der vornehmsten Affen, wolkenähnlich wie Berge, brüllend zu sehen sein.

Wort für Wort
śaila ambuda nikāśānām
der bergwolkengleichen
lankā malaya sānuṣu
auf den Höhen des Malaya-Gebirges bei Laṅkā
nardatām kapi mukhyānām
der brüllenden vornehmsten Affen
ārye yūthāni anekaśaḥ
o Edle, die zahlreichen Scharen

sa tu marmaṇi ghoreṇa tāḍito manmatha iṣuṇā | na śarma labhate rāmaḥ simha ardita iva dvipaḥ ||

Er aber, im Innersten getroffen vom furchtbaren Pfeil des Liebesgottes, findet keine Ruhe, Rāma, wie ein von einem Löwen bedrängter Elefant.

Wort für Wort
sa tu marmaṇi
er aber im Innersten
ghoreṇa tāḍito manmatha iṣuṇā
getroffen vom furchtbaren Pfeil des Liebesgottes
na śarma labhate rāmaḥ
findet keine Ruhe, Rāma
simha ardita iva dvipaḥ
wie ein von einem Löwen bedrängter Elefant

mā rudo devi śokena mā bhūt te manaso apriyam | śacī iva pathyā śakreṇa bhartrā nāthavatī hi asi ||

Weine nicht, o Herrin, aus Kummer, nichts Unliebes soll deinem Sinn widerfahren; wie Śacī, dem Wohl folgend, mit Indra, so hast du wahrlich einen Beschützer in deinem Gatten.

Wort für Wort
mā rudo devi śokena
weine nicht, o Herrin, aus Kummer
mā bhūt te manaso apriyam
nichts Unliebes soll deinem Sinn widerfahren
śacī iva pathyā śakreṇa
wie Śacī, dem Wohl folgend, mit Indra
bhartrā nāthavatī hi asi
hast du wahrlich einen Beschützer in deinem Gatten

rāmāt viśiṣṭaḥ ko anyo asti kaścit saumitriṇā samaḥ | agni māruta kalpau tau bhrātarau tava saṃśrayau ||

Wer sonst gibt es, der Rāma überträfe, wer wäre dem Sohn der Sumitrā gleich? Jene beiden Brüder, gleich Feuer und Wind, sind dein Zufluchtsort.

Wort für Wort
rāmāt viśiṣṭaḥ ko anyo asti
wer sonst gibt es, der Rāma überträfe
kaścit saumitriṇā samaḥ
wer wäre dem Sohn der Sumitrā gleich
agni māruta kalpau tau bhrātarau
jene beiden Brüder, gleich Feuer und Wind
tava saṃśrayau
dein Zufluchtsort

na asmin ciram vatsyasi devi deśe | rakṣo gaṇaiḥ adhyuṣito atiraudre | na te cirāt āgamanam priyasya | kṣamasva mat sāmgama kāla mātram ||

Nicht lange wirst du mehr an diesem Ort verweilen, o Herrin, der von Rākṣasa-Scharen bewohnt ist, dem schrecklichen; nicht fern ist die Ankunft des Geliebten – erdulde nur noch die kurze Zeit bis zu meiner Wiederkehr.

Wort für Wort
na asmin ciram vatsyasi devi deśe
nicht lange wirst du mehr an diesem Ort verweilen, o Herrin
rakṣo gaṇaiḥ adhyuṣito atiraudre
der von Rākṣasa-Scharen bewohnt ist, dem schrecklichen
na te cirāt āgamanam priyasya
nicht fern ist die Ankunft des Geliebten für dich
kṣamasva mat sāmgama kāla mātram
erdulde nur die Zeitspanne bis zu meiner Wiederkehr

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