Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa
Sarga 50: Rāvaṇa Hanumat Samvādaḥ
Das Gespräch zwischen Rāvaṇa und Hanumān
tam udvīkṣya mahābāhuḥ pinga akṣam purataḥ sthitam |
roṣeṇa mahatā āviṣṭo rāvaṇo loka rāvaṇaḥ ||
Ihn, den vor ihm stehenden Rehäugigen, betrachtend, wurde der Starkarmige, Rāvaṇa, der Schrecken der Welt, von gewaltigem Zorn erfüllt.
Wort für Wort tam udvīkṣya mahābāhuḥ ihn betrachtend, der Starkarmige pinga akṣam purataḥ sthitam den vor ihm stehenden Rehäugigen roṣeṇa mahatā āviṣṭo von gewaltigem Zorn erfüllt rāvaṇo loka rāvaṇaḥ Rāvaṇa, der Schrecken der Welt kim eṣa bhagavān nandī bhavet sākṣāt iha āgataḥ |
yena śapto asmi kailāse mayā saṃcālite purā |
saḥ ayam vānara mūrtiḥ syāt kiṃsvit bāṇo mahāsuraḥ |
'Ist dies etwa der erhabene Nandin, der leibhaftig hierher gekommen ist, von dem ich einst verflucht wurde, als ich den Kailāsa erschütterte? Oder ist dies jener in Affengestalt, oder etwa Bāṇa, der große Asura?'
Wort für Wort kim eṣa bhagavān nandī ist dies etwa der erhabene Nandin bhavet sākṣāt iha āgataḥ könnte er leibhaftig hierher gekommen sein yena śapto asmi kailāse von dem ich am Kailāsa verflucht wurde mayā saṃcālite purā als ich ihn einst erschütterte saḥ ayam vānara mūrtiḥ syāt ist dies jener in Affengestalt kiṃsvit bāṇo mahāsuraḥ oder etwa Bāṇa, der große Asura sa rājā roṣa tāmra akṣaḥ prahastam mantri sattamam |
kāla yuktam uvāca idam vaco vipulam artha vat ||
Der König, seine Augen vor Zorn kupferrot, sprach zu Prahasta, dem besten der Minister, dieses ausführliche, sinnvolle Wort, dem rechten Zeitpunkt entsprechend.
Wort für Wort sa rājā roṣa tāmra akṣaḥ der König, seine Augen vor Zorn kupferrot prahastam mantri sattamam zu Prahasta, dem besten der Minister kāla yuktam uvāca sprach, dem rechten Zeitpunkt entsprechend idam vaco vipulam artha vat dieses ausführliche, sinnvolle Wort durātmā pṛcchyatām eṣa kutaḥ kim vā asya kāraṇam |
vana bhange ca ko asya artho rākṣasīnām ca tarjane ||
'Dieser Bösgesinnte soll befragt werden: woher, und was ist sein Grund? Welchen Zweck hatte er beim Zerstören des Gartens und beim Bedrohen der Rākṣasīs?'
Wort für Wort durātmā pṛcchyatām eṣa dieser Bösgesinnte soll befragt werden kutaḥ kim vā asya kāraṇam woher, und was ist sein Grund vana bhange ca ko asya artho welchen Zweck hatte er beim Zerstören des Gartens rākṣasīnām ca tarjane und beim Bedrohen der Rākṣasīs mat purīm apradhṛṣyām vā gamane kiṃ prayojanam |
āyodhane vā kim kāryam pṛcchyatām eṣa durmatiḥ ||
'Was war sein Zweck, in meine unbezwingbare Stadt einzudringen, oder welchen Grund hatte er zum Kämpfen? Dieser Übelgesinnte soll befragt werden.'
Wort für Wort mat purīm apradhṛṣyām vā in meine unbezwingbare Stadt gamane kiṃ prayojanam welchen Zweck hatte er einzudringen āyodhane vā kim kāryam oder welchen Grund zum Kämpfen pṛcchyatām eṣa durmatiḥ dieser Übelgesinnte soll befragt werden rāvaṇasya vacaḥ śrutvā prahasto vākyam abravīt |
samāśvasihi bhadram te na bhīḥ kāryā tvayā kape ||
Nachdem er Rāvaṇas Wort gehört hatte, sprach Prahasta: 'Fasse Mut, Segen sei mit dir; du sollst keine Furcht hegen, o Affe.'
Wort für Wort rāvaṇasya vacaḥ śrutvā nachdem er Rāvaṇas Wort gehört hatte prahasto vākyam abravīt sprach Prahasta das Wort samāśvasihi bhadram te fasse Mut, Segen sei mit dir na bhīḥ kāryā tvayā kape du sollst keine Furcht hegen, o Affe yadi tāvat tvam indreṇa preṣito rāvaṇa ālayam |
tat tvam ākhyāhi mā te bhūt bhayam vānara mokṣyase ||
'Wenn du von Indra in Rāvaṇas Wohnstatt entsandt wurdest, so verkünde es; Furcht soll dich nicht ergreifen, o Affe, du wirst freigelassen werden.'
Wort für Wort yadi tāvat tvam indreṇa wenn du also von Indra preṣito rāvaṇa ālayam in Rāvaṇas Wohnstatt entsandt wurdest tat tvam ākhyāhi so verkünde es mā te bhūt bhayam vānara mokṣyase Furcht soll dich nicht ergreifen, o Affe, du wirst freigelassen yadi vaiśravaṇasya tvam yamasya varuṇasya ca |
cāru rūpam idam kṛtvā praviṣṭo naḥ purīm imām |
viṣṇunā preṣito vā api dūto vijaya kānkṣiṇā |
'Wenn du, ein Bote Vaiśravaṇas, Yamas oder Varuṇas, diese schöne Gestalt angenommen hast und in unsere Stadt eingedrungen bist, oder auch von Viṣṇu entsandt, im Verlangen nach Sieg –'
Wort für Wort yadi vaiśravaṇasya tvam wenn du Vaiśravaṇas yamasya varuṇasya ca Yamas oder Varuṇas (Bote bist) cāru rūpam idam kṛtvā diese schöne Gestalt annehmend praviṣṭo naḥ purīm imām in unsere Stadt eingedrungen bist viṣṇunā preṣito vā api oder auch von Viṣṇu entsandt dūto vijaya kānkṣiṇā als Bote, im Verlangen nach Sieg na hi te vānaram tejo rūpa mātram tu vānaram |
tattvataḥ kathayasva adya tato vānara mokṣyase ||
'denn dein Glanz ist nicht der eines Affen, nur deine Gestalt gleicht der eines Affen; sage die Wahrheit noch heute, dann wirst du, Affe, freigelassen werden.'
Wort für Wort na hi te vānaram tejo denn dein Glanz ist nicht der eines Affen rūpa mātram tu vānaram nur deine Gestalt gleicht der eines Affen tattvataḥ kathayasva adya sage die Wahrheit noch heute tato vānara mokṣyase dann wirst du, Affe, freigelassen werden anṛtam vadataḥ ca api durlabham tava jīvitam |
athavā yan nimittaḥ te praveśo rāvaṇa ālaye ||
'Doch wenn du die Unwahrheit sprichst, wird dein Leben schwer zu erlangen sein; oder was der Grund für dein Eindringen in Rāvaṇas Wohnstatt ist –'
Wort für Wort anṛtam vadataḥ ca api doch wenn du die Unwahrheit sprichst durlabham tava jīvitam wird dein Leben schwer zu erlangen sein athavā yan nimittaḥ te oder was der Grund für dich ist praveśo rāvaṇa ālaye für das Eindringen in Rāvaṇas Wohnstatt evam uktaḥ hari varaḥ tadā rakṣo gaṇa īśvaram |
abravīt na asmi śakrasya yamasya varuṇasya vā ||
So angesprochen, sagte da der beste der Affen zum Herrscher der Rākṣasa-Scharen: 'Ich bin nicht Indras, noch Yamas, noch Varuṇas Bote.'
Wort für Wort evam uktaḥ hari varaḥ tadā so angesprochen, da der beste der Affen rakṣo gaṇa īśvaram abravīt sagte zum Herrscher der Rākṣasa-Scharen na asmi śakrasya ich bin nicht Indras yamasya varuṇasya vā noch Yamas, noch Varuṇas (Bote) dhanadena na me sakhyam viṣṇunā na asmi coditaḥ |
jātiḥ eva mama tu eṣā vānaro aham iha āgataḥ ||
'Mit Kubera habe ich keine Freundschaft, von Viṣṇu bin ich nicht entsandt; dies ist eben meine Art – ich bin ein Affe, hierher gekommen.'
Wort für Wort dhanadena na me sakhyam mit Kubera habe ich keine Freundschaft viṣṇunā na asmi coditaḥ von Viṣṇu bin ich nicht entsandt jātiḥ eva mama tu eṣā dies ist eben meine Art vānaro aham iha āgataḥ ich bin ein Affe, hierher gekommen darśane rākṣasa indrasya durlabhe tat idam mayā |
vanam rākṣasa rājasya darśana arthe vināśitam ||
'Da eine Audienz beim Herrscher der Rākṣasas schwer zu erlangen war, habe ich zu diesem Zweck den Garten des Rākṣasa-Königs zerstört, um ihn zu erlangen.'
Wort für Wort darśane rākṣasa indrasya durlabhe da eine Audienz beim Herrscher der Rākṣasas schwer zu erlangen war tat idam mayā dies (tat ich) von mir vanam rākṣasa rājasya den Garten des Rākṣasa-Königs darśana arthe vināśitam zum Zweck der Audienz zerstört tataḥ te rākṣasāḥ prāptā balino yuddha kānkṣiṇaḥ |
rakṣaṇa artham ca dehasya pratiyuddhā mayā raṇe ||
'Da kamen jene kraftvollen, kampfbegierigen Rākṣasas herbei, und ich habe sie, um meinen Leib zu schützen, im Kampf bekämpft.'
Wort für Wort tataḥ te rākṣasāḥ prāptā da kamen jene Rākṣasas herbei balino yuddha kānkṣiṇaḥ kraftvoll, kampfbegierig rakṣaṇa artham ca dehasya um meinen Leib zu schützen pratiyuddhā mayā raṇe habe ich im Kampf bekämpft astra pāśaiḥ na śakyo aham baddhum deva asuraiḥ api |
pitāmahāt eva varo mama api eṣo abhyupāgataḥ ||
'Mit Waffenschlingen kann ich selbst von Göttern und Asuras nicht gebunden werden; auch dieser Segen ist mir eben vom Großvater zuteilgeworden.'
Wort für Wort astra pāśaiḥ na śakyo aham mit Waffenschlingen kann ich nicht baddhum deva asuraiḥ api gebunden werden, selbst von Göttern und Asuras pitāmahāt eva varo mama dieser Segen ist mir eben vom Großvater api eṣo abhyupāgataḥ auch zuteilgeworden rājānam draṣṭu kāmena mayā astram anuvartitam |
vimukto aham astreṇa rākṣasaiḥ tu atipīḍitaḥ |
kevalam rāja kāryeṇa samprāptaḥ asmi tava antikam |
'Im Wunsch, den König zu sehen, habe ich mich dem Geschoss gefügt; ich wurde vom Geschoss befreit, doch von den Rākṣasas überaus bedrängt; nur um einer Angelegenheit des Königs willen bin ich zu dir gelangt.'
Wort für Wort rājānam draṣṭu kāmena im Wunsch, den König zu sehen mayā astram anuvartitam habe ich mich dem Geschoss gefügt vimukto aham astreṇa ich wurde vom Geschoss befreit rākṣasaiḥ tu atipīḍitaḥ doch von den Rākṣasas überaus bedrängt kevalam rāja kāryeṇa nur wegen einer Angelegenheit des Königs samprāptaḥ asmi tava antikam bin ich zu dir gelangt dūto aham iti vijñeyo rāghavasya amita ojasaḥ |
śrūyatām ca api vacanam mama pathyam idam prabho ||
'Wisse, dass ich der Bote Rāghavas bin, von unermesslicher Kraft; und höre auch dieses mein heilsames Wort, o Herr.'
Wort für Wort dūto aham iti vijñeyo wisse, dass ich Bote bin rāghavasya amita ojasaḥ Rāghavas, von unermesslicher Kraft śrūyatām ca api vacanam mama und höre auch mein Wort pathyam idam prabho dieses heilsame, o Herr
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