Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa

Sarga 58: Hanumataḥ Vṛttānta Nivedanam Hanumāns Bericht

tataḥ tasya gireḥ śṛnge mahāindrasya mahābalāḥ | hanumat pramukhāḥ prītim harayo jagmuḥ uttamām ||

Dann, auf dem Gipfel jenes Berges Mahendra, gelangten die gewaltigen Affen, angeführt von Hanumān, zu höchster Freude.

Wort für Wort
tataḥ tasya gireḥ śṛnge
dann auf dem Gipfel jenes Berges
mahāindrasya mahābalāḥ
des Mahendra, die Gewaltigen
hanumat pramukhāḥ prītim
angeführt von Hanumān, zur Freude
harayo jagmuḥ uttamām
gelangten die Affen, höchster

tam tataḥ pratisamhṛṣṭaḥ prītimantam mahākapim | jāmbavān kārya vṛtta antam apṛcchat anila ātmajam ||

Dann fragte Jāmbavān jenen frohen, freudeerfüllten großen Affen, den Sohn des Windes, nach dem Verlauf seiner Aufgabe.

Wort für Wort
tam tataḥ pratisamhṛṣṭaḥ
ihn, dann, den freudeerfüllten
prītimantam mahākapim
frohen großen Affen
jāmbavān kārya vṛtta antam
Jāmbavān nach dem Verlauf der Aufgabe
apṛcchat anila ātmajam
fragte den Sohn des Windes

katham dṛṣṭā tvayā devī katham vā tatra vartate | tasyām vā sa katham vṛttaḥ krūra karmā daśa ānanaḥ ||

'Wie wurde die Göttin von dir gesehen, und wie verhält sie sich dort? Und wie hat sich der Zehnköpfige, der Grausamkeit Übende, ihr gegenüber verhalten?'

Wort für Wort
katham dṛṣṭā tvayā devī
wie wurde die Göttin von dir gesehen
katham vā tatra vartate
und wie verhält sie sich dort
tasyām vā sa katham vṛttaḥ
und wie hat er sich ihr gegenüber verhalten
krūra karmā daśa ānanaḥ
der Zehnköpfige, der Grausamkeit Übende

tattvataḥ sarvam etan naḥ prabrūhi tvam mahākape | śruta arthāḥ cintayiṣyāmo bhūyaḥ kārya viniścayam ||

'Berichte uns dies alles der Wahrheit gemäß, o großer Affe; nachdem wir es gehört haben, werden wir weiter über den Entschluss zur Sache beraten.'

Wort für Wort
tattvataḥ sarvam etan naḥ
dies alles der Wahrheit gemäß uns
prabrūhi tvam mahākape
berichte du, großer Affe
śruta arthāḥ cintayiṣyāmo
nachdem wir es gehört, werden wir bedenken
bhūyaḥ kārya viniścayam
weiter den Entschluss zur Sache

yaḥ ca arthaḥ tatra vaktavyo gataiḥ asmābhiḥ ātmavān | rakṣitavyam ca yat tatra tat bhavān vyākarotu naḥ ||

'Und was dort, nachdem wir gegangen sind, zu sagen ist, du Besonnener, und was dort zu wahren ist – das erkläre uns.'

Wort für Wort
yaḥ ca arthaḥ tatra vaktavyo
und was dort zu sagen ist
gataiḥ asmābhiḥ ātmavān
von uns, wenn wir dort sind, du Besonnener
rakṣitavyam ca yat tatra
und was dort zu wahren ist
tat bhavān vyākarotu naḥ
das erkläre uns

sa niyuktaḥ tataḥ tena samprahṛṣṭa tanū ruhaḥ | namasyan śirasā devyai sītāyai pratyabhāṣata ||

Er, so von jenem beauftragt, sein Körperhaar vor Freude gesträubt, verneigte sich mit dem Haupt vor der Göttin Sītā und begann zu erzählen.

Wort für Wort
sa niyuktaḥ tataḥ tena
er, so von jenem beauftragt
samprahṛṣṭa tanū ruhaḥ
sein Körperhaar vor Freude gesträubt
namasyan śirasā devyai
sich mit dem Haupt verneigend vor der Göttin
sītāyai pratyabhāṣata
sprach er von Sītā

pratyakṣam eva bhavatām mahāindra agrāt kham āplutaḥ | udadheḥ dakṣiṇam pāram kānkṣamāṇaḥ samāhitaḥ ||

'Vor euren Augen sprang ich vom Gipfel des Mahendra in den Himmel, gesammelten Sinnes das südliche Ufer des Ozeans erstrebend.'

Wort für Wort
pratyakṣam eva bhavatām
vor euren Augen
mahāindra agrāt kham āplutaḥ
vom Gipfel des Mahendra in den Himmel gesprungen
udadheḥ dakṣiṇam pāram
das südliche Ufer des Ozeans
kānkṣamāṇaḥ samāhitaḥ
erstrebend, gesammelten Sinnes

gacchataḥ ca hi me ghoram vighna rūpam iva abhavat | kāncanam śikharam divyam paśyāmi sumano haram ||

'Während ich flog, erschien mir gleichsam ein furchtbares Hindernis: ich erblickte einen goldenen, himmlischen, herzentzückenden Gipfel.'

Wort für Wort
gacchataḥ ca hi me
während ich flog
ghoram vighna rūpam iva abhavat
erschien mir gleichsam ein furchtbares Hindernis
kāncanam śikharam divyam
einen goldenen, himmlischen Gipfel
paśyāmi sumano haram
erblickte ich, herzentzückend

sthitam panthānam āvṛtya mene vighnam ca tam nagam | upasamgamya tam divyam kāncanam naga sattamam | kṛtā me manasā buddhiḥ bhettavyo ayam mayā iti ca ||

'Er versperrte mir den Weg, und ich hielt jenen Berg für ein Hindernis; als ich mich jenem himmlischen, goldenen, besten der Berge näherte, fasste ich in meinem Sinn den Entschluss: dieser muss von mir durchbrochen werden.'

Wort für Wort
sthitam panthānam āvṛtya
den Weg versperrend
mene vighnam ca tam nagam
hielt ich jenen Berg für ein Hindernis
upasamgamya tam divyam
mich jenem himmlischen nähernd
kāncanam naga sattamam
dem goldenen, besten der Berge
kṛtā me manasā buddhiḥ
fasste ich in meinem Sinn den Entschluss
bhettavyo ayam mayā iti ca
dieser muss von mir durchbrochen werden

prahatam ca mayā tasya lāngūlena mahāgireḥ | śikharam sūrya samkāśam vyaśīryata sahasradhā ||

'Und der von mir mit dem Schweif getroffene Gipfel jenes großen Berges, der Sonne gleich, zersplitterte in tausend Stücke.'

Wort für Wort
prahatam ca mayā tasya
und der von mir getroffene, jener
lāngūlena mahāgireḥ
mit dem Schweif, des großen Berges
śikharam sūrya samkāśam
Gipfel, der Sonne gleich
vyaśīryata sahasradhā
zersplitterte in tausend Stücke

vyavasāyam ca me buddhvā sa ha uvāca mahāgiriḥ | putra iti madhurām bāṇīm manaḥ prahlādayann iva ||

'Meinen Entschluss erkennend, sprach jener große Berg mit süßer Stimme „Mein Sohn“, gleichsam mein Herz erfreuend:'

Wort für Wort
vyavasāyam ca me buddhvā
meinen Entschluss erkennend
sa ha uvāca mahāgiriḥ
sprach jener große Berg
putra iti madhurām bāṇīm
'mein Sohn', mit süßer Stimme
manaḥ prahlādayann iva
gleichsam das Herz erfreuend

pitṛvyam ca api mām viddhi sakhā ayam mātariśvanaḥ | mainākam iti vikhyātam nivasantam mahāudadhau ||

'„Erkenne in mir deinen Onkel, den Freund des Windgottes, bekannt als Mainaka, im großen Ozean wohnend.'

Wort für Wort
pitṛvyam ca api mām viddhi
erkenne in mir deinen Onkel
sakhā ayam mātariśvanaḥ
diesen Freund des Windgottes
mainākam iti vikhyātam
bekannt als Mainaka
nivasantam mahāudadhau
im großen Ozean wohnend

pakṣvavantaḥ purā putra babhūvuḥ parvata uttamāḥ | candataḥ pṛthivīm ceruḥ bādhamānāḥ samantataḥ ||

'„Einst, mein Sohn, hatten die besten der Berge Flügel und durchzogen nach Belieben die Erde, sie überall bedrängend.'

Wort für Wort
pakṣvavantaḥ purā putra
einst, mein Sohn, geflügelt
babhūvuḥ parvata uttamāḥ
waren die besten der Berge
candataḥ pṛthivīm ceruḥ
durchzogen nach Belieben die Erde
bādhamānāḥ samantataḥ
sie überall bedrängend

śrutvā nagānām caritam mahāindraḥ pāka śāsanaḥ | ciccheda bhagavān pakṣān vajreṇa eṣām sahasraśaḥ ||

'„Als der große Indra, der Bezwinger Pākas, vom Treiben der Berge hörte, schnitt der Erhabene ihnen mit dem Blitzkeil zu Tausenden die Flügel ab.'

Wort für Wort
śrutvā nagānām caritam
vom Treiben der Berge hörend
mahāindraḥ pāka śāsanaḥ
der große Indra, der Bezwinger Pākas
ciccheda bhagavān pakṣān
schnitt der Erhabene die Flügel ab
vajreṇa eṣām sahasraśaḥ
mit dem Blitzkeil, ihnen, zu Tausenden

aham tu mokṣitaḥ tasmāt tava pitrā mahātmanā | mārutena tadā vatsa prakṣipto asmi mahāarṇave ||

'„Ich aber wurde davor bewahrt, von deinem hochgesinnten Vater, dem Windgott, der mich damals, mein Kind, ins große Meer warf.'

Wort für Wort
aham tu mokṣitaḥ tasmāt
ich aber wurde davor bewahrt
tava pitrā mahātmanā
von deinem hochgesinnten Vater
mārutena tadā vatsa
dem Windgott, damals, mein Kind
prakṣipto asmi mahāarṇave
wurde ich ins große Meer geworfen

rāmasya ca mayā sāhye vartitavyam arim dama | rāmo dharmabhṛtām śreṣṭho mahāindra sama vikramaḥ ||

'„Und Rāmas Hilfe soll von mir geleistet werden, o Feindebezwinger; Rāma ist der Beste der Rechtschaffenen, an Tapferkeit dem großen Indra gleich.'

Wort für Wort
rāmasya ca mayā sāhye
und Rāmas Hilfe von mir
vartitavyam arim dama
soll geleistet werden, o Feindebezwinger
rāmo dharmabhṛtām śreṣṭho
Rāma ist der Beste der Rechtschaffenen
mahāindra sama vikramaḥ
dem großen Indra an Tapferkeit gleich

etat śrutvā mayā tasya mainākasya mahātmanaḥ | kāryam āvedya tu gireḥ uddhatam ca mano mama | tena ca aham anujñāto mainākena mahātmanā ||

'Dies vernehmend, verkündete ich jenem hochgesinnten Mainaka meine Aufgabe und meinen erhabenen Sinn; und von jenem hochgesinnten Mainaka wurde mir die Erlaubnis erteilt.'

Wort für Wort
etat śrutvā mayā tasya
dies vernehmend, von mir, jenem
mainākasya mahātmanaḥ
dem hochgesinnten Mainaka
kāryam āvedya tu gireḥ
die Aufgabe verkündend, dem Berg
uddhatam ca mano mama
und meinen erhabenen Sinn
tena ca aham anujñāto
und von ihm wurde ich beurlaubt
mainākena mahātmanā
von dem hochgesinnten Mainaka

sa cāpyantarhitaḥ śailo mānuṣeṇa vapuṣmatā | śarīreṇa mahāśailaḥ śailena ca mahodadhau ||

'Und jener Berg, von menschengestaltiger Leiblichkeit, verschwand, der große Berg, mit seinem Körper wieder in den großen Ozean.'

Wort für Wort
sa cāpyantarhitaḥ śailo
und jener Berg verschwand
mānuṣeṇa vapuṣmatā
mit menschengestaltiger Leiblichkeit
śarīreṇa mahāśailaḥ
mit seinem Leib, der große Berg
śailena ca mahodadhau
als Berg, in den großen Ozean

uttamam javam āsthāya śeṣam adhvānam āsthitaḥ | tato aham suciram kālam vegena abhyagamam pathi ||

'Höchste Geschwindigkeit annehmend, den übrigen Weg zurücklegend, durcheilte ich dann für lange Zeit den Pfad mit Wucht.'

Wort für Wort
uttamam javam āsthāya
höchste Geschwindigkeit annehmend
śeṣam adhvānam āsthitaḥ
den übrigen Weg zurücklegend
tato aham suciram kālam
dann ich für lange Zeit
vegena abhyagamam pathi
durcheilte mit Wucht den Pfad

tataḥ paśyāmi aham devīm surasām nāga mātaram | samudra madhye sā devī vacanam mām abhāṣata ||

'Dann erblickte ich die Göttin Surasā, die Mutter der Schlangen; jene Göttin sprach mitten im Ozean zu mir dieses Wort:'

Wort für Wort
tataḥ paśyāmi aham devīm
dann erblickte ich die Göttin
surasām nāga mātaram
Surasā, die Mutter der Schlangen
samudra madhye sā devī
mitten im Ozean, jene Göttin
vacanam mām abhāṣata
sprach zu mir das Wort

mama bhakṣyaḥ pradiṣṭaḥ tvam amāraiḥ hari sattamam | tataḥ tvām bhakṣayiṣyāmi vihitaḥ tvam cirasya me ||

'„Als meine Speise bist du von den Unsterblichen bestimmt, o Bester der Affen; darum werde ich dich verzehren – du bist mir seit langem zugedacht.'

Wort für Wort
mama bhakṣyaḥ pradiṣṭaḥ tvam
als meine Speise bist du bestimmt
amāraiḥ hari sattamam
von den Unsterblichen, o Bester der Affen
tataḥ tvām bhakṣayiṣyāmi
darum werde ich dich verzehren
vihitaḥ tvam cirasya me
du bist mir seit langem zugedacht

evam uktaḥ surasayā prāñjaliḥ praṇataḥ sthitaḥ | vivarṇa vadano bhūtvā vākyam ca idam udīrayam ||

'So von Surasā angesprochen, stand ich mit gefalteten Händen, verneigt, mein Antlitz erbleicht, und sprach dieses Wort:'

Wort für Wort
evam uktaḥ surasayā
so von Surasā angesprochen
prāñjaliḥ praṇataḥ sthitaḥ
stand ich mit gefalteten Händen, verneigt
vivarṇa vadano bhūtvā
mein Antlitz erbleicht
vākyam ca idam udīrayam
sprach ich dieses Wort

rāmo dāśarathiḥ śrīmān praviṣṭo daṇḍakā vanam | lakṣmaṇena saha bhrātrā sītayā ca param tapaḥ ||

'„Rāma, der glanzvolle Sohn Daśarathas, betrat den Daṇḍaka-Wald, samt seinem Bruder Lakṣmaṇa und Sītā, äußerste Askese übend.'

Wort für Wort
rāmo dāśarathiḥ śrīmān
Rāma, der glanzvolle Sohn Daśarathas
praviṣṭo daṇḍakā vanam
betrat den Daṇḍaka-Wald
lakṣmaṇena saha bhrātrā
samt seinem Bruder Lakṣmaṇa
sītayā ca param tapaḥ
und Sītā, äußerste Askese übend

tasya sītā hṛtā bhāryā rāvaṇena durātmanā | tasyāḥ sakāśam dūto aham gamiṣye rāma śāsanāt ||

'„Seine Gattin Sītā wurde von dem bösgesinnten Rāvaṇa geraubt; zu ihr werde ich als Bote gehen, auf Rāmas Geheiß.'

Wort für Wort
tasya sītā hṛtā bhāryā
seine Gattin Sītā wurde geraubt
rāvaṇena durātmanā
von dem bösgesinnten Rāvaṇa
tasyāḥ sakāśam dūto aham
zu ihr, als Bote, ich
gamiṣye rāma śāsanāt
werde ich gehen, auf Rāmas Geheiß

kartum arhasi rāmasya sāhyam viṣaya vāsini | athavā maithilīm dṛṣṭvā rāmam ca akliṣṭa kāriṇam | āgamiṣyāmi te vaktram satyam pratiśṛṇoti me ||

'„Du solltest Rāma Hilfe leisten, o Herrin dieses Gebietes; oder aber, nachdem ich die Maithilī gesehen und es Rāma, dem Untadeligen, berichtet habe, werde ich zu deinem Rachen zurückkehren – wahrhaftig verspreche ich dir dies.'

Wort für Wort
kartum arhasi rāmasya sāhyam
du solltest Rāma Hilfe leisten
viṣaya vāsini
o Herrin dieses Gebietes
athavā maithilīm dṛṣṭvā
oder aber, die Maithilī gesehen habend
rāmam ca akliṣṭa kāriṇam
und es Rāma, dem Untadeligen berichtet
āgamiṣyāmi te vaktram
werde ich zu deinem Rachen zurückkehren
satyam pratiśṛṇoti me
wahrhaftig verspreche ich dir

evam uktā mayā sā tu surasā kāma rūpiṇī | abravīn na ativarteta kaścit eṣa varo mama ||

'So von mir angesprochen, sagte jene Surasā, die Gestaltwandlerin: „Niemand soll diese meine Gunst überschreiten.'

Wort für Wort
evam uktā mayā sā tu
so von mir angesprochen, sie aber
surasā kāma rūpiṇī
Surasā, die Gestaltwandlerin
abravīn na ativarteta kaścit
sagte: niemand soll überschreiten
eṣa varo mama
diese meine Gunst

evam uktaḥ surasayā daśa yojanam āyataḥ | tato ardha guṇa vistāro babhūva aham kṣaṇena tu ||

'So von Surasā angesprochen, dehnte ich mich zehn Yojanas aus; dann wurde ich im Augenblick um die Hälfte breiter noch.'

Wort für Wort
evam uktaḥ surasayā
so von Surasā angesprochen
daśa yojanam āyataḥ
zehn Yojanas ausgedehnt
tato ardha guṇa vistāro
dann um die Hälfte breiter
babhūva aham kṣaṇena tu
wurde ich im Augenblick

mat pramāṇa anurūpam ca vyāditam tan mukham tayā | tat dṛṣṭvā vyāditam tu āsyam hrasvam hi akaravam vapuḥ | tasmin muhūrte ca punaḥ babhūva anguṣṭha sammitaḥ ||

'Meiner Größe entsprechend öffnete sie jenen ihren Rachen weit; das geöffnete Maul erblickend, machte ich meinen Leib klein, und in jenem Augenblick wurde ich wieder daumengroß.'

Wort für Wort
mat pramāṇa anurūpam ca
meiner Größe entsprechend
vyāditam tan mukham tayā
öffnete sie jenen Rachen weit
tat dṛṣṭvā vyāditam tu āsyam
das geöffnete Maul erblickend
hrasvam hi akaravam vapuḥ
machte ich meinen Leib klein
tasmin muhūrte ca punaḥ
und in jenem Augenblick wieder
babhūva anguṣṭha sammitaḥ
wurde ich daumengroß

abhipatya āśu tat vaktram nirgato aham tataḥ kṣaṇāt | abravīt surasā devī svena rūpeṇa mām punaḥ ||

'In jenes Maul eilends eindringend, entkam ich sogleich wieder; die Göttin Surasā sprach dann wieder in ihrer eigenen Gestalt zu mir:'

Wort für Wort
abhipatya āśu tat vaktram
in jenes Maul eilends eindringend
nirgato aham tataḥ kṣaṇāt
entkam ich sogleich wieder
abravīt surasā devī
sprach die Göttin Surasā
svena rūpeṇa mām punaḥ
in ihrer eigenen Gestalt wieder zu mir

artha siddhyai hari śreṣṭha gaccha saumya yathā sukham | samānaya ca vaidehīm rāghaveṇa mahātmanā | sukhī bhava mahābāho prītā asmi tava vānara ||

'„Zur Erfüllung deiner Aufgabe gehe, bester der Affen, du Sanfter, wie es dir beliebt; und vereine die Vaidehī mit dem hochgesinnten Rāghava. Sei glücklich, Starkarmiger; ich bin dir gewogen, o Affe.'

Wort für Wort
artha siddhyai hari śreṣṭha
zur Erfüllung der Aufgabe, bester der Affen
gaccha saumya yathā sukham
gehe, du Sanfter, wie es beliebt
samānaya ca vaidehīm
und vereine die Vaidehī
rāghaveṇa mahātmanā
mit dem hochgesinnten Rāghava
sukhī bhava mahābāho
sei glücklich, Starkarmiger
prītā asmi tava vānara
ich bin dir gewogen, o Affe

tato aham sādhu sādhvī iti sarva bhūtaiḥ praśaṃsitaḥ | tato antarikṣam vipulam pluto aham garuḍo yathā ||

'Dann wurde ich von allen Wesen gepriesen mit „Wohlgetan, Wohlgetan!“; dann durchflog ich den weiten Luftraum, dem Garuḍa gleich.'

Wort für Wort
tato aham sādhu sādhvī iti
dann ich mit 'wohlgetan, wohlgetan'
sarva bhūtaiḥ praśaṃsitaḥ
von allen Wesen gepriesen
tato antarikṣam vipulam
dann den weiten Luftraum
pluto aham garuḍo yathā
durchflog ich, dem Garuḍa gleich

cāyā me nigṛhītā ca na ca paśyāmi kiṃcana | so aham vigata vegaḥ tu diśo daśa vilokayan | na kiṃcit tatra paśyāmi yena me apahṛtā gatiḥ ||

'Mein Schatten wurde ergriffen, und ich sah nichts; ich, meiner Wucht beraubt, die zehn Himmelsrichtungen absuchend, sah dort nichts, wodurch mir die Bewegung geraubt worden war.'

Wort für Wort
cāyā me nigṛhītā ca
mein Schatten wurde ergriffen
na ca paśyāmi kiṃcana
und ich sah nichts
so aham vigata vegaḥ tu
ich, meiner Wucht beraubt
diśo daśa vilokayan
die zehn Himmelsrichtungen absuchend
na kiṃcit tatra paśyāmi
sah ich dort nichts
yena me apahṛtā gatiḥ
wodurch mir die Bewegung geraubt war

tato me buddhiḥ utpannā kim nāma gamane mama | īdṛśo vighna utpanno rūpam yatra na dṛśyate ||

'Da kam mir der Gedanke: was für ein Hindernis ist mir da bei meinem Flug entstanden, dessen Gestalt nicht zu sehen ist?'

Wort für Wort
tato me buddhiḥ utpannā
da kam mir der Gedanke
kim nāma gamane mama
was für eines bei meinem Flug
īdṛśo vighna utpanno
ist ein solches Hindernis entstanden
rūpam yatra na dṛśyate
dessen Gestalt nicht zu sehen ist

adho bhāgena me dṛṣṭiḥ śocatā pātitā mayā | tato adrākṣam aham bhīmām rākṣasīm salile śayām ||

'Nach unten richtete ich, betrübt, meinen Blick; da erblickte ich eine furchtbare Rākṣasī, im Wasser liegend.'

Wort für Wort
adho bhāgena me dṛṣṭiḥ
nach unten mein Blick
śocatā pātitā mayā
wurde von mir, betrübt, gerichtet
tato adrākṣam aham bhīmām
da erblickte ich eine furchtbare
rākṣasīm salile śayām
Rākṣasī, im Wasser liegend

prahasya ca mahānādam ukto aham bhīmayā tayā | avasthitam asambhrāntam idam vākyam aśobhanam ||

'Laut auflachend sprach jene furchtbare zu mir, der ich unerschrocken dastand, dieses unheilvolle Wort:'

Wort für Wort
prahasya ca mahānādam
laut auflachend
ukto aham bhīmayā tayā
wurde ich von jener Furchtbaren angesprochen
avasthitam asambhrāntam
zu mir, dastehend, unerschrocken
idam vākyam aśobhanam
dieses unheilvolle Wort

kva asi gantā mahākāya kṣudhitāyā mama īpsitaḥ | bhakṣaḥ prīṇaya me deham ciram āhāra varjitam ||

'„Wohin willst du gehen, du Riesenleib, mir Hungriger Ersehnter? Als Speise erfreue meinen Leib, der lange der Nahrung entbehrt hat.'

Wort für Wort
kva asi gantā mahākāya
wohin willst du gehen, du Riesenleib
kṣudhitāyā mama īpsitaḥ
mir Hungriger Ersehnter
bhakṣaḥ prīṇaya me deham
als Speise erfreue meinen Leib
ciram āhāra varjitam
der lange der Nahrung entbehrt hat

bāḍham iti eva tām vāṇīm pratyagṛhṇām aham tataḥ | āsya pramāṇāt adhikam tasyāḥ kāyam apūrayam ||

'„Wohlan!' – so nahm ich jene Rede an; dann füllte ich ihren Leib mehr aus, als das Maß ihres Mauls war.'

Wort für Wort
bāḍham iti eva tām vāṇīm
'wohlan', so jene Rede
pratyagṛhṇām aham tataḥ
nahm ich dann an
āsya pramāṇāt adhikam
mehr als das Maß ihres Mauls
tasyāḥ kāyam apūrayam
füllte ich ihren Leib aus

tasyāḥ ca āsyam mahat bhīmam vardhate mama bhakṣaṇe | na ca mām sā tu bubudhe mama vā vikṛtam kṛtam ||

'Ihr großes, furchtbares Maul wuchs, als sie mich zu verschlingen suchte; doch sie bemerkte weder mich noch die von mir vollzogene List.'

Wort für Wort
tasyāḥ ca āsyam mahat bhīmam
und ihr großes, furchtbares Maul
vardhate mama bhakṣaṇe
wuchs bei meinem Verschlungenwerden
na ca mām sā tu bubudhe
doch sie bemerkte mich nicht
mama vā vikṛtam kṛtam
noch die von mir vollzogene List

tato aham vipulam rūpam samkṣipya nimiṣa antarāt | tasyā hṛdayam ādāya prapatāmi nabhaḥ talam ||

'Dann, meine gewaltige Gestalt in einem Augenblick verkleinernd, ergriff ich ihr Herz und schoss hervor in den Himmelsraum.'

Wort für Wort
tato aham vipulam rūpam
dann ich meine gewaltige Gestalt
samkṣipya nimiṣa antarāt
verkleinernd, in einem Augenblick
tasyā hṛdayam ādāya
ihr Herz ergreifend
prapatāmi nabhaḥ talam
schoss ich hervor in den Himmelsraum

sā visṛṣṭa bhujā bhīmā papāta lavaṇa ambhasi | mayā parvata samkāśā nikṛtta hṛdayā satī ||

'Jene Furchtbare, ihre Arme sinken lassend, stürzte in die salzige Flut, die Bergesgleiche, von mir ihres Herzens beraubt.'

Wort für Wort
sā visṛṣṭa bhujā bhīmā
jene Furchtbare, ihre Arme sinken lassend
papāta lavaṇa ambhasi
stürzte in die salzige Flut
mayā parvata samkāśā
von mir, die Bergesgleiche
nikṛtta hṛdayā satī
ihres Herzens beraubt

śṛṇomi kha gatānām ca siddhānām cāraṇaiḥ saha | rākṣasī simhikā bhīmā kṣipram hanumatā hṛtā ||

'Ich hörte, wie die durch den Himmel wandelnden Siddhas samt den Cāraṇas [riefen]: „Die furchtbare Rākṣasī Siṃhikā wurde alsbald von Hanumān getötet.'

Wort für Wort
śṛṇomi kha gatānām ca
ich hörte, der durch den Himmel wandelnden
siddhānām cāraṇaiḥ saha
Siddhas samt den Cāraṇas
rākṣasī simhikā bhīmā
die furchtbare Rākṣasī Siṃhikā
kṣipram hanumatā hṛtā
wurde alsbald von Hanumān getötet

tām hatvā punaḥ eva aham kṛtyam ātyayikam smaran | gatvā ca mahat adhvānam paśyāmi naga maṇḍitam | dakṣiṇam tīram udadheḥ lankā yatra ca sā purī ||

'Sie erschlagend, an meine dringende Aufgabe denkend, und einen weiten Weg zurücklegend, erblickte ich das mit Bergen geschmückte Südufer des Ozeans, wo jene Stadt Laṅkā liegt.'

Wort für Wort
tām hatvā punaḥ eva aham
sie erschlagend, wieder ich
kṛtyam ātyayikam smaran
an meine dringende Aufgabe denkend
gatvā ca mahat adhvānam
und einen weiten Weg zurücklegend
paśyāmi naga maṇḍitam
erblickte ich, mit Bergen geschmückt
dakṣiṇam tīram udadheḥ
das Südufer des Ozeans
lankā yatra ca sā purī
wo jene Stadt Laṅkā liegt

astam dina kare yāte rakṣasām nilayam purīm | praviṣṭo aham avijñāto rakṣobhiḥ bhīma vikramaiḥ ||

'Als die Sonne untergegangen war, betrat ich, unerkannt von den Rākṣasas von furchtbarer Kraft, die Wohnstatt der Rākṣasas.'

Wort für Wort
astam dina kare yāte
als die Sonne untergegangen war
rakṣasām nilayam purīm
die Wohnstatt der Rākṣasas, die Stadt
praviṣṭo aham avijñāto
betrat ich, unerkannt
rakṣobhiḥ bhīma vikramaiḥ
von den Rākṣasas furchtbarer Kraft

tatra praviśataścāpi kalpāntaghanasannibhā | aṭṭahāsam vimuñcantī nārī kāpyutthitā puraḥ ||

'Als ich dort eintrat, erhob sich vor mir eine dem Weltuntergangsgewölk gleichende Frau, ein lautes Gelächter ausstoßend.'

Wort für Wort
tatra praviśataścāpi
als ich dort eintrat
kalpāntaghanasannibhā
dem Weltuntergangsgewölk gleichend
aṭṭahāsam vimuñcantī
ein lautes Gelächter ausstoßend
nārī kāpyutthitā puraḥ
eine Frau erhob sich vor mir

jighāṃsantīm tatastām tu jvaladagniśiroruhām | savyamuṣṭiprahāreṇa parājitya subhairavām | pradoṣakāle praviśam bhītayāham tayoditaḥ ||

'Sie, die mich zu töten trachtete, deren Haar wie loderndes Feuer war, überwältigte ich mit einem Schlag meiner linken Faust, die überaus Furchtbare; zur Abenddämmerung trat ich ein, und die Erschrockene sprach zu mir:'

Wort für Wort
jighāṃsantīm tatastām tu
sie, die mich zu töten trachtete
jvaladagniśiroruhām
deren Haar wie loderndes Feuer war
savyamuṣṭiprahāreṇa
mit einem Schlag meiner linken Faust
parājitya subhairavām
überwältigend, die überaus Furchtbare
pradoṣakāle praviśam
zur Abenddämmerung trat ich ein
bhītayāham tayoditaḥ
von der Erschrockenen wurde ich angesprochen

aham laṅkāpurī vīra nirjitā vikrameṇa te | yasmāttasmādvijetāsi sarvarakṣāṃsyaśeṣataḥ ||

'„Ich bin die Stadt Laṅkā selbst, o Held, von deiner Tapferkeit besiegt; darum, weil dies so ist, wirst du alle Rākṣasas restlos besiegen.'

Wort für Wort
aham laṅkāpurī vīra
ich bin die Stadt Laṅkā, o Held
nirjitā vikrameṇa te
besiegt von deiner Tapferkeit
yasmāttasmādvijetāsi
darum, weil dies so, wirst du besiegen
sarvarakṣāṃsyaśeṣataḥ
alle Rākṣasas restlos

tatra aham sarva rātram tu vicinvan janaka ātmajām | rāvaṇa antaḥ pura gato na ca apaśyam sumadhyamām ||

'Dort durchsuchte ich die ganze Nacht, nach der Tochter Janakas suchend; in Rāvaṇas Frauengemach gelangt, sah ich die Schöngestaltete nicht.'

Wort für Wort
tatra aham sarva rātram tu
dort ich die ganze Nacht
vicinvan janaka ātmajām
nach der Tochter Janakas suchend
rāvaṇa antaḥ pura gato
in Rāvaṇas Frauengemach gelangt
na ca apaśyam sumadhyamām
sah ich die Schöngestaltete nicht

tataḥ sītām apaśyan tu rāvaṇasya niveśane | śoka sāgaram āsādya na pāram upalakṣaye ||

'Da ich Sītā in Rāvaṇas Wohnstatt nicht sah, geriet ich in einen Ozean des Kummers, dessen Ufer ich nicht erblickte.'

Wort für Wort
tataḥ sītām apaśyan tu
da ich Sītā nicht sah
rāvaṇasya niveśane
in Rāvaṇas Wohnstatt
śoka sāgaram āsādya
geriet ich in einen Ozean des Kummers
na pāram upalakṣaye
dessen Ufer ich nicht erblickte

śocatā ca mayā dṛṣṭam prākāreṇa samāvṛtam | kāncanena vikṛṣṭena gṛha upavanam uttamam ||

'Trauernd erblickte ich einen von einer goldenen, hochgezogenen Mauer umgebenen, vortrefflichen Hausgarten.'

Wort für Wort
śocatā ca mayā dṛṣṭam
trauernd erblickte ich
prākāreṇa samāvṛtam
von einer Mauer umgeben
kāncanena vikṛṣṭena
goldener, hochgezogener
gṛha upavanam uttamam
einen vortrefflichen Hausgarten

sa prākāram avaplutya paśyāmi bahu pādapam | aśoka vanikā madhye śiṃśapā pādapo mahān | tam āruhya ca paśyāmi kāncanam kadalī vanam ||

'Über jene Mauer springend, sah ich den Garten, reich an Bäumen; inmitten des Aśoka-Hains stand ein großer Śiṃśapā-Baum; ihn erklimmend, erblickte ich einen goldenen Bananenhain.'

Wort für Wort
sa prākāram avaplutya
über jene Mauer springend
paśyāmi bahu pādapam
sah ich, reich an Bäumen
aśoka vanikā madhye
inmitten des Aśoka-Hains
śiṃśapā pādapo mahān
ein großer Śiṃśapā-Baum
tam āruhya ca paśyāmi
ihn erklimmend, erblickte ich
kāncanam kadalī vanam
einen goldenen Bananenhain

adūrāt śiṃśapā vṛkṣāt paśyāmi vana varṇinīm | śyāmām kamala patra akṣīm upavāsa kṛśa ānanām | tadekavāsaḥsaṃvītām rajodhvastaśiroruhām | śokasantāpadīnāṅgīm sītām bhartṛhite sthitām | rākṣasībhiḥ virūpābhiḥ krūrābhiḥ abhisamvṛtām | māṃsa śoṇita bhakṣyābhiḥ vyāghrībhiḥ hariṇīm yathā ||

'Nicht fern vom Śiṃśapā-Baum erblickte ich die im Wald Verweilende, die Dunkelfarbige, mit Augen wie Lotosblätter, ihr Antlitz vom Fasten abgemagert, mit ein und demselben Gewand bekleidet, ihr Haar von Staub bedeckt, ihre Glieder von Kummer und Pein niedergeschlagen – Sītā, dem Wohl ihres Gatten ergeben, umringt von entstellten, grausamen Rākṣasīs, die Fleisch und Blut verzehren, wie eine Hirschkuh von Tigerinnen.'

Wort für Wort
adūrāt śiṃśapā vṛkṣāt
nicht fern vom Śiṃśapā-Baum
paśyāmi vana varṇinīm
erblickte ich die im Wald Verweilende
śyāmām kamala patra akṣīm
die Dunkelfarbige, mit Augen wie Lotosblätter
upavāsa kṛśa ānanām
ihr Antlitz vom Fasten abgemagert
tadekavāsaḥsaṃvītām
mit ein und demselben Gewand bekleidet
rajodhvastaśiroruhām
ihr Haar von Staub bedeckt
śokasantāpadīnāṅgīm
ihre Glieder von Kummer und Pein niedergeschlagen
sītām bhartṛhite sthitām
Sītā, dem Wohl ihres Gatten ergeben
rākṣasībhiḥ virūpābhiḥ krūrābhiḥ abhisamvṛtām
umringt von entstellten, grausamen Rākṣasīs
māṃsa śoṇita bhakṣyābhiḥ vyāghrībhiḥ hariṇīm yathā
die Fleisch und Blut verzehren, wie eine Hirschkuh von Tigerinnen

sā mayā rākṣasīmadhye tarjyamānā muhurmahuḥ | ekaveṇīdharā dīnā bhartṛcintāparāyaṇā | bhūmiśayyā vivarṇāṅgī padminīva himāgame | rāvaṇādvinivṛttārthā martavyakṛtaniścayā | kathaṃcinmṛgaśābākṣī tūrṇamāsāditā mayā ||

'Sie, immer wieder inmitten der Rākṣasīs bedroht, mit dem einen Haarzopf, elend, ganz dem Gedanken an ihren Gatten hingegeben, auf dem Boden liegend, ihre Glieder entfärbt wie eine Lotosblüte zur Winterzeit, von Rāvaṇa abgewandten Sinnes, zum Sterben entschlossen, die Rehäugige, wurde von mir endlich rasch gefunden.'

Wort für Wort
sā mayā rākṣasīmadhye
sie, von mir, inmitten der Rākṣasīs
tarjyamānā muhurmahuḥ
immer wieder bedroht
ekaveṇīdharā dīnā
mit dem einen Haarzopf, elend
bhartṛcintāparāyaṇā
dem Gedanken an ihren Gatten hingegeben
bhūmiśayyā vivarṇāṅgī
auf dem Boden liegend, ihre Glieder entfärbt
padminīva himāgame
wie eine Lotosblüte zur Winterzeit
rāvaṇādvinivṛttārthā
von Rāvaṇa abgewandten Sinnes
martavyakṛtaniścayā
zum Sterben entschlossen
kathaṃcinmṛgaśābākṣī
die Rehäugige, endlich
tūrṇamāsāditā mayā
wurde rasch von mir gefunden

tām dṛṣṭvā tādṛśīm nārīm rāma patnīm aninditām | tatra eva śiṃśapā vṛkṣe paśyann aham avasthitaḥ ||

'Jene Frau von solcher Art erblickend, die untadelige Gattin Rāmas, blieb ich eben dort im Śiṃśapā-Baum, sie betrachtend, verweilend.'

Wort für Wort
tām dṛṣṭvā tādṛśīm nārīm
jene Frau von solcher Art erblickend
rāma patnīm aninditām
die untadelige Gattin Rāmas
tatra eva śiṃśapā vṛkṣe
eben dort im Śiṃśapā-Baum
paśyann aham avasthitaḥ
blieb ich, sie betrachtend, verweilend

tato halahalā śabdam kāncī nūpura miśritam | śṛṇomi adhika gambhīram rāvaṇasya niveśane ||

'Dann vernahm ich ein tumultartiges, überaus tiefes Geräusch, gemischt mit dem Klang von Gürtel und Fußschmuck, in Rāvaṇas Wohnstatt.'

Wort für Wort
tato halahalā śabdam
dann ein tumultartiges Geräusch
kāncī nūpura miśritam
gemischt mit dem Klang von Gürtel und Fußschmuck
śṛṇomi adhika gambhīram
vernahm ich, überaus tief
rāvaṇasya niveśane
in Rāvaṇas Wohnstatt

tato aham parama udvignaḥ svarūpam pratyasamharam | aham ca śiṃśapā vṛkṣe pakṣī iva gahane sthitaḥ ||

'Da, höchst beunruhigt, zog ich meine wahre Gestalt zusammen und verweilte im Śiṃśapā-Baum wie ein Vogel im Dickicht.'

Wort für Wort
tato aham parama udvignaḥ
da ich, höchst beunruhigt
svarūpam pratyasamharam
zog ich meine wahre Gestalt zusammen
aham ca śiṃśapā vṛkṣe
und ich im Śiṃśapā-Baum
pakṣī iva gahane sthitaḥ
wie ein Vogel im Dickicht verweilend

tato rāvaṇa dārāḥ ca rāvaṇaḥ ca mahābalaḥ | tam deśam samanuprāptā yatra sītā abhavat sthitā ||

'Dann gelangten Rāvaṇas Frauen und Rāvaṇa, der Gewaltige, an jenen Ort, wo Sītā weilte.'

Wort für Wort
tato rāvaṇa dārāḥ ca
dann Rāvaṇas Frauen
rāvaṇaḥ ca mahābalaḥ
und Rāvaṇa, der Gewaltige
tam deśam samanuprāptā
gelangten an jenen Ort
yatra sītā abhavat sthitā
wo Sītā weilte

tam dṛṣṭvā atha varāarohā sītā rakṣo gaṇa īśvaram | samkucya ūrū stanau pīnau bāhubhyām parirabhya ca ||

'Ihn erblickend, zog die Schönhüftige, Sītā, den Herrn der Rākṣasascharen, ihre Schenkel zusammen und umschlang ihre vollen Brüste mit den Armen.'

Wort für Wort
tam dṛṣṭvā atha varāarohā
ihn erblickend, die Schönhüftige
sītā rakṣo gaṇa īśvaram
Sītā, den Herrn der Rākṣasascharen
samkucya ūrū
ihre Schenkel zusammenziehend
stanau pīnau bāhubhyām parirabhya ca
und ihre vollen Brüste mit den Armen umschlingend

vitrastām paramodvignām vīkṣamāṇāmitastataḥ | trāṇam kiṃcidapaśyantīm vepamānām tapasvinīm | tām uvāca daśagrīvaḥ sītām parama duhkhitām | avāk śirāḥ prapatito bahu manyasva mām iti ||

'Sie, erschreckt, höchst beunruhigt, hierhin und dorthin blickend, keinerlei Schutz erblickend, zitternd, die Büßerin – zu ihr, der überaus Betrübten, sprach der Zehnköpfige: „Zu deinen Füßen niedergefallen, achte mich hoch.'

Wort für Wort
vitrastām paramodvignām
erschreckt, höchst beunruhigt
vīkṣamāṇāmitastataḥ
hierhin und dorthin blickend
trāṇam kiṃcidapaśyantīm
keinerlei Schutz erblickend
vepamānām tapasvinīm
zitternd, die Büßerin
tām uvāca daśagrīvaḥ
zu ihr sprach der Zehnköpfige
sītām parama duhkhitām
zu Sītā, der überaus Betrübten
avāk śirāḥ prapatito
zu deinen Füßen niedergefallen
bahu manyasva mām iti
achte mich hoch, so [sprach er]

yadi cet tvam tu mām darpān na abhinandasi garvite | dvau māsa anantaram sīte pāsyāmi rudhiram tava ||

'„Wenn du mich aus Stolz nicht willkommen heißt, du Hochmütige, dann werde ich, o Sītā, nach zwei Monaten dein Blut trinken.'

Wort für Wort
yadi cet tvam tu mām darpān
wenn du mich aus Stolz
na abhinandasi garvite
nicht willkommen heißt, du Hochmütige
dvau māsa anantaram sīte
nach zwei Monaten, o Sītā
pāsyāmi rudhiram tava
werde ich dein Blut trinken

etat śrutvā vacaḥ tasya rāvaṇasya durātmanaḥ | uvāca parama kruddhā sītā vacanam uttamam ||

'Dies vernehmend, das Wort jenes bösgesinnten Rāvaṇa, sprach Sītā, höchst zornig, ein trotziges Wort:'

Wort für Wort
etat śrutvā vacaḥ tasya
dies vernehmend, das Wort jenes
rāvaṇasya durātmanaḥ
des bösgesinnten Rāvaṇa
uvāca parama kruddhā
sprach, höchst zornig
sītā vacanam uttamam
Sītā, ein trotziges Wort

rākṣasa adhama rāmasya bhāryām amita tejasaḥ | ikṣvāku kula nāthasya snuṣām daśarathasya ca | avācyam vadato jihvā katham na patitā tava ||

'„Du niedrigster der Rākṣasas, wie ist deine Zunge, die zur Gattin des von unermesslichem Glanz Seienden, Rāma, des Herrn des Ikṣvāku-Geschlechts, der Schwiegertochter Daśarathas, Unsagbares spricht, nicht abgefallen?'

Wort für Wort
rākṣasa adhama
du niedrigster der Rākṣasas
rāmasya bhāryām amita tejasaḥ
zur Gattin Rāmas, des unermesslich Glanzvollen
ikṣvāku kula nāthasya
des Herrn des Ikṣvāku-Geschlechts
snuṣām daśarathasya ca
und der Schwiegertochter Daśarathas
avācyam vadato jihvā
die Zunge dessen, der Unsagbares spricht
katham na patitā tava
wie ist sie dir nicht abgefallen

kiṃsvit vīryam tava anārya yo mām bhartuḥ asamnidhau | apahṛtya āgataḥ pāpa tena adṛṣṭo mahātmanā ||

'„Was ist das für eine Tapferkeit von dir, du Unedler, der du mich in Abwesenheit meines Gatten geraubt hast und gekommen bist, du Sünder, von jenem Hochgesinnten ungesehen?'

Wort für Wort
kiṃsvit vīryam tava anārya
was ist das für eine Tapferkeit von dir, du Unedler
yo mām bhartuḥ asamnidhau
der du mich, in Abwesenheit des Gatten
apahṛtya āgataḥ pāpa
geraubt hast und gekommen bist, du Sünder
tena adṛṣṭo mahātmanā
von jenem Hochgesinnten ungesehen

na tvam rāmasya sadṛśo dāsye api asyā na yujyase | yajñīyaḥ satya vāk caiva raṇa ślāghī ca rāghavaḥ ||

'„Du bist Rāma nicht gleich, nicht einmal geeignet, sein Diener zu sein; opferwürdig, wahrhaftig redend und im Kampf rühmlich ist der Rāghava.'

Wort für Wort
na tvam rāmasya sadṛśo
du bist Rāma nicht gleich
dāsye api asyā na yujyase
nicht einmal geeignet, sein Diener zu sein
yajñīyaḥ satya vāk caiva
opferwürdig und wahrhaftig redend
raṇa ślāghī ca rāghavaḥ
und im Kampf rühmlich, der Rāghava

jānakyā paruṣam vākyam evam ukto daśa ānanaḥ | jajvāla sahasā kopāc citāstha iva pāvakaḥ ||

'So von Jānakī mit hartem Wort angesprochen, loderte der Zehnköpfige plötzlich vor Zorn auf, wie das Feuer auf dem Scheiterhaufen.'

Wort für Wort
jānakyā paruṣam vākyam
von Jānakī mit hartem Wort
evam ukto daśa ānanaḥ
so angesprochen, der Zehnköpfige
jajvāla sahasā kopāc
loderte plötzlich vor Zorn auf
citāstha iva pāvakaḥ
wie das Feuer auf dem Scheiterhaufen

vivṛtya nayane krūre muṣṭim udyamya dakṣiṇam | maithilīm hantum ārabdhaḥ strībhiḥ hāhā kṛtam tadā ||

'Seine grausamen Augen aufreißend, die rechte Faust erhebend, machte er sich daran, die Maithilī zu töten; da erhoben die Frauen ein Wehklagen.'

Wort für Wort
vivṛtya nayane krūre
seine grausamen Augen aufreißend
muṣṭim udyamya dakṣiṇam
die rechte Faust erhebend
maithilīm hantum ārabdhaḥ
machte er sich daran, die Maithilī zu töten
strībhiḥ hāhā kṛtam tadā
da erhoben die Frauen ein Wehklagen

strīṇām madhyāt samutpatya tasya bhāryā durātmanaḥ | varā manda udarī nāma tayā sa pratiṣedhitaḥ ||

'Aus der Mitte der Frauen hervorspringend, hinderte ihn seine vortreffliche Gattin namens Mandodarī daran.'

Wort für Wort
strīṇām madhyāt samutpatya
aus der Mitte der Frauen hervorspringend
tasya bhāryā durātmanaḥ
seine Gattin, des Bösgesinnten
varā manda udarī nāma
die vortreffliche, namens Mandodarī
tayā sa pratiṣedhitaḥ
von ihr wurde er gehindert

uktaḥ ca madhurām vāṇīm tayā sa madana arditaḥ | sītayā tava kim kāryam mahāindra sama vikrama ||

'Und von ihr, mit süßer Stimme, wurde er, von Liebesbegierde Geplagte, angesprochen: „Was hast du mit Sītā zu schaffen, du an Tapferkeit dem großen Indra Gleicher?'

Wort für Wort
uktaḥ ca madhurām vāṇīm
und mit süßer Stimme angesprochen
tayā sa madana arditaḥ
von ihr, er, von Liebesbegierde geplagt
sītayā tava kim kāryam
was hast du mit Sītā zu schaffen
mahāindra sama vikrama
du, an Tapferkeit dem großen Indra Gleicher

deva gandharva kanyābhiḥ yakṣa kanyābhiḥ eva ca | sārdham prabho ramasva iha sītayā kim kariṣyasi ||

'„Mit den Töchtern der Götter und Gandharvas und ebenso mit den Töchtern der Yakṣas ergötze dich, o Herr; was willst du hier mit Sītā tun?'

Wort für Wort
deva gandharva kanyābhiḥ
mit den Töchtern der Götter und Gandharvas
yakṣa kanyābhiḥ eva ca
und ebenso mit den Töchtern der Yakṣas
sārdham prabho ramasva iha
ergötze dich hier, o Herr
sītayā kim kariṣyasi
was willst du mit Sītā tun

tataḥ tābhiḥ sametābhiḥ nārībhiḥ sa mahābalaḥ | utthāpya sahasā nīto bhavanam svam niśā caraḥ ||

'Dann, von jenen versammelten Frauen umringt, wurde jener gewaltige Nachtwandler plötzlich aufgehoben und in sein eigenes Gemach geführt.'

Wort für Wort
tataḥ tābhiḥ sametābhiḥ nārībhiḥ
dann von jenen versammelten Frauen
sa mahābalaḥ
jener Gewaltige
utthāpya sahasā nīto
plötzlich aufgehoben, geführt
bhavanam svam niśā caraḥ
der Nachtwandler in sein eigenes Gemach

yāte tasmin daśagrīve rākṣasyo vikṛta ānanāḥ | sītām nirbhartsayām āsuḥ vākyaiḥ krūraiḥ sudāruṇaiḥ ||

'Als jener Zehnköpfige gegangen war, bedrohten die Rākṣasīs mit entstellten Gesichtern Sītā mit grausamen, überaus furchtbaren Worten.'

Wort für Wort
yāte tasmin daśagrīve
als jener Zehnköpfige gegangen war
rākṣasyo vikṛta ānanāḥ
die Rākṣasīs mit entstellten Gesichtern
sītām nirbhartsayām āsuḥ
bedrohten Sītā
vākyaiḥ krūraiḥ sudāruṇaiḥ
mit grausamen, überaus furchtbaren Worten

tṛṇavat bhāṣitam tāsām gaṇayāmāsa jānakī | tarjitam ca tadā tāsām sītām prāpya nirarthakam ||

'Jānakī achtete ihr Gerede wie einen Strohhalm; ihre Drohungen erwiesen sich damals gegen Sītā als vergeblich.'

Wort für Wort
tṛṇavat bhāṣitam tāsām
ihr Gerede wie einen Strohhalm
gaṇayāmāsa jānakī
achtete Jānakī
tarjitam ca tadā tāsām
ihre Drohung damals
sītām prāpya nirarthakam
erwies sich gegen Sītā als vergeblich

vṛthā garjita niśceṣṭā rākṣasyaḥ piśita aśanāḥ | rāvaṇāya śaśaṃsuḥ tāḥ sītā avyavasitam mahat ||

'Ihr Toben vergeblich, tatenlos, meldeten die fleischverzehrenden Rākṣasīs dem Rāvaṇa Sītās großen, unbeugsamen Entschluss.'

Wort für Wort
vṛthā garjita niśceṣṭā
vergeblich tobend, tatenlos
rākṣasyaḥ piśita aśanāḥ
die fleischverzehrenden Rākṣasīs
rāvaṇāya śaśaṃsuḥ tāḥ
meldeten sie Rāvaṇa
sītā avyavasitam mahat
Sītās großen, unbeugsamen Entschluss

tataḥ tāḥ sahitāḥ sarvā vihata āśā nirudyamāḥ | parikṣipya samantāt tām nidrā vaśam upāgatāḥ ||

'Dann, alle vereint, ihrer Hoffnung beraubt, tatenlos, gerieten sie, Sītā ringsum umgebend, in die Gewalt des Schlafes.'

Wort für Wort
tataḥ tāḥ sahitāḥ sarvā
dann sie alle, vereint
vihata āśā nirudyamāḥ
ihrer Hoffnung beraubt, tatenlos
parikṣipya samantāt tām
sie ringsum umgebend
nidrā vaśam upāgatāḥ
gerieten in die Gewalt des Schlafes

tāsu caiva prasuptāsu sītā bhartṛ hite ratā | vilapya karuṇam dīnā praśuśoca suduhkhitā ||

'Während jene schliefen, klagte Sītā, dem Wohl ihres Gatten ergeben, kläglich, elend, und trauerte, überaus betrübt.'

Wort für Wort
tāsu caiva prasuptāsu
während jene schliefen
sītā bhartṛ hite ratā
Sītā, dem Wohl ihres Gatten ergeben
vilapya karuṇam dīnā
kläglich klagend, elend
praśuśoca suduhkhitā
trauerte, überaus betrübt

tāsām madhyātsamutthāya trijaṭā vākyamabravīt | ātmānam khādata kṣipram na sītā vinaśiṣyati | janakasyātmajā sādhvī snuṣa daśarathasya ca ||

'Aus ihrer Mitte sich erhebend, sprach Trijaṭā das Wort: „Fresst euch selbst auf, alsbald! Nicht wird Sītā zugrunde gehen, die Tugendhafte, die Tochter Janakas, die Schwiegertochter Daśarathas.'

Wort für Wort
tāsām madhyātsamutthāya
aus ihrer Mitte sich erhebend
trijaṭā vākyamabravīt
sprach Trijaṭā das Wort
ātmānam khādata kṣipram
fresst euch selbst auf, alsbald
na sītā vinaśiṣyati
nicht wird Sītā zugrunde gehen
janakasyātmajā sādhvī
die Tochter Janakas, die Tugendhafte
snuṣa daśarathasya ca
und die Schwiegertochter Daśarathas

svapno hyadya mayā dṛṣṭo dāruṇo romaharṣaṇaḥ | rakṣasām ca vināśāya bharturasyā jayāya ca ||

'„Denn heute sah ich einen furchtbaren, haarsträubenden Traum, der auf die Vernichtung der Rākṣasas und den Sieg ihres Gatten [deutet].'

Wort für Wort
svapno hyadya mayā dṛṣṭo
denn heute sah ich einen Traum
dāruṇo romaharṣaṇaḥ
furchtbar, haarsträubend
rakṣasām ca vināśāya
zur Vernichtung der Rākṣasas
bharturasyā jayāya ca
und zum Sieg ihres Gatten

alamasmātparitrātum rāghavādrakṣasīgaṇam | abhiyācāma vaidehīmetaddhi mama rocate ||

'„Genug – rettet euch, ihr Rākṣasīscharen, vor dem Rāghava; lasst uns die Vaidehī um Vergebung bitten, das ist mein Rat.'

Wort für Wort
alamasmātparitrātum
genug, rettet euch davor
rāghavādrakṣasīgaṇam
vor dem Rāghava, ihr Rākṣasīscharen
abhiyācāma vaidehīm
lasst uns die Vaidehī bitten
etaddhi mama rocate
das ist mein Rat

yasyā hyevamvidhaḥ svapno duḥkhitāyāḥ pradṛśyate | sā duḥkhairvividhairmuktā sukhamāpnotyanuttamam | praṇipātaprasannā hi maithilī janakātmajā ||

'„Denn wem, obwohl bekümmert, ein solcher Traum erscheint, der wird von mannigfachem Leid befreit und erlangt unübertreffliches Glück; durch Unterwerfung nämlich wird die Maithilī, die Tochter Janakas, versöhnt sein.'

Wort für Wort
yasyā hyevamvidhaḥ svapno
wem ein solcher Traum
duḥkhitāyāḥ pradṛśyate
obwohl bekümmert, erscheint
sā duḥkhairvividhairmuktā
der wird von mannigfachem Leid befreit
sukhamāpnotyanuttamam
und erlangt unübertreffliches Glück
praṇipātaprasannā hi
durch Unterwerfung nämlich versöhnt
maithilī janakātmajā
die Maithilī, die Tochter Janakas

tatah sā hrīmatī bālā bharturvijayaharṣitā | avocadyadi tattathyam bhaveyam śaraṇam hi vaḥ ||

'Dann sprach jenes schamhafte junge Weib, erfreut über den bevorstehenden Sieg ihres Gatten: „Wenn dies wahr ist, so möge ich euch Schutz gewähren.'

Wort für Wort
tatah sā hrīmatī bālā
dann jenes schamhafte junge Weib
bharturvijayaharṣitā
erfreut über den Sieg ihres Gatten
avocadyadi tattathyam
sprach: wenn dies wahr ist
bhaveyam śaraṇam hi vaḥ
so möge ich euch Schutz gewähren

tām ca aham tādṛśīm dṛṣṭvā sītāyā dāruṇām daśām | cintayāmāsa viśrānto na ca me nirvṛtam manaḥ ||

'Sie, in solch furchtbarem Zustand, Sītās Zustand, sehend, bedachte ich, ausgeruht, doch war mein Sinn nicht beruhigt.'

Wort für Wort
tām ca aham tādṛśīm dṛṣṭvā
sie, in solchem Zustand sehend
sītāyā dāruṇām daśām
Sītās furchtbaren Zustand
cintayāmāsa viśrānto
bedachte ich, ausgeruht
na ca me nirvṛtam manaḥ
doch war mein Sinn nicht beruhigt

sambhāṣaṇa arthe ca mayā jānakyāḥ cintito vidhiḥ | ikṣvāku kula vaṃśaḥ tu tato mama puraḥ kṛtaḥ ||

'Um mit Jānakī zu sprechen, ersann ich einen Weg; das Geschlecht der Ikṣvākus stellte ich ihr dann zuerst dar.'

Wort für Wort
sambhāṣaṇa arthe ca mayā
um zu sprechen, von mir
jānakyāḥ cintito vidhiḥ
mit Jānakī ersonnen ein Weg
ikṣvāku kula vaṃśaḥ tu
das Geschlecht der Ikṣvākus aber
tato mama puraḥ kṛtaḥ
stellte ich dann zuerst dar

śrutvā tu gaditām vācam rāja ṛṣi gaṇa pūjitām | pratyabhāṣata mām devī bāṣpaiḥ pihita locanā ||

'Als sie meine Rede, die von der Schar der königlichen Seher gepriesenen [Ahnen], vernommen hatte, erwiderte mir die Göttin, ihre Augen von Tränen verhüllt:'

Wort für Wort
śrutvā tu gaditām vācam
meine gesprochene Rede vernehmend
rāja ṛṣi gaṇa pūjitām
von der Schar der königlichen Seher gepriesen
pratyabhāṣata mām devī
erwiderte mir die Göttin
bāṣpaiḥ pihita locanā
ihre Augen von Tränen verhüllt

kaḥ tvam kena katham ca iha prāpto vānara pumgava | kā ca rāmeṇa te prītiḥ tan me śaṃsitum arhasi ||

'„Wer bist du, von wem und wie bist du hierher gelangt, o Stier unter den Affen? Und welche Zuneigung besteht zwischen dir und Rāma? Das sollst du mir verkünden.'

Wort für Wort
kaḥ tvam kena katham ca
wer bist du, von wem und wie
iha prāpto vānara pumgava
bist du hierher gelangt, Stier unter den Affen
kā ca rāmeṇa te prītiḥ
und welche Zuneigung zwischen dir und Rāma
tan me śaṃsitum arhasi
das sollst du mir verkünden

tasyāḥ tat vacanam śrutvā aham api abruvam vacaḥ | devi rāmasya bhartuḥ te sahāyo bhīma vikramaḥ | sugrīvo nāma vikrānto vānara indo mahābalaḥ ||

'Ihr Wort vernehmend, sprach auch ich das Wort: „O Göttin, deines Gatten Rāma Verbündeter ist von furchtbarer Tapferkeit, Sugrīva mit Namen, der tapfere, gewaltige Herrscher der Affen.'

Wort für Wort
tasyāḥ tat vacanam śrutvā
ihr Wort vernehmend
aham api abruvam vacaḥ
sprach auch ich das Wort
devi rāmasya bhartuḥ te
o Göttin, deines Gatten Rāma
sahāyo bhīma vikramaḥ
Verbündeter, von furchtbarer Tapferkeit
sugrīvo nāma vikrānto
Sugrīva mit Namen, der Tapfere
vānara indo mahābalaḥ
der gewaltige Herrscher der Affen

tasya mām viddhi bhṛtyam tvam hanūmantam iha āgatam | bhartrā aham prahitaḥ tubhyam rāmeṇa akliṣṭa karmaṇā ||

'„Erkenne in mir seinen hierher gekommenen Diener, Hanumān; von deinem Gatten Rāma, dem in seinem Tun Unermüdlichen, bin ich zu dir gesandt.'

Wort für Wort
tasya mām viddhi bhṛtyam tvam
erkenne in mir seinen Diener
hanūmantam iha āgatam
Hanumān, hierher gekommen
bhartrā aham prahitaḥ tubhyam
von deinem Gatten bin ich zu dir gesandt
rāmeṇa akliṣṭa karmaṇā
von Rāma, dem in seinem Tun Unermüdlichen

idam ca puruṣa vyāghraḥ śrīmān dāśarathiḥ svayam | angulīyam abhijñānam adāt tubhyam yaśasvini ||

'„Und diesen Ring hier gab dir der Tiger unter den Männern, der glanzvolle Sohn Daśarathas selbst, als Erkennungszeichen, o Ruhmreiche.'

Wort für Wort
idam ca puruṣa vyāghraḥ
und diesen, der Tiger unter den Männern
śrīmān dāśarathiḥ svayam
der glanzvolle Sohn Daśarathas selbst
angulīyam abhijñānam adāt
gab den Ring als Erkennungszeichen
tubhyam yaśasvini
dir, o Ruhmreiche

tat icchāmi tvayā ājñaptam devi kim karavāṇi aham | rāma lakṣmaṇayoḥ pārśvam nayāmi tvām kim uttaram ||

'„So wünsche ich, dass du mir befiehlst, o Göttin, was ich tun soll; soll ich dich zu Rāma und Lakṣmaṇas Seite bringen? Was ist deine Antwort?'

Wort für Wort
tat icchāmi tvayā ājñaptam
so wünsche ich, dass du mir befiehlst
devi kim karavāṇi aham
o Göttin, was soll ich tun
rāma lakṣmaṇayoḥ pārśvam
zu Rāma und Lakṣmaṇas Seite
nayāmi tvām kim uttaram
soll ich dich bringen, was ist deine Antwort

etat śrutvā viditvā ca sītā janaka nandinī | āha rāvaṇam utsādya rāghavo mām nayatu iti ||

'Dies vernehmend und verstehend, sprach Sītā, die Freude Janakas: „Nachdem er Rāvaṇa vernichtet hat, möge mich der Rāghava fortführen.'

Wort für Wort
etat śrutvā viditvā ca
dies vernehmend und verstehend
sītā janaka nandinī
Sītā, die Freude Janakas
āha rāvaṇam utsādya
sprach: nachdem er Rāvaṇa vernichtet hat
rāghavo mām nayatu iti
möge der Rāghava mich fortführen

praṇamya śirasā devīm aham āryām aninditām | rāghavasya mano hlādam abhijñānam ayāciṣam ||

'Mich mit dem Haupt vor der Göttin verneigend, der edlen, untadeligen, erbat ich ein Erkennungszeichen zur Herzensfreude des Rāghava.'

Wort für Wort
praṇamya śirasā devīm
mich mit dem Haupt vor der Göttin verneigend
aham āryām aninditām
vor der edlen, untadeligen
rāghavasya mano hlādam
zur Herzensfreude des Rāghava
abhijñānam ayāciṣam
erbat ich ein Erkennungszeichen

atha māmabravītsītā gṛhyatāmayamttamaḥ | maṇiryena mahābāhū rāmastvām bahumanyate ||

'Da sprach Sītā zu mir: „Nimm diesen vortrefflichen Juwel, durch den dich der Starkarmige, Rāma, hoch achten wird.'

Wort für Wort
atha māmabravītsītā
da sprach Sītā zu mir
gṛhyatāmayamttamaḥ
nimm diesen vortrefflichen
maṇiryena mahābāhū
Juwel, durch den der Starkarmige
rāmastvām bahumanyate
Rāma dich hoch achten wird

evam uktā varāarohā maṇi pravaram uttamam | prāyacchat parama udvignā vācā mām saṃdideśa ha ||

'So sprechend, gab mir die Schönhüftige jenen vortrefflichsten Juwel, höchst beunruhigt, und trug mir mit Worten Botschaft auf.'

Wort für Wort
evam uktā varāarohā
so sprechend, die Schönhüftige
maṇi pravaram uttamam
den vortrefflichsten Juwel
prāyacchat parama udvignā
gab sie, höchst beunruhigt
vācā mām saṃdideśa ha
trug mir mit Worten Botschaft auf

tataḥ tasyai praṇamya aham rāja putryai samāhitaḥ | pradakṣiṇam parikrāmam iha abhyudgata mānasaḥ ||

'Dann, mich vor jener Königstochter verneigend, gesammelten Sinnes, umschritt ich sie rechtsherum, mit erhobenem Herzen zur Rückkehr hierher.'

Wort für Wort
tataḥ tasyai praṇamya aham
dann, mich vor ihr verneigend
rāja putryai samāhitaḥ
vor der Königstochter, gesammelten Sinnes
pradakṣiṇam parikrāmam
umschritt ich rechtsherum
iha abhyudgata mānasaḥ
mit erhobenem Herzen zur Rückkehr hierher

uttaram punaḥ eva āha niścitya manasā tadā | hanūman mama vṛtta antam vaktum arhasi rāghave ||

'Dann sprach sie noch einmal, in ihrem Sinn entschlossen: „Hanumān, du sollst dem Rāghava meinen Zustand berichten.'

Wort für Wort
uttaram punaḥ eva āha
dann sprach sie noch einmal
niścitya manasā tadā
in ihrem Sinn entschlossen
hanūman mama vṛtta antam
Hanumān, meinen Zustand
vaktum arhasi rāghave
sollst du dem Rāghava berichten

yathā śrutvā eva nacirāt tāv ubhau rāma lakṣmaṇau | sugrīva sahitau vīrāv upeyātām tathā kuru ||

'„So handle, dass jene beiden Helden, Rāma und Lakṣmaṇa, samt Sugrīva, es vernehmend, ohne Verzug herankommen.'

Wort für Wort
yathā śrutvā eva nacirāt
so, dass, es vernehmend, ohne Verzug
tāv ubhau rāma lakṣmaṇau
jene beiden, Rāma und Lakṣmaṇa
sugrīva sahitau vīrāv
die beiden Helden, samt Sugrīva
upeyātām tathā kuru
herankommen, so handle

yadi anyathā bhavet etat dvau māsau jīvitam mama | na mām drakṣyati kākutstho mriye sā aham anāthavat ||

'„Geschähe dies anders, so währt mein Leben noch zwei Monate; der Kakutstha-Sohn wird mich nicht mehr sehen, ich werde sterben, schutzlos.'

Wort für Wort
yadi anyathā bhavet etat
geschähe dies anders
dvau māsau jīvitam mama
zwei Monate währt mein Leben
na mām drakṣyati kākutstho
der Kakutstha-Sohn wird mich nicht sehen
mriye sā aham anāthavat
ich werde sterben, schutzlos

tat śrutvā karuṇam vākyam krodho mām abhyavartata | uttaram ca mayā dṛṣṭam kārya śeṣam anantaram ||

'Jenes klagende Wort vernehmend, ergriff mich Zorn; und darauf erkannte ich, was mir als nächste Aufgabe noch zu tun blieb.'

Wort für Wort
tat śrutvā karuṇam vākyam
jenes klagende Wort vernehmend
krodho mām abhyavartata
ergriff mich Zorn
uttaram ca mayā dṛṣṭam
und darauf erkannte ich
kārya śeṣam anantaram
was als nächste Aufgabe noch zu tun blieb

tato avardhata me kāyaḥ tadā parvata samnibhaḥ | yuddha kānkṣī vanam tac ca vināśayitum ārabhe ||

'Da wuchs mein Leib an, dem Berge gleich, kampfbegierig, und ich begann, jenen Garten zu zerstören.'

Wort für Wort
tato avardhata me kāyaḥ
da wuchs mein Leib an
tadā parvata samnibhaḥ
dem Berge gleich
yuddha kānkṣī vanam tac ca
kampfbegierig, und jenen Garten
vināśayitum ārabhe
begann ich zu zerstören

tat bhagnam vana ṣaṇḍam tu bhrānta trasta mṛga dvijam | pratibuddhā nirīkṣante rākṣasyo vikṛta ānanāḥ ||

'Jenes zerstörte Wäldchen, mit umherirrenden, erschreckten Tieren und Vögeln, betrachteten die erwachten Rākṣasīs mit entstellten Gesichtern.'

Wort für Wort
tat bhagnam vana ṣaṇḍam tu
jenes zerstörte Wäldchen aber
bhrānta trasta mṛga dvijam
mit umherirrenden, erschreckten Tieren und Vögeln
pratibuddhā nirīkṣante
betrachteten die erwachten
rākṣasyo vikṛta ānanāḥ
Rākṣasīs mit entstellten Gesichtern

mām ca dṛṣṭvā vane tasmin samāgamya tataḥ tataḥ | tāḥ samabhyāgatāḥ kṣipram rāvaṇāya ācacakṣire ||

'Mich in jenem Garten erblickend, von überallher zusammenkommend, eilten sie herbei und berichteten es Rāvaṇa alsbald:'

Wort für Wort
mām ca dṛṣṭvā vane tasmin
mich in jenem Garten erblickend
samāgamya tataḥ tataḥ
von überallher zusammenkommend
tāḥ samabhyāgatāḥ kṣipram
sie eilten alsbald herbei
rāvaṇāya ācacakṣire
berichteten es Rāvaṇa

rājan vanam idam durgam tava bhagnam durātmanā | vānareṇa hi avijñāya tava vīryam mahābala ||

'„O König, dieser dein schwer zugänglicher Garten wurde von einem bösgesinnten Affen zerstört, deine Tapferkeit missachtend, o Gewaltiger.'

Wort für Wort
rājan vanam idam durgam
o König, dieser schwer zugängliche Garten
tava bhagnam durātmanā
dein zerstört, von einem Bösgesinnten
vānareṇa hi avijñāya
von einem Affen, missachtend
tava vīryam mahābala
deine Tapferkeit, o Gewaltiger

durbuddheḥ tasya rāja indra tava vipriya kāriṇaḥ | vadham ājñāpaya kṣipram yathā asau vilayam vrajet ||

'„Befiehl alsbald den Tod jenes Übelgesinnten, dir Unliebes Tuenden, o Herrscherfürst, auf dass er dem Untergang anheimfalle.'

Wort für Wort
durbuddheḥ tasya rāja indra
jenes Übelgesinnten, o Herrscherfürst
tava vipriya kāriṇaḥ
der dir Unliebes tut
vadham ājñāpaya kṣipram
befiehl alsbald den Tod
yathā asau vilayam vrajet
auf dass er dem Untergang anheimfalle

tat śrutvā rākṣasa indreṇa visṛṣṭā bhṛśa durjayāḥ | rākṣasāḥ kimkarā nāma rāvaṇasya mano anugāḥ ||

'Dies vernehmend, entsandte der Herrscher der Rākṣasas die überaus schwer zu besiegenden Rākṣasas namens Kiṃkaras, Rāvaṇas Willen gehorsam.'

Wort für Wort
tat śrutvā rākṣasa indreṇa
dies vernehmend, von dem Herrscher der Rākṣasas
visṛṣṭā bhṛśa durjayāḥ
entsandt, die überaus schwer zu besiegenden
rākṣasāḥ kimkarā nāma
die Rākṣasas namens Kiṃkaras
rāvaṇasya mano anugāḥ
Rāvaṇas Willen gehorsam

teṣām aśīti sāhasram śūla mudgara pāṇinām | mayā tasmin vana uddeśe parigheṇa niṣūditam ||

'Von ihnen, den achtzigtausend mit Spießen und Keulen Bewaffneten, wurden von mir an jenem Ort im Garten mit dem Torriegel erschlagen.'

Wort für Wort
teṣām aśīti sāhasram
von ihnen achtzigtausend
śūla mudgara pāṇinām
mit Spießen und Keulen Bewaffnete
mayā tasmin vana uddeśe
von mir an jenem Ort im Garten
parigheṇa niṣūditam
mit dem Torriegel erschlagen

teṣām tu hata śeṣā ye te gatā laghu vikramāḥ | nihatam ca mayā sainyam rāvaṇāya ācacakṣire ||

'Die von ihnen Übriggebliebenen aber, die Schnellen, gingen fort und meldeten Rāvaṇa, dass das Heer von mir erschlagen worden sei.'

Wort für Wort
teṣām tu hata śeṣā
die von ihnen übriggebliebenen aber
ye te gatā laghu vikramāḥ
die Schnellen gingen fort
nihatam ca mayā sainyam
dass das Heer von mir erschlagen wurde
rāvaṇāya ācacakṣire
meldeten sie Rāvaṇa

tato me buddhiḥ utpannā caitya prāsādam ākramam | tatrasthān rākṣasān hatvā śatam stambhena vai punaḥ | lalāma bhūto lankāyā mayā vidhvaṃsito ruṣā ||

'Dann kam mir der Gedanke, den Caitya-Palast zu erstürmen; nachdem ich die dort befindlichen hundert Rākṣasas mit einer Säule erschlagen hatte, wurde jenes Stirnjuwel Laṅkās von mir im Zorn zerstört.'

Wort für Wort
tato me buddhiḥ utpannā
dann kam mir der Gedanke
caitya prāsādam ākramam
den Caitya-Palast zu erstürmen
tatrasthān rākṣasān hatvā
die dort befindlichen Rākṣasas erschlagend
śatam stambhena vai punaḥ
hundert, mit einer Säule wieder
lalāma bhūto lankāyā
jenes Stirnjuwel Laṅkās
mayā vidhvaṃsito ruṣā
wurde von mir im Zorn zerstört

tataḥ prahastasya sutam jambu mālinam ādiśat | rākṣasairbahubhiḥ sārtham ghorarūpairbhayānakaiḥ ||

'Da beorderte er Prahastas Sohn, Jambumālin, samt vielen Rākṣasas von furchtbarer, schreckenerregender Gestalt.'

Wort für Wort
tataḥ prahastasya sutam
da Prahastas Sohn
jambu mālinam ādiśat
beorderte er Jambumālin
rākṣasairbahubhiḥ sārtham
samt vielen Rākṣasas
ghorarūpairbhayānakaiḥ
von furchtbarer, schreckenerregender Gestalt

tam aham bala sampannam rākṣasam raṇa kovidam | parigheṇa atighoreṇa sūdayāmi saha anugam ||

'Jenen kraftvollen, im Kampf erfahrenen Rākṣasa erschlug ich mit dem überaus furchtbaren Torriegel, samt seinem Gefolge.'

Wort für Wort
tam aham bala sampannam
jenen ich, den kraftvollen
rākṣasam raṇa kovidam
Rākṣasa, im Kampf erfahren
parigheṇa atighoreṇa
mit dem überaus furchtbaren Torriegel
sūdayāmi saha anugam
erschlug ich, samt seinem Gefolge

tat śrutvā rākṣasa indraḥ tu mantri putrān mahābalān | padāti bala sampannān preṣayāmāsa rāvaṇaḥ ||

'Dies vernehmend, entsandte Rāvaṇa, der Herrscher der Rākṣasas, die gewaltigen Ministersöhne, mit einem Fußvolkheer ausgestattet.'

Wort für Wort
tat śrutvā rākṣasa indraḥ tu
dies vernehmend, der Herrscher der Rākṣasas aber
mantri putrān mahābalān
die gewaltigen Ministersöhne
padāti bala sampannān
mit einem Fußvolkheer ausgestattet
preṣayāmāsa rāvaṇaḥ
entsandte Rāvaṇa

parigheṇa eva tān sarvān nayāmi yama sādanam | mantri putrān hatān śrutvā samare laghu vikramān | panca senā agragān śūrān preṣayāmāsa rāvaṇaḥ ||

'Mit eben dem Torriegel sandte ich sie alle zu Yamas Wohnstatt; als er vom Tod der schnellen Ministersöhne im Kampf hörte, entsandte Rāvaṇa die fünf tapferen Heerführer.'

Wort für Wort
parigheṇa eva tān sarvān
mit eben dem Torriegel sie alle
nayāmi yama sādanam
sandte ich zu Yamas Wohnstatt
mantri putrān hatān śrutvā
vom Tod der Ministersöhne hörend
samare laghu vikramān
im Kampf, der Schnellen
panca senā agragān śūrān
die fünf tapferen Heerführer
preṣayāmāsa rāvaṇaḥ
entsandte Rāvaṇa

tān aham saha sainyān vai sarvān eva abhyasūdayam | tataḥ punaḥ daśagrīvaḥ putram akṣam mahābalam | bahubhī rākasaiḥ sārdham preṣayāmāsa rāvaṇaḥ ||

'Sie alle samt ihrem Heer erschlug ich; dann entsandte der Zehnköpfige wieder seinen Sohn Akṣa, den Gewaltigen, samt vielen Rākṣasas.'

Wort für Wort
tān aham saha sainyān vai
sie, ich, samt dem Heer
sarvān eva abhyasūdayam
erschlug ich alle
tataḥ punaḥ daśagrīvaḥ
dann wieder der Zehnköpfige
putram akṣam mahābalam
seinen Sohn Akṣa, den Gewaltigen
bahubhī rākasaiḥ sārdham
samt vielen Rākṣasas
preṣayāmāsa rāvaṇaḥ
entsandte Rāvaṇa

tam tu manda udarī putram kumāram raṇa paṇḍitam | sahasā kham samutkrāntam pādayoḥ ca gṛhītavān | carma asinam śata guṇam bhrāmayitvā vyapeṣayam ||

'Jenen Sohn der Mandodarī, den kampfkundigen Prinzen, der plötzlich in den Himmel aufgestiegen war, ergriff ich an den Füßen und zermalmte ihn, ihn hundertfach herumwirbelnd, samt seinem Schild und Schwert.'

Wort für Wort
tam tu manda udarī putram
jenen aber, den Sohn der Mandodarī
kumāram raṇa paṇḍitam
den kampfkundigen Prinzen
sahasā kham samutkrāntam
der plötzlich in den Himmel aufgestiegen war
pādayoḥ ca gṛhītavān
und an den Füßen ergriff ich ihn
carma asinam śata guṇam
samt Schild und Schwert, hundertfach
bhrāmayitvā vyapeṣayam
herumwirbelnd zermalmte ich ihn

tam akṣam āgatam bhagnam niśamya sa daśa ānanaḥ | tata indrajitam nāma dvitīyam rāvaṇaḥ sutam | vyādideśa susamkruddho balinam yuddha durmadam ||

'Als er vom Fall des herangekommenen Akṣa vernahm, beauftragte jener Zehnköpfige, höchst erzürnt, seinen zweiten Sohn, den Kraftvollen, im Kampf Unbezähmbaren, Indrajit mit Namen.'

Wort für Wort
tam akṣam āgatam bhagnam
jenen Akṣa, den herangekommenen, gefallenen
niśamya sa daśa ānanaḥ
vernehmend, jener Zehnköpfige
tata indrajitam nāma
dann Indrajit mit Namen
dvitīyam rāvaṇaḥ sutam
seinen zweiten Sohn, Rāvaṇa
vyādideśa susamkruddho
beauftragte, höchst erzürnt
balinam yuddha durmadam
den Kraftvollen, im Kampf Unbezähmbaren

tasya api aham balam sarvam tam ca rākṣasa pumgavam | naṣṭa ojasam raṇe kṛtvā param harṣam upāgamam ||

'Auch dessen ganzes Heer, und jenen Stier unter den Rākṣasas selbst, seiner Kraft im Kampf beraubend, gelangte ich zu höchster Freude.'

Wort für Wort
tasya api aham balam sarvam
auch dessen ganzes Heer, ich
tam ca rākṣasa pumgavam
und jenen Stier unter den Rākṣasas
naṣṭa ojasam raṇe kṛtvā
seiner Kraft im Kampf beraubend
param harṣam upāgamam
gelangte ich zu höchster Freude

mahatā hi mahābāhuḥ pratyayena mahābalaḥ | preṣito rāvaṇena eṣa saha vīraiḥ mada utkaṭaiḥ ||

'Denn mit großem Vertrauen wurde jener Starkarmige, Gewaltige, von Rāvaṇa entsandt, samt Helden voll Übermut.'

Wort für Wort
mahatā hi mahābāhuḥ
denn mit großem, der Starkarmige
pratyayena mahābalaḥ
Vertrauen, der Gewaltige
preṣito rāvaṇena eṣa
wurde von Rāvaṇa entsandt, dieser
saha vīraiḥ mada utkaṭaiḥ
samt Helden voll Übermut

so.aviṣahyam hi mām buddhvā svam balam cāvamarditam | brāhmeṇa astreṇa sa tu mām prabadhnāc ca ativegataḥ ||

'Er, mich als unbezwingbar erkennend und sein eigenes Heer zerschlagen, band mich sodann mit dem Brahmā-Geschoss, mit überaus großer Schnelligkeit.'

Wort für Wort
so.aviṣahyam hi mām buddhvā
er, mich als unbezwingbar erkennend
svam balam cāvamarditam
und sein eigenes Heer zerschlagen
brāhmeṇa astreṇa sa tu
er aber mit dem Brahmā-Geschoss
mām prabadhnāc ca ativegataḥ
band mich, mit überaus großer Schnelligkeit

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