Die Maithilī dachte: 'Dies ist ein Traum', so die schöne Frau. 'Ach, furchtbar ist diese Gestalt des Affen, unnahbar' – dies erkennend, verlor sie erneut die Besinnung.
Sītā klagte heftig, kläglich, von Furcht betäubt; 'O Rāma, Rāma!' rief die schmerzgequälte schöne Frau, 'o Lakṣmaṇa!' und weinte mannigfach, leise, mit matter Stimme, die Tugendhafte.
Sie, blickend auf das breite, gebogene Antlitz, wie es einem König der Baumaffen zukommt, erblickte den vortrefflichen, hochwürdigen Pinga-Besten, den Windessohn, den Ersten unter den Klugen.
Wort für Wort
sā vīkṣamāṇā pṛthu-bhugna-vaktram
sie, blickend auf das breite, gebogene Antlitz
śākhā-mṛga-indrasya yathā-ukta-kāram
wie es einem König der Baumaffen zukommt
dadarśa piṅga-pravaram mahārham
erblickte den vortrefflichen, hochwürdigen Pinga-Besten
Sie, ihn erblickend, ward Sītā ganz von Sinnen, wie dem Leben nahe entrückt; erst nach langer Zeit die Besinnung wiedererlangend, sann die Großäugige nach.
Ein seltsamer Traum ist dies, den ich heute gesehen habe – ein Baumaffe, von den Lehrbüchern als übles Vorzeichen verboten. Heil sei Rāma samt Lakṣmaṇa, und ebenso meinem Vater, dem König Janaka.
Wort für Wort
svapnaḥ mayā ayam vikṛtaḥ adya dṛṣṭaḥ
ein seltsamer Traum ist dies, von mir heute gesehen
svapno.api nāyaṃ na hi me.asti nidrā |
śokena duḥkhena ca pīḍitāyāḥ |
sukhaṃ hi me nāsti yato.asmi hīnā |
tenendupūrṇapratimānanena ||
Doch dies ist auch kein Traum, denn ich, von Kummer und Schmerz gequält, finde keinen Schlaf; kein Glück ist mir mehr, seit ich von jenem, dessen Antlitz dem vollen Mond gleicht, getrennt bin.
'Rāma, Rāma' stets im Geiste denkend, ihn mit der Stimme nennend, und Gespräche, die ihm entsprechen, seinetwegen – so sehe ich es wohl, so höre ich es.
Ich, heute von der Liebessehnsucht nach ihm ganz überwältigt, mein ganzes Sein ihm zugewandt, stets an ihn allein denkend, so sehe ich ihn, so höre ich ihn.
manorathaḥ syāditi cintayāmi |
tathāpi buddhyā ca vitarkayāmi |
kiṃ kāraṇaṃ tasya hi nāsti rūpaṃ |
suvyaktarūpaśca vadatyayaṃ mām ||
'Es mag ein Wunschbild meines Geistes sein', so denke ich; doch dann erwäge ich mit dem Verstand wiederum: was wäre der Grund, dass er keine feste Gestalt hätte? Denn dieser hier spricht mich mit deutlich sichtbarer Gestalt an.
Wort für Wort
manaḥ-rathaḥ syāt iti cintayāmi
'es mag ein Wunschbild sein', denke ich
tathā api buddhyā ca vitarkayāmi
doch erwäge ich auch mit dem Verstand
kim kāraṇam tasya hi na asti rūpam
was wäre der Grund, dass er keine Gestalt hätte
su-vyakta-rūpaḥ ca vadati ayam mām
denn dieser hier, deutlich sichtbarer Gestalt, spricht mich an
Verehrung sei dem Herrn der Rede, dem Blitzträger, dem Selbstentstandenen und dem Feuer, dem Opferverzehrer! Und was von diesem Waldbewohner hier vor mir gesagt wurde – möge es sich so und nicht anders erfüllen.
Wort für Wort
namaḥ astu vācaḥ pataye sa-vajriṇe
Verehrung sei dem Herrn der Rede, dem Blitzträger
svayaṃbhuve ca eva huta-aśanāya
und dem Selbstentstandenen, und dem Feuer, dem Opferverzehrer
anena ca uktam yat idam mama agrataḥ
und was von diesem hier vor mir gesagt wurde
vana-okasā tat ca tathā astu na anyathā
von diesem Waldbewohner – möge es sich so und nicht anders erfüllen