Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa
Sarga 67: Kākāsura Vṛttāntaḥ
Die Erzählung von der Krähe
evam uktaḥ tu hanumān rāghaveṇa mahātmanā |
sītāyā bhāṣitam sarvam nyavedayata rāghave ||
So von dem hochgesinnten Nachkommen Raghus angesprochen, berichtete Hanumān dem Nachkommen Raghus alles, was Sītā gesprochen hatte.
Wort für Wort evam uktaḥ tu hanumān so angesprochen, Hanumān rāghaveṇa mahātmanā von dem hochgesinnten Nachkommen Raghus sītāyā bhāṣitam sarvam alles, was Sītā gesprochen hatte nyavedayata rāghave berichtete er dem Nachkommen Raghus evam uktavatī devī jānakī puruṣa ṛṣabha |
pūrva vṛttam abhijñānam citra kūṭe yathā tatham ||
'So sprach die Göttin Jānakī, o Stier der Männer, und nannte als Erkennungszeichen das frühere Geschehnis, wie es sich auf dem Citrakūṭa zugetragen hatte:'
Wort für Wort evam uktavatī devī jānakī so sprach die Göttin Jānakī puruṣa ṛṣabha o Stier der Männer pūrva vṛttam abhijñānam als Erkennungszeichen das frühere Geschehnis citra kūṭe yathā tatham wie es sich auf dem Citrakūṭa zugetragen hatte sukha suptā tvayā sārdham jānakī pūrvam utthitā |
vāyasaḥ sahasā utpatya virarāda stana antare ||
'„Glücklich zusammen mit dir schlafend, erwachte Jānakī zuvor früher; eine Krähe, plötzlich herabstoßend, zerkratzte mir zwischen den Brüsten.'
Wort für Wort sukha suptā tvayā sārdham glücklich zusammen mit dir schlafend jānakī pūrvam utthitā erwachte Jānakī zuvor früher vāyasaḥ sahasā utpatya eine Krähe, plötzlich herabstoßend virarāda stana antare zerkratzte zwischen den Brüsten paryāyeṇa ca suptaḥ tvam devi anke bharata agraja |
punaḥ ca kila pakṣī sa devyā janayati vyathām ||
'Und der Reihe nach schliefst du, o Göttin, im Schoß des älteren Bruders Bharatas; und wieder verursachte jener Vogel der Göttin Schmerz.'
Wort für Wort paryāyeṇa ca suptaḥ tvam und der Reihe nach schliefst du devi anke bharata agraja o Göttin, im Schoß des älteren Bruders Bharatas punaḥ ca kila pakṣī sa und wieder jener Vogel devyā janayati vyathām verursachte der Göttin Schmerz punaḥ punarupāgamya virarāda bhṛśam kila |
tataḥ tvam bodhitaḥ tasyāḥ śoṇitena samukṣitaḥ ||
'Immer wieder herankommend, zerkratzte er heftig; da wurdest du von ihr geweckt, mit Blut übergossen.'
Wort für Wort punaḥ punarupāgamya immer wieder herankommend virarāda bhṛśam kila zerkratzte er heftig tataḥ tvam bodhitaḥ tasyāḥ da wurdest du von ihr geweckt śoṇitena samukṣitaḥ mit Blut übergossen vāyasena ca tena eva satatam bādhyamānayā |
bodhitaḥ kila devyāḥ tvam sukha suptaḥ param tapa ||
'Von eben jener Krähe unablässig bedrängt, wurdest du, glücklich schlafend, von der Göttin geweckt, o Bezwinger der Feinde.'
Wort für Wort vāyasena ca tena eva von eben jener Krähe satatam bādhyamānayā unablässig bedrängt bodhitaḥ kila devyāḥ tvam wurdest du von der Göttin geweckt sukha suptaḥ param tapa glücklich schlafend, o Bezwinger der Feinde tām tu dṛṣṭvā mahābāho rāditām ca stana antare |
āśī viṣa iva kruddho nihśvasann abhyabhāṣathāḥ ||
'Sie erblickend, o Großarmiger, zwischen den Brüsten verwundet, sprachst du zornig, wie eine giftige Schlange zischend:'
Wort für Wort tām tu dṛṣṭvā mahābāho sie erblickend, o Großarmiger rāditām ca stana antare zwischen den Brüsten verwundet āśī viṣa iva kruddho zornig, wie eine giftige Schlange nihśvasann abhyabhāṣathāḥ zischend sprachst du nakha agraiḥ kena te bhīru dāritam tu stana antaram |
kaḥ krīḍati saroṣeṇa panca vaktreṇa bhoginā ||
'„Von wem, Furchtsame, wurdest du mit Krallenspitzen zwischen den Brüsten verletzt? Wer spielt hier mit einer zornigen, fünfköpfigen Schlange?“'
Wort für Wort nakha agraiḥ kena te bhīru von wem, Furchtsame, mit Krallenspitzen dir dāritam tu stana antaram wurde zwischen den Brüsten verletzt kaḥ krīḍati saroṣeṇa wer spielt mit dem zornigen panca vaktreṇa bhoginā fünfköpfigen Schlangenwesen nirīkṣamāṇaḥ sahasā vāyasam samavaikṣatāḥ |
nakhaiḥ sarudhiraiḥ tīkṣṇaiḥ mām eva abhimukham sthitam ||
'Umherblickend, erblicktest du plötzlich die Krähe, mit scharfen, blutigen Krallen, gerade mir gegenüber stehend.'
Wort für Wort nirīkṣamāṇaḥ sahasā umherblickend, plötzlich vāyasam samavaikṣatāḥ erblicktest du die Krähe nakhaiḥ sarudhiraiḥ tīkṣṇaiḥ mit scharfen, blutigen Krallen mām eva abhimukham sthitam gerade mir gegenüber stehend sutaḥ kila sa śakrasya vāyasaḥ patatām varaḥ |
dharā antara caraḥ śīghram pavanasya gatau samaḥ ||
'Diese Krähe, wie es heißt, der Sohn Śakras, der Vorzüglichste der fliegenden Wesen, streifte rasch über die Erde, dem Gang des Windes gleich.'
Wort für Wort sutaḥ kila sa śakrasya der Sohn, wie es heißt, Śakras vāyasaḥ patatām varaḥ die Krähe, der Vorzüglichste der Vögel dharā antara caraḥ śīghram rasch über die Erde streifend pavanasya gatau samaḥ dem Gang des Windes gleich tataḥ tasmin mahābāho kopa samvartita īkṣaṇaḥ |
vāyase tvam kṛtvāḥ krūrām matim matimatām vara ||
'Da, o Großarmiger, mit vor Zorn gerollten Augen, fasstest du, Bester der Weisen, gegen jene Krähe einen grausamen Entschluss.'
Wort für Wort tataḥ tasmin mahābāho da, gegen sie, o Großarmiger kopa samvartita īkṣaṇaḥ mit vor Zorn gerollten Augen vāyase tvam kṛtvāḥ krūrām matim gegen die Krähe fasstest du einen grausamen Entschluss matimatām vara Bester der Weisen sa darbham saṃstarāt gṛhya brahma astreṇa nyayojayaḥ |
pradīpta iva kāla agniḥ jajvāla abhimukhaḥ khagam ||
'Du ergriffst einen Darbha-Halm von der Lagerstatt und weihtest ihn mit dem Brahma-Geschoss; wie das entflammte Feuer der Weltzerstörung loderte er dem Vogel entgegen.'
Wort für Wort sa darbham saṃstarāt gṛhya du ergriffst einen Darbha-Halm von der Lagerstatt brahma astreṇa nyayojayaḥ und weihtest ihn mit dem Brahma-Geschoss pradīpta iva kāla agniḥ wie das entflammte Feuer der Weltzerstörung jajvāla abhimukhaḥ khagam loderte er dem Vogel entgegen kṣiptavāṃstvam pradīptam darbham tam vāyasam prati |
tataḥ tu vāyasam dīptaḥ sa darbho anujagāma ha ||
'Du schleudertest jenen brennenden Darbha-Halm gegen die Krähe; da verfolgte jener lodernde Halm die Krähe.'
Wort für Wort kṣiptavāṃstvam pradīptam darbham du schleudertest den brennenden Darbha-Halm tam vāyasam prati gegen jene Krähe tataḥ tu vāyasam dīptaḥ da verfolgte den lodernden die Krähe sa darbho anujagāma ha jener Halm sa pitrā ca parityaktaḥ suraiḥ sarvaiḥ maharṣibhiḥ |
trīn lokān samparikramya trātāram na adhigacchati ||
'Sie, von ihrem Vater verlassen, von allen Göttern und großen Weisen, durchwanderte die drei Welten, doch fand keinen Beschützer.'
Wort für Wort sa pitrā ca parityaktaḥ sie, von ihrem Vater verlassen suraiḥ sarvaiḥ maharṣibhiḥ von allen Göttern und großen Weisen trīn lokān samparikramya die drei Welten durchwandernd trātāram na adhigacchati fand sie keinen Beschützer punarevāgatastrastastvatsakāśamariṃdama |
sa tam nipatitam bhūmau śaraṇyaḥ śaraṇā gatam ||
vadha arham api kākutstha kṛpayā paripālayaḥ |
'Erschrocken kam sie wieder zu dir zurück, o Bezwinger der Feinde; du, der Zufluchtgewährende, beschütztest aus Mitleid jene, auf die Erde gefallene, die Zuflucht Suchende, o Nachkomme des Kakutstha, obwohl sie den Tod verdient hätte.'
Wort für Wort punarevāgatastrastastvat sakāśam erschrocken kam sie wieder zu dir zurück arim damana o Bezwinger der Feinde sa tam nipatitam bhūmau sie, die auf die Erde gefallene śaraṇyaḥ śaraṇā gatam du, der Zufluchtgewährende, die Zuflucht Suchende vadha arham api kākutstha obwohl sie den Tod verdient hätte, o Nachkomme des Kakutstha kṛpayā paripālayaḥ beschütztest du aus Mitleid mogham astram na śakyam tu kartum iti eva rāghava |
bhavāṃstasyakṣi kākasya hinasti sma sa dakṣiṇam |
'„Doch das Geschoss kann nicht wirkungslos gemacht werden“, so sprachst du, o Nachkomme Raghus, und zerstörtest damit das rechte Auge der Krähe.'
Wort für Wort mogham astram na śakyam das Geschoss kann nicht wirkungslos tu kartum iti eva rāghava gemacht werden, so, o Nachkomme Raghus bhavāṃstasyakṣi kākasya du das Auge der Krähe hinasti sma sa dakṣiṇam zerstörtest, das rechte rāma tvām sa namaḥ kṛtvā rājño daśarathasya ca |
visṛṣṭaḥ tu tadā kākaḥ pratipede kham ālayam |
'Rāma, vor dir und dem König Daśaratha sich verneigend, freigelassen, kehrte damals die Krähe in ihre Behausung am Himmel zurück.'
Wort für Wort rāma tvām sa namaḥ kṛtvā Rāma, vor dir sich verneigend rājño daśarathasya ca und vor dem König Daśaratha visṛṣṭaḥ tu tadā kākaḥ freigelassen, damals die Krähe pratipede kham ālayam kehrte in ihre Behausung am Himmel zurück evam astravidām śreṣṭhaḥ sattvavān śīlavān api |
kim artham astram rakṣahsu na yojayasi rāghava |
'So bist du der Beste der Waffenkundigen, tapfer und tugendhaft; warum wendest du nun deine Waffe nicht gegen die Rākṣasas an, o Nachkomme Raghus?'
Wort für Wort evam astravidām śreṣṭhaḥ so der Beste der Waffenkundigen sattvavān śīlavān api tapfer und auch tugendhaft kim artham astram rakṣahsu warum die Waffe gegen die Rākṣasas na yojayasi rāghava wendest du nicht an, o Nachkomme Raghus na nāgā na api gandharvā na asurā na marut gaṇāḥ |
na ca sarve raṇe śaktā rāmam pratisamāsitum |
'Weder Nāgas noch Gandharvas, weder Asuras noch die Scharen der Marut, ja nicht einmal alle zusammen vermöchten Rāma in der Schlacht die Stirn zu bieten.'
Wort für Wort na nāgā na api gandharvā weder Nāgas noch Gandharvas na asurā na marut gaṇāḥ weder Asuras noch die Marut-Scharen na ca sarve raṇe śaktā und nicht alle zusammen vermöchten in der Schlacht rāmam pratisamāsitum Rāma die Stirn zu bieten tasya vīryavataḥ kaccin mayi yadi asti sambhramaḥ |
kṣipram suniśitaiḥ bāṇaiḥ hanyatām yudhi rāvaṇaḥ |
'Wenn er, der Tapfere, sich meinetwegen sorgt, so möge Rāvaṇa rasch mit scharf geschliffenen Pfeilen im Kampf getötet werden.'
Wort für Wort tasya vīryavataḥ kaccin wenn er, der Tapfere mayi yadi asti sambhramaḥ sich meinetwegen sorgt kṣipram suniśitaiḥ bāṇaiḥ rasch mit scharf geschliffenen Pfeilen hanyatām yudhi rāvaṇaḥ möge Rāvaṇa im Kampf getötet werden bhrātuḥ ādeśam ādāya lakṣmaṇo vā param tapaḥ |
sa kim artham nara varo na mām rakṣati rāghavaḥ |
'Warum beschützt mich nicht der Beste der Männer, der Nachkomme Raghus, oder Lakṣmaṇa, der Bezwinger der Feinde, nach dem Befehl des Bruders handelnd?'
Wort für Wort bhrātuḥ ādeśam ādāya nach dem Befehl des Bruders handelnd lakṣmaṇo vā param tapaḥ oder Lakṣmaṇa, der Bezwinger der Feinde sa kim artham nara varo warum der Beste der Männer na mām rakṣati rāghavaḥ beschützt mich nicht, der Nachkomme Raghus śaktau tau puruṣa vyāghrau vāyv agni sama tejasau |
surāṇām api durdharṣau kim artham mām upekṣataḥ |
'Jene beiden Tiger unter den Männern, mächtig, an Glanz Wind und Feuer gleich, unbezwingbar auch für die Götter - warum vernachlässigen sie mich?'
Wort für Wort śaktau tau puruṣa vyāghrau jene beiden mächtigen Tiger unter den Männern vāyv agni sama tejasau an Glanz Wind und Feuer gleich surāṇām api durdharṣau unbezwingbar auch für die Götter kim artham mām upekṣataḥ warum vernachlässigen sie mich mama eva duṣkṛtam kiṃcin mahat asti na saṃśayaḥ |
samarthau sahitau yan mām na apekṣete param tapau |
'Gewiss ist es allein mein eigenes schweres Vergehen, ohne Zweifel, dass die beiden Vermögenden, vereint, mich, den Bezwinger der Feinde, nicht beachten.'
Wort für Wort mama eva duṣkṛtam kiṃcin allein mein eigenes gewisses Vergehen mahat asti na saṃśayaḥ ist es groß, ohne Zweifel samarthau sahitau yan mām dass die beiden Vermögenden, vereint, mich na apekṣete param tapau nicht beachten, die Bezwinger der Feinde vaidehyā vacanam śrutvā karuṇam sāśru bhāṣitam |
punaḥ api aham āryām tām idam vacanam abruvam |
Nachdem ich Vaidehīs klägliches, unter Tränen gesprochenes Wort vernommen hatte, sprach ich abermals zu der Edlen dieses Wort:
Wort für Wort vaidehyā vacanam śrutvā nachdem ich Vaidehīs Wort vernommen hatte karuṇam sāśru bhāṣitam kläglich, unter Tränen gesprochen punaḥ api aham āryām tām abermals sprach ich zu jener Edlen idam vacanam abruvam dieses Wort tvat śoka vimukho rāmo devi satyena te śape |
rāme duhkha abhibhūte ca lakṣmaṇaḥ paritapyate |
'„Frei von jenem Kummer um dich ist Rāma nicht, o Göttin, bei der Wahrheit schwöre ich dir; und da Rāma von Leid bedrängt ist, quält sich auch Lakṣmaṇa.“'
Wort für Wort tvat śoka vimukho rāmo frei vom Kummer um dich Rāma devi satyena te śape o Göttin, bei der Wahrheit schwöre ich dir rāme duhkha abhibhūte ca und da Rāma von Leid bedrängt ist lakṣmaṇaḥ paritapyate quält sich Lakṣmaṇa kathaṃcit bhavatī dṛṣṭā na kālaḥ pariśocitum |
asminmuhūrtam duhkhānām antam drakṣyasi bhāmini |
'„Irgendwie wurdest du nun gefunden - nicht ist es Zeit zu trauern; in diesem Augenblick wirst du das Ende deiner Leiden erblicken, Zürnende.“'
Wort für Wort kathaṃcit bhavatī dṛṣṭā irgendwie wurdest du gefunden na kālaḥ pariśocitum nicht ist es Zeit zu trauern asminmuhūrtam duhkhānām antam in diesem Augenblick das Ende der Leiden drakṣyasi bhāmini wirst du erblicken, Zürnende tāv ubhau nara śārdūlau rāja putrāv arim damau |
tvat darśana kṛta utsāhau lankām bhasmī kariṣyataḥ |
'„Jene beiden Tiger unter den Männern, die Königssöhne, die Bezwinger der Feinde, werden, durch den Anblick von dir angespornt, Laṅkā in Asche legen.“'
Wort für Wort tāv ubhau nara śārdūlau jene beiden Tiger unter den Männern rāja putrāv arim damau die Königssöhne, die Bezwinger der Feinde tvat darśana kṛta utsāhau durch den Anblick von dir angespornt lankām bhasmī kariṣyataḥ werden sie Laṅkā in Asche legen hatvā ca samare raudram rāvaṇam saha bāndhavam |
rāghavaḥ tvām mahābāhuḥ svām purīm nayate dhruvam |
'„Und nachdem er im Kampf den grausigen Rāvaṇa samt seinen Verwandten getötet hat, wird der großarmige Nachkomme Raghus dich gewiss in seine eigene Stadt führen.“'
Wort für Wort hatvā ca samare raudram und getötet im Kampf, den grausigen rāvaṇam saha bāndhavam Rāvaṇa samt seinen Verwandten rāghavaḥ tvām mahābāhuḥ der großarmige Nachkomme Raghus dich svām purīm nayate dhruvam wird gewiss in seine eigene Stadt führen yat tu rāmo vijānīyāt abhijñānam anindite |
prīti samjananam tasya pradātum tattvam arhasi |
'„Was Rāma aber als Erkennungszeichen erkennen möge, das ihm Freude bereitet, o Untadelige, das mögest du mir wahrhaftig geben.“'
Wort für Wort yat tu rāmo vijānīyāt was Rāma erkennen möge abhijñānam anindite als Erkennungszeichen, o Untadelige prīti samjananam tasya das ihm Freude bereitet pradātum tattvam arhasi das mögest du wahrhaftig geben sā abhivīkṣya diśaḥ sarvā veṇi udgrathanam uttamam |
muktvā vastrāt dadau mahyam maṇim etam mahābala |
Sie, nach allen Richtungen umherblickend, löste die vorzügliche Bindung ihres Zopfes und, ihn aus dem Gewand nehmend, gab sie mir diesen Edelstein, o Starker.
Wort für Wort sā abhivīkṣya diśaḥ sarvā sie, nach allen Richtungen umherblickend veṇi udgrathanam uttamam die vorzügliche Bindung ihres Zopfes muktvā vastrāt dadau mahyam löste sie aus dem Gewand und gab mir maṇim etam mahābala diesen Edelstein, o Starker pratigṛhya maṇim divyam tava heto raghu uttama |
śirasā sampraṇamya enām aham āgamane tvare |
Nachdem ich den göttlichen Edelstein für dich, o Bester des Raghu-Geschlechts, entgegengenommen hatte, verneigte ich mich mit dem Haupt vor ihr und eilte zur Rückkehr.
Wort für Wort pratigṛhya maṇim divyam nachdem ich den göttlichen Edelstein entgegengenommen hatte tava heto raghu uttama für dich, o Bester des Raghu-Geschlechts śirasā sampraṇamya enām mich mit dem Haupt vor ihr verneigend aham āgamane tvare eilte ich zur Rückkehr gamane ca kṛta utsāham avekṣya vara varṇinī |
vivardhamānam ca hi mām uvāca janaka ātmajā |
Als sie mich, zur Abreise entschlossen und wachsend, erblickte - die Schönfarbige -, sprach die Tochter Janakas zu mir:
Wort für Wort gamane ca kṛta utsāham zur Abreise entschlossen avekṣya vara varṇinī erblickend, die Schönfarbige vivardhamānam ca hi mām und mich, der wuchs uvāca janaka ātmajā sprach die Tochter Janakas aśru pūrṇa mukhī dīnā bāṣpa saṃdigdha bhāṣiṇī |
mamotpatanasambrāntā śokavegasamāhatā |
mit tränenerfülltem Antlitz, kläglich, mit von Tränen erstickter Stimme redend, bestürzt über mein Auffliegen, vom Ansturm des Kummers getroffen:
Wort für Wort aśru pūrṇa mukhī dīnā mit tränenerfülltem Antlitz, kläglich bāṣpa saṃdigdha bhāṣiṇī mit von Tränen erstickter Stimme redend mamotpatanasambrāntā bestürzt über mein Auffliegen śokavegasamāhatā vom Ansturm des Kummers getroffen hanuman simha samkāśau tāv ubhau rāma lakṣmaṇau |
sugrīvam ca saha amātyam sarvān brūyā anāmayam |
'„Hanumān, den beiden löwengleichen Rāma und Lakṣmaṇa, und Sugrīva zusammen mit seinen Ministern, allen sollst du mein Wohlergehen melden.“'
Wort für Wort hanuman simha samkāśau Hanumān, den beiden löwengleichen tāv ubhau rāma lakṣmaṇau jenen beiden, Rāma und Lakṣmaṇa sugrīvam ca saha amātyam und Sugrīva zusammen mit den Ministern sarvān brūyā anāmayam allen sollst du mein Wohlergehen melden yathā ca sa mahābāhuḥ mām tārayati rāghavaḥ |
asmāt duhkha ambu samrodhāt tat samādhātum arhasi ||
imam ca tīvram mama śoka vegam |
rakṣobhiḥ ebhiḥ paribhartsanam ca |
brūyāḥ tu rāmasya gataḥ samīpam |
śivaḥ ca te adhvā astu hari pravīra ||
etat tava āryā nṛpa rāja simha |
sītā vacaḥ prāha viṣāda pūrvam |
etac ca buddhvā gaditam mayā tvam |
śraddhatsva sītām kuśalām samagrām ||
'„Wie mich jener großarmige Nachkomme Raghus aus dieser Flut des Leides herausretten könne, das mögest du ins Werk setzen. Und diesen heftigen Ansturm meines Kummers und die Drohungen dieser Rākṣasas mögest du, zu Rāma gelangt, berichten - Heil sei dir auf deinem Weg, o Bester der Affenhelden!“ Dies also, o Löwe unter den Königen, sprach deine Edle, Sītā, ein Wort voller Verzweiflung; und dies erkennend, von mir berichtet, glaube du, dass Sītā vollkommen wohlauf ist.'
Wort für Wort yathā ca sa mahābāhuḥ und wie jener Großarmige mām tārayati rāghavaḥ mich errette, der Nachkomme Raghus asmāt duhkha ambu samrodhāt aus dieser Flut des Leides tat samādhātum arhasi das mögest du ins Werk setzen imam ca tīvram mama śoka vegam und diesen heftigen Ansturm meines Kummers rakṣobhiḥ ebhiḥ paribhartsanam ca und die Drohungen dieser Rākṣasas brūyāḥ tu rāmasya gataḥ samīpam mögest du, zu Rāma gelangt, berichten śivaḥ ca te adhvā astu hari pravīra Heil sei dir auf deinem Weg, o Bester der Affenhelden etat tava āryā nṛpa rāja simha dies, o Löwe unter den Königen, deine Edle sītā vacaḥ prāha viṣāda pūrvam Sītā sprach dieses Wort voller Verzweiflung etac ca buddhvā gaditam mayā tvam und dies erkennend, von mir berichtet śraddhatsva sītām kuśalām samagrām glaube, dass Sītā vollkommen wohlauf ist
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