Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa

Sarga 5: Candrodaya Sītā Adarśanam Der Mondaufgang über Laṅkā und Hanumāns vergebliche Suche nach Sītā

tataḥ sa madhyaṃgatam aṃśumantaṃ jyotsnāvitānam mahat udvamantam | dadarśa dhīmān divi bhānumantaṃ goṣṭhe vṛṣaṃ mattam iva bhrāmantam

Da erblickte der Kluge am Himmel den strahlenden Mond, der die Mitte des Himmels erreicht hatte, ein gewaltiges Zelt von Mondlicht ausströmend, wie einen brünstigen Stier, der auf der Weide umherstreift.

Wort für Wort
tataḥ sa
da er
madhyaṃgatam aṃśumantam
den die Mitte erreichenden Strahlenden
jyotsnāvitānam mahat udvamantam
der ein gewaltiges Zelt von Mondlicht ausströmte
dadarśa dhīmān divi bhānumantam
der Kluge sah am Himmel den Leuchtenden
goṣṭhe vṛṣam mattam iva bhrāmantam
wie einen brünstigen Stier, der auf der Weide umherstreift

lokasya pāpāni vināśayantaṃ mahodadhiṃ ca api samedhayantam | bhūtāni sarvāṇi virājayantaṃ dadarśa śītāṃśum atha abhiyāntam

Er sah den kühlstrahlenden Mond aufziehen, der die Sünden der Welt vernichtet, den großen Ozean anschwellen lässt und alle Wesen erstrahlen lässt.

Wort für Wort
lokasya pāpāni vināśayantam
der die Sünden der Welt vernichtet
mahodadhim ca api samedhayantam
und auch den großen Ozean anschwellen lässt
bhūtāni sarvāṇi virājayantam
alle Wesen erstrahlen lässt
dadarśa śītāṃśum atha abhiyāntam
er sah den Kühlstrahlenden aufziehen

yā bhāti lakṣmīḥ bhuvi mandarasthā tathā pradoṣeṣu ca sāgarasthā | tathaiva toyeṣu ca puṣkarasthā rarāja sā cāru niśākarasthā

Die Pracht, die auf der Erde am Berg Mandara erstrahlt, ebenso in der Abenddämmerung über dem Ozean, ebenso im Wasser auf der Lotusblüte — jene Schönheit erglänzte nun am lieblichen Mond.

Wort für Wort
yā bhāti lakṣmīḥ
jene Pracht, die erstrahlt
bhuvi mandarasthā
auf der Erde, am Berg Mandara weilend
tathā pradoṣeṣu ca sāgarasthā
und ebenso in der Abenddämmerung über dem Meer
tathaiva toyeṣu ca puṣkarasthā
und ebenso im Wasser auf der Lotusblüte
rarāja sā cāru niśākarasthā
jene erglänzte nun am lieblichen Mond

haṃsaḥ yathā rājata pañjarasthaḥ siṃhaḥ yathā mandara kandarasthaḥ | vīraḥ yathā garvita kuñjarasthaḥ candraḥ vibabhrāja tathā ambarasthaḥ

Wie ein Schwan in einem silbernen Käfig, wie ein Löwe in einer Höhle des Mandara, wie ein Held auf einem stolzen Elefanten — so erstrahlte der Mond am Himmel.

Wort für Wort
haṃsaḥ yathā rājata pañjarasthaḥ
wie ein Schwan in einem silbernen Käfig
siṃhaḥ yathā mandara kandarasthaḥ
wie ein Löwe in einer Höhle des Mandara
vīraḥ yathā garvita kuñjarasthaḥ
wie ein Held auf einem stolzen Elefanten
candraḥ vibabhrāja tathā ambarasthaḥ
so erstrahlte der Mond, am Himmel weilend

sthitaḥ kakudmān iva tīkṣṇaśṛṅgo mahācalaḥ śveta iva uccaśṛṅgaḥ | hastī iva jāmbūnadabaddhaśṛṅgo rarāja candraḥ paripūrṇaśṛṅgaḥ

Wie ein dastehender Stier mit scharfem Höcker, wie ein großer weißer Berg mit hohem Gipfel, wie ein Elefant mit goldbeschlagenen Stoßzähnen — so erstrahlte der vollrunde Mond.

Wort für Wort
sthitaḥ kakudmān iva tīkṣṇaśṛṅgaḥ
wie ein dastehender Stier mit scharfem Höcker
mahācalaḥ śveta iva uccaśṛṅgaḥ
wie ein großer weißer Berg mit hohem Gipfel
hastī iva jāmbūnadabaddhaśṛṅgaḥ
wie ein Elefant mit goldbeschlagenen Stoßzähnen
rarāja candraḥ paripūrṇaśṛṅgaḥ
so erstrahlte der vollrunde Mond

vinaṣṭaśītāmbutuṣārapaṅko mahāgrahagrāhavinaṣṭapaṅkaḥ | prakāśalakṣmyāśrayanirmalāṅko rarāja candro bhagavān śaśāṅkaḥ

Frei vom Schmutz kalten Wassers und Reifs, frei von der Bedrohung großer Planeten und Krokodile, ein Zufluchtsort strahlender Pracht mit reinem Mal — so erglänzte der erhabene Mond, der Hasenträger.

Wort für Wort
vinaṣṭaśītāmbutuṣārapaṅkaḥ
frei vom Schmutz kalten Wassers und Reifs
mahāgrahagrāhavinaṣṭapaṅkaḥ
frei von der Bedrohung großer Planeten und Krokodile
prakāśalakṣmyāśrayanirmalāṅkaḥ
ein Zufluchtsort strahlender Pracht mit reinem Mal
rarāja candraḥ bhagavān śaśāṅkaḥ
so erglänzte der erhabene Mond, der Hasenträger

śīlātalaṃ prāpya yathā mṛgendro mahāraṇaṃ prāpya yathā gajendraḥ | rājyaṃ samāsādya yathā narendraḥ tathā prakāśaḥ virarāja candraḥ

Wie ein Löwe, der einen Felsplatz erreicht hat, wie ein Elefantenfürst, der die große Schlacht erreicht hat, wie ein König, der sein Reich erlangt hat — so erstrahlte glänzend der Mond.

Wort für Wort
śīlātalam prāpya yathā mṛgendraḥ
wie ein Löwe, der einen Felsplatz erreicht hat
mahāraṇam prāpya yathā gajendraḥ
wie ein Elefantenfürst, der die große Schlacht erreicht hat
rājyam samāsādya yathā narendraḥ
wie ein König, der sein Königreich erlangt hat
tathā prakāśaḥ virarāja candraḥ
so erstrahlte glänzend der Mond

prakāśacandrodayanaṣṭadoṣaḥ pravṛttarakṣaḥpiśitāśadoṣaḥ | rāmābhirāmeritacittadoṣaḥ svargaprakāśo bhagavān pradoṣaḥ

Mit dem Aufgang des strahlenden Mondes schwand das Dunkel, doch begann das Laster der fleischgierigen Rākṣasas; das durch Liebesfreuden erregte Übel der Herzen entstand — so war die erhabene Dämmerung ein Abglanz des Himmels.

Wort für Wort
prakāśacandrodayanaṣṭadoṣaḥ
durch den Aufgang des strahlenden Mondes schwand das Dunkel
pravṛttarakṣaḥpiśitāśadoṣaḥ
das Laster der nach Fleisch verlangenden Rākṣasas begann
rāmābhirāmeritacittadoṣaḥ
das durch Liebesfreuden erregte Übel der Herzen
svargaprakāśo bhagavān pradoṣaḥ
die erhabene Dämmerung, ein Abglanz des Himmels

tantrīsvanāḥ karṇasukhāḥ pravṛttāḥ svapanti nāryaḥ patibhiḥ suvṛttāḥ | naktaṃcarāḥ ca api tathā pravṛttā vihartum atyadbhutaraudravṛttāḥ

Saitenklänge erklangen, dem Ohr wohltuend; tugendhafte Frauen schliefen bei ihren Gatten; und die Nachtwandler machten sich auf, um sich in höchst schauerlichem, grausigem Treiben zu ergehen.

Wort für Wort
tantrīsvanāḥ karṇasukhāḥ pravṛttāḥ
Saitenklänge, dem Ohr wohltuend, erklangen
svapanti nāryaḥ patibhiḥ suvṛttāḥ
tugendhafte Frauen schliefen bei ihren Gatten
naktaṃcarāḥ ca api tathā pravṛttāḥ
und auch die Nachtwandler machten sich auf
vihartum atyadbhutaraudravṛttāḥ
um sich in höchst schauerlichem, grausigem Treiben zu ergehen

mattapramattāni samākulāni tathāśvabhadrāsanasaṃkulāni | vīraḥ śriyā ca api samākulāni dadarśa dhīmān sa kapiḥ kulāni

Der kluge Affe sah die Häuser, erfüllt von Berauschten und Unachtsamen, überfüllt mit Pferden und Prunksitzen, voll gedrängt von Pracht und Kraft.

Wort für Wort
mattapramattāni samākulāni
erfüllt von Berauschten und Unachtsamen
tathāśvabhadrāsanasaṃkulāni
und überfüllt mit Pferden und Prunksitzen
vīraḥ śriyā ca api samākulāni
voll gedrängt von Pracht und tapferen Männern
dadarśa dhīmān sa kapiḥ kulāni
der kluge Affe sah die Häuser

parasparaṃ ca adhikam ākṣipanti bhujān ca pīnān adhinikṣipanti | mattapralāpān adhikaṃ kṣipanti mattāni ca anyonyam adhikṣipanti

Sie überboten einander mit Vorwürfen, warfen ihre kräftigen Arme umeinander, stießen berauschtes Geschwätz im Übermaß aus, und die Berauschten schmähten einander.

Wort für Wort
parasparam ca adhikam ākṣipanti
sie überboten einander mit Vorwürfen
bhujān ca pīnān adhinikṣipanti
und warfen ihre kräftigen Arme umeinander
mattapralāpān adhikam kṣipanti
stießen berauschtes Geschwätz im Übermaß aus
mattāni ca anyonyam adhikṣipanti
und die Berauschten schmähten einander

rakṣāṃsi vakṣāṃsi ca vikṣipanti gātrāṇi kāntāsu ca vikṣipanti | rūpāṇi citrāṇi ca vikṣipanti dṛḍhāni ca āpāni ca vikṣipanti

Die Rākṣasas warfen ihre Brüste vor, schleuderten ihre Glieder auf ihre Geliebten, entfalteten mannigfaltige Gestalten, warfen ihre festen Trinkgefäße umher.

Wort für Wort
rakṣāṃsi vakṣāṃsi ca vikṣipanti
die Rākṣasas warfen ihre Brüste vor
gātrāṇi kāntāsu ca vikṣipanti
warfen ihre Glieder auf ihre Geliebten
rūpāṇi citrāṇi ca vikṣipanti
entfalteten mannigfaltige Gestalten
dṛḍhāni ca āpāni ca vikṣipanti
warfen ihre festen Trinkgefäße umher

dadarśa kāntāḥ ca samālabhantyaḥ tathā parāḥ tatra punaḥ svapantyaḥ | surūpavaktrāḥ ca tathā hasantyaḥ kruddhāḥ parāḥ ca api viniḥśvasantyaḥ

Er sah Geliebte, die einander berührten, und andere, die dort wiederum schliefen, schönmündige, die lachten, und andere, zornige, die schwer aufseufzten.

Wort für Wort
dadarśa kāntāḥ ca samālabhantyaḥ
er sah Geliebte, die einander berührten
tathā parāḥ tatra punaḥ svapantyaḥ
und andere, die dort wiederum schliefen
surūpavaktrāḥ ca tathā hasantyaḥ
schönmündige, die lachten
kruddhāḥ parāḥ ca api viniḥśvasantyaḥ
und andere, zornige, die schwer aufseufzten

mahāgajaiḥ ca api tathā nadadbhiḥ supūjitaiḥ ca api tathā susadbhiḥ | rarāja vīraiḥ ca viniḥśvasadbhiḥ hradaḥ bhujaṅgaiḥ iva niḥśvasadbhiḥ

Mit großen, trompetenden Elefanten, mit wohlgeehrten guten Männern, mit schwer atmenden Helden erglänzte die Stadt, wie ein Weiher mit zischenden Schlangen.

Wort für Wort
mahāgajaiḥ ca api tathā nadadbhiḥ
mit großen, trompetenden Elefanten
supūjitaiḥ ca api tathā susadbhiḥ
und mit wohlgeehrten guten Männern
rarāja vīraiḥ ca viniḥśvasadbhiḥ
erglänzte mit schwer atmenden Helden
hradaḥ bhujaṅgaiḥ iva niḥśvasadbhiḥ
wie ein Weiher mit zischenden Schlangen

buddhipradhānān rucirābhidhānān saṃśraddadhānān jagataḥ pradhānān | nānāvidhānān rucirābhidhānān dadarśa tasyāṃ puri yātudhānān

Er sah in jener Stadt Rākṣasas, die an Weisheit die Ersten waren, mit schönen Namen, vertrauenswürdig, die Ersten der Welt, von mannigfaltiger Art, mit anmutigen Namen.

Wort für Wort
buddhipradhānān rucirābhidhānān
an Weisheit erste, mit schönen Namen
saṃśraddadhānān jagataḥ pradhānān
vertrauenswürdige, die Ersten der Welt
nānāvidhānān rucirābhidhānān
von mannigfaltiger Art, mit anmutigen Namen
dadarśa tasyāṃ puri yātudhānān
er sah in jener Stadt die Rākṣasas

nananda dṛṣṭvā sa ca tān surūpān nānāguṇān ātmaguṇānurūpān | vidyotamānān sa tadānurūpān dadarśa kāṃścit ca punarvirūpān

Er freute sich, als er jene wohlgestalteten sah, mit mannigfaltigen, ihrer Natur entsprechenden Tugenden, strahlend und ihrem Rang gemäß — und er sah auch manche, die missgestaltet waren.

Wort für Wort
nananda dṛṣṭvā sa ca tān surūpān
er freute sich, jene Wohlgestalteten sehend
nānāguṇān ātmaguṇānurūpān
mit mannigfaltigen, der eigenen Natur entsprechenden Tugenden
vidyotamānān sa tadānurūpān
strahlend und entsprechend
dadarśa kāṃścit ca punarvirūpān
und er sah auch manche wiederum Missgestaltete

tato varārhāḥ suviśuddhabhāvāḥ teṣāṃ striyaḥ tatra mahānubhāvāḥ | priyeṣu pāneṣu ca saktabhāvāḥ dadarśa tāra iva suprabhāvāḥ

Dann sah er die Frauen jener Rākṣasas, edel und von reinem Wesen, hochgesinnt, dem Trinken mit ihren Geliebten zugetan, strahlend wie Sterne.

Wort für Wort
tataḥ varārhāḥ suviśuddhabhāvāḥ
dann die edlen, von reinem Wesen
teṣāṃ striyaḥ tatra mahānubhāvāḥ
deren hochgesinnte Frauen dort
priyeṣu pāneṣu ca saktabhāvāḥ
dem Trinken mit ihren Geliebten zugetan
dadarśa tāra iva suprabhāvāḥ
er sah sie, strahlend wie Sterne

śriyā jvalantīḥ trapayāvaguḍhāḥ niśīthakāle ramaṇopagūḍhāḥ | dadarśa kāścitpramadopagūḍhāḥ yathā vihaṅgāḥ kusumopagūḍhāḥ

Er sah manche, von Schönheit erglänzend, verhüllt von Scham, um Mitternacht von ihren Liebhabern umarmt, in Freude umschlossen, wie Vögel, die von Blüten umschlossen sind.

Wort für Wort
śriyā jvalantīḥ trapayāvaguḍhāḥ
von Schönheit erglänzend, von Scham verhüllt
niśīthakāle ramaṇopagūḍhāḥ
um Mitternacht von ihren Liebhabern umarmt
dadarśa kāścitpramadopagūḍhāḥ
er sah manche, in Freude umarmt
yathā vihaṅgāḥ kusumopagūḍhāḥ
wie Vögel, die von Blüten umschlossen sind

anyāḥ punarharmyatalopaviṣṭāḥ tatra priyāṅkeṣu sukhopaviṣṭāḥ | bhartuḥ priyā dharmaparā niviṣṭāḥ dadarśa dhīmān madanābhiviṣṭāḥ

Andere wiederum sah der Kluge auf den Terrassen der Paläste sitzend, dort behaglich im Schoß ihrer Geliebten ruhend, ihren Gatten zugetan, der Tugend ergeben, von Liebesverlangen erfüllt.

Wort für Wort
anyāḥ punarharmyatalopaviṣṭāḥ
andere wiederum auf den Palastterrassen sitzend
tatra priyāṅkeṣu sukhopaviṣṭāḥ
dort im Schoß ihrer Geliebten behaglich ruhend
bhartuḥ priyā dharmaparā niviṣṭāḥ
ihrem Gatten zugetan, der Tugend hingegeben
dadarśa dhīmān madanābhiviṣṭāḥ
der Kluge sah sie, von Liebesverlangen erfüllt

aprāvṛtāḥ kāñcanarājivarṇāḥ kāścitparārthyāstapanīyavarṇāḥ | punaśca kāścicchaśalakṣmavarṇāḥ kāntaprahīṇārucirāṅgavarṇāḥ

Manche, unbekleidet, von goldglänzender Hautfarbe, kostbar, mit der Farbe geschmolzenen Goldes; und wieder andere, von der Farbe des Hasenflecks im Mond, ihres Geliebten beraubt, mit anmutigen Gliedern.

Wort für Wort
aprāvṛtāḥ kāñcanarājivarṇāḥ
unbekleidet, von goldglänzender Farbe
kāścitparārthyāstapanīyavarṇāḥ
manche kostbare, von der Farbe geschmolzenen Goldes
punaśca kāścicchaśalakṣmavarṇāḥ
und wieder manche von der Farbe des Mondflecks
kāntaprahīṇārucirāṅgavarṇāḥ
ihres Geliebten beraubt, mit anmutigen Gliedern

tataḥ priyān prāpya manobhirāmān suprītiyuktāḥ sumanobhirāmāḥ | gṛheṣu hṛṣṭāḥ paramābhirāmāḥ haripravīraḥ sa dadarśa rāmāḥ

Dann sah der tapfere Affenheld die schönen Frauen, die ihre dem Herzen erfreulichen Geliebten gefunden hatten, von Freude erfüllt, sanftmütig und erfreulich, in ihren Häusern glücklich, überaus reizend.

Wort für Wort
tataḥ priyān prāpya manobhirāmān
dann ihre dem Herzen erfreulichen Geliebten gefunden habend
suprītiyuktāḥ sumanobhirāmāḥ
von Freude erfüllt, sanftmütig erfreulich
gṛheṣu hṛṣṭāḥ paramābhirāmāḥ
in den Häusern glücklich, überaus reizend
haripravīraḥ sa dadarśa rāmāḥ
jener tapfere Affenheld sah die schönen Frauen

candraprakāśāḥ ca hi vaktramālāḥ vakrākṣipakṣmāḥ ca sunetramālāḥ | vibhūṣaṇānāṃ ca dadarśa mālāḥ śatahradānāmiva cārumālāḥ

Er sah Reihen von mondgleich strahlenden Gesichtern, mit geschwungenen Wimpern und Reihen schöner Augen, und Reihen von Schmuckstücken, gleich schönen Blitzreihen.

Wort für Wort
candraprakāśāḥ ca hi vaktramālāḥ
mondgleich strahlende Reihen von Gesichtern
vakrākṣipakṣmāḥ ca sunetramālāḥ
mit geschwungenen Wimpern und Reihen schöner Augen
vibhūṣaṇānāṃ ca dadarśa mālāḥ
und er sah Reihen von Schmuckstücken
śatahradānāmiva cārumālāḥ
gleich schönen Reihen von Blitzen

na tveva sītāṃ paramābhijātāṃ pathi sthite rājakule prajātām | latāṃ prapullāmiva sādhu jātāṃ dadarśa tanvīṃ manasābhijātām

Doch Sītā, die höchst edelgeborene, im rechtmäßigen Königsgeschlecht Erzeugte, gleich einer schön erblühten Ranke wohlgeboren, die Zarte, dem Geiste nach Edle — sie fand er nirgends.

Wort für Wort
na tu eva sītām paramābhijātām
doch Sītā, die höchst edelgeborene, fand er nicht
pathi sthite rājakule prajātām
im rechten Königsgeschlecht Geborene
latām prapullāmiva sādhu jātām
gleich einer schön erblühten Ranke wohlgeboren
dadarśa tanvīm manasābhijātām
die Zarte, dem Geiste nach Edle, sah er nicht

sanātane vartmāni saṃniviṣṭāṃ rāmekṣaṇāṃ tāṃ madanābhiviṣṭām | bharturmanaḥ śrīmadanupraviṣṭāṃ strībhyo varābhyaśca sadā viśiṣṭām

sie, die auf dem ewigen Pfad der Tugend feststand, die Rāma-gleiche Augen hatte, von Liebe erfüllt, die in das glanzerfüllte Herz ihres Gatten eingegangen war, stets ausgezeichnet vor den edelsten Frauen.

Wort für Wort
sanātane vartmāni saṃniviṣṭām
die auf dem ewigen Pfad feststand
rāmekṣaṇāṃ tāṃ madanābhiviṣṭām
jene mit Rāma-gleichen Augen, von Liebe erfüllt
bharturmanaḥ śrīmadanupraviṣṭām
die in das glanzerfüllte Herz ihres Gatten eingegangen war
strībhyo varābhyaśca sadā viśiṣṭām
stets ausgezeichnet vor den edelsten Frauen

uṣṇārditāṃ sānusṛtāsrakaṇṭhīm purā varārhottamaniṣkakaṇṭhīm | sujātapakṣmāmabhiraktakaṇṭhīṃ vane.apravṛttāmiva nīlakaṇṭhīm

sie, von der Hitze gequält, mit Tränenspuren am Hals, die einst einen kostbaren, edlen Halsschmuck trug, mit wohlgeformten Wimpern und gerötetem Hals, gleich einer Pfauenhenne, die im Wald nicht mehr tanzt.

Wort für Wort
uṣṇārditāṃ sānusṛtāsrakaṇṭhīm
von Hitze gequält, mit Tränenspuren am Hals
purā varārhottamaniṣkakaṇṭhīm
die einst einen edlen, kostbaren Halsschmuck trug
sujātapakṣmāmabhiraktakaṇṭhīm
mit wohlgeformten Wimpern und gerötetem Hals
vane apravṛttāmiva nīlakaṇṭhīm
wie eine Pfauenhenne, die im Wald nicht mehr tanzt

avyaktarekhāmiva candrarekhāṃ pāṃsupradigdhāmiva hemarekhām | kṣataprarūḍhāmiva bāṇarekhāṃ vāyuprabhinnāmiva megharekhām

sie, gleich einer undeutlichen Mondsichel, gleich einem staubbedeckten Goldstreifen, gleich einer verheilenden Pfeilwunde, gleich einer vom Wind zerteilten Wolkenlinie —

Wort für Wort
avyaktarekhāmiva candrarekhāṃ
gleich einer undeutlichen Mondsichel
pāṃsupradigdhāmiva hemarekhām
gleich einem staubbedeckten Goldstreifen
kṣataprarūḍhāmiva bāṇarekhāṃ
gleich einer verheilenden Pfeilwunde
vāyuprabhinnāmiva megharekhām
gleich einer vom Wind zerteilten Wolkenlinie

sītāmapaśyan manujeśvarasya rāmasya patnīm vadatāṃ varasya | babhūva duḥkhābhihataścirasya plavaṅgamo manda ivācirasya

— Sītā, die Gattin Rāmas, des besten unter den Rednern, des Herrn der Menschen, nicht erblickend, wurde der Affe, lange schon von Schmerz getroffen, plötzlich wie erschlafft.

Wort für Wort
sītāmapaśyan manujeśvarasya
Sītā nicht erblickend, die Gattin des Herrn der Menschen
rāmasya patnīm vadatāṃ varasya
die Gattin Rāmas, des besten der Redner
babhūva duḥkhābhihataścirasya
wurde, lange schon von Schmerz getroffen
plavaṅgamo manda ivācirasya
der Affe plötzlich wie erschlafft

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