Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa

Sarga 7: Puṣpaka Vimāna Darśanam Hanumān erblickt Rāvaṇas Palast und den Himmelswagen Puṣpaka, findet aber Sītā nicht

sa veśma jālaṃ balavān dadarśa | vyāsakta vaidūrya suvarṇa jālaṃ | yathā mahat prāvṛṣi megha jālaṃ | vidyut pinaddhaṃ savihaṃga jālam

Der Starke sah das Netz aus Fenstergittern des Hauses, verbunden mit Beryll und goldenem Gitterwerk, gleich einer gewaltigen Wolkenmasse in der Regenzeit, umgürtet von Blitzen, mit Scharen von Vögeln.

Wort für Wort
sa veśma jālam balavān dadarśa
der Starke sah das Fenstergitter-Netz des Hauses
vyāsakta vaidūrya suvarṇa jālam
verbunden mit Beryll und goldenem Netzwerk
yathā mahat prāvṛṣi megha jālam
gleich einer gewaltigen Wolkenmasse in der Regenzeit
vidyut pinaddham savihaṃga jālam
umgürtet von Blitzen, mit Vogelscharen

niveśanānāṃ vividhāḥ ca śālāḥ | pradhāna śaṅkha āyudha cāpa śālāḥ | mano harāḥ ca api punaḥ viśālāḥ | dadarśa veśma adriṣu candra śālāḥ

Er sah die mannigfaltigen Hallen der Wohnstätten, die vornehmen Waffenkammern mit Muschelhörnern und Bögen, wiederum herzerfreuend und weiträumig — Häuser mit Mondterrassen auf Bergeshöhen.

Wort für Wort
niveśanānām vividhāḥ ca śālāḥ
die mannigfaltigen Hallen der Wohnstätten
pradhāna śaṅkha āyudha cāpa śālāḥ
die vornehmen Waffenkammern mit Muschelhörnern und Bögen
mano harāḥ ca api punaḥ viśālāḥ
und wiederum herzerfreuend und weiträumig
dadarśa veśma adriṣu candra śālāḥ
er sah Häuser mit Mondterrassen auf Bergeshöhen

gṛhāṇi nānā vasu rājitāni | deva asuraiḥ ca api supūjitāni | sarvaiḥ ca doṣaiḥ parivarjitāni | kapiḥ dadarśa sva bala arjitāni

Der Affe sah Häuser, erglänzend mit mannigfaltigen Schätzen, verehrt von Göttern und Asuras, frei von allen Fehlern, durch eigene Kraft erworben.

Wort für Wort
gṛhāṇi nānā vasu rājitāni
Häuser, erglänzend mit mannigfaltigen Schätzen
deva asuraiḥ ca api supūjitāni
von Göttern und Asuras verehrt
sarvaiḥ ca doṣaiḥ parivarjitāni
frei von allen Fehlern
kapiḥ dadarśa sva bala arjitāni
der Affe sah sie, durch eigene Kraft erworben

tāni prayatna abhisamāhitāni | mayena sākṣāt iva nirmitāni | mahī tale sarva guṇa uttarāṇi | dadarśa laṅkā adhipateḥ gṛhāṇi

jene, mit großer Sorgfalt errichtet, als hätte sie Maya selbst erschaffen, auf der Erde die vorzüglichsten an allen Eigenschaften — so sah er die Häuser des Herrn von Laṅkā.

Wort für Wort
tāni prayatna abhisamāhitāni
jene, mit Sorgfalt errichtet
mayena sākṣāt iva nirmitāni
als hätte sie Maya selbst erschaffen
mahī tale sarva guṇa uttarāṇi
auf der Erde die vorzüglichsten an allen Eigenschaften
dadarśa laṅkā adhipateḥ gṛhāṇi
er sah die Häuser des Herrn von Laṅkā

tataḥ dadarśa uccrita megha rūpaṃ | mano haraṃ kāñcana cāru rūpaṃ | rakṣo adhipasya ātma bala anurūpaṃ | gṛha uttamam hi apratirūpa rūpam

Dann sah er das vorzüglichste Haus, hoch aufragend wie eine Wolke, herzerfreuend, mit schöner goldener Gestalt, der eigenen Macht des Rākṣasa-Herrn entsprechend, von unvergleichlicher Gestalt.

Wort für Wort
tataḥ dadarśa uccrita megha rūpam
dann sah er das wolkenhoch aufragende
mano haram kāñcana cāru rūpam
herzerfreuend, mit schöner goldener Gestalt
rakṣo adhipasya ātma bala anurūpam
der eigenen Macht des Rākṣasa-Herrn entsprechend
gṛha uttamam hi apratirūpa rūpam
das vorzüglichste Haus, von unvergleichlicher Gestalt

mahī tale svargam iva prakīrṇaṃ | śriyā jvalantaṃ bahu ratna kīrṇaṃ | nānā tarūṇāṃ kusuma avakīrṇaṃ | girer iva agraṃ rajasā avakīrṇam

auf Erden wie der Himmel ausgebreitet, von Pracht erglühend, übersät mit vielen Juwelen, bestreut mit Blüten mancherlei Bäume, wie ein Berggipfel mit Staub bestreut.

Wort für Wort
mahī tale svargam iva prakīrṇam
auf Erden wie der Himmel ausgebreitet
śriyā jvalantam bahu ratna kīrṇam
von Pracht erglühend, übersät mit vielen Juwelen
nānā tarūṇām kusuma avakīrṇam
bestreut mit Blüten mancherlei Bäume
girer iva agram rajasā avakīrṇam
wie ein Berggipfel mit Staub bestreut

nārī pravekaiḥ iva dīpyamānaṃ | taḍidbhiḥ ambhodavat arcyamānaṃ | haṃsa pravekaiḥ iva vāhyamānaṃ | śriyā yutaṃ khe sukṛtāṃ vimānam

erstrahlend wie mit den erlesensten Frauen, geehrt wie eine Wolke mit Blitzen, wie von den erlesensten Schwänen getragen — ein prächtiger, wohlgemachter Himmelswagen im Luftraum.

Wort für Wort
nārī pravekaiḥ iva dīpyamānam
erstrahlend wie mit den erlesensten Frauen
taḍidbhiḥ ambhodavat arcyamānam
geehrt wie eine Wolke mit Blitzen
haṃsa pravekaiḥ iva vāhyamānam
wie von den erlesensten Schwänen getragen
śriyā yutam khe sukṛtām vimānam
ein prächtiger, wohlgemachter Himmelswagen im Luftraum

yathā naga agraṃ bahu dhātu citraṃ | yathā nabhaḥ ca graha candra citraṃ | dadarśa yuktī kṛta megha citraṃ | vimāna ratnam bahu ratna citram

Wie ein Berggipfel, bunt von vielerlei Mineralien, wie der Himmel, bunt von Planeten und Mond — so sah er den kunstvoll wolkenartig gestalteten, mit vielen Juwelen bunten Juwelen-Palast.

Wort für Wort
yathā naga agram bahu dhātu citram
wie ein Berggipfel, bunt von vielerlei Mineralien
yathā nabhaḥ ca graha candra citram
wie der Himmel, bunt von Planeten und Mond
dadarśa yuktī kṛta megha citram
er sah den kunstvoll wolkenartig gestalteten
vimāna ratnam bahu ratna citram
den Juwelen-Palast, bunt von vielen Juwelen

mahī kṛtā parvata rāji pūrṇā | śailāḥ kṛtāḥ vṛkṣa vitāna pūrṇāḥ | vṛkṣāḥ kṛtāḥ puṣpa vitāna pūrṇāḥ | puṣpaṃ kṛtaṃ kesara patra pūrṇam

Der Boden war gestaltet, voll von Bergreihen; die Berge waren gestaltet, voll von Baumgeflecht; die Bäume waren gestaltet, voll von Blütengeflecht; die Blüte war gestaltet, voll von Staubgefäßen und Blättern.

Wort für Wort
mahī kṛtā parvata rāji pūrṇā
der Boden war gestaltet, voll von Bergreihen
śailāḥ kṛtāḥ vṛkṣa vitāna pūrṇāḥ
die Berge waren gestaltet, voll von Baumgeflecht
vṛkṣāḥ kṛtāḥ puṣpa vitāna pūrṇāḥ
die Bäume waren gestaltet, voll von Blütengeflecht
puṣpam kṛtam kesara patra pūrṇam
die Blüte war gestaltet, voll von Staubgefäßen und Blättern

kṛtāni veśmāni ca pāṇḍurāṇi | tathā supuṣpāḥ api puṣkariṇyaḥ | punaḥ ca padmāni sakesarāṇi | dhanyāni citrāṇi tathā vanāni

Weiße Häuser waren gestaltet, ebenso schön erblühte Lotusteiche, wiederum Lotusblüten mit Staubgefäßen, und ebenso prächtige, bunte Wälder.

Wort für Wort
kṛtāni veśmāni ca pāṇḍurāṇi
weiße Häuser waren gestaltet
tathā supuṣpāḥ api puṣkariṇyaḥ
ebenso schön erblühte Lotusteiche
punaḥ ca padmāni sakesarāṇi
wiederum Lotusblüten mit Staubgefäßen
dhanyāni citrāṇi tathā vanāni
und ebenso prächtige, bunte Wälder

puṣpa āhvayaṃ nāma virājamānaṃ | ratna prabhābhiḥ ca vivardhamānaṃ | veśma uttamānām api ca ucca mānaṃ | mahā kapiḥ tatra mahā vimānam

„Puṣpaka“ mit Namen genannt, herrlich erglänzend, wachsend durch den Glanz der Juwelen, höher als die höchsten Häuser — dort sah der große Affe den gewaltigen Himmelswagen.

Wort für Wort
puṣpa āhvayam nāma virājamānam
„Puṣpaka“ genannt, herrlich erglänzend
ratna prabhābhiḥ ca vivardhamānam
wachsend durch den Glanz der Juwelen
veśma uttamānām api ca ucca mānam
höher als die höchsten Häuser
mahā kapiḥ tatra mahā vimānam
dort der große Affe, der gewaltige Himmelswagen

kṛtāḥ ca vaidūryamayāḥ vihaṃgāḥ | rūpya pravālaiḥ ca tathā vihaṃgāḥ | citrāḥ ca nānā vasubhiḥ bhujaṃgāḥ | jātyā anurūpāḥ turagāḥ śubha aṅgāḥ

Gefertigt waren Vögel aus Beryll, und ebenso Vögel aus Silber und Korallen, bunte Schlangenfiguren aus mannigfaltigen Schätzen, und wohlgestaltete, ihrer Rasse entsprechende Rosse.

Wort für Wort
kṛtāḥ ca vaidūryamayāḥ vihaṃgāḥ
gefertigt waren Vögel aus Beryll
rūpya pravālaiḥ ca tathā vihaṃgāḥ
und ebenso Vögel aus Silber und Korallen
citrāḥ ca nānā vasubhiḥ bhujaṃgāḥ
bunte Schlangenfiguren aus mannigfaltigen Schätzen
jātyā anurūpāḥ turagāḥ śubha aṅgāḥ
und wohlgestaltete, ihrer Rasse entsprechende Rosse

pravāla jāmbūnada puṣpa pakṣāḥ | salīlam āvarjita jihma pakṣāḥ | kāmasya sākṣāt iva bhānti pakṣāḥ | kṛtāḥ vihaṃgāḥ sumukhāḥ supakṣāḥ

mit Flügeln aus Koralle und Blüten aus Gold, mit anmutig geneigten, gebogenen Schwingen, wie leibhaftig strahlende Flügel des Liebesgottes — so waren die gefertigten Vögel mit schönen Gesichtern und schönen Schwingen.

Wort für Wort
pravāla jāmbūnada puṣpa pakṣāḥ
mit Flügeln aus Koralle und Blüten aus Gold
salīlam āvarjita jihma pakṣāḥ
mit anmutig geneigten, gebogenen Schwingen
kāmasya sākṣāt iva bhānti pakṣāḥ
wie leibhaftig strahlende Flügel des Liebesgottes
kṛtāḥ vihaṃgāḥ sumukhāḥ supakṣāḥ
die gefertigten Vögel mit schönen Gesichtern und Schwingen

niyujyamānāḥ ca gajāḥ suhastāḥ | sakesarāḥ ca utpala patra hastāḥ | babhūva devī ca kṛtā suhastā | lakṣmīḥ tathā padminī padma hastā

Elefanten mit schönen Rüsseln waren dargestellt, mit Lotusblütenblättern in den Rüsseln, und eine Göttin war gefertigt mit schönen Händen — Lakṣmī, die Lotusgöttin, mit einer Lotusblüte in der Hand.

Wort für Wort
niyujyamānāḥ ca gajāḥ suhastāḥ
Elefanten mit schönen Rüsseln waren dargestellt
sakesarāḥ ca utpala patra hastāḥ
mit Lotusblütenblättern in den Rüsseln
babhūva devī ca kṛtā suhastā
und eine Göttin war gefertigt mit schönen Händen
lakṣmīḥ tathā padminī padma hastā
Lakṣmī, die Lotusgöttin, mit einer Lotusblüte in der Hand

iti iva tat gṛham abhigamya śobhanaṃ | savismayaḥ nagam iva cāru śobhanaṃ | punaḥ ca tat parama sugandhi sundaram | hima atyaye nagam iva cāru kandaram

So näherte er sich, voller Staunen, jenem schönen Haus, das einem prächtigen Berg glich, und wiederum jenem höchst wohlriechenden, schönen Ort, wie einer lieblichen Berghöhle nach dem Winter.

Wort für Wort
iti iva tat gṛham abhigamya śobhanam
so näherte er sich jenem schönen Haus
savismayaḥ nagam iva cāru śobhanam
voller Staunen, wie einem prächtigen, schönen Berg
punaḥ ca tat parama sugandhi sundaram
und wiederum jenem höchst wohlriechenden, schönen
hima atyaye nagam iva cāru kandaram
wie einer lieblichen Berghöhle nach dem Winter

tataḥ sa tāṃ kapiḥ abhipatya pūjitāṃ | caran purīṃ daśa mukha bāhu pālitāṃ | adṛśyaṃ tāṃ janaka sutāṃ supūjitāṃ | suduḥkhitāṃ pati guṇa vega nirjitām

Dann, jene verehrte Stadt durchstreifend, die von den Armen des Zehnköpfigen beschützt wurde, fand der Affe die verehrte Tochter Janakas nicht, die zutiefst betrübte, von der Macht der Tugenden ihres Gatten überwältigte.

Wort für Wort
tataḥ sa tāṃ kapiḥ abhipatya pūjitām
dann jene verehrte Stadt erreichend
caran purīṃ daśa mukha bāhu pālitām
die von den Armen des Zehnköpfigen beschützte Stadt durchstreifend
adṛśyaṃ tāṃ janaka sutāṃ supūjitām
fand er die verehrte Tochter Janakas nicht sichtbar
suduḥkhitāṃ pati guṇa vega nirjitām
die zutiefst betrübte, von der Macht der Tugenden ihres Gatten überwältigte

tataḥ tadā bahu vidha bhāvita ātmanaḥ | kṛta ātmanaḥ janaka sutāṃ suvartmanaḥ | apaśyataḥ abhavat atiduḥkhitam manaḥ | sucakṣuṣaḥ pravicarataḥ mahātmanaḥ

Da wurde, während er auf mancherlei Weise sein Herz bereitete, des tugendhaften, hochgesinnten, scharfsichtigen Affen, der die Tochter Janakas nicht fand und umherstreifte, der Geist von größtem Schmerz erfüllt.

Wort für Wort
tataḥ tadā bahu vidha bhāvita ātmanaḥ
da, während er auf mancherlei Weise sein Herz bereitete
kṛta ātmanaḥ janaka sutāṃ suvartmanaḥ
des auf rechtem Pfad gefassten, der die Tochter Janakas suchte
apaśyataḥ abhavat atiduḥkhitam manaḥ
der sie nicht sah, dessen Geist von größtem Schmerz erfüllt wurde
sucakṣuṣaḥ pravicarataḥ mahātmanaḥ
des scharfsichtigen, umherstreifenden Hochgesinnten

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