Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa

Sarga 49: Rāvaṇa Darśanam Der Anblick Rāvaṇas

tataḥ sa karmaṇā tasya vismito bhīma vikramaḥ | hanumān roṣa tāmra akṣo rakṣo adhipam avaikṣata ||

Da, über dessen Tat erstaunt, betrachtete Hanumān, von furchtbarer Kraft, seine Augen vor Zorn kupferrot, den Herrscher der Rākṣasas.

Wort für Wort
tataḥ sa karmaṇā tasya vismito
da, über dessen Tat erstaunt
bhīma vikramaḥ
von furchtbarer Kraft
hanumān roṣa tāmra akṣo
Hanumān, seine Augen vor Zorn kupferrot
rakṣo adhipam avaikṣata
betrachtete den Herrscher der Rākṣasas

bhrājamānam mahāarheṇa kāncanena virājatā | muktā jāla āvṛtena atha mukuṭena mahādyutim ||

strahlend mit einer überaus kostbaren, golden erstrahlenden Krone, umhüllt von einem Perlennetz, von großem Glanz,

Wort für Wort
bhrājamānam mahāarheṇa kāncanena virājatā
strahlend mit überaus kostbarem, golden erstrahlendem
muktā jāla āvṛtena atha mukuṭena
umhüllt von einem Perlennetz, mit der Krone
mahādyutim
von großem Glanz

vajra samyoga samyuktaiḥ mahāarha maṇi vigrahaiḥ | haimaiḥ ābharaṇaiḥ citraiḥ manasā iva prakalpitaiḥ ||

mit Diamanten verbundenem, aus überaus kostbaren Edelsteinen geformtem, goldenem, buntem Schmuck, wie von Gedanken selbst ersonnen,

Wort für Wort
vajra samyoga samyuktaiḥ
mit Diamanten verbundenem
mahāarha maṇi vigrahaiḥ
aus überaus kostbaren Edelsteinen geformtem
haimaiḥ ābharaṇaiḥ citraiḥ
goldenem, buntem Schmuck
manasā iva prakalpitaiḥ
wie von Gedanken selbst ersonnen

mahāarha kṣauma samvītam rakta candana rūṣitam | svanuliptam vicitrābhiḥ vividhabhiḥ ca bhaktibhiḥ ||

gehüllt in überaus kostbares Leinen, mit rotem Sandel bestrichen, wohlgesalbt mit mancherlei bunten Ornamenten,

Wort für Wort
mahāarha kṣauma samvītam
gehüllt in überaus kostbares Leinen
rakta candana rūṣitam
mit rotem Sandel bestrichen
svanuliptam vicitrābhiḥ vividhabhiḥ ca bhaktibhiḥ
wohlgesalbt mit mancherlei bunten Ornamenten

vipulaiḥ darśanīyaiḥ ca rakṣa akṣaiḥ bhīma darśanaiḥ | dīpta tīkṣṇa mahādamṣṭraiḥ pralamba daśanac cadaiḥ | śirobhiḥ daśabhiḥ vīram bhrājamānam mahāojasam | nānā vyāla samākīrṇaiḥ śikharaiḥ iva mandaram ||

den Helden, mit seinen zehn Häuptern erstrahlend, von großer Kraft, mit weiten, ansehnlichen und zugleich furchtbaren Rākṣasa-Augen, mit lodernden, scharfen, gewaltigen Reißzähnen und herabhängenden Lippen über den Zähnen, glich er dem Mandara-Berg mit seinen von mancherlei Schlangen wimmelnden Gipfeln.

Wort für Wort
vipulaiḥ darśanīyaiḥ ca
mit weiten, ansehnlichen
rakṣa akṣaiḥ bhīma darśanaiḥ
Rākṣasa-Augen, furchtbar anzusehen
dīpta tīkṣṇa mahādamṣṭraiḥ
mit lodernden, scharfen, gewaltigen Reißzähnen
pralamba daśanac cadaiḥ
mit herabhängenden Lippen über den Zähnen
śirobhiḥ daśabhiḥ vīram bhrājamānam mahāojasam
den Helden, mit seinen zehn Häuptern erstrahlend, von großer Kraft
nānā vyāla samākīrṇaiḥ śikharaiḥ iva mandaram
wie der Mandara-Berg mit von mancherlei Schlangen wimmelnden Gipfeln

nīla añjana caya prakhyam hāreṇa urasi rājatā | pūrṇa candra ābha vaktreṇa sabalākam iva ambudam ||

an der Brust mit einer Kette wie eine Anhäufung von blauem Kajal strahlend, mit einem Gesicht wie der Vollmond, wie eine mit Kranichen gesäumte Wolke,

Wort für Wort
nīla añjana caya prakhyam hāreṇa urasi rājatā
an der Brust mit einer Kette wie eine Anhäufung blauen Kajals strahlend
pūrṇa candra ābha vaktreṇa
mit einem vollmondgleichen Gesicht
sabalākam iva ambudam
wie eine mit Kranichen gesäumte Wolke

bāhubhiḥ baddha keyūraiḥ candana uttama rūṣitaiḥ | bhrājamāna angadaiḥ pīnaiḥ panca śīrṣaiḥ iva uragaiḥ ||

mit seinen Armen, geschmückt mit Armreifen, mit vortrefflichstem Sandel bestrichen, strahlend mit prallen Armbändern, gleich fünfköpfigen Schlangen,

Wort für Wort
bāhubhiḥ baddha keyūraiḥ
mit den Armen, geschmückt mit Armreifen
candana uttama rūṣitaiḥ
mit vortrefflichstem Sandel bestrichen
bhrājamāna angadaiḥ pīnaiḥ
strahlend mit prallen Armbändern
panca śīrṣaiḥ iva uragaiḥ
gleich fünfköpfigen Schlangen

mahati sphāṭike citre ratna samyoga saṃskṛte | uttama āstaraṇa āstīrṇe upaviṣṭam vara āsane ||

sitzend auf einem großen, bunten Kristallthron, geschmückt mit einer Verbindung von Edelsteinen, überdeckt mit einem vortrefflichen Sitzbelag,

Wort für Wort
mahati sphāṭike citre
auf einem großen, bunten Kristallthron
ratna samyoga saṃskṛte
geschmückt mit einer Verbindung von Edelsteinen
uttama āstaraṇa āstīrṇe
überdeckt mit vortrefflichem Sitzbelag
upaviṣṭam vara āsane
sitzend auf dem vortrefflichen Sitz

alamkṛtābhiḥ atyartham pramadābhiḥ samantataḥ | vāla vyajana hastābhiḥ ārāt samupasevitam ||

von überaus geschmückten Frauen ringsum bedient, die Yak-Schweiffächer in den Händen hielten, in respektvoller Nähe.

Wort für Wort
alamkṛtābhiḥ atyartham
von überaus geschmückten
pramadābhiḥ samantataḥ
Frauen ringsum
vāla vyajana hastābhiḥ
die Yak-Schweiffächer in den Händen hielten
ārāt samupasevitam
in respektvoller Nähe bedient

durdhareṇa prahastena mahāpārśvena rakṣasā | mantribhiḥ mantra tattvajñaiḥ nikumbhena ca mantriṇā | upa upaviṣṭam rakṣobhiḥ caturbhiḥ bala darpitaiḥ | kṛtsnaiḥ parivṛtam lokam caturbhiḥ iva sāgaraiḥ ||

neben ihm saßen Durdhara, Prahasta, der Rākṣasa Mahāpārśva, die im wahren Wesen der Beratung kundigen Minister und der Minister Nikumbha, samt vier weiteren, an Kraft übermütigen Rākṣasas – so war er umgeben, wie die ganze Welt von ihren vier Meeren.

Wort für Wort
durdhareṇa prahastena mahāpārśvena rakṣasā
von Durdhara, Prahasta, dem Rākṣasa Mahāpārśva
mantribhiḥ mantra tattvajñaiḥ
von den im wahren Wesen der Beratung kundigen Ministern
nikumbhena ca mantriṇā
und dem Minister Nikumbha
upa upaviṣṭam rakṣobhiḥ caturbhiḥ bala darpitaiḥ
dabei sitzend, samt vier an Kraft übermütigen Rākṣasas
kṛtsnaiḥ parivṛtam lokam caturbhiḥ iva sāgaraiḥ
umgeben, wie die ganze Welt von ihren vier Meeren

mantribhiḥ mantra tattvajñaiḥ anyaiḥ ca śubha buddhibhiḥ | aśvāsyamānam sacivaiḥ suraiḥ iva sura īśvaram ||

von den im wahren Wesen der Beratung kundigen Ministern und anderen, von edler Gesinnung, getröstet und beraten, wie der Herrscher der Götter von den Göttern.

Wort für Wort
mantribhiḥ mantra tattvajñaiḥ anyaiḥ ca śubha buddhibhiḥ
von den im wahren Wesen der Beratung kundigen und anderen, von edler Gesinnung
aśvāsyamānam sacivaiḥ
von den Ministern getröstet
suraiḥ iva sura īśvaram
wie der Herrscher der Götter von den Göttern

apaśyat rākṣasa patim hanūmān atitejasam | viṣṭhitam meru śikhare satoyam iva toyadam ||

Hanumān erblickte den Herrscher der Rākṣasas, von überaus großem Glanz, wie eine wassergeschwängerte Wolke, die auf dem Gipfel des Meru ruht.

Wort für Wort
apaśyat rākṣasa patim hanūmān
Hanumān erblickte den Herrscher der Rākṣasas
atitejasam
von überaus großem Glanz
viṣṭhitam meru śikhare
der auf dem Gipfel des Meru ruht
satoyam iva toyadam
wie eine wassergeschwängerte Wolke

sa taiḥ sampīḍyamāno api rakṣobhiḥ bhīma vikramaiḥ | vismayam paramam gatvā rakṣo adhipam avaikṣata ||

Er, obwohl von jenen Rākṣasas von furchtbarer Kraft bedrängt, geriet in höchstes Erstaunen und betrachtete den Herrscher der Rākṣasas.

Wort für Wort
sa taiḥ sampīḍyamāno api
er, obwohl von jenen bedrängt
rakṣobhiḥ bhīma vikramaiḥ
von den Rākṣasas von furchtbarer Kraft
vismayam paramam gatvā
geriet in höchstes Erstaunen
rakṣo adhipam avaikṣata
und betrachtete den Herrscher der Rākṣasas

bhrājamānam tato dṛṣṭvā hanumān rākṣasa īśvaram | manasā cintayāmāsa tejasā tasya mohitaḥ ||

Als Hanumān den strahlenden Herrscher der Rākṣasas erblickte, dachte er bei sich, von dessen Glanz überwältigt:

Wort für Wort
bhrājamānam tato dṛṣṭvā hanumān
als Hanumān den strahlenden erblickte
rākṣasa īśvaram
den Herrscher der Rākṣasas
manasā cintayāmāsa
dachte er bei sich
tejasā tasya mohitaḥ
von dessen Glanz überwältigt

aho rūpam aho dhairyam aho sattvam aho dyutiḥ | aho rākṣasa rājasya sarva lakṣaṇa yuktatā ||

'Ach, welche Gestalt! Ach, welche Standhaftigkeit! Ach, welches Wesen! Ach, welcher Glanz! Ach, wie ist der Rākṣasa-König mit allen glückverheißenden Merkmalen ausgestattet!'

Wort für Wort
aho rūpam
ach, welche Gestalt
aho dhairyam
ach, welche Standhaftigkeit
aho sattvam
ach, welches Wesen
aho dyutiḥ
ach, welcher Glanz
aho rākṣasa rājasya sarva lakṣaṇa yuktatā
ach, wie ist der Rākṣasa-König mit allen Merkmalen ausgestattet

yadi adharmo na balavān syāt ayam rākṣasa īśvaraḥ | syāt ayam sura lokasya saśakrasya api rakṣitā ||

'Wäre die Unrechtmäßigkeit in ihm nicht so mächtig, könnte dieser Herrscher der Rākṣasas der Beschützer selbst der Götterwelt samt Indra sein.'

Wort für Wort
yadi adharmo na balavān syāt
wäre die Unrechtmäßigkeit nicht so mächtig
ayam rākṣasa īśvaraḥ
dieser Herrscher der Rākṣasas
syāt ayam sura lokasya
könnte er der Welt der Götter
saśakrasya api rakṣitā
samt Indra Beschützer sein

asya krūrairnṛśam saiśca karmabhirlokakutsitaiḥ | sarve bibhyati khalvasmāllokāḥ sāmaradānavāḥ ||

'Vor seinen grausamen, unbarmherzigen, von der Welt verachteten Taten fürchten sich fürwahr alle Welten, samt Göttern und Dānavas.'

Wort für Wort
asya krūrairnṛśam saiśca
vor seinen grausamen, unbarmherzigen
karmabhirlokakutsitaiḥ
von der Welt verachteten Taten
sarve bibhyati khalvasmāllokāḥ
fürchten sich fürwahr alle Welten davor
sāmaradānavāḥ
samt Göttern und Dānavas

iti cintām bahu vidhām akaron matimān kapiḥ | dṛṣṭvā rākṣasa rājasya prabhāvam amita ojasaḥ ||

So sinnend, in mancherlei Gedanken versunken, verharrte der kluge Affe, als er die Macht des Rākṣasa-Königs erblickte, von unermesslicher Kraft.

Wort für Wort
iti cintām bahu vidhām akaron
so vielfache Gedanken hegend
matimān kapiḥ
der kluge Affe
dṛṣṭvā rākṣasa rājasya prabhāvam
als er die Macht des Rākṣasa-Königs erblickte
amita ojasaḥ
von unermesslicher Kraft

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