Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa

Sarga 45: Amātya Putra Vadhaḥ Die Erschlagung der Ministersöhne

tataḥ te rākṣasa indreṇa coditā mantriṇaḥ sutāḥ | niryayuḥ bhavanāt tasmāt sapta sapta arci varcasaḥ ||

Da zogen, vom Herrscher der Rākṣasas angespornt, die Söhne der Minister, jeweils sieben an der Zahl, von Feuerglanz strahlend, aus jenem Palast aus.

Wort für Wort
tataḥ te rākṣasa indreṇa coditā
da, vom Herrscher der Rākṣasas angespornt
mantriṇaḥ sutāḥ
die Söhne der Minister
niryayuḥ bhavanāt tasmāt
zogen aus jenem Palast aus
sapta sapta arci varcasaḥ
jeweils sieben, von Feuerglanz strahlend

mahābala parīvārā dhanuṣmanto mahābalāḥ | kṛta astrā astravidām śreṣṭhāḥ paraspara jaya eṣiṇaḥ ||

Von gewaltigem Gefolge umgeben, Bogenträger, von großer Kraft, waffenkundig, die Besten der Waffenkundigen, jeder auf den eigenen Sieg bedacht.

Wort für Wort
mahābala parīvārā
von gewaltigem Gefolge umgeben
dhanuṣmanto mahābalāḥ
Bogenträger, von großer Kraft
kṛta astrā astravidām śreṣṭhāḥ
waffenkundig, die Besten der Waffenkundigen
paraspara jaya eṣiṇaḥ
jeder auf den eigenen Sieg bedacht

hema jāla parikṣiptaiḥ dhvajavadbhiḥ patākibhiḥ | toyada svana nirghoṣaiḥ vāji yuktaiḥ mahārathaiḥ ||

Auf großen Wagen, mit goldenen Netzen behangen, mit Bannern und Fahnen versehen, deren Dröhnen dem Donner der Wolken glich, mit Pferden bespannt.

Wort für Wort
hema jāla parikṣiptaiḥ
mit goldenen Netzen behangen
dhvajavadbhiḥ patākibhiḥ
mit Bannern und Fahnen versehen
toyada svana nirghoṣaiḥ
deren Dröhnen dem Donner der Wolken glich
vāji yuktaiḥ mahārathaiḥ
mit Pferden bespannten großen Wagen

tapta kāncana citrāṇi cāpāni amita vikramāḥ | visphārayantaḥ samhṛṣṭāḥ taḍidvanta iva ambudāḥ ||

Ihre mit geglühtem Gold verzierten, bunten Bogen spannend, hocherfreut, von unermesslicher Kraft, gleich Wolken mit Blitzen.

Wort für Wort
tapta kāncana citrāṇi cāpāni
die mit geglühtem Gold verzierten, bunten Bogen
amita vikramāḥ
von unermesslicher Kraft
visphārayantaḥ samhṛṣṭāḥ
spannend, hocherfreut
taḍidvanta iva ambudāḥ
gleich Wolken mit Blitzen

jananyaḥ tāḥ tataḥ teṣām viditvā kimkarān hatān | babhūvuḥ śoka sambhrāntāḥ sabāndhava suhṛt janāḥ ||

Deren Mütter, als sie erfuhren, dass die Kiṃkaras erschlagen waren, gerieten samt den Verwandten und Freunden in Kummer und Verwirrung.

Wort für Wort
jananyaḥ tāḥ tataḥ teṣām
deren Mütter da
viditvā kimkarān hatān
als sie erfuhren, dass die Kiṃkaras erschlagen waren
babhūvuḥ śoka sambhrāntāḥ
gerieten in Kummer und Verwirrung
sabāndhava suhṛt janāḥ
samt Verwandten und Freunden

te paraspara samgharṣāḥ tapta kāncana bhūṣaṇāḥ | abhipetuḥ hanūmantam toraṇastham avasthitam ||

Sie, einander im Wetteifer übertreffend, mit Schmuck aus geglühtem Gold, stürzten sich auf Hanumān, der beim Torbogen stand.

Wort für Wort
te paraspara samgharṣāḥ
sie, einander im Wetteifer übertreffend
tapta kāncana bhūṣaṇāḥ
mit Schmuck aus geglühtem Gold
abhipetuḥ hanūmantam
stürzten sich auf Hanumān
toraṇastham avasthitam
der beim Torbogen stand

sṛjanto bāṇa vṛṣṭim te ratha garjita nihsvanāḥ | vṛṣṭimanta iva ambhodā viceruḥ nairṛta ṛṣabhāḥ ||

Einen Regen von Pfeilen entsendend, mit dem Getöse dröhnender Wagen, durchstreiften sie das Feld wie regenspendende Wolken, jene Stiere unter den Rākṣasas.

Wort für Wort
sṛjanto bāṇa vṛṣṭim
einen Regen von Pfeilen entsendend
te ratha garjita nihsvanāḥ
sie, mit dem Getöse dröhnender Wagen
vṛṣṭimanta iva ambhodā
wie regenspendende Wolken
viceruḥ nairṛta ṛṣabhāḥ
durchstreiften jene Stiere unter den Rākṣasas

avakīrṇaḥ tataḥ tābhiḥ hanūmān śara vṛṣṭibhiḥ | abhavat samvṛta ākāraḥ śaila rāḍ iva vṛṣṭibhiḥ ||

Von jenen Pfeilregen überschüttet, wurde Hanumāns Gestalt verhüllt, wie ein Bergfürst von Regenschauern.

Wort für Wort
avakīrṇaḥ tataḥ tābhiḥ hanūmān
da von jenen überschüttet, Hanumān
śara vṛṣṭibhiḥ
von Pfeilregen
abhavat samvṛta ākāraḥ
wurde seine Gestalt verhüllt
śaila rāḍ iva vṛṣṭibhiḥ
wie ein Bergfürst von Regenschauern

sa śarān vancayāmāsa teṣām āśu caraḥ kapiḥ | ratha vegān ca vīrāṇām vicaran vimale ambare ||

Er, der schnellbewegliche Affe, täuschte ihre Pfeile aus, indem er im klaren Himmel umherzog, und ebenso die Wagenangriffe der Helden.

Wort für Wort
sa śarān vancayāmāsa
er täuschte die Pfeile aus
teṣām āśu caraḥ kapiḥ
er, der schnellbewegliche Affe
ratha vegān ca vīrāṇām
und die Wagenangriffe der Helden
vicaran vimale ambare
im klaren Himmel umherziehend

sa taiḥ krīḍan dhanuṣmadbhiḥ vyomni vīraḥ prakāśate | dhanuṣmadbhiḥ yathā meghaiḥ mārutaḥ prabhuḥ ambare ||

Er, mit jenen Bogenträgern spielend, erstrahlte der Held am Himmel, wie der Windgott, der Herrscher, unter blitzbewehrten Wolken am Firmament.

Wort für Wort
sa taiḥ krīḍan dhanuṣmadbhiḥ
er, mit jenen Bogenträgern spielend
vyomni vīraḥ prakāśate
erstrahlte der Held am Himmel
dhanuṣmadbhiḥ yathā meghaiḥ
wie unter bogenbewehrten (blitzbewehrten) Wolken
mārutaḥ prabhuḥ ambare
der Windgott, der Herrscher, am Firmament

sa kṛtvā ninadam ghoram trāsayan tām mahācamūm | cakāra hanumān vegam teṣu rakṣahsu vīryavān ||

Nachdem er ein furchtbares Gebrüll ausgestoßen und jenes große Heer erschreckt hatte, entfaltete Hanumān, der Kraftvolle, seine Wucht gegen jene Rākṣasas.

Wort für Wort
sa kṛtvā ninadam ghoram
nachdem er ein furchtbares Gebrüll ausgestoßen hatte
trāsayan tām mahācamūm
jenes große Heer erschreckend
cakāra hanumān vegam
entfaltete Hanumān seine Wucht
teṣu rakṣahsu vīryavān
gegen jene Rākṣasas, der Kraftvolle

talena abhihanat kāṃścit pādaiḥ kāṃścit param tapaḥ | muṣṭinā abhyahanat kāṃścin nakhaiḥ kāṃścit vyadārayat ||

Manche schlug er mit der flachen Hand, manche mit den Füßen, der Feindebezwinger; manche schlug er mit der Faust, manche zerriss er mit den Krallen.

Wort für Wort
talena abhihanat kāṃścit
manche schlug er mit der flachen Hand
pādaiḥ kāṃścit param tapaḥ
manche mit den Füßen, der Feindebezwinger
muṣṭinā abhyahanat kāṃścin
manche schlug er mit der Faust
nakhaiḥ kāṃścit vyadārayat
manche zerriss er mit den Krallen

pramamātha urasā kāṃścit ūrubhyām aparān kapiḥ | kecit tasya eva nādena tatra eva patitā bhuvi ||

Manche zermalmte der Affe mit der Brust, andere mit den Schenkeln; manche fielen allein durch sein Gebrüll dort zu Boden.

Wort für Wort
pramamātha urasā kāṃścit
manche zermalmte er mit der Brust
ūrubhyām aparān kapiḥ
andere mit den Schenkeln, der Affe
kecit tasya eva nādena
manche allein durch sein Gebrüll
tatra eva patitā bhuvi
fielen dort zu Boden

tataḥ teṣv avapanneṣu bhūmau nipatiteṣu ca | tat sainyam agamat sarvam diśo daśa bhaya arditam ||

Als sie da niedergestreckt und zu Boden gefallen waren, floh jenes ganze Heer, von Furcht gepeinigt, in die zehn Himmelsrichtungen.

Wort für Wort
tataḥ teṣv avapanneṣu
als sie da niedergestreckt waren
bhūmau nipatiteṣu ca
und zu Boden gefallen waren
tat sainyam agamat sarvam
floh jenes ganze Heer
diśo daśa bhaya arditam
in die zehn Richtungen, von Furcht gepeinigt

vineduḥ visvaram nāgā nipetuḥ bhuvi vājinaḥ | bhagna nīḍa dhvajac catraiḥ bhūḥ ca kīrṇā abhavat rathaiḥ ||

Die Elefanten schrien schrill auf, die Pferde stürzten zu Boden; die Erde war übersät mit zerbrochenen Wagenkästen, Fahnenstangen und Sonnenschirmen.

Wort für Wort
vineduḥ visvaram nāgā
die Elefanten schrien schrill auf
nipetuḥ bhuvi vājinaḥ
die Pferde stürzten zu Boden
bhagna nīḍa dhvajac catraiḥ
mit zerbrochenen Wagenkästen, Fahnenstangen, Sonnenschirmen
bhūḥ ca kīrṇā abhavat rathaiḥ
und die Erde war mit Wagen übersät

sravatā rudhireṇātha sravantyo darśitāḥ pathi | vividhaiśca svarairlaṅkā nanāda vikṛtam tadā ||

Durch das strömende Blut erschienen auf den Wegen wie fließende Bäche; und mit mancherlei Lauten hallte Laṅkā damals unheimlich wider.

Wort für Wort
sravatā rudhireṇātha
durch das strömende Blut da
sravantyo darśitāḥ pathi
erschienen wie Bäche auf den Wegen
vividhaiśca svarairlaṅkā
und mit mancherlei Lauten Laṅkā
nanāda vikṛtam tadā
hallte damals unheimlich wider

sa tān pravṛddhān vinihatya rākṣasān | mahābalaḥ caṇḍa parākramaḥ kapiḥ | yuyutsuḥ anyaiḥ punaḥ eva rākṣasaiḥ | tat eva vīro abhijagāma toraṇam tat ||

Nachdem er jene mächtigen Rākṣasas vernichtet hatte, der gewaltige, von wildem Mut erfüllte Affe, kampfbegierig gegen andere Rākṣasas, näherte sich der Held wiederum eben jenem Torbogen.

Wort für Wort
sa tān pravṛddhān vinihatya rākṣasān
nachdem er jene mächtigen Rākṣasas vernichtet hatte
mahābalaḥ caṇḍa parākramaḥ kapiḥ
der gewaltige, von wildem Mut erfüllte Affe
yuyutsuḥ anyaiḥ punaḥ eva rākṣasaiḥ
kampfbegierig wieder gegen andere Rākṣasas
tat eva vīro abhijagāma toraṇam tat
näherte sich der Held eben jenem Torbogen

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