Saṃjaya sprach: Als Śalya seinen gefallenen Wagenlenker sah, ergriff er eilends seine ganz aus Eisen gefertigte Keule, o König, und stand da unbeweglich wie ein Berg.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (saṃjaya - vac)
patitaṃ prekṣya yantāraṃ
als er den gefallenen Wagenlenker sah (patita - prekṣ - yantṛ)
śalyaḥ sarvāyasīṃ gadām
Śalya seine ganz aus Eisen gefertigte Keule (śalya - sarvāyasī - gadā)
ādāya tarasā rājaṃs
eilends ergreifend, o König (ādāya - tarasā - rājan)
tasthau girir ivācalaḥ
stand da wie ein unbeweglicher Berg (sthā - giri - iva - acala)
Auf ihn, der wie das lodernde Feuer der Weltzerstörung war, wie der Todesgott mit der Schlinge in der Hand, wie der Kailāsa mit seinem Gipfel, wie Vāsava mit dem Donnerkeil, wie ein mähnenbewehrter Löwe, wie ein brünstiger Elefant im Wald, [Lücke im Text] wie der Diskusträger mit seinem Rad, wie der Heerführer mit seinem Speer – auf diesen, den König der Madras, stürmte Bhīma unerschrocken mit Wucht los, seine gewaltige Keule ergreifend, während alle Bogenschützen zusahen.
Wort für Wort
taṃ dīptam iva kālāgniṃ
auf ihn, wie das lodernde Feuer der Weltzerstörung (tad - dīpta - iva - kāla-agni)
pāśahastam ivāntakam
wie den Todesgott mit der Schlinge in der Hand (pāśa-hasta - iva - antaka)
saśṛṅgam iva kailāsaṃ
wie den Kailāsa mit seinem Gipfel (saśṛṅga - iva - kailāsa)
savajram iva vāsavam
wie Vāsava mit dem Donnerkeil (savajra - iva - vāsava)
saśūlam iva haryakṣaṃ
wie einen Löwen mit seinem Zahn/Speer (saśūla - iva - haryakṣa)
vane mattam iva dvipam
wie einen brünstigen Elefanten im Wald (vana - matta - iva - dvipa)
**** **** sacakram iva cakriṇam
[Lücke im Text] wie den Diskusträger mit seinem Rad (lacuna - sacakra - iva - cakrin)
saśaktim iva senānyaṃ
wie den Heerführer mit seinem Speer (saśakti - iva - senānī)
javenābhyapatad bhīmaḥ
stürmte Bhīma mit Wucht los (java - abhi-pat - bhīma)
pragṛhya mahatīṃ gadām
seine gewaltige Keule ergreifend (pragṛhya - mahatī - gadā)
madrarājam asaṃbhrāntaḥ
auf den König der Madras, unerschrocken (madrarāja - asaṃbhrānta)
paśyatāṃ sarvadhanvinām
während alle Bogenschützen zusahen (paś - sarva-dhanvin)
An der mit '****' markierten Stelle (Var. *0069_01) liegt im Quelltext eine Textlücke vor; ein oder zwei Vergleichsglieder der Kette fehlen und werden hier nicht ergänzt. 'Diskusträger' (cakrin) meint Viṣṇu, 'Heerführer' (senānī) vermutlich Skanda/Kārttikeya als Heerführer der Götter.
prekṣantaḥ sarvatas tau hi yodhā yodhamahādvipau; tāvakāś ca pare caiva sādhu sādhv ity athābruvan
Denn die Krieger, die diese beiden gewaltigen Kampfelefanten unter den Männern von allen Seiten betrachteten, deine wie auch die Feinde, riefen darauf: „Gut, gut!“
Wort für Wort
prekṣantaḥ sarvatas tau
die diese beiden von allen Seiten betrachteten (prekṣ - sarvatas - tad)
hi yodhā yodhamahādvipau
die Krieger, die beiden Kampf-Elefanten unter den Männern (yodha - yodha-mahādvipa)
Wie zwei große Elefanten mit ihren Stoßzähnen, wie zwei mächtige Stiere mit ihren Hörnern, wie mit Stacheln, so schlugen sie einander mit den Spitzen ihrer Keulen.
Wort für Wort
dantair iva mahānāgau
wie zwei große Elefanten mit ihren Stoßzähnen (danta - iva - mahānāga)
śṛṅgair iva maharṣabhau
wie zwei mächtige Stiere mit ihren Hörnern (śṛṅga - iva - maharṣabha)
tottrair iva tadānyonyaṃ
wie mit Stacheln, so einander (tottra - iva - tadā - anyonyam)
gadāgrābhyāṃ nijaghnatuḥ
schlugen sie mit den Spitzen ihrer Keulen (gadā-agra - nihan)
tau gadānihatair gātraiḥ kṣaṇena rudhirokṣitau; prekṣaṇīyatarāv āstāṃ puṣpitāv iva kiṃśukau
Die beiden, an ihren von der Keule getroffenen Gliedern binnen kurzem blutbespritzt, wurden noch sehenswerter anzuschauen, wie zwei blühende Kiṃśuka-Bäume.
Wort für Wort
tau gadānihatair gātraiḥ
die beiden, an ihren von der Keule getroffenen Gliedern (tad - gadā-nihata - gātra)
kṣaṇena rudhirokṣitau
binnen kurzem blutbespritzt (kṣaṇa - rudhira-ukṣita)
prekṣaṇīyatarāv āstāṃ
wurden noch sehenswerter (prekṣaṇīyatara - ās)
puṣpitāv iva kiṃśukau
wie zwei blühende Kiṃśuka-Bäume (puṣpita - iva - kiṃśuka)
nivṛtya tu mahāvīryau samucchritagadāv ubhau; punar antaramārgasthau maṇḍalāni viceratuḥ
Nachdem sich die beiden hochgewaltigen Helden zurückgezogen hatten, mit erhobenen Keulen, durchmaßen sie erneut, auf den Zwischenwegen stehend, ihre Kreisbahnen.
Wort für Wort
nivṛtya tu mahāvīryau
nachdem sich die beiden Hochgewaltigen zurückgezogen hatten (ni-vṛt - mahāvīrya)
samucchritagadāv ubhau
beide mit erhobenen Keulen (samucchrita-gadā - ubha)
punar antaramārgasthau
erneut auf den Zwischenwegen stehend (punar - antara-mārga-stha)
maṇḍalāni viceratuḥ
durchmaßen sie ihre Kreisbahnen (maṇḍala - vi-car)
Dann, nachdem sie acht Schritte aufeinander zugegangen waren, kam es zwischen ihnen zum Zusammenstoß, wobei sie ihre eisernen Stäbe erhoben, die Übermenschliches vollbrachten.
Wort für Wort
athābhyetya padāny aṣṭau
nachdem sie acht Schritte aufeinander zugegangen waren (atha - abhi-i - pada - aṣṭan)
saṃnipāto 'bhavat tayoḥ
kam es zwischen ihnen zum Zusammenstoß (saṃnipāta - bhū - tad)
udyamya lohadaṇḍābhyām
ihre eisernen Stäbe erhebend (udyamya - loha-daṇḍa)
atimānuṣakarmaṇoḥ
die Übermenschliches vollbrachten (atimānuṣa-karman)
kṣībavad vihvalatvāt tu nimeṣāt punar utthitaḥ; bhīmaseno gadāpāṇiḥ samāhvayata madrapam
Bhīmasena aber, der wie ein Betrunkener betäubt gewesen war, erhob sich binnen eines Augenblicks wieder und forderte, die Keule in der Hand, den Herrscher der Madras zum Kampf heraus.
Wort für Wort
kṣībavad vihvalatvāt tu
der wie ein Betrunkener betäubt gewesen war (kṣībavat - vihvalatva)
nimeṣāt punar utthitaḥ
erhob sich binnen eines Augenblicks wieder (nimeṣa - punar - utthita)
bhīmaseno gadāpāṇiḥ
Bhīmasena, die Keule in der Hand (bhīmasena - gadā-pāṇi)
samāhvayata madrapam
forderte den Herrscher der Madras heraus (samāhvaya - madrapa)
tato yuddham abhūd ghoraṃ parasparavadhaiṣiṇām; anyonyavadhasaṃyuktam anyonyaprītivardhanam
Da entbrannte ein furchtbarer Kampf zwischen denen, die einander zu töten begierig waren, verbunden mit gegenseitigem Töten und gegenseitig wachsendem Wohlgefallen daran.
Wort für Wort
tato yuddham abhūd ghoraṃ
da entbrannte ein furchtbarer Kampf (tatas - yuddha - bhū - ghora)
parasparavadhaiṣiṇām
zwischen denen, die einander zu töten begierig waren (paraspara-vadha-eṣin)
anyonyavadhasaṃyuktam
verbunden mit gegenseitigem Töten (anyonya-vadha-saṃyukta)
anyonyaprītivardhanam
und gegenseitig wachsendem Wohlgefallen (anyonya-prīti-vardhana)
śravaṇān nāmadheyānāṃ pāṇḍavānāṃ ca kīrtanāt; parasparaṃ vijānīmo ye cāyudhyann abhītavat
Nur am Hören der Namen und am Ausrufen der Pāṇḍava-Namen erkannten wir einander, wer da ohne Furcht miteinander kämpfte.
Wort für Wort
śravaṇān nāmadheyānāṃ
am Hören der Namen (śravaṇa - nāmadheya)
pāṇḍavānāṃ ca kīrtanāt
und am Ausrufen der Pāṇḍava-Namen (pāṇḍava - kīrtana)
parasparaṃ vijānīmo
erkannten wir einander (paraspara - vijñā)
ye cāyudhyann abhītavat
wer da ohne Furcht kämpfte (yad - yudh - abhītavat)
Diese Stelle wechselt kurz in eine erste-Person-Plural-Erzählform ('wir erkannten'), wie sie in Sañjayas Schlachtbericht gelegentlich vorkommt, um die Perspektive der im Staub kämpfenden Krieger selbst wiederzugeben.
tad rajaḥ puruṣavyāghra śoṇitena praśāmitam; diśaś ca vimalā jajñus tasmin rajasi śāmite
Jener Staub, o Tiger unter den Männern, wurde durch das vergossene Blut gestillt, und als der Staub sich gelegt hatte, wurden die Himmelsrichtungen wieder klar.
Wort für Wort
tad rajaḥ puruṣavyāghra
jener Staub, o Tiger unter den Männern (tad - rajas - puruṣavyāghra)
śoṇitena praśāmitam
wurde durch das Blut gestillt (śoṇita - praśāmita)
diśaś ca vimalā jajñus
und die Himmelsrichtungen wurden klar (diś - vimala - jan)
tasmin rajasi śāmite
als jener Staub sich gelegt hatte (tad - rajas - śāmita)
Und während jene furchtbar gestaltige, schreckenerregende Schlacht ihren Gang nahm, war weder unter den Deinen noch unter den Feinden auch nur einer, der sein Gesicht abwandte.
Wort für Wort
tathā pravṛtte saṃgrāme
und während jene Schlacht ihren Gang nahm (tathā - pravṛtta - saṃgrāma)
Auf die Brahma-Welt als höchstes Ziel gerichtet, den Sieg im Kampf begehrend, mit tapferem Kampfesmut ausgestattet, nach dem Himmel verlangend, kämpften die Männer.
Wort für Wort
brahmalokaparā bhūtvā
auf die Brahma-Welt als höchstes Ziel gerichtet (brahmaloka-para - bhū)
prārthayanto jayaṃ yudhi
den Sieg im Kampf begehrend (prārthayat - jaya - yudh)
suyuddhena parākrāntā
mit tapferem Kampfesmut ausgestattet (suyuddha - parākrānta)
narāḥ svargam abhīpsavaḥ
die Männer, nach dem Himmel verlangend (nara - svarga - abhīpsu)
Um sich von der Schuld gegenüber ihrem Herrn zu befreien, entschlossen zum Dienst für ihren Herrn, mit auf den Himmel gerichtetem Sinn, kämpften die Krieger damals.
Wort für Wort
bhartṛpiṇḍavimokṣārthaṃ
um sich von der Schuld gegenüber ihrem Herrn zu befreien (bhartṛ-piṇḍa-vimokṣa-artha)
bhartṛkāryaviniścitāḥ
entschlossen zum Dienst für ihren Herrn (bhartṛ-kārya-viniścita)
svargasaṃsaktamanaso
mit auf den Himmel gerichtetem Sinn (svarga-saṃsakta-manas)
yodhā yuyudhire tadā
kämpften die Krieger damals (yodha - yudh - tadā)
'bhartṛpiṇḍavimokṣa' meint die Befreiung von der durch den Sold/das Brot des Herrn übernommenen Verpflichtung – ein im Epos wiederkehrendes Motiv des Kriegerethos.
Auch der gerechte König, zornentbrannt und hochberühmt, durchbohrte den König der Madras mit scharfen, mit Falken- und Pfauenfedern befiederten Pfeilen.
Wort für Wort
dharmarājo 'pi saṃkruddho
auch der gerechte König, zornentbrannt (dharmarāja - api - saṃkruddha)
madrarājaṃ mahāyaśāḥ
den König der Madras, der Hochberühmte (madrarāja - mahāyaśas)
vivyādha niśitair bāṇaiḥ
durchbohrte mit scharfen Pfeilen (vyadh - niśita - bāṇa)
kaṅkabarhiṇavājitaiḥ
mit Falken- und Pfauenfedern befiedert (kaṅka-barhiṇa-vājita)