Kapitel 27: śakuniulūkayuddha
Sahadevas Kampf gegen Ulūka und Śakuni, Ulūkas Tod und Śakunis Fall
Nach dem Zusammenprall der Heere schlägt Sahadeva Ulūka den Kopf ab; anschließend tötet er Śakuni, den Anstifter des Unheils, und das Kaurava-Heer flieht.
tato 'syāpatatas tūrṇaṃ sahadevaḥ pratāpavān; śaraughān preṣayām āsa pataṃgān iva śīghragān; ulūkaś ca raṇe bhīmaṃ vivyādha daśabhiḥ śaraiḥ
Als er da herandrängte, ließ der machtvolle Sahadeva rasch Pfeilströme auf ihn los, wie schnell fliegende Falter. Und Ulūka durchbohrte im Kampf Bhīma mit zehn Pfeilen.
Wort für Wort
tato 'syāpatatas tūrṇam
darauf gegen ihn, den rasch Anstürmenden (Gen. abs.)
sahadevaḥ pratāpavān
Sahadeva, der Machtvolle (Nom.)
śaraughān preṣayām āsa
schickte Pfeilfluten (Akk.Pl.; Perf. periphr.)
pataṃgān iva śīghragān
wie schnell fliegende Falter/Vögel (Akk.Pl.)
ulūkaś ca raṇe bhīmaṃ
und Ulūka im Kampf Bhīma (Nom./Lok./Akk.)
vivyādha daśabhiḥ śaraiḥ
durchbohrte mit zehn Pfeilen (3.Sg.Perf.; Instr.Pl.)
Jene Helden, o König, durchbohrten einander im Kampf, als sie aufeinandergetroffen waren, mit scharfen Pfeilen, die mit Reiher- und Pfauenfedern befiedert waren, goldgeschäftet, am Stein geschliffen und bis zum Ohr abgeschossen.
Wort für Wort
te śūrāḥ samare rājan
jene Helden im Kampf, o König (Nom.Pl.; Lok.; Vok.)
samāsādya parasparam
aufeinandergetroffen (Abs.; Adv.)
vivyadhur niśitair bāṇaiḥ
durchbohrten mit scharfen Pfeilen (3.Pl.Perf.; Instr.Pl.)
kaṅkabarhiṇavājitaiḥ
mit Reiher- und Pfauenfedern befiedert (Instr.Pl., Kompositum)
aśvair viparidhāvadbhiḥ śaracchannair viśāṃ pate; tatra tatra kṛto mārgo vikarṣadbhir hatān bahūn
Von hin und her rennenden, pfeilbedeckten Rossen, o Herr der Menschen, wurde dort und dort ein Weg gebahnt, da sie viele Erschlagene [mit sich] zerrten.
Wort für Wort
aśvair viparidhāvadbhiḥ
von hin und her rennenden Rossen (Instr.Pl.)
śaracchannair viśāṃ pate
pfeilbedeckt, o Herr der Menschen (Instr.Pl.; Vok.)
tatra tatra kṛto mārgaḥ
dort und dort wurde ein Weg gemacht (Nom.; Part.)
vikarṣadbhir hatān bahūn
die viele Erschlagene schleppten (Instr.Pl. Part.; Akk.Pl.)
mit Wurfspießen, Speeren und Wurfkeulen, o Bezwinger der Feinde,
Wort für Wort
ṛṣṭibhiḥ śaktibhiś caiva
mit Schwertern/Spießen und Speeren (Instr.Pl.)
tomaraiś ca
und mit Wurfspeeren (Instr.Pl.)
paraṃtapa
o Feindebezwinger (Vok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; ṛṣṭi = Schwert/zweischneidige Waffe, hier [?] nach Bedeutungsbereich gewählt.
Mit Gesichtern, deren Augen vor Zorn hervorquollen und deren Lippen zusammengebissen waren, mit Ohrringen, lotosstaubgleichen [Farbe]: so war die Erde bedeckt.
Wort für Wort
udvṛttanayanai roṣāt
mit verdrehten Augen aus Zorn (Instr.Pl.; Abl.)
saṃdaṣṭauṣṭhapuṭair mukhaiḥ
mit Gesichtern, deren Lippen zusammengebissen (Instr.Pl.)
sakuṇḍalair mahī channā
mit Ohrringen, die Erde bedeckt (Instr.Pl.; Nom.f.)
und mit aufgerichteten, abgehauenen Rümpfen, während andere im Kampf tanzten, wurde die Erde, o Herr, schrecklich, überfüllt von Scharen von Aasfressern.
Wort für Wort
kabandhair utthitaiś chinnaiḥ
mit aufgerichteten, abgehauenen Rümpfen (Instr.Pl.)
nṛtyadbhiś cāparair yudhi
und mit anderen, tanzenden, im Kampf (Instr.Pl.; Lok.)
kravyādagaṇasaṃkīrṇā
voll von Scharen von Fleischfressern (Nom.f.)
ghorābhūt pṛthivī vibho
schrecklich wurde die Erde, o Herr (3.Sg.Aor.; Vok.)
In diesem Augenblick traf der Held, der machtvolle Sohn Subalas, Sahadeva heftig mit einem Wurfspieß am Kopf; der, betäubt, o Großkönig, sank auf dem Wagensitz nieder.
Wort für Wort
etasminn antare śūraḥ
in diesem Augenblick der Held (Lok.; Nom.)
saubaleyaḥ pratāpavān
der Subalasohn, der Machtvolle (Nom.)
prāsena sahadevasya śirasi
mit dem Wurfspieß Sahadevas am Kopf (Instr.; Gen.; Lok.)
prāharad bhṛśam
schlug heftig (3.Sg.Impf.; Adv.)
sa vihvalo mahārāja
dieser, benommen, o Großkönig (Nom.; Vok.)
rathopastha upāviśat
setzte sich im Wagenraum nieder (Lok.; 3.Sg.Impf.)
nirbibheda ca nārācaiḥ śataśo 'tha sahasraśaḥ; vinirbhidyākaroc caiva siṃhanādam ariṃdama
Und er durchbohrte sie zu Hunderten und Tausenden mit Eisenpfeilen; und nachdem er sie durchbohrt hatte, stieß er, o Bezwinger der Feinde, einen Löwenruf aus.
Wort für Wort
nirbibheda ca nārācaiḥ
und durchbohrte mit Eisenpfeilen (3.Sg.Perf.; Instr.Pl.)
śataśo 'tha sahasraśaḥ
zu Hunderten und dann zu Tausenden (Adv.)
vinirbhidyākaroc caiva
und nachdem er sie durchbohrt hatte, tat er (Abs.; 3.Sg.Aor.)
[Ihn, der den ? überwindet, erlangt die Welt Śakras.]
Wort für Wort
śūliyāsa[pāśa?]m
unklar, verderbt (Akk.?)
atikramya
überschreitend (Abs.)
śakralokaṃ
die Welt Śakras/Indras (Akk.)
samaśnute
erlangt er (3.Sg.Präs.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Text verderbt: śūliyāsa[pāśa?]m ist unklar; Wiedergabe unsicher [?].
dravadbhis tatra rājendra kṛtaḥ śabdo 'tidāruṇaḥ; kṣubdhasāgarasaṃkāśaḥ kṣubhitaḥ sarvato 'bhavat
Von den Fliehenden [und Umkehrenden] dort, o Fürst der Könige, entstand ein überaus furchtbares Getöse; wie ein aufgewühltes Meer wurde es ringsum aufgewühlt.
Wort für Wort
dravadbhis tatra rājendra
von den Laufenden dort, o Königsfürst (Instr.Pl.; Vok.)
kṛtaḥ śabdo 'tidāruṇaḥ
erzeugt ein überaus grausiger Lärm (Part.; Nom.)
kṣubdhasāgarasaṃkāśaḥ
dem aufgewühlten Meer gleich (Nom.)
kṣubhitaḥ sarvato 'bhavat
aufgewühlt ringsum wurde [er/es] (Part.; 3.Sg.Impf.)
Die Beziehung des Partizips kṣubhitaḥ ist unsicher (Lärm/Heer) [?].
pratyāśvasya ca durdharṣaḥ sahadevo viśāṃ pate; śakuniṃ daśabhir viddhvā hayāṃś cāsya tribhiḥ śaraiḥ; dhanuś ciccheda ca śaraiḥ saubalasya hasann iva
Und Sahadeva, der Unbezwingbare, o Herr der Menschen, fasste sich wieder, durchbohrte Śakuni mit zehn Pfeilen und seine Rosse mit drei Pfeilen, und zerschnitt Saubalas Bogen mit Pfeilen, gleichsam lachend.
Wort für Wort
pratyāśvasya ca durdharṣaḥ
und wieder zu Atem gekommen, der Unbezwingbare (Abs.; Nom.)
sahadevo viśāṃ pate
Sahadeva, o Herr der Menschen (Nom.; Vok.)
śakuniṃ daśabhir viddhvā
Śakuni mit zehn durchbohrt (Akk.; Instr.; Abs.)
hayāṃś cāsya tribhiḥ śaraiḥ
und seine Rosse mit drei Pfeilen (Akk.Pl.; Instr.Pl.)
dhanuś ciccheda ca śaraiḥ
und den Bogen zerschnitt er mit Pfeilen (Akk.; 3.Sg.Perf.)
Als der Bogen zerschnitten war, o Herrscher der Könige, ergriff da Śakuni, der Sohn des Subala, ein gewaltiges Schwert und schleuderte es auf Sahadeva.
Wort für Wort
chinne dhanuṣi rājendra
als der Bogen zerschnitten war, o Herrscher der Könige (Lok. abs./Vok.)
Als es plötzlich heranflog, von schrecklicher Gestalt, o Herr der Menschen, zerschnitt er es in der Schlacht in zwei Teile, gleichsam lachend, das [Schwert] des Saubala.
Wort für Wort
tam āpatantaṃ sahasā
es, das heranfliegende, plötzlich (Akk.Sg.Part.Präs./Adv.)
ghorarūpaṃ viśāṃ pate
von schrecklicher Gestalt, o Herr der Menschen (Akk.Sg./Vok.)
dvidhā ciccheda samare
in zwei Teile zerschnitt er in der Schlacht (Adv./3.Sg.Perf./Lok.)
saubalasya hasann iva
des Saubala, gleichsam lachend (Gen.Sg./Part.Präs.)
Subjekt (Sahadeva) ergibt sich aus dem Zusammenhang; asi/khaḍga ist Bezugswort von tam.
Darauf der König von Gāndhāra, von dem Wunsch getrieben, Vergeltung zu üben, [...]
Wort für Wort
tato
darauf (Adv.)
gāndhāranṛpatiḥ
der König von Gāndhāra (Nom.Sg., Tatpuruṣa)
kṛtapraticikīrṣayā
mit dem Wunsch, Vergeltung zu tun (Instr.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Halbvers-Fragment einer Zusatzpassage; das Prädikat fehlt, syntaktisch zu 46 hin offen.
Da erhob sich ein gewaltiges Jubelgeschrei bei den Pāṇḍavas, die den Sieg errungen hatten und Siegesglanz trugen; die Dhārtarāṣṭras wandten sich darauf fast alle ab.
Wort für Wort
athotkruṣṭaṃ mahad dhy āsīt
da war ein Geschrei, ein großes (Adv./Part.Neutr./Nom.n./Partikel/3.Sg.Impf.)
pāṇḍavair jitakāśibhiḥ
bei den Pāṇḍavas, die den Sieg errungen hatten und strahlten (Instr.Pl.)
dhārtarāṣṭrās tataḥ sarve
die Dhārtarāṣṭras darauf, alle (Nom.Pl./Adv.)
prāyaśo vimukhābhavan
größtenteils wandten sie sich ab (Adv./3.Pl.Impf.)
jitakāśin: „siegesglänzend, im Glanz des Sieges“; Wiedergabe unsicher [?].
Darauf trat Sahadeva dem Saubala entgegen, der, von den Gāndhāras geschützt, auf Rossen von hinten gedeckt war, im Vertrauen auf den Sieg, während er im Kampf [davon]zog.
Wort für Wort
tato gāndhārakair guptaṃ
darauf, von den Gāndhāras geschützt (Adv./Instr.Pl./Part.Perf.Pass.)
pṛṣṭhair aśvair jaye dhṛtam
mit Rossen im Rücken, den Sinn auf den Sieg gerichtet (Instr.Pl./Instr.Pl./Lok./Part.)
āsasāda raṇe yāntaṃ
stieß er an, im Kampf ziehend (3.Sg.Perf./Lok./Akk.Sg.Part.)
sahadevo 'tha saubalam
Sahadeva, da, den Saubala (Nom.Sg./Adv./Akk.Sg.)
Text und Konstruktion von pṛṣṭhair aśvair jaye dhṛtam unsicher; Wiedergabe mit Vorbehalt.
Seinen übrig gebliebenen Anteil bedenkend, o König, den Śakuni, fuhr Sahadeva mit dem goldverzierten Wagen heran; er machte den Bogen straff gespannt, kräftig, und schwang den gewaltigen Bogen.
Wort für Wort
svam aṃśam avaśiṣṭaṃ
seinen eigenen Anteil, den übrig gebliebenen (Akk.Sg./Akk.Sg.Part.)
sa saṃsmṛtya śakuniṃ nṛpa
er, sich erinnernd an Śakuni, o König (Nom./Abs./Akk./Vok.)
Er stürzte sich auf den Saubala und traf ihn heftig, zornig, mit geierbefiederten, am Stein geschliffenen Pfeilen, wie man mit Stachelstöcken einen mächtigen Elefanten [trifft].
Wort für Wort
sa saubalam abhidrutya
er, den Saubala angreifend (Nom./Akk./Abs.)
gṛdhrapatraiḥ śilāśitaiḥ
mit geierbefiederten, am Stein geschärften [Pfeilen] (Instr.Pl.)
bhṛśam abhyahanat kruddhaḥ
heftig traf er, zornig (Adv./3.Sg.Impf./Nom.)
tottrair iva mahādvipam
wie mit Elefantenstacheln einen großen Elefanten (Instr.Pl./Akk.Sg.)
adya te vihaniṣyāmi kṣureṇonmathitaṃ śiraḥ; vṛkṣāt phalam ivoddhṛtya laguḍena pramāthinā
Heute werde ich dir mit dem Schermesser den abgerissenen Kopf zerschlagen, wie man mit einem Stock, der zerschmettert, eine Frucht vom Baum herunterholt.
Wort für Wort
adya te vihaniṣyāmi
heute werde ich dir zerschlagen (Adv./Gen.-Dat./1.Sg.Fut.)
kṣureṇonmathitaṃ śiraḥ
den mit dem Schermesser abgerissenen Kopf (Instr.Sg./Part.Perf.Pass./Akk.Sg.n.)
vṛkṣāt phalam ivoddhṛtya
wie vom Baum eine Frucht herunterholend (Abl./Akk./Abs.)
laguḍena pramāthinā
mit einem Knüppel, dem zerschmetternden (Instr.Sg./Instr.Sg.)
Da stürzte sich der Sohn des Subala, zornig, allein, in dem Gewühl schnell auf den Sohn der Mādrī, Sahadeva, mit einem goldgeschmückten Speer, ihn zu töten.
Wort für Wort
tatas tu kruddhaḥ subalasya putro
darauf aber, zornig, der Sohn des Subala (Adv./Nom./Gen./Nom.Sg.)
mādrīsutaṃ sahadevaṃ vimarde
den Sohn der Mādrī, Sahadeva, im Gewühl (Akk./Akk./Lok.Sg.)
prāsena jāmbūnadabhūṣaṇena
mit einem Speer, goldgeschmückt (Instr.Sg.)
jighāṃsur eko 'bhipapāta śīghram
töten wollend, allein, stürzte auf ihn los, schnell (Nom.Sg.Des./Nom./3.Sg.Perf./Adv.)
Der Sohn der Mādrī aber durchtrennte ihm auf einmal mit drei Breitpfeilen den erhobenen Speer und die schön gerundeten Arme an der Spitze der Schlacht und brüllte laut, mit Wucht, mitten im Kampf.
Wort für Wort
mādrīsutas tasya samudyataṃ taṃ
der Sohn der Mādrī, seinen erhobenen, jenen (Nom./Gen./Akk.Sg.Part.)
prāsaṃ suvṛttau ca bhujau
Speer und die schön gerundeten Arme (Akk.Sg./Akk.Du.)
raṇāgre bhallais tribhir yugapat
an der Spitze der Schlacht mit drei Breitpfeilen zugleich (Lok./Instr.Pl./Adv.)
saṃcakarta nanāda coccaiḥ
zerschnitt er, und brüllte laut (3.Sg.Perf./3.Sg.Perf./Adv.)
tarasājimadhye
mit Wucht mitten im Kampf (Instr.Sg./Lok.Sg.)
Die Arme des Śakuni werden hier abgeschlagen; Fortsetzung in 68 ff.
tasyottamāṅgaṃ ca bhujau suvṛttau; śaktiś ca pūrvaṃ nipapāta bhūmau; paścāt kabandhaṃ rudhirāvasiktaṃ; vispandamānaṃ nipapāta ghoram
Sein Haupt und die schön gerundeten Arme, [und] die Wurflanze fielen zuerst zu Boden; danach der blutübergossene, zuckende Rumpf, schrecklich.
Wort für Wort
tasyottamāṅgaṃ ca bhujau suvṛttau
sein Haupt und die schön gerundeten Arme (Gen./Nom.Sg.n./Nom.Du.)
śaktiś ca pūrvaṃ nipapāta bhūmau
und die Lanze fiel zuerst zu Boden (Nom.Sg.f./Adv./3.Sg.Perf./Lok.)
paścāt kabandhaṃ rudhirāvasiktam
danach der Rumpf, blutbegossen (Adv./Nom.Sg.n./Part.)
vispandamānaṃ nipapāta ghoram
zuckend fiel er nieder, schrecklich (Part.Präs./3.Sg.Perf./Nom.n.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzstrophe; Numerus von nipapāta (Sg. bei Mehrzahl-Subjekt) beibehalten.
von dem herrlichsten Wagen des Königs der Könige [herab]
Wort für Wort
rathottamāt
vom herrlichsten Wagen (Abl.Sg.)
pārthivapārthivasya
des Königs der Könige (Gen.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Fragment einer Zusatzzeile; Bezug auf Śakuni (oder Duryodhana?) unsicher [?].
suvarṇaratnottamabhūṣitaṃ ca; sa siṃhanādaṃ vyanadan mahātmā; nihatya pāpaṃ subalasya putraṃ; sa nairṛtīm eva diśaṃ mahātmā; suvarṇapuṅkhair iṣubhiḥ patantaṃ
Und [der Wagen], mit Gold und den besten Edelsteinen geschmückt; der Hochgesinnte stieß einen Löwenruf aus, nachdem er den Bösen, den Sohn des Subala, erschlagen hatte; der Hochgesinnte trieb [ihn] in die südwestliche Himmelsrichtung, [ihn,] der mit goldgefiederten Pfeilen herabfiel.
Wort für Wort
suvarṇaratnottamabhūṣitaṃ ca
und mit Gold und besten Edelsteinen geschmückt (Akk.Sg./Nom.n.Part.)
sa siṃhanādaṃ vyanadan mahātmā
er stieß einen Löwenruf aus, der Hochgesinnte (Nom./Akk./3.Sg.Impf./Nom.)
nihatya pāpaṃ subalasya putraṃ
erschlagend den Bösen, den Sohn des Subala (Abs./Akk.Sg.)
sa nairṛtīm eva diśaṃ mahātmā
er in die südwestliche Richtung eben, der Hochgesinnte (Akk.Sg.f.)
suvarṇapuṅkhair iṣubhiḥ patantaṃ
mit goldgefiederten Pfeilen, herabfallend (Instr.Pl./Akk.Sg.Part.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage, syntaktisch lückenhaft und wohl gestört (Satzbau nicht sicher zu rekonstruieren) [?].
Mit einem goldverzierten, sonnengleichen, scharf geschliffenen Pfeil, des Hauptes im Kampf beraubt durch den Pāṇḍava, fiel der Sohn des Subala zu Boden.
Wort für Wort
śareṇa kārtasvarabhūṣitena
mit einem Pfeil, golden geschmückt (Instr.Sg.)
divākarābhena susaṃśitena
sonnengleich, sehr scharf (Instr.Sg.)
hṛtottamāṅgo yudhi pāṇḍavena
des Hauptes beraubt im Kampf durch den Pāṇḍava (Nom.Sg./Lok./Instr.)
papāta bhūmau subalasya putraḥ
fiel zu Boden, der Sohn des Subala (3.Sg.Perf./Lok./Gen./Nom.)
sa tacchiro vegavatā śareṇa; suvarṇapuṅkhena śilāśitena; prāverayat kupitaḥ pāṇḍuputro; yat tat kurūṇām anayasya mūlam
Dessen Haupt bedeckte der zornige Sohn des Pāṇḍu mit einem schnellen, goldgefiederten, am Stein geschärften Pfeil, [das Haupt,] das die Wurzel des Unheils der Kurus war.
Wort für Wort
sa tacchiro vegavatā śareṇa
dessen Haupt mit einem schnellen Pfeil (Nom./Akk./Instr.Sg.)
suvarṇapuṅkhena śilāśitena
goldgefiedert, am Stein geschärft (Instr.Sg.)
prāverayat kupitaḥ pāṇḍuputro
überschüttete/bedeckte er, zornig, der Sohn des Pāṇḍu (3.Sg.Impf.Kaus./Nom.)
yat tat kurūṇām anayasya mūlam
welches jenes der Kurus Unheils Wurzel [war] (Rel./Dem./Gen.Pl./Gen.Sg./Nom.)
prāverayat: Bedeutung unsicher (evtl. „mit dem Pfeil hinwegtreiben/-schleudern“) [?].
Als sie Śakuni, des Hauptes beraubt, auf der Erde liegen sahen, die Glieder blutnass, stoben die Krieger der Deinen, vom Mut verlassen aus Furcht, mit gezückten Waffen in alle Richtungen auseinander.
Wort für Wort
hṛtottamāṅgaṃ śakuniṃ samīkṣya
Śakuni, des Hauptes beraubt, erblickend (Akk./Akk./Abs.)
bhūmau śayānaṃ rudhirārdragātram
auf der Erde liegend, mit blutfeuchten Gliedern (Lok./Akk.Part./Akk.)
yodhās tvadīyā bhayanaṣṭasattvāḥ
die Krieger, die Deinen, vor Furcht mutlos (Nom.Pl.)
diśaḥ prajagmuḥ pragṛhītaśastrāḥ
in die Richtungen gingen sie auseinander, Waffen ergriffen habend (Akk.Pl./3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
Zerstreut, mit trockenen Mündern, besinnungslos, vom Klang des Gāṇḍīva getroffen, von Furcht bedrängt, mit zerbrochenen Wagen, Rossen und Elefanten, auch die Fußsoldaten samt den Dhārtarāṣṭras.
Wort für Wort
vipradrutāḥ śuṣkamukhā visaṃjñāḥ
zerstoben, trockenmündig, besinnungslos (Nom.Pl.)
gāṇḍīvaghoṣeṇa samāhatāś ca
und vom Ton des Gāṇḍīva getroffen (Instr.Sg./Part.Perf.Pass.)
bhayārditā bhagnarathāśvanāgāḥ
von Furcht geplagt, mit zerbrochenen Wagen, Rossen, Elefanten (Nom.Pl.)
Sie vermochten nicht mehr zu kämpfen, mitten im Kampf, [wegen] der Wucht.
Wort für Wort
śekur na yoddhuṃ
sie konnten nicht kämpfen (3.Pl.Perf./Inf.)
tarasājimadhye
mit Wucht/Ansturm mitten im Kampf (Instr.Sg./Lok.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; tarasā hier wohl „vor [der] Wucht [des Angriffs]“ [?].
Darauf, nachdem sie Śakuni vom Wagen gestürzt hatten, o Bhārata, bliesen die Pāṇḍavas, freudig erfüllt, hocherfreut in der Schlacht ihre Muscheln, zusammen mit Keśava, und ermutigten ihre Krieger.
Wort für Wort
tato rathāc chakuniṃ pātayitvā
darauf, vom Wagen Śakuni gestürzt habend (Adv./Abl./Akk./Abs.)
mudānvitā bhārata pāṇḍaveyāḥ
voll Freude, o Bhārata, die Pāṇḍavas (Nom.Pl./Vok./Nom.Pl.)
śaṅkhān pradadhmuḥ samare prahṛṣṭāḥ
Muscheln bliesen sie in der Schlacht, hocherfreut (Akk.Pl./3.Pl.Perf./Lok./Nom.Pl.)
sakeśavāḥ sainikān harṣayantaḥ
mit Keśava, die Krieger erfreuend (Nom.Pl./Akk.Pl./Part.Kaus.)
Und alle ehrten ihn, froh, zu Sahadeva im Kampf sagend: „Zum Glück ist der Betrüger, der Böse, erschlagen, o Held, samt seinem Sohn in der Schlacht durch dich!“
Wort für Wort
taṃ cāpi sarve pratipūjayanto
und ihn auch, alle ehrend (Akk./Nom.Pl.Part.)
hṛṣṭā bruvāṇāḥ sahadevam ājau
froh, sprechend zu Sahadeva im Kampf (Nom.Pl./Part.Med./Akk./Lok.)
diṣṭyā hato naikṛtiko durātmā
zum Glück erschlagen ist der Betrüger, der Böse (Adv./Part./Nom.Sg.)
sahātmajo vīra raṇe tvayeti
samt dem Sohn, o Held, in der Schlacht durch dich (Nom./Vok./Lok./Instr.)