Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śalyaparva

Kapitel 27: śakuniulūkayuddha Sahadevas Kampf gegen Ulūka und Śakuni, Ulūkas Tod und Śakunis Fall

Nach dem Zusammenprall der Heere schlägt Sahadeva Ulūka den Kopf ab; anschließend tötet er Śakuni, den Anstifter des Unheils, und das Kaurava-Heer flieht.

saṃjaya uvāca; tasmin pravṛtte saṃgrāme naravājigajakṣaye; śakuniḥ saubalo rājan sahadevaṃ samabhyayāt

Saṃjaya sprach: Als dieser Kampf begann, der Menschen, Rosse und Elefanten dahinraffte, ging Śakuni, der Sohn des Subala, o König, auf Sahadeva los.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Perf.)
tasmin pravṛtte saṃgrāme
als dieser Kampf begonnen hatte (Lok. abs.)
naravājigajakṣaye
der Menschen, Rosse und Elefanten vernichtet (Lok., Kompositum)
śakuniḥ saubalo rājan
Śakuni, der Saubala, o König (Nom./Vok.)
sahadevaṃ samabhyayāt
ging auf Sahadeva los (Akk.; 3.Sg.Impf.)

tato 'syāpatatas tūrṇaṃ sahadevaḥ pratāpavān; śaraughān preṣayām āsa pataṃgān iva śīghragān; ulūkaś ca raṇe bhīmaṃ vivyādha daśabhiḥ śaraiḥ

Als er da herandrängte, ließ der machtvolle Sahadeva rasch Pfeilströme auf ihn los, wie schnell fliegende Falter. Und Ulūka durchbohrte im Kampf Bhīma mit zehn Pfeilen.

Wort für Wort
tato 'syāpatatas tūrṇam
darauf gegen ihn, den rasch Anstürmenden (Gen. abs.)
sahadevaḥ pratāpavān
Sahadeva, der Machtvolle (Nom.)
śaraughān preṣayām āsa
schickte Pfeilfluten (Akk.Pl.; Perf. periphr.)
pataṃgān iva śīghragān
wie schnell fliegende Falter/Vögel (Akk.Pl.)
ulūkaś ca raṇe bhīmaṃ
und Ulūka im Kampf Bhīma (Nom./Lok./Akk.)
vivyādha daśabhiḥ śaraiḥ
durchbohrte mit zehn Pfeilen (3.Sg.Perf.; Instr.Pl.)

śakunis tu mahārāja bhīmaṃ viddhvā tribhiḥ śaraiḥ; sāyakānāṃ navatyā vai sahadevam avākirat

Śakuni aber, o Großkönig, überschüttete, nachdem er Bhīma mit drei Pfeilen getroffen hatte, Sahadeva mit neunzig Geschossen.

Wort für Wort
śakunis tu mahārāja
Śakuni aber, o Großkönig (Nom./Vok.)
bhīmaṃ viddhvā tribhiḥ śaraiḥ
Bhīma getroffen habend mit drei Pfeilen (Abs.; Instr.)
sāyakānāṃ navatyā vai
mit neunzig Geschossen fürwahr (Instr.Sg. f.; Gen.Pl.)
sahadevam avākirat
überschüttete Sahadeva (Akk.; 3.Sg.Impf.)

te śūrāḥ samare rājan samāsādya parasparam; vivyadhur niśitair bāṇaiḥ kaṅkabarhiṇavājitaiḥ; svarṇapuṅkhaiḥ śilādhautair ā karṇāt prahitaiḥ śaraiḥ

Jene Helden, o König, durchbohrten einander im Kampf, als sie aufeinandergetroffen waren, mit scharfen Pfeilen, die mit Reiher- und Pfauenfedern befiedert waren, goldgeschäftet, am Stein geschliffen und bis zum Ohr abgeschossen.

Wort für Wort
te śūrāḥ samare rājan
jene Helden im Kampf, o König (Nom.Pl.; Lok.; Vok.)
samāsādya parasparam
aufeinandergetroffen (Abs.; Adv.)
vivyadhur niśitair bāṇaiḥ
durchbohrten mit scharfen Pfeilen (3.Pl.Perf.; Instr.Pl.)
kaṅkabarhiṇavājitaiḥ
mit Reiher- und Pfauenfedern befiedert (Instr.Pl., Kompositum)
svarṇapuṅkhaiḥ śilādhautaiḥ
goldgeschäftet, steingeschärft (Instr.Pl.)
ā karṇāt prahitaiḥ śaraiḥ
bis zum Ohr abgeschickt, mit Pfeilen (Instr.Pl.)

teṣāṃ cāpabhujotsṛṣṭā śaravṛṣṭir viśāṃ pate; ācchādayad diśaḥ sarvā dhārābhir iva toyadaḥ

Der Pfeilregen, den ihre Bogenarme entsandten, o Herr der Menschen, bedeckte alle Himmelsrichtungen wie eine Wolke mit ihren Strömen.

Wort für Wort
teṣāṃ cāpabhujotsṛṣṭā
von ihren Bogenarmen entsandt (Gen.; Nom.f. Part.)
śaravṛṣṭir viśāṃ pate
der Pfeilregen, o Herr der Menschen (Nom.; Vok.)
ācchādayad diśaḥ sarvāḥ
bedeckte alle Himmelsrichtungen (3.Sg.Impf.; Akk.Pl.)
dhārābhir iva toyadaḥ
wie eine Wolke mit Strömen (Instr.Pl.; Nom.)

tataḥ kruddho raṇe bhīmaḥ sahadevaś ca bhārata; ceratuḥ kadanaṃ saṃkhye kurvantau sumahābalau

Da wüteten Bhīma und Sahadeva, beide sehr starkarmig, o Bhārata, zornig im Kampf und richteten im Gefecht ein Gemetzel an.

Wort für Wort
tataḥ kruddho raṇe bhīmaḥ
dann zornig im Kampf Bhīma (Nom.)
sahadevaś ca bhārata
und Sahadeva, o Bhārata (Nom.; Vok.)
ceratuḥ kadanaṃ saṃkhye
durchzogen/verrichteten ein Gemetzel im Kampf (3.Du.Perf.; Akk.; Lok.)
kurvantau sumahābalau
anrichtend, die beiden sehr Starken (Part.Du.; Nom.Du.)

tābhyāṃ śaraśataiś channaṃ tad balaṃ tava bhārata; andhakāram ivākāśam abhavat tatra tatra ha

Von den beiden, mit Hunderten von Pfeilen, wurde dein Heer bedeckt, o Bhārata, und wurde dort und dort gleichsam wie ein dunkler, finsterer Himmel.

Wort für Wort
tābhyāṃ śaraśataiś channam
von den beiden mit Hunderten Pfeile bedeckt (Instr.Du.; Instr.Pl.; Part.)
tad balaṃ tava bhārata
dieses dein Heer, o Bhārata (Nom.; Gen.; Vok.)
andhakāram ivākāśam
wie ein finsterer Himmel (Nom.)
abhavat tatra tatra ha
wurde dort und dort fürwahr (3.Sg.Impf.)

Wörtlich: „wurde wie finsterer Himmel“; das Heer wird als Himmel vergleichend bezeichnet.

aśvair viparidhāvadbhiḥ śaracchannair viśāṃ pate; tatra tatra kṛto mārgo vikarṣadbhir hatān bahūn

Von hin und her rennenden, pfeilbedeckten Rossen, o Herr der Menschen, wurde dort und dort ein Weg gebahnt, da sie viele Erschlagene [mit sich] zerrten.

Wort für Wort
aśvair viparidhāvadbhiḥ
von hin und her rennenden Rossen (Instr.Pl.)
śaracchannair viśāṃ pate
pfeilbedeckt, o Herr der Menschen (Instr.Pl.; Vok.)
tatra tatra kṛto mārgaḥ
dort und dort wurde ein Weg gemacht (Nom.; Part.)
vikarṣadbhir hatān bahūn
die viele Erschlagene schleppten (Instr.Pl. Part.; Akk.Pl.)

nihatānāṃ hayānāṃ ca sahaiva hayayodhibhiḥ; varmabhir vinikṛttaiś ca prāsaiś chinnaiś ca māriṣa

Von erschlagenen Rossen samt ihren Reitern, von zerschnittenen Panzern und zerbrochenen Lanzen, o Ehrwürdiger,

Wort für Wort
nihatānāṃ hayānāṃ ca
und von erschlagenen Rossen (Gen.Pl.)
sahaiva hayayodhibhiḥ
zusammen mit den Reitern (Instr.Pl.)
varmabhir vinikṛttaiś ca
und mit zerschnittenen Panzern (Instr.Pl.)
prāsaiś chinnaiś ca māriṣa
und mit zerbrochenen Lanzen, o Ehrwürdiger (Instr.Pl.; Vok.)

Der Satz läuft in Einheit 10 und 11 weiter.

ṛṣṭibhiḥ śaktibhiś caiva tomaraiś ca paraṃtapa

mit Wurfspießen, Speeren und Wurfkeulen, o Bezwinger der Feinde,

Wort für Wort
ṛṣṭibhiḥ śaktibhiś caiva
mit Schwertern/Spießen und Speeren (Instr.Pl.)
tomaraiś ca
und mit Wurfspeeren (Instr.Pl.)
paraṃtapa
o Feindebezwinger (Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; ṛṣṭi = Schwert/zweischneidige Waffe, hier [?] nach Bedeutungsbereich gewählt.

saṃchannā pṛthivī jajñe kusumaiḥ śabalā iva

wurde die Erde bedeckt und erschien wie bunt von Blumen.

Wort für Wort
saṃchannā pṛthivī
bedeckt die Erde (Part.f.; Nom.)
jajñe
erschien/wurde (3.Sg.Perf. Med.)
kusumaiḥ śabalā iva
wie bunt von Blüten (Instr.Pl.; Nom.f.)

yodhās tatra mahārāja samāsādya parasparam; vyacaranta raṇe kruddhā vinighnantaḥ parasparam

Die Krieger dort, o Großkönig, gerieten einander im Kampf aufeinander und wüteten zornig, einander erschlagend.

Wort für Wort
yodhās tatra mahārāja
die Krieger dort, o Großkönig (Nom.Pl.; Vok.)
samāsādya parasparam
aufeinandergestoßen (Abs.; Adv.)
vyacaranta raṇe kruddhāḥ
streiften umher im Kampf, zornig (3.Pl.Impf.; Nom.Pl.)
vinighnantaḥ parasparam
einander erschlagend (Part.Pl.)

udvṛttanayanai roṣāt saṃdaṣṭauṣṭhapuṭair mukhaiḥ; sakuṇḍalair mahī channā padmakiñjalkasaṃnibhaiḥ

Mit Gesichtern, deren Augen vor Zorn hervorquollen und deren Lippen zusammengebissen waren, mit Ohrringen, lotosstaubgleichen [Farbe]: so war die Erde bedeckt.

Wort für Wort
udvṛttanayanai roṣāt
mit verdrehten Augen aus Zorn (Instr.Pl.; Abl.)
saṃdaṣṭauṣṭhapuṭair mukhaiḥ
mit Gesichtern, deren Lippen zusammengebissen (Instr.Pl.)
sakuṇḍalair mahī channā
mit Ohrringen, die Erde bedeckt (Instr.Pl.; Nom.f.)
padmakiñjalkasaṃnibhaiḥ
lotosfäden-/lotosstaubgleich (Instr.Pl.)

bhujaiś chinnair mahārāja nāgarājakaropamaiḥ; sāṅgadaiḥ satanutraiś ca sāsiprāsaparaśvadhaiḥ

Mit abgeschlagenen Armen, o Großkönig, gleich den Rüsseln der Elefantenfürsten, mit Armreifen, mit Panzern, mit Schwertern, Lanzen und Äxten [darin]:

Wort für Wort
bhujaiś chinnair mahārāja
mit abgeschlagenen Armen, o Großkönig (Instr.Pl.; Vok.)
nāgarājakaropamaiḥ
den Rüsseln/Händen von Elefantenkönigen gleich (Instr.Pl.)
sāṅgadaiḥ satanutraiś ca
mit Armreifen und mit Panzern (Instr.Pl.)
sāsiprāsaparaśvadhaiḥ
mit Schwertern, Lanzen und Äxten [in der Hand] (Instr.Pl.)

Fortsetzung in Einheit 15 (Erde bedeckt).

kabandhair utthitaiś chinnair nṛtyadbhiś cāparair yudhi; kravyādagaṇasaṃkīrṇā ghorābhūt pṛthivī vibho

und mit aufgerichteten, abgehauenen Rümpfen, während andere im Kampf tanzten, wurde die Erde, o Herr, schrecklich, überfüllt von Scharen von Aasfressern.

Wort für Wort
kabandhair utthitaiś chinnaiḥ
mit aufgerichteten, abgehauenen Rümpfen (Instr.Pl.)
nṛtyadbhiś cāparair yudhi
und mit anderen, tanzenden, im Kampf (Instr.Pl.; Lok.)
kravyādagaṇasaṃkīrṇā
voll von Scharen von Fleischfressern (Nom.f.)
ghorābhūt pṛthivī vibho
schrecklich wurde die Erde, o Herr (3.Sg.Aor.; Vok.)

alpāvaśiṣṭe sainye tu kauraveyān mahāhave; prahṛṣṭāḥ pāṇḍavā bhūtvā ninyire yamasādanam

Als das Heer der Kauravas im großen Kampf nur noch klein an Rest war, wurden die Pāṇḍavas froh und schickten [sie] zum Haus des Yama.

Wort für Wort
alpāvaśiṣṭe sainye tu
als das Heer nur wenig übrig war (Lok. abs.)
kauraveyān mahāhave
die Kauravas im großen Kampf (Akk.Pl.; Lok.)
prahṛṣṭāḥ pāṇḍavā bhūtvā
die Pāṇḍavas froh geworden (Nom.Pl.; Abs.)
ninyire yamasādanam
führten [sie] zum Haus des Yama (3.Pl.Perf.; Akk.)

etasminn antare śūraḥ saubaleyaḥ pratāpavān; prāsena sahadevasya śirasi prāharad bhṛśam; sa vihvalo mahārāja rathopastha upāviśat

In diesem Augenblick traf der Held, der machtvolle Sohn Subalas, Sahadeva heftig mit einem Wurfspieß am Kopf; der, betäubt, o Großkönig, sank auf dem Wagensitz nieder.

Wort für Wort
etasminn antare śūraḥ
in diesem Augenblick der Held (Lok.; Nom.)
saubaleyaḥ pratāpavān
der Subalasohn, der Machtvolle (Nom.)
prāsena sahadevasya śirasi
mit dem Wurfspieß Sahadevas am Kopf (Instr.; Gen.; Lok.)
prāharad bhṛśam
schlug heftig (3.Sg.Impf.; Adv.)
sa vihvalo mahārāja
dieser, benommen, o Großkönig (Nom.; Vok.)
rathopastha upāviśat
setzte sich im Wagenraum nieder (Lok.; 3.Sg.Impf.)

sahadevaṃ tathā dṛṣṭvā bhīmasenaḥ pratāpavān; sarvasainyāni saṃkruddho vārayām āsa bhārata

Als er Sahadeva so sah, hielt der machtvolle Bhīmasena, voll Zorn, alle Heere auf, o Bhārata.

Wort für Wort
sahadevaṃ tathā dṛṣṭvā
Sahadeva so gesehen habend (Abs.)
bhīmasenaḥ pratāpavān
Bhīmasena, der Machtvolle (Nom.)
sarvasainyāni saṃkruddho
alle Heere, zornig (Akk.Pl.; Nom.)
vārayām āsa bhārata
hielt zurück, o Bhārata (Perf. periphr.; Vok.)

nirbibheda ca nārācaiḥ śataśo 'tha sahasraśaḥ; vinirbhidyākaroc caiva siṃhanādam ariṃdama

Und er durchbohrte sie zu Hunderten und Tausenden mit Eisenpfeilen; und nachdem er sie durchbohrt hatte, stieß er, o Bezwinger der Feinde, einen Löwenruf aus.

Wort für Wort
nirbibheda ca nārācaiḥ
und durchbohrte mit Eisenpfeilen (3.Sg.Perf.; Instr.Pl.)
śataśo 'tha sahasraśaḥ
zu Hunderten und dann zu Tausenden (Adv.)
vinirbhidyākaroc caiva
und nachdem er sie durchbohrt hatte, tat er (Abs.; 3.Sg.Aor.)
siṃhanādam ariṃdama
einen Löwenruf, o Feindebezwinger (Akk.; Vok.)

tena śabdena vitrastāḥ sarve sahayavāraṇāḥ; prādravan sahasā bhītāḥ śakuneś ca padānugāḥ

Von diesem Laut erschreckt, flohen alle, samt Rossen und Elefanten, plötzlich, verängstigt, und auch Śakunis Gefolgsleute.

Wort für Wort
tena śabdena vitrastāḥ
durch diesen Laut erschreckt (Instr.; Nom.Pl.)
sarve sahayavāraṇāḥ
alle samt Rossen und Elefanten (Nom.Pl.)
prādravan sahasā bhītāḥ
liefen davon, plötzlich, verängstigt (3.Pl.Impf.; Adv.; Nom.Pl.)
śakuneś ca padānugāḥ
und Śakunis Fußfolger (Gen.; Nom.Pl.)

prabhagnān atha tān dṛṣṭvā rājā duryodhano 'bravīt; nivartadhvam adharmajñā yudhyadhvaṃ kiṃ sṛtena vaḥ

Als König Duryodhana sie zerstreut sah, sagte er: „Kehrt um, ihr, die ihr das Recht nicht kennt! Kämpft! Was nützt euch das Weglaufen?“

Wort für Wort
prabhagnān atha tān dṛṣṭvā
jene zerstreut gesehen habend (Akk.Pl.; Abs.)
rājā duryodhano 'bravīt
König Duryodhana sprach (Nom.; 3.Sg.Impf.)
nivartadhvam adharmajñāḥ
kehrt um, Unrecht-Kenner (Imp.2.Pl.; Vok.Pl.)
yudhyadhvaṃ kiṃ sṛtena vaḥ
kämpft! Was [nützt] euch das Fortlaufen (Imp.; Instr.; Dat./Gen.)

adharmajñāḥ wörtlich „die ihr das Recht (Dharma) nicht kennt“ bzw. „Unrecht Kennende“ [?].

iha kīrtiṃ samādhāya pretya lokān samaśnute; prāṇāñ jahāti yo vīro yudhi pṛṣṭham adarśayan

Wer hier Ruhm erworben hat und als Held im Kampf, ohne den Rücken zu zeigen, sein Leben aufgibt, genießt nach dem Tod die [himmlischen] Welten.

Wort für Wort
iha kīrtiṃ samādhāya
hier Ruhm erlangt habend (Abs.)
pretya lokān samaśnute
nach dem Tod die Welten erlangt er (Abs.; Akk.Pl.; 3.Sg.Präs.)
prāṇāñ jahāti yo vīraḥ
der Held, der die Lebenshauche verlässt (Akk.Pl.; 3.Sg.Präs.)
yudhi pṛṣṭham adarśayan
im Kampf, den Rücken nicht zeigend (Lok.; Part.)

śūliyāsa[pāśa?]m atikramya śakralokaṃ samaśnute

[Ihn, der den ? überwindet, erlangt die Welt Śakras.]

Wort für Wort
śūliyāsa[pāśa?]m
unklar, verderbt (Akk.?)
atikramya
überschreitend (Abs.)
śakralokaṃ
die Welt Śakras/Indras (Akk.)
samaśnute
erlangt er (3.Sg.Präs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Text verderbt: śūliyāsa[pāśa?]m ist unklar; Wiedergabe unsicher [?].

evam uktās tu te rājñā saubalasya padānugāḥ; pāṇḍavān abhyavartanta mṛtyuṃ kṛtvā nivartanam

So vom König angesprochen, wandten sich Saubalas Gefolgsleute wieder den Pāṇḍavas zu, den Tod zur Umkehr machend.

Wort für Wort
evam uktās tu te rājñā
so angesprochen von dem König (Part.Pl.; Instr.)
saubalasya padānugāḥ
Saubalas Gefolgsleute (Gen.; Nom.Pl.)
pāṇḍavān abhyavartanta
wandten sich zu den Pāṇḍavas (Akk.Pl.; 3.Pl.Impf.)
mṛtyuṃ kṛtvā nivartanam
den Tod zur Umkehr [Rückkehrziel] machend (Akk.; Abs.; Akk.)

dravadbhis tatra rājendra kṛtaḥ śabdo 'tidāruṇaḥ; kṣubdhasāgarasaṃkāśaḥ kṣubhitaḥ sarvato 'bhavat

Von den Fliehenden [und Umkehrenden] dort, o Fürst der Könige, entstand ein überaus furchtbares Getöse; wie ein aufgewühltes Meer wurde es ringsum aufgewühlt.

Wort für Wort
dravadbhis tatra rājendra
von den Laufenden dort, o Königsfürst (Instr.Pl.; Vok.)
kṛtaḥ śabdo 'tidāruṇaḥ
erzeugt ein überaus grausiger Lärm (Part.; Nom.)
kṣubdhasāgarasaṃkāśaḥ
dem aufgewühlten Meer gleich (Nom.)
kṣubhitaḥ sarvato 'bhavat
aufgewühlt ringsum wurde [er/es] (Part.; 3.Sg.Impf.)

Die Beziehung des Partizips kṣubhitaḥ ist unsicher (Lärm/Heer) [?].

tāṃs tadāpatato dṛṣṭvā saubalasya padānugān; pratyudyayur mahārāja pāṇḍavā vijaye vṛtāḥ

Als sie Saubalas Gefolgsleute damals heranstürmen sahen, zogen ihnen die Pāṇḍavas, o Großkönig, entgegen, dem Sieg verbunden.

Wort für Wort
tāṃs tadāpatato dṛṣṭvā
jene damals Anstürmenden gesehen habend (Akk.Pl.; Abs.)
saubalasya padānugān
Saubalas Gefolgsleute (Gen.; Akk.Pl.)
pratyudyayur mahārāja
zogen entgegen, o Großkönig (3.Pl.Perf.; Vok.)
pāṇḍavā vijaye vṛtāḥ
die Pāṇḍavas, auf den Sieg [gerichtet] (Nom.Pl.; Lok.; Part.)

pratyāśvasya ca durdharṣaḥ sahadevo viśāṃ pate; śakuniṃ daśabhir viddhvā hayāṃś cāsya tribhiḥ śaraiḥ; dhanuś ciccheda ca śaraiḥ saubalasya hasann iva

Und Sahadeva, der Unbezwingbare, o Herr der Menschen, fasste sich wieder, durchbohrte Śakuni mit zehn Pfeilen und seine Rosse mit drei Pfeilen, und zerschnitt Saubalas Bogen mit Pfeilen, gleichsam lachend.

Wort für Wort
pratyāśvasya ca durdharṣaḥ
und wieder zu Atem gekommen, der Unbezwingbare (Abs.; Nom.)
sahadevo viśāṃ pate
Sahadeva, o Herr der Menschen (Nom.; Vok.)
śakuniṃ daśabhir viddhvā
Śakuni mit zehn durchbohrt (Akk.; Instr.; Abs.)
hayāṃś cāsya tribhiḥ śaraiḥ
und seine Rosse mit drei Pfeilen (Akk.Pl.; Instr.Pl.)
dhanuś ciccheda ca śaraiḥ
und den Bogen zerschnitt er mit Pfeilen (Akk.; 3.Sg.Perf.)
saubalasya hasann iva
des Saubala, gleichsam lachend (Gen.; Part.)

athānyad dhanur ādāya śakunir yuddhadurmadaḥ

Dann aber nahm Śakuni, im Kampf hochmütig, einen anderen Bogen auf.

Wort für Wort
athānyad dhanur ādāya
dann einen anderen Bogen genommen habend (Akk.; Abs.)
śakunir yuddhadurmadaḥ
Śakuni, im Kampf übermütig (Nom.)

Satz läuft in Einheit 29/30 weiter.

sahadevaṃ cābhyavarṣac charaiḥ saṃnataparvabhiḥ; ulūkaś ca tato rājan krodhena mahatā yutaḥ

und überschüttete Sahadeva mit Pfeilen mit wohlgebogenen Gelenken; und Ulūka, da, o König, von großem Zorn erfüllt,

Wort für Wort
sahadevaṃ cābhyavarṣat
und überschüttete Sahadeva (Akk.; 3.Sg.Impf.)
śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ
mit Pfeilen mit gebogenen Knoten (Instr.Pl.)
ulūkaś ca tato rājan
und Ulūka darauf, o König (Nom.; Vok.)
krodhena mahatā yutaḥ
von großem Zorn erfüllt (Instr.; Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

vivyādha nakulaṃ ṣaṣṭyā bhīmasenaṃ ca saptabhiḥ

durchbohrte Nakula mit sechzig und Bhīmasena mit sieben.

Wort für Wort
vivyādha nakulaṃ ṣaṣṭyā
durchbohrte Nakula mit sechzig (3.Sg.Perf.; Instr.)
bhīmasenaṃ ca saptabhiḥ
und Bhīmasena mit sieben (Akk.; Instr.)

ulūko 'pi mahārāja bhīmaṃ vivyādha saptabhiḥ; sahadevaṃ ca saptatyā parīpsan pitaraṃ raṇe

Auch Ulūka, o Großkönig, durchbohrte Bhīma mit sieben und Sahadeva mit siebzig, um im Kampf den Vater zu schützen.

Wort für Wort
ulūko 'pi mahārāja
auch Ulūka, o Großkönig (Nom.; Vok.)
bhīmaṃ vivyādha saptabhiḥ
durchbohrte Bhīma mit sieben (Akk.; Instr.)
sahadevaṃ ca saptatyā
und Sahadeva mit siebzig (Akk.; Instr.)
parīpsan pitaraṃ raṇe
den Vater zu beschützen suchend, im Kampf (Part.Desid.; Akk.; Lok.)

taṃ bhīmasenaḥ samare vivyādha niśitaiḥ śaraiḥ; śakuniṃ ca catuḥṣaṣṭyā pārśvasthāṃś ca tribhis tribhiḥ

Ihn durchbohrte Bhīmasena im Kampf mit scharfen Pfeilen, und Śakuni mit vierundsechzig, und die Nebenstehenden mit je drei.

Wort für Wort
taṃ bhīmasenaḥ samare
ihn Bhīmasena im Kampf (Akk.; Nom.; Lok.)
vivyādha niśitaiḥ śaraiḥ
durchbohrte mit scharfen Pfeilen (3.Sg.Perf.; Instr.Pl.)
śakuniṃ ca catuḥṣaṣṭyā
und Śakuni mit vierundsechzig (Akk.; Instr.)
pārśvasthāṃś ca tribhis tribhiḥ
und die Danebenstehenden mit je drei (Akk.Pl.; Instr.)

te hanyamānā bhīmena nārācais tailapāyitaiḥ

Von Bhīma mit ölgetränkten Eisenpfeilen getroffen, wurden sie

Wort für Wort
te hanyamānā bhīmena
sie, geschlagen von Bhīma (Nom.Pl.; Part.Pass.; Instr.)
nārācais tailapāyitaiḥ
mit Eisenpfeilen, ölgetränkt/ölgeschärft (Instr.Pl.)

Satzanfang; der Vers ist ohne Fortsetzung in 33 (Fortsetzung in 34/35 bzw. 36).

pradudruvur mahārāja bhīmasenabhayārditāḥ; ulūkas tu tataḥ kruddho dhanur udyamya māriṣa

flohen, o Großkönig, von Furcht vor Bhīmasena gepeinigt; Ulūka aber, da zornig, o Ehrwürdiger, hob den Bogen

Wort für Wort
pradudruvur mahārāja
flohen, o Großkönig (3.Pl.Perf.; Vok.)
bhīmasenabhayārditāḥ
von Furcht vor Bhīmasena geplagt (Nom.Pl.)
ulūkas tu tataḥ kruddho
Ulūka aber darauf zornig (Nom.)
dhanur udyamya māriṣa
den Bogen erhoben habend, o Ehrwürdiger (Akk.; Abs.; Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; syntaktisch unvollständig [?].

gatotsāhā mahārāja dudruvur bhayapīḍitāḥ; ulūkas tu śitair bāṇaiḥ sahadevam avidhyata

ihres Mutes beraubt, o Großkönig, flohen sie, von Furcht bedrängt; Ulūka aber durchbohrte Sahadeva mit scharfen Pfeilen.

Wort für Wort
gatotsāhā mahārāja
des Eifers beraubt, o Großkönig (Nom.Pl.; Vok.)
dudruvur bhayapīḍitāḥ
flohen, von Furcht gequält (3.Pl.Perf.; Nom.Pl.)
ulūkas tu śitair bāṇaiḥ
Ulūka aber mit scharfen Pfeilen (Nom.; Instr.Pl.)
sahadevam avidhyata
durchbohrte Sahadeva (Akk.; 3.Sg.Impf.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Zusammenhang mit 36 unklar.

sahadevaṃ raṇe kruddhāś chādayañ śaravṛṣṭibhiḥ; parvataṃ vāridhārābhiḥ savidyuta ivāmbudāḥ

Zornig überschütteten sie Sahadeva im Kampf mit Pfeilregen, wie Wolken mit Blitzen einen Berg mit Wasserströmen.

Wort für Wort
sahadevaṃ raṇe kruddhāḥ
Sahadeva im Kampf, zornig (Akk.; Lok.; Nom.Pl.)
chādayañ śaravṛṣṭibhiḥ
bedeckten mit Pfeilregen (3.Pl.Impf.; Instr.Pl.)
parvataṃ vāridhārābhiḥ
einen Berg mit Wasserströmen (Akk.; Instr.Pl.)
savidyuta ivāmbudāḥ
wie Wolken samt Blitzen (Nom.Pl.)

tato 'syāpatataḥ śūraḥ sahadevaḥ pratāpavān; ulūkasya mahārāja bhallenāpāharac chiraḥ

Da schlug der Held, der machtvolle Sahadeva, dem auf ihn Anstürmenden Ulūka, o Großkönig, mit einem Breitpfeil den Kopf ab.

Wort für Wort
tato 'syāpatataḥ śūraḥ
dann von ihm, dem Anstürmenden, der Held (Gen.; Nom.)
sahadevaḥ pratāpavān
Sahadeva, der Machtvolle (Nom.)
ulūkasya mahārāja
des Ulūka, o Großkönig (Gen.; Vok.)
bhallenāpāharac chiraḥ
nahm mit einem Breitpfeil den Kopf weg (Instr.; 3.Sg.Impf.; Akk.)

sa jagāma rathād bhūmiṃ sahadevena pātitaḥ; rudhirāplutasarvāṅgo nandayan pāṇḍavān yudhi

Der fiel, von Sahadeva gestürzt, vom Wagen zu Boden, am ganzen Körper blutüberströmt, die Pāṇḍavas im Kampf erfreuend.

Wort für Wort
sa jagāma rathād bhūmim
er ging vom Wagen zur Erde (3.Sg.Perf.; Abl.; Akk.)
sahadevena pātitaḥ
von Sahadeva gefällt (Instr.; Part.)
rudhirāplutasarvāṅgo
dessen ganzer Körper blutüberströmt (Nom.)
nandayan pāṇḍavān yudhi
die Pāṇḍavas erfreuend im Kampf (Part.; Akk.Pl.; Lok.)

putraṃ tu nihataṃ dṛṣṭvā śakunis tatra bhārata; sāśrukaṇṭho viniḥśvasya kṣattur vākyam anusmaran

Als Śakuni dort seinen Sohn erschlagen sah, o Bhārata, seufzte er mit tränenerstickter Kehle und erinnerte sich an Kṣattars [Vidura] Worte.

Wort für Wort
putraṃ tu nihataṃ dṛṣṭvā
den Sohn aber erschlagen gesehen habend (Akk.; Part.; Abs.)
śakunis tatra bhārata
Śakuni dort, o Bhārata (Nom.; Vok.)
sāśrukaṇṭho viniḥśvasya
mit tränenvoller Kehle, aufseufzend (Nom.; Abs.)
kṣattur vākyam anusmaran
Kṣattars Wort sich erinnernd (Gen.; Akk.; Part.)

cintayitvā muhūrtaṃ sa bāṣpapūrṇekṣaṇaḥ śvasan; sahadevaṃ samāsādya tribhir vivyādha sāyakaiḥ

Er dachte einen Augenblick nach, mit tränengefüllten Augen, keuchend, und durchbohrte, an Sahadeva herangetreten, ihn mit drei Pfeilen.

Wort für Wort
cintayitvā muhūrtaṃ sa
einen Augenblick nachgedacht habend, er (Abs.; Akk.)
bāṣpapūrṇekṣaṇaḥ śvasan
mit tränenvollen Augen, schnaubend (Nom.; Part.)
sahadevaṃ samāsādya
zu Sahadeva gelangt (Akk.; Abs.)
tribhir vivyādha sāyakaiḥ
durchbohrte mit drei Pfeilen (Instr.; 3.Sg.Perf.)

tān apāsya śarān muktāñ śarasaṃghaiḥ pratāpavān; sahadevo mahārāja dhanuś ciccheda saṃyuge

Der machtvolle Sahadeva wehrte die abgeschossenen Pfeile ab, o Großkönig, und zerschnitt im Kampf mit Pfeilschwärmen [Śakunis] Bogen.

Wort für Wort
tān apāsya śarān muktān
jene Pfeile, abgeschossene, beiseite gewehrt (Akk.Pl.; Abs.; Part.)
śarasaṃghaiḥ pratāpavān
mit Pfeilscharen, der Machtvolle (Instr.Pl.; Nom.)
sahadevo mahārāja
Sahadeva, o Großkönig (Nom.; Vok.)
dhanuś ciccheda saṃyuge
zerschnitt den Bogen im Kampf (Akk.; 3.Sg.Perf.; Lok.)

chinne dhanuṣi rājendra śakuniḥ saubalas tadā; pragṛhya vipulaṃ khaḍgaṃ sahadevāya prāhiṇot

Als der Bogen zerschnitten war, o Herrscher der Könige, ergriff da Śakuni, der Sohn des Subala, ein gewaltiges Schwert und schleuderte es auf Sahadeva.

Wort für Wort
chinne dhanuṣi rājendra
als der Bogen zerschnitten war, o Herrscher der Könige (Lok. abs./Vok.)
śakuniḥ saubalas tadā
Śakuni, der Saubala, da (Nom.Sg./Adv.)
pragṛhya vipulaṃ khaḍgaṃ
ergreifend ein gewaltiges Schwert (Abs./Akk.Sg.)
sahadevāya prāhiṇot
auf Sahadeva schleuderte er (Dat.Sg./3.Sg.Impf.)

tam āpatantaṃ sahasā ghorarūpaṃ viśāṃ pate; dvidhā ciccheda samare saubalasya hasann iva

Als es plötzlich heranflog, von schrecklicher Gestalt, o Herr der Menschen, zerschnitt er es in der Schlacht in zwei Teile, gleichsam lachend, das [Schwert] des Saubala.

Wort für Wort
tam āpatantaṃ sahasā
es, das heranfliegende, plötzlich (Akk.Sg.Part.Präs./Adv.)
ghorarūpaṃ viśāṃ pate
von schrecklicher Gestalt, o Herr der Menschen (Akk.Sg./Vok.)
dvidhā ciccheda samare
in zwei Teile zerschnitt er in der Schlacht (Adv./3.Sg.Perf./Lok.)
saubalasya hasann iva
des Saubala, gleichsam lachend (Gen.Sg./Part.Präs.)

Subjekt (Sahadeva) ergibt sich aus dem Zusammenhang; asi/khaḍga ist Bezugswort von tam.

asiṃ dṛṣṭvā dvidhā chinnaṃ pragṛhya mahatīṃ gadām; prāhiṇot sahadevāya sā moghā nyapatad bhuvi

Als [Śakuni] das Schwert entzwei geschnitten sah, ergriff er eine mächtige Keule und schleuderte sie auf Sahadeva; sie fiel wirkungslos zu Boden.

Wort für Wort
asiṃ dṛṣṭvā dvidhā chinnaṃ
das Schwert sehend, entzweigeschnitten (Akk.Sg./Abs./Part.Perf.Pass.)
pragṛhya mahatīṃ gadām
ergreifend eine große Keule (Abs./Akk.Sg.f.)
prāhiṇot sahadevāya
schleuderte er auf Sahadeva (3.Sg.Impf./Dat.Sg.)
sā moghā nyapatad bhuvi
sie, vergeblich, fiel nieder auf die Erde (Nom.Sg.f./3.Sg.Impf./Lok.)

tato gāndhāranṛpatiḥ kṛtapraticikīrṣayā

Darauf der König von Gāndhāra, von dem Wunsch getrieben, Vergeltung zu üben, [...]

Wort für Wort
tato
darauf (Adv.)
gāndhāranṛpatiḥ
der König von Gāndhāra (Nom.Sg., Tatpuruṣa)
kṛtapraticikīrṣayā
mit dem Wunsch, Vergeltung zu tun (Instr.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Halbvers-Fragment einer Zusatzpassage; das Prädikat fehlt, syntaktisch zu 46 hin offen.

tataḥ śaktiṃ mahāghorāṃ kālarātrim ivodyatām; preṣayām āsa saṃkruddhaḥ pāṇḍavaṃ prati saubalaḥ

Darauf schleuderte der Saubala, voll Wut, gegen den Pāṇḍava eine überaus schreckliche Wurflanze, erhoben gleichsam wie die Nacht des Untergangs.

Wort für Wort
tataḥ śaktiṃ mahāghorāṃ
darauf eine Wurflanze, überaus schrecklich (Adv./Akk.Sg.f.)
kālarātrim ivodyatām
wie die Todesnacht, erhoben (Akk.Sg./Part.Perf.Pass.f.)
preṣayām āsa saṃkruddhaḥ
schleuderte er, zornentbrannt (Periphr.Perf./Nom.Sg.)
pāṇḍavaṃ prati saubalaḥ
gegen den Pāṇḍava, der Saubala (Akk.Sg./Präp./Nom.Sg.)

tām āpatantīṃ sahasā śaraiḥ kāñcanabhūṣaṇaiḥ; tridhā ciccheda samare sahadevo hasann iva

Als sie plötzlich heranflog, zerschnitt Sahadeva sie in der Schlacht mit goldgeschmückten Pfeilen in drei Teile, gleichsam lachend.

Wort für Wort
tām āpatantīṃ sahasā
sie, die heranfliegende, plötzlich (Akk.Sg.f.Part./Adv.)
śaraiḥ kāñcanabhūṣaṇaiḥ
mit Pfeilen, goldgeschmückt (Instr.Pl./Bahuvrīhi)
tridhā ciccheda samare
in drei Teile zerschnitt er in der Schlacht (Adv./3.Sg.Perf./Lok.)
sahadevo hasann iva
Sahadeva, gleichsam lachend (Nom.Sg./Part.Präs.)

sā papāta tridhā chinnā bhūmau kanakabhūṣaṇā; śīryamāṇā yathā dīptā gaganād vai śatahradā

Sie fiel, in drei Teile zerschnitten, zu Boden, golden geschmückt, wie ein leuchtender Blitz, der vom Himmel zerstiebend herabstürzt.

Wort für Wort
sā papāta tridhā chinnā
sie fiel, dreifach zerschnitten (3.Sg.Perf./Adv./Part.Perf.Pass.f.)
bhūmau kanakabhūṣaṇā
zu Boden, goldgeschmückt (Lok.Sg./Nom.Sg.f.)
śīryamāṇā yathā dīptā
zerstiebend wie eine leuchtende (Part.Präs.Pass.f./Partikel/Nom.f.)
gaganād vai śatahradā
vom Himmel fürwahr ein Blitz (Abl.Sg./Partikel/Nom.Sg.f.)

śaktiṃ vinihatāṃ dṛṣṭvā saubalaṃ ca bhayārditam; dudruvus tāvakāḥ sarve bhaye jāte sasaubalāḥ

Als sie die Wurflanze zerstört sahen und den Saubala von Furcht bedrängt, flohen alle die Deinen, als die Furcht aufgekommen war, samt dem Saubala.

Wort für Wort
śaktiṃ vinihatāṃ dṛṣṭvā
die Lanze, zerstört, sehend (Akk.Sg.f./Abs.)
saubalaṃ ca bhayārditam
und den Saubala, von Furcht geplagt (Akk.Sg./Part.Perf.Pass.)
dudruvus tāvakāḥ sarve
flohen die Deinen, alle (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
bhaye jāte sasaubalāḥ
als Furcht entstanden war, mitsamt dem Saubala (Lok. abs./Nom.Pl.)

Der Vers spricht Dhṛtarāṣṭra an (tāvakāḥ = „die Deinen“).

athotkruṣṭaṃ mahad dhy āsīt pāṇḍavair jitakāśibhiḥ; dhārtarāṣṭrās tataḥ sarve prāyaśo vimukhābhavan

Da erhob sich ein gewaltiges Jubelgeschrei bei den Pāṇḍavas, die den Sieg errungen hatten und Siegesglanz trugen; die Dhārtarāṣṭras wandten sich darauf fast alle ab.

Wort für Wort
athotkruṣṭaṃ mahad dhy āsīt
da war ein Geschrei, ein großes (Adv./Part.Neutr./Nom.n./Partikel/3.Sg.Impf.)
pāṇḍavair jitakāśibhiḥ
bei den Pāṇḍavas, die den Sieg errungen hatten und strahlten (Instr.Pl.)
dhārtarāṣṭrās tataḥ sarve
die Dhārtarāṣṭras darauf, alle (Nom.Pl./Adv.)
prāyaśo vimukhābhavan
größtenteils wandten sie sich ab (Adv./3.Pl.Impf.)

jitakāśin: „siegesglänzend, im Glanz des Sieges“; Wiedergabe unsicher [?].

tān vai vimanaso dṛṣṭvā mādrīputraḥ pratāpavān; śarair anekasāhasrair vārayām āsa saṃyuge

Als der Sohn der Mādrī, der Gewaltige, sie mutlos sah, hielt er sie im Kampf mit vielen tausend Pfeilen zurück.

Wort für Wort
tān vai vimanaso dṛṣṭvā
sie, wahrlich, niedergeschlagen, sehend (Akk.Pl./Partikel/Akk.Pl./Abs.)
mādrīputraḥ pratāpavān
der Sohn der Mādrī, der Gewaltige (Nom.Sg.)
śarair anekasāhasraiḥ
mit Pfeilen, vielen tausend (Instr.Pl.)
vārayām āsa saṃyuge
hielt er zurück im Kampf (Periphr.Perf./Lok.Sg.)

tato gāndhārakair guptaṃ pṛṣṭhair aśvair jaye dhṛtam; āsasāda raṇe yāntaṃ sahadevo 'tha saubalam

Darauf trat Sahadeva dem Saubala entgegen, der, von den Gāndhāras geschützt, auf Rossen von hinten gedeckt war, im Vertrauen auf den Sieg, während er im Kampf [davon]zog.

Wort für Wort
tato gāndhārakair guptaṃ
darauf, von den Gāndhāras geschützt (Adv./Instr.Pl./Part.Perf.Pass.)
pṛṣṭhair aśvair jaye dhṛtam
mit Rossen im Rücken, den Sinn auf den Sieg gerichtet (Instr.Pl./Instr.Pl./Lok./Part.)
āsasāda raṇe yāntaṃ
stieß er an, im Kampf ziehend (3.Sg.Perf./Lok./Akk.Sg.Part.)
sahadevo 'tha saubalam
Sahadeva, da, den Saubala (Nom.Sg./Adv./Akk.Sg.)

Text und Konstruktion von pṛṣṭhair aśvair jaye dhṛtam unsicher; Wiedergabe mit Vorbehalt.

svam aṃśam avaśiṣṭaṃ sa saṃsmṛtya śakuniṃ nṛpa; rathena kāñcanāṅgena sahadevaḥ samabhyayāt; adhijyaṃ balavat kṛtvā vyākṣipan sumahad dhanuḥ

Seinen übrig gebliebenen Anteil bedenkend, o König, den Śakuni, fuhr Sahadeva mit dem goldverzierten Wagen heran; er machte den Bogen straff gespannt, kräftig, und schwang den gewaltigen Bogen.

Wort für Wort
svam aṃśam avaśiṣṭaṃ
seinen eigenen Anteil, den übrig gebliebenen (Akk.Sg./Akk.Sg.Part.)
sa saṃsmṛtya śakuniṃ nṛpa
er, sich erinnernd an Śakuni, o König (Nom./Abs./Akk./Vok.)
rathena kāñcanāṅgena
mit dem Wagen, goldverziert (Instr.Sg./Bahuvrīhi)
sahadevaḥ samabhyayāt
Sahadeva fuhr heran (Nom./3.Sg.Impf.)
adhijyaṃ balavat kṛtvā
straff gespannt, kräftig machend (Akk.Sg.n./Adv./Abs.)
vyākṣipan sumahad dhanuḥ
schwang er den sehr großen Bogen (Part.Präs./Akk.Sg.n.)

svam aṃśam avaśiṣṭam: der noch ausstehende „Anteil“ (an Śakunis Tötung/Schuld); Bezug unsicher [?].

sa saubalam abhidrutya gṛdhrapatraiḥ śilāśitaiḥ; bhṛśam abhyahanat kruddhas tottrair iva mahādvipam

Er stürzte sich auf den Saubala und traf ihn heftig, zornig, mit geierbefiederten, am Stein geschliffenen Pfeilen, wie man mit Stachelstöcken einen mächtigen Elefanten [trifft].

Wort für Wort
sa saubalam abhidrutya
er, den Saubala angreifend (Nom./Akk./Abs.)
gṛdhrapatraiḥ śilāśitaiḥ
mit geierbefiederten, am Stein geschärften [Pfeilen] (Instr.Pl.)
bhṛśam abhyahanat kruddhaḥ
heftig traf er, zornig (Adv./3.Sg.Impf./Nom.)
tottrair iva mahādvipam
wie mit Elefantenstacheln einen großen Elefanten (Instr.Pl./Akk.Sg.)

uvāca cainaṃ medhāvī nigṛhya smārayann iva; kṣatradharme sthito bhūtvā yudhyasva puruṣo bhava

Und der Weise sprach zu ihm, ihn packend und gleichsam erinnernd: „Halte dich an die Pflicht des Kṣatriya und kämpfe; sei ein Mann!

Wort für Wort
uvāca cainaṃ medhāvī
und er sprach zu ihm, der Weise (3.Sg.Perf./Akk./Nom.)
nigṛhya smārayann iva
ihn bezwingend, gleichsam erinnernd (Abs./Part.Kaus.)
kṣatradharme sthito bhūtvā
in der Kṣatriya-Pflicht stehend geworden (Lok./Nom./Abs.)
yudhyasva puruṣo bhava
kämpfe, ein Mann sei (Imp.Med./Nom./Imp.)

Die Rede setzt sich in den folgenden Einheiten fort.

yat tadā hṛṣyase mūḍha glahann akṣaiḥ sabhātale

Dass du damals frohlocktest, du Tor, als du in der Halle um Würfel spieltest,

Wort für Wort
yat tadā hṛṣyase mūḍha
dass du damals frohlocktest, du Tor (Konj./Adv./2.Sg.Präs./Vok.)
glahann akṣaiḥ sabhātale
um Einsatz spielend mit Würfeln auf dem Boden der Halle (Part.Präs./Instr.Pl./Lok.)

Satz wird in Einheit 58 fortgeführt (Zeile 047ab/cd getrennt durch Zusatzzeile 57).

sabhāmadhye vijityā kūṭadyūtena yad bhavān

[und] dass du inmitten der Halle mit betrügerischem Spiel gesiegt hast, du,

Wort für Wort
sabhāmadhye vijityā
inmitten der Halle, besiegend (Lok./Abs.)
kūṭadyūtena yad bhavān
mit betrügerischem Würfelspiel, dass du (Instr.Sg./Konj./Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; syntaktisch zwischen 56 und 58 eingeschoben.

phalam adya prapadyasva karmaṇas tasya durmate

– dafür erlange heute die Frucht jener Tat, du Böswilliger!

Wort für Wort
phalam adya prapadyasva
die Frucht heute erlange (Akk.Sg.n./Adv./Imp.Med.)
karmaṇas tasya durmate
jener Tat, du Böswilliger (Gen.Sg./Gen.Sg./Vok.)

nihatās te durātmāno ye 'smān avahasan purā; duryodhanaḥ kulāṅgāraḥ śiṣṭas tvaṃ tasya mātulaḥ

Erschlagen sind jene Bösgesinnten, die uns einst verlachten; Duryodhana, die Kohle seines Geschlechts, ist [noch] übrig, und du, sein Oheim.

Wort für Wort
nihatās te durātmānaḥ
erschlagen sind jene Bösgesinnten (Part.Perf.Pass./Nom.Pl.)
ye 'smān avahasan purā
die uns verlachten einst (Rel.Nom.Pl./Akk.Pl./3.Pl.Impf./Adv.)
duryodhanaḥ kulāṅgāraḥ
Duryodhana, die Kohle des Geschlechts (Nom.Sg.)
śiṣṭas tvaṃ tasya mātulaḥ
übrig, du, sein Mutterbruder (Part.Perf.Pass./Nom./Gen./Nom.Sg.)

kulāṅgāra: „Kohle/Brandscheit der Familie“, d. h. Verderber des Geschlechts.

adya te vihaniṣyāmi kṣureṇonmathitaṃ śiraḥ; vṛkṣāt phalam ivoddhṛtya laguḍena pramāthinā

Heute werde ich dir mit dem Schermesser den abgerissenen Kopf zerschlagen, wie man mit einem Stock, der zerschmettert, eine Frucht vom Baum herunterholt.

Wort für Wort
adya te vihaniṣyāmi
heute werde ich dir zerschlagen (Adv./Gen.-Dat./1.Sg.Fut.)
kṣureṇonmathitaṃ śiraḥ
den mit dem Schermesser abgerissenen Kopf (Instr.Sg./Part.Perf.Pass./Akk.Sg.n.)
vṛkṣāt phalam ivoddhṛtya
wie vom Baum eine Frucht herunterholend (Abl./Akk./Abs.)
laguḍena pramāthinā
mit einem Knüppel, dem zerschmetternden (Instr.Sg./Instr.Sg.)

kṣureṇa unmathitam: Bild unklar (Schermesser-Pfeil?); Wiedergabe unsicher [?].

evam uktvā mahārāja sahadevo mahābalaḥ; saṃkruddho naraśārdūlo vegenābhijagāma ha

So gesprochen, o großer König, stürmte der überaus starke Sahadeva, der Tiger unter den Männern, zornentbrannt mit Wucht heran.

Wort für Wort
evam uktvā mahārāja
so gesprochen habend, o großer König (Adv./Abs./Vok.)
sahadevo mahābalaḥ
Sahadeva, der überaus Starke (Nom.Sg.)
saṃkruddho naraśārdūlaḥ
zornentbrannt, der Tiger unter den Männern (Nom.Sg.)
vegenābhijagāma ha
mit Wucht ging er heran, fürwahr (Instr.Sg./3.Sg.Perf./Partikel)

abhigamya tu durdharṣaḥ sahadevo yudhāṃ patiḥ; vikṛṣya balavac cāpaṃ krodhena prahasann iva

Herangekommen, der Unbezwingbare, Sahadeva, der Herr der Kämpfer, spannte den starken Bogen in Zorn, gleichsam lachend,

Wort für Wort
abhigamya tu durdharṣaḥ
herangekommen aber, der Unbezwingbare (Abs./Partikel/Nom.)
sahadevo yudhāṃ patiḥ
Sahadeva, der Herr der Kämpfe (Nom./Gen.Pl./Nom.Sg.)
vikṛṣya balavac cāpaṃ
spannend den starken Bogen (Abs./Akk.Sg.)
krodhena prahasann iva
in Zorn, gleichsam auflachend (Instr.Sg./Part.Präs.)

Satz wird in Einheit 63 fortgeführt.

śakuniṃ daśabhir viddhvā caturbhiś cāsya vājinaḥ; chatraṃ dhvajaṃ dhanuś cāsya chittvā siṃha ivānadat

durchbohrte Śakuni mit zehn [Pfeilen] und seine Rosse mit vieren, zerschnitt ihm Schirm, Banner und Bogen und brüllte wie ein Löwe.

Wort für Wort
śakuniṃ daśabhir viddhvā
Śakuni mit zehn durchbohrend (Akk./Instr.Pl./Abs.)
caturbhiś cāsya vājinaḥ
und mit vieren seine Rosse (Instr.Pl./Gen./Akk.Pl.)
chatraṃ dhvajaṃ dhanuś cāsya
Schirm, Banner und Bogen ihm (Akk.Sg.n./Gen.)
chittvā siṃha ivānadat
zerschneidend, wie ein Löwe brüllte er (Abs./3.Sg.Impf.)

chinnadhvajadhanuśchatraḥ sahadevena saubalaḥ; tato viddhaś ca bahubhiḥ sarvamarmasu sāyakaiḥ

Des Banners, Bogens und Schirms beraubt durch Sahadeva, wurde der Saubala sodann von vielen Pfeilen an allen empfindlichen Stellen durchbohrt.

Wort für Wort
chinnadhvajadhanuśchatraḥ
dem Banner, Bogen und Schirm zerschnitten waren (Nom.Sg., Bahuvrīhi)
sahadevena saubalaḥ
durch Sahadeva, der Saubala (Instr./Nom.)
tato viddhaś ca bahubhiḥ
dann durchbohrt auch von vielen (Adv./Part.Perf.Pass./Instr.Pl.)
sarvamarmasu sāyakaiḥ
an allen Todesstellen, mit Pfeilen (Lok.Pl./Instr.Pl.)

tato bhūyo mahārāja sahadevaḥ pratāpavān; śakuneḥ preṣayām āsa śaravṛṣṭiṃ durāsadām

Darauf, o großer König, sandte der gewaltige Sahadeva abermals einen unwiderstehlichen Pfeilregen gegen Śakuni.

Wort für Wort
tato bhūyo mahārāja
darauf wiederum, o großer König (Adv./Vok.)
sahadevaḥ pratāpavān
Sahadeva, der Gewaltige (Nom.Sg.)
śakuneḥ preṣayām āsa
gegen Śakuni sandte er (Gen./Periphr.Perf.)
śaravṛṣṭiṃ durāsadām
einen Pfeilregen, schwer zu bestehen (Akk.Sg./Akk.Sg.f.)

tatas tu kruddhaḥ subalasya putro; mādrīsutaṃ sahadevaṃ vimarde; prāsena jāmbūnadabhūṣaṇena; jighāṃsur eko 'bhipapāta śīghram

Da stürzte sich der Sohn des Subala, zornig, allein, in dem Gewühl schnell auf den Sohn der Mādrī, Sahadeva, mit einem goldgeschmückten Speer, ihn zu töten.

Wort für Wort
tatas tu kruddhaḥ subalasya putro
darauf aber, zornig, der Sohn des Subala (Adv./Nom./Gen./Nom.Sg.)
mādrīsutaṃ sahadevaṃ vimarde
den Sohn der Mādrī, Sahadeva, im Gewühl (Akk./Akk./Lok.Sg.)
prāsena jāmbūnadabhūṣaṇena
mit einem Speer, goldgeschmückt (Instr.Sg.)
jighāṃsur eko 'bhipapāta śīghram
töten wollend, allein, stürzte auf ihn los, schnell (Nom.Sg.Des./Nom./3.Sg.Perf./Adv.)

mādrīsutas tasya samudyataṃ taṃ; prāsaṃ suvṛttau ca bhujau raṇāgre; bhallais tribhir yugapat saṃcakarta; nanāda coccais tarasājimadhye

Der Sohn der Mādrī aber durchtrennte ihm auf einmal mit drei Breitpfeilen den erhobenen Speer und die schön gerundeten Arme an der Spitze der Schlacht und brüllte laut, mit Wucht, mitten im Kampf.

Wort für Wort
mādrīsutas tasya samudyataṃ taṃ
der Sohn der Mādrī, seinen erhobenen, jenen (Nom./Gen./Akk.Sg.Part.)
prāsaṃ suvṛttau ca bhujau
Speer und die schön gerundeten Arme (Akk.Sg./Akk.Du.)
raṇāgre bhallais tribhir yugapat
an der Spitze der Schlacht mit drei Breitpfeilen zugleich (Lok./Instr.Pl./Adv.)
saṃcakarta nanāda coccaiḥ
zerschnitt er, und brüllte laut (3.Sg.Perf./3.Sg.Perf./Adv.)
tarasājimadhye
mit Wucht mitten im Kampf (Instr.Sg./Lok.Sg.)

Die Arme des Śakuni werden hier abgeschlagen; Fortsetzung in 68 ff.

tasyāśukārī susamāhitena; suvarṇapuṅkhena dṛḍhāyasena

Dann [traf] der Schnellhändige ihn mit einem wohlgezielten, goldgefiederten, festeisernen [Breitpfeil],

Wort für Wort
tasyāśukārī
seiner, der Schnellhändige (Gen./Nom.Sg.)
susamāhitena suvarṇapuṅkhena
mit einem wohlgezielten, goldgefiederten (Instr.Sg.)
dṛḍhāyasena
mit einem aus festem Eisen (Instr.Sg.)

Satz wird in 70 fortgeführt.

tathaiva vegāt sudṛḍhāyudhena

ebenso, mit Wucht, mit einer festen Waffe,

Wort für Wort
tathaiva vegāt
ebenso mit Wucht (Adv./Abl.)
sudṛḍhāyudhena
mit einer sehr festen Waffe (Instr.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile, wohl als Variante zu 68.

bhallena sarvāvaraṇātigena; śiraḥ śarīrāt pramamātha bhūyaḥ

mit einem Breitpfeil, der durch alle Hüllen hindurchdringt, riss er ihm abermals den Kopf vom Körper.

Wort für Wort
bhallena
mit einem Breitpfeil (Instr.Sg.)
sarvāvaraṇātigena
der alle Schutzhüllen durchdringt (Instr.Sg.)
śiraḥ śarīrāt
den Kopf vom Körper (Akk.Sg.n./Abl.)
pramamātha bhūyaḥ
riss er ab, aufs Neue (3.Sg.Perf./Adv.)

tasyottamāṅgaṃ ca bhujau suvṛttau; śaktiś ca pūrvaṃ nipapāta bhūmau; paścāt kabandhaṃ rudhirāvasiktaṃ; vispandamānaṃ nipapāta ghoram

Sein Haupt und die schön gerundeten Arme, [und] die Wurflanze fielen zuerst zu Boden; danach der blutübergossene, zuckende Rumpf, schrecklich.

Wort für Wort
tasyottamāṅgaṃ ca bhujau suvṛttau
sein Haupt und die schön gerundeten Arme (Gen./Nom.Sg.n./Nom.Du.)
śaktiś ca pūrvaṃ nipapāta bhūmau
und die Lanze fiel zuerst zu Boden (Nom.Sg.f./Adv./3.Sg.Perf./Lok.)
paścāt kabandhaṃ rudhirāvasiktam
danach der Rumpf, blutbegossen (Adv./Nom.Sg.n./Part.)
vispandamānaṃ nipapāta ghoram
zuckend fiel er nieder, schrecklich (Part.Präs./3.Sg.Perf./Nom.n.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzstrophe; Numerus von nipapāta (Sg. bei Mehrzahl-Subjekt) beibehalten.

rathottamāt pārthivapārthivasya

von dem herrlichsten Wagen des Königs der Könige [herab]

Wort für Wort
rathottamāt
vom herrlichsten Wagen (Abl.Sg.)
pārthivapārthivasya
des Königs der Könige (Gen.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Fragment einer Zusatzzeile; Bezug auf Śakuni (oder Duryodhana?) unsicher [?].

suvarṇaratnottamabhūṣitaṃ ca; sa siṃhanādaṃ vyanadan mahātmā; nihatya pāpaṃ subalasya putraṃ; sa nairṛtīm eva diśaṃ mahātmā; suvarṇapuṅkhair iṣubhiḥ patantaṃ

Und [der Wagen], mit Gold und den besten Edelsteinen geschmückt; der Hochgesinnte stieß einen Löwenruf aus, nachdem er den Bösen, den Sohn des Subala, erschlagen hatte; der Hochgesinnte trieb [ihn] in die südwestliche Himmelsrichtung, [ihn,] der mit goldgefiederten Pfeilen herabfiel.

Wort für Wort
suvarṇaratnottamabhūṣitaṃ ca
und mit Gold und besten Edelsteinen geschmückt (Akk.Sg./Nom.n.Part.)
sa siṃhanādaṃ vyanadan mahātmā
er stieß einen Löwenruf aus, der Hochgesinnte (Nom./Akk./3.Sg.Impf./Nom.)
nihatya pāpaṃ subalasya putraṃ
erschlagend den Bösen, den Sohn des Subala (Abs./Akk.Sg.)
sa nairṛtīm eva diśaṃ mahātmā
er in die südwestliche Richtung eben, der Hochgesinnte (Akk.Sg.f.)
suvarṇapuṅkhair iṣubhiḥ patantaṃ
mit goldgefiederten Pfeilen, herabfallend (Instr.Pl./Akk.Sg.Part.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage, syntaktisch lückenhaft und wohl gestört (Satzbau nicht sicher zu rekonstruieren) [?].

prāvodayad bhūmipater mahātmā

trieb der Hochgesinnte [ihn] voran, den des Herrn der Erde.

Wort für Wort
prāvodayad
trieb er voran (3.Sg.Impf.Kaus.)
bhūmipater mahātmā
des Herrn der Erde, der Hochgesinnte (Gen./Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Fragment; Objekt fehlt, Anschluss an 73 unklar [?].

śareṇa kārtasvarabhūṣitena; divākarābhena susaṃśitena; hṛtottamāṅgo yudhi pāṇḍavena; papāta bhūmau subalasya putraḥ

Mit einem goldverzierten, sonnengleichen, scharf geschliffenen Pfeil, des Hauptes im Kampf beraubt durch den Pāṇḍava, fiel der Sohn des Subala zu Boden.

Wort für Wort
śareṇa kārtasvarabhūṣitena
mit einem Pfeil, golden geschmückt (Instr.Sg.)
divākarābhena susaṃśitena
sonnengleich, sehr scharf (Instr.Sg.)
hṛtottamāṅgo yudhi pāṇḍavena
des Hauptes beraubt im Kampf durch den Pāṇḍava (Nom.Sg./Lok./Instr.)
papāta bhūmau subalasya putraḥ
fiel zu Boden, der Sohn des Subala (3.Sg.Perf./Lok./Gen./Nom.)

sa tacchiro vegavatā śareṇa; suvarṇapuṅkhena śilāśitena; prāverayat kupitaḥ pāṇḍuputro; yat tat kurūṇām anayasya mūlam

Dessen Haupt bedeckte der zornige Sohn des Pāṇḍu mit einem schnellen, goldgefiederten, am Stein geschärften Pfeil, [das Haupt,] das die Wurzel des Unheils der Kurus war.

Wort für Wort
sa tacchiro vegavatā śareṇa
dessen Haupt mit einem schnellen Pfeil (Nom./Akk./Instr.Sg.)
suvarṇapuṅkhena śilāśitena
goldgefiedert, am Stein geschärft (Instr.Sg.)
prāverayat kupitaḥ pāṇḍuputro
überschüttete/bedeckte er, zornig, der Sohn des Pāṇḍu (3.Sg.Impf.Kaus./Nom.)
yat tat kurūṇām anayasya mūlam
welches jenes der Kurus Unheils Wurzel [war] (Rel./Dem./Gen.Pl./Gen.Sg./Nom.)

prāverayat: Bedeutung unsicher (evtl. „mit dem Pfeil hinwegtreiben/-schleudern“) [?].

hṛtottamāṅgaṃ śakuniṃ samīkṣya; bhūmau śayānaṃ rudhirārdragātram; yodhās tvadīyā bhayanaṣṭasattvā; diśaḥ prajagmuḥ pragṛhītaśastrāḥ

Als sie Śakuni, des Hauptes beraubt, auf der Erde liegen sahen, die Glieder blutnass, stoben die Krieger der Deinen, vom Mut verlassen aus Furcht, mit gezückten Waffen in alle Richtungen auseinander.

Wort für Wort
hṛtottamāṅgaṃ śakuniṃ samīkṣya
Śakuni, des Hauptes beraubt, erblickend (Akk./Akk./Abs.)
bhūmau śayānaṃ rudhirārdragātram
auf der Erde liegend, mit blutfeuchten Gliedern (Lok./Akk.Part./Akk.)
yodhās tvadīyā bhayanaṣṭasattvāḥ
die Krieger, die Deinen, vor Furcht mutlos (Nom.Pl.)
diśaḥ prajagmuḥ pragṛhītaśastrāḥ
in die Richtungen gingen sie auseinander, Waffen ergriffen habend (Akk.Pl./3.Pl.Perf./Nom.Pl.)

mādrīsutaṃ te sahasābhipetur; gāndhārayodhāḥ pragṛhītaśastrāḥ

Die Krieger von Gāndhāra, die Waffen ergriffen, fielen plötzlich über den Sohn der Mādrī her.

Wort für Wort
mādrīsutaṃ te sahasābhipetur
auf den Sohn der Mādrī fielen sie plötzlich (Akk./Pron./Adv./3.Pl.Perf.)
gāndhārayodhāḥ pragṛhītaśastrāḥ
die Gāndhāra-Krieger, mit ergriffenen Waffen (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

vipradrutāḥ śuṣkamukhā visaṃjñā; gāṇḍīvaghoṣeṇa samāhatāś ca; bhayārditā bhagnarathāśvanāgāḥ; padātayaś caiva sadhārtarāṣṭrāḥ

Zerstreut, mit trockenen Mündern, besinnungslos, vom Klang des Gāṇḍīva getroffen, von Furcht bedrängt, mit zerbrochenen Wagen, Rossen und Elefanten, auch die Fußsoldaten samt den Dhārtarāṣṭras.

Wort für Wort
vipradrutāḥ śuṣkamukhā visaṃjñāḥ
zerstoben, trockenmündig, besinnungslos (Nom.Pl.)
gāṇḍīvaghoṣeṇa samāhatāś ca
und vom Ton des Gāṇḍīva getroffen (Instr.Sg./Part.Perf.Pass.)
bhayārditā bhagnarathāśvanāgāḥ
von Furcht geplagt, mit zerbrochenen Wagen, Rossen, Elefanten (Nom.Pl.)
padātayaś caiva sadhārtarāṣṭrāḥ
und Fußsoldaten, samt den Dhārtarāṣṭras (Nom.Pl.)

śekur na yoddhuṃ tarasājimadhye

Sie vermochten nicht mehr zu kämpfen, mitten im Kampf, [wegen] der Wucht.

Wort für Wort
śekur na yoddhuṃ
sie konnten nicht kämpfen (3.Pl.Perf./Inf.)
tarasājimadhye
mit Wucht/Ansturm mitten im Kampf (Instr.Sg./Lok.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; tarasā hier wohl „vor [der] Wucht [des Angriffs]“ [?].

tato rathāc chakuniṃ pātayitvā; mudānvitā bhārata pāṇḍaveyāḥ; śaṅkhān pradadhmuḥ samare prahṛṣṭāḥ; sakeśavāḥ sainikān harṣayantaḥ

Darauf, nachdem sie Śakuni vom Wagen gestürzt hatten, o Bhārata, bliesen die Pāṇḍavas, freudig erfüllt, hocherfreut in der Schlacht ihre Muscheln, zusammen mit Keśava, und ermutigten ihre Krieger.

Wort für Wort
tato rathāc chakuniṃ pātayitvā
darauf, vom Wagen Śakuni gestürzt habend (Adv./Abl./Akk./Abs.)
mudānvitā bhārata pāṇḍaveyāḥ
voll Freude, o Bhārata, die Pāṇḍavas (Nom.Pl./Vok./Nom.Pl.)
śaṅkhān pradadhmuḥ samare prahṛṣṭāḥ
Muscheln bliesen sie in der Schlacht, hocherfreut (Akk.Pl./3.Pl.Perf./Lok./Nom.Pl.)
sakeśavāḥ sainikān harṣayantaḥ
mit Keśava, die Krieger erfreuend (Nom.Pl./Akk.Pl./Part.Kaus.)

taṃ cāpi sarve pratipūjayanto; hṛṣṭā bruvāṇāḥ sahadevam ājau; diṣṭyā hato naikṛtiko durātmā; sahātmajo vīra raṇe tvayeti

Und alle ehrten ihn, froh, zu Sahadeva im Kampf sagend: „Zum Glück ist der Betrüger, der Böse, erschlagen, o Held, samt seinem Sohn in der Schlacht durch dich!“

Wort für Wort
taṃ cāpi sarve pratipūjayanto
und ihn auch, alle ehrend (Akk./Nom.Pl.Part.)
hṛṣṭā bruvāṇāḥ sahadevam ājau
froh, sprechend zu Sahadeva im Kampf (Nom.Pl./Part.Med./Akk./Lok.)
diṣṭyā hato naikṛtiko durātmā
zum Glück erschlagen ist der Betrüger, der Böse (Adv./Part./Nom.Sg.)
sahātmajo vīra raṇe tvayeti
samt dem Sohn, o Held, in der Schlacht durch dich (Nom./Vok./Lok./Instr.)

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