Nachdem man sich vor Nārāyaṇa und Nara, dem Besten der Männer, verneigt hat, und ebenso vor der Göttin Sarasvatī, möge man dann 'Jaya' ausrufen.
Wort für Wort
nārāyaṇaṃ namaskṛtya
sich vor Nārāyaṇa verneigt habend (nārāyaṇaṃ namaskṛtya)
naraṃ narottamam
vor Nara, dem Besten der Männer (naraṃ narottamam)
devīṃ sarasvatīm
vor der Göttin Sarasvatī (devīṃ sarasvatīm)
jayam udīrayet
möge man 'Jaya' ausrufen (jayam udīrayet)
Traditionelle einleitende Invokationsformel, wie sie zu Beginn mehrerer Parvans des Mahābhārata steht; sie markiert hier den Beginn des Śalyaparva (9. Buch).
janamejaya uvāca; evaṃ nipātite karṇe samare savyasācinā; alpāvaśiṣṭāḥ kuravaḥ kim akurvata vai dvija
Janamejaya sprach: „Als Karṇa so im Kampf von dem Linkshändigen Bogenschützen [Arjuna] niedergestreckt worden war, was taten die wenigen verbliebenen Kurus, o Zweifachgeborener?“
Wort für Wort
janamejaya uvāca
Janamejaya sprach (janamejaya uvāca)
nipātite karṇe
als Karṇa niedergestreckt war (nipātite karṇe)
savyasācinā
durch den Linkshändigen Bogenschützen (Arjuna)
alpāvaśiṣṭāḥ kuravaḥ
die wenigen verbliebenen Kurus (alpāvaśiṣṭāḥ kuravaḥ)
etad icchāmy ahaṃ śrotuṃ tad ācakṣva dvijottama; na hi tṛpyāmi pūrveṣāṃ śṛṇvānaś caritaṃ mahat
„Dies möchte ich hören - so erzähle es mir, Bester der Zweifachgeborenen; denn ich werde nicht satt, wenn ich von den großen Taten der Vorfahren höre.“
Wort für Wort
etad icchāmi śrotum
dies möchte ich hören (etad icchāmi śrotum)
ācakṣva
erzähle (ācakṣva)
na tṛpyāmi
ich werde nicht satt (na tṛpyāmi)
pūrveṣāṃ caritaṃ mahat
die großen Taten der Vorfahren (pūrveṣāṃ caritaṃ mahat)
vaiśaṃpāyana uvāca; tataḥ karṇe hate rājan dhārtarāṣṭraḥ suyodhanaḥ; bhṛśaṃ śokārṇave magno nirāśaḥ sarvato 'bhavat
Vaiśaṃpāyana sprach: Als dann, o König, Karṇa erschlagen war, versank Suyodhana, der Sohn des Dhṛtarāṣṭra, tief in einem Ozean des Kummers und wurde auf jede Weise ohne Hoffnung.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (vaiśaṃpāyana uvāca)
karṇe hate
als Karṇa erschlagen war (karṇe hate)
śokārṇave magnaḥ
in einem Ozean des Kummers versunken (śokārṇave magnaḥ)
nirāśaḥ sarvataḥ abhavat
wurde auf jede Weise ohne Hoffnung (nirāśaḥ sarvataḥ abhavat)
sa samāśvāsyamāno 'pi hetubhiḥ śāstraniścitaiḥ; rājabhir nālabhac charma sūtaputravadhaṃ smaran
Obwohl er von den Königen mit Gründen, die in der Lehre feststehen, getröstet wurde, fand er keinen Frieden, da er des Todes des Sohnes des Wagenlenkers gedachte.
Wort für Wort
samāśvāsyamānaḥ
getröstet werdend (samāśvāsyamānaḥ)
hetubhiḥ śāstraniścitaiḥ
mit in der Lehre feststehenden Gründen (hetubhiḥ śāstraniścitaiḥ)
nālabhac charma
fand keinen Frieden (nālabhac charma)
sūtaputravadhaṃ smaran
des Todes des Sohnes des Wagenlenkers gedenkend (sūtaputravadhaṃ smaran)
sa daivaṃ balavan matvā bhavitavyaṃ ca pārthivaḥ; saṃgrāme niścayaṃ kṛtvā punar yuddhāya niryayau
Er, der König, hielt das Schicksal für mächtig und [das Geschehene] für etwas, das so kommen musste; nachdem er seinen Entschluss zur Schlacht gefasst hatte, zog er wieder zum Kampf hinaus.
Wort für Wort
daivaṃ balavat matvā
das Schicksal für mächtig haltend (daivaṃ balavat matvā)
bhavitavyam
das, was so kommen musste (bhavitavyam)
niścayaṃ kṛtvā
den Entschluss gefasst habend (niścayaṃ kṛtvā)
punar yuddhāya niryayau
zog wieder zum Kampf hinaus (punar yuddhāya niryayau)
Nachdem er, der Stier unter den Königen, Śalya vorschriftsgemäß zum Heerführer gemacht hatte, den König von Madra vorangestellt, kam er zum Kampf heran; der König zog zur Schlacht hinaus, zusammen mit den überlebenden Königen.
Wort für Wort
śalyaṃ senāpatiṃ kṛtvā
Śalya zum Heerführer gemacht habend (śalyaṃ senāpatiṃ kṛtvā)
vidhivat
vorschriftsgemäß (vidhivat)
madrarājaṃ puraskṛtya
den König von Madra vorangestellt (madrarājaṃ puraskṛtya)
hataśeṣaiḥ nṛpaiḥ saha
zusammen mit den überlebenden Königen (hataśeṣaiḥ nṛpaiḥ saha)
Da entstand ein überaus tosender Kampf zwischen den Heeren der Kurus und der Pāṇḍavas, o Bester der Bharatas, vergleichbar der Schlacht zwischen Göttern und Asuras.
Wort für Wort
sutumulaṃ yuddham
der überaus tosende Kampf (sutumulaṃ yuddham)
kurupāṇḍavasenayoḥ
zwischen den Heeren der Kurus und Pāṇḍavas (kurupāṇḍavasenayoḥ)
devāsuraraṇopamam
vergleichbar der Schlacht zwischen Göttern und Asuras (devāsuraraṇopamam)
Dann, o Großkönig, nachdem Śalya im Kampf ein Gemetzel unter dem Heer der Pāṇḍus angerichtet hatte, wurde er am Mittag vom Dharmarāja niedergestreckt.
Wort für Wort
kadanam āhave kṛtvā
ein Gemetzel im Kampf angerichtet habend (kadanam āhave kṛtvā)
madhyāhne
am Mittag (madhyāhne)
dharmarājena pātitaḥ
vom Dharmarāja niedergestreckt (dharmarājena pātitaḥ)
Diese Verse (10-13) fassen als Vorausschau den weiteren Kriegsverlauf zusammen, der erst in den folgenden Kapiteln des Śalyaparva und Sauptikaparva im Einzelnen erzählt wird - Śalyas Tod, Duryodhanas Tod und der nächtliche Überfall Aśvatthāmans.
Dann, am Nachmittag jenes Tages, von großen Wagenkämpfern umringt - so, am Nachmittag, wurde der dort befindliche Suyodhana umringt, aus dem See mittels einer List herausgerufen und von Bhīmasena niedergestreckt.
Wort für Wort
aparāhṇe
am Nachmittag (aparāhṇe)
mahārathaiḥ parivārya
von großen Wagenkämpfern umringt (mahārathaiḥ parivārya)
hradād āhūya yogena
aus dem See mittels einer List herausgerufen (hradād āhūya yogena)
bhīmasenena pātitaḥ
von Bhīmasena niedergestreckt (bhīmasenena pātitaḥ)
Als jener große Bogenschütze erschlagen war, blieben von den Erschlagenen drei Wagenkämpfer übrig - [Textlücke] - zusammen mit seinem Gefolge, [als] Suyodhana [gefallen war] -, Kṛtavarman, Kṛpa und der Sohn Droṇas [Aśvatthāman]; sie drangen in das schlafende Lager ein und erschlugen zornentbrannt, in der Nacht, o Herrscher der Könige, die pāñcālischen Soldaten, angeführt von Dhṛṣṭadyumna.
Wort für Wort
hataśiṣṭāḥ trayo rathāḥ
die von den Erschlagenen übrig gebliebenen drei Wagenkämpfer (hataśiṣṭāḥ trayo rathāḥ)
kṛtavarmā kṛpo drauṇiḥ
Kṛtavarman, Kṛpa, der Sohn Droṇas (kṛtavarmā kṛpo drauṇiḥ)
suptaṃ śibiram āviśya
in das schlafende Lager eingedrungen (suptaṃ śibiram āviśya)
jaghnuḥ pāñcālasainikān
erschlugen die pāñcālischen Soldaten (jaghnuḥ pāñcālasainikān)
An dieser Stelle weist der Quelltext selbst eine Textlücke auf (im Original mit '**** ****' markiert, Apparatvers *0004_01); der Satzbau bleibt dadurch fragmentarisch. Wörtlich wiedergegeben, ohne die Lücke stillschweigend zu schließen. Diese Verse fassen das später im Sauptikaparva ausführlich erzählte nächtliche Massaker Aśvatthāmans an den schlafenden Pāñcālas vorausschauend zusammen.
aho subalavān kālo gatiś ca paramā tathā; vidhis tu balavān atra pauruṣaṃ tu nirarthakam; śakratulyabalāḥ sarve yatrāvadhyanta pārthivāḥ
„Ach, wie überaus mächtig ist die Zeit, und wie erhaben ihr Lauf! Das Schicksal ist hier mächtig, menschliche Anstrengung aber vergeblich - wo doch alle Könige, an Kraft Indra gleich, erschlagen wurden.“
Wort für Wort
subalavān kālaḥ
die überaus mächtige Zeit (subalavān kālaḥ)
gatiḥ paramā
der erhabene Lauf (gatiḥ paramā)
vidhiḥ balavān
das Schicksal ist mächtig (vidhiḥ balavān)
pauruṣaṃ nirarthakam
menschliche Anstrengung ist vergeblich (pauruṣaṃ nirarthakam)
śakratulyabalāḥ pārthivāḥ avadhyanta
die an Kraft Indra gleichen Könige wurden erschlagen (śakratulyabalāḥ pārthivāḥ avadhyanta)
dṛṣṭvaiva ca puro rājañ janaḥ sarvaḥ sa saṃjayam; kleśena mahatā yuktaḥ sarvato rājasattama; praruroda bhṛśodvigno hā rājann iti sasvaram
Und sobald jenes ganze Volk, o König, Saṃjaya vorn erblickt hatte, von großer Bedrängnis erfüllt, überall, o Bester der Könige, weinte es laut auf, überaus bestürzt: 'Ach, o König!'
Wort für Wort
dṛṣṭvā saṃjayam
Saṃjaya gesehen habend (dṛṣṭvā saṃjayam)
janaḥ sarvaḥ
das ganze Volk (janaḥ sarvaḥ)
kleśena mahatā yuktaḥ
von großer Bedrängnis erfüllt (kleśena mahatā yuktaḥ)
praruroda bhṛśodvignaḥ sasvaram
weinte laut auf, überaus bestürzt (praruroda bhṛśodvignaḥ sasvaram)
ākumāraṃ naravyāghra tat puraṃ vai samantataḥ; ārtanādaṃ mahac cakre śrutvā vinihataṃ nṛpam
Jene Stadt, Tiger unter den Männern, erhob ringsum, bis hinab zu den Kindern, einen großen Schmerzensschrei, als sie hörte, dass der König erschlagen war.
Wort für Wort
ākumāram
bis hinab zu den Kindern (ākumāram)
ārtanādaṃ mahat cakre
erhob einen großen Schmerzensschrei (ārtanādaṃ mahat cakre)
śrutvā vinihataṃ nṛpam
gehört habend, dass der König erschlagen war (śrutvā vinihataṃ nṛpam)
'vinihataṃ nṛpam' ('der erschlagene König') im Singular ist hier möglicherweise kollektiv für die vielen gefallenen Könige/Fürsten zu verstehen; wörtlich wiedergegeben.
dhāvataś cāpy apaśyac ca tatra trīn puruṣarṣabhān; naṣṭacittān ivonmattāñ śokena bhṛśapīḍitān; dṛṣṭvaiva ca narāñ śīghraṃ vyājahārātiduḥkhitaḥ
Und während er eilte, sah er dort auch drei Stiere unter den Männern, wie von Sinnen, wie Wahnsinnige, von Kummer schwer geplagt; und sobald er die Männer gesehen hatte, sprach er, überaus betrübt, schnell.
Wort für Wort
dhāvataḥ
während er eilte (dhāvataḥ)
trīn puruṣarṣabhān
drei Stiere unter den Männern (trīn puruṣarṣabhān)
naṣṭacittān iva unmattān
wie von Sinnen, wie Wahnsinnige (naṣṭacittān iva unmattān)
Weinend nur sprach er das Wort zum König, o Janamejaya; der keineswegs frohen Herzens seiende Sūta sprach mit von Tränen erstickter Stimme zu Dhṛtarāṣṭra, dem Besten der Bharatas, dem Herrscher der Menschen.
Wort für Wort
rudann abravīt vākyam
weinend sprach er das Wort (rudann abravīt vākyam)
nātihṛṣṭamanāḥ sūtaḥ
der keineswegs frohen Herzens seiende Sūta (nātihṛṣṭamanāḥ sūtaḥ)
bāṣpasaṃdigdhayā girā
mit von Tränen erstickter Stimme (bāṣpasaṃdigdhayā girā)
„Ich bin Saṃjaya, Tiger unter den Männern - Verehrung sei dir, Stier der Bharatas! Śalya, der Herrscher der Madras, ist erschlagen, und ebenso Śakuni, der Sohn des Subala,“
Wort für Wort
saṃjayaḥ aham
ich bin Saṃjaya (saṃjayaḥ aham)
namas te
Verehrung sei dir (namas te)
madrādhipo hataḥ śalyaḥ
Śalya, der Herrscher der Madras, ist erschlagen (madrādhipo hataḥ śalyaḥ)
ulūkaḥ puruṣavyāghra kaitavyo dṛḍhavikramaḥ; saṃśaptakā hatāḥ sarve kāmbojāś ca śakaiḥ saha; mlecchāś ca pārvatīyāś ca yavanāś ca nipātitāḥ
„Ulūka, Tiger unter den Männern, der Sohn des Kaitavya, von festem Mut, [ist erschlagen]; alle Saṃśaptakas sind erschlagen, und die Kambojas zusammen mit den Śakas; und die Mlecchas und die Bergbewohner und die Yavanas sind niedergestreckt,“
Wort für Wort
ulūkaḥ kaitavyaḥ dṛḍhavikramaḥ
Ulūka, der Sohn des Kaitavya, von festem Mut (ulūkaḥ kaitavyaḥ dṛḍhavikramaḥ)
saṃśaptakāḥ hatāḥ sarve
alle Saṃśaptakas sind erschlagen (saṃśaptakāḥ hatāḥ sarve)
kāmbojāḥ śakaiḥ saha
die Kambojas zusammen mit den Śakas (kāmbojāḥ śakaiḥ saha)
mlecchāḥ pārvatīyāḥ yavanāḥ nipātitāḥ
die Mlecchas, Bergbewohner und Yavanas sind niedergestreckt (mlecchāḥ pārvatīyāḥ yavanāḥ nipātitāḥ)
prācyā hatā mahārāja dākṣiṇātyāś ca sarvaśaḥ; udīcyā nihatāḥ sarve pratīcyāś ca narādhipa; rājāno rājaputrāś ca sarvato nihatā nṛpa
„Die Östlichen sind erschlagen, o Großkönig, und die Südlichen gänzlich; alle Nördlichen sind erschlagen, und die Westlichen, o Herrscher der Menschen; Könige und Königssöhne sind auf allen Seiten erschlagen, o König,“
Wort für Wort
prācyāḥ hatāḥ
die Östlichen sind erschlagen (prācyāḥ hatāḥ)
dākṣiṇātyāḥ sarvaśaḥ
die Südlichen gänzlich (dākṣiṇātyāḥ sarvaśaḥ)
udīcyāḥ pratīcyāḥ nihatāḥ
die Nördlichen und Westlichen sind erschlagen (udīcyāḥ pratīcyāḥ nihatāḥ)
rājānaḥ rājaputrāḥ nihatāḥ
Könige und Königssöhne sind erschlagen (rājānaḥ rājaputrāḥ nihatāḥ)
„Duryodhana ist erschlagen, o König, genau wie es der Pāṇḍava angekündigt hatte; mit gebrochener Hüfte, o Großkönig, liegt er, mit Staub bedeckt. Deines Sohnes Duryodhana Schenkel wurden von Bhīma gebrochen; er liegt zu Boden gefallen, von Staub umhüllt,“
Wort für Wort
duryodhano hataḥ
Duryodhana ist erschlagen (duryodhano hataḥ)
yathoktaṃ pāṇḍavena
genau wie es der Pāṇḍava angekündigt hatte (yathoktaṃ pāṇḍavena)
bhagnasakthaḥ pāṃsuṣu rūṣitaḥ śete
mit gebrochener Hüfte, mit Staub bedeckt, liegt er (bhagnasakthaḥ pāṃsuṣu rūṣitaḥ śete)
pāñcālāś ca naravyāghrāś cedayaś ca niṣūditāḥ; tava putrā hatāḥ sarve draupadeyāś ca bhārata; karṇaputro hataḥ śūro vṛṣaseno mahābalaḥ
„und die Pāñcālas, Tiger unter den Männern, und die Cedis sind vernichtet; alle deine Söhne sind erschlagen, und ebenso die Söhne der Draupadī, o Bhārata; und Karṇas heldenhafter, mächtiger Sohn Vṛṣasena ist erschlagen,“
Wort für Wort
pāñcālāḥ cedayaḥ niṣūditāḥ
die Pāñcālas und Cedis sind vernichtet (pāñcālāḥ cedayaḥ niṣūditāḥ)
tava putrāḥ hatāḥ sarve
alle deine Söhne sind erschlagen (tava putrāḥ hatāḥ sarve)
draupadeyāḥ
die Söhne der Draupadī (draupadeyāḥ)
karṇaputro vṛṣasenaḥ hataḥ
Karṇas Sohn Vṛṣasena ist erschlagen (karṇaputro vṛṣasenaḥ hataḥ)
narā vinihatāḥ sarve gajāś ca vinipātitāḥ; rathinaś ca naravyāghra hayāś ca nihatā yudhi
„Alle Fußsoldaten sind erschlagen, und die Elefanten niedergestreckt; die Wagenkämpfer auch, Tiger unter den Männern, und die Pferde sind im Kampf erschlagen,“
Wort für Wort
narāḥ vinihatāḥ sarve
alle Fußsoldaten sind erschlagen (narāḥ vinihatāḥ sarve)
gajāḥ vinipātitāḥ
die Elefanten sind niedergestreckt (gajāḥ vinipātitāḥ)
rathinaḥ hayāḥ nihatāḥ yudhi
die Wagenkämpfer und Pferde sind im Kampf erschlagen (rathinaḥ hayāḥ nihatāḥ yudhi)
kiṃciccheṣaṃ ca śibiraṃ tāvakānāṃ kṛtaṃ vibho; pāṇḍavānāṃ ca śūrāṇāṃ samāsādya parasparam
„und das Lager der Deinigen ist auf einen kleinen Rest reduziert worden, o Herr, ebenso das der heldenhaften Pāṇḍavas, durch ihr gegenseitiges Aufeinandertreffen,“
Wort für Wort
kiṃciccheṣam kṛtam
auf einen kleinen Rest reduziert (kiṃciccheṣam kṛtam)
tāvakānāṃ śibiram
das Lager der Deinigen (tāvakānāṃ śibiram)
samāsādya parasparam
durch ihr gegenseitiges Aufeinandertreffen (samāsādya parasparam)
„Die von der Zeit betörte Welt ist größtenteils auf das Verbleiben von Frauen reduziert worden; sieben bleiben auf Seiten der Pāṇḍavas übrig, und ebenso drei von den Söhnen des Dhṛtarāṣṭra,“
Wort für Wort
prāyaḥ strīśeṣam abhavat
ist größtenteils auf das Verbleiben von Frauen reduziert worden (prāyaḥ strīśeṣam abhavat)
kālena mohitam
von der Zeit betört (kālena mohitam)
sapta pāṇḍavataḥ śeṣāḥ
sieben bleiben auf Seiten der Pāṇḍavas übrig (sapta pāṇḍavataḥ śeṣāḥ)
dhārtarāṣṭrāḥ trayaḥ
drei von den Söhnen des Dhṛtarāṣṭra (dhārtarāṣṭrāḥ trayaḥ)
„diese sind auch deine verbliebenen Wagenkämpfer, o Großkönig, Bester der Könige; von allen versammelten Akṣauhiṇīs, o Herr der Menschen, sind diese der Rest, o Großkönig - alle übrigen sind zu Tode gekommen,“
Wort für Wort
tava rathinaḥ
deine Wagenkämpfer (tava rathinaḥ)
akṣauhiṇīnāṃ sarvāsāṃ sametānām
von allen versammelten Akṣauhiṇīs (akṣauhiṇīnāṃ sarvāsāṃ sametānām)
ete śeṣāḥ
diese sind der Rest (ete śeṣāḥ)
anye nidhanaṃ gatāḥ
die übrigen sind zu Tode gekommen (anye nidhanaṃ gatāḥ)
kālena nihataṃ sarvaṃ jagad vai bharatarṣabha; duryodhanaṃ vai purataḥ kṛtvā vairasya bhārata
„die ganze Welt ist wahrlich von der Zeit erschlagen worden, Stier der Bharatas, da man Duryodhana an die Spitze dieser Feindschaft gestellt hatte, o Bhārata.“
Wort für Wort
kālena nihatam sarvaṃ jagat
die ganze Welt ist von der Zeit erschlagen worden (kālena nihatam sarvaṃ jagat)
duryodhanaṃ purataḥ kṛtvā
Duryodhana an die Spitze gestellt habend (duryodhanaṃ purataḥ kṛtvā)
labdhvā tu sa nṛpaḥ saṃjñāṃ vepamānaḥ suduḥkhitaḥ; udīkṣya ca diśaḥ sarvāḥ kṣattāraṃ vākyam abravīt
Nachdem der König aber das Bewusstsein wiedererlangt hatte, zitternd und überaus betrübt, blickte er nach allen Himmelsrichtungen und sprach dieses Wort zu Kṣattṛ [Vidura]:
Wort für Wort
labdhvā saṃjñām
das Bewusstsein wiedererlangt habend (labdhvā saṃjñām)
vepamānaḥ suduḥkhitaḥ
zitternd, überaus betrübt (vepamānaḥ suduḥkhitaḥ)
udīkṣya diśaḥ sarvāḥ
nach allen Himmelsrichtungen geblickt habend (udīkṣya diśaḥ sarvāḥ)
vidvan kṣattar mahāprājña tvaṃ gatir bharatarṣabha; mamānāthasya subhṛśaṃ putrair hīnasya sarvaśaḥ; evam uktvā tato bhūyo visaṃjño nipapāta ha
„Weiser Kṣattṛ, von großer Einsicht, du bist meine Zuflucht, Stier der Bharatas - denn ich bin überaus schutzlos, gänzlich meiner Söhne beraubt.“ Nachdem er dies gesagt hatte, fiel er dann von neuem bewusstlos nieder.
Wort für Wort
vidvan kṣattaḥ mahāprājña
weiser Kṣattṛ, von großer Einsicht (vidvan kṣattaḥ mahāprājña)
tvaṃ gatiḥ
du bist die Zuflucht (tvaṃ gatiḥ)
anāthasya putrair hīnasya
des schutzlosen, der Söhne beraubten (anāthasya putrair hīnasya)
sa tu dīrgheṇa kālena pratyāśvasto mahīpatiḥ; tūṣṇīṃ dadhyau mahīpālaḥ putravyasanakarśitaḥ; niḥśvasañ jihmaga iva kumbhakṣipto viśāṃ pate
Nach langer Zeit aber erholte sich der Herr der Erde; der Beschützer der Erde, erschöpft vom Unglück seiner Söhne, sann schweigend nach, seufzend wie eine in einen Krug geworfene Schlange, o Herr der Untertanen.
Wort für Wort
dīrgheṇa kālena pratyāśvastaḥ
nach langer Zeit erholt (dīrgheṇa kālena pratyāśvastaḥ)
tūṣṇīṃ dadhyau
sann schweigend nach (tūṣṇīṃ dadhyau)
niḥśvasan jihmagaḥ iva kumbhakṣiptaḥ
seufzend wie eine in einen Krug geworfene Schlange (niḥśvasan jihmagaḥ iva kumbhakṣiptaḥ)
tato narapatiṃ tatra labdhasaṃjñaṃ paraṃtapa; gatir me ko bhaved adya iti cintāsamākulaḥ; avekṣya saṃjayo dīno rodamānaṃ bhṛśāturam
Da blickte der elende Saṃjaya, o Bezwinger der Feinde, auf den Herrscher der Menschen dort, der sein Bewusstsein wiedererlangt hatte, weinend, schwer leidend, [den Gedanken hegend:] 'Was mag jetzt meine Zuflucht sein?', von Sorge erfüllt,
Wort für Wort
narapatiṃ labdhasaṃjñam
auf den Herrscher, der sein Bewusstsein wiedererlangt hatte (narapatiṃ labdhasaṃjñam)
rodamānaṃ bhṛśāturam
weinend, schwer leidend (rodamānaṃ bhṛśāturam)
cintāsamākulaḥ
von Sorge erfüllt (cintāsamākulaḥ)
avekṣya saṃjayo dīnaḥ
der elende Saṃjaya blickte (avekṣya saṃjayo dīnaḥ)
Der Bezug des Gedankens 'gatir me ko bhaved adya' ('was mag jetzt meine Zuflucht sein') ist grammatisch nicht eindeutig Dhṛtarāṣṭra oder Saṃjaya zuzuordnen; hier auf den König bezogen wiedergegeben.
prāñjalir niḥśvasantaṃ ca taṃ narendraṃ muhur muhuḥ; jñātīn striyo 'tha niryāpya praviśya viduraḥ punaḥ; rājānaṃ śocamānas tu taṃ śocantaṃ muhur muhuḥ; samāśvāsayata kṣattā vacasā madhureṇa ha
mit gefalteten Händen [trat er zu] jenem immer wieder seufzenden Herrscher der Menschen; und Vidura, nachdem er die Verwandten und Frauen hinausgeleitet hatte, wieder eingetreten, selbst um den König trauernd, der immer wieder trauerte, tröstete ihn, Kṣattṛ, mit süßem Wort.
Wort für Wort
prāñjaliḥ
mit gefalteten Händen (prāñjaliḥ)
niḥśvasantaṃ narendram
den seufzenden Herrscher der Menschen (niḥśvasantaṃ narendram)
jñātīn striyaḥ niryāpya
die Verwandten und Frauen hinausgeleitet habend (jñātīn striyaḥ niryāpya)
samāśvāsayata vacasā madhureṇa
tröstete mit süßem Wort (samāśvāsayata vacasā madhureṇa)