Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śalyaparva

Kapitel 31: duryodhanasya jalād utthānaṃ gadāyuddhapratijñā ca Duryodhana steigt aus dem Wasser und fordert zum Keulenkampf heraus

Duryodhana antwortet aus dem See auf Yudhiṣṭhiras Schmähungen, willigt zum Einzelkampf ein und wählt die Keule; Yudhiṣṭhira gewährt ihm die Wahl der Waffe und des Gegners.

dhṛtarāṣṭra uvāca; evaṃ saṃtarjyamānas tu mama putro mahīpatiḥ; prakṛtyā manyumān vīraḥ katham āsīt paraṃtapaḥ

Dhṛtarāṣṭra sprach: „Als mein Sohn, der Erdenherr, so bedroht wurde – von Natur zornmütig, ein Held, ein Bezwinger der Feinde –, wie erging es ihm da?“

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (Perf. 3.Sg.)
evaṃ saṃtarjyamānaḥ tu
so aber bedroht werdend (Part.Pass., Nom.)
mama putraḥ mahīpatiḥ
mein Sohn, der Erdenherr (Nom.)
prakṛtyā manyumān vīraḥ
von Natur zornmütig, ein Held (Instr./Nom.)
kathaṃ āsīt paraṃtapaḥ
wie war es (ihm), Feindebezwinger (Impf. 3.Sg.; Nom.)

na hi saṃtarjanā tena śrutapūrvā kadā cana; rājabhāvena mānyaś ca sarvalokasya so 'bhavat

Denn niemals zuvor war ihm Bedrohung zu Ohren gekommen; als König war er von der ganzen Welt geehrt.

Wort für Wort
na hi saṃtarjanā tena
denn nicht (war) Bedrohung von ihm (Nom.; Instr.)
śrutapūrvā kadā cana
je zuvor gehört (Part.Pass., Nom.f.; Adv.)
rājabhāvena mānyaḥ ca
und durch sein Königtum verehrungswürdig (Instr.; Nom.)
sarvalokasya saḥ abhavat
der ganzen Welt (Gen.); er war (Impf. 3.Sg.)

yasyātapatracchāyāpi svakā bhānos tathā prabhā; khedāyaivābhimānitvāt sahet saivaṃ kathaṃ giraḥ

Schon der Schatten seines Schirms und der eigene, sonnengleiche Glanz waren ihm aus Stolz nur Verdruss [?] – wie sollte er solche Worte ertragen?

Wort für Wort
yasya ātapatracchāyā api
dessen Schirmschatten sogar (Gen.; Nom.)
svakā bhānoḥ tathā prabhā
der eigene Glanz wie der der Sonne (Nom.; Gen.)
khedāya eva abhimānitvāt
nur zum Verdruss, aus Stolz (Dat.; Abl.)
sahet sā evaṃ kathaṃ giraḥ
wie sollte er ertragen, so, Worte (Opt. 3.Sg.; Akk.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Star-Passage; syntaktisch knapp und im Verständnis unsicher (sā/evam), Wiedergabe sinngemäß.

iyaṃ ca pṛthivī sarvā samlecchāṭavikā bhṛśam; prasādād dhriyate yasya pratyakṣaṃ tava saṃjaya

Und diese ganze Erde, gänzlich durchsetzt von Mlecchas und Wäldern, wird durch seine Gunst getragen – offenkundig, Saṃjaya, vor deinen Augen.

Wort für Wort
iyaṃ ca pṛthivī sarvā
und diese ganze Erde (Nom.)
samlecchāṭavikā bhṛśam
samt Mlecchas und Wäldern, gänzlich (Kompositum; Adv.)
prasādāt dhriyate yasya
durch dessen Gunst wird sie getragen (Abl.; Pass. 3.Sg.; Gen.)
pratyakṣaṃ tava saṃjaya
vor Augen, dir, Saṃjaya (Adv.; Gen.; Vok.)

sa tathā tarjyamānas tu pāṇḍuputrair viśeṣataḥ; vihīnaś ca svakair bhṛtyair nirjane cāvṛto bhṛśam

Wie er so bedroht wurde, zumal von den Pāṇḍusöhnen, seiner Diener beraubt und an einsamem Ort ganz eingeschlossen –

Wort für Wort
saḥ tathā tarjyamānaḥ tu
er, so bedroht werdend (Part.Pass.)
pāṇḍuputraiḥ viśeṣataḥ
von den Pāṇḍusöhnen, besonders (Instr.; Adv.)
vihīnaḥ ca svakaiḥ bhṛtyaiḥ
und beraubt der eigenen Diener (Part.; Instr.)
nirjane ca āvṛtaḥ bhṛśam
und an menschenleerem Ort umschlossen, ganz (Lok.; Part.Pass.)

śrutvā sa kaṭukā vāco jayayuktāḥ punaḥ punaḥ; kim abravīt pāṇḍaveyāṃs tan mamācakṣva saṃjaya

– was sagte er, nachdem er die scharfen, siegesgewissen Worte wieder und wieder gehört hatte, zu den Pāṇḍavas? Berichte mir das, Saṃjaya.

Wort für Wort
śrutvā saḥ kaṭukāḥ vācaḥ
nachdem er gehört, er, die scharfen Worte (Abs.; Akk.Pl.)
jayayuktāḥ punaḥ punaḥ
siegesgewiss, immer wieder (Akk.Pl.; Adv.)
kim abravīt pāṇḍaveyān
was sprach er zu den Pāṇḍavas (Aor./Impf. 3.Sg.; Akk.)
tat mama ācakṣva saṃjaya
das erzähle mir, Saṃjaya (Imp. 2.Sg.; Vok.)

saṃjaya uvāca; tarjyamānas tadā rājann udakasthas tavātmajaḥ; yudhiṣṭhireṇa rājendra bhrātṛbhiḥ sahitena ha

Saṃjaya sprach: So bedroht, König, stand dein Sohn im Wasser, von Yudhiṣṭhira, dem Herrn der Könige, der mit seinen Brüdern zusammen war.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach
tarjyamānaḥ tadā rājan
bedroht werdend, damals, König (Part.Pass.; Vok.)
udakasthaḥ tava ātmajaḥ
im Wasser stehend, dein Sohn (Nom.)
yudhiṣṭhireṇa rājendra
von Yudhiṣṭhira, Herr der Könige (Instr.; Vok.)
bhrātṛbhiḥ sahitena ha
der mit den Brüdern vereint war (Instr.)

śrutvā sa kaṭukā vāco viṣamastho janādhipaḥ; dīrgham uṣṇaṃ ca niḥśvasya salilasthaḥ punaḥ punaḥ

Als er die scharfen Worte gehört hatte, seufzte der Volksherr, in schwieriger Lage im Wasser stehend, lang und heiß, immer wieder.

Wort für Wort
śrutvā saḥ kaṭukāḥ vācaḥ
nachdem er die scharfen Worte gehört (Abs.)
viṣamasthaḥ janādhipaḥ
in schwieriger Lage, der Volksherr (Nom.)
dīrgham uṣṇaṃ ca niḥśvasya
lang und heiß aufgeseufzt (Adv.; Abs.)
salilasthaḥ punaḥ punaḥ
im Wasser stehend, immer wieder (Nom.; Adv.)

salilāntargato rājā dhunvan hastau punaḥ punaḥ; manaś cakāra yuddhāya rājānaṃ cābhyabhāṣata

Im Wasser drin fasste der König, immer wieder die Hände schüttelnd, den Entschluss zum Kampf und sprach den König an.

Wort für Wort
salilāntargataḥ rājā
ins Wasser hinabgestiegen, der König (Nom.)
dhunvan hastau punaḥ punaḥ
die Hände schüttelnd, immer wieder (Part.Präs.; Akk.Du.)
manaḥ cakāra yuddhāya
fasste den Entschluss zum Kampf (Perf. 3.Sg.; Dat.)
rājānaṃ ca abhyabhāṣata
und sprach den König an (Impf. 3.Sg.Med.)

yūyaṃ sasuhṛdaḥ pārthāḥ sarve sarathavāhanāḥ; aham ekaḥ paridyūno viratho hatavāhanaḥ

„Ihr, Pārthas, seid alle mit Freunden, mit Wagen und Zugtieren; ich allein bin tief niedergeschlagen, wagenlos, meine Zugtiere sind erschlagen.

Wort für Wort
yūyaṃ sasuhṛdaḥ pārthāḥ
ihr, samt Freunden, Pārthas (Nom.Pl.; Vok.)
sarve sarathavāhanāḥ
alle mit Wagen und Zugtieren (Nom.Pl.)
aham ekaḥ paridyūnaḥ
ich, allein, sehr bedrängt (Nom.)
virathaḥ hatavāhanaḥ
wagenlos, mit erschlagenen Zugtieren (Nom.)

āttaśastrai rathagatair bahubhiḥ parivāritaḥ; katham ekaḥ padātiḥ sann aśastro yoddhum utsahe

Von vielen umringt, die Waffen ergriffen haben und auf Wagen stehen – wie wage ich es, allein, zu Fuß und waffenlos, zu kämpfen?“

Wort für Wort
āttaśastraiḥ rathagataiḥ
mit ergriffenen Waffen, auf Wagen befindlich (Instr.Pl.)
bahubhiḥ parivāritaḥ
von vielen umringt (Instr.; Part.Pass.)
katham ekaḥ padātiḥ san
wie, allein, ein Fußgänger seiend (Part.Präs.)
aśastraḥ yoddhum utsahe
waffenlos, zu kämpfen wage ich (Inf.; Präs. 1.Sg.Med.)

ekaikena tu māṃ yūyaṃ yodhayadhvaṃ yudhiṣṭhira; na hy eko bahubhir vīrair nyāyyaṃ yodhayituṃ yudhi

„Kämpft doch, Yudhiṣṭhira, einer nach dem anderen mit mir; denn es ist nicht recht, dass einer im Kampf gegen viele Helden kämpft.

Wort für Wort
ekaikena tu māṃ yūyam
einer nach dem anderen aber, mich, ihr (Instr.; Akk.; Nom.)
yodhayadhvaṃ yudhiṣṭhira
lasst kämpfen / kämpft mit mir (Imp. 2.Pl.Kaus.; Vok.)
na hi ekaḥ bahubhiḥ vīraiḥ
denn nicht einer mit vielen Helden (Nom.; Instr.Pl.)
nyāyyaṃ yodhayitum yudhi
(ist) recht, zu kämpfen, im Kampf (Adj.; Inf.; Lok.)

viśeṣato vikavacaḥ śrāntaś cāpaḥ samāśritaḥ; bhṛśaṃ vikṣatagātraś ca śrāntavāhanasainikaḥ

Zumal bin ich ohne Panzer, erschöpft, in die Wasser geflüchtet, am Körper schwer verwundet, und meine Zugtiere und Krieger sind erschöpft.

Wort für Wort
viśeṣataḥ vikavacaḥ
besonders, ohne Panzer (Adv.; Nom.)
śrāntaḥ ca āpaḥ samāśritaḥ
erschöpft und zu den Wassern geflüchtet (Part.; Akk.Pl.)
bhṛśaṃ vikṣatagātraḥ ca
sehr, am Leib verwundet, und (Adv.; Nom.)
śrāntavāhanasainikaḥ
dessen Zugtiere und Krieger erschöpft sind (Bahuvrīhi, Nom.)

na me tvatto bhayaṃ rājan na ca pārthād vṛkodarāt; phalgunād vāsudevād vā pāñcālebhyo 'tha vā punaḥ

Ich habe keine Furcht vor dir, König, noch vor Pārtha Vṛkodara, noch vor Phalguna oder Vāsudeva oder den Pāñcālas –

Wort für Wort
na me tvattaḥ bhayaṃ rājan
nicht (ist) mir vor dir Furcht, König (Abl.; Nom.; Vok.)
na ca pārthāt vṛkodarāt
und nicht vor Pārtha Vṛkodara (Abl.)
phalgunāt vāsudevāt vā
vor Phalguna oder Vāsudeva (Abl.)
pāñcālebhyaḥ atha vā punaḥ
vor den Pāñcālas oder auch wieder (Abl.Pl.)

yamābhyāṃ yuyudhānād vā ye cānye tava sainikāḥ; ekaḥ sarvān ahaṃ kruddho na tān yoddhum ihotsahe

– noch vor den Zwillingen, vor Yuyudhāna oder den anderen, die deine Krieger sind. Allein, im Zorn, wage ich es hier doch nicht, gegen sie alle zu kämpfen.

Wort für Wort
yamābhyāṃ yuyudhānāt vā
vor den Zwillingen oder Yuyudhāna (Abl.Du.; Abl.)
ye ca anye tava sainikāḥ
und wer sonst deine Krieger (sind) (Rel.; Nom.Pl.)
ekaḥ sarvān aham kruddhaḥ
allein, alle, ich, zornig (Nom.; Akk.Pl.)
na tān yoddhum iha utsahe
nicht wage ich, sie hier zu bekämpfen (Inf.; Präs. 1.Sg.)

Der Nachsatz „ekaḥ sarvān … kruddhaḥ“ ist knapp; sinngemäße Auflösung.

dharmamūlā satāṃ kīrtir manuṣyāṇāṃ janādhipa; dharmaṃ caiveha kīrtiṃ ca pālayan prabravīmy aham

Der Ruhm der Guten bei den Menschen hat den Dharma zur Wurzel, Volksherr; Dharma und Ruhm hier wahrend, sage ich dies.

Wort für Wort
dharmamūlā satāṃ kīrtiḥ
den Dharma zur Wurzel habend der Ruhm der Guten (Nom.f.; Gen.Pl.)
manuṣyāṇāṃ janādhipa
unter den Menschen, Volksherr (Gen.Pl.; Vok.)
dharmaṃ ca iha kīrtiṃ ca
Dharma und hier Ruhm (Akk.)
pālayan prabravīmi aham
wahrend, spreche ich, ich (Part.Präs.; Präs. 1.Sg.)

aham utthāya vaḥ sarvān pratiyotsyāmi saṃyuge; anvaṃśābhyāgatān sarvān ṛtūn saṃvatsaro yathā

Ich werde aufstehen und euch alle im Kampf entgegentreten, wie ihr in eurer Folge herangekommen seid – wie das Jahr den Jahreszeiten [?].

Wort für Wort
aham utthāya vaḥ sarvān
ich, aufgestanden, euch alle (Abs.; Akk.Pl.)
pratiyotsyāmi saṃyuge
werde entgegentreten im Kampf (Fut. 1.Sg.; Lok.)
anvaṃśābhyāgatān sarvān
in Reihe/Folge herangekommene, alle (Akk.Pl.)
ṛtūn saṃvatsaraḥ yathā
die Jahreszeiten (so wie) das Jahr (Akk.Pl.; Nom.)

anvaṃśābhyāgatān unsicher (Deutung „der Reihe nach/nach Geschlechtern gekommen“).

adya vaḥ sarathān sāśvān aśastro viratho 'pi san; nakṣatrāṇīva sarvāṇi savitā rātrisaṃkṣaye; tejasā nāśayiṣyāmi sthirībhavata pāṇḍavāḥ

Heute werde ich euch samt Wagen und Rossen, obwohl ich waffenlos und wagenlos bin, mit meinem Glanz vernichten, wie die Sonne am Ende der Nacht alle Sterne – steht fest, Pāṇḍavas!

Wort für Wort
adya vaḥ sarathān sāśvān
heute euch samt Wagen, samt Rossen (Akk.Pl.)
aśastraḥ viratha api san
waffenlos, wagenlos, obwohl seiend (Nom.; Part.)
nakṣatrāṇi iva sarvāṇi
wie alle Sterne (Akk.Pl.)
savitā rātrisaṃkṣaye
die Sonne beim Ende der Nacht (Nom.; Lok.)
tejasā nāśayiṣyāmi
mit Glanz werde ich vernichten (Instr.; Fut.Kaus. 1.Sg.)
sthirībhavata pāṇḍavāḥ
werdet fest, Pāṇḍavas (Imp. 2.Pl.; Vok.)

adyānṛṇyaṃ gamiṣyāmi kṣatriyāṇāṃ yaśasvinām; bāhlīkadroṇabhīṣmāṇāṃ karṇasya ca mahātmanaḥ

Heute werde ich meine Schuld gegenüber den ruhmreichen Kṣatriyas abtragen: gegenüber Bāhlīka, Droṇa und Bhīṣma und dem hochherzigen Karṇa,

Wort für Wort
adya ānṛṇyaṃ gamiṣyāmi
heute Schuldlosigkeit werde ich erlangen (Fut. 1.Sg.)
kṣatriyāṇāṃ yaśasvinām
gegenüber den ruhmreichen Kṣatriyas (Gen.Pl.)
bāhlīkadroṇabhīṣmāṇām
Bāhlīka, Droṇa, Bhīṣma (Gen.Pl.)
karṇasya ca mahātmanaḥ
und dem hochherzigen Karṇa (Gen.)

jayadrathasya śūrasya bhagadattasya cobhayoḥ; madrarājasya śalyasya bhūriśravasa eva ca

gegenüber dem Helden Jayadratha, gegenüber Bhagadatta, gegenüber beiden [?], dem Madra-König Śalya und Bhūriśravas,

Wort für Wort
jayadrathasya śūrasya
Jayadratha, dem Helden (Gen.)
bhagadattasya ca ubhayoḥ
und Bhagadatta, den beiden (Gen.; Gen.Du.)
madrarājasya śalyasya
dem Madra-König Śalya (Gen.)
bhūriśravasaḥ eva ca
und eben Bhūriśravas (Gen.)

ubhayoḥ „beiden“ unklar im Bezug (evtl. Bhagadatta und Vater/Sohn oder Verweis auf Śalya und Bhūriśravas).

putrāṇāṃ bharataśreṣṭha śakuneḥ saubalasya ca; mitrāṇāṃ suhṛdāṃ caiva bāndhavānāṃ tathaiva ca

gegenüber meinen Söhnen, Bester der Bharatas, und Śakuni Saubala, gegenüber Gefährten, Freunden und Verwandten.

Wort für Wort
putrāṇāṃ bharataśreṣṭha
den Söhnen, Bester der Bharatas (Gen.Pl.; Vok.)
śakuneḥ saubalasya ca
und Śakuni, dem Saubala (Gen.)
mitrāṇāṃ suhṛdāṃ ca eva
den Gefährten und Freunden (Gen.Pl.)
bāndhavānāṃ tathā eva ca
und ebenso den Verwandten (Gen.Pl.)

ānṛṇyam adya gacchāmi hatvā tvāṃ bhrātṛbhiḥ saha; etāvad uktvā vacanaṃ virarāma janādhipaḥ

Meine Schuld begleiche ich heute, indem ich dich samt deinen Brüdern erschlage.“ Nach diesen Worten schwieg der Volksherr.

Wort für Wort
ānṛṇyam adya gacchāmi
Schuldlosigkeit heute erlange ich (Präs. 1.Sg.)
hatvā tvāṃ bhrātṛbhiḥ saha
erschlagend dich mit Brüdern (Abs.; Akk.; Instr.)
etāvat uktvā vacanam
so viel, nachdem er gesprochen, das Wort (Abs.; Akk.)
virarāma janādhipaḥ
hörte auf, der Volksherr (Perf. 3.Sg.)

salilāntargataḥ śrīmān putro duryodhanas tava

Im Wasser stehend, der glänzende Sohn von dir, Duryodhana.

Wort für Wort
salilāntargataḥ
ins Wasser hinabgestiegen (Nom.)
śrīmān putraḥ
der glanzvolle Sohn (Nom.)
duryodhanaḥ tava
Duryodhana, dein (Nom.; Gen.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Star-Passage; unvollständiger Satz (Fragment).

yudhiṣṭhira uvāca; diṣṭyā tvam api jānīṣe kṣatradharmaṃ suyodhana; diṣṭyā te vartate buddhir yuddhāyaiva mahābhuja

Yudhiṣṭhira sprach: „Glücklicherweise kennst auch du die Kṣatriya-Pflicht, Suyodhana; glücklicherweise steht dein Sinn, Großarmiger, eben auf Kampf.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach
diṣṭyā tvam api jānīṣe
zum Glück auch du weißt (Adv.; Präs. 2.Sg.)
kṣatradharmaṃ suyodhana
die Kṣatriya-Pflicht, Suyodhana (Akk.; Vok.)
diṣṭyā te vartate buddhiḥ
zum Glück dir besteht der Sinn (Präs. 3.Sg.; Nom.)
yuddhāya eva mahābhuja
eben auf den Kampf, Großarmiger (Dat.; Vok.)

diṣṭyā śūro 'si kauravya diṣṭyā jānāsi saṃgaram; yas tvam eko hi naḥ sarvān saṃyuge yoddhum icchasi

Glücklicherweise bist du ein Held, Kauravya, glücklicherweise kennst du den Kampf, der du allein uns alle im Gefecht bekämpfen willst.

Wort für Wort
diṣṭyā śūraḥ asi kauravya
zum Glück ein Held bist du, Kauravya (Nom.; Präs. 2.Sg.; Vok.)
diṣṭyā jānāsi saṃgaram
zum Glück kennst du den Kampf (Präs. 2.Sg.; Akk.)
yaḥ tvam ekaḥ hi naḥ sarvān
der du allein uns alle (Rel.; Nom.; Akk.Pl.)
saṃyuge yoddhum icchasi
im Gefecht zu kämpfen wünschst du (Inf.; Präs. 2.Sg.)

eka ekena saṃgamya yat te saṃmatam āyudham; tat tvam ādāya yudhyasva prekṣakās te vayaṃ sthitāḥ

Tritt einzeln gegen einen an, nimm die Waffe, die dir genehm ist, und kämpfe damit; wir stehen als Zuschauer da.

Wort für Wort
ekaḥ ekena saṃgamya
einer mit einem zusammentreffend (Abs.)
yat te saṃmatam āyudham
welche Waffe dir genehm (Rel.; Gen./Dat.; Nom.)
tat tvam ādāya yudhyasva
diese, du, nimm und kämpfe (Abs.; Imp. 2.Sg.Med.)
prekṣakāḥ te vayaṃ sthitāḥ
Zuschauer (für) dich, wir stehen (Nom.Pl.; Part.)

ayam iṣṭaṃ ca te kāmaṃ vīra bhūyo dadāmy aham; hatvaikaṃ bhavato rājyaṃ hato vā svargam āpnuhi

Diesen deinen Wunsch gewähre ich, Held, dir noch einmal: Erschlägst du einen, so ist die Herrschaft dein – oder, erschlagen, erlange den Himmel.“

Wort für Wort
ayam iṣṭaṃ ca te kāmam
dieser (ich) und deinen gewünschten Wunsch (Nom.; Akk.)
vīra bhūyaḥ dadāmi aham
Held, weiter/nochmals gebe ich (Vok.; Adv.; Präs. 1.Sg.)
hatvā ekaṃ bhavataḥ rājyam
einen erschlagen habend, dein Königtum (Abs.; Akk.; Gen.)
hataḥ vā svargam āpnuhi
oder erschlagen, gewinne den Himmel (Nom.; Imp. 2.Sg.)

tatroccaiś cukruśuḥ siddhās tasya vākyāntare nṛpa

Da schrien die Siddhas laut auf, König, mitten in dessen Rede.

Wort für Wort
tatra uccaiḥ cukruśuḥ
da laut riefen sie (Adv.; Perf. 3.Pl.)
siddhāḥ tasya
die Siddhas, dessen (Nom.Pl.; Gen.)
vākyāntare nṛpa
während der Rede, König (Lok.; Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

duryodhana uvāca; ekaś ced yoddhum ākrande varo 'dya mama dīyate; āyudhānām iyaṃ cāpi vṛtā tvatsaṃmate gadā

Duryodhana sprach: „Wenn mir heute die Wahl gegeben wird, im Getümmel mit einem zu kämpfen, so ist unter den Waffen diese Keule mit deiner Zustimmung von mir gewählt.

Wort für Wort
duryodhana uvāca
Duryodhana sprach
ekaḥ ced yoddhum ākrande
wenn einer zu kämpfen im Schlachtgetümmel (Nom.; Inf.; Lok.)
varaḥ adya mama dīyate
die Wahl heute mir gegeben wird (Nom.; Pass. 3.Sg.)
āyudhānām iyaṃ ca api
und von den Waffen diese (Gen.Pl.; Nom.f.)
vṛtā tvatsaṃmate gadā
erwählt, mit deiner Billigung, die Keule (Part.Pass.f.; Lok.; Nom.)

bhrātṝṇāṃ bhavatām ekaḥ śakyaṃ māṃ yo 'bhimanyate; padātir gadayā saṃkhye sa yudhyatu mayā saha

Wer von euch Brüdern glaubt, mich bezwingen zu können, der soll zu Fuß im Kampf mit der Keule mit mir kämpfen.

Wort für Wort
bhrātṝṇāṃ bhavatām ekaḥ
von euch Brüdern einer (Gen.Pl.; Nom.)
śakyaṃ māṃ yaḥ abhimanyate
der mich für bezwingbar hält (Adj.; Akk.; Präs. 3.Sg.Med.)
padātiḥ gadayā saṃkhye
zu Fuß, mit der Keule, im Kampf (Nom.; Instr.; Lok.)
saḥ yudhyatu mayā saha
der soll kämpfen mit mir (Imp. 3.Sg.; Instr.)

vṛttāni rathayuddhāni vicitrāṇi pade pade; idam ekaṃ gadāyuddhaṃ bhavatv adyādbhutaṃ mahat

Wagenkämpfe gab es, bunt und vielfältig, auf Schritt und Tritt; dieser eine Keulenkampf soll heute wunderbar und groß sein.

Wort für Wort
vṛttāni rathayuddhāni
stattgefunden haben Wagenkämpfe (Part.Pass.; Nom.Pl.)
vicitrāṇi pade pade
vielfältige, bei jedem Schritt (Nom.Pl.; Lok.)
idam ekaṃ gadāyuddham
dieser eine Keulenkampf (Nom.)
bhavatu adya adbhutaṃ mahat
sei heute wunderbar, groß (Imp. 3.Sg.; Adj.)

annānām api paryāyaṃ kartum icchanti mānavāḥ; yuddhānām api paryāyo bhavatv anumate tava

Selbst bei Speisen wollen die Menschen Abwechslung schaffen; auch bei den Kämpfen sei Abwechslung, wenn du zustimmst.

Wort für Wort
annānām api paryāyam
auch bei Speisen Abwechslung/Wechsel (Gen.Pl.; Akk.)
kartum icchanti mānavāḥ
zu machen wünschen die Menschen (Inf.; Präs. 3.Pl.; Nom.)
yuddhānām api paryāyaḥ
auch bei Kämpfen Wechsel (Gen.Pl.; Nom.)
bhavatu anumate tava
sei bei deiner Zustimmung (Imp. 3.Sg.; Lok.; Gen.)

gadayā tvāṃ mahābāho vijeṣyāmi sahānujam; pāñcālān sṛñjayāṃś caiva ye cānye tava sainikāḥ

Mit der Keule werde ich dich, Starkarmiger, samt deinen Brüdern besiegen, ebenso die Pāñcālas und Sṛñjayas und die anderen, die deine Krieger sind.

Wort für Wort
gadayā tvāṃ mahābāho
mit der Keule dich, Starkarmiger (Instr.; Akk.; Vok.)
vijeṣyāmi sahānujam
werde besiegen, samt Bruder (Fut. 1.Sg.; Akk.)
pāñcālān sṛñjayān ca eva
die Pāñcālas und Sṛñjayas ebenso (Akk.Pl.)
ye ca anye tava sainikāḥ
und welche anderen deine Krieger (sind) (Nom.Pl.)

na hi me saṃbhramo jātu śakrād api yudhiṣṭhira

Denn mich überkommt niemals Bestürzung, nicht einmal vor Śakra, Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
na hi me saṃbhramaḥ jātu
denn nicht mir Bestürzung je (Nom.; Adv.)
śakrāt api yudhiṣṭhira
selbst vor Śakra, Yudhiṣṭhira (Abl.; Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Star-Passage.

yudhiṣṭhira uvāca; uttiṣṭhottiṣṭha gāndhāre māṃ yodhaya suyodhana; eka ekena saṃgamya saṃyuge gadayā balī

Yudhiṣṭhira sprach: „Steh auf, steh auf, Sohn der Gāndhārī, und kämpfe mit mir, Suyodhana – einer gegen einen im Gefecht, mit der Keule, du Starker.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach
uttiṣṭha uttiṣṭha gāndhāre
steh auf, steh auf, Gāndhāra-Sohn (Imp. 2.Sg.; Vok.)
māṃ yodhaya suyodhana
kämpfe mit mir, Suyodhana (Imp. 2.Sg.Kaus.; Vok.)
ekaḥ ekena saṃgamya
einer, mit einem zusammentreffend (Nom.; Abs.)
saṃyuge gadayā balī
im Gefecht, mit der Keule, du Kräftiger (Lok.; Instr.; Nom.)

puruṣo bhava gāndhāre yudhyasva susamāhitaḥ; adya te jīvitaṃ nāsti yady api tvaṃ manojavaḥ

Sei ein Mann, Sohn der Gāndhārī, kämpfe wohlgesammelt; heute ist dein Leben nicht [mehr], selbst wenn du gedankenschnell bist.“

Wort für Wort
puruṣaḥ bhava gāndhāre
sei ein Mann, Gāndhāra-Sohn (Imp. 2.Sg.; Vok.)
yudhyasva susamāhitaḥ
kämpfe, wohlgesammelt (Imp. 2.Sg.Med.; Nom.)
adya te jīvitaṃ na asti
heute ist dir Leben nicht (Nom.; Präs. 3.Sg.)
yadi api tvam manojavaḥ
wenn auch du gedankenschnell (bist) (Nom.)

saṃjaya uvāca; etat sa naraśārdūlo nāmṛṣyata tavātmajaḥ; salilāntargataḥ śvabhre mahānāga iva śvasan

Saṃjaya sprach: Das ertrug er nicht, jener Tigerheld, dein Sohn, [der] im Wasser wie in einer Grube [lag], schnaubend wie ein mächtiger Elefant.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Perf.)
etat sa naraśārdūlo nāmṛṣyata
dies ertrug er, der Tiger unter den Männern, nicht (Impf. Med. 3.Sg.)
tavātmajaḥ
dein Sohn (Nom.Sg.)
salilāntargataḥ śvabhre
ins Wasser hineingegangen, in einer Grube (Part./Lok.)
mahānāga iva śvasan
gleich einem mächtigen Elefanten schnaubend (Part.Präs.)

Bild: Der Elefant in der Grube schnaubt; śvabhra „Grube“ bezieht sich auf das Wasserbecken, in dem Duryodhana liegt.

tathāsau vākpratodena tudyamānaḥ punaḥ punaḥ; vācaṃ na mamṛṣe dhīmān uttamāśvaḥ kaśām iva

So, von der Peitsche der Worte immer wieder gestachelt, ertrug der Verständige die Rede nicht, wie ein edles Pferd die Geißel.

Wort für Wort
tathāsau vākpratodena
so er, durch den Stachel der Worte (Instr.)
tudyamānaḥ punaḥ punaḥ
gestochen, immer wieder (Part.Pass.)
vācaṃ na mamṛṣe
die Rede ertrug er nicht (Perf. Med.)
dhīmān
der Verständige (Nom.)
uttamāśvaḥ kaśām iva
wie ein edles Pferd die Peitsche (Nom./Akk.)

saṃkṣobhya salilaṃ vegād gadām ādāya vīryavān; adrisāramayīṃ gurvīṃ kāñcanāṅgadabhūṣaṇām; antarjalāt samuttasthau nāgendra iva niḥśvasan

Er wühlte das Wasser mit Wucht auf, ergriff die Keule, der Kraftvolle, die aus Bergeskern gefertigte, schwere, mit goldenem Armreif geschmückte, und erhob sich aus dem Wasser, schnaubend wie ein Elefantenfürst.

Wort für Wort
saṃkṣobhya salilaṃ vegād
das Wasser aufwühlend, mit Wucht (Abs./Akk./Abl.)
gadām ādāya vīryavān
die Keule ergreifend, der Tatkräftige (Abs./Nom.)
adrisāramayīṃ gurvīṃ
aus Bergeskern bestehend, schwer (Akk.Sg.f.)
kāñcanāṅgadabhūṣaṇām
mit goldenem Armreif als Schmuck (Akk.Sg.f.)
antarjalāt samuttasthau
aus dem Wasser erhob er sich (Perf.)
nāgendra iva niḥśvasan
wie ein Elefantenfürst schnaubend (Part.Präs.)

sa bhittvā stambhitaṃ toyaṃ skandhe kṛtvāyasīṃ gadām; udatiṣṭhata putras te pratapan raśmimān iva

Er durchbrach das gestaute Wasser, legte die eiserne Keule auf die Schulter und stieg auf, dein Sohn, glühend wie der Strahlende [die Sonne].

Wort für Wort
sa bhittvā stambhitaṃ toyaṃ
er, das gestaute Wasser spaltend (Abs./Akk.)
skandhe kṛtvāyasīṃ gadām
auf die Schulter setzend die eiserne Keule (Abs./Lok./Akk.)
udatiṣṭhata putras te
er stand auf, dein Sohn (Impf. Med.)
pratapan raśmimān iva
glühend wie der Strahlenreiche (Part.Präs.)

stambhitaṃ toyam: Duryodhana hatte das Wasser durch Zauber gefestigt; hier als „gestaut“ wiedergegeben.

tataḥ śaikyāyasīṃ gurvīṃ jātarūpapariṣkṛtām; gadāṃ parāmṛśad dhīmān dhārtarāṣṭro mahābalaḥ

Dann ergriff der Verständige, der starke Sohn Dhṛtarāṣṭras, die schwere, aus Eisen und Bast [?] gemachte, mit Gold verzierte Keule.

Wort für Wort
tataḥ śaikyāyasīṃ gurvīṃ
dann die śaikya-eiserne, schwere (Akk.Sg.f.)
jātarūpapariṣkṛtām
mit Gold geschmückt (Akk.Sg.f.)
gadāṃ parāmṛśad
die Keule berührte/ergriff er (Impf.)
dhīmān dhārtarāṣṭro mahābalaḥ
der Verständige, der Dhṛtarāṣṭra-Sohn, der Starke (Nom.)

śaikyāyasī: Bedeutung unsicher (etwa „ganz aus Eisen“ o. ä.).

gadāhastaṃ tu taṃ dṛṣṭvā saśṛṅgam iva parvatam; prajānām iva saṃkruddhaṃ śūlapāṇim avasthitam; sagado bhārato bhāti pratapan bhāskaro yathā

Als sie ihn, die Keule in der Hand, sahen, [erschien er] wie ein gipfeltragender Berg, wie der zornige Zerstörer der Geschöpfe mit dem Dreizack in der Hand dastehend; der Bhārata mit der Keule strahlte wie die glühende Sonne.

Wort für Wort
gadāhastaṃ tu taṃ dṛṣṭvā
ihn, den Keulenträger, sehend (Abs.)
saśṛṅgam iva parvatam
wie einen Berg mit Gipfeln (Akk.)
prajānām iva saṃkruddhaṃ
wie [den] Zornentbrannten der Geschöpfe (Gen./Akk.)
śūlapāṇim avasthitam
den mit Dreizack in der Hand Dastehenden (Akk.)
sagado bhārato bhāti
der Bhārata mit Keule strahlt (Nom./3.Sg.Präs.)
pratapan bhāskaro yathā
wie die glühende Sonne (Part.Präs./Nom.)

prajānām iva saṃkruddham: gemeint wohl Rudra/Antaka als Vernichter der Geschöpfe; Wortlaut knapp.

tam uttīrṇaṃ mahābāhuṃ gadāhastam ariṃdamam; menire sarvabhūtāni daṇḍahastam ivāntakam

Ihn, den Herausgestiegenen, den Langarmigen, mit der Keule in der Hand, den Feindebezwinger, hielten alle Wesen für Antaka [den Tod] mit dem Stab in der Hand.

Wort für Wort
tam uttīrṇaṃ mahābāhuṃ
ihn, den Herausgestiegenen, den Langarmigen (Akk.)
gadāhastam ariṃdamam
den Keulenträger, Feindebezwinger (Akk.)
menire sarvabhūtāni
hielten [ihn] alle Wesen (Perf. Med.)
daṇḍahastam ivāntakam
gleichsam für den stabbewehrten Tod (Akk.)

vajrahastaṃ yathā śakraṃ śūlahastaṃ yathā haram; dadṛśuḥ sarvapāñcālāḥ putraṃ tava janādhipa

Wie Śakra mit dem Donnerkeil in der Hand, wie Hara mit dem Dreizack in der Hand, sahen alle Pāñcālas deinen Sohn, Herr der Menschen.

Wort für Wort
vajrahastaṃ yathā śakraṃ
wie Śakra mit Donnerkeil in der Hand (Akk.)
śūlahastaṃ yathā haram
wie Hara mit Dreizack in der Hand (Akk.)
dadṛśuḥ sarvapāñcālāḥ
sahen alle Pāñcālas (Perf.)
putraṃ tava janādhipa
deinen Sohn, Herr der Menschen (Akk./Vok.)

tam uttīrṇaṃ tu saṃprekṣya samahṛṣyanta sarvaśaḥ; pāñcālāḥ pāṇḍaveyāś ca te 'nyonyasya talān daduḥ

Als sie ihn aber herausgestiegen sahen, jubelten sie allerseits, die Pāñcālas und die Pāṇḍavas, und klatschten einander in die Hände.

Wort für Wort
tam uttīrṇaṃ tu saṃprekṣya
ihn, den Herausgestiegenen, erblickend (Abs.)
samahṛṣyanta sarvaśaḥ
sie freuten sich überall (Impf. Med.)
pāñcālāḥ pāṇḍaveyāś ca
die Pāñcālas und die Pāṇḍavas (Nom.)
te 'nyonyasya talān daduḥ
sie gaben einander Handflächen (Impf.)

Wörtlich „gaben einander die Handflächen“: gegenseitiges Klatschen, hier als Ausdruck des Spotts verstanden.

avahāsaṃ tu taṃ matvā putro duryodhanas tava; udvṛtya nayane kruddho didhakṣur iva pāṇḍavān

Dein Sohn Duryodhana aber hielt dies für Hohngelächter, verdrehte zornig die Augen, als wollte er die Pāṇḍavas verbrennen.

Wort für Wort
avahāsaṃ tu taṃ matvā
das für Gelächter haltend (Abs.)
putro duryodhanas tava
dein Sohn Duryodhana (Nom.)
udvṛtya nayane kruddho
die Augen verdrehend, zornig (Abs./Nom.)
didhakṣur iva pāṇḍavān
als wolle er verbrennen die Pāṇḍavas (Desid.-Adj./Akk.)

triśikhāṃ bhrukuṭīṃ kṛtvā saṃdaṣṭadaśanacchadaḥ; pratyuvāca tatas tān vai pāṇḍavān sahakeśavān

Er zog die Stirn in drei Falten, biss sich auf die Lippen und antwortete dann den Pāṇḍavas nebst Keśava.

Wort für Wort
triśikhāṃ bhrukuṭīṃ kṛtvā
eine dreigefaltete Brauenrunzel machend (Abs.)
saṃdaṣṭadaśanacchadaḥ
der die Lippen zusammengebissen hat (Nom.)
pratyuvāca tatas
erwiderte darauf (Perf.)
tān vai pāṇḍavān sahakeśavān
jene Pāṇḍavas samt Keśava (Akk.)

avahāsasya vo 'syādya prativaktāsmi pāṇḍavāḥ; gamiṣyatha hatāḥ sadyaḥ sapāñcālā yamakṣayam

„Für dieses Gelächter von euch werde ich heute Antwort geben, Pāṇḍavas; ihr werdet erschlagen sogleich samt den Pāñcālas in das Haus des Yama gehen.“

Wort für Wort
avahāsasya vo 'syādya
für dieses Gelächter von euch heute (Gen./Gen./Adv.)
prativaktāsmi pāṇḍavāḥ
werde ich Antwortender sein, Pāṇḍavas (Nom. Ag./Vok.)
gamiṣyatha hatāḥ sadyaḥ
ihr werdet gehen, erschlagen, sogleich (Fut./Part.)
sapāñcālā yamakṣayam
samt den Pāñcālas, zur Wohnstatt des Yama (Nom./Akk.)

utthitas tu jalāt tasmāt putro duryodhanas tava; atiṣṭhata gadāpāṇī rudhireṇa samukṣitaḥ

Aus jenem Wasser aufgestanden, stand dein Sohn Duryodhana da, die Keule in der Hand, mit Blut benetzt.

Wort für Wort
utthitas tu jalāt tasmāt
aufgestanden aus jenem Wasser (Part./Abl.)
putro duryodhanas tava
dein Sohn Duryodhana (Nom.)
atiṣṭhata gadāpāṇī
stand da, die Keule in der Hand (Impf. Med./Nom.)
rudhireṇa samukṣitaḥ
mit Blut besprengt (Instr./Part.)

tasya śoṇitadigdhasya salilena samukṣitam; śarīraṃ sma tadā bhāti sravann iva mahīdharaḥ

Sein Leib, mit Blut überzogen und mit Wasser besprengt, schien damals wie ein Berg, der [Wasser] strömen lässt.

Wort für Wort
tasya śoṇitadigdhasya
von ihm, dem blutbeschmierten (Gen.)
salilena samukṣitam
mit Wasser besprengt (Instr./Part.)
śarīraṃ sma tadā bhāti
der Körper erschien damals (Präs. mit sma)
sravann iva mahīdharaḥ
wie ein Berg strömend (Part.Präs./Nom.)

tam udyatagadaṃ vīraṃ menire tatra pāṇḍavāḥ; vaivasvatam iva kruddhaṃ kiṃkarodyatapāṇinam

Ihn, den Helden mit erhobener Keule, hielten dort die Pāṇḍavas für den zornigen Vaivasvata [Yama], dessen Diener die Hand erhoben haben.

Wort für Wort
tam udyatagadaṃ vīraṃ
ihn, den Helden mit erhobener Keule (Akk.)
menire tatra pāṇḍavāḥ
hielten dort die Pāṇḍavas (Perf. Med.)
vaivasvatam iva kruddhaṃ
wie den zornigen Vaivasvata (Akk.)
kiṃkarodyatapāṇinam
mit erhobenen Händen der Diener [?] (Akk.)

kiṃkarodyatapāṇinam: als „dessen Diener [Schergen] die Hand erhoben haben“ gedeutet; auch „mit erhobenem Stab/Hand in Dienerschaft“ denkbar.

sa meghaninado harṣān nadann iva ca govṛṣaḥ; ājuhāva tataḥ pārthān gadayā yudhi vīryavān

Er, mit donnergleicher Stimme, vor Freude brüllend wie ein Stier, der Kraftvolle, rief dann die Pārthas im Kampf mit der Keule heraus.

Wort für Wort
sa meghaninado harṣān
er, wolkendonnerstimmig, aus Freude (Nom./Abl.)
nadann iva ca govṛṣaḥ
brüllend wie ein Stier (Part.Präs./Nom.)
ājuhāva tataḥ pārthān
rief heraus dann die Pārthas (Perf.)
gadayā yudhi vīryavān
mit der Keule im Kampf, der Tatkräftige (Instr./Lok./Nom.)

duryodhana uvāca; ekaikena ca māṃ yūyam āsīdata yudhiṣṭhira; na hy eko bahubhir nyāyyo vīra yodhayituṃ yudhi

Duryodhana sprach: „Kämpft gegen mich einzeln, Yudhiṣṭhira; denn es ist nicht recht, dass einer im Kampf gegen viele kämpft, Held.

Wort für Wort
duryodhana uvāca
Duryodhana sprach (Perf.)
ekaikena ca māṃ yūyam āsīdata
einer nach dem anderen sollt ihr mich angehen (Imp. Med.)
yudhiṣṭhira
Yudhiṣṭhira (Vok.)
na hy eko bahubhir nyāyyo
denn nicht ist einer im Recht gegenüber vielen (Nom./Instr.)
vīra yodhayituṃ yudhi
Held, zu kämpfen im Kampf (Vok./Inf./Lok.)

Wortlaut von nyāyyo yodhayitum knapp: „nicht ist es billig, dass einer [mit] vielen kämpfen macht/kämpft“.

nyastavarmā viśeṣeṇa śrāntaś cāpsu pariplutaḥ; bhṛśaṃ vikṣatagātraś ca hatavāhanasainikaḥ

Besonders da ich die Rüstung abgelegt habe, erschöpft bin, im Wasser geschwommen, am Körper schwer verwundet, und mir Gespann und Krieger erschlagen sind.

Wort für Wort
nyastavarmā viśeṣeṇa
mit abgelegter Rüstung, besonders (Nom./Adv.)
śrāntaś cāpsu pariplutaḥ
erschöpft und im Wasser umhergetrieben (Nom./Lok.Pl.)
bhṛśaṃ vikṣatagātraś ca
und stark an den Gliedern verwundet (Adv./Nom.)
hatavāhanasainikaḥ
dessen Zugtiere und Soldaten erschlagen sind (Nom.)

sarvopakaraṇair hīnaṃ varmaśastrāstravarjitam; ekākinaṃ yudhyamānaṃ paśyantu divi devatāḥ

[Ich bin] aller Hilfsmittel ledig, ohne Rüstung, Waffen und Wurfgeschosse; mich Einzelnen, der kämpft, sollen die Götter im Himmel ansehen.

Wort für Wort
sarvopakaraṇair hīnaṃ
ohne alle Hilfsmittel (Instr./Akk.)
varmaśastrāstravarjitam
frei von Rüstung, Schwert und Wurfwaffen (Akk.)
ekākinaṃ yudhyamānaṃ
den Einzelnen, Kämpfenden (Akk.)
paśyantu divi devatāḥ
sollen sehen im Himmel die Götter (Imp./Lok./Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Kasus im Akk. (ekākinam) weist auf ein „mich“ hin, das im Text fehlt.

avaśyam eva yoddhavyaṃ sarvair eva mayā saha; yuktaṃ tv ayuktam ity etad vetsi tvaṃ caiva sarvadā

Kämpfen muss ich unbedingt mit euch allen zusammen; ob das angemessen oder unangemessen ist, weißt du stets selbst.

Wort für Wort
avaśyam eva yoddhavyaṃ
unbedingt zu kämpfen ist (Gerundiv)
sarvair eva mayā saha
mit allen zusammen mit mir (Instr.)
yuktaṃ tv ayuktam ity etad
angemessen oder unangemessen, so dies (Nom.)
vetsi tvaṃ caiva sarvadā
weißt du selbst immer (Präs. 2.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Der Sinn des Verses ist im Sanskrit verdichtet und nicht ganz eindeutig; „mit euch allen“ ist aus sarvair … mayā saha erschlossen [?].

yudhiṣṭhira uvāca; nābhūd iyaṃ tava prajñā katham evaṃ suyodhana; yadābhimanyuṃ bahavo jaghnur yudhi mahārathāḥ

Yudhiṣṭhira sprach: „Woher war dir diese Einsicht nicht [gekommen], Suyodhana, als viele Großwagenkämpfer im Kampf Abhimanyu erschlugen?

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
nābhūd iyaṃ tava prajñā
nicht war diese deine Einsicht (Aor.)
katham evaṃ suyodhana
wie denn so, Suyodhana (Adv./Vok.)
yadābhimanyuṃ bahavo jaghnur
als Abhimanyu viele erschlugen (Konj./Perf.)
yudhi mahārathāḥ
im Kampf, die Großwagenkämpfer (Lok./Nom.)

kṣatradharmaṃ bhṛśaṃ krūraṃ nirapekṣaṃ sunirghṛṇam; anyathā tu kathaṃ hanyur abhimanyuṃ tathāgatam; sarve bhavanto dharmajñāḥ sarve śūrās tanutyajaḥ; nyāyena yudhyatāṃ proktā śakralokagatiḥ parā; yady ekas tu na hantavyo bahubhir dharma eva tu; tadābhimanyuṃ bahavo nijaghnus tvanmate katham; sarvo vimṛśate jantuḥ kṛcchrastho dharmadarśanam; padastho vihitaṃ dvāraṃ paralokasya paśyati

Die Kṣatriya-Pflicht ist überaus grausam, rücksichtslos, sehr unbarmherzig; wie sonst hätten sie Abhimanyu, [ihn] in solcher Lage, erschlagen? Ihr alle seid Kenner des Dharma, alle Helden, die den Leib preisgeben. Für die nach Recht Kämpfenden wird als höchstes Ziel die Welt Śakras genannt. Wenn aber einer nicht von vielen erschlagen werden darf, das eben Dharma ist: wie erschlugen dann nach deiner Ansicht viele Abhimanyu? Jedes Wesen erwägt in Not das Sehen des Dharma; wer in gesicherter Stellung steht [?], sieht die vorbestimmte Tür zur jenseitigen Welt.

Wort für Wort
kṣatradharmaṃ bhṛśaṃ krūraṃ
die Kṣatriya-Pflicht, sehr grausam (Akk.)
nirapekṣaṃ sunirghṛṇam
rücksichtslos, sehr unbarmherzig (Akk.)
anyathā tu kathaṃ hanyur abhimanyuṃ tathāgatam
wie sonst würden sie erschlagen Abhimanyu, so beschaffen (Opt./Akk.)
sarve bhavanto dharmajñāḥ sarve śūrās tanutyajaḥ
ihr alle Dharma-Kenner, alle Helden, Leibpreisgebende (Nom.)
nyāyena yudhyatāṃ proktā śakralokagatiḥ parā
den recht Kämpfenden ist als höchstes Ziel die Welt Śakras verkündet (Gen./Part.)
yady ekas tu na hantavyo bahubhir dharma eva tu
wenn einer nicht von vielen zu erschlagen ist, das ist Dharma (Gerundiv/Instr.)
tadābhimanyuṃ bahavo nijaghnus tvanmate katham
dann erschlugen viele Abhimanyu, nach deiner Ansicht, wie? (Perf./Lok.)
sarvo vimṛśate jantuḥ kṛcchrastho dharmadarśanam
jedes Wesen erwägt, in Not befindlich, das Dharma-Sehen (Präs.)
padastho vihitaṃ dvāraṃ paralokasya paśyati
der in gesicherter Stellung [?] sieht die bestimmte Tür der jenseitigen Welt (Nom./Akk./Gen.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage. padastha ist unsicher (etwa „in [erhöhter] Stellung“ oder „auf festem Boden“); der letzte Halbvers stellt vermutlich Not und Sicherheit gegenüber.

āmuñca kavacaṃ vīra mūrdhajān yamayasva ca; yac cānyad api te nāsti tad apy ādatsva bhārata

Leg die Rüstung an, Held, und binde dein Haar zusammen; und was du sonst nicht hast, nimm auch das, Bhārata.

Wort für Wort
āmuñca kavacaṃ vīra
leg an die Rüstung, Held (Imp./Akk./Vok.)
mūrdhajān yamayasva ca
und binde die Haare zusammen (Imp. Med.)
yac cānyad api te nāsti
und was sonst du nicht hast (Rel.)
tad apy ādatsva bhārata
auch das nimm, Bhārata (Imp. Med./Vok.)

iṣuṃ prāsaṃ gadāṃ vāpi varaṃ bhūyo dadāmy aham

Pfeil, Wurfspieß oder auch Keule: eine [solche] Wahl gebe ich dir noch dazu.

Wort für Wort
iṣuṃ prāsaṃ gadāṃ vāpi
Pfeil, Wurfspieß oder auch Keule (Akk.)
varaṃ bhūyo dadāmy aham
eine Wahl weiterhin gebe ich (Präs. 1.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; varam hier als „Wahl“ gefasst (auch „Gunst“ möglich).

imam ekaṃ ca te kāmaṃ vīra bhūyo dadāmy aham

Und noch diesen einen Wunsch von dir, Held, gewähre ich dir nochmals.

Wort für Wort
imam ekaṃ ca te kāmaṃ
und diesen einen Wunsch von dir (Akk./Gen.)
vīra bhūyo dadāmy aham
Held, weiterhin gebe ich (Vok./Präs. 1.Sg.)

pañcānāṃ pāṇḍaveyānāṃ yena yoddhum ihecchasi; taṃ hatvā vai bhavān rājā hato vā svargam āpnuhi; ṛte ca jīvitād vīra yuddhe kiṃ kurma te priyam

Wen von den fünf Pāṇḍavas du hier bekämpfen willst, den erschlage und werde König, oder erschlagen erlange den Himmel. Und außer dem Leben, Held: was können wir im Kampf dir zu Liebe tun?

Wort für Wort
pañcānāṃ pāṇḍaveyānāṃ
von den fünf Pāṇḍavas (Gen.Pl.)
yena yoddhum ihecchasi
mit welchem du hier kämpfen willst (Rel./Inf.)
taṃ hatvā vai bhavān rājā
ihn erschlagend, du [wirst] König (Abs./Nom.)
hato vā svargam āpnuhi
oder erschlagen erlange den Himmel (Part./Imp.)
ṛte ca jīvitād vīra
und außer dem Leben, Held (Abl./Vok.)
yuddhe kiṃ kurma te priyam
was tun wir im Kampf dir Liebes? (Präs. 1.Pl.)

saṃjaya uvāca; tatas tava suto rājan varma jagrāha kāñcanam; vicitraṃ ca śirastrāṇaṃ jāmbūnadapariṣkṛtam

Saṃjaya sprach: Da nahm dein Sohn, König, die goldene Rüstung und den bunten, mit Jāmbūnada-Gold verzierten Helm.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Perf.)
tatas tava suto rājan
da dein Sohn, König (Nom./Vok.)
varma jagrāha kāñcanam
die goldene Rüstung nahm er (Perf.)
vicitraṃ ca śirastrāṇaṃ
und den bunten Helm (Akk.)
jāmbūnadapariṣkṛtam
mit Jāmbūnada-Gold geschmückt (Akk.)

so 'vabaddhaśirastrāṇaḥ śubhakāñcanavarmabhṛt; rarāja rājan putras te kāñcanaḥ śailarāḍ iva

Mit festgebundenem Helm und in der schönen goldenen Rüstung leuchtete dein Sohn, König, wie ein goldener Bergkönig.

Wort für Wort
so 'vabaddhaśirastrāṇaḥ
er, dessen Helm festgebunden ist (Nom.)
śubhakāñcanavarmabhṛt
die schöne goldene Rüstung tragend (Nom.)
rarāja rājan putras te
leuchtete, König, dein Sohn (Perf./Vok.)
kāñcanaḥ śailarāḍ iva
wie ein goldener Bergkönig (Nom.)

saṃnaddhaḥ sa gadī rājan sajjaḥ saṃgrāmamūrdhani; abravīt pāṇḍavān sarvān putro duryodhanas tava

Gerüstet, mit der Keule, König, bereit an der Spitze der Schlacht, sprach dein Sohn Duryodhana zu allen Pāṇḍavas.

Wort für Wort
saṃnaddhaḥ sa gadī rājan
gerüstet, er, keulentragend, König (Part./Nom./Vok.)
sajjaḥ saṃgrāmamūrdhani
bereit an der Spitze der Schlacht (Nom./Lok.)
abravīt pāṇḍavān sarvān
sprach zu allen Pāṇḍavas (Impf./Akk.)
putro duryodhanas tava
dein Sohn Duryodhana (Nom.)

bhrātṝṇāṃ bhavatām eko yudhyatāṃ gadayā mayā; sahadevena vā yotsye bhīmena nakulena vā

„Von euch Brüdern soll einer mit mir mit der Keule kämpfen; ich werde mit Sahadeva kämpfen, oder mit Bhīma oder Nakula,

Wort für Wort
bhrātṝṇāṃ bhavatām eko
von euch Brüdern einer (Gen./Nom.)
yudhyatāṃ gadayā mayā
soll kämpfen mit der Keule mit mir (Imp./Instr.)
sahadevena vā yotsye
oder mit Sahadeva werde ich kämpfen (Instr./Fut.)
bhīmena nakulena vā
mit Bhīma oder Nakula (Instr.)

atha vā phalgunenādya tvayā vā bharatarṣabha; yotsye 'haṃ saṃgaraṃ prāpya vijeṣye ca raṇājire

oder aber heute mit Phalguna [Arjuna] oder mit dir, Stier der Bharatas; ich werde den Kampf antreten und im Schlachtfeld siegen.“

Wort für Wort
atha vā phalgunenādya
oder heute mit Phalguna (Instr.)
tvayā vā bharatarṣabha
oder mit dir, Stier der Bharatas (Instr./Vok.)
yotsye 'haṃ saṃgaraṃ prāpya
ich werde kämpfen, den Kampf erreichend (Fut./Abs.)
vijeṣye ca raṇājire
und werde siegen auf dem Kampfplatz (Fut./Lok.)

aham adya gamiṣyāmi vairasyāntaṃ sudurgamam; gadayā puruṣavyāghra hemapaṭṭavinaddhayā

Heute werde ich das schwer erreichbare Ende der Feindschaft erreichen, Tiger unter den Männern, mit der mit goldenem Band umwundenen Keule.

Wort für Wort
aham adya gamiṣyāmi
ich werde heute gehen (Fut.)
vairasyāntaṃ sudurgamam
zum Ende der Feindschaft, sehr schwer erreichbar (Gen./Akk.)
gadayā puruṣavyāghra
mit der Keule, Tiger unter den Männern (Instr./Vok.)
hemapaṭṭavinaddhayā
mit goldenem Band umwunden (Instr.)

gadāyuddhe na me kaś cit sadṛśo 'stīti cintaya; gadayā vo haniṣyāmi sarvān eva samāgatān

Denke daran: im Keulenkampf ist mir keiner gleich. Mit der Keule werde ich euch alle erschlagen, so viele ihr versammelt seid.

Wort für Wort
gadāyuddhe na me kaś cit
im Keulenkampf ist mir keiner (Lok./Gen.)
sadṛśo 'stīti cintaya
gleich, so bedenke (Imp.)
gadayā vo haniṣyāmi
mit der Keule werde ich euch erschlagen (Instr./Fut.)
sarvān eva samāgatān
alle ohne Ausnahme Versammelten (Akk.)

na me samarthāḥ sarve vai yoddhuṃ nyāyena ke cana; na yuktam ātmanā vaktum evaṃ garvoddhataṃ vacaḥ; atha vā saphalaṃ hy etat kariṣye bhavatāṃ puraḥ; asmin muhūrte satyaṃ vā mithyā vaitad bhaviṣyati

Nicht sind alle imstande, nach dem Recht zu kämpfen, irgendwelche [von euch]; es schickt sich nicht, selbst eine so von Hochmut geschwellte Rede zu führen. Oder aber: dies werde ich vor euch wahrmachen; in diesem Augenblick wird es sich zeigen, ob es wahr oder falsch ist.

Wort für Wort
na me samarthāḥ sarve vai
nicht mir gewachsen alle (Nom.)
yoddhuṃ nyāyena ke cana
zu kämpfen nach Recht, irgendwelche (Inf./Instr.)
na yuktam ātmanā vaktum
nicht schicklich, selbst zu sagen (Part./Inf.)
evaṃ garvoddhataṃ vacaḥ
so eine von Stolz geschwellte Rede (Akk.)
atha vā saphalaṃ hy etat kariṣye bhavatāṃ puraḥ
oder aber dies werde ich fruchtbar machen vor euch (Fut.)
asmin muhūrte satyaṃ vā mithyā vaitad bhaviṣyati
in diesem Augenblick wird dies wahr oder falsch sein (Lok./Fut.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Sinn der ersten Zeile unsicher: na me samarthāḥ könnte auch „keiner von euch ist mir gewachsen“ bedeuten [?].

gṛhṇātu sa gadāṃ yo vai yudhyate 'dya mayā saha

Wer heute mit mir kämpft, der soll die Keule ergreifen.“

Wort für Wort
gṛhṇātu sa gadāṃ
ergreifen soll er die Keule (Imp./Akk.)
yo vai yudhyate
der wahrlich kämpft (Rel./Präs. Med.)
'dya mayā saha
heute mit mir (Adv./Instr.)

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