Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śalyaparva

Kapitel 21: duryodhanaparākramo dvandvayuddhāni ca Duryodhanas Heldentat gegen die Pāṇḍavas und die Zweikämpfe am Mittag

Saṃjaya schildert Dhṛtarāṣṭra, wie Duryodhana allein den vereinten Pāṇḍavas standhält; danach lösen sich die Kämpfe in Einzelduelle auf, bis der Staub der Schlacht sich legt und im Mittagslicht die Zweikämpfe sichtbar werden.

saṃjaya uvāca; putras tu te mahārāja rathastho rathināṃ varaḥ

Saṃjaya sprach: Dein Sohn aber, o Großkönig, auf dem Wagen stehend, der Beste der Wagenkämpfer,

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Perf. 3.Sg.)
putras tu te
der Sohn aber dein (Nom.Sg. / Gen.Sg. des Pron.)
mahārāja
o Großkönig (Vok.)
rathastho
auf dem Wagen stehend (Nom.Sg., Kompositum)
rathināṃ varaḥ
der Beste der Wagenkämpfer (Nom.Sg. / Gen.Pl.)

durdharaḥ sa pumān kaś cit pāṇḍavān prati bhārata

[war] ein schwer zu bändigender Mann gegenüber den Pāṇḍavas, o Bhārata,

Wort für Wort
durdharaḥ
schwer zu bändigen, unbezwinglich (Nom.Sg.m.)
sa pumān kaś cit
er, ein Mann, irgendein [?] (Nom.Sg.)
pāṇḍavān prati
gegenüber den Pāṇḍavas (Akk.Pl. + Postposition)
bhārata
o Bhārata (Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; der Text ist knapp, der Bezug von „kaś cit“ (irgendein / gewisser) unsicher.

durutsaho babhau yuddhe yathā rudraḥ pratāpavān

unerträglich [für andere] erglänzte er im Kampf wie der glühende Rudra.

Wort für Wort
durutsaho
schwer zu ertragen / unwiderstehlich (Nom.Sg.m.)
babhau yuddhe
erglänzte im Kampf (Perf. 3.Sg. / Lok.Sg.)
yathā rudraḥ
wie Rudra (Nom.Sg.)
pratāpavān
glühend, gewaltig (Nom.Sg.m.)

tasya bāṇasahasrais tu pracchannā hy abhavan mahī; parāṃś ca siṣice bāṇair dhārābhir iva parvatān

Von seinen Tausenden von Pfeilen wurde die Erde bedeckt, und die Feinde überschüttete er mit Pfeilen wie Berge mit Regengüssen.

Wort für Wort
tasya bāṇasahasrais tu
von seinen Tausenden von Pfeilen aber (Gen.Sg. / Instr.Pl.)
pracchannā hy abhavan mahī
bedeckt war ja die Erde (Part.Pass. / Impf. 3.Sg. / Nom.Sg.f.)
parāṃś ca
und die Feinde (Akk.Pl.)
siṣice bāṇair
überschüttete er mit Pfeilen (Perf. 3.Sg. / Instr.Pl.)
dhārābhir iva parvatān
wie Berge mit Regengüssen (Instr.Pl.f. / Akk.Pl.)

na ca so 'sti pumān kaś cit pāṇḍavānāṃ mahāhave; hayo gajo ratho vāpi yo 'sya bāṇair avikṣataḥ

Und es gab unter den Pāṇḍavas in der großen Schlacht keinen einzigen Mann, kein Pferd, keinen Elefanten und keinen Wagen, der von seinen Pfeilen nicht verwundet worden wäre.

Wort für Wort
na ca so 'sti pumān kaś cit
und es gibt nicht irgendeinen Mann (3.Sg.Präs. / Nom.Sg.)
pāṇḍavānāṃ mahāhave
unter den Pāṇḍavas in der großen Schlacht (Gen.Pl. / Lok.Sg.)
hayo gajo ratho vāpi
Pferd, Elefant oder auch Wagen (Nom.Sg.)
yo 'sya bāṇair
der von seinen Pfeilen (Rel.Nom.Sg. / Gen.Sg. / Instr.Pl.)
avikṣataḥ
unverwundet (Nom.Sg.m.)

yaṃ yaṃ hi samare yodhaṃ prapaśyāmi viśāṃ pate; sa sa bāṇaiś cito 'bhūd vai putreṇa tava bhārata

Welchen Krieger auch immer ich im Kampf erblickte, o Herr der Menschen, jeder einzelne war von den Pfeilen deines Sohnes übersät, o Bhārata.

Wort für Wort
yaṃ yaṃ hi samare yodhaṃ
welchen Krieger auch immer im Kampf (Akk.Sg. / Lok.Sg.)
prapaśyāmi
ich erblicke (1.Sg.Präs.)
viśāṃ pate
o Herr der Menschen (Vok.)
sa sa bāṇaiś cito 'bhūd vai
jeder war mit Pfeilen bedeckt (Part.Pass. / Impf. 3.Sg. / Instr.Pl.)
putreṇa tava bhārata
durch deinen Sohn, o Bhārata (Instr.Sg. / Gen. / Vok.)

yathā sainyena rajasā samuddhūtena vāhinī; pratyadṛśyata saṃchannā tathā bāṇair mahātmanaḥ

Wie ein Heer von emporgewirbeltem Heeresstaub verhüllt erschien, so [erschien es] von den Pfeilen des Hochgesinnten.

Wort für Wort
yathā sainyena rajasā
wie vom Heeresstaub (Instr.Sg.)
samuddhūtena
aufgewirbelt (Part.Pass. Instr.Sg.n.)
vāhinī pratyadṛśyata
ein Heer erschien (Nom.Sg.f. / Impf. Pass. 3.Sg.)
saṃchannā
verhüllt (Part.Pass. Nom.Sg.f.)
tathā bāṇair mahātmanaḥ
so von den Pfeilen des Hochgesinnten (Instr.Pl. / Gen.Sg.)

bāṇabhūtām apaśyāma pṛthivīṃ pṛthivīpate; duryodhanena prakṛtāṃ kṣiprahastena dhanvinā

Zu Pfeilen geworden sahen wir die Erde, o Herr der Erde, von Duryodhana dazu gemacht, dem Bogenschützen mit schneller Hand.

Wort für Wort
bāṇabhūtām apaśyāma
zu Pfeilen geworden sahen wir (Akk.Sg.f. / Impf. 1.Pl.)
pṛthivīṃ pṛthivīpate
die Erde, o Herr der Erde (Akk.Sg. / Vok.)
duryodhanena prakṛtāṃ
von Duryodhana gemacht (Instr.Sg. / Part.Pass. Akk.Sg.f.)
kṣiprahastena dhanvinā
vom schnellhändigen Bogenschützen (Instr.Sg.)

teṣu yodhasahasreṣu tāvakeṣu pareṣu ca; eko duryodhano hy āsīt pumān iti matir mama

Unter jenen Tausenden von Kriegern, den deinen und den feindlichen, war Duryodhana allein ein [wahrer] Mann – so ist meine Meinung.

Wort für Wort
teṣu yodhasahasreṣu
unter jenen Tausenden von Kriegern (Lok.Pl.)
tāvakeṣu pareṣu ca
unter den deinen und den fremden (Lok.Pl.)
eko duryodhano hy āsīt
Duryodhana allein war ja (Nom.Sg. / Impf. 3.Sg.)
pumān iti matir mama
ein Mann, so [ist] meine Ansicht (Nom.Sg. / Nom.Sg.f. / Gen.Sg.)

tatrādbhutam apaśyāma tava putrasya vikramam; yad ekaṃ sahitāḥ pārthā nātyavartanta bhārata

Dort sahen wir das wundersame Heldentum deines Sohnes: dass die vereinten Pārthas ihn allein nicht überwanden, o Bhārata.

Wort für Wort
tatrādbhutam apaśyāma
dort sahen wir Wunderbares (Impf. 1.Pl. / Akk.Sg.n.)
tava putrasya vikramam
deines Sohnes Heldentat (Gen.Sg. / Akk.Sg.)
yad ekaṃ sahitāḥ pārthā
dass ihn, den einen, die vereinten Pārthas (Akk.Sg. / Nom.Pl.)
nātyavartanta bhārata
nicht überwanden, o Bhārata (Impf. 3.Pl. Med. / Vok.)

yudhiṣṭhiraṃ śatenājau vivyādha bharatarṣabha; bhīmasenaṃ ca saptatyā sahadevaṃ ca saptabhiḥ

Yudhiṣṭhira durchbohrte er im Kampf mit hundert [Pfeilen], o Stier der Bharatas, Bhīmasena mit siebzig und Sahadeva mit sieben.

Wort für Wort
yudhiṣṭhiraṃ śatenājau
Yudhiṣṭhira mit hundert im Kampf (Akk.Sg. / Instr.Sg. / Lok.Sg.)
vivyādha
durchbohrte er (Perf. 3.Sg.)
bharatarṣabha
o Stier der Bharatas (Vok.)
bhīmasenaṃ ca saptatyā
und Bhīmasena mit siebzig (Akk.Sg. / Instr.Sg.)
sahadevaṃ ca saptabhiḥ
und Sahadeva mit sieben (Akk.Sg. / Instr.Pl.)

nakulaṃ ca catuḥṣaṣṭyā dhṛṣṭadyumnaṃ ca pañcabhiḥ; saptabhir draupadeyāṃś ca tribhir vivyādha sātyakim; dhanuś ciccheda bhallena sahadevasya māriṣa

Nakula mit vierundsechzig, Dhṛṣṭadyumna mit fünf; die Draupadī-Söhne mit je sieben und Sātyaki mit drei durchbohrte er; und mit einem Breitpfeil zerschnitt er Sahadevas Bogen, o Ehrwürdiger.

Wort für Wort
nakulaṃ ca catuḥṣaṣṭyā
und Nakula mit vierundsechzig (Akk.Sg. / Instr.Sg.)
dhṛṣṭadyumnaṃ ca pañcabhiḥ
und Dhṛṣṭadyumna mit fünf (Akk.Sg. / Instr.Pl.)
saptabhir draupadeyāṃś ca
mit sieben die Draupadī-Söhne (Instr.Pl. / Akk.Pl.)
tribhir vivyādha sātyakim
mit drei durchbohrte er Sātyaki (Instr.Pl. / Perf. 3.Sg. / Akk.Sg.)
dhanuś ciccheda bhallena
den Bogen zerschnitt er mit einem Breitpfeil (Akk.Sg. / Perf. 3.Sg. / Instr.Sg.)
sahadevasya māriṣa
Sahadevas, o Ehrwürdiger (Gen.Sg. / Vok.)

tad apāsya dhanuś chinnaṃ mādrīputraḥ pratāpavān; abhyadhāvata rājānaṃ pragṛhyānyan mahad dhanuḥ; tato duryodhanaṃ saṃkhye vivyādha daśabhiḥ śaraiḥ

Diesen zerschnittenen Bogen wegwerfend, stürmte der glühende Sohn der Mādrī auf den König zu, nachdem er einen anderen großen Bogen ergriffen hatte; dann durchbohrte er Duryodhana im Kampf mit zehn Pfeilen.

Wort für Wort
tad apāsya dhanuś chinnaṃ
diesen zerschnittenen Bogen wegwerfend (Gerundium / Akk.Sg.n. / Part.Pass.)
mādrīputraḥ pratāpavān
der Sohn der Mādrī, der glühende (Nom.Sg.)
abhyadhāvata rājānaṃ
stürmte auf den König zu (Impf. 3.Sg. Med. / Akk.Sg.)
pragṛhyānyan mahad dhanuḥ
einen anderen großen Bogen ergreifend (Gerundium / Akk.Sg.n.)
tato duryodhanaṃ saṃkhye
dann Duryodhana im Kampf (Akk.Sg. / Lok.Sg.)
vivyādha daśabhiḥ śaraiḥ
durchbohrte er mit zehn Pfeilen (Perf. 3.Sg. / Instr.Pl.)

nakulaś ca tato vīro rājānaṃ navabhiḥ śaraiḥ; ghorarūpair maheṣvāso vivyādha ca nanāda ca

Und auch Nakula, der Held, der große Bogenschütze, durchbohrte danach den König mit neun furchtbar aussehenden Pfeilen und brüllte.

Wort für Wort
nakulaś ca tato vīro
und Nakula dann, der Held (Nom.Sg.)
rājānaṃ navabhiḥ śaraiḥ
den König mit neun Pfeilen (Akk.Sg. / Instr.Pl.)
ghorarūpair
furchtbar aussehenden (Instr.Pl.m.)
maheṣvāso
der große Bogenschütze (Nom.Sg.)
vivyādha ca nanāda ca
durchbohrte und brüllte (Perf. 3.Sg. / Perf. 3.Sg.)

sātyakiś cāpi rājānaṃ śareṇānataparvaṇā; draupadeyās trisaptatyā dharmarājaś ca saptabhiḥ; aśītyā bhīmasenaś ca śarai rājānam ārdayat

Auch Sātyaki [traf] den König mit einem Pfeil mit geraden Gelenken, die Draupadī-Söhne mit dreiundsiebzig, der Dharmakönig mit sieben; und mit achtzig Pfeilen quälte Bhīmasena den König.

Wort für Wort
sātyakiś cāpi rājānaṃ
und auch Sātyaki den König (Nom.Sg. / Akk.Sg.)
śareṇānataparvaṇā
mit einem Pfeil mit gebogenen bzw. geraden Gelenken [?] (Instr.Sg.)
draupadeyās trisaptatyā
die Draupadī-Söhne mit dreiundsiebzig (Nom.Pl. / Instr.Sg.)
dharmarājaś ca saptabhiḥ
und der Dharmakönig mit sieben (Nom.Sg. / Instr.Pl.)
aśītyā bhīmasenaś ca
und Bhīmasena mit achtzig (Instr.Sg. / Nom.Sg.)
śarai rājānam ārdayat
mit Pfeilen den König quälte er (Instr.Pl. / Akk.Sg. / Impf. 3.Sg.)

Die Sätze sind elliptisch; das Verb „ārdayat“ steht am Ende und gilt für alle Genannten.

samantāt kīryamāṇas tu bāṇasaṃghair mahātmabhiḥ; na cacāla mahārāja sarvasainyasya paśyataḥ

Von allen Seiten mit Pfeilscharen der Hochgesinnten überschüttet, wankte er nicht, o Großkönig, vor den Augen des ganzen Heeres.

Wort für Wort
samantāt kīryamāṇas tu
von allen Seiten überschüttet (Part.Präs.Pass. Nom.Sg.m.)
bāṇasaṃghair mahātmabhiḥ
mit Pfeilscharen der Hochgesinnten (Instr.Pl.)
na cacāla
wankte nicht (Perf. 3.Sg.)
mahārāja
o Großkönig (Vok.)
sarvasainyasya paśyataḥ
während das ganze Heer zusah (Gen.Sg. absolut)

lāghavaṃ sauṣṭhavaṃ cāpi vīryaṃ caiva mahātmanaḥ; ati sarvāṇi bhūtāni dadṛśuḥ sarvamānavāḥ

Gewandtheit, Geschicklichkeit und Tapferkeit des Hochgesinnten sahen alle Menschen als alle Wesen übertreffend.

Wort für Wort
lāghavaṃ sauṣṭhavaṃ cāpi
Behändigkeit und Vollendung auch (Akk.Sg.n.)
vīryaṃ caiva mahātmanaḥ
und Kraft des Hochgesinnten (Akk.Sg. / Gen.Sg.)
ati sarvāṇi bhūtāni
über alle Wesen hinaus (Präfix/Adv. / Akk.Pl.n.)
dadṛśuḥ sarvamānavāḥ
sahen alle Menschen (Perf. 3.Pl. / Nom.Pl.)

dhārtarāṣṭrās tu rājendra yātvā tu svalpam antaram; apaśyamānā rājānaṃ paryavartanta daṃśitāḥ

Die Dhārtarāṣṭras aber, o Herrscher der Könige, kehrten, nachdem sie nur ein kleines Stück weit gezogen waren und den König nicht sahen, gepanzert um.

Wort für Wort
dhārtarāṣṭrās tu rājendra
die Dhārtarāṣṭras aber, o Herrscher der Könige (Nom.Pl. / Vok.)
yātvā tu svalpam antaram
nachdem sie gezogen waren, nur eine kleine Strecke (Gerundium / Akk.Sg.n.)
apaśyamānā rājānaṃ
den König nicht sehend (Part.Präs. Nom.Pl.m. / Akk.Sg.)
paryavartanta daṃśitāḥ
kehrten um, gepanzert (Impf. 3.Pl. Med. / Part.Pass. Nom.Pl.)

teṣām āpatatāṃ ghoras tumulaḥ samajāyata; kṣubdhasya hi samudrasya prāvṛṭkāle yathā niśi

Als sie so heranstürmten, entstand ein furchtbarer Tumult, wie beim aufgewühlten Meer zur Regenzeit in der Nacht.

Wort für Wort
teṣām āpatatāṃ
bei ihnen, die heranstürmten (Gen.Pl. absolut / Part.Präs.)
ghoras tumulaḥ samajāyata
entstand furchtbarer Lärm (Nom.Sg. / Impf. 3.Sg. Med.)
kṣubdhasya hi samudrasya
wie ja beim aufgewühlten Meer (Gen.Sg.)
prāvṛṭkāle yathā niśi
zur Regenzeit, wie in der Nacht (Lok.Sg. / Lok.Sg.)

samāsādya raṇe te tu rājānam aparājitam; pratyudyayur maheṣvāsāḥ pāṇḍavān ātatāyinaḥ

Sie aber, nachdem sie im Kampf den unbesiegten König erreicht hatten, griffen als große Bogenschützen mit erhobener Waffe die Pāṇḍavas an.

Wort für Wort
samāsādya raṇe te tu
nachdem sie erreicht hatten im Kampf, sie aber (Gerundium / Lok.Sg. / Nom.Pl.)
rājānam aparājitam
den unbesiegten König (Akk.Sg.)
pratyudyayur maheṣvāsāḥ
griffen an, die großen Bogenschützen (Perf. 3.Pl. / Nom.Pl.)
pāṇḍavān ātatāyinaḥ
die Pāṇḍavas, mit erhobener Waffe / als Angreifer (Akk.Pl. / Nom.Pl.)

bhīmasenaṃ raṇe kruddhaṃ droṇaputro nyavārayat; tato bāṇair mahārāja pramuktaiḥ sarvatodiśam; nājñāyanta raṇe vīrā na diśaḥ pradiśas tathā

Bhīmasena, der im Kampf zornig war, hielt der Sohn Droṇas auf; dann, o Großkönig, erkannte man durch die nach allen Richtungen abgeschossenen Pfeile im Kampf die Helden nicht mehr, weder die Himmelsrichtungen noch die Zwischenrichtungen.

Wort für Wort
bhīmasenaṃ raṇe kruddhaṃ
Bhīmasena im Kampf zornig (Akk.Sg. / Lok.Sg. / Part.Pass. Akk.Sg.)
droṇaputro nyavārayat
der Sohn Droṇas hielt zurück (Nom.Sg. / Impf. 3.Sg.)
tato bāṇair mahārāja
dann durch Pfeile, o Großkönig (Instr.Pl. / Vok.)
pramuktaiḥ sarvatodiśam
abgeschossenen, nach allen Richtungen (Part.Pass. Instr.Pl. / Adv.)
nājñāyanta raṇe vīrā
nicht erkannt wurden im Kampf die Helden (Impf. Pass. 3.Pl. / Nom.Pl.)
na diśaḥ pradiśas tathā
weder Himmelsrichtungen noch Zwischenrichtungen (Nom.Pl.)

tāv ubhau krūrakarmāṇāv ubhau bhārata duḥsahau; ghorarūpam ayudhyetāṃ kṛtapratikṛtaiṣiṇau; trāsayantau jagat sarvaṃ jyākṣepavihatatvacau

Diese beiden, grausam im Tun, beide, o Bhārata, schwer zu ertragen, kämpften furchtbar miteinander, Tat und Vergeltung suchend, die ganze Welt erschreckend, ihre Haut [am Arm] vom Schnalzen der Bogensehne wund.

Wort für Wort
tāv ubhau krūrakarmāṇāv
diese beiden, grausam im Tun (Nom.Du.)
ubhau bhārata duḥsahau
beide, o Bhārata, schwer zu ertragen (Nom.Du. / Vok. / Nom.Du.)
ghorarūpam ayudhyetāṃ
furchtbar kämpften sie (Adv. / Impf. 3.Du. Med.)
kṛtapratikṛtaiṣiṇau
Tat und Vergeltung suchend (Nom.Du.)
trāsayantau jagat sarvaṃ
die ganze Welt erschreckend (Part.Präs.Kaus. Nom.Du. / Akk.Sg.)
jyākṣepavihatatvacau
deren Haut von den Sehnenschlägen wund ist (Nom.Du., Bahuvrīhi)

„jyākṣepavihatatvacau“: wörtlich „deren Haut von den Schlägen der Sehne verletzt ist“; gemeint ist wohl die Haut am Unterarm bzw. Handschutz.

śakunis tu raṇe vīro yudhiṣṭhiram apīḍayat; tasyāśvāṃś caturo hatvā subalasya suto vibhuḥ

Śakuni aber, der Held im Kampf, bedrängte Yudhiṣṭhira, nachdem er dessen vier Pferde getötet hatte, der mächtige Sohn des Subala.

Wort für Wort
śakunis tu raṇe vīro
Śakuni aber, im Kampf der Held (Nom.Sg. / Lok.Sg.)
yudhiṣṭhiram apīḍayat
bedrängte Yudhiṣṭhira (Akk.Sg. / Impf. 3.Sg.)
tasyāśvāṃś caturo hatvā
dessen vier Pferde getötet habend (Gen.Sg. / Akk.Pl. / Gerundium)
subalasya suto vibhuḥ
der Sohn des Subala, der Mächtige (Gen.Sg. / Nom.Sg.)

yantreṇa hanyamānau tu rathāṅgāv api cicchide; maṇḍalāgraṃ dhanuś cāpi niśitāṃs tomarān api; nārācān ardhanārācān supuṇyān mudgarān api; svarṇadaṇḍāṃ ca śaktiṃ ca bhiṇḍipālān parasvadhān; nirundhayan satyadhṛtiṃ kṛtvaitat karma dāruṇam

Mit einer Vorrichtung [?] zerschlug er auch die Wagenräder, die zerschlagen wurden [?]; ein Schwert, einen Bogen und scharfe Wurfspieße, Nārācas und Halb-Nārācas, [ebenso] „supuṇya“-Keulen [?], eine goldschaftige Lanze, Bhiṇḍipālas und Äxte – [er zerschlug/hemmte dies alles], den Satyadhṛti hindernd, nachdem er diese furchtbare Tat vollbracht hatte.

Wort für Wort
yantreṇa hanyamānau tu
mit einer Vorrichtung [?], die getroffen werden (Instr.Sg. / Part.Präs.Pass. Nom.Du.)
rathāṅgāv api cicchide
auch die Wagenräder / -teile zerschnitt er [?] (Akk.Du. / Perf. 3.Sg. Med.)
maṇḍalāgraṃ dhanuś cāpi
ein Schwert und auch einen Bogen (Akk.Sg.)
niśitāṃs tomarān api
auch scharfe Wurfspieße (Akk.Pl.)
nārācān ardhanārācān
Nārāca-Pfeile und Halb-Nārācas (Akk.Pl.)
supuṇyān mudgarān api
„supuṇya“ [?], auch Keulen (Akk.Pl.)
svarṇadaṇḍāṃ ca śaktiṃ ca
und eine goldschaftige Lanze (Akk.Sg.f.)
bhiṇḍipālān parasvadhān
Bhiṇḍipālas, Äxte (Akk.Pl.)
nirundhayan satyadhṛtiṃ
Satyadhṛti hindernd (Part.Präs.Kaus. Nom.Sg. / Akk.Sg.)
kṛtvaitat karma dāruṇam
nachdem er diese furchtbare Tat getan (Gerundium / Akk.Sg.n.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Text ist offensichtlich verderbt oder elliptisch (unklarer Bezug von „yantreṇa“, „supuṇyān“ und des Verbs zu den Waffenobjekten). Übersetzung nur behelfsmäßig.

nādaṃ cakāra balavān sarvasainyāni kampayan

Er stieß einen Schrei aus, der Mächtige, das ganze Heer erschütternd.

Wort für Wort
nādaṃ cakāra
einen Schrei tat er (Akk.Sg. / Perf. 3.Sg.)
balavān
der Mächtige (Nom.Sg.m.)
sarvasainyāni kampayan
alle Heere erschütternd (Akk.Pl.n. / Part.Präs.Kaus.)

etasminn antare vīraṃ rājānam aparājitam; apovāha rathenājau sahadevaḥ pratāpavān

Inzwischen trug Sahadeva, der glühende, den heldenhaften, unbesiegten König mit dem Wagen aus dem Kampf fort.

Wort für Wort
etasminn antare
in diesem Zwischenraum, inzwischen (Lok.Sg.)
vīraṃ rājānam aparājitam
den heldenhaften, unbesiegten König (Akk.Sg.)
apovāha rathenājau
trug fort mit dem Wagen aus dem Kampf (Perf. 3.Sg. / Instr.Sg. / Lok.Sg.)
sahadevaḥ pratāpavān
Sahadeva, der glühende (Nom.Sg.)

athānyaṃ ratham āsthāya dharmarājo yudhiṣṭhiraḥ; śakuniṃ navabhir viddhvā punar vivyādha pañcabhiḥ; nanāda ca mahānādaṃ pravaraḥ sarvadhanvinām

Dann bestieg Yudhiṣṭhira, der Gerechtigkeitskönig, einen anderen Wagen, durchbohrte Śakuni mit neun [Pfeilen] und traf [ihn] wieder mit fünf; und er, der Beste aller Bogenkämpfer, stieß ein gewaltiges Gebrüll aus.

Wort für Wort
athānyaṃ ratham āsthāya
dann einen anderen Wagen bestiegen habend (Abs. Ger.; Akk. Sg.)
dharmarājo yudhiṣṭhiraḥ
der Gerechtigkeitskönig Yudhiṣṭhira (Nom. Sg.)
śakuniṃ navabhir viddhvā
Śakuni mit neun durchbohrt habend (Akk./Instr. Pl.; Abs. Ger.)
punar vivyādha pañcabhiḥ
wieder traf er mit fünf (Perf. 3.Sg./Instr. Pl.)
nanāda ca mahānādaṃ
und er brüllte ein großes Gebrüll (Perf. 3.Sg./Akk. Sg.)
pravaraḥ sarvadhanvinām
der Beste aller Bogenkämpfer (Nom. Sg./Gen. Pl.)

tad yuddham abhavac citraṃ ghorarūpaṃ ca māriṣa; īkṣitṛprītijananaṃ siddhacāraṇasevitam

Dieser Kampf wurde wundersam und von schrecklicher Gestalt, o Verehrter, den Zuschauern Freude bereitend und von Siddhas und Cāraṇas besucht.

Wort für Wort
tad yuddham abhavac citraṃ
dieser Kampf wurde wundersam (Nom. Sg. n.; Impf. 3.Sg.)
ghorarūpaṃ ca māriṣa
und von schrecklicher Gestalt, o Verehrter (Nom. Sg. n./Vok. Sg.)
īkṣitṛprītijananaṃ
den Zuschauern Freude erzeugend (Kompositum, Nom. Sg. n.)
siddhacāraṇasevitam
von Siddhas und Cāraṇas aufgesucht (Kompositum, Part. Pass.)

ulūkas tu maheṣvāsaṃ nakulaṃ yuddhadurmadam; abhyadravad ameyātmā śaravarṣaiḥ samantataḥ

Ulūka aber, von unermesslichem Wesen, griff den großen Bogenschützen Nakula, im Kampf schwer zu bändigen, von allen Seiten mit Pfeilregen an.

Wort für Wort
ulūkas tu
Ulūka aber (Nom. Sg.)
maheṣvāsaṃ nakulaṃ
den großen Bogenschützen Nakula (Akk. Sg.)
yuddhadurmadam
im Kampf rasend/unbändig (Akk. Sg.)
abhyadravad
stürmte an (Impf. 3.Sg.)
ameyātmā
von unermesslichem Wesen (Nom. Sg.)
śaravarṣaiḥ samantataḥ
mit Pfeilregen ringsum (Instr. Pl./Adv.)

tathaiva nakulaḥ śūraḥ saubalasya sutaṃ raṇe; śaravarṣeṇa mahatā samantāt paryavārayat

Ebenso umringte der Held Nakula im Kampf den Sohn des Subala-Sprosses [Śakuni] von allen Seiten mit einem gewaltigen Pfeilregen.

Wort für Wort
tathaiva nakulaḥ śūraḥ
ebenso der Held Nakula (Adv./Nom. Sg.)
saubalasya sutaṃ raṇe
den Sohn des Saubala [Ulūka] im Kampf (Gen. Sg./Akk. Sg./Lok. Sg.)
śaravarṣeṇa mahatā
mit einem großen Pfeilregen (Instr. Sg.)
samantāt paryavārayat
umringte von allen Seiten (Adv./Impf. 3.Sg. Kaus.)

Saubala ist Śakuni; der „Sohn des Saubala“ ist Ulūka.

tau tatra samare vīrau kulaputrau mahārathau; yodhayantāv apaśyetāṃ parasparakṛtāgasau

Jene beiden Helden, Edelgeborene und Großwagenkämpfer, sahen dort in der Schlacht einander beim Kämpfen als Übeltäter aneinander an.

Wort für Wort
tau tatra samare vīrau
diese beiden Helden dort in der Schlacht (Nom. Du./Lok. Sg.)
kulaputrau mahārathau
Edelgeborene, Großwagenkämpfer (Nom. Du.)
yodhayantau
kämpfend (Part. Präs. Kaus., Nom. Du.)
apaśyetām
sahen (Impf. 3.Du. Med.)
parasparakṛtāgasau
einander gegenüber Schuldige (Kompositum, Nom. Du.)

parasparakṛtāgasau wörtlich: „einander gegenseitig Vergehen begangen habend“ (Schuldige gegeneinander).

tathaiva kṛtavarmā tu śaineyaṃ śatrutāpanam; yodhayañ śuśubhe rājan balaṃ śakra ivāhave

Ebenso glänzte Kṛtavarman, o König, als er den Śaineya [Sātyaki], den Feindebedränger, bekämpfte, wie Śakra in der Schlacht [sein] Heer.

Wort für Wort
tathaiva kṛtavarmā tu
ebenso aber Kṛtavarman (Adv./Nom. Sg.)
śaineyaṃ śatrutāpanam
den Śaineya, den Feindebedränger (Akk. Sg.)
yodhayañ śuśubhe
kämpfend glänzte er (Part. Präs. Kaus./Perf. 3.Sg.)
rājan
o König (Vok. Sg.)
balaṃ śakra ivāhave
[mit] Kraft wie Śakra in der Schlacht (Akk. Sg. n./Nom. Sg./Lok. Sg.)

Der Vergleich ist knapp: „balaṃ śakra iva“, wörtlich „wie Śakra Kraft/Heer“; Sinn nicht ganz sicher [?].

duryodhano dhanuś chittvā dhṛṣṭadyumnasya saṃyuge

Duryodhana, nachdem er dem Dhṛṣṭadyumna im Kampf den Bogen zerschnitten hatte,

Wort für Wort
duryodhano
Duryodhana (Nom. Sg.)
dhanuś chittvā
den Bogen zerschnitten habend (Akk. Sg./Abs. Ger.)
dhṛṣṭadyumnasya saṃyuge
des Dhṛṣṭadyumna im Kampf (Gen. Sg./Lok. Sg.)

Der Satz wird in den folgenden Einheiten fortgesetzt.

pañcabhir niśitais tīkṣṇaiḥ śarair vivyādha marṣayan

durchbohrte [ihn] mit fünf scharfen, spitzen Pfeilen, [es] duldend [?].

Wort für Wort
pañcabhir niśitais tīkṣṇaiḥ
mit fünf geschliffenen, spitzen (Instr. Pl.)
śarair vivyādha
mit Pfeilen durchbohrte er (Instr. Pl./Perf. 3.Sg.)
marṣayan
duldend [?] (Part. Präs. Kaus., Nom. Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage. marṣayan (Part. Präs. Kaus.) hier unklar, wohl „unnachgiebig/ungeduldig“ o. ä.

athainaṃ chinnadhanvānaṃ vivyādha niśitaiḥ śaraiḥ

Dann durchbohrte er ihn, dem der Bogen zerschnitten war, mit scharfen Pfeilen.

Wort für Wort
athainaṃ
dann diesen (Adv./Akk. Sg.)
chinnadhanvānaṃ
dessen Bogen zerschnitten war (Kompositum, Akk. Sg.)
vivyādha niśitaiḥ śaraiḥ
durchbohrte er mit scharfen Pfeilen (Perf. 3.Sg./Instr. Pl.)

dhṛṣṭadyumno 'pi samare pragṛhya paramāyudham; rājānaṃ yodhayām āsa paśyatāṃ sarvadhanvinām

Auch Dhṛṣṭadyumna ergriff im Kampf eine erlesene Waffe und bekämpfte den König, unter den Augen aller Bogenkämpfer.

Wort für Wort
dhṛṣṭadyumno 'pi samare
auch Dhṛṣṭadyumna in der Schlacht (Nom. Sg./Lok. Sg.)
pragṛhya paramāyudham
ergriffen habend eine höchste Waffe (Abs. Ger./Akk. Sg.)
rājānaṃ yodhayām āsa
den König bekämpfte er (Akk. Sg./Perf. peri. Kaus. 3.Sg.)
paśyatāṃ sarvadhanvinām
unter den Augen aller Bogenkämpfer (Gen. Pl. Part./Gen. Pl.)

tayor yuddhaṃ mahac cāsīt saṃgrāme bharatarṣabha; prabhinnayor yathā saktaṃ mattayor varahastinoḥ

Zwischen den beiden entstand ein gewaltiger Kampf in der Schlacht, o Stier der Bharatas, so wie er bei zwei brünstigen, ineinander verbissenen Elefantenbullen [ist].

Wort für Wort
tayor yuddhaṃ mahac cāsīt
zwischen den beiden war ein großer Kampf (Gen. Du./Nom. Sg./Impf. 3.Sg.)
saṃgrāme bharatarṣabha
in der Schlacht, o Stier der Bharatas (Lok. Sg./Vok. Sg.)
prabhinnayor yathā saktaṃ
wie [er] bei brünstigen [Elefanten] verstrickt [ist] (Gen. Du./Part. Pass.)
mattayor varahastinoḥ
bei zwei rasenden prächtigen Elefanten (Gen. Du.)

varahastin wörtlich „Elefant mit vorzüglichem Rüssel“, d. h. prächtiger Elefant.

gautamas tu raṇe kruddho draupadeyān mahābalān; vivyādha bahubhiḥ śūraḥ śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ

Gautama [Kṛpa] aber, im Kampf zornig, der Held, durchbohrte die mächtigen Draupadī-Söhne mit vielen Pfeilen mit wohlgeglätteten Knoten.

Wort für Wort
gautamas tu raṇe kruddho
Gautama aber im Kampf erzürnt (Nom. Sg./Lok. Sg.)
draupadeyān mahābalān
die mächtigen Draupadī-Söhne (Akk. Pl.)
vivyādha bahubhiḥ śūraḥ
durchbohrte, der Held, mit vielen (Perf. 3.Sg./Instr. Pl./Nom. Sg.)
śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ
mit Pfeilen mit gebogenen/glatten Knoten (Instr. Pl.)

tasya tair abhavad yuddham indriyair iva dehinaḥ; ghorarūpam asaṃvāryaṃ nirmaryādam atīva ca

Sein Kampf mit ihnen war wie [der Kampf] eines Verkörperten mit den Sinnen: von schrecklicher Gestalt, nicht zu bändigen und über die Maßen ohne Schranke.

Wort für Wort
tasya tair abhavad yuddham
sein Kampf mit ihnen entstand (Gen. Sg./Instr. Pl./Impf. 3.Sg.)
indriyair iva dehinaḥ
wie der eines Verkörperten mit den Sinnen (Instr. Pl./Gen. Sg.)
ghorarūpam asaṃvāryaṃ
von schrecklicher Gestalt, unabwehrbar (Nom. Sg. n.)
nirmaryādam atīva ca
ohne Schranke und überaus (Nom. Sg. n./Adv.)

te ca taṃ pīḍayām āsur indriyāṇīva bāliśam; sa ca tān pratisaṃrabdhaḥ pratyayodhayad āhave

Und sie bedrängten ihn, wie die Sinne einen Toren [bedrängen]; und er, [ihnen] entgegen wütend, kämpfte im Kampf ebenso gegen sie zurück.

Wort für Wort
te ca taṃ pīḍayām āsur
und sie bedrängten ihn (Nom. Pl./Akk. Sg./Perf. peri. 3.Pl.)
indriyāṇīva bāliśam
wie die Sinne einen Toren (Nom. Pl./Akk. Sg.)
sa ca tān pratisaṃrabdhaḥ
und er, gegen sie wütend (Nom. Sg./Akk. Pl./Part. Pass.)
pratyayodhayad āhave
kämpfte zurück in der Schlacht (Impf. 3.Sg./Lok. Sg.)

evaṃ citram abhūd yuddhaṃ tasya taiḥ saha bhārata; utthāyotthāya hi yathā dehinām indriyair vibho

So wurde der Kampf von ihm mit ihnen wundersam, o Bhārata, wie [der Kampf] der Verkörperten mit den Sinnen, die immer wieder aufstehen, o Herr.

Wort für Wort
evaṃ citram abhūd yuddhaṃ
so wurde wundersam der Kampf (Adv./Nom. Sg./Impf. 3.Sg.)
tasya taiḥ saha bhārata
von ihm mit ihnen, o Bhārata (Gen. Sg./Instr. Pl./Vok. Sg.)
utthāyotthāya hi yathā
denn wie sie immer wieder aufstehen (Abs. Ger. wiederholt)
dehinām indriyair vibho
der Verkörperten mit den Sinnen, o Herr (Gen. Pl./Instr. Pl./Vok. Sg.)

narāś caiva naraiḥ sārdhaṃ dantino dantibhis tathā; hayā hayaiḥ samāsaktā rathino rathibhis tathā; saṃkulaṃ cābhavad bhūyo ghorarūpaṃ viśāṃ pate

Männer [kämpften] mit Männern, Elefanten ebenso mit Elefanten, Pferde in Pferden verwickelt, ebenso Wagenkämpfer mit Wagenkämpfern; und noch mehr wurde es ein Gedränge von schrecklicher Gestalt, o Herr der Menschen.

Wort für Wort
narāś caiva naraiḥ sārdhaṃ
und Männer mit Männern (Nom. Pl./Instr. Pl./Adv.)
dantino dantibhis tathā
Elefanten mit Elefanten ebenso (Nom. Pl./Instr. Pl.)
hayā hayaiḥ samāsaktā
Pferde mit Pferden verwickelt (Nom. Pl./Instr. Pl./Part. Pass.)
rathino rathibhis tathā
Wagenkämpfer mit Wagenkämpfern ebenso (Nom. Pl./Instr. Pl.)
saṃkulaṃ cābhavad bhūyo
und es wurde ein Gedränge noch mehr (Nom. Sg. n./Impf. 3.Sg./Adv.)
ghorarūpaṃ viśāṃ pate
von schrecklicher Gestalt, o Herr der Menschen (Nom. Sg. n./Vok. Sg.)

idaṃ citram idaṃ ghoram idaṃ raudram iti prabho; yuddhāny āsan mahārāja ghorāṇi ca bahūni ca

„Dies ist wundersam, dies ist schrecklich, dies ist furchtbar“, [so gab es] Kämpfe, o Herr, o Großkönig, und viele schreckliche waren es.

Wort für Wort
idaṃ citram idaṃ ghoram
dies [ist] wundersam, dies schrecklich (Nom. Sg. n.)
idaṃ raudram iti prabho
dies furchtbar, so, o Herr (Nom. Sg. n./Vok. Sg.)
yuddhāny āsan mahārāja
Kämpfe gab es, o Großkönig (Nom. Pl. n./Impf. 3.Pl./Vok. Sg.)
ghorāṇi ca bahūni ca
und schreckliche und viele (Nom. Pl. n.)

te samāsādya samare parasparam ariṃdamāḥ; vivyadhuś caiva jaghnuś ca samāsādya mahāhave

Sie, die Feindebezwinger, gerieten in der Schlacht aneinander; und sie durchbohrten und erschlugen einander, aufeinandertreffend im großen Kampf.

Wort für Wort
te samāsādya samare
sie, aufeinandergetroffen in der Schlacht (Nom. Pl./Abs. Ger./Lok. Sg.)
parasparam ariṃdamāḥ
einander, die Feindebezwinger (Adv./Nom. Pl.)
vivyadhuś caiva jaghnuś ca
und sie durchbohrten und erschlugen (Perf. 3.Pl.)
samāsādya mahāhave
aufeinandergetroffen im großen Kampf (Abs. Ger./Lok. Sg.)

teṣāṃ śastrasamudbhūtaṃ rajas tīvram adṛśyata; pravātenoddhataṃ rājan dhāvadbhiś cāśvasādibhiḥ

Von ihnen sah man heftigen, aus den Waffen aufgewirbelten Staub, o König, vom Wind emporgetrieben und von den rennenden Reitern der Rosse.

Wort für Wort
teṣāṃ śastrasamudbhūtaṃ
von ihnen, aus Waffen entstanden (Gen. Pl./Part. Pass., Nom. Sg. n.)
rajas tīvram adṛśyata
heftiger Staub wurde gesehen (Nom. Sg. n./Impf. Pass. 3.Sg.)
pravātenoddhataṃ rājan
vom Wind hochgetrieben, o König (Instr. Sg./Part. Pass./Vok. Sg.)
dhāvadbhiś cāśvasādibhiḥ
und von rennenden Reitern (Instr. Pl. Part./Instr. Pl.)

śastrasamudbhūtam: der Staub entsteht aus (dem Aufprall der) Waffen; wörtlich „aus Waffen entstanden“.

rathanemisamudbhūtaṃ niḥśvāsaiś cāpi dantinām; rajaḥ saṃdhyābhrakapilaṃ divākarapathaṃ yayau

Der von den Wagenradkränzen aufgewirbelte und auch vom Schnauben der Elefanten [erzeugte] Staub, abendwolkenbraun, ging zur Bahn des Tagesbringers [der Sonne].

Wort für Wort
rathanemisamudbhūtaṃ
von Wagenradkränzen aufgewirbelt (Kompositum, Nom. Sg. n.)
niḥśvāsaiś cāpi dantinām
und auch von den Atemstößen der Elefanten (Instr. Pl./Gen. Pl.)
rajaḥ saṃdhyābhrakapilaṃ
der Staub, abendwolkenbraun (Nom. Sg. n./Kompositum)
divākarapathaṃ yayau
ging zur Bahn der Sonne (Akk. Sg./Perf. 3.Sg.)

ekacchāyam ivākāśaṃ samabhūt tatra dhanvinām

Der Himmel wurde dort für die Bogenkämpfer wie von einem einzigen Schatten [bedeckt].

Wort für Wort
ekacchāyam ivākāśaṃ
wie mit einem einzigen Schatten der Himmel (Kompositum, Nom. Sg. n.)
samabhūt tatra dhanvinām
wurde dort der Bogenkämpfer (Aor./Impf. 3.Sg./Adv./Gen. Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.

rajasā tena saṃpṛkte bhāskare niṣprabhīkṛte; saṃchāditābhavad bhūmis te ca śūrā mahārathāḥ

Als die Sonne von jenem Staub durchmischt und ihres Glanzes beraubt war, wurde die Erde bedeckt, und jene Helden, die Großwagenkämpfer.

Wort für Wort
rajasā tena saṃpṛkte
von jenem Staub durchmischt (Instr. Sg./Lok. abs. Part.)
bhāskare niṣprabhīkṛte
die Sonne glanzlos gemacht (Lok. Sg./Part. Pass.)
saṃchāditābhavad bhūmis
bedeckt wurde die Erde (Part. Pass./Impf. 3.Sg./Nom. Sg.)
te ca śūrā mahārathāḥ
und jene Helden, Großwagenkämpfer (Nom. Pl.)

Der Schluss ist elliptisch: wohl „auch die Helden waren verhüllt“.

muhūrtād iva saṃvṛttaṃ nīrajaskaṃ samantataḥ; vīraśoṇitasiktāyāṃ bhūmau bharatasattama; upāśāmyat tatas tīvraṃ tad rajo ghoradarśanam

Nach einem Augenblick war es ringsum gleichsam staubfrei geworden; auf dem von Heldenblut getränkten Boden, o Bester der Bharatas, legte sich dann jener heftige, furchtbar anzusehende Staub.

Wort für Wort
muhūrtād iva saṃvṛttaṃ
nach einem Augenblick gleichsam geworden (Abl. Sg./Part. Pass.)
nīrajaskaṃ samantataḥ
staubfrei ringsum (Nom. Sg. n./Adv.)
vīraśoṇitasiktāyāṃ bhūmau
auf dem mit Heldenblut besprengten Boden (Lok. Sg. f.)
bharatasattama
o Bester der Bharatas (Vok. Sg.)
upāśāmyat tatas tīvraṃ
legte sich dann heftig (Impf. 3.Sg./Adv.)
tad rajo ghoradarśanam
jener Staub, furchtbar anzusehen (Nom. Sg. n.)

tato 'paśyaṃ mahārāja dvaṃdvayuddhāni bhārata; yathāprāgryaṃ yathājyeṣṭhaṃ madhyāhne vai sudāruṇe; varmaṇāṃ tatra rājendra vyadṛśyantojjvalāḥ prabhāḥ

Da sah ich, o Großkönig, Bhārata, Zweikämpfe, nach Rang und nach Alter [geordnet], in der überaus furchtbaren Mittagszeit; und dort, o König der Könige, sah man die leuchtenden Strahlen der Panzer.

Wort für Wort
tato 'paśyaṃ mahārāja
da sah ich, o Großkönig (Adv./Impf. 1.Sg./Vok. Sg.)
dvaṃdvayuddhāni bhārata
Zweikämpfe, o Bhārata (Akk. Pl. n./Vok. Sg.)
yathāprāgryaṃ yathājyeṣṭhaṃ
nach Rang, nach Alter (Adv.)
madhyāhne vai sudāruṇe
in der Mittagszeit, der überaus furchtbaren (Lok. Sg.)
varmaṇāṃ tatra rājendra
der Panzer dort, o Königsfürst (Gen. Pl./Adv./Vok. Sg.)
vyadṛśyantojjvalāḥ prabhāḥ
wurden gesehen leuchtende Strahlen (Impf. Pass. 3.Pl./Nom. Pl.)

yathāprāgryaṃ yathājyeṣṭham: wörtlich „gemäß Vorrang, gemäß Ältestsein“.

śabdaḥ sutumulaḥ saṃkhye śarāṇāṃ patatām abhūt; mahāveṇuvanasyeva dahyamānasya sarvataḥ

Ein gewaltiger Lärm der niederfallenden Pfeile erhob sich in der Schlacht, wie [der] eines großen Bambuswaldes, der ringsum verbrennt.

Wort für Wort
śabdaḥ sutumulaḥ saṃkhye
ein sehr tosender Lärm in der Schlacht (Nom. Sg./Lok. Sg.)
śarāṇāṃ patatām abhūt
der fallenden Pfeile entstand (Gen. Pl./Part. Präs./Impf. 3.Sg.)
mahāveṇuvanasyeva
wie eines großen Bambuswaldes (Gen. Sg.)
dahyamānasya sarvataḥ
der brennt ringsum (Part. Pass., Gen. Sg./Adv.)

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