Kapitel 56: gadāyuddhe bhīmaduryodhanayoḥ saṃprahāraḥ
Der Keulenkampf zwischen Bhīma und Duryodhana und der Sturz beider
Das Kapitel schildert den Beginn des Keulenduells: Duryodhana tritt Bhīmasena entgegen, beide zeigen Kampfkünste und Schlagfolgen, erst trifft Duryodhana Bhīma, dann geht Duryodhana zu Boden, und beide erheben sich wieder.
Wie zwei brüllende Stiere zogen sie ihre Kreise, Duryodhana und Vṛkodara, die Keulen schwingend in den Händen. Auf den Bahnen der Kreisbewegung und im Keulenschlagen war der Kampf dieser beiden Tigerleuen unter den Männern ohne Unterschied. Die Keule, aus glühendem Gold, glänzend, furchterregend, [schien] mit Flammen wie von Feuer; [Duryodhana] schwang sie und traf damit Bhīmas Fuß [?]. Die Keule Bhīmas, von der Keule des Dhṛtarāṣṭra-Sohnes getroffen, ließ im Keulenkampf, o Großkönig, Funken wie von Feuer sprühen; einen Regen von Kohlen ließ sie los, und das war wie ein Wunder. Wie zwei große Elefanten mit den Stoßzähnen, wie zwei große Stiere mit den Hörnern, so glänzten sie gegeneinander, durch die Keulen unverletzt. Als ihre Leiber von den Keulen getroffen waren, wurden sie augenblicklich blutüberströmt und boten einen noch schöneren Anblick, wie blühende Kiṃśuka-Bäume. Vom Keulenschlag des Dhṛtarāṣṭra-Sohnes hart an der linken Flanke getroffen, wankte der starkarmige Bhīmasena nicht, wie ein Berg. Da, von Bhīmas gewaltigen Keulenstößen immer wieder geschlagen, befreite Duryodhana sich vom Gürtel[bereich] wie ein bösartiger Elefant vom Elefantenlenker [?]. In allen Himmelsrichtungen hörte man von jenen beiden Tigerleuen unter den Männern das Dröhnen der niederfahrenden Keulen, einen Laut wie von zwei Donnerkeilen. Die beiden Helden von großer Kraft, nachdem sie aufeinander eingeschlagen und sich wieder zurückgezogen hatten, die mächtigen Keulen [in den Händen], zogen, auf bester Bahn stehend, abermals ihre Kreise. Dann stürzten sie einander an, standen da, die beiden Helden mit den mächtigen Keulen, und fielen, die eisernen Schäfte erhebend und selbst geschlagen, nieder. Wieder sprangen sie ungestüm auf, zogen ihre Kreise und zeigten damals, stark in besonderer Kunstfertigkeit, ihr Können. Mit erhobenen Keulen, die beiden Helden, wie gehörnte Berge, schlugen sie einander, wie zwei Berge auf der Erde. Durch den Anprall gegeneinander mit den Keulen heftig getroffen, fielen die beiden Helden zugleich hin und erhoben sich wieder, ohne dass man [es] bemerkte [?]. An den empfindlichen Stellen hart getroffen, waren beide völlig benommen; ihr gegenseitiges Aufeinanderprallen sollten die Zuschauer, die beiden Mächtigen, ansehen [?].
Wort für Wort
tau vṛṣāv iva garjantau
die beiden, wie zwei Stiere brüllend (Nom.Du./Part.)
maṇḍalāni viceratuḥ
zogen Kreise (Akk.Pl./3.Du.Perf.)
āvarjitagadāhastau duryodhanavṛkodarau
Duryodhana und Vṛkodara mit geschwungener Keule in der Hand (Nom.Du.)
maṇḍalāvartamārgeṣu gadāpraharaṇe 'pi ca
auf den Bahnen der Kreisdrehungen und auch im Keulenschlagen (Lok.)
nirviśeṣam abhūd yuddhaṃ tayoḥ puruṣasiṃhayoḥ
ohne Unterschied war der Kampf jener beiden Tigerleuen unter den Männern (Nom.n./Gen.Du.)
taptahemamayī śubhrair babhūva bhayavardhanī
aus glühendem Gold, mit glänzenden [Flammen?], Furcht mehrend war sie (Nom.f./3.Sg.Perf.)
agnijvālair ivāvidhya pade bhīmasya sā gadā
wie mit Feuerflammen, geschwungen, am Fuß Bhīmas, jene Keule (Abs./Lok./Gen.)
tāḍitā dhārtarāṣṭreṇa bhīmasya gadayā gadā
geschlagen vom Dhārtarāṣṭra, Bhīmas Keule durch die Keule (Nom.f./Instr.)
gadāyuddhe mahārāja sasṛje pāvakārciṣaḥ
im Keulenkampf, o Großkönig, erzeugte sie Feuerfunken (Lok./Vok./3.Sg.Perf./Akk.Pl.)
aṅgāravarṣaṃ mumuce tad adbhutam ivābhavat
einen Kohlenregen ließ sie los, das war wie ein Wunder (Akk./3.Sg.Perf./3.Sg.Impf.)
dantair iva mahānāgau śṛṅgair iva mahāvṛṣau
wie zwei große Elefanten mit Stoßzähnen, wie zwei große Stiere mit Hörnern (Instr./Nom.Du.)
tau tu rejatur anyonyaṃ gadābhyām aparikṣatau
sie aber glänzten gegeneinander, durch die Keulen unverletzt (3.Du.Perf./Instr.Du./Nom.Du.)
gadayābhihate gātre kṣaṇena rudhirokṣitau
der Körper von der Keule getroffen, im Augenblick blutbesprengt (Lok.Abs./Instr./Nom.Du.)
prekṣaṇīyatarāv āstāṃ puṣpitāv iva kiṃśukau
noch sehenswerter waren sie, wie blühende Kiṃśuka-Bäume (Nom.Du./3.Du.Impf.)
gadayā dhārtarāṣṭreṇa savye pārśve bhṛśāhataḥ
von der Keule des Dhārtarāṣṭra an der linken Flanke hart getroffen (Instr./Lok./Nom.)
bhīmaseno mahābāhur na cacālācalo yathā
Bhīmasena, der Starkarmige, wankte nicht, wie ein Berg (Nom./3.Sg.Perf.)
tadā bhīmagadāvegais tāḍyamāno muhur muhuḥ
da, von Bhīmas Keulenstößen immer wieder geschlagen (Instr.Pl./Part.Pass.)
kaṭitvān mocayām āsa duṣṭahastīva hastipam
vom Hüftbereich [?] befreite er sich, wie ein bösartiger Elefant vom Lenker (Abl./Perf.Kaus./Akk.)
śuśruve dikṣu sarvāsu tayoḥ puruṣasiṃhayoḥ
man hörte in allen Himmelsrichtungen von jenen beiden Tigerleuen (3.Sg.Perf.Pass./Lok.Pl./Gen.Du.)
gadānipātasaṃhrādo vajrayor iva nisvanaḥ
das Dröhnen der niederfahrenden Keulen, ein Laut wie von zwei Donnerkeilen (Nom.)
abhihṛtya mahāvīryau nivṛtya tu mahāgadau
nachdem sie angegriffen hatten, die Machtvollen, und zurückgewichen waren, die mit großen Keulen (Abs./Nom.Du.)
punar uttamamārgasthau maṇḍalāni viceratuḥ
wieder auf bester Bahn stehend zogen sie Kreise (Nom.Du./3.Du.Perf.)
tadānyonyam abhidrutya sthitau vīrau mahāgadau
dann, aufeinander zugestürmt, standen die beiden Helden mit großen Keulen (Abs./Nom.Du.)
udyamya lohadaṇḍābhyāṃ tāḍyamānau hi petatuḥ
die Eisenschäfte erhebend, doch geschlagen, fielen sie (Abs./Instr.Du./Part.Pass./3.Du.Perf.)
punar utpatya vegena maṇḍalāni viceratuḥ
wieder aufgesprungen zogen sie ungestüm Kreise (Abs./Instr.)
kriyāviśeṣabalinau darśayām āsatus tadā
stark in besonderer Kunstfertigkeit, zeigten sie damals [ihr Können] (Nom.Du./3.Du.Perf.Kaus.)
abhyudyatagadau vīrau saśṛṅgāv iva parvatau
die Helden mit erhobenen Keulen wie gehörnte Berge (Nom.Du.)
tāv ājaghnatur anyonyaṃ yathā bhūmicale 'calau
die beiden schlugen einander, wie zwei Berge auf der Erde (3.Du.Perf.)
tau parasparasaṃvegād gadābhyāṃ bhṛśam āhatau
die beiden, vom Anprall aufeinander mit den Keulen heftig getroffen (Abl./Instr.Du./Nom.Du.)
yugapat petatur vīrau tathālakṣya samutthitau
fielen gleichzeitig, die Helden, und standen so unbemerkt [?] wieder auf (3.Du.Perf./Nom.Du.)
bhṛśaṃ marmasv abhihatāv ubhāv āstāṃ suvihvalau
an den Lebensstellen hart getroffen, waren beide sehr benommen (Lok.Pl./Nom.Du./3.Du.Impf.)
tau parasparasaṃgharṣau prekṣatāṃ hi mahābalau
die beiden Mächtigen, im gegenseitigen Aufeinanderreiben, sollen [von den Zuschauern] angesehen werden [?] (Nom.Du./Imp./Gen.Pl.Part.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (nicht in allen Handschriften), stellenweise verderbt und mit der Haupterzählung teils unstimmig; die Verse taptahemamayī … pade bhīmasya sā gadā, kaṭitvān mocayām āsa … hastipam und die Schlusszeile sind syntaktisch unsicher.
tau muhūrtaṃ samāśvasya punar eva paraṃtapau; abhyahārayatāṃ tatra saṃpragṛhya gade śubhe
Diese beiden Feindeverbrenner schöpften einen Augenblick Atem, nahmen dann wieder die prächtigen Keulen fest in die Hände und griffen dort aufeinander an.
Wort für Wort
tau muhūrtaṃ samāśvasya
die beiden, einen Augenblick lang aufgeatmet (Abs.)
punar eva paraṃtapau
wieder, die Feindeverbrenner (Nom.Du.)
abhyahārayatāṃ tatra
griffen dort an (3.Du.Impf.Kaus.)
saṃpragṛhya gade śubhe
nachdem sie die beiden prächtigen Keulen ergriffen hatten (Abs./Akk.Du.)
tau tu dṛṣṭvā mahāvīryau samāśvastau nararṣabhau; balinau vāraṇau yadvad vāśitārthe madotkaṭau
Als man diese beiden Mächtigen, von großer Kraft, Stiere unter den Männern, wieder zu Atem gekommen sah, [glichen sie] starken, brünstig rasenden Elefanten [im Streit] um eine Elefantenkuh.
Wort für Wort
tau tu dṛṣṭvā mahāvīryau
sie aber, nachdem man sie gesehen hatte, die Kraftvollen (Abs./Akk.Du.)
samāśvastau nararṣabhau
wieder zu Atem gekommen, Stiere unter den Männern (Akk.Du.)
balinau vāraṇau yadvad
wie starke Elefanten (Nom.Du./Adv.)
vāśitārthe madotkaṭau
um eine [brünstige] Elefantenkuh, vor Brunst wild (Lok./Nom.Du.)
samāgamya tato bhūyo bhrātarau balināṃ varau; anyonyasyāntaraprepsū pracakrāte 'ntaraṃ prati
Darauf trafen die beiden Brüder, die Besten unter den Starken, wieder aufeinander; jeder nach einer Blöße des anderen trachtend, suchten sie einander eine Lücke abzugewinnen.
Wort für Wort
samāgamya tato bhūyo
zusammengekommen, dann wieder (Abs./Adv.)
bhrātarau balināṃ varau
die beiden Brüder, die Besten unter den Starken (Nom.Du./Gen.Pl.)
anyonyasyāntaraprepsū
des anderen Blöße zu erlangen wünschend (Gen./Nom.Du.)
pracakrāte 'ntaraṃ prati
unternahmen es, auf die Lücke hin (3.Du.Perf.Med./Akk. + prati)
bhrātarau: im weiteren Sinn (Vettern), „Brüder“ wörtlich wiedergegeben.
Die Zuschauer sahen, o König, die schwere, furchtbare Keule, dem Stab des Yama gleich, wie einen Indra-Blitz erhoben, eine Keule, die Menschen erschlägt.
Wort für Wort
yamadaṇḍopamāṃ gurvīm
dem Stab des Yama gleich, schwer (Akk.f.)
indrāśanim ivodyatām
wie Indras Donnerkeil erhoben (Akk.f.)
dadṛśuḥ prekṣakā rājan
sahen die Zuschauer, o König (3.Pl.Perf./Nom.Pl./Vok.)
den Angriff, das Schleudern, das Standhalten, das Handgemenge, das Zurückwenden, das Zusammenfahren, den Sprung nach vorn und den Sprung nach oben, das Hinlegen [der Keule] und das Wegnehmen, beide kundig des Keulenkampfes.
Wort für Wort
abhidravaṇam ākṣepam
der Angriff, das Schleudern (Akk.)
avasthānaṃ savigraham
das Standhalten, mit Handgemenge (Akk./Adv.)
parāvartanasaṃvartam
das Zurückwenden und Zusammenfahren (Akk.)
avaplutam athāplutam
den Sprung hinab, dann den Sprung hinauf (Akk.)
upanyastam apanyastaṃ
das Hinlegen, das Wegnehmen [?] (Akk.)
gadāyuddhaviśāradau
im Keulenkampf bewandert (Nom.Du.)
Fachausdrücke des Keulenkampfes; die Wiedergaben sind wortnah und teils unsicher [?].
[Sie] dem Stab des Yama ähnlich, o König, furchtbar, entgegen, der Feindebezwinger.
Wort für Wort
yamadaṇḍanibhāṃ rājan
dem Stab des Yama gleich, o König (Akk.f./Vok.)
ghorāṃ prati
die Furchtbare, entgegen (Akk.f./Präp.)
ariṃdamaḥ
der Feindebezwinger (Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile, sichtlich verstümmelt (prati ohne Bezugswort); Sinn nur angedeutet [?].
Mit Funken und Getöse erhob sich dort, o Großkönig, der aus dem Aufprall der beiden entstandene Lärm, wie von zwei gegeneinander geschleuderten Donnerkeilen.
Wort für Wort
savisphuliṅgo nirhrādas
mit Funken, mit Getöse (Nom.Sg.m.)
tayos tatrābhighātajaḥ
der von den beiden dort durch den Aufprall Entstandene (Gen.Du./Adv./Nom.Sg.)
prādurāsīn mahārāja
trat hervor, o Großkönig (3.Sg.Impf./Vok.)
sṛṣṭayor vajrayor iva
wie von zwei geschleuderten Donnerkeilen (Gen./Lok.Du.)
sā tu moghā gadā rājan patantī bhīmacoditā; cālayām āsa pṛthivīṃ mahānirghātanisvanā
Doch jene wirkungslose Keule, o König, erschütterte, von Bhīma geschleudert niederfallend, die Erde mit einem Getöse gleich einem gewaltigen Donnerschlag.
Wort für Wort
sā tu moghā gadā rājan
jene aber wirkungslose Keule, o König (Nom.Sg.f./Vok.)
patantī bhīmacoditā
fallend, von Bhīma angetrieben (Part.Präs./Nom.Sg.f.)
cālayām āsa pṛthivīṃ
ließ erzittern die Erde (3.Sg.Perf.Kaus./Akk.)
mahānirghātanisvanā
mit Getöse eines gewaltigen Donnerschlags (Nom.Sg.f., Kompositum)
gadānipātaṃ kriyayā moghaṃ cakre sutas tava; sa gadāvarjitaṃ dṛṣṭvā bhīmasenam upādravat; so 'gacchac calito rājan kaunteyas trirathāntaram
Den Keulenschlag machte dein Sohn durch [seine] Geschicklichkeit wirkungslos; als er Bhīmasena, dessen Keule ins Leere gegangen war [?], sah, stürmte er auf ihn los; jener Kaunteya aber, o König, wankte und wich um drei Wagenlängen zurück [?].
Wort für Wort
gadānipātaṃ kriyayā
den Keulenschlag durch Geschicklichkeit/Handlung (Akk.Sg.m./Instr.Sg.f.)
moghaṃ cakre sutas tava
machte wirkungslos, dein Sohn (Adv./3.Sg.Perf./Nom.Sg.)
sa gadāvarjitaṃ dṛṣṭvā
er, nachdem er [ihn] keulenlos/mit ins Leere gegangener Keule gesehen hatte (Nom./Akk.Sg./Abs.)
bhīmasenam upādravat
stürmte auf Bhīmasena los (Akk./3.Sg.Impf.)
so 'gacchac calito rājan
er ging, wankend, o König (3.Sg.Impf./Part.Nom.Sg./Vok.)
kaunteyas trirathāntaram
der Kaunteya, drei Wagen weit (Nom.Sg./Akk.Sg.n., Kompositum)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; gadāvarjitam und trirathāntaram sind unsicher gedeutet.
Der zornentbrannte, o Großkönig, Bhīma von furchtbarer Tapferkeit ...
Wort für Wort
sa saṃkruddho mahārāja
er, sehr zornig, o Großkönig (Nom./Vok.)
bhīmo bhīmaparākramaḥ
Bhīma von furchtbarer Tapferkeit (Nom.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; syntaktisch unvollständig, Fortsetzung in der folgenden Einheit.
Da ergriff er die heldentötende eiserne Keule, deren Getöse dem Donnerkeil und dem Blitzschlag glich, und schlug den Feind, der Feindevernichter, mit Kraft vorstürmend, der ältere Bruder des Dhanaṃjaya.
Wort für Wort
tato gadāṃ vīrahaṇīm ayasmayīm
da die heldentötende, eiserne Keule (Adv./Akk.Sg.f.)
pragṛhya vajrāśanitulyanisvanām
ergriffen habend, [sie] mit Getöse gleich Donnerkeil und Blitz (Abs./Akk.Sg.f.)
atāḍayac chatrum amitrakarśano
schlug den Feind, der Feindevernichter (3.Sg.Impf./Akk./Nom.)
balena vikramya dhanaṃjayāgrajaḥ
mit Kraft vorstürmend, der ältere Bruder des Dhanaṃjaya (Instr./Abs./Nom.)
sa bhīmasenābhihatas tavātmajaḥ; papāta saṃkampitadehabandhanaḥ; supuṣpito mārutavegatāḍito; mahāvane sāla ivāvaghūrṇitaḥ
Von Bhīmasena getroffen, fiel dein Sohn, dessen Körpergefüge erschüttert war, wie ein blühender Sāl-Baum im großen Wald, vom Windstoß getroffen und ins Schwanken gebracht.
Wort für Wort
sa bhīmasenābhihatas tavātmajaḥ
er, von Bhīmasena getroffen, dein Sohn (Nom./Part./Nom.)
papāta saṃkampitadehabandhanaḥ
fiel, mit erschüttertem Körpergefüge (3.Sg.Perf./Nom.Sg.)
supuṣpito mārutavegatāḍito
gut blühend, vom Windstoß geschlagen (Nom.Sg.)
mahāvane sāla ivāvaghūrṇitaḥ
im großen Wald wie ein Sāl-Baum, hin- und hergeschüttelt (Lok./Nom./Part.)
tataḥ praṇedur jahṛṣuś ca pāṇḍavāḥ; samīkṣya putraṃ patitaṃ kṣitau tava; tataḥ sutas te pratilabhya cetanāṃ; samutpapāta dvirado yathā hradāt
Da brüllten und jubelten die Pāṇḍavas, als sie deinen Sohn am Boden liegen sahen; dann aber gewann dein Sohn das Bewusstsein zurück und sprang auf wie ein Elefant aus dem See.
Wort für Wort
tataḥ praṇedur jahṛṣuś ca pāṇḍavāḥ
da brüllten und jubelten die Pāṇḍavas (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
samīkṣya putraṃ patitaṃ kṣitau tava
gesehen habend deinen Sohn am Boden gefallen (Abs./Akk./Part./Lok.)
tataḥ sutas te pratilabhya cetanāṃ
darauf dein Sohn, das Bewusstsein wiedererlangt habend (Nom./Abs./Akk.)
samutpapāta dvirado yathā hradāt
sprang auf wie ein Elefant aus dem See (3.Sg.Perf./Nom./Abl.)
sa pārthivo nityam amarṣitas tadā; mahārathaḥ śikṣitavat paribhraman; atāḍayat pāṇḍavam agrataḥ sthitaṃ; sa vihvalāṅgo jagatīm upāspṛśat
Der König, stets unversöhnlich, der Großwagenkämpfer, wirbelte damals kundig umher und schlug den vor ihm stehenden Pāṇḍava; dessen Glieder erschlafften, und er berührte die Erde.
Wort für Wort
sa pārthivo nityam amarṣitas tadā
er, der König, stets unversöhnlich damals (Nom./Adv./Nom.)
mahārathaḥ śikṣitavat paribhraman
der Großwagenkämpfer, geübt umherwirbelnd (Nom./Adv./Part.Präs.)
atāḍayat pāṇḍavam agrataḥ sthitaṃ
schlug den Pāṇḍava, der vor [ihm] stand (3.Sg.Impf./Akk./Adv./Part.)
sa vihvalāṅgo jagatīm upāspṛśat
er, mit erschlafften Gliedern, berührte die Erde (Nom./Akk./3.Sg.Impf.)
Der Kaurava stieß Löwengebrüll aus, nachdem er Bhīma im Kampf mit Kraft zu Boden geworfen hatte; und mit dem Keulenschlag, blitzgleich an Glanz, zerbrach er den Körperschutz.
Wort für Wort
sa siṃhanādān vinanāda kauravo
der Kaurava stieß Löwengebrüll aus (Nom./Akk.Pl./3.Sg.Perf.)
nipātya bhūmau yudhi bhīmam ojasā
niedergeworfen habend auf den Boden im Kampf Bhīma mit Kraft (Abs./Lok./Lok./Akk./Instr.)
bibheda caivāśanitulyatejasā
und durchbrach, mit blitzgleicher Glut (3.Sg.Perf./Instr.)
gadānipātena śarīrarakṣaṇam
durch Keulenschlag den Körperschutz (Instr./Akk.Sg.n.)
tato 'ntarikṣe ninado mahān abhūd; divaukasām apsarasāṃ ca neduṣām; papāta coccair amarapraveritaṃ; vicitrapuṣpotkaravarṣam uttamam
Da entstand am Himmel ein gewaltiges Getöse von den Himmelsbewohnern und den jubelnden Apsarasen; und es fiel ein herrlicher Regen mannigfacher Blumenmengen, von den Göttern gesandt.
Wort für Wort
tato 'ntarikṣe ninado mahān abhūd
da im Luftraum entstand ein großes Getöse (Lok./Nom./3.Sg.Aor.)
divaukasām apsarasāṃ ca neduṣām
der Himmelsbewohner und der jubelnden Apsarasen (Gen.Pl./Part.Perf.Gen.)
papāta coccair amarapraveritaṃ
und es fiel, laut, von den Göttern gesandt (3.Sg.Perf./Adv./Nom.Sg.)
vicitrapuṣpotkaravarṣam uttamam
ein herrlicher Regen aus mannigfachen Blumenhaufen (Nom.Sg.n.)
tataḥ parān āviśad uttamaṃ bhayaṃ; samīkṣya bhūmau patitaṃ narottamam; ahīyamānaṃ ca balena kauravaṃ; niśamya bhedaṃ ca dṛḍhasya varmaṇaḥ
Da drang höchste Furcht in die Feinde, als sie den Besten der Männer am Boden liegen sahen, den Kaurava aber an Kraft nicht vermindert und vom Bruch der festen Rüstung hörten.
Wort für Wort
tataḥ parān āviśad uttamaṃ bhayaṃ
da drang in die Feinde höchste Furcht (Adv./Akk.Pl./3.Sg.Impf./Nom.)
samīkṣya bhūmau patitaṃ narottamam
gesehen habend den Besten der Männer am Boden gefallen (Abs./Lok./Part./Akk.)
ahīyamānaṃ ca balena kauravaṃ
und den Kaurava, an Kraft nicht abnehmend (Part.Pass./Instr./Akk.)
niśamya bhedaṃ ca dṛḍhasya varmaṇaḥ
und vernommen habend den Bruch der festen Rüstung (Abs./Akk./Gen.)
Da, nach einem Augenblick das Bewusstsein wiedergewonnen, das blutfeuchte Gesicht abgewischt, Fassung gewonnen, mit rollenden Augen, stand Vṛkodara, sich mit Kraft aufrichtend, da.
Wort für Wort
tato muhūrtād upalabhya cetanāṃ
da nach einem Augenblick das Bewusstsein wiedererlangt (Adv./Abl./Abs./Akk.)
pramṛjya vaktraṃ rudhirārdram ātmanaḥ
abgewischt sein blutnasses Gesicht (Abs./Akk./Akk./Gen.)
dhṛtiṃ samālambya vivṛttalocano
Festigkeit gefasst, mit rollenden Augen (Akk./Abs./Nom.)
balena saṃstabhya vṛkodaraḥ sthitaḥ
mit Kraft sich stützend, stand Vṛkodara (Instr./Abs./Nom./Part.)
tato yamau yamasadṛśau parākrame; sapārṣataḥ śinitanayaś ca vīryavān; samāhvayann aham aham ity abhitvaraṃs; tavātmajaṃ samabhiyayur vadhaiṣiṇaḥ; nigṛhya tān punar api pāṇḍavo balī; tavātmajaṃ svayam abhigamya kālavat; cacāra ca vyapagatakhedavepathuḥ; sureśvaro namucim ivottamaṃ raṇe
Da rückten die Zwillinge, dem Yama gleich an Tapferkeit, mit dem Pārṣata und der heldenhafte Sohn des Śini, eilig „Ich zuerst, ich zuerst!“ rufend, todeswillig auf deinen Sohn los. Der starke Pāṇḍava aber wehrte sie wieder ab, ging selbst auf deinen Sohn zu wie der Tod und bewegte sich, ohne Ermattung und Zittern, im Kampf wie der Herr der Götter auf den vortrefflichen Namuci.
Wort für Wort
tato yamau yamasadṛśau parākrame
da die Zwillinge, Yama gleich an Tapferkeit (Adv./Nom.Du./Lok.)
sapārṣataḥ śinitanayaś ca vīryavān
mit dem Pārṣata und der Sohn des Śini, der heldenhafte (Nom.)
samāhvayann aham aham ity abhitvaraṃs
sich herausfordernd rufend „ich, ich“, eilend (Part.Präs./Part.Präs.)
tavātmajaṃ samabhiyayur vadhaiṣiṇaḥ
gingen auf deinen Sohn los, Tötung wünschend (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
nigṛhya tān punar api pāṇḍavo balī
zurückgehalten habend jene wieder, der Pāṇḍava, der Starke (Abs./Akk./Nom.)
tavātmajaṃ svayam abhigamya kālavat
deinen Sohn selbst angegangen, wie der Tod (Akk./Adv./Abs./Adv.)
cacāra ca vyapagatakhedavepathuḥ
und bewegte sich, ohne Erschöpfung und Zittern (3.Sg.Perf./Nom.Sg.)
sureśvaro namucim ivottamaṃ raṇe
wie der Götterherr [gegen] Namuci im höchsten Kampf (Nom./Akk./Adv./Lok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; die Zuordnung von tavātmajaṃ (Bhīma greift Duryodhana selbst an) folgt dem Zusammenhang.