Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śalyaparva

Kapitel 56: gadāyuddhe bhīmaduryodhanayoḥ saṃprahāraḥ Der Keulenkampf zwischen Bhīma und Duryodhana und der Sturz beider

Das Kapitel schildert den Beginn des Keulenduells: Duryodhana tritt Bhīmasena entgegen, beide zeigen Kampfkünste und Schlagfolgen, erst trifft Duryodhana Bhīma, dann geht Duryodhana zu Boden, und beide erheben sich wieder.

saṃjaya uvāca; tato duryodhano dṛṣṭvā bhīmasenaṃ tathāgatam; pratyudyayāv adīnātmā vegena mahatā nadan

Saṃjaya sprach: Da erblickte Duryodhana den herangekommenen Bhīmasena und rannte ihm, unverzagten Gemüts, mit gewaltigem Ungestüm brüllend entgegen.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Perf.)
tato duryodhano dṛṣṭvā
da Duryodhana, nachdem er gesehen hatte (Nom./Abs.)
bhīmasenaṃ tathāgatam
Bhīmasena, der so Herangekommene (Akk.)
pratyudyayāv adīnātmā
lief entgegen, unverzagten Gemüts (3.Sg.Perf./Nom.)
vegena mahatā nadan
mit großem Ungestüm brüllend (Instr./Part.Präs.)

samāpetatur ānadya śṛṅgiṇau vṛṣabhāv iva; mahānirghātaghoṣaś ca saṃprahāras tayor abhūt

Brüllend stießen sie zusammen wie zwei gehörnte Stiere, und ihr Zusammenprall ertönte mit dem Getöse eines gewaltigen Donnerschlags.

Wort für Wort
samāpetatur ānadya
sie stürzten aufeinander, nachdem sie gebrüllt hatten (3.Du.Perf./Abs.)
śṛṅgiṇau vṛṣabhāv iva
wie zwei gehörnte Stiere (Nom.Du.)
mahānirghātaghoṣaś ca
und mit dem Getöse eines gewaltigen Donnerschlags (Kompositum, Nom.Sg.)
saṃprahāras tayor abhūt
der Zusammenprall der beiden war (Nom./Gen.Du./3.Sg.Aor.)

abhavac ca tayor yuddhaṃ tumulaṃ romaharṣaṇam; jigīṣator yudhānyonyam indraprahrādayor iva

Und es entstand zwischen ihnen ein wildes, haarsträubendes Ringen, wie zwischen Indra und Prahrāda, als beide einander zu besiegen suchten.

Wort für Wort
abhavac ca tayor yuddhaṃ
und es entstand zwischen ihnen der Kampf (3.Sg.Impf./Gen.Du./Nom.)
tumulaṃ romaharṣaṇam
wild, haarsträubend (Nom.n.)
jigīṣator yudhānyonyam
als beide siegen wollten, kämpfend gegeneinander (Gen.Du.Des./Lok.Abs.-artig)
indraprahrādayor iva
wie Indra und Prahrāda (Gen.Du.)

tau vṛṣāv iva garjantau maṇḍalāni viceratuḥ; āvarjitagadāhastau duryodhanavṛkodarau; maṇḍalāvartamārgeṣu gadāpraharaṇe 'pi ca; nirviśeṣam abhūd yuddhaṃ tayoḥ puruṣasiṃhayoḥ; taptahemamayī śubhrair babhūva bhayavardhanī; agnijvālair ivāvidhya pade bhīmasya sā gadā; tāḍitā dhārtarāṣṭreṇa bhīmasya gadayā gadā; gadāyuddhe mahārāja sasṛje pāvakārciṣaḥ; aṅgāravarṣaṃ mumuce tad adbhutam ivābhavat; dantair iva mahānāgau śṛṅgair iva mahāvṛṣau; tau tu rejatur anyonyaṃ gadābhyām aparikṣatau; gadayābhihate gātre kṣaṇena rudhirokṣitau; prekṣaṇīyatarāv āstāṃ puṣpitāv iva kiṃśukau; gadayā dhārtarāṣṭreṇa savye pārśve bhṛśāhataḥ; bhīmaseno mahābāhur na cacālācalo yathā; tadā bhīmagadāvegais tāḍyamāno muhur muhuḥ; kaṭitvān mocayām āsa duṣṭahastīva hastipam; śuśruve dikṣu sarvāsu tayoḥ puruṣasiṃhayoḥ; gadānipātasaṃhrādo vajrayor iva nisvanaḥ; abhihṛtya mahāvīryau nivṛtya tu mahāgadau; punar uttamamārgasthau maṇḍalāni viceratuḥ; tadānyonyam abhidrutya sthitau vīrau mahāgadau; udyamya lohadaṇḍābhyāṃ tāḍyamānau hi petatuḥ; punar utpatya vegena maṇḍalāni viceratuḥ; kriyāviśeṣabalinau darśayām āsatus tadā; abhyudyatagadau vīrau saśṛṅgāv iva parvatau; tāv ājaghnatur anyonyaṃ yathā bhūmicale 'calau; tau parasparasaṃvegād gadābhyāṃ bhṛśam āhatau; yugapat petatur vīrau tathālakṣya samutthitau; bhṛśaṃ marmasv abhihatāv ubhāv āstāṃ suvihvalau; tau parasparasaṃgharṣau prekṣatāṃ hi mahābalau

Wie zwei brüllende Stiere zogen sie ihre Kreise, Duryodhana und Vṛkodara, die Keulen schwingend in den Händen. Auf den Bahnen der Kreisbewegung und im Keulenschlagen war der Kampf dieser beiden Tigerleuen unter den Männern ohne Unterschied. Die Keule, aus glühendem Gold, glänzend, furchterregend, [schien] mit Flammen wie von Feuer; [Duryodhana] schwang sie und traf damit Bhīmas Fuß [?]. Die Keule Bhīmas, von der Keule des Dhṛtarāṣṭra-Sohnes getroffen, ließ im Keulenkampf, o Großkönig, Funken wie von Feuer sprühen; einen Regen von Kohlen ließ sie los, und das war wie ein Wunder. Wie zwei große Elefanten mit den Stoßzähnen, wie zwei große Stiere mit den Hörnern, so glänzten sie gegeneinander, durch die Keulen unverletzt. Als ihre Leiber von den Keulen getroffen waren, wurden sie augenblicklich blutüberströmt und boten einen noch schöneren Anblick, wie blühende Kiṃśuka-Bäume. Vom Keulenschlag des Dhṛtarāṣṭra-Sohnes hart an der linken Flanke getroffen, wankte der starkarmige Bhīmasena nicht, wie ein Berg. Da, von Bhīmas gewaltigen Keulenstößen immer wieder geschlagen, befreite Duryodhana sich vom Gürtel[bereich] wie ein bösartiger Elefant vom Elefantenlenker [?]. In allen Himmelsrichtungen hörte man von jenen beiden Tigerleuen unter den Männern das Dröhnen der niederfahrenden Keulen, einen Laut wie von zwei Donnerkeilen. Die beiden Helden von großer Kraft, nachdem sie aufeinander eingeschlagen und sich wieder zurückgezogen hatten, die mächtigen Keulen [in den Händen], zogen, auf bester Bahn stehend, abermals ihre Kreise. Dann stürzten sie einander an, standen da, die beiden Helden mit den mächtigen Keulen, und fielen, die eisernen Schäfte erhebend und selbst geschlagen, nieder. Wieder sprangen sie ungestüm auf, zogen ihre Kreise und zeigten damals, stark in besonderer Kunstfertigkeit, ihr Können. Mit erhobenen Keulen, die beiden Helden, wie gehörnte Berge, schlugen sie einander, wie zwei Berge auf der Erde. Durch den Anprall gegeneinander mit den Keulen heftig getroffen, fielen die beiden Helden zugleich hin und erhoben sich wieder, ohne dass man [es] bemerkte [?]. An den empfindlichen Stellen hart getroffen, waren beide völlig benommen; ihr gegenseitiges Aufeinanderprallen sollten die Zuschauer, die beiden Mächtigen, ansehen [?].

Wort für Wort
tau vṛṣāv iva garjantau
die beiden, wie zwei Stiere brüllend (Nom.Du./Part.)
maṇḍalāni viceratuḥ
zogen Kreise (Akk.Pl./3.Du.Perf.)
āvarjitagadāhastau duryodhanavṛkodarau
Duryodhana und Vṛkodara mit geschwungener Keule in der Hand (Nom.Du.)
maṇḍalāvartamārgeṣu gadāpraharaṇe 'pi ca
auf den Bahnen der Kreisdrehungen und auch im Keulenschlagen (Lok.)
nirviśeṣam abhūd yuddhaṃ tayoḥ puruṣasiṃhayoḥ
ohne Unterschied war der Kampf jener beiden Tigerleuen unter den Männern (Nom.n./Gen.Du.)
taptahemamayī śubhrair babhūva bhayavardhanī
aus glühendem Gold, mit glänzenden [Flammen?], Furcht mehrend war sie (Nom.f./3.Sg.Perf.)
agnijvālair ivāvidhya pade bhīmasya sā gadā
wie mit Feuerflammen, geschwungen, am Fuß Bhīmas, jene Keule (Abs./Lok./Gen.)
tāḍitā dhārtarāṣṭreṇa bhīmasya gadayā gadā
geschlagen vom Dhārtarāṣṭra, Bhīmas Keule durch die Keule (Nom.f./Instr.)
gadāyuddhe mahārāja sasṛje pāvakārciṣaḥ
im Keulenkampf, o Großkönig, erzeugte sie Feuerfunken (Lok./Vok./3.Sg.Perf./Akk.Pl.)
aṅgāravarṣaṃ mumuce tad adbhutam ivābhavat
einen Kohlenregen ließ sie los, das war wie ein Wunder (Akk./3.Sg.Perf./3.Sg.Impf.)
dantair iva mahānāgau śṛṅgair iva mahāvṛṣau
wie zwei große Elefanten mit Stoßzähnen, wie zwei große Stiere mit Hörnern (Instr./Nom.Du.)
tau tu rejatur anyonyaṃ gadābhyām aparikṣatau
sie aber glänzten gegeneinander, durch die Keulen unverletzt (3.Du.Perf./Instr.Du./Nom.Du.)
gadayābhihate gātre kṣaṇena rudhirokṣitau
der Körper von der Keule getroffen, im Augenblick blutbesprengt (Lok.Abs./Instr./Nom.Du.)
prekṣaṇīyatarāv āstāṃ puṣpitāv iva kiṃśukau
noch sehenswerter waren sie, wie blühende Kiṃśuka-Bäume (Nom.Du./3.Du.Impf.)
gadayā dhārtarāṣṭreṇa savye pārśve bhṛśāhataḥ
von der Keule des Dhārtarāṣṭra an der linken Flanke hart getroffen (Instr./Lok./Nom.)
bhīmaseno mahābāhur na cacālācalo yathā
Bhīmasena, der Starkarmige, wankte nicht, wie ein Berg (Nom./3.Sg.Perf.)
tadā bhīmagadāvegais tāḍyamāno muhur muhuḥ
da, von Bhīmas Keulenstößen immer wieder geschlagen (Instr.Pl./Part.Pass.)
kaṭitvān mocayām āsa duṣṭahastīva hastipam
vom Hüftbereich [?] befreite er sich, wie ein bösartiger Elefant vom Lenker (Abl./Perf.Kaus./Akk.)
śuśruve dikṣu sarvāsu tayoḥ puruṣasiṃhayoḥ
man hörte in allen Himmelsrichtungen von jenen beiden Tigerleuen (3.Sg.Perf.Pass./Lok.Pl./Gen.Du.)
gadānipātasaṃhrādo vajrayor iva nisvanaḥ
das Dröhnen der niederfahrenden Keulen, ein Laut wie von zwei Donnerkeilen (Nom.)
abhihṛtya mahāvīryau nivṛtya tu mahāgadau
nachdem sie angegriffen hatten, die Machtvollen, und zurückgewichen waren, die mit großen Keulen (Abs./Nom.Du.)
punar uttamamārgasthau maṇḍalāni viceratuḥ
wieder auf bester Bahn stehend zogen sie Kreise (Nom.Du./3.Du.Perf.)
tadānyonyam abhidrutya sthitau vīrau mahāgadau
dann, aufeinander zugestürmt, standen die beiden Helden mit großen Keulen (Abs./Nom.Du.)
udyamya lohadaṇḍābhyāṃ tāḍyamānau hi petatuḥ
die Eisenschäfte erhebend, doch geschlagen, fielen sie (Abs./Instr.Du./Part.Pass./3.Du.Perf.)
punar utpatya vegena maṇḍalāni viceratuḥ
wieder aufgesprungen zogen sie ungestüm Kreise (Abs./Instr.)
kriyāviśeṣabalinau darśayām āsatus tadā
stark in besonderer Kunstfertigkeit, zeigten sie damals [ihr Können] (Nom.Du./3.Du.Perf.Kaus.)
abhyudyatagadau vīrau saśṛṅgāv iva parvatau
die Helden mit erhobenen Keulen wie gehörnte Berge (Nom.Du.)
tāv ājaghnatur anyonyaṃ yathā bhūmicale 'calau
die beiden schlugen einander, wie zwei Berge auf der Erde (3.Du.Perf.)
tau parasparasaṃvegād gadābhyāṃ bhṛśam āhatau
die beiden, vom Anprall aufeinander mit den Keulen heftig getroffen (Abl./Instr.Du./Nom.Du.)
yugapat petatur vīrau tathālakṣya samutthitau
fielen gleichzeitig, die Helden, und standen so unbemerkt [?] wieder auf (3.Du.Perf./Nom.Du.)
bhṛśaṃ marmasv abhihatāv ubhāv āstāṃ suvihvalau
an den Lebensstellen hart getroffen, waren beide sehr benommen (Lok.Pl./Nom.Du./3.Du.Impf.)
tau parasparasaṃgharṣau prekṣatāṃ hi mahābalau
die beiden Mächtigen, im gegenseitigen Aufeinanderreiben, sollen [von den Zuschauern] angesehen werden [?] (Nom.Du./Imp./Gen.Pl.Part.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (nicht in allen Handschriften), stellenweise verderbt und mit der Haupterzählung teils unstimmig; die Verse taptahemamayī … pade bhīmasya sā gadā, kaṭitvān mocayām āsa … hastipam und die Schlusszeile sind syntaktisch unsicher.

rudhirokṣitasarvāṅgau gadāhastau manasvinau; dadṛśāte mahātmānau puṣpitāv iva kiṃśukau

Am ganzen Leib blutüberströmt, die Keulen in den Händen, boten die beiden hochgesinnten, großmütigen Männer einen Anblick wie blühende Kiṃśuka-Bäume.

Wort für Wort
rudhirokṣitasarvāṅgau
am ganzen Körper blutbesprengt (Nom.Du.)
gadāhastau manasvinau
die Keule in der Hand, hochgemut (Nom.Du.)
dadṛśāte mahātmānau
wurden gesehen, die beiden Hochgesinnten (3.Du.Perf.Pass./Nom.Du.)
puṣpitāv iva kiṃśukau
wie zwei blühende Kiṃśuka-Bäume (Nom.Du.)

tathā tasmin mahāyuddhe vartamāne sudāruṇe; khadyotasaṃghair iva khaṃ darśanīyaṃ vyarocata

Während so jener überaus schreckliche große Kampf andauerte, leuchtete der Himmel, wie von Scharen von Glühwürmchen erfüllt, anblickswert auf.

Wort für Wort
tathā tasmin mahāyuddhe
so in jenem großen Kampf (Lok.)
vartamāne sudāruṇe
der andauerte, sehr schrecklich (Lok.Part.Präs.)
khadyotasaṃghair iva khaṃ
den Himmel wie mit Scharen von Glühwürmchen (Instr.Pl./Akk.)
darśanīyaṃ vyarocata
sehenswert leuchtete er auf (Nom./3.Sg.Impf.)

tathā tasmin vartamāne saṃkule tumule bhṛśam

So, während [der Kampf] andauerte, gedrängt, wild und heftig,

Wort für Wort
tathā tasmin vartamāne
so, während es andauerte (Lok.Abs.)
saṃkule tumule bhṛśam
gedrängt, wild, heftig (Lok./Adv.)

Halbvers; der Satz setzt sich in den folgenden Einheiten fort.

saṃgrāme dāruṇe tāta subhṛśaṃ krodhasaṃyutau

in dem schrecklichen Kampf, mein Lieber, von heftigem Zorn erfüllt,

Wort für Wort
saṃgrāme dāruṇe
im schrecklichen Kampf (Lok.)
tāta
mein Lieber (Vok.)
subhṛśaṃ krodhasaṃyutau
sehr heftig, mit Zorn verbunden (Adv./Nom.Du.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

ubhāv api pariśrāntau yudhyamānāv ariṃdamau

waren beide, die Feindebezwinger, im Kämpfen völlig erschöpft.

Wort für Wort
ubhāv api pariśrāntau
beide erschöpft (Nom.Du.)
yudhyamānāv ariṃdamau
kämpfend, die Feindebezwinger (Nom.Du.)

tau muhūrtaṃ samāśvasya punar eva paraṃtapau; abhyahārayatāṃ tatra saṃpragṛhya gade śubhe

Diese beiden Feindeverbrenner schöpften einen Augenblick Atem, nahmen dann wieder die prächtigen Keulen fest in die Hände und griffen dort aufeinander an.

Wort für Wort
tau muhūrtaṃ samāśvasya
die beiden, einen Augenblick lang aufgeatmet (Abs.)
punar eva paraṃtapau
wieder, die Feindeverbrenner (Nom.Du.)
abhyahārayatāṃ tatra
griffen dort an (3.Du.Impf.Kaus.)
saṃpragṛhya gade śubhe
nachdem sie die beiden prächtigen Keulen ergriffen hatten (Abs./Akk.Du.)

tau tu dṛṣṭvā mahāvīryau samāśvastau nararṣabhau; balinau vāraṇau yadvad vāśitārthe madotkaṭau

Als man diese beiden Mächtigen, von großer Kraft, Stiere unter den Männern, wieder zu Atem gekommen sah, [glichen sie] starken, brünstig rasenden Elefanten [im Streit] um eine Elefantenkuh.

Wort für Wort
tau tu dṛṣṭvā mahāvīryau
sie aber, nachdem man sie gesehen hatte, die Kraftvollen (Abs./Akk.Du.)
samāśvastau nararṣabhau
wieder zu Atem gekommen, Stiere unter den Männern (Akk.Du.)
balinau vāraṇau yadvad
wie starke Elefanten (Nom.Du./Adv.)
vāśitārthe madotkaṭau
um eine [brünstige] Elefantenkuh, vor Brunst wild (Lok./Nom.Du.)

Der Satz ist elliptisch; „glichen sie“ ergänzt.

apāravīryau saṃprekṣya pragṛhītagadāv ubhau; vismayaṃ paramaṃ jagmur devagandharvadānavāḥ

Als sie diese beiden, von unerschöpflicher Kraft, die Keulen erhoben sahen, gerieten Götter, Gandharven und Dānavas in höchstes Staunen.

Wort für Wort
apāravīryau saṃprekṣya
die beiden von unermesslicher Kraft, nachdem sie gesehen hatten (Akk.Du./Abs.)
pragṛhītagadāv ubhau
beide mit erhobenen Keulen (Akk.Du.)
vismayaṃ paramaṃ jagmuḥ
gerieten in höchstes Staunen (Akk./3.Pl.Perf.)
devagandharvadānavāḥ
Götter, Gandharven und Dānavas (Nom.Pl.)

pragṛhītagadau dṛṣṭvā duryodhanavṛkodarau; saṃśayaḥ sarvabhūtānāṃ vijaye samapadyata

Als sie Duryodhana und Vṛkodara mit erhobenen Keulen sahen, entstand bei allen Wesen Zweifel über den Sieg.

Wort für Wort
pragṛhītagadau dṛṣṭvā
die mit erhobenen Keulen gesehen habend (Akk.Du./Abs.)
duryodhanavṛkodarau
Duryodhana und Vṛkodara (Akk.Du.)
saṃśayaḥ sarvabhūtānāṃ
Zweifel aller Wesen (Nom./Gen.Pl.)
vijaye samapadyata
entstand hinsichtlich des Sieges (Lok./3.Sg.Impf.Med.)

samāgamya tato bhūyo bhrātarau balināṃ varau; anyonyasyāntaraprepsū pracakrāte 'ntaraṃ prati

Darauf trafen die beiden Brüder, die Besten unter den Starken, wieder aufeinander; jeder nach einer Blöße des anderen trachtend, suchten sie einander eine Lücke abzugewinnen.

Wort für Wort
samāgamya tato bhūyo
zusammengekommen, dann wieder (Abs./Adv.)
bhrātarau balināṃ varau
die beiden Brüder, die Besten unter den Starken (Nom.Du./Gen.Pl.)
anyonyasyāntaraprepsū
des anderen Blöße zu erlangen wünschend (Gen./Nom.Du.)
pracakrāte 'ntaraṃ prati
unternahmen es, auf die Lücke hin (3.Du.Perf.Med./Akk. + prati)

bhrātarau: im weiteren Sinn (Vettern), „Brüder“ wörtlich wiedergegeben.

yamadaṇḍopamāṃ gurvīm indrāśanim ivodyatām; dadṛśuḥ prekṣakā rājan raudrīṃ viśasanīṃ gadām

Die Zuschauer sahen, o König, die schwere, furchtbare Keule, dem Stab des Yama gleich, wie einen Indra-Blitz erhoben, eine Keule, die Menschen erschlägt.

Wort für Wort
yamadaṇḍopamāṃ gurvīm
dem Stab des Yama gleich, schwer (Akk.f.)
indrāśanim ivodyatām
wie Indras Donnerkeil erhoben (Akk.f.)
dadṛśuḥ prekṣakā rājan
sahen die Zuschauer, o König (3.Pl.Perf./Nom.Pl./Vok.)
raudrīṃ viśasanīṃ gadām
furchtbar, verheerend, die Keule (Akk.f.)

āvidhyato gadāṃ tasya bhīmasenasya saṃyuge; śabdaḥ sutumulo ghoro muhūrtaṃ samapadyata

Als Bhīmasena in der Schlacht seine Keule schwang, erhob sich einen Augenblick lang ein sehr wilder, schrecklicher Lärm.

Wort für Wort
āvidhyato gadāṃ tasya
als er die Keule schwang, dessen (Gen.Abs./Akk./Gen.)
bhīmasenasya saṃyuge
des Bhīmasena in der Schlacht (Gen./Lok.)
śabdaḥ sutumulo ghoro
ein sehr wilder, schrecklicher Lärm (Nom.)
muhūrtaṃ samapadyata
entstand einen Augenblick lang (Akk./3.Sg.Impf.Med.)

āvidhyantam abhiprekṣya dhārtarāṣṭro 'tha pāṇḍavam; gadām alaghuvegāṃ tāṃ vismitaḥ saṃbabhūva ha

Als der Sohn des Dhṛtarāṣṭra den Pāṇḍava jene Keule von nicht geringer Wucht schwingen sah, war er erstaunt.

Wort für Wort
āvidhyantam abhiprekṣya
den Schwingenden erblickt habend (Akk./Abs.)
dhārtarāṣṭro 'tha pāṇḍavam
der Dhārtarāṣṭra da den Pāṇḍava (Nom./Akk.)
gadām alaghuvegāṃ tāṃ
jene Keule von nicht leichter Wucht (Akk.f.)
vismitaḥ saṃbabhūva ha
wurde erstaunt, fürwahr (Nom./3.Sg.Perf.)

caraṃś ca vividhān mārgān maṇḍalāni ca bhārata; aśobhata tadā vīro bhūya eva vṛkodaraḥ

Und indem er verschiedene Bahnen und Kreise durchlief, o Bhārata, erstrahlte der Held Vṛkodara damals noch mehr.

Wort für Wort
caraṃś ca vividhān mārgān
und durchlaufend verschiedene Bahnen (Part.Präs./Akk.Pl.)
maṇḍalāni ca bhārata
und Kreise, o Bhārata (Akk.Pl./Vok.)
aśobhata tadā vīro
erstrahlte damals der Held (3.Sg.Impf.Med./Nom.)
bhūya eva vṛkodaraḥ
noch mehr, Vṛkodara (Adv./Nom.)

tau parasparam āsādya yat tāv anyonyarakṣaṇe; mārjārāv iva bhakṣārthe tatakṣāte muhur muhuḥ

Aufeinander losgegangen, wo sie einander [doch] zu schützen hatten, hieben die beiden immer wieder [aufeinander ein], wie zwei Katzen um Beute.

Wort für Wort
tau parasparam āsādya
die beiden, aufeinander getroffen (Abs.)
yat tāv anyonyarakṣaṇe
wo sie in gegenseitiger Abwehr [begriffen waren] (Lok.)
mārjārāv iva bhakṣārthe
wie zwei Katzen um Nahrung (Nom.Du./Lok.)
tatakṣāte muhur muhuḥ
hieben immer wieder (3.Du.Perf.Med.)

Der Relativsatz yat tāv anyonyarakṣaṇe ist knapp; gemeint ist wohl: obwohl jeder zugleich sich selbst zu decken hatte [?].

acarad bhīmasenas tu mārgān bahuvidhāṃs tathā; maṇḍalāni vicitrāṇi sthānāni vividhāni ca

Bhīmasena aber durchlief vielfältige Bahnen, wechselnde Kreise und verschiedene Standarten [Kampfstellungen].

Wort für Wort
acarad bhīmasenas tu
durchlief Bhīmasena aber (3.Sg.Impf./Nom.)
mārgān bahuvidhāṃs tathā
Bahnen vielerlei Art ebenso (Akk.Pl.)
maṇḍalāni vicitrāṇi
bunte Kreise (Akk.Pl.)
sthānāni vividhāni ca
und verschiedene Stellungen (Akk.Pl.)

gomūtrikāṇi citrāṇi gatapratyāgatāni ca; parimokṣaṃ prahārāṇāṃ varjanaṃ paridhāvanam

[Er beherrschte] die Gomūtrika-Bewegungen, die vielfältigen, Hin- und Rückgänge, das Entkommen aus den Schlägen, das Ausweichen, das Umlaufen,

Wort für Wort
gomūtrikāṇi citrāṇi
Gomūtrika-[Zickzack-Bewegungen], bunte (Akk.Pl.)
gatapratyāgatāni ca
und Hingehen und Zurückkommen (Akk.Pl.)
parimokṣaṃ prahārāṇāṃ
das Entrinnen den Schlägen (Akk./Gen.Pl.)
varjanaṃ paridhāvanam
das Meiden, das Umlaufen (Akk.)

gomūtrika: Zickzackbewegung („wie der Strahl eines Rinderurins“).

abhidravaṇam ākṣepam avasthānaṃ savigraham; parāvartanasaṃvartam avaplutam athāplutam; upanyastam apanyastaṃ gadāyuddhaviśāradau

den Angriff, das Schleudern, das Standhalten, das Handgemenge, das Zurückwenden, das Zusammenfahren, den Sprung nach vorn und den Sprung nach oben, das Hinlegen [der Keule] und das Wegnehmen, beide kundig des Keulenkampfes.

Wort für Wort
abhidravaṇam ākṣepam
der Angriff, das Schleudern (Akk.)
avasthānaṃ savigraham
das Standhalten, mit Handgemenge (Akk./Adv.)
parāvartanasaṃvartam
das Zurückwenden und Zusammenfahren (Akk.)
avaplutam athāplutam
den Sprung hinab, dann den Sprung hinauf (Akk.)
upanyastam apanyastaṃ
das Hinlegen, das Wegnehmen [?] (Akk.)
gadāyuddhaviśāradau
im Keulenkampf bewandert (Nom.Du.)

Fachausdrücke des Keulenkampfes; die Wiedergaben sind wortnah und teils unsicher [?].

evaṃ tau vicarantau tu nyaghnatāṃ vai parasparam; vañcayantau punaś caiva ceratuḥ kurusattamau

So gingen die beiden Besten der Kurus umher, schlugen einander und täuschten einander wieder und wieder.

Wort für Wort
evaṃ tau vicarantau tu
so die beiden umherziehend (Nom.Du.Part.)
nyaghnatāṃ vai parasparam
schlugen einander fürwahr (3.Du.Impf.)
vañcayantau punaś caiva
einander täuschend und wieder (Nom.Du.Part.)
ceratuḥ kurusattamau
bewegten sich die besten Kurus (3.Du.Perf./Nom.Du.)

vikrīḍantau subalinau maṇḍalāni praceratuḥ; gadāhastau tatas tau tu maṇḍalāvasthitau balī

Spielerisch, sehr kraftvoll, zogen sie Kreise; dann standen die beiden Starken, die Keulen in den Händen, auf ihren Kreisbahnen.

Wort für Wort
vikrīḍantau subalinau
spielend, die sehr Starken (Nom.Du.)
maṇḍalāni praceratuḥ
zogen Kreise (Akk.Pl./3.Du.Perf.)
gadāhastau tatas tau tu
die Keule in der Hand, dann die beiden (Nom.Du.)
maṇḍalāvasthitau balī
auf der Kreisbahn stehend, die Starken (Nom.Du.)

dakṣiṇaṃ maṇḍalaṃ rājan dhārtarāṣṭro 'bhyavartata; savyaṃ tu maṇḍalaṃ tatra bhīmaseno 'bhyavartata

Nach rechts, o König, wandte sich der Dhārtarāṣṭra im Kreis, nach links aber wandte sich dort Bhīmasena im Kreis.

Wort für Wort
dakṣiṇaṃ maṇḍalaṃ rājan
den rechten Kreis, o König (Akk./Vok.)
dhārtarāṣṭro 'bhyavartata
der Dhārtarāṣṭra wandte sich (Nom./3.Sg.Impf.Med.)
savyaṃ tu maṇḍalaṃ tatra
den linken Kreis aber dort (Akk.)
bhīmaseno 'bhyavartata
Bhīmasena wandte sich (Nom./3.Sg.Impf.)

tathā tu caratas tasya bhīmasya raṇamūrdhani; duryodhano mahārāja pārśvadeśe 'bhyatāḍayat

Als Bhīma so an der Spitze des Kampfes umherging, schlug Duryodhana, o Großkönig, ihn an der Seite.

Wort für Wort
tathā tu caratas tasya
als er so umherging, dessen (Gen.Abs.)
bhīmasya raṇamūrdhani
des Bhīma an der Spitze des Kampfes (Gen./Lok.)
duryodhano mahārāja
Duryodhana, o Großkönig (Nom./Vok.)
pārśvadeśe 'bhyatāḍayat
an der Flanke schlug er (Lok./3.Sg.Impf.)

āhatas tu tadā bhīmas tava putreṇa bhārata; āvidhyata gadāṃ gurvīṃ prahāraṃ tam acintayan

Von deinem Sohn getroffen, o Bhārata, schwang Bhīma seine schwere Keule, den Schlag nicht beachtend.

Wort für Wort
āhatas tu tadā bhīmas
getroffen aber damals Bhīma (Nom.Part.Pass.)
tava putreṇa bhārata
von deinem Sohn, o Bhārata (Instr./Vok.)
āvidhyata gadāṃ gurvīṃ
schwang die schwere Keule (3.Sg.Impf.Med./Akk.)
prahāraṃ tam acintayan
jenen Schlag nicht beachtend (Akk./Part.Präs.)

indrāśanisamāṃ ghorāṃ yamadaṇḍam ivodyatām; dadṛśus te mahārāja bhīmasenasya tāṃ gadām

Sie sahen, o Großkönig, diese furchtbare Keule Bhīmasenas, gleich dem Indra-Blitz, wie einen erhobenen Stab des Yama.

Wort für Wort
indrāśanisamāṃ ghorāṃ
dem Blitz Indras gleich, furchtbar (Akk.f.)
yamadaṇḍam ivodyatām
wie einen erhobenen Stab des Yama (Akk.f.)
dadṛśus te mahārāja
sie sahen, o Großkönig (3.Pl.Perf./Vok.)
bhīmasenasya tāṃ gadām
des Bhīmasena jene Keule (Gen./Akk.)

āvidhyantaṃ gadāṃ dṛṣṭvā bhīmasenaṃ tavātmajaḥ; samudyamya gadāṃ ghorāṃ pratyavidhyad ariṃdamaḥ

Als dein Sohn, der Feindebezwinger, Bhīmasena die Keule schwingen sah, hob er seine furchtbare Keule und schwang sie ihm entgegen.

Wort für Wort
āvidhyantaṃ gadāṃ dṛṣṭvā
den die Keule Schwingenden gesehen habend (Akk./Akk./Abs.)
bhīmasenaṃ tavātmajaḥ
Bhīmasena, dein Sohn (Akk./Nom.)
samudyamya gadāṃ ghorāṃ
die furchtbare Keule erhoben habend (Abs./Akk.)
pratyavidhyad ariṃdamaḥ
schwang entgegen, der Feindebezwinger (3.Sg.Impf./Nom.)

yamadaṇḍanibhāṃ rājan ghorāṃ prati ariṃdamaḥ

[Sie] dem Stab des Yama ähnlich, o König, furchtbar, entgegen, der Feindebezwinger.

Wort für Wort
yamadaṇḍanibhāṃ rājan
dem Stab des Yama gleich, o König (Akk.f./Vok.)
ghorāṃ prati
die Furchtbare, entgegen (Akk.f./Präp.)
ariṃdamaḥ
der Feindebezwinger (Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile, sichtlich verstümmelt (prati ohne Bezugswort); Sinn nur angedeutet [?].

gadāmārutavegena tava putrasya bhārata; śabda āsīt sutumulas tejaś ca samajāyata

Durch die Wucht des Keulenwindes deines Sohnes, o Bhārata, entstand ein sehr wilder Lärm, und Glut brach hervor.

Wort für Wort
gadāmārutavegena
durch die Wucht des Keulenwindes (Instr.)
tava putrasya bhārata
deines Sohnes, o Bhārata (Gen./Vok.)
śabda āsīt sutumulaḥ
ein sehr wilder Lärm war (Nom./3.Sg.Impf.)
tejaś ca samajāyata
und Glut entstand (Nom./3.Sg.Impf.Med.)

śabda āsīn mahāṃs tatra tumulo lomaharṣaṇaḥ

Ein gewaltiger, wilder, haarsträubender Lärm erhob sich dort.

Wort für Wort
śabda āsīn mahāṃs tatra
ein Lärm war, gewaltig, dort (Nom./Adv.)
tumulo lomaharṣaṇaḥ
wild, haarsträubend (Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

sa caran vividhān mārgān maṇḍalāni ca bhāgaśaḥ; samaśobhata tejasvī bhūyo bhīmāt suyodhanaḥ

Und er zog verschiedene Bahnen und Kreise Stück für Stück; der glänzende Suyodhana erstrahlte noch mehr als Bhīma.

Wort für Wort
sa caran vividhān mārgān
er, durchlaufend verschiedene Bahnen (Part.Präs./Akk.Pl.)
maṇḍalāni ca bhāgaśaḥ
und Kreise abschnittsweise (Akk.Pl./Adv.)
samaśobhata tejasvī
erstrahlte, der Glanzvolle (3.Sg.Impf.Med./Nom.)
bhūyo bhīmāt suyodhanaḥ
mehr als Bhīma, Suyodhana (Adv./Abl.)

āviddhā sarvavegena bhīmena mahatī gadā; sadhūmaṃ sārciṣaṃ cāgniṃ mumocogrā mahāsvanā

Von Bhīma mit ganzer Wucht geschwungen, ließ die große Keule, furchtbar und mächtig dröhnend, Feuer mit Rauch und Flammen hervorbrechen.

Wort für Wort
āviddhā sarvavegena
geschwungen mit voller Wucht (Nom.f.Part.Pass./Instr.)
bhīmena mahatī gadā
von Bhīma, die große Keule (Instr./Nom.)
sadhūmaṃ sārciṣaṃ cāgniṃ
das Feuer mit Rauch und mit Flammen (Akk.)
mumocogrā mahāsvanā
ließ sie los, furchtbar, laut dröhnend (3.Sg.Perf./Nom.f.)

udvamac cārciṣo vahniṃ sasphuliṅgaṃ samantataḥ

Sie stieß Feuer mit Flammen aus, ringsum mit Funken.

Wort für Wort
udvamac cārciṣo vahniṃ
ausspeiend, Feuer mit Flammen (Part.Präs./Akk.)
sasphuliṅgaṃ samantataḥ
mit Funken, ringsum (Akk./Adv.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

ādhūtāṃ bhīmasenena gadāṃ dṛṣṭvā suyodhanaḥ; adrisāramayīṃ gurvīm āvidhyan bahv aśobhata

Als Suyodhana die von Bhīmasena geschwungene Keule sah, schwang er seine schwere, aus Felskern gemachte Keule und erstrahlte gewaltig.

Wort für Wort
ādhūtāṃ bhīmasenena
die geschwungene von Bhīmasena (Akk.f.Part./Instr.)
gadāṃ dṛṣṭvā suyodhanaḥ
die Keule gesehen habend, Suyodhana (Akk./Abs./Nom.)
adrisāramayīṃ gurvīm
aus Felskern gemacht, schwer (Akk.f.)
āvidhyan bahv aśobhata
schwingend erstrahlte er sehr (Part.Präs./Adv./3.Sg.Impf.)

adrisāra: „Kern des Berges“, d. h. Eisen oder festes Metall.

gadāmārutavegaṃ hi dṛṣṭvā tasya mahātmanaḥ; bhayaṃ viveśa pāṇḍūn vai sarvān eva sasomakān

Denn als sie die Wucht des Keulenwindes jenes Hochgesinnten sahen, drang Furcht in alle Pāṇḍavas samt den Somakas.

Wort für Wort
gadāmārutavegaṃ hi dṛṣṭvā
die Wucht des Keulenwindes gesehen habend (Akk./Abs.)
tasya mahātmanaḥ
jenes Hochgesinnten (Gen.)
bhayaṃ viveśa pāṇḍūn vai
Furcht drang in die Pāṇḍavas (Nom./3.Sg.Perf./Akk.Pl.)
sarvān eva sasomakān
alle samt den Somakas (Akk.Pl.)

tau darśayantau samare yuddhakrīḍāṃ samantataḥ; gadābhyāṃ sahasānyonyam ājaghnatur ariṃdamau

Diese beiden, die einander die Kampfspiele ringsum in der Schlacht zeigten, schlugen, die Feindebezwinger, mit den Keulen plötzlich aufeinander ein.

Wort für Wort
tau darśayantau samare
die beiden, zeigend in der Schlacht (Nom.Du./Part./Lok.)
yuddhakrīḍāṃ samantataḥ
das Kampfspiel ringsum (Akk./Adv.)
gadābhyāṃ sahasānyonyam
mit den beiden Keulen plötzlich einander (Instr.Du./Adv.)
ājaghnatur ariṃdamau
schlugen sie, die Feindebezwinger (3.Du.Perf./Nom.Du.)

tau parasparam āsādya daṃṣṭrābhyāṃ dviradau yathā; aśobhetāṃ mahārāja śoṇitena pariplutau

Aufeinander losgegangen, wie zwei Elefanten mit ihren Stoßzähnen, boten sie, o Großkönig, in Blut getaucht einen prächtigen Anblick.

Wort für Wort
tau parasparam āsādya
die beiden, aufeinander getroffen (Abs.)
daṃṣṭrābhyāṃ dviradau yathā
wie zwei Elefanten mit den Stoßzähnen (Instr.Du./Nom.Du.)
aśobhetāṃ mahārāja
sie glänzten, o Großkönig (3.Du.Impf.Med./Vok.)
śoṇitena pariplutau
in Blut getaucht (Instr./Nom.Du.)

evaṃ tad abhavad yuddhaṃ ghorarūpam asaṃvṛtam; parivṛtte 'hani krūraṃ vṛtravāsavayor iva

So entstand jener Kampf, furchtbar von Gestalt und ungehemmt, grausam, als sich der Tag neigte, gleich dem zwischen Vṛtra und Vāsava.

Wort für Wort
evaṃ tad abhavad yuddham
so entstand jener Kampf (Adv./3.Sg.Impf./Nom.Sg.n.)
ghorarūpam asaṃvṛtam
furchtbar von Gestalt, ungehemmt (Akk./Nom.Sg.n., Kompositum/Adj.)
parivṛtte 'hani
als der Tag sich wendete/neigte (Lok. abs.)
krūraṃ
grausam (Nom.Sg.n.)
vṛtravāsavayor iva
gleichsam wie [der Kampf] zwischen Vṛtra und Vāsava (Gen./Lok.Du., Kompositum)

dṛṣṭvā vyavasthitaṃ bhīmaṃ tava putro mahābalaḥ; caraṃś citratarān mārgān kaunteyam abhidudruve

Als dein gewaltiger Sohn Bhīma standhaft dastehen sah, stürmte er, auf gar kunstvollen Bahnen umherschreitend, auf den Kaunteya los.

Wort für Wort
dṛṣṭvā vyavasthitaṃ bhīmaṃ
nachdem er den standhaft dastehenden Bhīma gesehen hatte (Abs./Akk.Sg.)
tava putro mahābalaḥ
dein Sohn, der sehr Starke (Nom.Sg.)
caraṃś citratarān mārgān
umherschreitend auf recht kunstvollen Bahnen (Part.Präs./Akk.Pl.Komp.)
kaunteyam abhidudruve
stürmte auf den Kaunteya los (Akk./3.Sg.Perf.)

tasya bhīmo mahāvegāṃ jāmbūnadapariṣkṛtām; abhikruddhasya kruddhas tu tāḍayām āsa tāṃ gadām

Bhīma aber schlug, selbst erzürnt, dessen überaus schnelle, mit Jāmbūnada-Gold verzierte Keule, [die] des Erzürnten.

Wort für Wort
tasya bhīmo
dessen [Duryodhanas] – Bhīma (Gen./Nom.Sg.)
mahāvegāṃ jāmbūnadapariṣkṛtām
[Keule] von sehr großer Schnelligkeit, mit Jāmbūnada-Gold verziert (Akk.Sg.f.)
abhikruddhasya kruddhas tu
des Erzürnten, [er selbst] aber erzürnt (Gen.Sg./Nom.Sg.)
tāḍayām āsa tāṃ gadām
schlug jene Keule (3.Sg.Perf.Periphr./Akk.Sg.f.)

savisphuliṅgo nirhrādas tayos tatrābhighātajaḥ; prādurāsīn mahārāja sṛṣṭayor vajrayor iva

Mit Funken und Getöse erhob sich dort, o Großkönig, der aus dem Aufprall der beiden entstandene Lärm, wie von zwei gegeneinander geschleuderten Donnerkeilen.

Wort für Wort
savisphuliṅgo nirhrādas
mit Funken, mit Getöse (Nom.Sg.m.)
tayos tatrābhighātajaḥ
der von den beiden dort durch den Aufprall Entstandene (Gen.Du./Adv./Nom.Sg.)
prādurāsīn mahārāja
trat hervor, o Großkönig (3.Sg.Impf./Vok.)
sṛṣṭayor vajrayor iva
wie von zwei geschleuderten Donnerkeilen (Gen./Lok.Du.)

vegavatyā tayā tatra bhīmasenapramuktayā; nipatantyā mahārāja pṛthivī samakampata

Als jene schnelle, von Bhīmasena geschleuderte [Keule] dort niederfuhr, o Großkönig, erbebte die Erde.

Wort für Wort
vegavatyā tayā tatra
durch/bei jener schnellen dort (Instr./Lok.Sg.f.)
bhīmasenapramuktayā
von Bhīmasena losgeschleudert (Instr.Sg.f.)
nipatantyā mahārāja
als sie niederfiel, o Großkönig (Part.Präs.Lok. abs./Vok.)
pṛthivī samakampata
die Erde erbebte (Nom.Sg./3.Sg.Impf.)

tāṃ nāmṛṣyata kauravyo gadāṃ pratihatāṃ raṇe; matto dvipa iva kruddhaḥ pratikuñjaradarśanāt

Der Kauravya ertrug diese im Kampf zurückgeschlagene Keule nicht, wie ein brünstiger Elefant zornig beim Anblick eines Gegenelefanten.

Wort für Wort
tāṃ nāmṛṣyata kauravyo
ertrug sie nicht, der Kauravya (3.Sg.Impf.Med./Nom.Sg.)
gadāṃ pratihatāṃ raṇe
die Keule, zurückgeschlagen, im Kampf (Akk.Sg.f./Part./Lok.)
matto dvipa iva kruddhaḥ
wie ein brünstiger, zorniger Elefant (Nom.Sg.m.)
pratikuñjaradarśanāt
wegen des Anblicks eines Gegenelefanten (Abl.Sg.)

sa savyaṃ maṇḍalaṃ rājann udbhrāmya kṛtaniścayaḥ; ājaghne mūrdhni kaunteyaṃ gadayā bhīmavegayā

Er, o König, wirbelte nach links im Kreis herum, entschlossen, und traf den Kaunteya mit der Keule, von furchtbarer Wucht, auf den Kopf.

Wort für Wort
sa savyaṃ maṇḍalaṃ rājann
er, links den Kreis, o König (Nom./Akk.Sg.n./Vok.)
udbhrāmya kṛtaniścayaḥ
nachdem er sich herumgeschwungen hatte, entschlossen (Abs./Nom.Sg.)
ājaghne mūrdhni kaunteyam
traf am Kopf den Kaunteya (3.Sg.Perf.Med./Lok./Akk.)
gadayā bhīmavegayā
mit der Keule von furchtbarer Wucht (Instr.Sg.f.)

tayā tv abhihato bhīmaḥ putreṇa tava pāṇḍavaḥ; nākampata mahārāja tad adbhutam ivābhavat

Von deinem Sohn damit getroffen, zitterte Bhīma, der Pāṇḍava, nicht, o Großkönig; das war wie ein Wunder.

Wort für Wort
tayā tv abhihato bhīmaḥ
von ihr aber getroffen, Bhīma (Instr./Part.Nom.Sg.)
putreṇa tava pāṇḍavaḥ
von deinem Sohn, der Pāṇḍava (Instr./Gen./Nom.Sg.)
nākampata mahārāja
zitterte nicht, o Großkönig (3.Sg.Impf.Med./Vok.)
tad adbhutam ivābhavat
das war gleichsam ein Wunder (Nom.Sg.n./3.Sg.Impf.)

āścaryaṃ cāpi tad rājan sarvasainyāny apūjayan; yad gadābhihato bhīmo nākampata padāt padam

Und als Wunder, o König, priesen alle Heere es, dass Bhīma, von der Keule getroffen, keinen Schritt wankte.

Wort für Wort
āścaryaṃ cāpi tad rājan
und auch das [war] ein Wunder, o König (Nom.Sg.n./Vok.)
sarvasainyāny apūjayan
alle Heere priesen [es] (Nom.Pl.n./3.Pl.Impf.)
yad gadābhihato bhīmo
dass Bhīma, von der Keule getroffen (Konj./Part.Nom.Sg.)
nākampata padāt padam
nicht wankte, [auch nur] von Schritt zu Schritt/keinen Schritt (3.Sg.Impf.Med./Abl.Sg./Akk.Sg.)

tato gurutarāṃ dīptāṃ gadāṃ hemapariṣkṛtām; duryodhanāya vyasṛjad bhīmo bhīmaparākramaḥ

Darauf schleuderte Bhīma, von furchtbarer Tapferkeit, eine schwerere, glänzende, goldverzierte Keule auf Duryodhana.

Wort für Wort
tato gurutarāṃ dīptāṃ
da eine schwerere, leuchtende (Adv./Akk.Sg.f.Komp.)
gadāṃ hemapariṣkṛtām
Keule, mit Gold verziert (Akk.Sg.f.)
duryodhanāya vyasṛjad
auf Duryodhana schleuderte (Dat./3.Sg.Impf.)
bhīmo bhīmaparākramaḥ
Bhīma, von furchtbarer Tapferkeit (Nom.Sg.)

taṃ prahāram asaṃbhrānto lāghavena mahābalaḥ; moghaṃ duryodhanaś cakre tatrābhūd vismayo mahān

Diesen Schlag machte Duryodhana, der Mächtige, unverwirrt durch Gewandtheit wirkungslos; da entstand großes Staunen.

Wort für Wort
taṃ prahāram asaṃbhrānto
diesen Schlag, unverwirrt (Akk.Sg.m./Nom.Sg.)
lāghavena mahābalaḥ
durch Behändigkeit, der sehr Starke (Instr./Nom.Sg.)
moghaṃ duryodhanaś cakre
machte Duryodhana wirkungslos (Akk./Nom./3.Sg.Perf.)
tatrābhūd vismayo mahān
dort entstand großes Staunen (Adv./3.Sg.Aor./Nom.Sg.)

sā tu moghā gadā rājan patantī bhīmacoditā; cālayām āsa pṛthivīṃ mahānirghātanisvanā

Doch jene wirkungslose Keule, o König, erschütterte, von Bhīma geschleudert niederfallend, die Erde mit einem Getöse gleich einem gewaltigen Donnerschlag.

Wort für Wort
sā tu moghā gadā rājan
jene aber wirkungslose Keule, o König (Nom.Sg.f./Vok.)
patantī bhīmacoditā
fallend, von Bhīma angetrieben (Part.Präs./Nom.Sg.f.)
cālayām āsa pṛthivīṃ
ließ erzittern die Erde (3.Sg.Perf.Kaus./Akk.)
mahānirghātanisvanā
mit Getöse eines gewaltigen Donnerschlags (Nom.Sg.f., Kompositum)

āsthāya kauśikān mārgān utpatan sa punaḥ punaḥ

Sich auf kauśikische Bahnen stützend, sprang er wieder und wieder auf.

Wort für Wort
āsthāya kauśikān mārgān
nachdem er sich auf kauśikische Bahnen gestützt hatte (Abs./Akk.Pl.)
utpatan sa
aufspringend, er (Part.Präs./Nom.Sg.)
punaḥ punaḥ
wieder und wieder (Adv.)

gadānipātaṃ kriyayā moghaṃ cakre sutas tava; sa gadāvarjitaṃ dṛṣṭvā bhīmasenam upādravat; so 'gacchac calito rājan kaunteyas trirathāntaram

Den Keulenschlag machte dein Sohn durch [seine] Geschicklichkeit wirkungslos; als er Bhīmasena, dessen Keule ins Leere gegangen war [?], sah, stürmte er auf ihn los; jener Kaunteya aber, o König, wankte und wich um drei Wagenlängen zurück [?].

Wort für Wort
gadānipātaṃ kriyayā
den Keulenschlag durch Geschicklichkeit/Handlung (Akk.Sg.m./Instr.Sg.f.)
moghaṃ cakre sutas tava
machte wirkungslos, dein Sohn (Adv./3.Sg.Perf./Nom.Sg.)
sa gadāvarjitaṃ dṛṣṭvā
er, nachdem er [ihn] keulenlos/mit ins Leere gegangener Keule gesehen hatte (Nom./Akk.Sg./Abs.)
bhīmasenam upādravat
stürmte auf Bhīmasena los (Akk./3.Sg.Impf.)
so 'gacchac calito rājan
er ging, wankend, o König (3.Sg.Impf./Part.Nom.Sg./Vok.)
kaunteyas trirathāntaram
der Kaunteya, drei Wagen weit (Nom.Sg./Akk.Sg.n., Kompositum)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; gadāvarjitam und trirathāntaram sind unsicher gedeutet.

gadānipātaṃ prajñāya bhīmasenam avañcayat

Den Keulenschlag durchschauend, täuschte er Bhīmasena.

Wort für Wort
gadānipātaṃ prajñāya
den Keulenfall erkannt habend (Akk./Abs.)
bhīmasenam avañcayat
täuschte Bhīmasena (Akk./3.Sg.Impf.Kaus.)

vañcayitvā tathā bhīmaṃ gadayā kurusattamaḥ; tāḍayām āsa saṃkruddho vakṣodeśe mahābalaḥ

Nachdem er so Bhīma mit der Keule getäuscht hatte, schlug ihn der beste der Kurus, sehr zornig, der Mächtige, auf die Brustgegend.

Wort für Wort
vañcayitvā tathā bhīmaṃ
nachdem er so Bhīma getäuscht hatte (Abs./Adv./Akk.)
gadayā kurusattamaḥ
mit der Keule, der Beste der Kurus (Instr./Nom.Sg.)
tāḍayām āsa saṃkruddho
schlug, sehr zornig (3.Sg.Perf.Periphr./Nom.Sg.)
vakṣodeśe mahābalaḥ
an die Brustgegend, der Starke (Lok.Sg./Nom.Sg.)

gadayābhihato bhīmo muhyamāno mahāraṇe; nābhyamanyata kartavyaṃ putreṇābhyāhatas tava

Von der Keule getroffen, benommen im großen Kampf, wusste Bhīma nicht, was zu tun war, von deinem Sohn geschlagen.

Wort für Wort
gadayābhihato bhīmo
von der Keule getroffen, Bhīma (Instr./Part.Nom.Sg.)
muhyamāno mahāraṇe
benommen im großen Kampf (Part.Präs.Pass./Lok.)
nābhyamanyata kartavyam
erkannte nicht, was zu tun [war] (3.Sg.Impf.Med./Gerundiv Akk.)
putreṇābhyāhatas tava
von deinem Sohn getroffen (Instr./Part.Nom.Sg./Gen.)

tasmiṃs tathā vartamāne rājan somakapāṇḍavāḥ; bhṛśopahatasaṃkalpā nahṛṣṭamanaso 'bhavan

Als es so stand, o König, wurden die Somakas und Pāṇḍavas, ihr Vorsatz schwer erschüttert, nicht frohen Herzens.

Wort für Wort
tasmiṃs tathā vartamāne
als es so stand (Lok. abs.)
rājan somakapāṇḍavāḥ
o König, die Somakas und Pāṇḍavas (Vok./Nom.Pl.)
bhṛśopahatasaṃkalpā
deren Vorsatz stark getroffen war (Nom.Pl., Kompositum)
nahṛṣṭamanaso 'bhavan
wurden nicht frohen Sinnes (Nom.Pl./3.Pl.Impf.)

sa tu tena prahāreṇa mātaṅga iva roṣitaḥ; hastivad dhastisaṃkāśam abhidudrāva te sutam

Der aber stürmte, durch jenen Schlag wie ein gereizter Elefant, elefantengleich auf deinen elefantengleichen Sohn los.

Wort für Wort
sa tu tena prahāreṇa
er aber, durch jenen Schlag (Nom./Instr.Sg.)
mātaṅga iva roṣitaḥ
wie ein gereizter Elefant (Nom.Sg.m./Part.)
hastivad hastisaṃkāśam
elefantengleich [auf den] elefantengleichen (Adv./Akk.Sg.m.)
abhidudrāva te sutam
stürmte auf deinen Sohn los (3.Sg.Perf./Gen./Akk.)

tatas tu rabhaso bhīmo gadayā tanayaṃ tava; abhidudrāva vegena siṃho vanagajaṃ yathā

Da stürmte der ungestüme Bhīma mit der Keule wuchtig auf deinen Sohn los, wie ein Löwe auf einen Waldelefanten.

Wort für Wort
tatas tu rabhaso bhīmo
da aber der ungestüme Bhīma (Adv./Nom.Sg.)
gadayā tanayaṃ tava
mit der Keule auf deinen Sohn (Instr./Akk./Gen.)
abhidudrāva vegena
stürmte los mit Wucht (3.Sg.Perf./Instr.)
siṃho vanagajaṃ yathā
wie ein Löwe einen Waldelefanten (Nom./Akk./Adv.)

upasṛtya tu rājānaṃ gadāmokṣaviśāradaḥ; āvidhyata gadāṃ rājan samuddiśya sutaṃ tava

Zum König herangetreten, in der Kunst des Keulenschleuderns bewandert, schwang er, o König, die Keule, auf deinen Sohn zielend.

Wort für Wort
upasṛtya tu rājānaṃ
nachdem er an den König herangetreten war (Abs./Akk.Sg.)
gadāmokṣaviśāradaḥ
im Keulenschleudern bewandert (Nom.Sg., Kompositum)
āvidhyata gadāṃ rājan
schwang die Keule, o König (3.Sg.Impf.Med./Akk./Vok.)
samuddiśya sutaṃ tava
auf deinen Sohn zielend (Abs./Akk./Gen.)

atāḍayad bhīmasenaḥ pārśve duryodhanaṃ tadā; sa vihvalaḥ prahāreṇa jānubhyām agaman mahīm

Bhīmasena schlug da Duryodhana in die Flanke; der, von dem Schlag benommen, sank auf die Knie zur Erde.

Wort für Wort
atāḍayad bhīmasenaḥ
schlug Bhīmasena (3.Sg.Impf./Nom.)
pārśve duryodhanaṃ tadā
in die Seite Duryodhana damals (Lok./Akk./Adv.)
sa vihvalaḥ prahāreṇa
er, verstört durch den Schlag (Nom.Sg./Instr.)
jānubhyām agaman mahīm
sank auf die Knie zur Erde (Abl./Instr.Du./3.Sg.Aor./Akk.)

tasmiṃs tu bharataśreṣṭhe jānubhyām avanīṃ gate; udatiṣṭhat tato nādaḥ sṛñjayānāṃ jagatpate

Als jener Beste der Bharatas auf die Knie zur Erde gesunken war, erhob sich da ein Schrei der Sṛñjayas, o Herr der Welt.

Wort für Wort
tasmiṃs tu bharataśreṣṭhe
als aber jener Beste der Bharatas (Lok. abs.)
jānubhyām avanīṃ gate
auf den Knien zur Erde gelangt (Instr.Du./Akk./Part.)
udatiṣṭhat tato nādaḥ
erhob sich da ein Schrei (3.Sg.Impf./Adv./Nom.)
sṛñjayānāṃ jagatpate
der Sṛñjayas, o Herr der Welt (Gen.Pl./Vok.)

teṣāṃ tu ninadaṃ śrutvā sṛñjayānāṃ nararṣabhaḥ; amarṣād bharataśreṣṭha putras te samakupyata

Als dein Sohn, der Stier unter den Männern, den Schrei der Sṛñjayas hörte, wurde er, o Bester der Bharatas, vor Ingrimm zornig.

Wort für Wort
teṣāṃ tu ninadaṃ śrutvā
aber ihren Schrei gehört habend (Gen.Pl./Akk./Abs.)
sṛñjayānāṃ nararṣabhaḥ
der Sṛñjayas – der Stier unter den Männern (Gen.Pl./Nom.Sg.)
amarṣād bharataśreṣṭha
aus Ingrimm, o Bester der Bharatas (Abl./Vok.)
putras te samakupyata
dein Sohn wurde zornig (Nom./Gen./3.Sg.Impf.)

utthāya tu mahābāhuḥ kruddho nāga iva śvasan; didhakṣann iva netrābhyāṃ bhīmasenam avaikṣata

Aufgestanden, der Langarmige, zornig, wie eine Schlange zischend, blickte er, als wollte er ihn mit den Augen verbrennen, auf Bhīmasena.

Wort für Wort
utthāya tu mahābāhuḥ
aufgestanden aber der Langarmige (Abs./Nom.Sg.)
kruddho nāga iva śvasan
zornig, wie eine Schlange zischend (Nom./Part.Präs.)
didhakṣann iva netrābhyāṃ
als wolle er verbrennen mit den beiden Augen (Desid.Part./Instr.Du.)
bhīmasenam avaikṣata
blickte auf Bhīmasena (Akk./3.Sg.Impf.Med.)

tataḥ sa bharataśreṣṭho gadāpāṇir abhidravat; pramathiṣyann iva śiro bhīmasenasya saṃyuge

Dann stürmte der Beste der Bharatas, die Keule in der Hand, los, als wollte er Bhīmasenas Kopf im Kampf zerschmettern.

Wort für Wort
tataḥ sa bharataśreṣṭho
da er, der Beste der Bharatas (Adv./Nom.Sg.)
gadāpāṇir abhidravat
die Keule in der Hand, stürmte los (Nom.Sg./3.Sg.Impf.)
pramathiṣyann iva śiro
als wolle er zerschmettern den Kopf (Fut.Part./Akk.Sg.n.)
bhīmasenasya saṃyuge
Bhīmasenas, im Kampf (Gen./Lok.)

sa mahātmā mahātmānaṃ bhīmaṃ bhīmaparākramaḥ; atāḍayac chaṅkhadeśe sa cacālācalopamaḥ

Der Hochgesinnte schlug den hochgesinnten Bhīma, den von furchtbarer Tapferkeit, an die Schläfe; der wankte, einem Berg gleich.

Wort für Wort
sa mahātmā mahātmānaṃ
er, der Hochgesinnte, den Hochgesinnten (Nom./Akk.)
bhīmaṃ bhīmaparākramaḥ
Bhīma, [er] von furchtbarer Tapferkeit (Akk./Nom.)
atāḍayac chaṅkhadeśe
schlug an der Schläfengegend (3.Sg.Impf./Lok.)
sa cacālācalopamaḥ
er wankte, einem Berg gleich (3.Sg.Perf./Nom.Sg.)

sa bhūyaḥ śuśubhe pārthas tāḍito gadayā raṇe; udbhinnarudhiro rājan prabhinna iva kuñjaraḥ

Da strahlte Pārtha noch mehr, im Kampf von der Keule getroffen, mit hervorbrechendem Blut, o König, wie ein brünstiger Elefant.

Wort für Wort
sa bhūyaḥ śuśubhe pārthas
er strahlte noch mehr, Pārtha (Adv./3.Sg.Perf./Nom.)
tāḍito gadayā raṇe
geschlagen von der Keule im Kampf (Part./Instr./Lok.)
udbhinnarudhiro rājan
mit hervorquellendem Blut, o König (Nom.Sg./Vok.)
prabhinna iva kuñjaraḥ
wie ein Brunstsaft verströmender Elefant (Nom.Sg.)

sa saṃkruddho mahārāja bhīmo bhīmaparākramaḥ

Der zornentbrannte, o Großkönig, Bhīma von furchtbarer Tapferkeit ...

Wort für Wort
sa saṃkruddho mahārāja
er, sehr zornig, o Großkönig (Nom./Vok.)
bhīmo bhīmaparākramaḥ
Bhīma von furchtbarer Tapferkeit (Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; syntaktisch unvollständig, Fortsetzung in der folgenden Einheit.

tato gadāṃ vīrahaṇīm ayasmayīṃ; pragṛhya vajrāśanitulyanisvanām; atāḍayac chatrum amitrakarśano; balena vikramya dhanaṃjayāgrajaḥ

Da ergriff er die heldentötende eiserne Keule, deren Getöse dem Donnerkeil und dem Blitzschlag glich, und schlug den Feind, der Feindevernichter, mit Kraft vorstürmend, der ältere Bruder des Dhanaṃjaya.

Wort für Wort
tato gadāṃ vīrahaṇīm ayasmayīm
da die heldentötende, eiserne Keule (Adv./Akk.Sg.f.)
pragṛhya vajrāśanitulyanisvanām
ergriffen habend, [sie] mit Getöse gleich Donnerkeil und Blitz (Abs./Akk.Sg.f.)
atāḍayac chatrum amitrakarśano
schlug den Feind, der Feindevernichter (3.Sg.Impf./Akk./Nom.)
balena vikramya dhanaṃjayāgrajaḥ
mit Kraft vorstürmend, der ältere Bruder des Dhanaṃjaya (Instr./Abs./Nom.)

sa bhīmasenābhihatas tavātmajaḥ; papāta saṃkampitadehabandhanaḥ; supuṣpito mārutavegatāḍito; mahāvane sāla ivāvaghūrṇitaḥ

Von Bhīmasena getroffen, fiel dein Sohn, dessen Körpergefüge erschüttert war, wie ein blühender Sāl-Baum im großen Wald, vom Windstoß getroffen und ins Schwanken gebracht.

Wort für Wort
sa bhīmasenābhihatas tavātmajaḥ
er, von Bhīmasena getroffen, dein Sohn (Nom./Part./Nom.)
papāta saṃkampitadehabandhanaḥ
fiel, mit erschüttertem Körpergefüge (3.Sg.Perf./Nom.Sg.)
supuṣpito mārutavegatāḍito
gut blühend, vom Windstoß geschlagen (Nom.Sg.)
mahāvane sāla ivāvaghūrṇitaḥ
im großen Wald wie ein Sāl-Baum, hin- und hergeschüttelt (Lok./Nom./Part.)

tataḥ praṇedur jahṛṣuś ca pāṇḍavāḥ; samīkṣya putraṃ patitaṃ kṣitau tava; tataḥ sutas te pratilabhya cetanāṃ; samutpapāta dvirado yathā hradāt

Da brüllten und jubelten die Pāṇḍavas, als sie deinen Sohn am Boden liegen sahen; dann aber gewann dein Sohn das Bewusstsein zurück und sprang auf wie ein Elefant aus dem See.

Wort für Wort
tataḥ praṇedur jahṛṣuś ca pāṇḍavāḥ
da brüllten und jubelten die Pāṇḍavas (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
samīkṣya putraṃ patitaṃ kṣitau tava
gesehen habend deinen Sohn am Boden gefallen (Abs./Akk./Part./Lok.)
tataḥ sutas te pratilabhya cetanāṃ
darauf dein Sohn, das Bewusstsein wiedererlangt habend (Nom./Abs./Akk.)
samutpapāta dvirado yathā hradāt
sprang auf wie ein Elefant aus dem See (3.Sg.Perf./Nom./Abl.)

sa pārthivo nityam amarṣitas tadā; mahārathaḥ śikṣitavat paribhraman; atāḍayat pāṇḍavam agrataḥ sthitaṃ; sa vihvalāṅgo jagatīm upāspṛśat

Der König, stets unversöhnlich, der Großwagenkämpfer, wirbelte damals kundig umher und schlug den vor ihm stehenden Pāṇḍava; dessen Glieder erschlafften, und er berührte die Erde.

Wort für Wort
sa pārthivo nityam amarṣitas tadā
er, der König, stets unversöhnlich damals (Nom./Adv./Nom.)
mahārathaḥ śikṣitavat paribhraman
der Großwagenkämpfer, geübt umherwirbelnd (Nom./Adv./Part.Präs.)
atāḍayat pāṇḍavam agrataḥ sthitaṃ
schlug den Pāṇḍava, der vor [ihm] stand (3.Sg.Impf./Akk./Adv./Part.)
sa vihvalāṅgo jagatīm upāspṛśat
er, mit erschlafften Gliedern, berührte die Erde (Nom./Akk./3.Sg.Impf.)

sa siṃhanādān vinanāda kauravo; nipātya bhūmau yudhi bhīmam ojasā; bibheda caivāśanitulyatejasā; gadānipātena śarīrarakṣaṇam

Der Kaurava stieß Löwengebrüll aus, nachdem er Bhīma im Kampf mit Kraft zu Boden geworfen hatte; und mit dem Keulenschlag, blitzgleich an Glanz, zerbrach er den Körperschutz.

Wort für Wort
sa siṃhanādān vinanāda kauravo
der Kaurava stieß Löwengebrüll aus (Nom./Akk.Pl./3.Sg.Perf.)
nipātya bhūmau yudhi bhīmam ojasā
niedergeworfen habend auf den Boden im Kampf Bhīma mit Kraft (Abs./Lok./Lok./Akk./Instr.)
bibheda caivāśanitulyatejasā
und durchbrach, mit blitzgleicher Glut (3.Sg.Perf./Instr.)
gadānipātena śarīrarakṣaṇam
durch Keulenschlag den Körperschutz (Instr./Akk.Sg.n.)

tato 'ntarikṣe ninado mahān abhūd; divaukasām apsarasāṃ ca neduṣām; papāta coccair amarapraveritaṃ; vicitrapuṣpotkaravarṣam uttamam

Da entstand am Himmel ein gewaltiges Getöse von den Himmelsbewohnern und den jubelnden Apsarasen; und es fiel ein herrlicher Regen mannigfacher Blumenmengen, von den Göttern gesandt.

Wort für Wort
tato 'ntarikṣe ninado mahān abhūd
da im Luftraum entstand ein großes Getöse (Lok./Nom./3.Sg.Aor.)
divaukasām apsarasāṃ ca neduṣām
der Himmelsbewohner und der jubelnden Apsarasen (Gen.Pl./Part.Perf.Gen.)
papāta coccair amarapraveritaṃ
und es fiel, laut, von den Göttern gesandt (3.Sg.Perf./Adv./Nom.Sg.)
vicitrapuṣpotkaravarṣam uttamam
ein herrlicher Regen aus mannigfachen Blumenhaufen (Nom.Sg.n.)

tataḥ parān āviśad uttamaṃ bhayaṃ; samīkṣya bhūmau patitaṃ narottamam; ahīyamānaṃ ca balena kauravaṃ; niśamya bhedaṃ ca dṛḍhasya varmaṇaḥ

Da drang höchste Furcht in die Feinde, als sie den Besten der Männer am Boden liegen sahen, den Kaurava aber an Kraft nicht vermindert und vom Bruch der festen Rüstung hörten.

Wort für Wort
tataḥ parān āviśad uttamaṃ bhayaṃ
da drang in die Feinde höchste Furcht (Adv./Akk.Pl./3.Sg.Impf./Nom.)
samīkṣya bhūmau patitaṃ narottamam
gesehen habend den Besten der Männer am Boden gefallen (Abs./Lok./Part./Akk.)
ahīyamānaṃ ca balena kauravaṃ
und den Kaurava, an Kraft nicht abnehmend (Part.Pass./Instr./Akk.)
niśamya bhedaṃ ca dṛḍhasya varmaṇaḥ
und vernommen habend den Bruch der festen Rüstung (Abs./Akk./Gen.)

tato muhūrtād upalabhya cetanāṃ; pramṛjya vaktraṃ rudhirārdram ātmanaḥ; dhṛtiṃ samālambya vivṛttalocano; balena saṃstabhya vṛkodaraḥ sthitaḥ

Da, nach einem Augenblick das Bewusstsein wiedergewonnen, das blutfeuchte Gesicht abgewischt, Fassung gewonnen, mit rollenden Augen, stand Vṛkodara, sich mit Kraft aufrichtend, da.

Wort für Wort
tato muhūrtād upalabhya cetanāṃ
da nach einem Augenblick das Bewusstsein wiedererlangt (Adv./Abl./Abs./Akk.)
pramṛjya vaktraṃ rudhirārdram ātmanaḥ
abgewischt sein blutnasses Gesicht (Abs./Akk./Akk./Gen.)
dhṛtiṃ samālambya vivṛttalocano
Festigkeit gefasst, mit rollenden Augen (Akk./Abs./Nom.)
balena saṃstabhya vṛkodaraḥ sthitaḥ
mit Kraft sich stützend, stand Vṛkodara (Instr./Abs./Nom./Part.)

tato yamau yamasadṛśau parākrame; sapārṣataḥ śinitanayaś ca vīryavān; samāhvayann aham aham ity abhitvaraṃs; tavātmajaṃ samabhiyayur vadhaiṣiṇaḥ; nigṛhya tān punar api pāṇḍavo balī; tavātmajaṃ svayam abhigamya kālavat; cacāra ca vyapagatakhedavepathuḥ; sureśvaro namucim ivottamaṃ raṇe

Da rückten die Zwillinge, dem Yama gleich an Tapferkeit, mit dem Pārṣata und der heldenhafte Sohn des Śini, eilig „Ich zuerst, ich zuerst!“ rufend, todeswillig auf deinen Sohn los. Der starke Pāṇḍava aber wehrte sie wieder ab, ging selbst auf deinen Sohn zu wie der Tod und bewegte sich, ohne Ermattung und Zittern, im Kampf wie der Herr der Götter auf den vortrefflichen Namuci.

Wort für Wort
tato yamau yamasadṛśau parākrame
da die Zwillinge, Yama gleich an Tapferkeit (Adv./Nom.Du./Lok.)
sapārṣataḥ śinitanayaś ca vīryavān
mit dem Pārṣata und der Sohn des Śini, der heldenhafte (Nom.)
samāhvayann aham aham ity abhitvaraṃs
sich herausfordernd rufend „ich, ich“, eilend (Part.Präs./Part.Präs.)
tavātmajaṃ samabhiyayur vadhaiṣiṇaḥ
gingen auf deinen Sohn los, Tötung wünschend (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
nigṛhya tān punar api pāṇḍavo balī
zurückgehalten habend jene wieder, der Pāṇḍava, der Starke (Abs./Akk./Nom.)
tavātmajaṃ svayam abhigamya kālavat
deinen Sohn selbst angegangen, wie der Tod (Akk./Adv./Abs./Adv.)
cacāra ca vyapagatakhedavepathuḥ
und bewegte sich, ohne Erschöpfung und Zittern (3.Sg.Perf./Nom.Sg.)
sureśvaro namucim ivottamaṃ raṇe
wie der Götterherr [gegen] Namuci im höchsten Kampf (Nom./Akk./Adv./Lok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; die Zuordnung von tavātmajaṃ (Bhīma greift Duryodhana selbst an) folgt dem Zusammenhang.

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