Kapitel 7: śalyasenayoḥ prathamayuddhārambhaḥ dhṛtarāṣṭrasaṃjayasaṃvādaś ca
Der Beginn der Schlacht unter Śalyas Heerführung und das Zwiegespräch zwischen Dhṛtarāṣṭra und Saṃjaya
Nachdem sie Śalya, den König der Madras, zum Heerführer gemacht hatten, verteilten die Großwagenkämpfer das ganze Heer und stellten sich in den Abteilungen auf.
Wort für Wort
śalyaṃ senāpatiṃ kṛtvā
nachdem sie Śalya zum Heerführer gemacht hatten (śalya - senāpati - kṛ)
madrarājam
den König der Madras (madra-rāja)
mahārathāḥ
die Großwagenkämpfer (mahāratha)
pravibhajya balaṃ sarvam
nachdem sie das ganze Heer verteilt hatten (pravibhaj - bala - sarva)
anīkeṣu vyavasthitāḥ
sie stellten sich in den Abteilungen auf (anīka - vyavasthā)
anye ca pārthivāḥ śeṣāḥ samayaṃ cakrire tadā; na na ekena yoddhavyaṃ kathaṃ cid api pāṇḍavaiḥ; yo hy ekaḥ pāṇḍavair yudhyed yo vā yudhyantam utsṛjet; sa pañcabhir bhaved yuktaḥ pātakaiḥ sopapātakaiḥ; adyācāryasuto drauṇir naiko yudhyeta śatrubhiḥ; anyonyaṃ parirakṣadbhir yoddhavyaṃ sahitaiś ca naḥ
und die übrigen Fürsten trafen da eine Abmachung: „Unter keinen Umständen soll je einer allein gegen die Pāṇḍavas kämpfen; wer allein gegen die Pāṇḍavas kämpft, oder wer einen Kämpfenden im Stich lässt, der soll mit den fünf Hauptsünden samt den Nebensünden behaftet sein. Heute soll auch der Sohn des Lehrers, Drauṇi, nicht allein gegen die Feinde kämpfen; einander schützend sollen wir gemeinsam kämpfen.“
Wort für Wort
anye pārthivāḥ śeṣāḥ
die übrigen Fürsten (anya - pārthiva - śeṣa)
samayaṃ cakrire
sie trafen eine Abmachung (samaya - kṛ)
na na ekena yoddhavyam
unter keinen Umständen soll allein gekämpft werden (na - eka - yudh)
kathaṃ cid api pāṇḍavaiḥ
irgendwie gegen die Pāṇḍavas (kathaṃcid - pāṇḍava)
yaḥ hi ekaḥ pāṇḍavaiḥ yudhyet
wer allein gegen die Pāṇḍavas kämpft (eka - pāṇḍava - yudh)
yaḥ vā yudhyantam utsṛjet
oder wer einen Kämpfenden im Stich lässt (yudh - utsṛj)
sa pañcabhiḥ pātakaiḥ yuktaḥ bhavet
der soll mit den fünf Sünden behaftet sein (pañcan - pātaka - yuj)
sopapātakaiḥ
samt den Nebensünden (sa-upapātaka)
adya ācāryasutaḥ drauṇiḥ
heute der Sohn des Lehrers, Drauṇi (adya - ācārya-suta - drauṇi)
na ekaḥ yudhyeta śatrubhiḥ
soll nicht allein gegen die Feinde kämpfen (eka - yudh - śatru)
anyonyaṃ parirakṣadbhiḥ
einander schützend (anyonya - parirakṣ)
yoddhavyaṃ sahitaiḥ ca naḥ
wir sollen gemeinsam kämpfen (yudh - sahita - naḥ)
Der kollektive Schwur (samayaṃ cakrire) trägt kein eigenes uvāca; sein Inhalt wird hier, dem sonst in diesem Werk für feierliche Abmachungen üblichen Verfahren folgend, als wörtliche Rede wiedergegeben.
evaṃ te samayaṃ kṛtvā sarve tatra mahārathāḥ; madrarājaṃ puraskṛtya tūrṇam abhyadravan parān
Nachdem sie so die Abmachung getroffen hatten, stürmten alle Großwagenkämpfer dort, Śalya, den König der Madras, voranstellend, eilends auf die Feinde los.
Wort für Wort
evaṃ te samayaṃ kṛtvā
nachdem sie so die Abmachung getroffen hatten (evam - samaya - kṛ)
sarve tatra mahārathāḥ
alle Großwagenkämpfer dort (sarva - mahāratha)
madrarājaṃ puraskṛtya
Śalya voranstellend (madra-rāja - puraskṛ)
tūrṇam abhyadravan parān
eilends stürmten sie auf die Feinde los (tūrṇam - abhidru - para)
Ebenso rückten die Pāṇḍavas, o König, nachdem sie ihr Heer für die große Schlacht formiert hatten, von allen Seiten gegen alle Kauravas vor, kampfbereit.
Wort für Wort
tathā eva pāṇḍavāḥ rājan
ebenso die Pāṇḍavas, o König (tathā - pāṇḍava - rājan)
vyūhya sainyaṃ mahāraṇe
nachdem sie das Heer für die große Schlacht formiert hatten (vyūh - sainya - mahāraṇa)
abhyayuḥ kauravān sarvān
sie rückten gegen alle Kauravas vor (abhi-i - kaurava - sarva)
tad balaṃ bharataśreṣṭha kṣubdhārṇavasamasvanam; samuddhūtārṇavākāram uddhūtarathakuñjaram
Jenes Heer, bester der Bharatas, mit dem Getöse eines aufgewühlten Ozeans, glich in seiner Gestalt einem aufgepeitschten Meer, mit aufgewirbelten Wagen und Elefanten.
Wort für Wort
tad balaṃ bharataśreṣṭha
jenes Heer, bester der Bharatas (tad - bala - bharata-śreṣṭha)
kṣubdhārṇavasamasvanam
mit dem Getöse eines aufgewühlten Ozeans (kṣubdha-arṇava-sama-svana)
samuddhūtārṇavākāram
von der Gestalt eines aufgepeitschten Meeres (samuddhūta-arṇava-ākāra)
uddhūtarathakuñjaram
mit aufgewirbelten Wagen und Elefanten (uddhūta-ratha-kuñjara)
dhṛtarāṣṭra uvāca; droṇasya bhīṣmasya ca vai rādheyasya ca me śrutam; pātanaṃ śaṃsa me bhūyaḥ śalyasyātha sutasya me; kathaṃ raṇe hataḥ śalyo dharmarājena saṃjaya; kathaṃ ca nihataḥ saṃkhye gadāyuddhaviśāradaḥ; bhīmena ca mahābāhuḥ putro duryodhano mama
Dhṛtarāṣṭra sprach: „Von Droṇas und Bhīṣmas und auch des Rādheya Fall habe ich schon gehört; erzähle mir noch einmal davon, und auch vom Fall Śalyas und meines Sohnes. Wie wurde Śalya im Kampf vom Dharmarāja erschlagen, Saṃjaya, und wie wurde mein starkarmiger, im Keulenkampf kundiger Sohn Duryodhana im Kampf von Bhīma erschlagen?“
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (uvāca)
droṇasya bhīṣmasya rādheyasya ca
von Droṇa, Bhīṣma und dem Rādheya (droṇa - bhīṣma - rādheya)
me śrutam
habe ich gehört (śru)
pātanaṃ śaṃsa me bhūyaḥ
erzähle mir den Fall noch einmal (pātana - śaṃs - bhūyas)
śalyasya atha sutasya me
von Śalya und meinem Sohn (śalya - suta)
kathaṃ raṇe hataḥ śalyaḥ
wie wurde Śalya im Kampf erschlagen (kathaṃ - raṇa - han)
dharmarājena saṃjaya
vom Dharmarāja, Saṃjaya (dharmarāja - saṃjaya)
kathaṃ ca nihataḥ saṃkhye
und wie wurde er im Kampf erschlagen (kathaṃ - ni-han - saṃkhya)
gadāyuddhaviśāradaḥ
der im Keulenkampf Kundige (gadā-yuddha-viśārada)
bhīmena mahābāhuḥ
vom starkarmigen Bhīma (bhīma - mahābāhu)
putro duryodhano mama
mein Sohn Duryodhana (putra - duryodhana - mama)
Die Frage setzt den Ausgang (Śalyas und Duryodhanas Tod) bereits als bekannt voraus - ein wiederkehrendes Merkmal der Rahmenerzählung, in der Dhṛtarāṣṭra Saṃjaya wiederholt um erneute Schilderung bittet.
Saṃjaya sprach: Höre, o König, gefasst bleibend, von mir den Untergang der Menschenleiber, das Dahinschwinden der Wagen, Elefanten und Pferde, während ich vom Kampf erzähle; höre, o König, aufmerksam, vom Dahinschwinden der Elefanten, Pferde und Männer - ich werde dir den furchtbaren Kampf aller Krieger schildern.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (uvāca)
kṣayaṃ manuṣyadehānām
den Untergang der Menschenleiber (kṣaya - manuṣya-deha)
rathanāgāśvasaṃkṣayam
das Dahinschwinden der Wagen, Elefanten und Pferde (ratha-nāga-aśva-saṃkṣaya)
āśā balavatī rājan putrāṇāṃ te 'bhavat tadā; hate bhīṣme ca droṇe ca sūtaputre ca pātite; śalyaḥ pārthān raṇe sarvān nihaniṣyati māriṣa
Eine starke Hoffnung hegten da deine Söhne, o König - als Bhīṣma erschlagen und Droṇa und der Sūta-Sohn gefallen waren -: „Śalya wird im Kampf alle Pārthas erschlagen“, o Verehrungswürdiger.
Wort für Wort
āśā balavatī rājan
eine starke Hoffnung, o König (āśā - balavat - rājan)
putrāṇāṃ te abhavat tadā
hegten deine Söhne da (putra - te - bhū - tadā)
hate bhīṣme droṇe ca
als Bhīṣma und Droṇa erschlagen waren (han - bhīṣma - droṇa)
sūtaputre ca pātite
und der Sūta-Sohn gefallen war (sūta-putra - pat)
śalyaḥ pārthān raṇe sarvān
Śalya alle Pārthas im Kampf (śalya - pārtha - raṇa - sarva)
nihaniṣyati māriṣa
wird erschlagen, o Verehrungswürdiger (ni-han - māriṣa)
tām āśāṃ hṛdaye kṛtvā samāśvāsya ca bhārata; madrarājaṃ ca samare samāśritya mahāratham; nāthavantam athātmānam amanyata sutas tava
Nachdem er diese Hoffnung im Herzen getragen und sich getröstet hatte, o Bhārata, und sich im Kampf auf den großen Wagenkämpfer, den König der Madras, gestützt hatte, hielt sich dein Sohn für einen, der einen Beschützer hat.
Wort für Wort
tām āśāṃ hṛdaye kṛtvā
nachdem er diese Hoffnung im Herzen getragen hatte (tad - āśā - hṛdaya - kṛ)
samāśvāsya ca bhārata
und sich getröstet hatte, o Bhārata (samāśvas - bhārata)
madrarājaṃ ca samare
und auf den König der Madras im Kampf (madra-rāja - samara)
samāśritya mahāratham
sich stützend auf den Großwagenkämpfer (samāśri - mahāratha)
nāthavantam ātmānam
sich selbst als einen mit Beschützer (nāthavat - ātman)
Nachdem der glanzvolle König der Madras sie damals getröstet hatte, o Großkönig, formierte er eine ringsum vortreffliche, gedeihenbringende Schlachtordnung.
Wort für Wort
tān samāśvāsya tu tadā
nachdem er sie damals getröstet hatte (tad - samāśvas - tadā)
madrarājaḥ pratāpavān
der glanzvolle König der Madras (madra-rāja - pratāpavat)
vyūhya vyūhaṃ mahārāja
eine Schlachtordnung formierend, o Großkönig (vyūh - vyūha - mahārāja)
sarvatobhadram ṛddhimat
die ringsum vortreffliche, gedeihenbringende (sarvatobhadra - ṛddhimat)
Der Großwagenkämpfer bestieg seinen vortrefflichen, mit Sindh-Pferden bespannten Wagen; dessen Deichsel, auf dem Wagen ruhend, verlieh dem Wagen Glanz, o Großkönig; gepanzert stand er, o Großkönig, an der Spitze der Schlachtordnung.
Wort für Wort
rathapravaram āsthāya
nachdem er den vortrefflichen Wagen bestiegen hatte (ratha-pravara - āsthā)
saindhavāśvaṃ mahārathaḥ
der Großwagenkämpfer mit Sindh-Pferden (saindhava-aśva - mahāratha)
tasya sītā
dessen Deichsel (tad - sītā)
mahārāja rathasthā
o Großkönig, auf dem Wagen ruhend (mahārāja - ratha-stha)
aśobhayad ratham
verlieh dem Wagen Glanz (śobhay - ratha)
tasya sthitvā mahārāja
nachdem er dagestanden hatte, o Großkönig (tad - sthā - mahārāja)
mukhe vyūhasya daṃśitaḥ
gepanzert an der Spitze der Schlachtordnung (mukha - vyūha - daṃśita)
'sītā' (wörtlich 'Furche/Deichsel') bezeichnet hier vermutlich die Wagendeichsel; die genaue syntaktische Funktion der Zeile ist unsicher [?].
Beim Vormarsch bildete der gepanzerte König der Madras die Spitze der Schlachtordnung, begleitet von den tapferen Madraka-Kriegern und den unbezwingbaren Söhnen Karṇas.
Wort für Wort
prayāṇe madrarājaḥ abhūt
beim Vormarsch war der König der Madras (prayāṇa - madra-rāja - bhū)
mukhaṃ vyūhasya daṃśitaḥ
gepanzert die Spitze der Schlachtordnung (mukha - vyūha - daṃśita)
madrakaiḥ sahito vīraiḥ
begleitet von den tapferen Madrakas (madraka - sahita - vīra)
karṇaputraiḥ ca durjayaiḥ
und den unbezwingbaren Söhnen Karṇas (karṇa-putra - durjaya)
hayānīkena mahatā saubalaś cāpi saṃvṛtaḥ; prayayau sarvasainyena kaitavyaś ca mahārathaḥ
Und mit einer großen Reiterschar umgeben zog auch der Sohn Subalas voran, und der Großwagenkämpfer Kaitavya, mit dem ganzen Heer.
Wort für Wort
hayānīkena mahatā
mit einer großen Reiterschar (haya-anīka - mahat)
saubalaḥ ca api saṃvṛtaḥ
auch der Sohn Subalas, umgeben (saubala - saṃvṛta)
prayayau sarvasainyena
zog voran mit dem ganzen Heer (prayā - sarva-sainya)
kaitavyaḥ ca mahārathaḥ
und der Großwagenkämpfer Kaitavya (kaitavya - mahāratha)
'Kaitavya' (etwa 'Sohn des Falschspielers') bezeichnet hier vermutlich Ulūka, Śakunis Sohn, der wenig später (V032) zusammen mit Śakuni genannt wird [?].
dhṛtarāṣṭra uvāca; hate bhīṣme maheṣvāse droṇe karṇe mahārathe; kuruṣv alpāvaśiṣṭeṣu pāṇḍaveṣu ca saṃyuge; susaṃrabdheṣu pārtheṣu parākrānteṣu saṃjaya; māmakānāṃ pareṣāṃ ca kiṃ śiṣṭam abhavad balam
Dhṛtarāṣṭra sprach: „Als der große Bogenschütze Bhīṣma erschlagen war, und Droṇa, und der Großwagenkämpfer Karṇa, und bei den Kurus nur wenige im Kampf übriggeblieben waren, und die Pārthas, aufgebracht und siegreich vorgedrungen, o Saṃjaya - was blieb da an Streitkraft übrig, von den Meinen und von den Feinden?“
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (uvāca)
hate bhīṣme maheṣvāse
als der große Bogenschütze Bhīṣma erschlagen war (han - bhīṣma - maheṣvāsa)
droṇe karṇe mahārathe
Droṇa, der Großwagenkämpfer Karṇa (droṇa - karṇa - mahāratha)
kuruṣu alpāvaśiṣṭeṣu
bei den Kurus, kaum übriggeblieben (kuru - alpa-avaśiṣṭa)
pāṇḍaveṣu ca saṃyuge
und die Pāṇḍavas im Kampf (pāṇḍava - saṃyuga)
susaṃrabdheṣu pārtheṣu
die Pārthas aufgebracht (su-saṃrabdha - pārtha)
parākrānteṣu saṃjaya
vorgedrungen, Saṃjaya (parākrānta - saṃjaya)
māmakānāṃ pareṣāṃ ca
von den Meinen und den Feinden (māmaka - para)
kiṃ śiṣṭam abhavad balam
was blieb an Streitkraft übrig (kim - śiṣṭa - bala)
saṃjaya uvāca; yathā vayaṃ pare rājan yuddhāya samavasthitāḥ; yāvac cāsīd balaṃ śiṣṭaṃ saṃgrāme tan nibodha me
Saṃjaya sprach: Wie wir, die einen wie die anderen, o König, zum Kampf aufgestellt waren, und wieviel Streitkraft im Kampf übriggeblieben war, das vernimm von mir.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (uvāca)
yathā vayaṃ pare rājan
wie wir und die anderen, o König (yathā - vayam - para - rājan)
yuddhāya samavasthitāḥ
zum Kampf aufgestellt (yuddha - samavasthita)
yāvat ca āsīt balaṃ śiṣṭam
und wieviel Streitkraft übrig war (yāvat - as - bala - śiṣṭa)
saṃgrāme tan nibodha me
im Kampf, das vernimm von mir (saṃgrāma - nibudh - me)
eta eva samājagmur yuddhāya bharatarṣabha; śastrāstreṣv abhavan ghorāḥ ketavaḥ kṣayakāriṇaḥ; bhrāntyāśvāḥ śataśas tatra netrāṇy uccair avarṣayan
Eben diese kamen zum Kampf zusammen, Stier der Bharatas; unter Waffen und Astras erschienen furchterregende, unheilbringende Vorzeichen; verwirrte Pferde vergossen dort zu Hunderten, laut wiehernd, Tränen aus ihren Augen.
Wort für Wort
eta eva samājagmuḥ
eben diese kamen zusammen (etad - samāgam)
yuddhāya bharatarṣabha
zum Kampf, Stier der Bharatas (yuddha - bharata-ṛṣabha)
śastrāstreṣu abhavan ghorāḥ
unter Waffen und Astras erschienen furchterregende (śastra-astra - ghora)
ketavaḥ kṣayakāriṇaḥ
unheilbringende Vorzeichen (ketu - kṣayakārin)
bhrāntyāśvāḥ śataśas tatra
verwirrte Pferde dort zu Hunderten (bhrānta-aśva - śataśas)
netrāṇy uccair avarṣayan
vergossen laut Tränen aus den Augen (netra - uccais - vṛṣ)
'netrāṇy uccair avarṣayan' wörtlich 'ließen laut die Augen regnen' - hier als Tränenvergießen gedeutet, ein im Epos übliches Unheilsvorzeichen.
So aufgeteilt, o Fürst der Könige, standen wir, dem Ratschluss des Königs der Madras folgend, und rückten, nach Sieg gierend und voller Kampfeslust, den Pāṇḍavas entgegen.
Wort für Wort
evaṃ vibhajya rājendra
so aufgeteilt, Fürst der Könige (evam - vibhaj - rājendra)
madrarājamate sthitāḥ
dem Ratschluss des Königs der Madras folgend (madra-rāja-mata - sthita)
pāṇḍavān pratyudīyāma
wir rückten den Pāṇḍavas entgegen (pāṇḍava - pratyudi)
jayagṛddhāḥ pramanyavaḥ
nach Sieg gierend, voller Kampfeslust (jaya-gṛddha - pramanyu)