Kapitel 61: arjunaratha-dāha-śibirapraveśa
Der Brand von Arjunas Wagen, Einzug ins Lager und Kṛṣṇas Gang nach Hāstinapura
Nach dem Ende des Kampfes ziehen die Pāṇḍavas in das verlassene Lager der Kauravas ein; Arjunas Wagen verbrennt, sobald Kṛṣṇa ihn verlassen hat. Es folgen die Beute, die Nacht am Oghavatī und die Entsendung Kṛṣṇas zu Gāndhārī.
tatas te prāviśan pārthā hatatviṭkaṃ hateśvaram; duryodhanasya śibiraṃ raṅgavad visṛte jane
Darauf betraten die Pārthas Duryodhanas Lager, das seines Glanzes und seines Herrn beraubt war, wie eine Bühne, nachdem die Leute sich verlaufen hatten.
Wort für Wort
tataḥ te prāviśan pārthāḥ
darauf betraten sie, die Pārthas (3.Pl.Impf.)
hata-tviṣkaṃ hata-īśvaram
dessen Glanz erschlagen, dessen Herr erschlagen ist (Bahuv., Akk.)
duryodhanasya śibiram
Duryodhanas Lager (Gen./Akk.)
raṅga-vat visṛte jane
wie eine Bühne, als die Leute sich zerstreut hatten (Lok.abs.)
Es glich einer Stadt, deren Fest vorüber ist, einem See, dessen Elefanten fortgeführt sind; es war überwiegend von Frauen, Eunuchen und Greisen besetzt und von alten Ministern bewacht.
Wort für Wort
gata-utsavaṃ puram iva
wie eine Stadt, deren Fest vergangen ist (Akk.)
hṛta-nāgam iva hradam
wie ein See, dessen Elefanten fortgeholt sind (Akk.)
strī-varṣavara-bhūyiṣṭham
meist aus Frauen und Haremswächtern bestehend (Bahuv., Akk.)
vṛddha-amātyaiḥ adhiṣṭhitam
von alten Ministern verwaltet/bewacht (Instr.Pl./PPP)
Textlich unsicher: „strīvarṣavarabhūyiṣṭham“ (Frauen, Kämmerer/Eunuchen; zu varṣavara, „Haremswächter“).
tato gāṇḍīvadhanvānam abhyabhāṣata keśavaḥ; sthitaḥ priyahite nityam atīva bharatarṣabha
Da sprach Keśava, der stets auf ihr Wohl und ihr Beste bedacht ist, zum Träger des Gāṇḍīva-Bogens, o bester der Bharatas, in überaus freundlicher Weise.
Wort für Wort
tataḥ gāṇḍīva-dhanvānam
da, zum Gāṇḍīva-Bogenträger (Akk.)
abhyabhāṣata keśavaḥ
sprach an Keśava (3.Sg.Impf.Med.)
sthitaḥ priya-hite nityam
der beharrt im Lieben und Heilsamen, stets (PPP/Lok.)
atīva bharata-ṛṣabha
überaus, Stier der Bharatas (Adv./Vok.)
„sthitaḥ priyahite nityam“: „der stets im Lieben und Heilsamen steht“; hier auf Kṛṣṇa bezogen.
sa dagdho droṇakarṇābhyāṃ divyair astrair mahārathaḥ; atha dīpto 'gninā hy āśu prajajvāla mahīpate
Er, der große Wagen, war von Droṇa und Karṇa mit göttlichen Waffen verbrannt worden; nun aber, o Herr der Erde, flammte er, vom Feuer entzündet, sogleich auf.
Wort für Wort
saḥ dagdhaḥ droṇa-karṇābhyām
er, verbrannt von Droṇa und Karṇa (PPP/Instr.Du.)
divyaiḥ astraiḥ mahā-rathaḥ
mit göttlichen Waffen, der große Wagen (Instr.Pl./Nom.)
atha dīptaḥ agninā hi āśu
da, entflammt vom Feuer, ja, sogleich (PPP/Instr./Adv.)
Als Janārdana Arjunas Worte gehört hatte, sprach er wiederum.
Wort für Wort
arjunasya vacaḥ śrutvā
Arjunas Worte gehört habend (Gen./Akk./Abs.)
punaḥ prāha janārdanaḥ
wiederum sprach Janārdana (Adv./3.Sg.Perf./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).
Vāsudeva sprach: „Schon früher ist dieser Wagen von vielerlei Waffen verbrannt worden, Arjuna; nur weil ich ihn beherrschte, zerfiel er im Kampf nicht, Bezwinger der Feinde.
Wort für Wort
vāsudevaḥ uvāca
Vāsudeva sprach (Perf.)
astraiḥ bahuvidhaiḥ dagdhaḥ
von vielerlei Waffen verbrannt (Instr.Pl./PPP)
pūrvam eva ayam arjuna
schon früher, dieser, Arjuna (Adv./Nom./Vok.)
mat-adhiṣṭhitatvāt samare
wegen des Von-mir-Bestiegenseins, im Kampf (Abl./Lok.)
diṣṭyā jayasi kaunteya diṣṭyā te śatravo jitāḥ; diṣṭyā gāṇḍīvadhanvā ca bhīmasenaś ca pāṇḍavaḥ
„Durch Glück siegst du, Sohn Kuntīs, durch Glück sind deine Feinde besiegt; durch Glück sind auch der Gāṇḍīva-Träger und der Pāṇḍava Bhīmasena wohlauf.
Wort für Wort
diṣṭyā jayasi kaunteya
zum Glück siegst du, Sohn Kuntīs (Instr./2.Sg.Präs./Vok.)
diṣṭyā te śatravaḥ jitāḥ
zum Glück sind deine Feinde besiegt (Gen./Nom.Pl./PPP)
diṣṭyā gāṇḍīva-dhanvā ca
zum Glück auch der Gāṇḍīva-Träger (Nom.)
bhīmasenaḥ ca pāṇḍavaḥ
und Bhīmasena, der Pāṇḍava (Nom.)
„diṣṭyā“ (durch Glück, zum Glück) im letzten Pāda ergänzt: [wohlauf].
tvaṃ cāpi kuśalī rājan mādrīputrau ca pāṇḍavau; muktā vīrakṣayād asmāt saṃgrāmān nihatadviṣaḥ; kṣipram uttarakālāni kuru kāryāṇi bhārata
Auch du bist wohlbehalten, König, und die beiden Söhne der Mādrī, die Pāṇḍavas; befreit aus diesem Untergang der Helden, aus dieser Schlacht, habt ihr die Hasser erschlagen. Tu rasch die Aufgaben, die nun folgen, Bhārata.
Wort für Wort
tvaṃ ca api kuśalī rājan
auch du bist wohlauf, König (Nom./Vok.)
mādrī-putrau ca pāṇḍavau
und die beiden Mādrī-Söhne, die Pāṇḍavas (Nom.Du.)
muktāḥ vīra-kṣayāt asmāt
befreit aus diesem Heldenuntergang (PPP/Abl.)
saṃgrāmāt nihata-dviṣaḥ
aus der Schlacht, die Hasser erschlagen habend (Abl./Bahuv.)
kṣipram uttara-kālāni kuru
rasch tu die späteren (an der Zeit seienden) (Adv./Akk.Pl./Imp.)
„Dieser Dhanaṃjaya ist dein Bruder und Freund, Kṛṣṇa; er ist zu behüten, Starkarmiger, in allen Nöten, Herr.“ Als du so sprachst, antwortete ich: „So sei es.“
sa savyasācī guptas te vijayī ca nareśvara; bhrātṛbhiḥ saha rājendra śūraḥ satyaparākramaḥ; mukto vīrakṣayād asmāt saṃgrāmād romaharṣaṇāt
Jener Savyasācin [Arjuna] ist von dir behütet und siegreich, Herr der Menschen; zusammen mit seinen Brüdern, König der Könige, der Held von wahrer Tapferkeit, ist er befreit aus diesem Untergang der Helden, aus diesem haarsträubenden Kampf.
Wort für Wort
sa savyasācī guptaḥ te
er, der Savyasācin, behütet von dir (Nom.Sg.m.; Part.Pass./Instr.-Gen.)
vijayī ca nareśvara
und siegreich, Herr der Menschen (Nom.Sg.; Vok.Sg.)
bhrātṛbhiḥ saha rājendra
mit den Brüdern, König der Könige (Instr.Pl.; Vok.Sg.)
śūraḥ satyaparākramaḥ
der Held von wahrer Tapferkeit (Nom.Sg.m.; Bahuvrīhi)
muktaḥ vīrakṣayāt asmāt
befreit aus diesem Untergang der Helden (Part.Pass./Abl.Sg.)
[Lücke im Text] durch [deine] Gnade wurden viele erschlagen, von Bhīmasena, von mir und von den Zwillingen im Kampf, Ehrenspender; in Tat, Gedanke und Wort bist du unser höchstes Ziel.
Wort für Wort
**** ****
[Lücke im Text]
prasādāt bahavaḥ hatāḥ
durch Gnade viele erschlagen (Abl.Sg.; Nom.Pl.; Part.Pass.)
bhīmasenena ca mayā
von Bhīmasena und von mir (Instr.Sg.)
yamābhyām yudhi mānada
von den Zwillingen im Kampf, Ehrengeber (Instr.Du.; Lok.Sg.; Vok.Sg.)
karmaṇā manasā vācā
durch Tat, Geist, Wort (Instr.Sg.)
tvam asmākam gatiḥ parā
du unser höchstes Ziel/Zuflucht (Nom.Sg.; Gen.Pl.; Nom.Sg.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zu Beginn zwei Lücken („****“) in der Überlieferung; der Sinn der ersten Vershälfte ist nicht sicher herstellbar.
evam uktas tataḥ kṛṣṇaḥ pratyuvāca yudhiṣṭhiram; akṣauhiṇyo daśāṣṭau ca tava teṣāṃ ca bhārata; na tulyaś cārjunasyeha balena kurunandana; sa eva sarvāṇy astrāṇi divyāni prāpya śaṃkarāt; matsamo madviśiṣṭo vā raṇe tvam iti pāṇḍava; anujñātaḥ pāṇḍusutaḥ punaḥ pratyāgaman mahīm; bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyac ca anujānāsi cet prabho; nimeṣārdhān naravyāghro nayed iti matir mama; droṇaṃ bhīṣmaṃ kṛpaṃ karṇaṃ droṇaputraṃ jayadratham; nihantuṃ śaknuyāt kruddho nimeṣārdhād dhanaṃjayaḥ; sadevāsuragandharvān sayakṣoragakiṃnarān; trīn vā lokān vijetuṃ hi śaktaḥ kim iha mānuṣān; vidhinā vihitaś cāsau mayā saṃcodito 'pi san; na cakāra matiṃ hantuṃ kṛtānto balavattaraḥ; atra gītā mayā suṣṭhu giraḥ satyā mahīpate; darśitaṃ mayi sarvaṃ ca tenāsau jitavān ripūn; arjuno 'pi mahābāhur mayā tulyo mahīpate; sa maheśvaralabdhāstraḥ kiṃ na kuryād vibhuḥ prabho
So angesprochen, antwortete darauf Kṛṣṇa dem Yudhiṣṭhira: „Achtzehn Akṣauhiṇīs sind es, die deinen und ihre, Bhārata; sie kommen an Kraft hier Arjuna nicht gleich, Freudebringer der Kurus. Er hat alle himmlischen Geschosse von Śaṃkara erlangt; [dieser sprach:] ‚Du bist im Kampf mir gleich oder mir überlegen, Pāṇḍava.‘ Von ihm entlassen, kehrte der Sohn des Pāṇḍu wieder zur Erde zurück. Wenn du, Herr, es erlaubst, so ist meine Ansicht: der Tiger unter den Männern könnte im halben Augenblick Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges [zu Ende] bringen [?]. Droṇa, Bhīṣma, Kṛpa, Karṇa, den Sohn des Droṇa [und] Jayadratha vermöchte Dhanaṃjaya im Zorn in einem halben Augenblick zu erschlagen. Sogar die drei Welten zu besiegen ist er imstande, was dann hier Menschen? Doch von der Fügung [so] bestimmt, obwohl von mir angetrieben, fasste er nicht den Entschluss zu töten; das Schicksal ist stärker. Hierüber wurden von mir wohl wahre Worte gesungen, Herr der Erde; alles wurde in mir gezeigt, und dadurch besiegte er die Feinde. Auch Arjuna, der Starkarmige, ist mir gleich, Herr der Erde; er, der von Maheśvara Geschosse erlangt hat, was sollte der Mächtige nicht vollbringen, Herr?“
Wort für Wort
evam uktaḥ tataḥ kṛṣṇaḥ
so angesprochen, darauf Kṛṣṇa (Part.Pass.; Adv.; Nom.Sg.)
pratyuvāca yudhiṣṭhiram
antwortete dem Yudhiṣṭhira (3.Sg.Perf.; Akk.Sg.)
akṣauhiṇyaḥ daśa aṣṭau ca
Akṣauhiṇīs, zehn und acht (Nom.Pl.f.)
tava teṣām ca bhārata
deine und ihre, Bhārata (Gen.Sg.; Gen.Pl.; Vok.Sg.)
na tulyaḥ ca arjunasya iha balena
nicht gleich an Kraft dem Arjuna hier (Nom.Sg.; Gen.Sg.; Instr.Sg.)
kurunandana
Freudebringer der Kurus (Vok.Sg.)
saḥ eva sarvāṇi astrāṇi divyāni
er selbst alle himmlischen Geschosse (Nom.Sg.; Akk.Pl.n.)
prāpya śaṃkarāt
erlangt habend von Śaṃkara (Ger.; Abl.Sg.)
mat-samaḥ mad-viśiṣṭaḥ vā raṇe tvam iti pāṇḍava
mir gleich oder mir überlegen im Kampf seist du, Pāṇḍava (Nom.Sg.; Lok.Sg.; Vok.Sg.)
anujñātaḥ pāṇḍusutaḥ punaḥ pratyāgamat mahīm
entlassen, der Pāṇḍu-Sohn kehrte wieder zur Erde zurück (Part.Pass.; 3.Sg.Impf.; Akk.Sg.)
in einem halben Augenblick der Tiger unter den Männern könnte führen/bringen (Abl.Sg.; Nom.Sg.; 3.Sg.Opt.)
iti matiḥ mama
so ist meine Ansicht (Part.; Nom.Sg.f.; Gen.Sg.)
droṇam bhīṣmam kṛpam karṇam
Droṇa, Bhīṣma, Kṛpa, Karṇa (Akk.Sg.)
droṇaputram jayadratham
den Droṇa-Sohn, Jayadratha (Akk.Sg.)
nihantum śaknuyāt kruddhaḥ
zu erschlagen vermöchte er, zornig (Inf.; 3.Sg.Opt.; Part.Pass.Nom.)
nimeṣārdhāt dhanaṃjayaḥ
in einem halben Augenblick Dhanaṃjaya (Abl.Sg.; Nom.Sg.)
sadevāsuragandharvān
samt Göttern, Asuras, Gandharven (Bahuvrīhi Akk.Pl.)
sayakṣoragakiṃnarān
samt Yakṣas, Schlangen, Kiṃnaras (Akk.Pl.)
trīn vā lokān vijetum hi śaktaḥ
oder die drei Welten zu besiegen ist er ja fähig (Akk.Pl.; Inf.; Part.Pass.)
kim iha mānuṣān
was hier [erst] Menschen (Fragepron.; Adv.; Akk.Pl.)
vidhinā vihitaḥ ca asau
von der Fügung bestimmt und er (Instr.Sg.; Part.Pass.; Nom.Sg.)
mayā saṃcoditaḥ api san
obwohl von mir angetrieben (Instr.Sg.; Part.Pass.; Part.Präs.)
na cakāra matim hantum
er fasste nicht den Entschluss zu töten (3.Sg.Perf.; Akk.Sg.; Inf.)
kṛtāntaḥ balavattaraḥ
das Schicksal [ist] stärker (Nom.Sg.; Komp.)
atra gītā mayā suṣṭhu
hierüber gesungen von mir wohl (Part.Pass.Nom.Pl.f.; Instr.Sg.; Adv.)
giraḥ satyāḥ mahīpate
wahre Worte, Herr der Erde (Nom.Pl.f.; Vok.Sg.)
darśitam mayi sarvam ca
gezeigt in mir alles (Part.Pass.Nom.Sg.n.; Lok.Sg.)
tena asau jitavān ripūn
dadurch er besiegte die Feinde (Instr.Sg.; Part.Perf.Akt.; Akk.Pl.)
arjunaḥ api mahābāhuḥ
auch Arjuna, der Starkarmige (Nom.Sg.)
mayā tulyaḥ mahīpate
mir gleich, Herr der Erde (Instr.Sg.; Nom.Sg.; Vok.Sg.)
sa maheśvaralabdhāstraḥ
er, der von Maheśvara Geschosse erhalten hat (Bahuvrīhi Nom.Sg.)
kim na kuryāt vibhuḥ prabho
was sollte er nicht tun, der Mächtige, Herr (Fragepron.; 3.Sg.Opt.; Nom.Sg.; Vok.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage. Der Vers „bhūtaṃ bhavyaṃ …nayed iti matir mama“ ist syntaktisch unklar (Objekt von „nayet“ fehlt); der Satz „akṣauhiṇyo … teṣāṃ ca“ ist elliptisch.
Als so gesprochen worden war, betraten jene Helden dein Lager, Bhārata, und nahmen die Anhäufungen von Schatzkammern, Kostbarkeiten und Reichtümern in Besitz.
Wort für Wort
iti evam ukte
als so gesprochen war (Part.; Adv.; Part.Pass.Lok.abs.)
te vīrāḥ
jene Helden (Nom.Pl.)
śibiram tava bhārata
das Lager, dein, Bhārata (Akk.Sg.; Gen.Sg.; Vok.Sg.)
praviśya pratyapadyanta
hineingegangen, nahmen sie in Besitz (Ger.; 3.Pl.Impf.Med.)
kośaratnarddhisaṃcayān
Anhäufungen von Schatz, Kleinodien und Reichtum (Dvandva/Tatpuruṣa Akk.Pl.)
te prāpya dhanam akṣayyaṃ tvadīyaṃ bharatarṣabha; udakrośan maheṣvāsā narendra vijitārayaḥ
Nachdem sie dieses unvergängliche Gut, das einst dein war, Stier der Bharatas, erlangt hatten, jubelten die großen Bogenschützen, Herrscher, die die Feinde besiegt hatten.
Wort für Wort
te prāpya dhanam akṣayyam
sie, erlangt habend das unvergängliche Gut (Ger.; Akk.Sg.)
tvadīyam bharatarṣabha
das deine, Stier der Bharatas (Akk.Sg.; Vok.Sg.)
udakrośan maheṣvāsāḥ
jubelten die großen Bogenschützen (3.Pl.Impf.; Nom.Pl.)
narendra vijitārayaḥ
Herrscher, die Feinde besiegt habend (Vok.Sg.; Bahuvrīhi Nom.Pl.)
jayantī yatra devī tu tatra vrajata mā ciram; upayācitam etan me yuddhārambhopakalpitam
„Wo die Göttin Jayantī ist, dorthin geht, säumt nicht; dies ist ein Gelübde von mir, das zu Beginn des Kampfes veranlasst wurde.“
Wort für Wort
jayantī yatra devī tu
wo die Göttin Jayantī aber (Nom.Sg.f.)
tatra vrajata mā ciram
dorthin geht, nicht lange [zögert] (Imp.2.Pl.; Adv.)
upayācitam etat me
dies Erflehte/Gelobte von mir (Part.Pass.Nom.Sg.n.; Gen.Sg.)
yuddhārambhopakalpitam
zum Kampfesbeginn bereitet (Part.Pass.Nom.Sg.n.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Wörtlich: „dies von mir Erflehte, zum Kampfesbeginn Bereitete“.
tataḥ saṃpreṣayām āsur yādavaṃ nāgasāhvayam; sa ca prāyāj javenāśu vāsudevaḥ pratāpavān; dārukaṃ ratham āropya yena rājāmbikāsutaḥ
Dann sandten sie den Yādava nach Nāgasāhvaya [Hāstinapura]; und Vāsudeva, der Machtvolle, zog eilends rasch dorthin, nachdem er Dāruka auf den Wagen gesetzt hatte, dorthin, wo der König, Ambikās Sohn, [weilte].
Wort für Wort
tataḥ saṃpreṣayām āsuḥ
dann sandten sie (Adv.; 3.Pl.Perf.Periphr.)
yādavam nāgasāhvayam
den Yādava nach Nāgasāhvaya [Hāstinapura] (Akk.Sg.; Akk.Sg.)
sa ca prāyāt javena āśu
und er zog mit Eile rasch (3.Sg.Impf.; Instr.Sg.; Adv.)
vāsudevaḥ pratāpavān
Vāsudeva, der Machtvolle (Nom.Sg.)
dārukam ratham āropya
den Dāruka auf den Wagen gesetzt habend (Akk.Sg.; Ger.)
yena rājā ambikāsutaḥ
wohin/wo der König, Ambikās Sohn (Rel.Adv.; Nom.Sg.)
Der Schluss „yena rājāmbikāsutaḥ“ ist elliptisch; „dorthin, wo“ ist ergänzt.
tam ūcuḥ saṃprayāsyantaṃ sainyasugrīvavāhanam; pratyāśvāsaya gāndhārīṃ hataputrāṃ yaśasvinīm
Zu ihm, der aufbrechen wollte, mit den Rossen Sainya und Sugrīva vor dem Wagen, sprachen sie: „Tröste die ruhmvolle Gāndhārī, der die Söhne erschlagen sind.“
Wort für Wort
tam ūcuḥ saṃprayāsyantam
zu ihm sprachen sie, der aufbrechen wird (Akk.Sg.; 3.Pl.Perf.; Part.Fut.)
sainyasugrīvavāhanam
dessen Zugtiere Sainya und Sugrīva (Bahuvrīhi Akk.Sg.)
pratyāśvāsaya gāndhārīm
tröste die Gāndhārī (Imp.2.Sg.Kaus.; Akk.Sg.)
hataputrām yaśasvinīm
die, deren Söhne erschlagen, die Ruhmvolle (Bahuvrīhi Akk.Sg.f.)
„sainyasugrīvavāhanam“: als „dessen Zugtiere Sainya und Sugrīva sind“ gedeutet.
sa prāyāt pāṇḍavair uktas tat puraṃ sātvatāṃ varaḥ; āsasādayiṣuḥ kṣipraṃ gāndhārīṃ nihatātmajām
Von den Pāṇḍavas so angesprochen, zog er, der Beste der Sātvatas, in jene Stadt, begierig, rasch zu Gāndhārī zu gelangen, deren Kinder erschlagen waren.
Wort für Wort
saḥ prāyāt pāṇḍavaiḥ uktaḥ
er zog, von den Pāṇḍavas angesprochen (3.Sg.Impf.; Instr.Pl.; Part.Pass.)
tat puram sātvatām varaḥ
in jene Stadt, der Beste der Sātvatas (Akk.Sg.; Gen.Pl.; Nom.Sg.)
āsasādayiṣuḥ kṣipram
zu erreichen wünschend, rasch (Desid.Adj.Nom.Sg.; Adv.)
gāndhārīm nihatātmajām
die Gāndhārī, deren Kinder erschlagen (Akk.Sg.f.; Bahuvrīhi)