Kapitel 18: kauravasainyapalāyanaṃ duryodhanasāntvanaṃ bhīmasenapadātivadhaś ca
Die Flucht des Kaurava-Heeres, Duryodhanas Ermutigung und Bhīmasenas Vernichtung der Fußtruppen
Sañjaya sprach: Als der unbezwingbare Madra-König, der große Wagenkrieger, im Kampf gefallen war, wandten sich deine Leute und deine Söhne meist zur Flucht.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Sañjaya sprach (saṃjaya - vac)
pātite yudhi durdharṣe madrarāje mahārathe
als der unbezwingbare Madra-König, der große Wagenkrieger, im Kampf gefallen war (pātita - yudh - durdharṣa - madrarāja - mahāratha)
tāvakās tava putrāś ca prāyaśo vimukhābhavan
wandten sich deine Leute und deine Söhne meist zur Flucht (tāvaka - tvad - putra - prāyaśas - vimukha - bhū)
Wie Kaufleute auf einem zerbrochenen Schiff im unergründlichen, bootlosen Ozean, die ein Ufer im uferlosen Meer suchen, so waren sie, als der hochherzige Held erschlagen war.
Wort für Wort
vaṇijo nāvi bhinnāyāṃ yathāgādhe 'plave 'rṇave
wie Kaufleute auf einem zerbrochenen Schiff im unergründlichen, bootlosen Ozean (vaṇij - nau - bhinna - agādha - aplava - arṇava)
apāre pāram icchanto hate śūre mahātmani
die ein Ufer im uferlosen Meer suchen, als der hochherzige Held erschlagen war (apāra - pāra - iṣ - han - śūra - mahātman)
Als der Madra-König gefallen war, o Großkönig, waren sie erschreckt und von Pfeilen verwundet, herrenlos und einen Herrn suchend, wie von einem Löwen gehetzte Rehe.
Wort für Wort
madrarāje mahārāja vitrastāḥ śaravikṣatāḥ
als der Madra-König gefallen war, o Großkönig, waren sie erschreckt und von Pfeilen verwundet (madrarāja - mahārāja - vitrasta - śaravikṣata)
anāthā nātham icchanto mṛgāḥ siṃhārditā iva
herrenlos, einen Herrn suchend, wie von einem Löwen gehetzte Rehe (anātha - nātha - iṣ - mṛga - siṃha - ardita)
bhīṣme droṇe ca nihate sūtaputre ca bhārata yad duḥkhaṃ tava yodhānāṃ bhayaṃ cāsīd viśāṃ pate tad bhayaṃ sa ca naḥ śoko bhūya evābhyavartata
Der Schmerz und die Furcht, die deine Krieger empfanden, o Bhārata, als Bhīṣma, Droṇa und der Sohn des Wagenlenkers gefallen waren, o Herr der Menschen – diese Furcht und dieser Kummer kehrten für uns von neuem zurück.
Wort für Wort
bhīṣme droṇe ca nihate sūtaputre ca bhārata
als Bhīṣma, Droṇa und der Sohn des Wagenlenkers gefallen waren, o Bhārata (bhīṣma - droṇa - nihata - sūtaputra - bhārata)
yad duḥkhaṃ tava yodhānāṃ bhayaṃ cāsīd viśāṃ pate
der Schmerz und die Furcht, die deine Krieger empfanden, o Herr der Menschen (duḥkha - tvad - yodha - bhaya - as - viśāṃpati)
tad bhayaṃ sa ca naḥ śoko bhūya evābhyavartata
diese Furcht und dieser Kummer kehrten für uns von neuem zurück (tad - bhaya - śoka - bhūyas - abhivṛt)
nirāśāś ca jaye tasmin hate śalye mahārathe nirāśaś ca hate śalye rājā rājan mahāyaśāḥ hatapravīrā vidhvastā vikṛttāś ca śitaiḥ śaraiḥ madrarāje hate rājan yodhās te prādravan bhayāt
Verzweifelt am Sieg, als der große Wagenkrieger Śalya gefallen war – ja, der König selbst, o König, hochberühmt, verzweifelte, als Śalya gefallen war –, ihrer Helden beraubt, versprengt und von scharfen Pfeilen zerfetzt, flohen deine Krieger aus Furcht, als der Madra-König gefallen war, o König.
Wort für Wort
nirāśāś ca jaye tasmin hate śalye mahārathe
verzweifelt am Sieg, als der große Wagenkrieger Śalya gefallen war (nirāśa - jaya - han - śalya - mahāratha)
nirāśaś ca hate śalye rājā rājan mahāyaśāḥ
der König selbst, o König, hochberühmt, verzweifelte, als Śalya gefallen war (nirāśa - han - śalya - rājan - mahāyaśas)
hatapravīrā vidhvastā vikṛttāś ca śitaiḥ śaraiḥ
ihrer Helden beraubt, versprengt und von scharfen Pfeilen zerfetzt (hatapravīra - vidhvasta - vikṛtta - śita - śara)
madrarāje hate rājan yodhās te prādravan bhayāt
flohen deine Krieger aus Furcht, als der Madra-König gefallen war, o König (madrarāja - han - rājan - yodha - pradru - bhaya)
Die Apparatuszeile *0102_01 wiederholt/variiert den Gedanken von 007a mit anderem Subjekt (dem König selbst) und wurde wörtlich mitübersetzt.
„Heute ist König Yudhiṣṭhira, treu seinem Wort, ein Feindbezwinger! Heute ist Duryodhana seines strahlenden Königsglanzes beraubt! Heute, zum Glück, liegt er ausgestreckt auf dem Bett der Erde, die Augen nicht geschlossen; und was Draupadī gelobt hatte, das werde nun als erfüllt verkündet!
Wort für Wort
adya rājā satyadhṛtir jitāmitro yudhiṣṭhiraḥ
'heute ist König Yudhiṣṭhira, treu seinem Wort, ein Feindbezwinger' (adya - rājan - satyadhṛti - jitāmitra - yudhiṣṭhira)
adya duryodhano hīno dīptayā nṛpatiśriyā
'heute ist Duryodhana seines strahlenden Königsglanzes beraubt' (adya - duryodhana - hīna - dīpta - nṛpatiśrī)
adya diṣṭyā kṣmāśayanaṃ niratāmāmucakṣuṣaḥ (sic)
'(so im Text, textlich unsicher) heute, zum Glück, liegt er auf dem Erdenlager, die Augen nicht geschlossen' (adya - diṣṭyā - kṣmāśayana - sic - cakṣus)
draupadyā yaś ca saṃkalpaḥ saṃsiddha iti ghuṣyatām
'und was Draupadī gelobt hatte, das werde als erfüllt verkündet' (draupadī - saṃkalpa - saṃsiddha - iti - ghuṣ)
Die Apparatuszeile *0103_01 ('adya diṣṭyā kṣmāśayanaṃ niratāmāmucakṣuṣaḥ') ist im Quelltext selbst mit '(sic)' als unsicher/verderbt markiert; das Wort 'niratāmāmucakṣuṣaḥ' ist morphologisch nicht eindeutig aufzulösen. Die Übersetzung ist eine vorsichtige, sinngemäße Annäherung (etwa: 'mit ungeschlossenen Augen auf dem Erdenlager liegend', vermutlich auf den gefallenen Śalya bezogen); die genaue Wortform bleibt ungeklärt.
Heute, wenn er vom Tod seines Sohnes hört, möge Dhṛtarāṣṭra, der Herrscher der Menschen, besinnungslos zu Boden fallen und die Folgen seiner Schuld tragen!
Wort für Wort
adya śrutvā hataṃ putraṃ dhṛtarāṣṭro janeśvaraḥ
'heute, wenn er vom Tod seines Sohnes hört, Dhṛtarāṣṭra, der Herrscher der Menschen' (adya - śru - hata - putra - dhṛtarāṣṭra - janeśvara)
niḥsaṃjñaḥ patito bhūmau kilbiṣaṃ pratipadyatām
'möge er besinnungslos zu Boden fallen und die Folgen seiner Schuld tragen' (niḥsaṃjña - pat - bhūmi - kilbiṣa - pratipad)
adya jānātu kaunteyaṃ samarthaṃ sarvadhanvinām adyātmānaṃ ca durmedhā garhayiṣyati pāpakṛt adya kṣattur vacaḥ satyaṃ smaratāṃ bruvato hitam
Heute möge er erkennen, dass der Sohn der Kuntī der Fähigste unter allen Bogenschützen ist! Heute wird der Übeltäter mit dem schwachen Verstand sich selbst tadeln! Heute mögen sie sich an die wahren, heilsamen Worte erinnern, die der Kṣattṛ gesprochen hat!
Wort für Wort
adya jānātu kaunteyaṃ samarthaṃ sarvadhanvinām
'heute möge er erkennen, dass der Sohn der Kuntī der Fähigste unter allen Bogenschützen ist' (adya - jñā - kaunteya - samartha - sarvadhanvin)
adyātmānaṃ ca durmedhā garhayiṣyati pāpakṛt
'heute wird der Übeltäter mit dem schwachen Verstand sich selbst tadeln' (adya - ātman - durmedhas - garh - pāpakṛt)
adya kṣattur vacaḥ satyaṃ smaratāṃ bruvato hitam
'heute mögen sie sich an die wahren, heilsamen Worte des Kṣattṛ erinnern' (adya - kṣattṛ - vacas - satya - smṛ - brū - hita)
adyaprabhṛti pārthāṃś ca preṣyabhūta upācaran adyaiva ca hi pārthānāṃ yat kṛtaṃ pūrvakarmabhiḥ vijānātu nṛpo duḥkhaṃ yat prāptaṃ pāṇḍunandanaiḥ
Von heute an möge er den Söhnen der Pṛthā wie ein Diener zu Willen sein! Und heute schon möge der König das Leid erkennen, das den Söhnen des Pāṇḍu durch frühere Taten zugefügt wurde!
Wort für Wort
adyaprabhṛti pārthāṃś ca preṣyabhūta upācaran
'von heute an möge er den Söhnen der Pṛthā wie ein Diener zu Willen sein' (adyaprabhṛti - pārtha - preṣyabhūta - upācar)
adyaiva ca hi pārthānāṃ yat kṛtaṃ pūrvakarmabhiḥ
'und heute schon, was den Söhnen der Pṛthā durch frühere Taten zugefügt wurde' (adya eva - pārtha - kṛta - pūrvakarman)
vijānātu nṛpo duḥkhaṃ yat prāptaṃ pāṇḍunandanaiḥ
'möge der König das Leid erkennen, das den Söhnen des Pāṇḍu widerfahren ist' (vijñā - nṛpa - duḥkha - prāpta - pāṇḍunandana)
Die Apparatuszeile *0104_01 wurde wörtlich eingefügt; der Sinn (Erkenntnis des früher von Duryodhana verursachten Leids) ist trotz komprimierter Syntax klar genug rekonstruierbar.
adya kṛṣṇasya māhātmyaṃ jānātu sa mahīpatiḥ adyārjunadhanurghoṣaṃ ghoraṃ jānātu saṃyuge putrāṇāṃ ca vadhaṃ ghoraṃ bhīmena śroṣyate nṛpaḥ
Heute möge dieser Herrscher die Erhabenheit Kṛṣṇas erkennen! Heute möge er im Kampf das furchtbare Dröhnen von Arjunas Bogen erkennen! Und der König wird vom schrecklichen Tod seiner Söhne durch Bhīma hören!
Wort für Wort
adya kṛṣṇasya māhātmyaṃ jānātu sa mahīpatiḥ
'heute möge dieser Herrscher die Erhabenheit Kṛṣṇas erkennen' (adya - kṛṣṇa - māhātmya - jñā - mahīpati)
adyārjunadhanurghoṣaṃ ghoraṃ jānātu saṃyuge
'heute möge er im Kampf das furchtbare Dröhnen von Arjunas Bogen erkennen' (adya - arjuna - dhanurghoṣa - ghora - jñā - saṃyuga)
putrāṇāṃ ca vadhaṃ ghoraṃ bhīmena śroṣyate nṛpaḥ
'und der König wird vom schrecklichen Tod seiner Söhne durch Bhīma hören' (putra - vadha - ghora - bhīma - śru - nṛpa)
hate duryodhane yuddhe śakreṇevāsure maye yat kṛtaṃ bhīmasenena duḥśāsanavadhe tadā nānyaḥ kartāsti loke tad ṛte bhīmaṃ mahābalam
Wenn Duryodhana im Kampf gefallen ist wie der Asura Maya durch Śakra, wird man erkennen, was Bhīmasena damals bei der Tötung des Duḥśāsana vollbracht hat; niemand anderes auf der Welt könnte das vollbringen außer dem gewaltig starken Bhīma.
Wort für Wort
hate duryodhane yuddhe śakreṇevāsure maye
'wenn Duryodhana im Kampf gefallen ist, wie der Asura Maya durch Śakra' (han - duryodhana - yuddha - śakra - asura - maya)
yat kṛtaṃ bhīmasenena duḥśāsanavadhe tadā
'was Bhīmasena damals bei der Tötung des Duḥśāsana vollbracht hat' (kṛta - bhīmasena - duḥśāsanavadha - tadā)
nānyaḥ kartāsti loke tad ṛte bhīmaṃ mahābalam
'niemand anderes auf der Welt könnte das vollbringen außer dem gewaltig starken Bhīma' (na - anya - kartṛ - loka - ṛte - bhīma - mahābala)
Heute mögen sie die Tapferkeit des ältesten Pāṇḍava-Sohnes erkennen, da sie vom Tod des Madra-Königs hören, dem selbst für Götter kaum zu widerstehen war.
Wort für Wort
jānītām adya jyeṣṭhasya pāṇḍavasya parākramam
'heute mögen sie die Tapferkeit des ältesten Pāṇḍava-Sohnes erkennen' (jñā - adya - jyeṣṭha - pāṇḍava - parākrama)
madrarājaṃ hataṃ śrutvā devair api suduḥsaham
'da sie vom Tod des Madra-Königs hören, dem selbst für Götter kaum zu widerstehen war' (madrarāja - hata - śru - deva - suduḥsaha)
Heute wird man im Kampf die Kraft der beiden gewaltig starken Söhne der Mādrī erkennen, wenn der tapfere Sohn Subalas und die Gāndhāras allesamt gefallen sind.
Wort für Wort
adya jñāsyati saṃgrāme mādrīputrau mahābalau
'heute wird man im Kampf die Kraft der beiden gewaltig starken Söhne der Mādrī erkennen' (adya - jñā - saṃgrāma - mādrīputra - mahābala)
nihate saubale śūre gāndhāreṣu ca sarvaśaḥ
'wenn der tapfere Sohn Subalas und die Gāndhāras allesamt gefallen sind' (nihata - saubala - śūra - gāndhāra - sarvaśas)
deren Beschützer Kṛṣṇa Janārdana ist, der Beschützer der Welten – wie sollte denen nicht der Sieg gehören, deren Zuflucht der Dharma ist? Ihnen gehört der Gewinn, ihnen der Sieg – woher käme ihnen eine Niederlage, deren Herr Hṛṣīkeśa ist, Hari, der Gebieter aller Welten?
Wort für Wort
yeṣāṃ ca jagatāṃ nātho nāthaḥ kṛṣṇo janārdanaḥ
'deren Beschützer Kṛṣṇa Janārdana ist, der Beschützer der Welten' (jagat - nātha - kṛṣṇa - janārdana)
kathaṃ teṣāṃ jayo na syād yeṣāṃ dharmo vyapāśrayaḥ
'wie sollte denen nicht der Sieg gehören, deren Zuflucht der Dharma ist' (katham - jaya - na - dharma - vyapāśraya)
lābhas teṣāṃ jayas teṣāṃ kutas teṣāṃ parābhavaḥ
'ihnen gehört der Gewinn, ihnen der Sieg – woher käme ihnen eine Niederlage' (lābha - jaya - kutas - parābhava)
yeṣāṃ nātho hṛṣīkeśaḥ sarvalokavibhur hariḥ
'deren Herr Hṛṣīkeśa ist, Hari, der Gebieter aller Welten' (nātha - hṛṣīkeśa - sarvalokavibhu - hari)
bhīmasenaṃ tadā rājan dhṛṣṭadyumnaṃ ca pārṣatam balena caturaṅgeṇa nānādeśyā nyavārayan
Bhīmasena und Dhṛṣṭadyumna, den Enkel des Pṛṣata, hielten da, o König, die aus verschiedenen Ländern stammenden Krieger mit ihrem vierteiligen Heer auf.
Wort für Wort
bhīmasenaṃ tadā rājan dhṛṣṭadyumnaṃ ca pārṣatam
Bhīmasena und Dhṛṣṭadyumna, den Enkel des Pṛṣata, o König (bhīmasena - tadā - rājan - dhṛṣṭadyumna - pārṣata)
balena caturaṅgeṇa nānādeśyā nyavārayan
hielten die aus verschiedenen Ländern stammenden Krieger mit ihrem vierteiligen Heer auf (bala - caturaṅga - nānādeśya - nivāray)
bhīmam evābhyavartanta raṇe 'nye tu padātayaḥ prakṣveḍyāsphoṭya saṃhṛṣṭā vīralokaṃ yiyāsavaḥ
Andere Fußsoldaten aber stürmten im Kampf auf Bhīma los, mit lautem Kampfgeschrei und Armklatschen, voller Kampfeslust, bereit, in die Welt der Helden einzugehen.
Wort für Wort
bhīmam evābhyavartanta raṇe 'nye tu padātayaḥ
andere Fußsoldaten aber stürmten im Kampf auf Bhīma los (bhīma - abhivṛt - raṇa - anya - padāta)
prakṣveḍyāsphoṭya saṃhṛṣṭā vīralokaṃ yiyāsavaḥ
mit lautem Kampfgeschrei und Armklatschen, voller Kampfeslust, bereit in die Welt der Helden einzugehen (prakṣveḍ - āsphoṭ - saṃhṛṣṭa - vīraloka - yiyāsu)
āsādya bhīmasenaṃ tu saṃrabdhā yuddhadurmadāḥ dhārtarāṣṭrā vinedur hi nānyāṃ cākathayan kathām nigṛhītuṃ tadā kruddhāḥ samantāt paryavārayan parivārya raṇe bhīmaṃ nijaghnus te samantataḥ
Als die Söhne Dhṛtarāṣṭras, kampfestrunken und erregt, Bhīmasena erreicht hatten, brüllten sie auf und führten keine andere Rede mehr; zornentbrannt umringten sie ihn von allen Seiten, um ihn zu überwältigen, und, ihn im Kampf umzingelnd, schlugen sie auf Bhīma von allen Seiten ein.
Wort für Wort
āsādya bhīmasenaṃ tu saṃrabdhā yuddhadurmadāḥ
als sie, kampfestrunken und erregt, Bhīmasena erreicht hatten (āsad - bhīmasena - saṃrabdha - yuddhadurmada)
dhārtarāṣṭrā vinedur hi nānyāṃ cākathayan kathām
brüllten die Söhne Dhṛtarāṣṭras auf und führten keine andere Rede mehr (dhārtarāṣṭra - vinad - na - anya - kathay - kathā)
nigṛhītuṃ tadā kruddhāḥ samantāt paryavārayan
zornentbrannt umringten sie ihn von allen Seiten, um ihn zu überwältigen (nigrah - tadā - kruddha - samantāt - paryāvṛ)
parivārya raṇe bhīmaṃ nijaghnus te samantataḥ
und, ihn im Kampf umzingelnd, schlugen sie auf Bhīma von allen Seiten ein (parivṛ - raṇa - bhīma - nihan - samantatas)
rathāśvadvipahīnāṃs tu tān bhīmo gadayā balī viprahīnarathāśvāṃs tān narān sa puruṣarṣabhaḥ bhīmaseno gadāpāṇir gadayā vajrakalpayā ekaviṃśatisāhasrān padātīn avapothayat
Die ihrer Wagen, Pferde und Elefanten Beraubten zerschmetterte der starke Bhīma mit der Keule; die Männer, denen Wagen und Pferde genommen waren, er, der Stier unter den Männern – Bhīmasena, die Keule in der Hand, zermalmte mit der blitzähnlichen Keule einundzwanzigtausend Fußsoldaten.
Wort für Wort
rathāśvadvipahīnāṃs tu tān bhīmo gadayā balī
die ihrer Wagen, Pferde und Elefanten Beraubten zerschmetterte der starke Bhīma mit der Keule (rathāśvadvipahīna - bhīma - gadā - balin)
viprahīnarathāśvāṃs tān narān sa puruṣarṣabhaḥ
die Männer, denen Wagen und Pferde genommen waren, er, der Stier unter den Männern (viprahīnarathāśva - nara - puruṣarṣabha)
bhīmaseno gadāpāṇir gadayā vajrakalpayā
Bhīmasena, die Keule in der Hand, mit der blitzähnlichen Keule (bhīmasena - gadāpāṇi - gadā - vajrakalpa)
Die beiden Apparatuszeilen *0108_01 und *0109_01 variieren denselben Gedanken (Bhīmas Vernichtung der wagen- und pferdelosen Fußkämpfer); beide wurden wörtlich in den Vers integriert.
hatvā tat puruṣānīkaṃ bhīmaḥ satyaparākramaḥ dhṛṣṭadyumnaṃ puraskṛtya nacirāt pratyadṛśyata
Nachdem Bhīma, dessen Tapferkeit sich stets bewährt, jene Schar von Männern erschlagen hatte, war er, Dhṛṣṭadyumna vorausstellend, bald wieder zu sehen.
Wort für Wort
hatvā tat puruṣānīkaṃ bhīmaḥ satyaparākramaḥ
nachdem Bhīma, dessen Tapferkeit sich stets bewährt, jene Schar von Männern erschlagen hatte (han - puruṣānīka - bhīma - satyaparākrama)
dhṛṣṭadyumnaṃ puraskṛtya nacirāt pratyadṛśyata
war er, Dhṛṣṭadyumna vorausstellend, bald wieder zu sehen (dhṛṣṭadyumna - puraskṛ - nacirāt - pratidṛś)
nānāpuṣpasrajopetā nānākuṇḍaladhāriṇaḥ nānājātyā hatās tatra nānādeśasamāgatāḥ
Mit verschiedenartigen Blumenkränzen geschmückt, verschiedenartige Ohrringe tragend, aus verschiedenen Kasten stammend, aus verschiedenen Ländern zusammengekommen, lagen sie dort erschlagen.
Wort für Wort
nānāpuṣpasrajopetā nānākuṇḍaladhāriṇaḥ
mit verschiedenartigen Blumenkränzen geschmückt, verschiedenartige Ohrringe tragend (nānāpuṣpasrajopeta - nānākuṇḍaladhārin)
nānājātyā hatās tatra nānādeśasamāgatāḥ
aus verschiedenen Kasten stammend, dort erschlagen, aus verschiedenen Ländern zusammengekommen (nānājāti - hata - tatra - nānādeśasamāgata)
te sarve tāvakān dṛṣṭvā maheṣvāsān parāṅmukhān samabhyadhāvaṃs tvaritā yuddhāya jitakāśinaḥ nābhyavartanta te putraṃ veleva makarālayam
Als sie alle deine großen Bogenschützen sahen, wie sie sich zur Flucht wandten, stürmten sie, siegesgewiss, eilends zum Kampf heran; doch deinem Sohn näherten sie sich nicht, wie die Brandung nicht dem Wohnsitz der Meeresungeheuer.
Wort für Wort
te sarve tāvakān dṛṣṭvā maheṣvāsān parāṅmukhān
als sie alle deine großen Bogenschützen sahen, wie sie sich zur Flucht wandten (sarva - tāvaka - dṛś - maheṣvāsa - parāṅmukha)
tad adbhutam apaśyāma tava putrasya pauruṣam yad ekaṃ sahitāḥ pārthā na śekur ativartitum
Das war das Wunderbare, das wir sahen, die Mannhaftigkeit deines Sohnes: dass die vereinten Söhne der Pṛthā den Einzelnen nicht zu überwältigen vermochten.
Wort für Wort
tad adbhutam apaśyāma tava putrasya pauruṣam
das war das Wunderbare, das wir sahen, die Mannhaftigkeit deines Sohnes (adbhuta - paśya - tvad - putra - pauruṣa)
yad ekaṃ sahitāḥ pārthā na śekur ativartitum
dass die vereinten Söhne der Pṛthā den Einzelnen nicht zu überwältigen vermochten (eka - sahita - pārtha - na - śak - ativart)
na taṃ deśaṃ prapaśyāmi pṛthivyāṃ parvateṣu vā yatra yātān na vo hanyuḥ pāṇḍavāḥ kiṃ sṛtena vaḥ
„Ich sehe keinen Ort auf der Erde oder in den Bergen, wohin ihr fliehen könntet, ohne dass euch die Pāṇḍavas dort erschlügen. Was nützt euch die Flucht?
Wort für Wort
na taṃ deśaṃ prapaśyāmi pṛthivyāṃ parvateṣu vā
'ich sehe keinen Ort auf der Erde oder in den Bergen' (na - deśa - prapaśya - pṛthivī - parvata)
yatra yātān na vo hanyuḥ pāṇḍavāḥ kiṃ sṛtena vaḥ
'wohin ihr fliehen könntet, ohne dass euch die Pāṇḍavas dort erschlügen – was nützt euch die Flucht' (yatra - yā - na - han - pāṇḍava - kim - sṛta)
viprayātāṃs tu vo bhinnān pāṇḍavāḥ kṛtakilbiṣān anusṛtya haniṣyanti śreyo naḥ samare sthitam
Wenn ihr aber zersprengt und schuldbeladen davonzieht, werden die Pāṇḍavas euch verfolgen und erschlagen; besser ist es für uns, im Kampf standzuhalten.
Wort für Wort
viprayātāṃs tu vo bhinnān pāṇḍavāḥ kṛtakilbiṣān
'wenn ihr zersprengt und schuldbeladen davonzieht, die Pāṇḍavas' (viprayāta - bhinna - pāṇḍava - kṛtakilbiṣa)
anusṛtya haniṣyanti śreyo naḥ samare sthitam
'werden sie euch verfolgen und erschlagen; besser ist es für uns, im Kampf standzuhalten' (anusṛ - han - śreyas - samara - sthita)
śṛṇudhvaṃ kṣatriyāḥ sarve yāvantaḥ stha samāgatāḥ yadā śūraṃ ca bhīruṃ ca mārayaty antakaḥ sadā ko nu mūḍho na yudhyeta puruṣaḥ kṣatriyabruvaḥ
Hört mich, all ihr Kṣatriyas, so viele ihr hier versammelt seid: Da der Tod stets sowohl den Tapferen als auch den Feigen dahinrafft, welcher Tor, der sich einen Kṣatriya nennt, würde da nicht kämpfen?
Wort für Wort
śṛṇudhvaṃ kṣatriyāḥ sarve yāvantaḥ stha samāgatāḥ
'hört mich, all ihr Kṣatriyas, so viele ihr hier versammelt seid' (śru - kṣatriya - sarva - yāvat - as - samāgata)
yadā śūraṃ ca bhīruṃ ca mārayaty antakaḥ sadā
'da der Tod stets sowohl den Tapferen als auch den Feigen dahinrafft' (yadā - śūra - bhīru - māray - antaka - sadā)
ko nu mūḍho na yudhyeta puruṣaḥ kṣatriyabruvaḥ
'welcher Tor, der sich einen Kṣatriya nennt, würde da nicht kämpfen' (kas - mūḍha - na - yudh - puruṣa - kṣatriyabruva)
Besser ist es für uns, vor dem zornigen Bhīmasena zu stehen; angenehm ist der Tod im Kampf für die, die nach dem Kṣatriya-Dharma kämpfen. Der Sterbliche muss ohnehin sterben, sei es auch irgendwann zu Hause – für den, der nach dem Kṣatriya-Dharma kämpft, ist dieser Tod der uralte, rechte. Siegt er, erlangt er Glück hienieden; fällt er, erlangt er im Jenseits große Frucht.
Wort für Wort
śreyo no bhīmasenasya kruddhasya pramukhe sthitam
'besser ist es für uns, vor dem zornigen Bhīmasena zu stehen' (śreyas - bhīmasena - kruddha - pramukha - sthita)
sukhaḥ sāṃgrāmiko mṛtyuḥ kṣatradharmeṇa yudhyatām
'angenehm ist der Tod im Kampf für die, die nach dem Kṣatriya-Dharma kämpfen' (sukha - sāṃgrāmika - mṛtyu - kṣatradharma - yudh)
martyenāvaśyamartavyaṃ gṛheṣv api kadā cana
'der Sterbliche muss ohnehin sterben, sei es auch irgendwann zu Hause' (martya - avaśyamartavya - gṛha - kadācana)
yudhyataḥ kṣatradharmeṇa mṛtyur eṣa sanātanaḥ
'für den, der nach dem Kṣatriya-Dharma kämpft, ist dieser Tod der uralte, rechte' (yudh - kṣatradharma - mṛtyu - sanātana)
jitveha sukham āpnoti hataḥ pretya mahat phalam
'siegt er, erlangt er Glück hienieden; fällt er, erlangt er im Jenseits große Frucht' (ji - iha - sukha - āp - hata - pretya - mahat - phala)
mādrīputrau ca śakuniṃ sātyakiś ca mahābalaḥ javenābhyapatan hṛṣṭā yato vai tāvakaṃ balam
Und die beiden Söhne der Mādrī gegen Śakuni, und der gewaltig starke Sātyaki – voller Freude stürmten sie mit Geschwindigkeit dorthin, wo dein Heer stand.
Wort für Wort
mādrīputrau ca śakuniṃ sātyakiś ca mahābalaḥ
und die beiden Söhne der Mādrī gegen Śakuni, und der gewaltig starke Sātyaki (mādrīputra - śakuni - sātyaki - mahābala)
javenābhyapatan hṛṣṭā yato vai tāvakaṃ balam
voller Freude stürmten sie mit Geschwindigkeit dorthin, wo dein Heer stand (java - abhipat - hṛṣṭa - yatas - tāvaka - bala)