Kapitel 60: duryodhanakṛṣṇasaṃvāda
Duryodhanas Wortgefecht mit Kṛṣṇa und die Rechtfertigung der Kriegslisten
Nach Duryodhanas Fall feiern die Pāṇḍavas; Kṛṣṇa mahnt zur Mäßigung, Duryodhana wirft ihm die regelwidrigen Tötungen vor, Kṛṣṇa erwidert und verteidigt sie, Blumenregen und himmlische Zeichen folgen.
Aśvatthāman, Kṛpa und Kṛtavarman, der Sātvata – als sie Duryodhana erschlagen sahen, wie verhielten sie sich, Saṃjaya?
Wort für Wort
aśvatthāmā kṛpaḥ ca eva
Aśvatthāman und Kṛpa (Nom.Sg.)
kṛtavarmā ca sātvataḥ
und Kṛtavarman, der Sātvata (Nom.Sg.)
hataṃ duryodhanaṃ dṛṣṭvā
Duryodhana erschlagen gesehen habend (Akk.; Abs.)
pratyapadyanta saṃjaya
verhielten sich, gingen vor (3.Pl.Impf.Med.), Saṃjaya (Vok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; pratyapadyanta ist hier sinngemäß als „verhielten sich / griffen zu“ gefasst, das Objekt (kim) ist aus der vorigen Frage zu ergänzen.
Saṃjaya sprach: Als sie Duryodhana im Kampf von Bhīmasena erschlagen sahen – [so] wie ein Löwe im Wald einen brünstigen Wildelefanten [erlegt], großer König –
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Nom.; 3.Sg.Perf.)
hataṃ duryodhanaṃ dṛṣṭvā
Duryodhana erschlagen gesehen habend (Akk.; Abs.)
bhīmasenena saṃyuge
von Bhīmasena im Kampf (Instr./Lok.)
siṃhena iva mahārāja
wie durch einen Löwen, großer König (Instr./Vok.)
mattaṃ vanagajaṃ vane
einen brünstigen Waldelefanten im Wald (Akk./Lok.)
Der Vergleichssatz ist elliptisch, ein Verb (etwa „erlegt“) ist zu ergänzen; der Satz wird in V. 4 fortgeführt.
Die einen schleuderten [ihre] Bögen weg, andere ließen die Bogensehnen schnellen; wieder andere bliesen große Muschelhörner, andere schlugen die Pauken.
Wort für Wort
dhanūṃṣi anye vyākṣipanta
Bögen schleuderten andere fort (Akk.Pl.; 3.Pl.Impf.Med.)
jyāḥ ca api anye tathā akṣipan
und Sehnen ebenso andere, sie ließen schnellen (Akk.Pl.; 3.Pl.Impf.)
dadhmuḥ anye mahāśaṅkhān
bliesen andere große Muschelhörner (3.Pl.Perf./Akk.Pl.)
anye jaghnuḥ ca dundubhīn
andere schlugen und die Pauken (3.Pl.Perf./Akk.Pl.)
„Eine schwere, sehr große Tat hast du heute im Kampf vollbracht, indem du den Kaurava-Fürsten im Kampf mit der Keule erschlugst, der sich über die Maßen abgemüht hatte.“
Wort für Wort
duṣkaraṃ bhavatā karma
eine schwere Tat, von dir (Nom./Instr.)
raṇe adya sumahat kṛtam
im Kampf heute, sehr große, vollbracht (Lok./Nom.; Part.Pass.)
kauravendraṃ raṇe hatvā
den Kaurava-Fürsten im Kampf erschlagen habend (Akk.; Abs.)
gadayā atikṛtaśramam
mit der Keule, der sich über die Maßen abgemüht hatte [?] (Instr./Akk.)
atikṛtaśramam: Lesart unsicher (auch als Bezug auf Bhīma denkbar); hier als Bahuvrīhi zu kauravendram gefasst.
„Du hast das jenseitige Ufer der Feindschaft erreicht, das für andere sehr schwer zu erreichen ist; für einen anderen wäre es unmöglich, so etwas zu vollbringen.“
Wort für Wort
vairasya ca gataḥ pāram
und der Feindschaft jenseitiges Ufer erreicht habend (Gen./Part./Akk.)
tvam iha anyaiḥ sudurgamam
du hier, von anderen sehr schwer zu erreichen[des] (Nom./Instr./Akk.)
„Wie ein Löwe [das eines] Büffels, nachdem du einen wunderbaren Kampf geliefert hattest, wurde das Blut Duḥśāsanas glücklicherweise von dir, Makelloser, getrunken.“
Wort für Wort
siṃhena mahiṣasya iva
wie von einem Löwen [das Blut] eines Büffels (Instr./Gen.)
kṛtvā saṃgaram adbhutam
geliefert habend einen wunderbaren Kampf (Abs./Akk.)
duḥśāsanasya rudhiraṃ
des Duḥśāsana Blut (Gen./Nom.)
diṣṭyā pītaṃ tvayā anagha
glücklicherweise getrunken, von dir, Makelloser (Part.Pass./Instr./Vok.)
Der Vergleich ist verkürzt: „wie [das Blut] eines Büffels durch den Löwen“.
„Durch das Treten auf [das Haupt] der Feinde und durch die Tötung Duryodhanas, Bhīma, ist dein sehr großer Ruhm glücklicherweise auf der Erde verbreitet.“
Wort für Wort
amitrāṇām adhiṣṭhānāt
wegen des Darauftretens [?] auf die Feinde (Gen.Pl./Abl.)
vadhāt duryodhanasya ca
und wegen der Tötung Duryodhanas (Abl./Gen.)
bhīma diṣṭyā pṛthivyāṃ
Bhīma, glücklicherweise auf der Erde (Vok./Adv./Lok.)
te prathitaṃ sumahat yaśaḥ
dein verbreitet, sehr großer Ruhm (Gen./Part.Pass./Nom.)
duryodhanavadhe yāni romāṇi hṛṣitāni naḥ; adyāpi na vihṛṣyanti tāni tad viddhi bhārata; ity abruvan bhīmasenaṃ vātikās tatra saṃgatāḥ
„Die Haare, die uns bei Duryodhanas Tötung zu Berge standen, die kommen auch heute noch nicht zur Ruhe [?]; wisse das, Bhārata.“ So sprachen dort die versammelten Vātikas [?] zu Bhīmasena.
Wort für Wort
duryodhanavadhe yāni romāṇi
bei Duryodhanas Tötung welche Haare (Lok./Akk.Pl.)
hṛṣitāni naḥ
sich gesträubt habende, uns (Part./Gen.)
adya api na vihṛṣyanti
auch heute noch nicht [kommen sie zur Ruhe?] [?] (3.Pl.Präs.)
tāni tat viddhi bhārata
diese; das wisse, Bhārata (Nom./Akk./Imp.2.Sg./Vok.)
iti abruvan bhīmasenaṃ
so sagten sie zu Bhīmasena (3.Pl.Impf./Akk.)
vātikāḥ tatra saṃgatāḥ
die Vātikas [?] dort versammelt (Nom.Pl./Part.)
vihṛṣyanti und vātikāḥ unsicher; vātikāḥ evtl. Name oder Bezeichnung einer Gruppe (Lobsänger?).
na nyāyyaṃ nihataḥ śatrur bhūyo hantuṃ janādhipāḥ; asakṛd vāgbhir ugrābhir nihato hy eṣa mandadhīḥ
„Es ist nicht recht, ihr Herren der Menschen, einen bereits erschlagenen Feind noch einmal zu töten. Mit harten Worten ist dieser Schwachsinnige ja schon oft erschlagen worden.“
Wort für Wort
na nyāyyaṃ nihataḥ śatruḥ
nicht recht ist es, [einen] erschlagenen Feind (Nom.)
bhūyaḥ hantum janādhipāḥ
wieder zu töten, Herren der Menschen (Adv./Inf./Vok.Pl.)
asakṛt vāgbhiḥ ugrābhiḥ
oftmals durch harte Worte (Adv./Instr.Pl.)
nihataḥ hi eṣaḥ mandadhīḥ
erschlagen ja ist dieser Schwachsinnige (Part./Nom.)
tadaivaiṣa hataḥ pāpo yadaiva nirapatrapaḥ; lubdhaḥ pāpasahāyaś ca suhṛdāṃ śāsanātigaḥ
„Damals schon ist dieser Böse erschlagen worden, als er schamlos wurde, gierig, ein Gefährte der Bösen und einer, der die Weisung der Freunde übertrat.“
Wort für Wort
tadā eva eṣaḥ hataḥ pāpaḥ
damals schon ist dieser Böse erschlagen (Adv./Nom./Part.)
yadā eva nirapatrapaḥ
als eben [er] schamlos [wurde] (Adv./Nom.)
lubdhaḥ pāpasahāyaḥ ca
gierig und Gefährte der Bösen (Nom.; Bahuvrīhi)
suhṛdāṃ śāsanātigaḥ
der die Weisung der Freunde übertritt (Gen.Pl.; Nom.)
„Mit diesem, ob gesehen oder auch nur in Erzählungen gehört, ist nichts anzufangen. Solche, die die Ordnung durchbrochen haben, gehen hier einen solchen Weg.“ Als der Fürst diese Rede von ihm gehört hatte, die voll Groll war – da [erhob er sich], wie flammend vor Zorn und wie zitternd.
Wort für Wort
na anena kāryaṃ dṛṣṭena
mit diesem ist nichts zu tun, gesehen (Instr./Nom./Part.)
śrutena eva kathāsu api
gehört nur, in Erzählungen auch (Part.Instr./Lok.Pl.)
īdṛśāḥ bhinnamaryādāḥ
solche, deren Schranke durchbrochen ist (Nom.Pl.; Bahuvrīhi)
gatiṃ yānti iha tādṛśīm
gehen hier eine solche Bahn (Akk./3.Pl.Präs.)
śrutvā evaṃ vacanaṃ tasya
nachdem er so seine Rede gehört (Abs./Akk./Gen.)
sāsūyavacanaṃ tadā
die missgünstige Rede, damals (Akk./Adv.)
jvalan iva ca roṣeṇa
wie flammend vor Zorn (Part./Instr.)
sphuran iva ca bhūpatiḥ
wie zuckend der Fürst (Part./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage, syntaktisch bruchstückhaft; das Verb zum letzten Satz fehlt, [erhob er sich] ist ergänzt; der Fürst (bhūpati) ist Duryodhana.
„Dieser, der niedrigste der Männer, ist heute weder als Freund noch als Feind geeignet. Was soll man mit diesem anfangen, der durch Worte über die Maßen gestochen und einem Stück Holz gleich ist?“
Wort für Wort
na eṣaḥ yogyaḥ adya
nicht dieser ist geeignet heute (Nom.)
mitraṃ vā śatruḥ vā
als Freund oder als Feind (Nom.)
puruṣādhamaḥ
der niedrigste der Männer (Nom.)
kim anena atinunnena
was mit diesem über die Maßen Gestochenen (Instr.)
vāgbhiḥ kāṣṭhasadharmaṇā
durch Worte, dem Holz gleichartigen (Instr.Pl./Instr.)
ghātayitvā mahīpālān ṛjuyuddhān sahasraśaḥ; jihmair upāyair bahubhir na te lajjā na te ghṛṇā
„Nachdem du Tausende von Erdenherrschern, die redlich kämpften, durch viele krumme Mittel hattest erschlagen lassen, hast du keine Scham, kein Mitgefühl.“
aśvatthāmnaḥ sanāmānaṃ hatvā nāgaṃ sudurmate; ācāryo nyāsitaḥ śastraṃ kiṃ tan na viditaṃ mama
„Nachdem man einen Elefanten, der denselben Namen wie Aśvatthāman trug, getötet hatte, Übelgesinnter, wurde der Lehrer dazu gebracht, die Waffe niederzulegen: war mir das nicht bekannt?“
Wort für Wort
aśvatthāmnaḥ sanāmānaṃ
den, der mit Aśvatthāman gleichnamig war (Gen./Akk.)
hatvā nāgaṃ sudurmate
getötet habend einen Elefanten, Übelgesinnter (Abs./Akk./Vok.)
ācāryaḥ nyāsitaḥ śastraṃ
der Lehrer wurde die Waffe niederlegen gemacht (Nom./Part.Pass./Akk.)
„Der starke Bhūriśravas, dem der Arm abgehauen war und der im Todesfasten dasaß, wurde von dem von dir losgeschickten bösgesinnten Śineya-Enkel erschlagen.“
Wort für Wort
chinnabāhuḥ prāyagataḥ
mit abgehauenem Arm, zum Todesfasten gesetzt (Nom.)
tathā bhūriśravā balī
ebenso Bhūriśravas, der Starke (Nom.)
tvayā nisṛṣṭena hataḥ
von dir losgeschickt, erschlagen (Instr./Part.Pass.)
„und als das Rad wieder [in der Erde] versank, wurde Karṇa, von Not bedrängt, besiegt: in der Schlacht niedergestreckt, ganz mit dem Rad beschäftigt, er, der Anführer der Männer.“
Wort für Wort
punaḥ ca patite cakre
und wieder als das Rad gefallen [eingesunken] war (Adv./Lok. abs.)
vyasanārtaḥ parājitaḥ
von Unglück bedrängt, besiegt (Nom./Part.)
pātitaḥ samare karṇaḥ
niedergestreckt in der Schlacht, Karṇa (Part./Lok./Nom.)
cakravyagraḥ agraṇīḥ nṛṇām
mit dem Rad beschäftigt, der Anführer der Männer (Nom./Gen.Pl.)
tvayā māyāvinā kṛṣṇa māyām arkapramoṣiṇīm; kṛtvā hataḥ sindhupatiḥ kiṃ tan na viditaṃ mama
„Von dir, dem Zauberkundigen, Kṛṣṇa, wurde, nachdem du einen die Sonne raubenden Zauber gewirkt hattest, der Herr der Sindhus erschlagen: war mir das nicht bekannt?“
Wort für Wort
tvayā māyāvinā kṛṣṇa
von dir, dem Zauberkundigen, Kṛṣṇa (Instr./Vok.)
māyām arkapramoṣiṇīm
einen die Sonne raubenden Zauber (Akk.)
kṛtvā hataḥ sindhupatiḥ
gewirkt habend, erschlagen der Herr der Sindhus (Abs./Part./Nom.)
kiṃ tat na viditaṃ mama
war das nicht von mir gewusst (Part.Pass./Gen.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.
Vāsudeva sprach: „Erschlagen bist du, Sohn der Gāndhārī, samt Brüdern, Söhnen und Verwandten, samt deiner Schar und samt den Freunden, [denn] du hast den Weg der Sünde betreten.“
Wort für Wort
vāsudeva uvāca
Vāsudeva sprach (Perf.)
hatas tvam asi gāndhāre
erschlagen bist du, Sohn der Gāndhārī (Part.Pass. Nom.Sg.; Vok.)
sabhrātṛsutabāndhavaḥ
samt Brüdern, Söhnen und Verwandten (Bahuvrīhi Nom.Sg.)
sagaṇaḥ sasuhṛd ca eva
samt Schar und samt Freunden, ja (Bahuvrīhi Nom.Sg.)
pāpamārgam anuṣṭhitaḥ
den Weg der Sünde betreten habend (Akk.Sg.; Part.Pass. Nom.Sg.)
Von mir gebeten, du Tor, willst du den väterlichen Anteil nicht geben, den Pāṇḍavas die Hälfte des eigenen Reiches, aus Gier und auf Śakunis Beschluss hin.
Wort für Wort
yācyamānaḥ mayā mūḍha
gebeten von mir, du Tor (Part.Pass. Nom.Sg.; Instr.; Vok.)
pitryam aṃśam na ditsasi
den väterlichen Anteil willst du nicht geben (Akk.Sg.; 2.Sg.Desid.)
pāṇḍavebhyaḥ svarājyārdham
den Pāṇḍavas die Hälfte des eigenen Reiches (Dat.Pl.; Akk.Sg.)
Auch Yājñasenī [Draupadī] wurde in der Halle beim Würfelspiel [an den Haaren] geschleift, [obwohl] sie ihre Tage hatte; schon damals, du Bösgesinnter, Schamloser, hättest du getötet werden müssen.
Wort für Wort
sabhāyāṃ yājñasenī ca
in der Halle und Yājñasenī (Lok.Sg.; Nom.Sg.)
kṛṣṭā dyūte
geschleift beim Würfelspiel (Part.Pass. Nom.Sg.f.; Lok.Sg.)
rajasvalā
menstruierend (Nom.Sg.f.)
tadā eva tāvat duṣṭātman
schon damals, du Bösgesinnter (Adv.; Vok.Sg.)
vadhyaḥ tvam nirapatrapaḥ
zu töten bist du, Schamloser (Gerundiv Nom.Sg.; Nom.Sg.)
anakṣajñaṃ ca dharmajñaṃ saubalenākṣavedinā; nikṛtyā yat parājaiṣīs tasmād asi hato raṇe
Weil du den Würfelunkundigen, aber Dharma-Kundigen [Yudhiṣṭhira] durch den würfelkundigen Saubala [Śakuni] mit Betrug besiegt hast, deshalb bist du im Kampf erschlagen.
Wort für Wort
anakṣajñaṃ ca dharmajñam
den des Würfelns Unkundigen und Dharma-Kundigen (Akk.Sg.)
saubalena akṣavedinā
durch den Saubala, den Würfelkundigen (Instr.Sg.)
nikṛtyā yat parājaiṣīs
mit Betrug, dass du besiegt hast (Instr.Sg.; Konj.; 2.Sg.Aor.)
tasmāt asi hataḥ raṇe
deshalb bist du erschlagen im Kampf (Abl.; 2.Sg.Präs.; Part.Pass.; Lok.Sg.)
yāny akāryāṇi cāsmākaṃ kṛtānīti prabhāṣase; vaiguṇyena tavātyarthaṃ sarvaṃ hi tad anuṣṭhitam; bṛhaspater uśanaso nopadeśaḥ śrutas tvayā; vṛddhā nopāsitāś caiva hitaṃ vākyaṃ na te śrutam; lobhenātibalena tvaṃ tṛṣṇayā ca vaśīkṛtaḥ; kṛtavān asyakāryāṇi vipākas teṣu bhujyatām
Und was an Unrechtem von uns getan worden sei, wie du behauptest: all das ist in Wahrheit durch deinen Mangel an Tugend über die Maßen [veranlasst und] vollzogen worden. Den Rat des Bṛhaspati und des Uśanas hast du nicht gehört, die Ältesten hast du nicht verehrt, wohlmeinende Rede hast du nicht gehört. Von übergroßer Gier und vom Durst beherrscht, hast du Unrechtes getan; dessen Frucht soll nun genossen werden.
Wort für Wort
yāni akāryāṇi ca asmākam
und was an Unrechtem von uns (Nom.Pl.n.; Gen.Pl.)
kṛtāni iti prabhāṣase
getan worden, so sagst du (Part.Pass.; Zitatpartikel; 2.Sg.Präs.)
vaiguṇyena tava atyartham
durch deine Untugend über die Maßen (Instr.Sg.; Gen.; Adv.)
sarvam hi tat anuṣṭhitam
all das ja ist vollzogen (Nom.Sg.n.; Part.Pass.)
bṛhaspateḥ uśanasaḥ na upadeśaḥ śrutaḥ tvayā
von Bṛhaspati und Uśanas wurde keine Lehre von dir gehört (Gen.Sg.; Nom.Sg.; Part.Pass.; Instr.)
vṛddhāḥ na upāsitāḥ ca eva
Älteste wurden nicht verehrt (Nom.Pl.; Part.Pass.)
hitam vākyam na te śrutam
wohlmeinende Rede wurde von dir nicht gehört (Nom.Sg.n.; Instr.-Vertretung durch te; Part.Pass.)
lobhena atibalena tvam tṛṣṇayā ca vaśīkṛtaḥ
von übergroßer Gier und Durst beherrscht bist du (Instr.Sg.; Nom.Sg.; Part.Pass.)
kṛtavān asi akāryāṇi
du hast Unrechtes getan (Part.Akt. + 2.Sg.; Akk.Pl.)
vipākaḥ teṣu bhujyatām
die Reife/Frucht soll genossen werden bei diesen (Nom.Sg.; Lok.Pl.; 3.Sg.Imp.Pass.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Die letzte Wendung ist elliptisch; „teṣu“ als „an/aus diesen [Taten]“ gefasst.
Dass Śikhaṇḍin den Bhīṣma erschlug, der im Kampf sein Werk tat, gegen die Pāṇḍavas [stehend, nach Vorteil trachtend [?]], ist um des Freundes willen keine Übertretung. Der Lehrer [Droṇa], seine Pflicht hinter sich lassend, dir zu Gefallen, wurde vom Pārṣata [Dhṛṣṭadyumna] im Kampf erschlagen, da er auf dem Pfad der Unguten wandelte. Den Saumadatti, den großen Wagenkämpfer, erschlug der Sātvata [Sātyaki], der Kundige, im Kampf, da er seine eigene Zusage wahr machen wollte. Arjuna, o König, der Tiger unter den Männern, tut, wenn er kämpft, niemals etwas Tadelnswertes, in keiner Weise. Obwohl er vielfach eine Blöße fand, erschlug er, des Heldenbrauchs eingedenk, Karṇa im Kampf nicht; rede nicht so, Übelgesinnter. Nachdem ich den Willen der Götter erkannt hatte, in ihrem Wunsch nach Lieb und Heil, wurde nicht nach Arjunas Sinn der Elefant von mir, [dem Kranz] entzogen [?]. Du und Bhīṣma und Karṇa, Droṇa, Drauṇi und Kṛpa – ihr wurdet in Virāṭas Stadt aus dessen Mitleid am Leben gelassen. Denke an Pārthas Tapferkeit, damals gegen die Gandharven bewiesen. Kein Unrecht liegt hierin, Sohn der Gāndhārī, was die Pāṇḍavas dir gegenüber taten: Auf die Kraft ihrer eigenen Arme gestützt, gemäß ihrer Pflicht, haben die Feindebezwinger, die Helden, im Kampf gesiegt; ein Sünder bist du, zum Tode gelangt.
Wort für Wort
kurvāṇam karma samare
sein Werk tuend im Kampf (Part.Med. Akk.Sg.; Akk.Sg.; Lok.Sg.)
pāṇḍavān arthakāṅkṣiṇam
gegen die Pāṇḍavas, Vorteil/Ziel erstrebend [?] (Akk.Pl.; Akk.Sg.)
yat śikhaṇḍī avadhīt bhīṣmam
dass Śikhaṇḍin den Bhīṣma erschlug (Konj.; Nom.Sg.; 3.Sg.Aor.; Akk.Sg.)
mitrārthe na vyatikramaḥ
um des Freundes willen, keine Übertretung (Lok.Sg.; Nom.Sg.)
svadharmam pṛṣṭhataḥ kṛtvā ācāryaḥ
die eigene Pflicht hinter sich lassend, der Lehrer (Akk.Sg.; Adv.; Abs.; Nom.Sg.)
tatpriyepsayā
aus dem Wunsch, dir zu gefallen (Instr.Sg.; im Text tvatpriyepsayā)
pārṣatena hataḥ saṃkhye
vom Pārṣata erschlagen im Kampf (Instr.Sg.; Part.Pass.; Lok.Sg.)
vartamānaḥ asatām pathi
wandelnd auf dem Pfad der Unguten (Part.Med.; Gen.Pl.; Lok.Sg.)
pratijñām ātmanaḥ satyām cikīrṣan
sein Versprechen wahr machen wollend (Akk.Sg.; Gen.Sg.; Akk.Sg.f.; Part.Desid.)
samare ripum hatavān sātvataḥ vidvān
im Kampf den Feind erschlug der Sātvata, der Kundige (Lok.; Akk.; Part.Akt.; Nom.; Nom.)
saumadattim mahāratham
den Saumadatti, den großen Wagenkämpfer (Akk.Sg.)
arjunaḥ samare rājan yudhyamānaḥ kadā cana
Arjuna im Kampf, o König, kämpfend, irgendwann (Nom.; Lok.; Vok.; Part.; Adv.)
ninditam puruṣavyāghraḥ karoti na katham cana
Tadelnswertes tut der Tiger unter den Männern in keiner Weise (Akk.Sg.n.; Nom.Sg.; 3.Sg.Präs.)
labdhvā api bahuśaḥ chidram
obwohl er oft eine Blöße gefunden (Abs.; Part.; Adv.; Akk.Sg.)
vīravṛttam anusmaran
des Heldenbrauchs gedenkend (Akk.Sg.; Part.)
na jaghāna raṇe karṇam
erschlug er im Kampf den Karṇa nicht (3.Sg.Perf.; Lok.; Akk.)
mā evam vocaḥ sudurmate
sprich nicht so, Übelgesinnter (Prohib.-Aor.; Vok.)
devānām matam ājñāya
der Götter Willen erkannt habend (Gen.Pl.; Akk.Sg.; Abs.)
teṣām priyahitepsayā
aus Wunsch nach deren Lieb und Heil (Gen.Pl.; Instr.Sg.)
na arjunasya mate nāgam mayā vyaṃsitam asrajam
nicht nach Arjunas Sinn der Elefant von mir getäuscht/entzogen [?] (Lok.Sg.; Akk.; Instr.; Part.; Akk.)
tvam ca bhīṣmaḥ ca karṇaḥ ca droṇaḥ drauṇiḥ tathā kṛpaḥ
du und Bhīṣma und Karṇa, Droṇa, Drauṇi und Kṛpa (Nom.)
virāṭanagare tasya ānṛśaṃsyāt ca jīvitāḥ
in Virāṭas Stadt aus dessen Mitleid am Leben gelassen (Lok.; Gen.; Abl.; Part.Pass.)
smara pārthasya vikrāntam gandharveṣu kṛtam tadā
gedenke Pārthas Tapferkeit, gegen Gandharven damals bewiesen (Imp.; Gen.; Akk.; Lok.Pl.; Part.; Adv.)
adharmam na atra gāndhāre pāṇḍavaiḥ yat kṛtam tvayi
kein Unrecht hierin, Gāndhārī-Sohn, was von den Pāṇḍavas dir gegenüber getan wurde (Akk.; Adv.; Vok.; Instr.Pl.; Part.; Lok.)
svabāhubalam āsthāya svadharmeṇa paraṃtapāḥ
auf die eigene Armkraft gestützt, gemäß eigener Pflicht, die Feindebezwinger (Akk.; Abs.; Instr.; Nom.Pl.)
jitavantaḥ raṇe vīrāḥ pāpaḥ asi nidhanam gataḥ
siegten im Kampf die Helden; ein Sünder bist du, zum Tode gegangen (Part.Akt. Nom.Pl.; Lok.; Nom.Pl.; Nom.Sg.; Akk.; Part.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage. „arthakāṅkṣiṇam“ (Bezug) und „nāgam … vyaṃsitam asrajam“ (Elefant ohne Kranz? getäuscht?) sind unsicher, evtl. verderbt.
duryodhana uvāca; adhītaṃ vidhivad dattaṃ bhūḥ praśāstā sasāgarā; mūrdhni sthitam amitrāṇāṃ ko nu svantataro mayā
Duryodhana sprach: „Gelernt habe ich nach Vorschrift, Gaben gegeben, die Erde samt den Meeren beherrscht, auf dem Haupt der Feinde gestanden – wer hat ein besseres Ende als ich?“
devārhā mānuṣā bhogāḥ prāptā asulabhā nṛpaiḥ; aiśvaryaṃ cottamaṃ prāptaṃ ko nu svantataro mayā
Götterwürdige menschliche Genüsse, für Könige schwer erreichbar, sind mir zuteil geworden, und auch höchste Herrschaft habe ich erlangt – wer hat ein besseres Ende als ich?
Wort für Wort
devārhāḥ mānuṣāḥ bhogāḥ
götterwürdige menschliche Genüsse (Nom.Pl.)
prāptāḥ asulabhāḥ nṛpaiḥ
erlangt, schwer erreichbar für Könige (Part.Pass.; Nom.Pl.; Instr.Pl.)
hatāṃś ca kauravāñ śrutvādharmataś ca mahīpatīn; śokārtāḥ śuśucuḥ sarve pāṇḍavā bharatarṣabha
Und als sie hörten, dass die Kauravas und die Fürsten wider das Recht erschlagen worden waren, trauerten alle Pāṇḍavas, von Kummer gequält, Stier unter den Bharatas.
Wort für Wort
hatān ca kauravān śrutvā
und erschlagene Kauravas gehört habend (Part.Pass. Akk.Pl.; Akk.Pl.; Abs.)
adharmataḥ ca mahīpatīn
und wider das Recht die Fürsten (Adv.; Akk.Pl.)
śokārtāḥ śuśucuḥ sarve
vom Kummer geplagt trauerten alle (Nom.Pl.; 3.Pl.Perf.; Nom.Pl.)
pāṇḍavāḥ bharatarṣabha
die Pāṇḍavas, Stier unter den Bharatas (Nom.Pl.; Vok.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
naiṣa śakyo 'tiśīghrāstras te ca sarve mahārathāḥ; ṛjuyuddhena vikrāntā hantuṃ yuṣmābhir āhave
„Dieser [Duryodhana], der überaus schnelle Waffen führt, ist nicht zu töten, und jene alle, die großen Wagenkämpfer, die im geraden [redlichen] Kampf tapfer sind, sind von euch im Kampf nicht zu töten.“
Wort für Wort
na eṣaḥ śakyaḥ
dieser ist nicht möglich (Nom.Sg.; Gerundiv-Adj. Nom.Sg.)
atiśīghrāstraḥ
der überaus schnelle Waffen hat (Bahuvrīhi Nom.Sg.)
te ca sarve mahārathāḥ
und jene alle, große Wagenkämpfer (Nom.Pl.)
ṛjuyuddhena vikrāntāḥ
durch geraden Kampf tapfer (Instr.Sg.; Part.Pass. Nom.Pl.)
hantum yuṣmābhiḥ āhave
zu töten von euch im Kampf (Inf.; Instr.Pl.; Lok.Sg.)
Satzbau elliptisch; „śakyaḥ“ auf beide Subjekte bezogen.
naiṣa śakyaḥ kadā cit tu hantuṃ dharmeṇa pārthivaḥ; te vā bhīṣmamukhāḥ sarve maheṣvāsā mahārathāḥ; mayānekair upāyais tu māyāyogena cāsakṛt; hatās te sarva evājau bhavatāṃ hitam icchatā; yadi naivaṃvidhaṃ jātu kuryāṃ jihmam ahaṃ raṇe; kuto vo vijayo bhūyaḥ kuto rājyaṃ kuto dhanam
Dieser König ist niemals auf rechte Weise zu töten; auch jene alle, die mit Bhīṣma an der Spitze, große Bogenschützen, große Wagenkämpfer, wurden von mir durch viele Mittel und wiederholt durch Zauberkunst im Kampf alle erschlagen, [denn] ich wünschte euer Wohl. Wenn ich nicht je im Kampf solche Krummheit angewandt hätte – woher käme euch dann Sieg, woher Herrschaft, woher Reichtum?
Wort für Wort
na eṣaḥ śakyaḥ kadā cit tu
dieser ist niemals zu töten (Nom.Sg.; Adj.; Adv.; Part.)
hantum dharmeṇa pārthivaḥ
zu töten rechtmäßig, der König (Inf.; Instr.Sg.; Nom.Sg.)
te vā bhīṣmamukhāḥ sarve
oder jene alle mit Bhīṣma an der Spitze (Nom.Pl.)
maheṣvāsāḥ mahārathāḥ
große Bogenschützen, große Wagenkämpfer (Nom.Pl.)
mayā anekaiḥ upāyaiḥ tu
von mir durch viele Mittel (Instr.Sg.; Instr.Pl.; Part.)
māyāyogena ca asakṛt
und durch Zauberkunst wiederholt (Instr.Sg.; Adv.)
hatāḥ te sarve eva ājau
erschlagen wurden jene alle im Kampf (Part.Pass. Nom.Pl.; Lok.Sg.)
bhavatām hitam icchatā
für euer Wohl, wünschend (Gen.Pl.; Akk.Sg.; Part. Instr.Sg.)
yadi na evaṃvidham jātu kuryām jihmam aham raṇe
wenn ich niemals solche Krummheit im Kampf täte (Konj.; Adv.; Opt.1.Sg.; Akk.Sg.n.; Lok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage. Die Sprecherzuweisung ist wie in der Hauptzeile (Kṛṣṇa).
te hi sarve mahātmānaś catvāro 'tirathā bhuvi; na śakyā dharmato hantuṃ lokapālair api svayam
Denn jene alle, die vier Hochgesinnten, die Übergroßen unter den Wagenkämpfern auf Erden, sind nicht rechtmäßig zu töten, nicht einmal von den Weltenhütern in eigener Person.
Wort für Wort
te hi sarve mahātmānaḥ
denn jene alle, Hochgesinnte (Nom.Pl.)
catvāraḥ atirathāḥ bhuvi
die vier, Übermächtige unter den Wagenkämpfern auf Erden (Nom.Pl.; Lok.Sg.)
na śakyāḥ dharmataḥ hantum
nicht sind zu töten rechtmäßig (Adj. Nom.Pl.; Adv.; Inf.)
lokapālaiḥ api svayam
selbst von den Weltenhütern persönlich (Instr.Pl.; Part.; Adv.)
Die „vier“ sind vermutlich Bhīṣma, Droṇa, Karṇa, Bhūriśravas (vgl. Vers 71) [?].
tathaivāyaṃ gadāpāṇir dhārtarāṣṭro gataklamaḥ; na śakyo dharmato hantuṃ kālenāpīha daṇḍinā
Ebenso ist dieser Dhārtarāṣṭra mit der Keule in der Hand, dessen Erschöpfung geschwunden ist, nicht rechtmäßig zu töten, nicht einmal vom hier den Stab führenden Kāla [Zeit/Tod].
Wort für Wort
tathā eva ayam gadāpāṇiḥ
ebenso dieser mit der Keule in der Hand (Adv.; Nom.Sg.; Nom.Sg.)
dhārtarāṣṭraḥ gataklamaḥ
der Dhārtarāṣṭra, dessen Ermüdung gewichen (Nom.Sg.; Bahuvrīhi Nom.Sg.)
na śakyaḥ dharmataḥ hantum
nicht ist zu töten rechtmäßig (Adj.; Adv.; Inf.)
kālena api iha daṇḍinā
selbst von Kāla, hier den Stab tragend (Instr.Sg.; Part.; Adv.; Instr.Sg.)
evaṃ vidhātrā vihitaṃ vadham eṣāṃ mahātmanām; daivaṃ puruṣakāreṇa na śakyam ativartitum; bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyac ca nimeṣād yo haniṣyati; kṛtāntam anyathākartuṃ necchet so 'yaṃ dhanaṃjayaḥ
So ist von der Fügung der Tod dieser Hochgesinnten festgesetzt; das Schicksal ist durch Menschenwerk nicht zu überschreiten. Dieser Dhanaṃjaya, der Gewesenes, Seiendes und Künftiges im Augenblick vernichten könnte, würde nicht wünschen, das Schicksal [Kṛtānta] anders zu machen.
Wort für Wort
evam vidhātrā vihitam
so vom Schöpfer/Fügung festgesetzt (Adv.; Instr.Sg.; Part.Pass.)
vadham eṣām mahātmanām
den Tod dieser Hochgesinnten (Akk.Sg.; Gen.Pl.; Gen.Pl.)
daivam puruṣakāreṇa
das Schicksal durch Menschenwerk (Nom.Sg.n.; Instr.Sg.)
na śakyam ativartitum
nicht möglich zu überschreiten (Adj.; Inf.)
bhūtam bhavyam bhaviṣyat ca
Gewesenes, Seiendes, Künftiges (Akk.Sg.n.)
nimeṣāt yaḥ haniṣyati
im Augenblick, der töten würde/wird (Abl.Sg.; Rel.; 3.Sg.Fut.)
kṛtāntam anyathākartum
das Schicksal anders zu machen (Akk.Sg.; Inf.)
na icchet saḥ ayam dhanaṃjayaḥ
nicht würde wollen dieser Dhanaṃjaya (Opt.3.Sg.; Nom.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; „yo haniṣyati“ als potentiale Fügung wiedergegeben.
devadattaṃ prahṛṣṭātmā śaṅkhapravaram arjunaḥ; anantavijayaṃ rājā kuntīputro yudhiṣṭhiraḥ; pauṇḍraṃ dadhmau mahāśaṅkhaṃ bhīmakarmā vṛkodaraḥ; nakulaḥ sahadevaś ca sughoṣamaṇipuṣpakau; dhṛṣṭadyumnas tathā jaitraṃ sātyakir nandivardhanam; teṣāṃ nādena mahatā śaṅkhānāṃ bharatarṣabha; āpupūre nabhaḥ sarvaṃ pṛthivī ca cacāla ha; tataḥ śaṅkhāś ca bheryaś ca paṇavānakagomukhāḥ; pāṇḍusainyeṣv avādyanta sa śabdas tumulo 'bhavat; astuvan pāṇḍavān anye gīrbhiś ca stutimaṅgalaiḥ
Den Devadatta, den vorzüglichsten der Muschelhörner, [blies] Arjuna frohgemut; den Anantavijaya der König Yudhiṣṭhira, Sohn der Kuntī; das große Muschelhorn Pauṇḍra blies Vṛkodara, der Furchtbares vollbringt; Nakula und Sahadeva den Sughoṣa und den Maṇipuṣpaka; Dhṛṣṭadyumna den Jaitra, Sātyaki den Nandivardhana. Vom gewaltigen Schall jener Muschelhörner, Stier der Bharatas, füllte sich der ganze Himmel, und die Erde bebte. Dann wurden in den Heeren der Pāṇḍavas Muscheln, Pauken, Paṇavas, Ānakas und Gomukhas gespielt, und jener Lärm war tosend. Andere priesen die Pāṇḍavas mit Worten, mit Lobpreisungen und Segenssprüchen.
Wort für Wort
devadattam prahṛṣṭātmā
den Devadatta, frohgemut (Akk.Sg.; Nom.Sg.)
śaṅkhapravaram arjunaḥ
das vorzüglichste Horn, Arjuna (Akk.Sg.; Nom.Sg.)
anantavijayam rājā kuntīputraḥ yudhiṣṭhiraḥ
den Anantavijaya der König, Kuntīsohn Yudhiṣṭhira (Akk.; Nom.Sg.)
pauṇḍram dadhmau mahāśaṅkham
den Pauṇḍra blies das große Horn (Akk.; 3.Sg.Perf.; Akk.)
bhīmakarmā vṛkodaraḥ
der Furchtbares Wirkende, Vṛkodara (Nom.Sg.)
nakulaḥ sahadevaḥ ca
Nakula und Sahadeva (Nom.)
sughoṣamaṇipuṣpakau
Sughoṣa und Maṇipuṣpaka (Akk.Du.)
dhṛṣṭadyumnaḥ tathā jaitram
Dhṛṣṭadyumna ebenso den Jaitra (Nom.; Adv.; Akk.)
sātyakiḥ nandivardhanam
Sātyaki den Nandivardhana (Nom.; Akk.)
teṣām nādena mahatā śaṅkhānām bharatarṣabha
durch deren gewaltigen Schall der Muscheln, Bharata-Stier (Gen.Pl.; Instr.; Gen.Pl.; Vok.)
āpupūre nabhaḥ sarvam
füllte sich der ganze Himmel (3.Sg.Perf.Pass.; Nom.; Nom.)
pṛthivī ca cacāla ha
und die Erde bebte (Nom.; 3.Sg.Perf.; Part.)
tataḥ śaṅkhāḥ ca bheryaḥ ca
dann Muscheln und Pauken (Adv.; Nom.Pl.)
paṇavānakagomukhāḥ
Paṇavas, Ānakas, Gomukhas (Dvandva Nom.Pl.)
pāṇḍusainyeṣu avādyanta
in den Heeren der Pāṇḍavas wurden gespielt (Lok.Pl.; 3.Pl.Impf.Pass.)
saḥ śabdaḥ tumulaḥ abhavat
jener Lärm war tosend (Nom.Sg.; Nom.Sg.; 3.Sg.Impf.)
astuvan pāṇḍavān anye
priesen die Pāṇḍavas andere (3.Pl.Impf.; Akk.Pl.; Nom.Pl.)
gīrbhiḥ ca stutimaṅgalaiḥ
mit Worten, Lobpreisungen und Segenssprüchen (Instr.Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; das Verb „dadhmau“ ist zu den Namen der Muschelhörner sinngemäß ergänzt.