Kapitel 23: arjunasya kauravasenādahanaṃ śakuniprayāṇaṃ ca
Śakunis Angriff, Arjunas Klage über Duryodhanas Verblendung und sein Feuersturm gegen die Kaurava-Heere
Nach dem Zusammenbruch des Lärms und dem Rückzug bricht Śakuni mit den letzten siebenhundert Rossen zu Duryodhana auf und ermuntert ihn zum Angriff. Arjuna blickt gegenüber Kṛṣṇa auf den Verlauf des Krieges zurück, tadelt Duryodhanas Sturheit und stürzt sich dann in das Heer der Kauravas.
Saṃjaya sprach: Als jenes Getöse leiser geworden und das Heer von den Pāṇḍavas erschlagen war, kehrte der Sohn des Subala [Śakuni] mit den übrig gebliebenen siebenhundert Rossen um.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Perf.)
tasmiñ śabde mṛdau jāte
als jener Lärm sanft [leise] geworden war (Lok. abs.)
pāṇḍavair nihate bale
als das Heer von den Pāṇḍavas erschlagen war (Instr./Lok. abs.)
aśvaiḥ saptaśataiḥ śiṣṭair
mit siebenhundert übrig gebliebenen Rossen (Instr. Pl.)
sa yātvā vāhinīṃ tūrṇam abravīt tvarayan yudhi; yudhyadhvam iti saṃhṛṣṭāḥ punaḥ punar ariṃdamaḥ; apṛcchat kṣatriyāṃs tatra kva nu rājā mahārathaḥ
Er fuhr schnell zum Heer, trieb es im Kampf an und rief immer wieder freudig erregt, der Feindebezwinger: „Kämpft!“ Dort fragte er die Kṣatriyas: „Wo nur ist der König, der große Wagenkämpfer?“
Wort für Wort
sa yātvā vāhinīṃ tūrṇam
er, nachdem er zum Heer gefahren war, schnell (Abs./Akk./Adv.)
abravīt tvarayan yudhi
sprach, [sie] antreibend, im Kampf (3.Sg.Impf./Part.Präs./Lok.)
yudhyadhvam iti saṃhṛṣṭāḥ
„Kämpft!“ so, hocherfreut (2.Pl.Imp./Nom. Pl.)
punaḥ punar ariṃdamaḥ
immer wieder, der Feindebezwinger (Adv./Nom.)
apṛcchat kṣatriyāṃs tatra
fragte die Kṣatriyas dort (3.Sg.Impf./Akk. Pl.)
kva nu rājā mahārathaḥ
wo denn [ist] der König, der große Wagenkämpfer (Nom.)
evam uktas tu taiḥ śūraiḥ śakuniḥ saubalas tadā; prayayau tatra yatrāsau putras tava narādhipa; sarvataḥ saṃvṛto vīraiḥ samareṣv anivartibhiḥ
So von jenen Helden angesprochen, fuhr Śakuni, der Saubala, dann dorthin, o Herrscher der Menschen, wo dein Sohn war, von allen Seiten umgeben von Helden, die in Schlachten nicht zurückweichen.
Wort für Wort
evam uktas tu taiḥ śūraiḥ
so angesprochen aber von jenen Helden (Part.Pass./Instr.)
śakuniḥ saubalas tadā
Śakuni, der Saubala, damals (Nom.)
prayayau tatra yatra asau
fuhr dorthin, wo jener (3.Sg.Perf.)
putras tava narādhipa
dein Sohn, o Herrscher der Menschen (Nom./Vok.)
sarvataḥ saṃvṛto vīraiḥ
von allen Seiten umgeben von Helden (Part.Pass./Instr.)
tato jyātalanirghoṣaḥ punar āsīd viśāṃ pate; prādurāsīc charāṇāṃ ca sumuktānāṃ sudāruṇaḥ
Da erhob sich wieder, o Herr der Völker, das Dröhnen der Bogensehnen an den Handschuhen, und auch das furchtbare [Schwirren] der gut abgeschossenen Pfeile trat hervor.
Wort für Wort
tato jyātalanirghoṣaḥ
dann das Dröhnen von Bogensehne und Handschutz (Nom.)
punar āsīd viśāṃ pate
wieder war, o Herr der Völker (3.Sg.Impf./Vok.)
prādurāsīt
trat hervor (3.Sg.Impf.)
śarāṇāṃ ca sumuktānāṃ
und der gut abgeschossenen Pfeile (Gen. Pl.)
sudāruṇaḥ
sehr furchtbar (Nom.)
prādurāsīt ohne ausdrückliches Subjekt neben sudāruṇaḥ; „[Schwirren]“ ergänzt (nirghoṣaḥ aus dem ersten Pāda).
hate bhīṣme ca saṃdadhyāc chivaṃ syād iha mādhava; na ca tat kṛtavān mūḍho dhārtarāṣṭraḥ subāliśaḥ
Und nachdem Bhīṣma gefallen war, hätte er Frieden schließen sollen; dann wäre es hier zum Heil, o Mādhava. Doch das tat der Törichte nicht, der Dhārtarāṣṭra, der sehr Unverständige.
Wort für Wort
hate bhīṣme ca
und als Bhīṣma erschlagen war (Lok. abs.)
saṃdadhyāt śivaṃ syād iha mādhava
er sollte Frieden schließen, Heil wäre hier, o Mādhava (3.Sg.Opt./3.Sg.Opt./Vok.)
na ca tat kṛtavān mūḍhaḥ
und das tat nicht der Törichte (Part.Perf.Akt./Nom.)
hate droṇe ca karṇe ca bhūriśravasi saṃgare; duḥśāsane ca śālve ca śalye ca saparicchade; bhagadatte ca vīrendre naivāśāmyata hā raṇaḥ; yena bhīṣmas tathā droṇaḥ kṛpo vidura eva ca; pitā mātā śamasyārthe pratyākhyātās tu pāpinā
Als Droṇa, Karṇa und Bhūriśravas im Kampf erschlagen waren, und Duḥśāsana und Śālva und Śalya samt Gefolge, und Bhagadatta, der Herrscher unter den Helden, hörte, ach, der Krieg nicht auf, durch den Bhīṣma, Droṇa, Kṛpa und Vidura, Vater und Mutter, um des Friedens willen von dem Sünder abgewiesen wurden.
Wort für Wort
hate droṇe ca karṇe ca
als Droṇa und Karṇa erschlagen waren (Lok. abs.)
bhūriśravasi saṃgare
Bhūriśravas, im Kampf (Lok.)
duḥśāsane ca śālve ca śalye ca saparicchade
Duḥśāsana, Śālva und Śalya samt Gefolge (Lok.)
bhagadatte ca vīrendre
und Bhagadatta, dem Fürsten der Helden (Lok.)
na eva aśāmyata hā raṇaḥ
nicht kam zur Ruhe, ach, der Krieg (3.Sg.Impf. Pass./Nom.)
yena bhīṣmas tathā droṇaḥ kṛpo vidura eva ca
durch den Bhīṣma, ebenso Droṇa, Kṛpa und Vidura (Instr./Nom.)
pitā mātā śamasyārthe
Vater, Mutter, um des Friedens willen (Nom./Gen.+Lok.)
pratyākhyātās tu pāpinā
wurden abgewiesen vom Sünder (Part.Pass. Nom. Pl./Instr.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (nicht in allen Handschriften).
mūḍhāṃs tu sarvathā manye dhārtarāṣṭrān subāliśān; patite śaṃtanoḥ putre ye 'kārṣuḥ saṃyugaṃ punaḥ
Ich halte die Dhārtarāṣṭras in jeder Hinsicht für verblendet und sehr einfältig, die nach dem Fall des Sohnes des Śaṃtanu den Kampf erneut unternahmen.
Wort für Wort
mūḍhāṃs tu sarvathā manye
verblendet aber halte ich in jeder Weise (Akk. Pl./1.Sg.Präs.)
alpāvaśiṣṭe sainye 'smin sūtaputre ca pātite; saputre vai naravyāghre naivāśāmyata vaiśasam
Als in diesem Heer nur ein geringer Rest übrig war und der Sohn des Wagenlenkers gefallen war, samt seinem Sohn, dem Tiger unter den Männern, kam das Morden nicht zur Ruhe.
Wort für Wort
alpāvaśiṣṭe sainye 'smin
als wenig übrig ist in diesem Heer (Lok. abs.)
sūtaputre ca pātite
und als der Sohn des Wagenlenkers gefällt war (Lok. abs.)
und als das aus vielerlei Ländern zusammengekommene Heer von verschiedener Art erschlagen war,
Wort für Wort
nānādeśasamutthe ca
und das aus mannigfachen Ländern erhobene (Lok.)
hate sainye pṛthagvidhe
Heer erschlagen, von verschiedener Art (Lok. abs.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile (nicht in allen Handschriften), fügt sich in den Satz von 30 und 32 ein.
dṛṣṭvā ca nihatāñ śūrān pṛthaṅ māṇḍalikān nṛpān; balinaś ca raṇe kṛṣṇa naivāśāmyata vaiśasam
Und als er die gefallenen Helden sah, die einzelnen Fürsten der Kreise [Kleinkönige], und die Mächtigen im Kampf, o Kṛṣṇa, kam das Morden nicht zur Ruhe.
Wort für Wort
dṛṣṭvā ca nihatān śūrān
und gesehen habend die erschlagenen Helden (Abs./Akk. Pl.)
pṛthaṅ māṇḍalikān nṛpān
einzeln die Kreisfürsten, die Könige (Akk. Pl.)
balinaś ca raṇe kṛṣṇa
und die Starken im Kampf, o Kṛṣṇa (Akk. Pl./Lok./Vok.)
na eva aśāmyata vaiśasam
nicht kam zur Ruhe das Morden (3.Sg.Impf.)
māṇḍalika: Herrscher eines Bezirks; Wiedergabe „Kreisfürsten“ unsicher [?].
Als er dieses Heer im Kampf sah, seiner besten Helden beraubt und zerschmettert, und Alambusa erschlagen war, kommt das Morden nicht zur Ruhe; auch nicht, da er die erschlagenen Brüder sah, Freunde und Mutterbrüder, und die im Kampf erschlagenen Söhne.
Wort für Wort
hatapravīrāṃ vidhvastāṃ
der besten Helden beraubt, zerschmettert (Akk. f.)
dṛṣṭvā ca imāṃ camūṃ raṇe
und gesehen habend dieses Heer im Kampf (Abs./Akk./Lok.)
alambuse ca nihate
und als Alambusa erschlagen war (Lok. abs.)
na eva śāmyati vaiśasam
nicht kommt zur Ruhe das Morden (3.Sg.Präs.)
bhrātṝn vinihatān dṛṣṭvā
die Brüder erschlagen gesehen habend (Akk. Pl./Abs.)
vayasyān mātulān api
Freunde und Mutterbrüder auch (Akk. Pl.)
putrān vinihatān saṃkhye
die Söhne erschlagen im Kampf (Akk. Pl./Lok.)
na eva śāmyati vaiśasam
nicht kommt zur Ruhe das Morden (3.Sg.Präs.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Subjekt des Sehens ist Duryodhana, unausgesprochen.
Und [da er] diese große Heeresmasse sieht, [in der] die vortrefflichsten Fürsten vernichtet sind …
Wort für Wort
nṛpapravīrān vidhvastān
die vortrefflichsten Fürsten, vernichtet (Akk.Pl.m.)
dṛṣṭvā ca
und gesehen habend (Abs.)
imāṃ mahācamūm
diese große Heeresmasse (Akk.Sg.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile (Sternpassage), syntaktisch unvollständig; hängt an der Frage von Vers 36.
guṇato 'bhyadhikaṃ jñātvā balataḥ śauryato 'pi vā; amūḍhaḥ ko nu yudhyeta jānan prājño hitāhitam
Wer wäre nicht verblendet [genug], zu kämpfen, wenn er den [Gegner] an Vorzügen, an Kraft oder auch an Tapferkeit überlegen erkannt hat – [wer wäre es] als Kluger, der Heilsames und Unheilsames kennt?
Wort für Wort
guṇato 'bhyadhikaṃ jñātvā
an Vorzügen überlegen erkannt habend (Abs.)
balataḥ śauryato 'pi vā
an Kraft oder auch an Tapferkeit (Abl.-Adv.)
amūḍhaḥ ko nu yudhyeta
wer, nicht verblendet, würde wohl kämpfen (Opt.Med.)
yan na tasya mano hy āsīt tvayoktasya hitaṃ vacaḥ; praśame pāṇḍavaiḥ sārdhaṃ so 'nyasya śṛṇuyāt katham
Da doch sein Sinn nicht darauf gerichtet war, das von dir gesprochene heilsame Wort [anzunehmen] – zum Frieden mit den Pāṇḍavas –, wie sollte er [dann] auf einen anderen hören?
Wort für Wort
yan na tasya mano hy āsīt
da ja sein Sinn nicht war (Impf.)
tvayoktasya hitaṃ vacaḥ
das von dir gesprochene heilsame Wort (Instr./Part./Akk.)
maurkhyād yena pitā vṛddhaḥ pratyākhyāto janārdana; tathā mātā hitaṃ vākyaṃ bhāṣamāṇā hitaiṣiṇī; pratyākhyātā hy asatkṛtya sa kasmai rocayed vacaḥ
Von dem aus Torheit der greise Vater abgewiesen wurde, Janārdana, und ebenso die Mutter, die heilsame Rede sprach, [selbst] Gutes wünschend – sie wurden missachtet abgewiesen: Welchem [anderen] sollte er [da] ein Wort genehm sein lassen?
Wort für Wort
maurkhyād yena pitā vṛddhaḥ
aus Torheit, von dem der greise Vater (Abl./Instr./Nom.)
pratyākhyāto janārdana
abgewiesen wurde, o Janārdana (Part.Pass./Vok.)
tathā mātā hitaṃ vākyaṃ bhāṣamāṇā
ebenso die Mutter, heilsame Rede sprechend (Nom.f./Part.Präs.Med.)
hitaiṣiṇī pratyākhyātā
Gutes wünschend, abgewiesen (Nom.f.)
hy asatkṛtya
ja, ohne Ehrerweisung (Abs.)
sa kasmai rocayed vacaḥ
er, wem würde er ein Wort genehm machen (Opt.Kaus.)
kulāntakaraṇo vyaktaṃ jāta eṣa janārdana; tathāsya dṛśyate ceṣṭā nītiś caiva viśāṃ pate; naiṣa dāsyati no rājyam iti me matir acyuta
Als Vernichter des Geschlechts ist dieser offenkundig geboren, Janārdana; so zeigt sich auch sein Verhalten und sein Vorgehen, Herr der Menschen. „Dieser wird uns das Reich nicht geben“ – das ist meine Überzeugung, Acyuta.
Wort für Wort
kulāntakaraṇo vyaktaṃ jāta eṣa janārdana
Geschlechtsvernichter, offenkundig geboren, dieser, o Janārdana (Nom./Part./Vok.)
tathāsya dṛśyate ceṣṭā
so wird sein Betragen gesehen (Pass.Präs./Nom.f.)
nītiś caiva viśāṃ pate
und sein Vorgehen, Herr der Menschen (Nom.f./Vok.)
yo hi śrutvā vacaḥ pathyaṃ jāmadagnyād yathātatham; avāmanyata durbuddhir dhruvaṃ nāśamukhe sthitaḥ
Denn der Schlechtverständige, der das heilsame Wort vom Jamadagni-Sohn der Wahrheit gemäß vernommen hat und es missachtete, steht gewiss am Rachen der Vernichtung.
Wort für Wort
yo hi śrutvā vacaḥ pathyaṃ
wer ja, das heilsame Wort gehört habend (Abs.)
jāmadagnyād yathātatham
vom Jāmadagnya, der Wahrheit gemäß (Abl.)
avāmanyata durbuddhir
missachtete, der Schlechtverständige (Impf.Med./Nom.)
dhruvaṃ nāśamukhe sthitaḥ
gewiss am Rachen der Vernichtung stehend (Lok./Part.)
Denn von vielen Vollendeten wurde gesagt, als Suyodhana eben geboren war: „Wenn er diesen Bösgesinnten erlangt, wird der Kṣatriya-Stand der Vernichtung entgegengehen.“
Wort für Wort
uktaṃ hi bahubhiḥ siddhair
gesagt wurde ja von vielen Vollendeten (Part.Pass./Instr.)
jātamātre suyodhane
als Suyodhana kaum geboren war (Lok.abs.)
enaṃ prāpya durātmānaṃ
diesen Bösgesinnten erlangt habend (Abs.)
kṣayaṃ kṣatraṃ gamiṣyati
wird der Kṣatriya-Stand der Vernichtung entgegengehen (Fut.)
so 'dya sarvān raṇe yodhān nihaniṣyāmi mādhava; kṣatriyeṣu hateṣv āśu śūnye ca śibire kṛte
Ich [/er] werde heute alle Krieger im Kampf erschlagen, Mādhava; sind die Kṣatriyas rasch erschlagen und das Lager leer gemacht, …
Wort für Wort
so 'dya sarvān raṇe yodhān
so/er heute alle Krieger im Kampf (Nom./Adv./Akk.Pl.)
nihaniṣyāmi mādhava
werde ich erschlagen, o Mādhava (Fut.1.Sg./Vok.)
kṣatriyeṣu hateṣv āśu
wenn die Kṣatriyas rasch erschlagen sind (Lok.abs.)
śūnye ca śibire kṛte
und das Lager leer gemacht ist (Lok.abs.)
[Anm.: „so 'dya“ (sa + adya) ist formal ‚er heute‘; mit nihaniṣyāmi (1.Sg.) ist es wohl als ‚so‘ bzw. in freier Konstruktion für ‚ich‘ zu nehmen; Text vermutlich verderbt.]
Heute werde ich dem Dharmakönig Wohlergehen schaffen, Mādhava, nachdem ich dieses schwache Heer des Dhṛtarāṣṭra-Sohnes erschlagen habe, während er zusieht.
Wort für Wort
kṣemam adya kariṣyāmi
Wohlergehen werde ich heute schaffen (Fut.)
dharmarājasya mādhava
dem Dharmakönig, o Mādhava (Gen./Vok.)
hatvaitad durbalaṃ sainyaṃ
erschlagen habend dieses schwache Heer (Abs./Akk.)
Ein Meer mit Bögen als vorzüglichen [Wellen], furchtbar, von Speeren wie von Dornen bedeckt, mit Keulen und Eisenstangen als Pfaden, mit Wagen und Elefanten als großen Bäumen …
Wort für Wort
śarāsanavaraṃ ghoram
mit vorzüglichen Bögen, furchtbar (Akk.n.)
śaktikaṇṭakasaṃvṛtam
von Speeren als Dornen bedeckt (Akk.)
gadāparighapanthānam
Keulen und Eisenstangen als Pfade habend (Akk.)
rathanāgamahādrumam
Wagen und Elefanten als große Bäume (Akk.)
Bildhafte Bezeichnung des Schlachtfeldes (Wald), Fortsetzung in 57. [Anm.: „śarāsanavara“ als „vorzügliche Bögen“ verstanden.]
hayapattilatākīrṇaṃ gāhamāno mahāyaśāḥ; vyacarat tatra govindo rathenātipatākinā
… übersät von Rossen und Fußkämpfern als Schlingpflanzen, durchdrang es der hochberühmte Govinda und fuhr dort umher auf dem Wagen mit den vielen Bannern.
Wort für Wort
hayapattilatākīrṇaṃ
übersät mit Rossen und Fußkämpfern als Schlingpflanzen (Akk.)
gāhamāno mahāyaśāḥ
durchdringend, der hochberühmte (Part.Präs.Med./Nom.)
Wie am Waldrand ein von Waldleuten entsandtes Feuer, dessen Pfad schwarz ist, [und das] tosend das trockene Gras verbrennt, dichtbewaldet, mit einem Dach aus dürren Ranken, stark angewachsen, flammend, hitzend …
Wort für Wort
yathā vanānte vanapair visṛṣṭaḥ
wie am Waldrand von Waldleuten entsandt (Lok./Instr./Part.Pass.)
kakṣaṃ dahet kṛṣṇagatiḥ saghoṣaḥ
Gestrüpp würde verbrennen, der Schwarzpfadige [Feuer], tosend (Opt./Nom.)
bhūridrumaṃ śuṣkalatāvitānaṃ
baumreich, mit einem Dach dürrer Ranken (Akk.n.)
bhṛśaṃ samṛddho jvalanaḥ pratāpī
sehr angewachsen, flammend, hitzend (Nom.)
Gleichnis; der Vergleichssatz setzt sich in 68 fort.
so verbrannte er, der mit Scharen von Nārācas Glühende, dessen Pfeilflamme mannigfach scharf glühte, das ganze Heer deiner Söhne, ungeduldig, ungestüm und kraftvoll.
Wort für Wort
evaṃ sa nārācagaṇapratāpī
so er, glühend mit Scharen von Nārācas (Nom.)
śarārcir uccāvacatigmatejāḥ
Pfeilflamme, von vielfacher scharfer Glut (Nom.)
dadāha sarvāṃ tava putrasenām
verbrannte das ganze Heer deiner Söhne (Perf.)
amṛṣyamāṇas tarasā tarasvī
nicht duldend, mit Wucht, der Kraftvolle (Part.Präs.Pass./Instr./Nom.)
tasyeṣavaḥ prāṇaharāḥ sumuktā; nāsajjan vai varmasu rukmapuṅkhāḥ; na ca dvitīyaṃ pramumoca bāṇaṃ; nare haye vā paramadvipe vā
Seine lebenraubenden, gut entsandten Pfeile mit goldenen Federn blieben nicht in den Panzern haften; und keinen zweiten Pfeil schoss er auf einen Mann, ein Ross oder einen mächtigen Elefanten ab.
Wort für Wort
tasyeṣavaḥ prāṇaharāḥ sumuktāḥ
seine Pfeile, lebenraubend, gut entsandt (Nom.Pl.)
nāsajjan vai varmasu rukmapuṅkhāḥ
blieben nicht haften in Panzern, goldgefiedert (Impf./Lok.)
anekarūpākṛtibhir hi bāṇair; mahārathānīkam anupraviśya; sa eva ekas tava putrasenāṃ; jaghāna daityān iva vajrapāṇiḥ
Mit Pfeilen von vielerlei Gestalt und Form drang er in das Wagenheer ein, und er allein erschlug das Heer deiner Söhne, wie der Blitzträger die Daityas.
Wort für Wort
anekarūpākṛtibhir hi bāṇair
mit Pfeilen von vielen Gestalten und Formen (Instr.)
mahārathānīkam anupraviśya
in das Heer der Großwagenkämpfer eingedrungen (Abs.)
sa eva ekas tava putrasenāṃ
er ganz allein deine Söhne-Heer (Nom./Akk.)
jaghāna daityān iva vajrapāṇiḥ
erschlug, wie der Blitzhändige die Daityas (Perf./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile (Sternpassage), nur als Fragment überliefert und syntaktisch unvollständig. [Anm.: unklar.]