Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śalyaparva

Kapitel 23: arjunasya kauravasenādahanaṃ śakuniprayāṇaṃ ca Śakunis Angriff, Arjunas Klage über Duryodhanas Verblendung und sein Feuersturm gegen die Kaurava-Heere

Nach dem Zusammenbruch des Lärms und dem Rückzug bricht Śakuni mit den letzten siebenhundert Rossen zu Duryodhana auf und ermuntert ihn zum Angriff. Arjuna blickt gegenüber Kṛṣṇa auf den Verlauf des Krieges zurück, tadelt Duryodhanas Sturheit und stürzt sich dann in das Heer der Kauravas.

saṃjaya uvāca; tasmiñ śabde mṛdau jāte pāṇḍavair nihate bale; aśvaiḥ saptaśataiḥ śiṣṭair upāvartata saubalaḥ

Saṃjaya sprach: Als jenes Getöse leiser geworden und das Heer von den Pāṇḍavas erschlagen war, kehrte der Sohn des Subala [Śakuni] mit den übrig gebliebenen siebenhundert Rossen um.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Perf.)
tasmiñ śabde mṛdau jāte
als jener Lärm sanft [leise] geworden war (Lok. abs.)
pāṇḍavair nihate bale
als das Heer von den Pāṇḍavas erschlagen war (Instr./Lok. abs.)
aśvaiḥ saptaśataiḥ śiṣṭair
mit siebenhundert übrig gebliebenen Rossen (Instr. Pl.)
upāvartata saubalaḥ
kehrte um, der Saubala (3.Sg.Impf. Med./Nom.)

sa yātvā vāhinīṃ tūrṇam abravīt tvarayan yudhi; yudhyadhvam iti saṃhṛṣṭāḥ punaḥ punar ariṃdamaḥ; apṛcchat kṣatriyāṃs tatra kva nu rājā mahārathaḥ

Er fuhr schnell zum Heer, trieb es im Kampf an und rief immer wieder freudig erregt, der Feindebezwinger: „Kämpft!“ Dort fragte er die Kṣatriyas: „Wo nur ist der König, der große Wagenkämpfer?“

Wort für Wort
sa yātvā vāhinīṃ tūrṇam
er, nachdem er zum Heer gefahren war, schnell (Abs./Akk./Adv.)
abravīt tvarayan yudhi
sprach, [sie] antreibend, im Kampf (3.Sg.Impf./Part.Präs./Lok.)
yudhyadhvam iti saṃhṛṣṭāḥ
„Kämpft!“ so, hocherfreut (2.Pl.Imp./Nom. Pl.)
punaḥ punar ariṃdamaḥ
immer wieder, der Feindebezwinger (Adv./Nom.)
apṛcchat kṣatriyāṃs tatra
fragte die Kṣatriyas dort (3.Sg.Impf./Akk. Pl.)
kva nu rājā mahārathaḥ
wo denn [ist] der König, der große Wagenkämpfer (Nom.)

śakunes tu vacaḥ śrutvā ta ūcur bharatarṣabha; asau tiṣṭhati kauravyo raṇamadhye mahārathaḥ

Als sie die Rede des Śakuni gehört hatten, sprachen sie, o Stier der Bharatas: „Dort steht mitten im Kampf der Kauravya, der große Wagenkämpfer.

Wort für Wort
śakuneḥ tu vacaḥ śrutvā
Śakunis Rede aber gehört habend (Gen./Akk./Abs.)
ta ūcur
sie sprachen (3.Pl.Perf.)
bharatarṣabha
o Stier der Bharatas (Vok.)
asau tiṣṭhati kauravyaḥ
jener steht, der Kauravya (3.Sg.Präs./Nom.)
raṇamadhye mahārathaḥ
mitten im Kampf, der große Wagenkämpfer (Lok./Nom.)

yatraitat sumahac chatraṃ pūrṇacandrasamaprabham; yatraite satalatrāṇā rathās tiṣṭhanti daṃśitāḥ

Dort, wo dieser sehr große Schirm steht, dem Glanz des Vollmonds gleich, und wo diese gepanzerten Wagenkämpfer mit Handschuhen [Handschutz] stehen,

Wort für Wort
yatra etat sumahat chatraṃ
wo dieser sehr große Schirm (Nom. n.)
pūrṇacandrasamaprabham
dem Vollmond an Glanz gleich (Kompositum, Nom. n.)
yatra ete satalatrāṇā rathāḥ
wo diese Wagen[kämpfer] mit Handschutz (Nom. Pl.)
tiṣṭhanti daṃśitāḥ
stehen, gepanzert (3.Pl.Präs./Part.Pass. Nom.)

satalatrāṇāḥ rathāḥ: wörtl. „Wagen mit Handschuhen“, gemeint sind wohl die Wagenkämpfer; Ergänzung.

yatraiṣa śabdas tumulaḥ parjanyaninadopamaḥ; tatra gaccha drutaṃ rājaṃs tato drakṣyasi kauravam

wo dieser tosende Lärm dem Donner der Regenwolke gleicht: dorthin geh schnell, König; dann wirst du den Kaurava sehen.“

Wort für Wort
yatra eṣa śabdas tumulaḥ
wo dieser Lärm tosend (Nom.)
parjanyaninadopamaḥ
dem Donner des Regengottes [der Regenwolke] gleich (Nom.)
tatra gaccha drutaṃ rājan
dorthin geh schnell, König (2.Sg.Imp./Adv./Vok.)
tato drakṣyasi kauravam
dann wirst du sehen den Kaurava (2.Sg.Fut./Akk.)

evam uktas tu taiḥ śūraiḥ śakuniḥ saubalas tadā; prayayau tatra yatrāsau putras tava narādhipa; sarvataḥ saṃvṛto vīraiḥ samareṣv anivartibhiḥ

So von jenen Helden angesprochen, fuhr Śakuni, der Saubala, dann dorthin, o Herrscher der Menschen, wo dein Sohn war, von allen Seiten umgeben von Helden, die in Schlachten nicht zurückweichen.

Wort für Wort
evam uktas tu taiḥ śūraiḥ
so angesprochen aber von jenen Helden (Part.Pass./Instr.)
śakuniḥ saubalas tadā
Śakuni, der Saubala, damals (Nom.)
prayayau tatra yatra asau
fuhr dorthin, wo jener (3.Sg.Perf.)
putras tava narādhipa
dein Sohn, o Herrscher der Menschen (Nom./Vok.)
sarvataḥ saṃvṛto vīraiḥ
von allen Seiten umgeben von Helden (Part.Pass./Instr.)
samareṣv anivartibhiḥ
die in Kämpfen nicht umkehren (Lok./Instr. Pl.)

tato duryodhanaṃ dṛṣṭvā rathānīke vyavasthitam; sarathāṃs tāvakān sarvān harṣayañ śakunis tataḥ

Da sah Śakuni Duryodhana im Wagenheer aufgestellt und erfreute alle die Deinen samt ihren Wagen.

Wort für Wort
tato duryodhanaṃ dṛṣṭvā
dann Duryodhana gesehen habend (Abs.)
rathānīke vyavasthitam
im Wagenheer stehend (Lok./Part.Pass. Akk.)
sarathāṃs tāvakān sarvān
alle die Deinen samt Wagen (Akk. Pl.)
harṣayañ śakunis tataḥ
erfreuend, Śakuni, darauf (Part.Präs./Nom.)

Der Vers ist syntaktisch unvollständig (Verb fehlt, setzt sich in Vers 8 fort); Wiedergabe so wörtlich wie möglich.

duryodhanam idaṃ vākyaṃ hṛṣṭarūpo viśāṃ pate; kṛtakāryam ivātmānaṃ manyamāno 'bravīn nṛpam

Zu Duryodhana sprach er, o Herr der Völker, mit froher Miene, sich selbst für einen, der sein Werk vollbracht hat, haltend, dem König diese Rede:

Wort für Wort
duryodhanam idaṃ vākyaṃ
zu Duryodhana diese Rede (Akk.)
hṛṣṭarūpo viśāṃ pate
frohen Aussehens, o Herr der Völker (Nom./Vok.)
kṛtakāryam iva ātmānaṃ
sich selbst wie einen, der sein Werk getan hat (Akk.)
manyamāno 'bravīn nṛpam
haltend [für], sprach er zum König (Part.Med./3.Sg.Impf./Akk.)

jahi rājan rathānīkam aśvāḥ sarve jitā mayā; nātyaktvā jīvitaṃ saṃkhye śakyo jetuṃ yudhiṣṭhiraḥ

„Erschlage, König, das Wagenheer! Alle Rosse sind von mir besiegt. Ohne das Leben aufzugeben, kann Yudhiṣṭhira im Kampf nicht besiegt werden.

Wort für Wort
jahi rājan rathānīkam
erschlage, König, das Wagenheer (2.Sg.Imp./Vok./Akk.)
aśvāḥ sarve jitā mayā
die Rosse alle sind besiegt von mir (Nom. Pl./Part.Pass./Instr.)
na atyaktvā jīvitaṃ saṃkhye
nicht ohne das Leben aufgegeben zu haben im Kampf (Abs. neg./Lok.)
śakyo jetuṃ yudhiṣṭhiraḥ
kann besiegt werden, Yudhiṣṭhira (Nom./Inf.)

hate tasmin rathānīke pāṇḍavenābhipālite; gajān etān haniṣyāmaḥ padātīṃś cetarāṃs tathā

Ist jenes vom Pāṇḍava beschützte Wagenheer erschlagen, werden wir diese Elefanten und ebenso das übrige Fußvolk erschlagen.“

Wort für Wort
hate tasmin rathānīke
wenn jenes Wagenheer erschlagen ist (Lok. abs.)
pāṇḍavena abhipālite
vom Pāṇḍava beschützt (Instr./Part.Pass. Lok.)
gajān etān haniṣyāmaḥ
diese Elefanten werden wir erschlagen (Akk. Pl./1.Pl.Fut.)
padātīṃś ca itarāṃs tathā
und die anderen Fußkämpfer ebenso (Akk. Pl.)

śrutvā tu vacanaṃ tasya tāvakā jayagṛddhinaḥ; javenābhyapatan hṛṣṭāḥ pāṇḍavānām anīkinīm

Als die Deinen, siegesgierig, seine Worte gehört hatten, stürzten sie sich freudig eilends auf das Heer der Pāṇḍavas.

Wort für Wort
śrutvā tu vacanaṃ tasya
aber die Rede von ihm gehört habend (Abs./Akk./Gen.)
tāvakā jayagṛddhinaḥ
die Deinen, siegesgierig (Nom. Pl.)
javena abhyapatan
mit Ungestüm stürzten sich auf (Instr./3.Pl.Impf.)
hṛṣṭāḥ pāṇḍavānām anīkinīm
freudig, das Heer der Pāṇḍavas (Nom./Gen./Akk.)

sarve vivṛtatūṇīrāḥ pragṛhītaśarāsanāḥ; śarāsanāni dhunvānāḥ siṃhanādaṃ pracakrire

Alle mit entblößten Köchern, die Bogen ergriffen, ihre Bogen schüttelnd, stießen sie den Löwenruf aus.

Wort für Wort
sarve vivṛtatūṇīrāḥ
alle, deren Köcher geöffnet sind (Nom. Pl. Bahuvrīhi)
pragṛhītaśarāsanāḥ
die Bogen gepackt habend (Nom. Pl.)
śarāsanāni dhunvānāḥ
die Bogen schüttelnd (Akk./Part.Präs. Med.)
siṃhanādaṃ pracakrire
den Löwenruf machten sie (Akk./3.Pl.Perf.)

tato jyātalanirghoṣaḥ punar āsīd viśāṃ pate; prādurāsīc charāṇāṃ ca sumuktānāṃ sudāruṇaḥ

Da erhob sich wieder, o Herr der Völker, das Dröhnen der Bogensehnen an den Handschuhen, und auch das furchtbare [Schwirren] der gut abgeschossenen Pfeile trat hervor.

Wort für Wort
tato jyātalanirghoṣaḥ
dann das Dröhnen von Bogensehne und Handschutz (Nom.)
punar āsīd viśāṃ pate
wieder war, o Herr der Völker (3.Sg.Impf./Vok.)
prādurāsīt
trat hervor (3.Sg.Impf.)
śarāṇāṃ ca sumuktānāṃ
und der gut abgeschossenen Pfeile (Gen. Pl.)
sudāruṇaḥ
sehr furchtbar (Nom.)

prādurāsīt ohne ausdrückliches Subjekt neben sudāruṇaḥ; „[Schwirren]“ ergänzt (nirghoṣaḥ aus dem ersten Pāda).

tān samīpagatān dṛṣṭvā javenodyatakārmukān; uvāca devakīputraṃ kuntīputro dhanaṃjayaḥ

Als er sie nahe herangekommen sah, mit eilig gespannten Bogen, sprach der Sohn der Kuntī, Dhanaṃjaya, zum Sohn der Devakī:

Wort für Wort
tān samīpagatān dṛṣṭvā
jene, nahegekommen, gesehen habend (Akk. Pl./Abs.)
javena udyatakārmukān
mit Eile die Bogen erhoben habend (Instr./Akk. Pl.)
uvāca devakīputraṃ
sprach zum Sohn der Devakī (3.Sg.Perf./Akk.)
kuntīputro dhanaṃjayaḥ
der Sohn der Kuntī, Dhanaṃjaya (Nom.)

codayāśvān asaṃbhrāntaḥ praviśaitad balārṇavam; antam adya gamiṣyāmi śatrūṇāṃ niśitaiḥ śaraiḥ

„Treib die Rosse an, unverwirrt, dringe in dieses Meer von Kriegern ein! Heute werde ich mit scharfen Pfeilen den Feinden ein Ende bereiten.

Wort für Wort
codaya aśvān asaṃbhrāntaḥ
treib die Rosse an, unverwirrt (2.Sg.Imp./Akk./Nom.)
praviśa etad balārṇavam
tritt ein in dieses Heeresmeer (2.Sg.Imp./Akk.)
antam adya gamiṣyāmi
ein Ende heute werde ich erreichen (Akk./Adv./1.Sg.Fut.)
śatrūṇāṃ niśitaiḥ śaraiḥ
der Feinde mit geschärften Pfeilen (Gen. Pl./Instr. Pl.)

antaṃ gam- „ein Ende herbeiführen“ mit Gen. der Feinde.

aṣṭādaśa dināny adya yuddhasyāsya janārdana; vartamānasya mahataḥ samāsādya parasparam

Heute sind es achtzehn Tage, Janārdana, dass dieser große Kampf im Gange ist, seit man einander angetroffen hat.

Wort für Wort
aṣṭādaśa dināni adya
achtzehn Tage heute (Nom. Pl. n.)
yuddhasya asya janārdana
dieses Kampfes, o Janārdana (Gen./Vok.)
vartamānasya mahataḥ
der im Gange befindlichen, großen (Part.Präs./Gen.)
samāsādya parasparam
aufeinandergetroffen (Abs./Adv.)

Syntax des Verses locker; „seit man aufeinander traf“ als Auffassung des Absolutivs samāsādya.

anantakalpā dhvajinī bhūtvā hy eṣāṃ mahātmanām; kṣayam adya gatā yuddhe paśya daivaṃ yathāvidham

Ein Heer, das unendlich wie ein Weltzeitalter war, ist heute im Kampf dieser Hochgesinnten zugrunde gegangen; sieh das Schicksal, wie es geartet ist.

Wort für Wort
anantakalpā dhvajinī bhūtvā
unendlich an Art, das Heer, geworden (Nom. f./Abs.)
hi eṣāṃ mahātmanām
denn dieser Hochgesinnten (Gen. Pl.)
kṣayam adya gatā yuddhe
zum Untergang heute gegangen im Kampf (Akk./Part.Pass. Nom. f./Lok.)
paśya daivaṃ yathāvidham
sieh das Schicksal, wie es beschaffen ist (2.Sg.Imp./Akk.)

anantakalpā: „von unendlicher Art“ bzw. „unendlich wie ein Kalpa“ (Mehrdeutigkeit) [?].

samudrakalpaṃ tu balaṃ dhārtarāṣṭrasya mādhava; asmān āsādya saṃjātaṃ goṣpadopamam acyuta

Das Heer des Dhṛtarāṣṭra-Sohnes, einem Meer gleich, o Mādhava, ist, nachdem es auf uns gestoßen ist, einer Rinderhufspur gleich geworden, Acyuta.

Wort für Wort
samudrakalpaṃ tu balaṃ
einem Meer gleich aber das Heer (Nom. n.)
dhārtarāṣṭrasya mādhava
des Dhārtarāṣṭra, o Mādhava (Gen./Vok.)
asmān āsādya saṃjātaṃ
auf uns gestoßen, geworden (Abs./Part.Pass.)
goṣpadopamam acyuta
einer Rinderhufspur gleich, o Acyuta (Nom./Vok.)

hate bhīṣme ca saṃdadhyāc chivaṃ syād iha mādhava; na ca tat kṛtavān mūḍho dhārtarāṣṭraḥ subāliśaḥ

Und nachdem Bhīṣma gefallen war, hätte er Frieden schließen sollen; dann wäre es hier zum Heil, o Mādhava. Doch das tat der Törichte nicht, der Dhārtarāṣṭra, der sehr Unverständige.

Wort für Wort
hate bhīṣme ca
und als Bhīṣma erschlagen war (Lok. abs.)
saṃdadhyāt śivaṃ syād iha mādhava
er sollte Frieden schließen, Heil wäre hier, o Mādhava (3.Sg.Opt./3.Sg.Opt./Vok.)
na ca tat kṛtavān mūḍhaḥ
und das tat nicht der Törichte (Part.Perf.Akt./Nom.)
dhārtarāṣṭraḥ subāliśaḥ
der Dhārtarāṣṭra, sehr einfältig (Nom.)

uktaṃ bhīṣmeṇa yad vākyaṃ hitaṃ pathyaṃ ca mādhava; tac cāpi nāsau kṛtavān vītabuddhiḥ suyodhanaḥ

Auch die Rede, die von Bhīṣma gesprochen wurde, heilsam und zuträglich, o Mādhava, auch die befolgte er nicht, Suyodhana, der verstandlos.

Wort für Wort
uktaṃ bhīṣmeṇa yad vākyaṃ
die von Bhīṣma gesprochene Rede (Part.Pass./Instr./Rel.)
hitaṃ pathyaṃ ca mādhava
heilsam und zuträglich, o Mādhava (Nom./Vok.)
tac ca api na asau kṛtavān
auch diese tat er nicht (Part.Perf.Akt.)
vītabuddhiḥ suyodhanaḥ
der Verstand-Verlorene, Suyodhana (Nom.)

kṛtavān hier „befolgte, tat“.

tasmiṃs tu patite bhīṣme pracyute pṛthivītale; na jāne kāraṇaṃ kiṃ nu yena yuddham avartata

Als Bhīṣma aber gefallen war, zu Boden gestürzt, weiß ich nicht, was der Grund war, weswegen der Kampf weiterging.

Wort für Wort
tasmiṃs tu patite bhīṣme
als aber jener Bhīṣma gefallen war (Lok. abs.)
pracyute pṛthivītale
herabgestürzt auf die Erdfläche (Part.Pass./Lok.)
na jāne kāraṇaṃ kiṃ nu
ich weiß nicht, welcher Grund wohl (1.Sg.Präs./Akk.)
yena yuddham avartata
durch den der Kampf fortdauerte (Instr./3.Sg.Impf.)

hate droṇe ca karṇe ca bhūriśravasi saṃgare; duḥśāsane ca śālve ca śalye ca saparicchade; bhagadatte ca vīrendre naivāśāmyata hā raṇaḥ; yena bhīṣmas tathā droṇaḥ kṛpo vidura eva ca; pitā mātā śamasyārthe pratyākhyātās tu pāpinā

Als Droṇa, Karṇa und Bhūriśravas im Kampf erschlagen waren, und Duḥśāsana und Śālva und Śalya samt Gefolge, und Bhagadatta, der Herrscher unter den Helden, hörte, ach, der Krieg nicht auf, durch den Bhīṣma, Droṇa, Kṛpa und Vidura, Vater und Mutter, um des Friedens willen von dem Sünder abgewiesen wurden.

Wort für Wort
hate droṇe ca karṇe ca
als Droṇa und Karṇa erschlagen waren (Lok. abs.)
bhūriśravasi saṃgare
Bhūriśravas, im Kampf (Lok.)
duḥśāsane ca śālve ca śalye ca saparicchade
Duḥśāsana, Śālva und Śalya samt Gefolge (Lok.)
bhagadatte ca vīrendre
und Bhagadatta, dem Fürsten der Helden (Lok.)
na eva aśāmyata hā raṇaḥ
nicht kam zur Ruhe, ach, der Krieg (3.Sg.Impf. Pass./Nom.)
yena bhīṣmas tathā droṇaḥ kṛpo vidura eva ca
durch den Bhīṣma, ebenso Droṇa, Kṛpa und Vidura (Instr./Nom.)
pitā mātā śamasyārthe
Vater, Mutter, um des Friedens willen (Nom./Gen.+Lok.)
pratyākhyātās tu pāpinā
wurden abgewiesen vom Sünder (Part.Pass. Nom. Pl./Instr.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (nicht in allen Handschriften).

mūḍhāṃs tu sarvathā manye dhārtarāṣṭrān subāliśān; patite śaṃtanoḥ putre ye 'kārṣuḥ saṃyugaṃ punaḥ

Ich halte die Dhārtarāṣṭras in jeder Hinsicht für verblendet und sehr einfältig, die nach dem Fall des Sohnes des Śaṃtanu den Kampf erneut unternahmen.

Wort für Wort
mūḍhāṃs tu sarvathā manye
verblendet aber halte ich in jeder Weise (Akk. Pl./1.Sg.Präs.)
dhārtarāṣṭrān subāliśān
die Dhārtarāṣṭras, sehr einfältig (Akk. Pl.)
patite śaṃtanoḥ putre
nach dem Fall von Śaṃtanus Sohn (Lok. abs.)
ye 'kārṣuḥ saṃyugaṃ punaḥ
die machten den Kampf wieder (3.Pl.Aor./Akk.)

anantaraṃ ca nihate droṇe brahmavidāṃ vare; rādheye ca vikarṇe ca naivāśāmyata vaiśasam

Und als gleich darauf Droṇa, der Beste unter den Kennern des Brahman, erschlagen war und Rādheya und Vikarṇa, hörte das Morden nicht auf.

Wort für Wort
anantaraṃ ca nihate droṇe
und unmittelbar danach, als Droṇa erschlagen war (Adv./Lok. abs.)
brahmavidāṃ vare
unter den Brahman-Kennern dem Besten (Gen. Pl./Lok.)
rādheye ca vikarṇe ca
und Rādheya und Vikarṇa (Lok.)
na eva aśāmyata vaiśasam
nicht kam zur Ruhe das Morden (3.Sg.Impf./Nom.)

rādheye sūtaputre ca naiva śāmyati vaiśasam

Als Rādheya, der Sohn des Wagenlenkers, [gefallen war], kommt das Morden gleichwohl nicht zur Ruhe.

Wort für Wort
rādheye sūtaputre ca
als Rādheya, dem Sohn des Wagenlenkers (Lok.)
na eva śāmyati vaiśasam
nicht kommt zur Ruhe das Morden (3.Sg.Präs./Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Wiederholung von Vers 24 mit Präsens.

alpāvaśiṣṭe sainye 'smin sūtaputre ca pātite; saputre vai naravyāghre naivāśāmyata vaiśasam

Als in diesem Heer nur ein geringer Rest übrig war und der Sohn des Wagenlenkers gefallen war, samt seinem Sohn, dem Tiger unter den Männern, kam das Morden nicht zur Ruhe.

Wort für Wort
alpāvaśiṣṭe sainye 'smin
als wenig übrig ist in diesem Heer (Lok. abs.)
sūtaputre ca pātite
und als der Sohn des Wagenlenkers gefällt war (Lok. abs.)
saputre vai naravyāghre
samt Sohn, wahrlich, dem Männertiger (Lok.)
na eva aśāmyata vaiśasam
nicht kam zur Ruhe das Morden (3.Sg.Impf.)

śrutāyuṣi hate śūre jalasaṃdhe ca paurave; śrutāyudhe ca nṛpatau naivāśāmyata vaiśasam

Als der Held Śrutāyus erschlagen war und Jalasaṃdha, der Paurava, und der Fürst Śrutāyudha, kam das Morden nicht zur Ruhe.

Wort für Wort
śrutāyuṣi hate śūre
als Śrutāyus, der Held, erschlagen war (Lok. abs.)
jalasaṃdhe ca paurave
und Jalasaṃdha, der Paurava (Lok.)
śrutāyudhe ca nṛpatau
und der Fürst Śrutāyudha (Lok.)
na eva aśāmyata vaiśasam
nicht kam zur Ruhe das Morden (3.Sg.Impf.)

bhūriśravasi śalye ca śālve caiva janārdana; āvantyeṣu ca vīreṣu naivāśāmyata vaiśasam

Als Bhūriśravas und Śalya und Śālva, o Janārdana, und die Helden aus Avanti [gefallen waren], kam das Morden nicht zur Ruhe.

Wort für Wort
bhūriśravasi śalye ca
als Bhūriśravas und Śalya (Lok.)
śālve ca eva janārdana
und Śālva, o Janārdana (Lok./Vok.)
āvantyeṣu ca vīreṣu
und die Helden von Avanti (Lok. Pl.)
na eva aśāmyata vaiśasam
nicht kam zur Ruhe das Morden (3.Sg.Impf.)

jayadrathe ca nihate rākṣase cāpy alāyudhe; bāhlike somadatte ca naivāśāmyata vaiśasam

Und als Jayadratha erschlagen war und der Rākṣasa Alāyudha, Bāhlika und Somadatta, kam das Morden nicht zur Ruhe.

Wort für Wort
jayadrathe ca nihate
und als Jayadratha erschlagen war (Lok. abs.)
rākṣase ca api alāyudhe
und auch der Rākṣasa Alāyudha (Lok.)
bāhlike somadatte ca
Bāhlika und Somadatta (Lok.)
na eva aśāmyata vaiśasam
nicht kam zur Ruhe das Morden (3.Sg.Impf.)

bhagadatte hate śūre kāmboje ca sudakṣiṇe

Als der Held Bhagadatta erschlagen war und Sudakṣiṇa, der Kāmboja,

Wort für Wort
bhagadatte hate śūre
als Bhagadatta, der Held, erschlagen war (Lok. abs.)
kāmboje ca sudakṣiṇe
und Sudakṣiṇa, der Kāmboja (Lok.)

Halbvers, der syntaktisch in Einheit 32 (naivāśāmyata vaiśasam) fortgesetzt wird.

nānādeśasamutthe ca hate sainye pṛthagvidhe

und als das aus vielerlei Ländern zusammengekommene Heer von verschiedener Art erschlagen war,

Wort für Wort
nānādeśasamutthe ca
und das aus mannigfachen Ländern erhobene (Lok.)
hate sainye pṛthagvidhe
Heer erschlagen, von verschiedener Art (Lok. abs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile (nicht in allen Handschriften), fügt sich in den Satz von 30 und 32 ein.

duḥśāsane ca nihate naivāśāmyata vaiśasam

und als Duḥśāsana erschlagen war, kam das Morden nicht zur Ruhe.

Wort für Wort
duḥśāsane ca nihate
und als Duḥśāsana erschlagen war (Lok. abs.)
na eva aśāmyata vaiśasam
nicht kam zur Ruhe das Morden (3.Sg.Impf.)

dṛṣṭvā ca nihatāñ śūrān pṛthaṅ māṇḍalikān nṛpān; balinaś ca raṇe kṛṣṇa naivāśāmyata vaiśasam

Und als er die gefallenen Helden sah, die einzelnen Fürsten der Kreise [Kleinkönige], und die Mächtigen im Kampf, o Kṛṣṇa, kam das Morden nicht zur Ruhe.

Wort für Wort
dṛṣṭvā ca nihatān śūrān
und gesehen habend die erschlagenen Helden (Abs./Akk. Pl.)
pṛthaṅ māṇḍalikān nṛpān
einzeln die Kreisfürsten, die Könige (Akk. Pl.)
balinaś ca raṇe kṛṣṇa
und die Starken im Kampf, o Kṛṣṇa (Akk. Pl./Lok./Vok.)
na eva aśāmyata vaiśasam
nicht kam zur Ruhe das Morden (3.Sg.Impf.)

māṇḍalika: Herrscher eines Bezirks; Wiedergabe „Kreisfürsten“ unsicher [?].

akṣauhiṇīpatīn dṛṣṭvā bhīmasenena pātitān; mohād vā yadi vā lobhān naivāśāmyata vaiśasam

Als er die von Bhīmasena gefällten Herren von Akṣauhiṇī-Heeren sah, aus Verblendung oder aus Gier, kam das Morden nicht zur Ruhe.

Wort für Wort
akṣauhiṇīpatīn dṛṣṭvā
die Herren von Akṣauhiṇīs gesehen habend (Akk. Pl./Abs.)
bhīmasenena pātitān
von Bhīmasena gefällt (Instr./Part.Kaus.Pass. Akk.)
mohād vā yadi vā lobhān
aus Verblendung oder aus Gier (Abl.)
na eva aśāmyata vaiśasam
nicht kam zur Ruhe das Morden (3.Sg.Impf.)

hatapravīrāṃ vidhvastāṃ dṛṣṭvā cemāṃ camūṃ raṇe; alambuse ca nihate naiva śāmyati vaiśasam; bhrātṝn vinihatān dṛṣṭvā vayasyān mātulān api; putrān vinihatān saṃkhye naiva śāmyati vaiśasam

Als er dieses Heer im Kampf sah, seiner besten Helden beraubt und zerschmettert, und Alambusa erschlagen war, kommt das Morden nicht zur Ruhe; auch nicht, da er die erschlagenen Brüder sah, Freunde und Mutterbrüder, und die im Kampf erschlagenen Söhne.

Wort für Wort
hatapravīrāṃ vidhvastāṃ
der besten Helden beraubt, zerschmettert (Akk. f.)
dṛṣṭvā ca imāṃ camūṃ raṇe
und gesehen habend dieses Heer im Kampf (Abs./Akk./Lok.)
alambuse ca nihate
und als Alambusa erschlagen war (Lok. abs.)
na eva śāmyati vaiśasam
nicht kommt zur Ruhe das Morden (3.Sg.Präs.)
bhrātṝn vinihatān dṛṣṭvā
die Brüder erschlagen gesehen habend (Akk. Pl./Abs.)
vayasyān mātulān api
Freunde und Mutterbrüder auch (Akk. Pl.)
putrān vinihatān saṃkhye
die Söhne erschlagen im Kampf (Akk. Pl./Lok.)
na eva śāmyati vaiśasam
nicht kommt zur Ruhe das Morden (3.Sg.Präs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Subjekt des Sehens ist Duryodhana, unausgesprochen.

ko nu rājakule jātaḥ kauraveyo viśeṣataḥ; nirarthakaṃ mahad vairaṃ kuryād anyaḥ suyodhanāt

Wer, der in einem Königshaus geboren ist, zumal ein Kauraveya, würde außer Suyodhana eine so große, sinnlose Feindschaft üben?

Wort für Wort
ko nu rājakule jātaḥ
wer wohl, im Königshaus geboren (Nom./Part.Pass.)
kauraveyo viśeṣataḥ
ein Kauraveya, besonders (Nom./Adv.)
nirarthakaṃ mahad vairaṃ
sinnlose große Feindschaft (Akk.)
kuryād anyaḥ suyodhanāt
würde tun ein anderer als Suyodhana (3.Sg.Opt./Nom./Abl.)

nṛpapravīrān vidhvastān dṛṣṭvā cemāṃ mahācamūm

Und [da er] diese große Heeresmasse sieht, [in der] die vortrefflichsten Fürsten vernichtet sind …

Wort für Wort
nṛpapravīrān vidhvastān
die vortrefflichsten Fürsten, vernichtet (Akk.Pl.m.)
dṛṣṭvā ca
und gesehen habend (Abs.)
imāṃ mahācamūm
diese große Heeresmasse (Akk.Sg.f.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile (Sternpassage), syntaktisch unvollständig; hängt an der Frage von Vers 36.

guṇato 'bhyadhikaṃ jñātvā balataḥ śauryato 'pi vā; amūḍhaḥ ko nu yudhyeta jānan prājño hitāhitam

Wer wäre nicht verblendet [genug], zu kämpfen, wenn er den [Gegner] an Vorzügen, an Kraft oder auch an Tapferkeit überlegen erkannt hat – [wer wäre es] als Kluger, der Heilsames und Unheilsames kennt?

Wort für Wort
guṇato 'bhyadhikaṃ jñātvā
an Vorzügen überlegen erkannt habend (Abs.)
balataḥ śauryato 'pi vā
an Kraft oder auch an Tapferkeit (Abl.-Adv.)
amūḍhaḥ ko nu yudhyeta
wer, nicht verblendet, würde wohl kämpfen (Opt.Med.)
jānan prājño
wissend, als Kluger (Part.Präs./Nom.)
hitāhitam
Heilsames und Unheilsames (Akk.Sg.n.)

yan na tasya mano hy āsīt tvayoktasya hitaṃ vacaḥ; praśame pāṇḍavaiḥ sārdhaṃ so 'nyasya śṛṇuyāt katham

Da doch sein Sinn nicht darauf gerichtet war, das von dir gesprochene heilsame Wort [anzunehmen] – zum Frieden mit den Pāṇḍavas –, wie sollte er [dann] auf einen anderen hören?

Wort für Wort
yan na tasya mano hy āsīt
da ja sein Sinn nicht war (Impf.)
tvayoktasya hitaṃ vacaḥ
das von dir gesprochene heilsame Wort (Instr./Part./Akk.)
praśame pāṇḍavaiḥ sārdhaṃ
zum Frieden mit den Pāṇḍavas (Lok.)
so 'nyasya śṛṇuyāt katham
wie würde er auf einen anderen hören (Opt.)

yena śāṃtanavo bhīṣmo droṇo vidura eva ca; pratyākhyātāḥ śamasyārthe kiṃ nu tasyādya bheṣajam

[Er,] von dem Bhīṣma, der Śāṃtanava, Droṇa und auch Vidura, wo es um den Frieden ging, abgewiesen wurden – was wäre heute für ihn [noch] Heilmittel?

Wort für Wort
yena śāṃtanavo bhīṣmo
von dem Bhīṣma, der Śāṃtanava (Instr./Nom.)
droṇo vidura eva ca
Droṇa und eben Vidura (Nom.)
pratyākhyātāḥ śamasyārthe
abgewiesen um des Friedens willen (Part.Pass./Gen.+arthe)
kiṃ nu tasyādya bheṣajam
was wäre wohl heute sein Heilmittel (Nom.Sg.n.)

maurkhyād yena pitā vṛddhaḥ pratyākhyāto janārdana; tathā mātā hitaṃ vākyaṃ bhāṣamāṇā hitaiṣiṇī; pratyākhyātā hy asatkṛtya sa kasmai rocayed vacaḥ

Von dem aus Torheit der greise Vater abgewiesen wurde, Janārdana, und ebenso die Mutter, die heilsame Rede sprach, [selbst] Gutes wünschend – sie wurden missachtet abgewiesen: Welchem [anderen] sollte er [da] ein Wort genehm sein lassen?

Wort für Wort
maurkhyād yena pitā vṛddhaḥ
aus Torheit, von dem der greise Vater (Abl./Instr./Nom.)
pratyākhyāto janārdana
abgewiesen wurde, o Janārdana (Part.Pass./Vok.)
tathā mātā hitaṃ vākyaṃ bhāṣamāṇā
ebenso die Mutter, heilsame Rede sprechend (Nom.f./Part.Präs.Med.)
hitaiṣiṇī pratyākhyātā
Gutes wünschend, abgewiesen (Nom.f.)
hy asatkṛtya
ja, ohne Ehrerweisung (Abs.)
sa kasmai rocayed vacaḥ
er, wem würde er ein Wort genehm machen (Opt.Kaus.)

kulāntakaraṇo vyaktaṃ jāta eṣa janārdana; tathāsya dṛśyate ceṣṭā nītiś caiva viśāṃ pate; naiṣa dāsyati no rājyam iti me matir acyuta

Als Vernichter des Geschlechts ist dieser offenkundig geboren, Janārdana; so zeigt sich auch sein Verhalten und sein Vorgehen, Herr der Menschen. „Dieser wird uns das Reich nicht geben“ – das ist meine Überzeugung, Acyuta.

Wort für Wort
kulāntakaraṇo vyaktaṃ jāta eṣa janārdana
Geschlechtsvernichter, offenkundig geboren, dieser, o Janārdana (Nom./Part./Vok.)
tathāsya dṛśyate ceṣṭā
so wird sein Betragen gesehen (Pass.Präs./Nom.f.)
nītiś caiva viśāṃ pate
und sein Vorgehen, Herr der Menschen (Nom.f./Vok.)
naiṣa dāsyati no rājyam
dieser wird uns das Reich nicht geben (Fut.)
iti me matir acyuta
so [lautet] meine Meinung, o Acyuta (Nom.f./Vok.)

ukto 'haṃ bahuśas tāta vidureṇa mahātmanā; na jīvan dāsyate bhāgaṃ dhārtarāṣṭraḥ kathaṃ cana

Vielfach wurde mir, Lieber, vom hochgesinnten Vidura gesagt: „Solange er lebt, wird der Dhṛtarāṣṭra-Sohn [euch] keinesfalls den Anteil geben.“

Wort für Wort
ukto 'haṃ bahuśas tāta
mir wurde vielfach gesagt, Lieber (Part.Pass./Vok.)
vidureṇa mahātmanā
von Vidura, dem Hochgesinnten (Instr.)
na jīvan dāsyate bhāgaṃ
nicht wird er, solange er lebt, den Anteil geben (Part.Präs./Fut.Med.)
dhārtarāṣṭraḥ kathaṃ cana
der Dhṛtarāṣṭra-Sohn, auf keine Weise (Nom.)

yāvat prāṇā dhamiṣyanti dhārtarāṣṭrasya mānada; tāvad yuṣmāsv apāpeṣu pracariṣyati pātakam

„Solange die Lebenshauche des Dhṛtarāṣṭra-Sohnes noch wehen, Ehrengeber, so lange wird er gegen euch Schuldlose Frevel begehen.“

Wort für Wort
yāvat prāṇā dhamiṣyanti
solange die Lebenshauche wehen (Fut.)
dhārtarāṣṭrasya mānada
des Dhṛtarāṣṭra-Sohnes, o Ehrengeber (Gen./Vok.)
tāvad yuṣmāsv apāpeṣu
so lange gegen euch Schuldlose (Lok.Pl.)
pracariṣyati pātakam
wird er Frevel begehen (Fut./Akk.)

na sa yukto 'nyathā jetum ṛte yuddhena mādhava; ity abravīt sadā māṃ hi viduraḥ satyadarśanaḥ

„Anders als durch Krieg ist er nicht zu besiegen, Mādhava“ – so sagte Vidura, der die Wahrheit schaut, mir stets.

Wort für Wort
na sa yukto 'nyathā jetum
er ist nicht geeignet, anders besiegt zu werden (Inf.)
ṛte yuddhena mādhava
ohne Kampf [d. h. außer durch Kampf], o Mādhava (Vok.)
ity abravīt sadā māṃ hi
so sprach er immer zu mir ja (Impf.)
viduraḥ satyadarśanaḥ
Vidura, wahrheitsschauend (Nom.)

tat sarvam adya jānāmi vyavasāyaṃ durātmanaḥ; yad uktaṃ vacanaṃ tena vidureṇa mahātmanā

All das begreife ich heute: den Entschluss des Bösgesinnten und das Wort, das der hochgesinnte Vidura gesprochen hat.

Wort für Wort
tat sarvam adya jānāmi
all das erkenne ich heute (1.Sg.Präs.)
vyavasāyaṃ durātmanaḥ
den Entschluss des Bösgesinnten (Akk./Gen.)
yad uktaṃ vacanaṃ tena
das Wort, das von jenem gesprochen wurde (Part.Pass.)
vidureṇa mahātmanā
von Vidura, dem Hochgesinnten (Instr.)

yo hi śrutvā vacaḥ pathyaṃ jāmadagnyād yathātatham; avāmanyata durbuddhir dhruvaṃ nāśamukhe sthitaḥ

Denn der Schlechtverständige, der das heilsame Wort vom Jamadagni-Sohn der Wahrheit gemäß vernommen hat und es missachtete, steht gewiss am Rachen der Vernichtung.

Wort für Wort
yo hi śrutvā vacaḥ pathyaṃ
wer ja, das heilsame Wort gehört habend (Abs.)
jāmadagnyād yathātatham
vom Jāmadagnya, der Wahrheit gemäß (Abl.)
avāmanyata durbuddhir
missachtete, der Schlechtverständige (Impf.Med./Nom.)
dhruvaṃ nāśamukhe sthitaḥ
gewiss am Rachen der Vernichtung stehend (Lok./Part.)

uktaṃ hi bahubhiḥ siddhair jātamātre suyodhane; enaṃ prāpya durātmānaṃ kṣayaṃ kṣatraṃ gamiṣyati

Denn von vielen Vollendeten wurde gesagt, als Suyodhana eben geboren war: „Wenn er diesen Bösgesinnten erlangt, wird der Kṣatriya-Stand der Vernichtung entgegengehen.“

Wort für Wort
uktaṃ hi bahubhiḥ siddhair
gesagt wurde ja von vielen Vollendeten (Part.Pass./Instr.)
jātamātre suyodhane
als Suyodhana kaum geboren war (Lok.abs.)
enaṃ prāpya durātmānaṃ
diesen Bösgesinnten erlangt habend (Abs.)
kṣayaṃ kṣatraṃ gamiṣyati
wird der Kṣatriya-Stand der Vernichtung entgegengehen (Fut.)

tad idaṃ vacanaṃ teṣāṃ niruktaṃ vai janārdana; kṣayaṃ yātā hi rājāno duryodhanakṛte bhṛśam

Dieses ihr Wort ist, Janārdana, in der Tat erklärt [bewahrheitet]: Die Könige sind um Duryodhanas willen aufs Äußerste dem Untergang verfallen.

Wort für Wort
tad idaṃ vacanaṃ teṣāṃ
dieses ihr Wort (Nom.n./Gen.)
niruktaṃ vai janārdana
wahrlich erklärt, o Janārdana (Part.Pass./Vok.)
kṣayaṃ yātā hi rājāno
dem Untergang verfallen sind ja die Könige (Part.Pass.)
duryodhanakṛte bhṛśam
um Duryodhanas willen, sehr (Lok./Adv.)

so 'dya sarvān raṇe yodhān nihaniṣyāmi mādhava; kṣatriyeṣu hateṣv āśu śūnye ca śibire kṛte

Ich [/er] werde heute alle Krieger im Kampf erschlagen, Mādhava; sind die Kṣatriyas rasch erschlagen und das Lager leer gemacht, …

Wort für Wort
so 'dya sarvān raṇe yodhān
so/er heute alle Krieger im Kampf (Nom./Adv./Akk.Pl.)
nihaniṣyāmi mādhava
werde ich erschlagen, o Mādhava (Fut.1.Sg./Vok.)
kṣatriyeṣu hateṣv āśu
wenn die Kṣatriyas rasch erschlagen sind (Lok.abs.)
śūnye ca śibire kṛte
und das Lager leer gemacht ist (Lok.abs.)

[Anm.: „so 'dya“ (sa + adya) ist formal ‚er heute‘; mit nihaniṣyāmi (1.Sg.) ist es wohl als ‚so‘ bzw. in freier Konstruktion für ‚ich‘ zu nehmen; Text vermutlich verderbt.]

vadhāya cātmano 'smābhiḥ saṃyugaṃ rocayiṣyati; tad antaṃ hi bhaved vairam anumānena mādhava

so wird er den Kampf mit uns zu seiner eigenen Vernichtung wählen. Damit wird die Feindschaft, durch Schlussfolgerung, ihr Ende haben, Mādhava.

Wort für Wort
vadhāya cātmano 'smābhiḥ
zur Tötung seiner selbst, mit uns (Dat./Gen./Instr.)
saṃyugaṃ rocayiṣyati
wird er den Kampf gutheißen (Fut.Kaus.)
tad antaṃ hi bhaved vairam
dies als Ende hätte ja die Feindschaft (Opt.)
anumānena mādhava
durch Schlussfolgerung, o Mādhava (Instr./Vok.)

evaṃ paśyāmi vārṣṇeya cintayan prajñayā svayā; vidurasya ca vākyena ceṣṭayā ca durātmanaḥ

So sehe ich es, Vṛṣṇi-Spross, wenn ich mit eigenem Verstand nachdenke, aufgrund von Viduras Wort und des Bösgesinnten Benehmen.

Wort für Wort
evaṃ paśyāmi vārṣṇeya
so sehe ich, o Vṛṣṇi-Spross (1.Sg./Vok.)
cintayan prajñayā svayā
nachdenkend mit eigenem Verstand (Part.Präs./Instr.)
vidurasya ca vākyena
und aufgrund von Viduras Wort (Gen./Instr.)
ceṣṭayā ca durātmanaḥ
und aufgrund des Benehmens des Bösgesinnten (Instr./Gen.)

saṃyāhi bhāratīṃ vīra yāvad dhanmi śitaiḥ śaraiḥ; duryodhanaṃ durātmānaṃ vāhinīṃ cāsya saṃyuge

Fahre los gegen das Bhārata-Heer, Held, solange ich mit scharfen Pfeilen den Duryodhana, den Bösgesinnten, und sein Heer im Kampf niederschlage.

Wort für Wort
saṃyāhi bhāratīṃ vīra
fahre hin zum Bhārata-Heer, Held (Imp./Akk.f./Vok.)
yāvad dhanmi śitaiḥ śaraiḥ
solange ich schlage mit scharfen Pfeilen (1.Sg.Präs./Instr.)
duryodhanaṃ durātmānaṃ
den Duryodhana, den Bösgesinnten (Akk.)
vāhinīṃ cāsya saṃyuge
und sein Heer im Kampf (Akk./Lok.)

kṣemam adya kariṣyāmi dharmarājasya mādhava; hatvaitad durbalaṃ sainyaṃ dhārtarāṣṭrasya paśyataḥ

Heute werde ich dem Dharmakönig Wohlergehen schaffen, Mādhava, nachdem ich dieses schwache Heer des Dhṛtarāṣṭra-Sohnes erschlagen habe, während er zusieht.

Wort für Wort
kṣemam adya kariṣyāmi
Wohlergehen werde ich heute schaffen (Fut.)
dharmarājasya mādhava
dem Dharmakönig, o Mādhava (Gen./Vok.)
hatvaitad durbalaṃ sainyaṃ
erschlagen habend dieses schwache Heer (Abs./Akk.)
dhārtarāṣṭrasya paśyataḥ
während der Dhṛtarāṣṭra-Sohn zusieht (Gen.abs.)

saṃjaya uvāca; abhīśuhasto dāśārhas tathoktaḥ savyasācinā; tad balaugham amitrāṇām abhītaḥ prāviśad raṇe

Saṃjaya sprach: Der Dāśārha, die Peitsche in der Hand, so vom Linkshänder [Arjuna] angesprochen, drang furchtlos in jene Woge der Feinde im Kampf ein.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Perf.)
abhīśuhasto dāśārhas
der Dāśārha, Zügel [/Peitsche] in der Hand (Nom.)
tathoktaḥ savyasācinā
so angesprochen vom Savyasācin (Part.Pass./Instr.)
tad balaugham amitrāṇām
jene Heeresflut der Feinde (Akk./Gen.Pl.)
abhītaḥ prāviśad raṇe
furchtlos trat er ein im Kampf (Impf./Lok.)

śarāsanavaraṃ ghoraṃ śaktikaṇṭakasaṃvṛtam; gadāparighapanthānaṃ rathanāgamahādrumam

Ein Meer mit Bögen als vorzüglichen [Wellen], furchtbar, von Speeren wie von Dornen bedeckt, mit Keulen und Eisenstangen als Pfaden, mit Wagen und Elefanten als großen Bäumen …

Wort für Wort
śarāsanavaraṃ ghoram
mit vorzüglichen Bögen, furchtbar (Akk.n.)
śaktikaṇṭakasaṃvṛtam
von Speeren als Dornen bedeckt (Akk.)
gadāparighapanthānam
Keulen und Eisenstangen als Pfade habend (Akk.)
rathanāgamahādrumam
Wagen und Elefanten als große Bäume (Akk.)

Bildhafte Bezeichnung des Schlachtfeldes (Wald), Fortsetzung in 57. [Anm.: „śarāsanavara“ als „vorzügliche Bögen“ verstanden.]

hayapattilatākīrṇaṃ gāhamāno mahāyaśāḥ; vyacarat tatra govindo rathenātipatākinā

… übersät von Rossen und Fußkämpfern als Schlingpflanzen, durchdrang es der hochberühmte Govinda und fuhr dort umher auf dem Wagen mit den vielen Bannern.

Wort für Wort
hayapattilatākīrṇaṃ
übersät mit Rossen und Fußkämpfern als Schlingpflanzen (Akk.)
gāhamāno mahāyaśāḥ
durchdringend, der hochberühmte (Part.Präs.Med./Nom.)
vyacarat tatra govindo
fuhr umher dort Govinda (Impf.)
rathenātipatākinā
auf dem Wagen mit überaus vielen Bannern (Instr.)

te hayāḥ pāṇḍurā rājan vahanto 'rjunam āhave; dikṣu sarvāsv adṛśyanta dāśārheṇa pracoditāḥ

Jene weißen Rosse, König, die Arjuna im Kampf trugen, wurden, von dem Dāśārha angetrieben, in allen Himmelsrichtungen gesehen.

Wort für Wort
te hayāḥ pāṇḍurā rājan
jene weißen Rosse, o König (Nom.Pl./Vok.)
vahanto 'rjunam āhave
den Arjuna tragend im Kampf (Part.Präs./Lok.)
dikṣu sarvāsv adṛśyanta
in allen Richtungen wurden sie gesehen (Impf.Pass.)
dāśārheṇa pracoditāḥ
vom Dāśārha angetrieben (Instr./Part.Pass.)

tataḥ prāyād rathenājau savyasācī paraṃtapaḥ; kirañ śaraśatāṃs tīkṣṇān vāridhārā ivāmbudaḥ

Darauf fuhr der Linkshänder, der Feindebezwinger, auf dem Wagen im Kampf vor und streute Hunderte scharfer Pfeile aus wie eine Wolke Regenströme.

Wort für Wort
tataḥ prāyād rathenājau
darauf fuhr er auf dem Wagen im Kampf (Impf./Instr./Lok.)
savyasācī paraṃtapaḥ
der Linkshänder, Feindebezwinger (Nom.)
kirañ śaraśatāṃs tīkṣṇān
streuend Hunderte scharfer Pfeile (Part.Präs./Akk.)
vāridhārā ivāmbudaḥ
wie eine Wolke Wasserströme (Akk.Pl./Nom.)

prādurāsīn mahāñ śabdaḥ śarāṇāṃ nataparvaṇām; iṣubhiś chādyamānānāṃ samare savyasācinā

Ein gewaltiges Getöse erhob sich von den Pfeilen mit den gebeugten Gelenken, die, vom Savyasācin im Kampf entsandt, [alles] mit Geschossen bedeckten.

Wort für Wort
prādurāsīn mahāñ śabdaḥ
es erschien ein gewaltiger Laut (Impf.)
śarāṇāṃ nataparvaṇām
von Pfeilen mit gebeugten Gelenken (Gen.Pl.)
iṣubhiś chādyamānānām
während sie mit Geschossen bedeckt wurden (Gen.Pl./Part.Pass.)
samare savyasācinā
im Kampf durch den Savyasācin (Lok./Instr.)

asajjantas tanutreṣu śaraughāḥ prāpatan bhuvi; indrāśanisamasparśā gāṇḍīvapreṣitāḥ śarāḥ

Die Pfeilfluten fielen, ohne an den Panzern haften zu bleiben, zur Erde; die vom Gāṇḍīva entsandten Pfeile hatten die Berührung von Indras Blitz.

Wort für Wort
asajjantas tanutreṣu
nicht haftend an den Panzern (Part.Präs./Lok.)
śaraughāḥ prāpatan bhuvi
Pfeilfluten fielen zur Erde (Impf./Lok.)
indrāśanisamasparśā
gleich Indras Blitz in der Berührung (Nom.Pl.m.)
gāṇḍīvapreṣitāḥ śarāḥ
vom Gāṇḍīva entsandte Pfeile (Nom.Pl.)

narān nāgān samāhatya hayāṃś cāpi viśāṃ pate; apatanta raṇe bāṇāḥ pataṃgā iva ghoṣiṇaḥ

Nachdem sie Männer, Elefanten und auch Rosse getroffen hatten, Herr der Menschen, fielen die Pfeile im Kampf nieder wie summende Heuschrecken.

Wort für Wort
narān nāgān samāhatya
Männer, Elefanten getroffen habend (Abs.)
hayāṃś cāpi viśāṃ pate
und auch Rosse, Herr der Menschen (Akk./Vok.)
apatanta raṇe bāṇāḥ
fielen nieder im Kampf die Pfeile (Impf.Med.)
pataṃgā iva ghoṣiṇaḥ
wie summende Heuschrecken (Nom.Pl.)

āsīt sarvam avacchannaṃ gāṇḍīvapreṣitaiḥ śaraiḥ; na prājñāyanta samare diśo vā pradiśo 'pi vā

Alles war bedeckt von den vom Gāṇḍīva entsandten Pfeilen; im Kampf waren weder Himmelsrichtungen noch Zwischenrichtungen zu erkennen.

Wort für Wort
āsīt sarvam avacchannaṃ
alles war bedeckt (Impf./Part.Pass.)
gāṇḍīvapreṣitaiḥ śaraiḥ
von Gāṇḍīva-entsandten Pfeilen (Instr.)
na prājñāyanta samare
nicht wurden erkannt im Kampf (Impf.Pass.)
diśo vā pradiśo 'pi vā
weder Himmelsrichtungen noch Zwischenrichtungen (Nom.Pl.)

sarvam āsīj jagat pūrṇaṃ pārthanāmāṅkitaiḥ śaraiḥ; rukmapuṅkhais tailadhautaiḥ karmāraparimārjitaiḥ

Die ganze Welt war erfüllt von Pfeilen, die mit Pārthas Namen gezeichnet waren, goldgefiedert, in Öl gewaschen, vom Schmied geglättet.

Wort für Wort
sarvam āsīj jagat pūrṇaṃ
die ganze Welt war voll (Impf.)
pārthanāmāṅkitaiḥ śaraiḥ
mit Pfeilen, die den Namen Pārthas trugen (Instr.)
rukmapuṅkhais tailadhautaiḥ
goldgefiedert, in Öl gewaschen (Instr.)
karmāraparimārjitaiḥ
vom Schmied geglättet (Instr.)

te dahyamānāḥ pārthena pāvakeneva kuñjarāḥ; samāsīdanta kauravyā vadhyamānāḥ śitaiḥ śaraiḥ

Von Pārtha versengt wie Elefanten vom Feuer, gerieten die Kauravas, von scharfen Pfeilen getroffen, [einander] nahe.

Wort für Wort
te dahyamānāḥ pārthena
sie, verbrannt von Pārtha (Part.Pass./Instr.)
pāvakeneva kuñjarāḥ
wie Elefanten vom Feuer (Instr./Nom.Pl.)
samāsīdanta kauravyāḥ
gerieten zusammen die Kauravas (Impf.Med./Nom.)
vadhyamānāḥ śitaiḥ śaraiḥ
erschlagen werdend von scharfen Pfeilen (Part.Pass./Instr.)

„samāsīdanta“ hier als „gerieten zusammen/nahe“ verstanden. [Anm.: Nuance unsicher.]

śaracāpadharaḥ pārthaḥ prajvalann iva bhārata; dadāha samare yodhān kakṣam agnir iva jvalan

Mit Pfeil und Bogen, Pārtha, gleichsam lodernd, Bhārata, verbrannte im Kampf die Krieger, wie ein Feuer, das lodert, trockenes Gras.

Wort für Wort
śaracāpadharaḥ pārthaḥ
Pfeil und Bogen tragend, Pārtha (Nom.)
prajvalann iva bhārata
gleichsam lodernd, o Bhārata (Part./Vok.)
dadāha samare yodhān
verbrannte im Kampf die Krieger (Perf.)
kakṣam agnir iva jvalan
wie Feuer, lodernd, trockenes Gras (Akk./Nom./Part.)

yathā vanānte vanapair visṛṣṭaḥ; kakṣaṃ dahet kṛṣṇagatiḥ saghoṣaḥ; bhūridrumaṃ śuṣkalatāvitānaṃ; bhṛśaṃ samṛddho jvalanaḥ pratāpī

Wie am Waldrand ein von Waldleuten entsandtes Feuer, dessen Pfad schwarz ist, [und das] tosend das trockene Gras verbrennt, dichtbewaldet, mit einem Dach aus dürren Ranken, stark angewachsen, flammend, hitzend …

Wort für Wort
yathā vanānte vanapair visṛṣṭaḥ
wie am Waldrand von Waldleuten entsandt (Lok./Instr./Part.Pass.)
kakṣaṃ dahet kṛṣṇagatiḥ saghoṣaḥ
Gestrüpp würde verbrennen, der Schwarzpfadige [Feuer], tosend (Opt./Nom.)
bhūridrumaṃ śuṣkalatāvitānaṃ
baumreich, mit einem Dach dürrer Ranken (Akk.n.)
bhṛśaṃ samṛddho jvalanaḥ pratāpī
sehr angewachsen, flammend, hitzend (Nom.)

Gleichnis; der Vergleichssatz setzt sich in 68 fort.

evaṃ sa nārācagaṇapratāpī; śarārcir uccāvacatigmatejāḥ; dadāha sarvāṃ tava putrasenām; amṛṣyamāṇas tarasā tarasvī

so verbrannte er, der mit Scharen von Nārācas Glühende, dessen Pfeilflamme mannigfach scharf glühte, das ganze Heer deiner Söhne, ungeduldig, ungestüm und kraftvoll.

Wort für Wort
evaṃ sa nārācagaṇapratāpī
so er, glühend mit Scharen von Nārācas (Nom.)
śarārcir uccāvacatigmatejāḥ
Pfeilflamme, von vielfacher scharfer Glut (Nom.)
dadāha sarvāṃ tava putrasenām
verbrannte das ganze Heer deiner Söhne (Perf.)
amṛṣyamāṇas tarasā tarasvī
nicht duldend, mit Wucht, der Kraftvolle (Part.Präs.Pass./Instr./Nom.)

tasyeṣavaḥ prāṇaharāḥ sumuktā; nāsajjan vai varmasu rukmapuṅkhāḥ; na ca dvitīyaṃ pramumoca bāṇaṃ; nare haye vā paramadvipe vā

Seine lebenraubenden, gut entsandten Pfeile mit goldenen Federn blieben nicht in den Panzern haften; und keinen zweiten Pfeil schoss er auf einen Mann, ein Ross oder einen mächtigen Elefanten ab.

Wort für Wort
tasyeṣavaḥ prāṇaharāḥ sumuktāḥ
seine Pfeile, lebenraubend, gut entsandt (Nom.Pl.)
nāsajjan vai varmasu rukmapuṅkhāḥ
blieben nicht haften in Panzern, goldgefiedert (Impf./Lok.)
na ca dvitīyaṃ pramumoca bāṇaṃ
und keinen zweiten Pfeil ließ er los (Perf./Akk.)
nare haye vā paramadvipe vā
auf Mann, Ross oder mächtigen Elefanten (Lok.)

anekarūpākṛtibhir hi bāṇair; mahārathānīkam anupraviśya; sa eva ekas tava putrasenāṃ; jaghāna daityān iva vajrapāṇiḥ

Mit Pfeilen von vielerlei Gestalt und Form drang er in das Wagenheer ein, und er allein erschlug das Heer deiner Söhne, wie der Blitzträger die Daityas.

Wort für Wort
anekarūpākṛtibhir hi bāṇair
mit Pfeilen von vielen Gestalten und Formen (Instr.)
mahārathānīkam anupraviśya
in das Heer der Großwagenkämpfer eingedrungen (Abs.)
sa eva ekas tava putrasenāṃ
er ganz allein deine Söhne-Heer (Nom./Akk.)
jaghāna daityān iva vajrapāṇiḥ
erschlug, wie der Blitzhändige die Daityas (Perf./Nom.)

dhanaṃjayaḥ saṃyati sāyakair vā

Dhanaṃjaya im Kampf mit Pfeilen oder …

Wort für Wort
dhanaṃjayaḥ
Dhanaṃjaya (Nom.)
saṃyati
im Kampf (Lok.)
sāyakair vā
oder mit Pfeilen (Instr.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile (Sternpassage), nur als Fragment überliefert und syntaktisch unvollständig. [Anm.: unklar.]

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