Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śalyaparva

Kapitel 64: duryodhanasāntvanaṃ aśvatthāmno 'bhiṣekaś ca Die Wagenkämpfer am gefallenen Duryodhana; Aśvatthāmans Weihe zum Heerführer

Nach Duryodhanas Fall im Keulenkampf finden Aśvatthāman, Kṛpa und Kṛtavarman den sterbenden König; dieser tröstet sie und setzt Aśvatthāman zum Feldherrn ein. Das Kapitel bereitet den nächtlichen Überfall (Sauptika) vor.

saṃjaya uvāca; vātikānāṃ sakāśāt tu śrutvā duryodhanaṃ hatam; hataśiṣṭās tato rājan kauravāṇāṃ mahārathāḥ

Saṃjaya sprach: Als sie aber von den Wächtern des Haines erfahren hatten, dass Duryodhana erschlagen war, kamen, o König, die übrig gebliebenen großen Wagenkämpfer der Kauravas [herbei].

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Perf. 3.Sg.)
vātikānāṃ sakāśāt tu śrutvā
von den Vātikas [Wächtern, Boten, Lesart unsicher [?]] her aber gehört habend (Abl./Abs.)
duryodhanaṃ hatam
Duryodhana erschlagen (Akk./PPP)
hataśiṣṭāḥ tato rājan
die von den Erschlagenen Übriggebliebenen, dann, o König (Nom.Pl./Vok.)
kauravāṇāṃ mahārathāḥ
der Kauravas große Wagenkämpfer (Gen.Pl./Nom.Pl.)

vinirbhinnāḥ śitair bāṇair gadātomaraśaktibhiḥ; aśvatthāmā kṛpaś caiva kṛtavarmā ca sātvataḥ; tvaritā javanair aśvair āyodhanam upāgaman

Von scharfen Pfeilen, Keulen, Wurfspeeren und Lanzen zerfetzt, gelangten Aśvatthāman, Kṛpa und der Sātvata Kṛtavarman, eilig auf schnellen Rossen, zum Kampfplatz.

Wort für Wort
vinirbhinnāḥ śitair bāṇaiḥ
durchbohrt von scharfen Pfeilen (PPP Nom.Pl./Instr.Pl.)
gadātomaraśaktibhiḥ
von Keulen, Wurfspeeren und Lanzen (Instr.Pl., Dvandva)
aśvatthāmā kṛpaś caiva kṛtavarmā ca sātvataḥ
Aśvatthāman und Kṛpa und Kṛtavarman, der Sātvata (Nom.Sg.)
tvaritā javanair aśvaiḥ
eilig, auf schnellen Rossen (Nom.Pl./Instr.Pl.)
āyodhanam upāgaman
zum Kampfplatz kamen sie (Akk./Aor. 3.Pl.)

tatrāpaśyan mahātmānaṃ dhārtarāṣṭraṃ nipātitam; prabhagnaṃ vāyuvegena mahāśālaṃ yathā vane

Dort sahen sie den hochgesinnten Sohn des Dhṛtarāṣṭra niedergestreckt, geknickt wie einen mächtigen Śāla-Baum im Wald vom Sturmwind.

Wort für Wort
tatra apaśyan
dort sahen sie (Impf. 3.Pl.)
mahātmānaṃ dhārtarāṣṭraṃ
den Hochgesinnten, den Dhṛtarāṣṭra-Sohn (Akk.Sg.)
nipātitam
niedergestreckt (Kaus.-PPP Akk.Sg.)
prabhagnaṃ vāyuvegena
geknickt durch die Gewalt des Windes (PPP/Instr.Sg.)
mahāśālaṃ yathā vane
wie einen großen Śāla-Baum im Wald (Akk./Lok.)

bhūmau viveṣṭamānaṃ taṃ rudhireṇa samukṣitam; mahāgajam ivāraṇye vyādhena vinipātitam

Er wand sich auf dem Boden, mit Blut übergossen, wie ein großer Elefant im Wald, den ein Jäger niedergestreckt hat.

Wort für Wort
bhūmau viveṣṭamānaṃ taṃ
auf dem Boden sich windend, ihn (Lok./Part.Präs.Med. Akk.)
rudhireṇa samukṣitam
mit Blut besprengt (Instr./PPP)
mahāgajam iva araṇye
wie einen großen Elefanten im Wald (Akk./Lok.)
vyādhena vinipātitam
vom Jäger niedergestreckt (Instr./Kaus.-PPP)

vivartamānaṃ bahuśo rudhiraughapariplutam; yadṛcchayā nipatitaṃ cakram ādityagocaram

Er wälzte sich immer wieder, in Fluten von Blut getaucht, gleich der Sonnenscheibe, die zufällig herabgefallen ist, [einst] im Bereich der Sonne gelegen [?].

Wort für Wort
vivartamānaṃ bahuśo
sich wälzend, vielfach (Part.Präs.Med. Akk./Adv.)
rudhiraughapariplutam
in Blutfluten versunken (Akk., Tatpuruṣa-PPP)
yadṛcchayā nipatitaṃ
zufällig herabgefallen (Instr./PPP Akk.)
cakram ādityagocaram
eine Scheibe im Bereich der Sonne (Akk.Sg.n., Bahuvrīhi)

Bild in pāda cd verkürzt und syntaktisch hart: „cakram ādityagocaram“ (Rad/Scheibe im Bereich der Sonne); Anschluss an Vers 6 (Vergleiche: Meer, Vollmond).

mahāvātasamutthena saṃśuṣkam iva sāgaram; pūrṇacandram iva vyomni tuṣārāvṛtamaṇḍalam

[Er glich] einem Meer, das durch einen gewaltigen Sturm ausgetrocknet ist, [oder] einem Vollmond am Himmel, dessen Scheibe von Nebel bedeckt ist.

Wort für Wort
mahāvātasamutthena
durch einen von einem großen Sturm erregten [Vorgang] (Instr.)
saṃśuṣkam iva sāgaram
wie ein ausgetrocknetes Meer (PPP/Akk.)
pūrṇacandram iva vyomni
wie einen Vollmond am Himmel (Akk./Lok.)
tuṣārāvṛtamaṇḍalam
dessen Scheibe von Reif/Nebel bedeckt ist (Akk., Bahuvrīhi)

reṇudhvastaṃ dīrghabhujaṃ mātaṅgasamavikramam; vṛtaṃ bhūtagaṇair ghoraiḥ kravyādaiś ca samantataḥ; yathā dhanaṃ lipsamānair bhṛtyair nṛpatisattamam

Von Staub bedeckt, langarmig, an Tapferkeit einem Elefanten gleich, war er ringsum umringt von schrecklichen Geisterscharen und Aasfressern, wie der beste der Könige von Dienern, die nach Reichtum trachten.

Wort für Wort
reṇudhvastaṃ dīrghabhujaṃ
staubbedeckt, langarmig (Akk.Sg.)
mātaṅgasamavikramam
einem Elefanten gleich an Schritt/Kraft (Akk., Bahuvrīhi)
vṛtaṃ bhūtagaṇair ghoraiḥ
umringt von schrecklichen Geisterscharen (PPP/Instr.Pl.)
kravyādaiś ca samantataḥ
und von Fleischfressern ringsum (Instr.Pl./Adv.)
yathā dhanaṃ lipsamānair bhṛtyair
wie von Dienern, die Reichtum zu erlangen wünschen (Desid.-Part. Instr.)
nṛpatisattamam
den besten der Könige (Akk.Sg.)

bhrukuṭīkṛtavaktrāntaṃ krodhād udvṛttacakṣuṣam; sāmarṣaṃ taṃ naravyāghraṃ vyāghraṃ nipatitaṃ yathā

Mit gerunzelter Stirn bis in die Mundwinkel, die Augen vor Zorn hervorgequollen, voller Groll, den Tiger unter den Männern, wie einen niedergestreckten Tiger [sahen sie].

Wort für Wort
bhrukuṭīkṛtavaktrāntaṃ
dessen Mundwinkel zur Stirnrunzelnis verzogen sind (Akk., Bahuvrīhi)
krodhād udvṛttacakṣuṣam
vor Zorn mit hervorquellenden Augen (Abl./Akk.)
sāmarṣaṃ taṃ naravyāghraṃ
voll Unmut, ihn, den Tiger unter den Männern (Akk.)
vyāghraṃ nipatitaṃ yathā
wie einen niedergefallenen Tiger (Akk./PPP)

te tu dṛṣṭvā maheṣvāsā bhūtale patitaṃ nṛpam; moham abhyāgaman sarve kṛpaprabhṛtayo rathāḥ

Als aber diese großen Bogenschützen den König am Boden liegen sahen, verfielen sie alle, Kṛpa und die übrigen Wagenkämpfer, in Betäubung.

Wort für Wort
te tu dṛṣṭvā maheṣvāsāḥ
sie aber, gesehen habend, die großen Bogenschützen (Nom.Pl./Abs.)
bhūtale patitaṃ nṛpam
auf dem Erdboden gefallen den König (Lok./PPP Akk.)
moham abhyāgaman sarve
in Betäubung gerieten sie alle (Akk./Aor. 3.Pl.)
kṛpaprabhṛtayo rathāḥ
die Wagenkämpfer mit Kṛpa an der Spitze (Nom.Pl.)

avatīrya rathebhyas tu prādravan rājasaṃnidhau; duryodhanaṃ ca saṃprekṣya sarve bhūmāv upāviśan

Sie stiegen von den Wagen, eilten in die Nähe des Königs, und nachdem sie Duryodhana genau angesehen hatten, ließen sich alle auf der Erde nieder.

Wort für Wort
avatīrya rathebhyas tu
abgestiegen von den Wagen aber (Abs./Abl.Pl.)
prādravan rājasaṃnidhau
sie liefen hin, in die Nähe des Königs (Impf. 3.Pl./Lok.)
duryodhanaṃ ca saṃprekṣya
und Duryodhana angeschaut habend (Akk./Abs.)
sarve bhūmāv upāviśan
alle setzten sich auf die Erde (Nom.Pl./Lok./Aor. 3.Pl.)

tato drauṇir mahārāja bāṣpapūrṇekṣaṇaḥ śvasan; uvāca bharataśreṣṭhaṃ sarvalokeśvareśvaram

Darauf sprach Drauṇi, o großer König, die Augen voll Tränen und seufzend, zu dem Besten der Bharatas, dem Herrn der Herren aller Welt:

Wort für Wort
tato drauṇir mahārāja
dann Drauṇi, o großer König (Nom./Vok.)
bāṣpapūrṇekṣaṇaḥ śvasan
mit tränengefüllten Augen, seufzend (Nom., Bahuvrīhi/Part.Präs.)
uvāca bharataśreṣṭhaṃ
sprach zum Besten der Bharatas (Perf. 3.Sg./Akk.)
sarvalokeśvareśvaram
dem Herrn der Herren der ganzen Welt (Akk.Sg.)

na nūnaṃ vidyate 'sahyaṃ mānuṣye kiṃ cid eva hi; yatra tvaṃ puruṣavyāghra śeṣe pāṃsuṣu rūṣitaḥ

„Es gibt wohl nichts im Menschendasein, was unerträglich wäre, wenn du, Tiger unter den Männern, im Staub liegst, mit Staub bedeckt.“

Wort für Wort
na nūnaṃ vidyate 'sahyaṃ
gewiss gibt es nicht Unerträgliches (Präs.Pass. 3.Sg./Nom.n.)
mānuṣye kiṃ cid eva hi
im Menschlichen irgendetwas wahrlich (Lok.Sg.n.)
yatra tvaṃ puruṣavyāghra
insofern du, Tiger unter den Männern (Vok.)
śeṣe pāṃsuṣu rūṣitaḥ
liegst in den Stäuben, bestäubt (Präs. 2.Sg.Med./Lok.Pl./PPP)

bhūtvā hi nṛpatiḥ pūrvaṃ samājñāpya ca medinīm; katham eko 'dya rājendra tiṣṭhase nirjane vane

„Nachdem du früher König gewesen bist und die Erde beherrscht hast, wie kannst du nun, König der Könige, allein in einem menschenleeren Wald daliegen?“

Wort für Wort
bhūtvā hi nṛpatiḥ pūrvaṃ
denn König gewesen früher (Abs./Nom.)
samājñāpya ca medinīm
und die Erde beherrscht [befehligt] habend (Abs./Akk.)
katham eko 'dya rājendra
wie allein heute, o Königsfürst (Nom./Vok.)
tiṣṭhase nirjane vane
verharrst du in einsamem Wald (Präs. 2.Sg.Med./Lok.)

duḥśāsanaṃ na paśyāmi nāpi karṇaṃ mahāratham; nāpi tān suhṛdaḥ sarvān kim idaṃ bharatarṣabha

„Duśśāsana sehe ich nicht, auch nicht Karṇa, den großen Wagenkämpfer, und auch nicht all jene Freunde. Was ist das, Stier der Bharatas?“

Wort für Wort
duḥśāsanaṃ na paśyāmi
Duḥśāsana sehe ich nicht (Akk./Präs. 1.Sg.)
nāpi karṇaṃ mahāratham
auch nicht Karṇa, den großen Wagenkämpfer (Akk.)
nāpi tān suhṛdaḥ sarvān
auch nicht jene Freunde alle (Akk.Pl.)
kim idaṃ bharatarṣabha
was ist dies, Stier der Bharatas (Nom./Vok.)

duḥkhaṃ nūnaṃ kṛtāntasya gatiṃ jñātuṃ kathaṃ cana; lokānāṃ ca bhavān yatra śete pāṃsuṣu rūṣitaḥ

„Schwer ist es wohl, den Weg des Schicksals [wörtl.: des Endebewirkers] auf irgendeine Weise zu erkennen, wenn du, Herr der Welten, im Staub liegst, mit Staub bedeckt.“

Wort für Wort
duḥkhaṃ nūnaṃ kṛtāntasya
schwer gewiss des Schicksals [Todes] (Nom.n./Gen.)
gatiṃ jñātuṃ kathaṃ cana
den Weg zu erkennen, irgendwie (Akk./Inf./Adv.)
lokānāṃ ca bhavān yatra
und der Welten [Herr] du, wo/da (Gen.Pl./Nom./Rel.)
śete pāṃsuṣu rūṣitaḥ
liegst in Stäuben, bestäubt (Präs. 2.Sg.)

Pāda a-b syntaktisch knapp: „duḥkhaṃ nūnaṃ … jñātum“ = es ist schwer zu erkennen; „lokānāṃ ca bhavān“ = und du [Herr] der Welten (Lesart [?]).

eṣa mūrdhāvasiktānām agre gatvā paraṃtapaḥ; satṛṇaṃ grasate pāṃsuṃ paśya kālasya paryayam

„Dieser Bezwinger der Feinde, der einst allen gesalbten Königen voranging, verschlingt nun Staub samt Gras. Sieh die Wendung der Zeit!“

Wort für Wort
eṣa mūrdhāvasiktānām
dieser, der gesalbten Häupter [Könige] (Nom./Gen.Pl.)
agre gatvā paraṃtapaḥ
vorangegangen, Feindbezwinger (Abs./Nom.)
satṛṇaṃ grasate pāṃsuṃ
samt Gras verschlingt Staub (Adv./Präs. 3.Sg.Med./Akk.)
paśya kālasya paryayam
sieh der Zeit Umlauf (Imp./Gen./Akk.)

kva te tad amalaṃ chatraṃ vyajanaṃ kva ca pārthiva; sā ca te mahatī senā kva gatā pārthivottama

„Wo ist dein makelloser Schirm, wo der Fächer, o Fürst? Und wo ist jenes deine gewaltige Heer hingegangen, o Bester der Fürsten?“

Wort für Wort
kva te tad amalaṃ chatraṃ
wo dein jener makellose Schirm (Gen./Nom.n.)
vyajanaṃ kva ca pārthiva
der Fächer und wo, o Fürst (Nom./Vok.)
sā ca te mahatī senā
und jenes dein große Heer (Nom.f.)
kva gatā pārthivottama
wohin gegangen, o Bester der Fürsten (PPP/Vok.)

**** **** gajāśvarathasaṃkulā; sāmantarājasaṃyuktā

[Lücke im Text] … [ein Heer,] von Elefanten, Rossen und Wagen erfüllt, mit Vasallenfürsten verbunden [?].

Wort für Wort
[Lücke]
Text nicht überliefert (Lücke)
gajāśvarathasaṃkulā
von Elefanten, Rossen, Wagen erfüllt (Nom.f., Tatpuruṣa)
sāmantarājasaṃyuktā
mit Vasallenkönigen verbunden (Nom.f.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe; Anfang des Verses lückenhaft überliefert („**** ****“); Ergänzung eines Bezugswortes [„Heer“] unsicher.

bhrātaras te mahārāja vīryaśakrasamā yudhi; śatrūṇāṃ ca nihantāro mahābalaparākramāḥ; kva gatāḥ pārthivendrādya saubhrātraṃ ca samāśritam; tava putrā mahābhāga lakṣmaṇādyā mahārathāḥ; pūrṇendusadṛśā vīrāḥ śāntisaundaryakāntibhiḥ; kṛtavān nṛpaśārdūla jayantasamavikramam

„Deine Brüder, o großer König, im Kampf an Heldenkraft dem Śakra gleich, Vernichter der Feinde, von großer Stärke und Tapferkeit, wohin sind sie gegangen, o Herr der Fürsten, [jene], auf die sich die brüderliche Verbundenheit stützte? Deine Söhne, o Hochgesegneter, Lakṣmaṇa und die anderen großen Wagenkämpfer, dem Vollmond gleich, Helden an Friedfertigkeit, Schönheit und Glanz, [wohin sind sie gegangen?] Du, Tiger unter den Königen, hast [ihn?] an Tapferkeit dem Jayanta gleich gemacht [?].“

Wort für Wort
bhrātaras te mahārāja
deine Brüder, o großer König (Nom.Pl./Vok.)
vīryaśakrasamā yudhi
an Heldenkraft dem Śakra gleich im Kampf (Nom.Pl./Lok.)
śatrūṇāṃ ca nihantāro mahābalaparākramāḥ
und der Feinde Vernichter, von großer Kraft und Tapferkeit (Gen.Pl./Nom.Pl.)
kva gatāḥ pārthivendrādya saubhrātraṃ ca samāśritam
wohin gegangen, Fürstenherr, jetzt, und die Brüderlichkeit [darauf] gestützt (PPP/Vok./Akk.n.)
tava putrā mahābhāga lakṣmaṇādyā mahārathāḥ
deine Söhne, Hochgesegneter, Lakṣmaṇa an der Spitze, große Wagenkämpfer (Nom.Pl.)
pūrṇendusadṛśā vīrāḥ śāntisaundaryakāntibhiḥ
dem Vollmond gleich, Helden, durch Ruhe, Schönheit, Glanz (Nom.Pl./Instr.Pl.)
kṛtavān nṛpaśārdūla jayantasamavikramam
tat/machte, Tiger unter den Königen, dem Jayanta gleich an Kühnheit (PPA Nom./Vok./Akk.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; letzter Halbvers syntaktisch unklar (Objekt fehlt, Subjekt „kṛtavān“ auf den König bezogen); Wiedergabe unsicher.

durvijñeyā gatir nūnaṃ kāryāṇāṃ kāraṇāntare; yad vai lokagurur bhūtvā bhavān etāṃ daśāṃ gataḥ

„Schwer zu erkennen ist wohl der Lauf der Dinge in ihren verborgenen Ursachen, da du, der Lehrer der Welt gewesen, in diesen Zustand geraten bist.“

Wort für Wort
durvijñeyā gatir nūnaṃ
schwer erkennbar der Lauf gewiss (Nom.f.)
kāryāṇāṃ kāraṇāntare
der Werke, im Bereich anderer/verborgener Ursache (Gen.Pl./Lok.)
yad vai lokagurur bhūtvā
dass du, Lehrer der Welt gewesen (Konj./Nom./Abs.)
bhavān etāṃ daśāṃ gataḥ
Ihr in diesen Zustand gelangt (Nom./Akk./PPP)

adhruvā sarvamartyeṣu dhruvaṃ śrīr upalakṣyate

Unbeständig ist [sie] bei allen Sterblichen, [doch] als beständig wird die Herrlichkeit [Śrī] wahrgenommen.

Wort für Wort
adhruvā sarvamartyeṣu
unbeständig bei allen Sterblichen (Nom.f./Lok.Pl.)
dhruvaṃ śrīr upalakṣyate
als beständig die Glücksgöttin/Herrlichkeit wird wahrgenommen (Adv./Nom.f./Präs.Pass.)

dhruveva bhāti sarvatra nityaṃ mohakarī nṛṇām; vivekibhir nṛbhir nityaṃ cintyamānā viśeṣataḥ; na tu viśvasen nityāṃ vai hy adhruvā vai svabhāvataḥ

Wie beständig erscheint sie überall, stets die Menschen betörend; von Einsichtigen wird sie stets besonders erwogen; man darf ihr, der von Natur aus Unbeständigen, niemals vertrauen.

Wort für Wort
dhruvā iva bhāti sarvatra
wie beständig erscheint sie überall (Nom.f./Präs.)
nityaṃ mohakarī nṛṇām
stets betörend für Männer (Adv./Nom.f./Gen.Pl.)
vivekibhir nṛbhir nityaṃ
von Unterscheidungsfähigen Männern stets (Instr.Pl.)
cintyamānā viśeṣataḥ
bedacht werdend besonders (Part.Präs.Pass./Adv.)
na tu viśvasen nityāṃ vai
nicht aber soll man vertrauen der beständig [Geglaubten] fürwahr (Opt./Akk.f.)
hy adhruvā vai svabhāvataḥ
denn unbeständig fürwahr von Natur (Nom.f./Abl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.

bhavato vyasanaṃ dṛṣṭvā śakravispardhino bhṛśam

Als ich dein Unglück sah, du, der du sogar mit Śakra wetteifertest, [da bedachte ich sehr] …

Wort für Wort
bhavato vyasanaṃ dṛṣṭvā
dein Unglück gesehen habend (Gen./Akk./Abs.)
śakravispardhino bhṛśam
des mit Śakra Wetteifernden, sehr (Gen.Sg./Adv.)

Halbvers, syntaktisch mit der Zusatzzeile n=24 zu verbinden; nach der Zusatzzeile fortgeführt.

imaṃ lokam anityaṃ vā hy adyāhaṃ samacintaye

„Diese Welt als unbeständig habe ich heute bedacht.“

Wort für Wort
imaṃ lokam anityaṃ vā
diese Welt als unbeständig (Akk./Akk./Part.)
hy adyāhaṃ samacintaye
denn heute ich habe erwogen (Part./Adv./Pron./Impf. 1.Sg.Med.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; Objekt-Lesart „iha lokam“ statt „imaṃ lokam“ nicht bezeugt; Konstruktion „vā hy“ füllend.

tasya tad vacanaṃ śrutvā duḥkhitasya viśeṣataḥ; uvāca rājan putras te prāptakālam idaṃ vacaḥ

Als dein Sohn, o König, diese Rede des besonders Bekümmerten gehört hatte, sprach er die dem Augenblick gemäße Rede.

Wort für Wort
tasya tad vacanaṃ śrutvā
dessen jene Rede gehört habend (Gen./Akk./Abs.)
duḥkhitasya viśeṣataḥ
des Bekümmerten besonders (Gen./Adv.)
uvāca rājan putras te
sprach, o König, dein Sohn (Perf. 3.Sg./Vok./Nom./Gen.)
prāptakālam idaṃ vacaḥ
diese zeitgemäße Rede (Akk.n., Bahuvrīhi)

vimṛjya netre pāṇibhyāṃ śokajaṃ bāṣpam utsṛjan; kṛpādīn sa tadā vīrān sarvān eva narādhipaḥ

Er wischte sich mit beiden Händen die Augen, ließ die Tränen des Kummers fließen, und der Herrscher [sprach] dann zu Kṛpa und all den anderen Helden:

Wort für Wort
vimṛjya netre pāṇibhyāṃ
abgewischt habend die Augen mit den Händen (Abs./Akk.Du./Instr.Du.)
śokajaṃ bāṣpam utsṛjan
die aus Kummer entstandenen Tränen entlassend (Akk./Part.Präs.)
kṛpādīn sa tadā vīrān
zu Kṛpa und den anderen, er dann, Helden (Akk.Pl./Nom./Adv.)
sarvān eva narādhipaḥ
allen eben, der Männerherrscher (Akk.Pl./Nom.)

Verb erst im folgenden Vers.

īdṛśo martyadharmo 'yaṃ dhātrā nirdiṣṭa ucyate; vināśaḥ sarvabhūtānāṃ kālaparyāyakāritaḥ

„Diese Menschenart [wörtl.: dies Gesetz der Sterblichen] ist, so heißt es, vom Schöpfer festgesetzt: Untergang aller Wesen, herbeigeführt durch den Umlauf der Zeit.“

Wort für Wort
īdṛśo martyadharmo 'yaṃ
solcherart dieses Gesetz der Sterblichen (Nom.)
dhātrā nirdiṣṭa ucyate
vom Schöpfer bestimmt, wird gesagt (Instr./PPP/Präs.Pass.)
vināśaḥ sarvabhūtānāṃ
Untergang aller Wesen (Nom./Gen.Pl.)
kālaparyāyakāritaḥ
durch den Zeitumlauf bewirkt (Nom.)

so 'yaṃ māṃ samanuprāptaḥ pratyakṣaṃ bhavatāṃ hi yaḥ; pṛthivīṃ pālayitvāham etāṃ niṣṭhām upāgataḥ

„Eben dieser ist über mich gekommen, vor euren Augen, der ich, nachdem ich diese Erde beschützt habe, zu diesem Ende gelangt bin.“

Wort für Wort
so 'yaṃ māṃ samanuprāptaḥ
dieser hat mich erreicht (Nom./Akk./PPP)
pratyakṣaṃ bhavatāṃ hi yaḥ
vor euren Augen, der [Umstand], welcher (Adv./Gen.Pl./Rel.)
pṛthivīṃ pālayitvāham
die Erde beschützt habend, ich (Akk./Abs./Pron.)
etāṃ niṣṭhām upāgataḥ
zu diesem Ende gelangt (Akk./PPP)

diṣṭyā nāhaṃ parāvṛtto yuddhe kasyāṃ cid āpadi

„Zum Glück bin ich in keiner Gefahr im Kampf zurückgewichen.“

Wort für Wort
diṣṭyā nāhaṃ parāvṛttaḥ
glücklicherweise nicht ich zurückgewandt (Instr.Adv./Nom.)
yuddhe kasyāṃ cid āpadi
im Kampf in irgendeiner Not (Lok./Lok.)

diṣṭyāhaṃ no nṛpatibhir nirjito na kadā cana; diṣṭyā mayā nirjitās te rājāno bahuśo yudhi

„Zum Glück bin ich von Königen niemals besiegt worden; zum Glück habe ich jene Könige oftmals im Kampf besiegt.“

Wort für Wort
diṣṭyāhaṃ no nṛpatibhir
glücklicherweise ich nicht von Königen (Adv./Instr.Pl.)
nirjito na kadā cana
besiegt, niemals (PPP/Adv.)
diṣṭyā mayā nirjitās te
glücklicherweise von mir besiegt jene (Instr./PPP Nom.Pl.)
rājāno bahuśo yudhi
Könige vielfach im Kampf (Nom.Pl./Adv./Lok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.

diṣṭyāhaṃ nihataḥ pāpaiś chalenaiva viśeṣataḥ

„Zum Glück bin ich von den Bösen erschlagen worden, und zwar besonders durch Trug.“

Wort für Wort
diṣṭyāhaṃ nihataḥ
glücklicherweise ich erschlagen (Adv./Nom./PPP)
pāpaiś chalenaiva viśeṣataḥ
von den Bösen, durch Trug gerade, besonders (Instr.Pl./Instr.Sg./Adv.)

„diṣṭyā“ hier mit bitterer Färbung.

**** **** pāṇḍuputrair durātmabhiḥ; adharmato gadāyuddhe

[Lücke im Text] … von den Söhnen des Pāṇḍu, den Schlechtgesinnten, unrechtmäßig im Keulenkampf [erschlagen].

Wort für Wort
[Lücke]
Text nicht überliefert (Lücke)
pāṇḍuputrair durātmabhiḥ
von Pāṇḍus Söhnen, den Schlechtgesinnten (Instr.Pl.)
adharmato gadāyuddhe
gegen das Recht im Keulenkampf (Abl.-Adv./Lok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Versanfang lückenhaft („**** ****“); Ergänzung [erschlagen] nach Zusammenhang.

utsāhaś ca kṛto nityaṃ mayā diṣṭyā yuyutsatā

„Und Eifer wurde von mir stets bewiesen, zum Glück, da ich kampfeswillig war.“

Wort für Wort
utsāhaś ca kṛto nityaṃ
und Tatkraft bewiesen stets (Nom./PPP/Adv.)
mayā diṣṭyā yuyutsatā
von mir, glücklicherweise, dem Kampfwilligen (Instr./Adv./Part.Desid. Instr.)

diṣṭyā hatā gajā yuddhe sagajārohakā bhṛśam; diṣṭyāśvā deśajāḥ sarve kṛtino vegaśālinaḥ; kuśalaiḥ sādibhiḥ sārdhaṃ nihatā raṇamūrdhani; diṣṭyā raṇe vinihatā rathā hemapariṣkṛtāḥ; rathibhir yuddhakuśalaiḥ sārdhaṃ vidalitaiḥ śaraiḥ; diṣṭyā yodhā dhanuṣmantaḥ sarve yuddhaviśāradāḥ; śaranirbhinnasarvāṅgāḥ samare patitābhavan; diṣṭyā mamāyudhāny āśu nāśam āyānti vai kṣaṇāt

„Zum Glück wurden im Kampf die Elefanten samt ihren Reitern gewaltig niedergemacht; zum Glück sind alle einheimischen Rosse, geschickt und schnell, samt den erfahrenen Reitern an der Spitze der Schlacht erschlagen worden. Zum Glück wurden im Kampf die goldgeschmückten Wagen samt den kampferfahrenen Wagenkämpfern von Pfeilen zerschlagen. Zum Glück sind alle Bogenkämpfer, in der Schlacht Erfahrene, mit von Pfeilen durchbohrten Gliedern im Kampf gefallen. Zum Glück gehen meine Waffen rasch in einem Augenblick zugrunde.“

Wort für Wort
diṣṭyā hatā gajā yuddhe
glücklicherweise erschlagen die Elefanten im Kampf (PPP Nom.Pl./Lok.)
sagajārohakā bhṛśam
samt Elefantenreitern, sehr (Nom.Pl./Adv.)
diṣṭyāśvā deśajāḥ sarve kṛtino vegaśālinaḥ
glücklicherweise die Rosse, landgeboren, alle, geschickt, schnell (Nom.Pl.)
kuśalaiḥ sādibhiḥ sārdhaṃ nihatā raṇamūrdhani
mit erfahrenen Reitern zusammen erschlagen an der Schlachtspitze (Instr.Pl./PPP/Lok.)
diṣṭyā raṇe vinihatā rathā hemapariṣkṛtāḥ
glücklicherweise im Kampf zerschlagen die goldgeschmückten Wagen (PPP Nom.Pl.)
rathibhir yuddhakuśalaiḥ sārdhaṃ vidalitaiḥ śaraiḥ
mit kampferfahrenen Wagenkämpfern, durch Pfeile zerspalten (Instr.Pl.)
diṣṭyā yodhā dhanuṣmantaḥ sarve yuddhaviśāradāḥ
glücklicherweise die Krieger, Bogenträger, alle kampfkundig (Nom.Pl.)
śaranirbhinnasarvāṅgāḥ samare patitābhavan
mit von Pfeilen durchbohrten Gliedern im Kampf gefallen sind sie (Nom.Pl./PPP/Impf.)
diṣṭyā mamāyudhāny āśu nāśam āyānti vai kṣaṇāt
glücklicherweise meine Waffen schnell in Untergang gehen sie im Augenblick (Nom.Pl.n./Akk./Präs. 3.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.

diṣṭyā cāsmi hato yuddhe nihatajñātibāndhavaḥ

Und zum Glück bin ich im Kampf erschlagen, [ich,] dessen Verwandte und Sippenangehörige erschlagen sind.

Wort für Wort
diṣṭyā ca asmi
und zum Glück bin ich (Instr. Adv.; 1.Sg.Präs.)
hataḥ yuddhe
erschlagen im Kampf (Nom.Sg.m. Part.; Lok.)
nihata-jñāti-bāndhavaḥ
dessen Verwandte und Sippenangehörige erschlagen sind (Bahuvrīhi, Nom.Sg.m.)

diṣṭyā ca vo 'haṃ paśyāmi muktān asmāj janakṣayāt

Und zum Glück sehe ich euch befreit von diesem Vernichten der Menschen.

Wort für Wort
diṣṭyā ca
und zum Glück (Instr. Adv.)
vaḥ ahaṃ paśyāmi
euch ich sehe (Akk.Pl.; Nom.Sg.; 1.Sg.Präs.)
muktān
befreit (Akk.Pl.m. Part.)
asmāt jana-kṣayāt
von diesem Volksverderben (Abl.Sg.; Tatpuruṣa)

svasti haṃto tv ahaṃ yuddhe nihatajñātibāndhavaḥ

Heil [mir]! Ich aber [bin] im Kampf [der], dessen Verwandte und Sippenangehörige erschlagen sind [?].

Wort für Wort
svasti
Heil (Indekl.)
haṃto [?] tu ahaṃ
ach/erschlagen [?], ich aber (Interj. oder Nom.Sg.m.; Nom.Sg.)
yuddhe
im Kampf (Lok.Sg.)
nihata-jñāti-bāndhavaḥ
dessen Verwandte und Sippenangehörige erschlagen sind (Bahuvrīhi, Nom.Sg.m.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; haṃto ist wohl verderbt (hanta oder hataḥ), der Sinn bleibt unsicher.

svastiyuktāṃś ca kalyāṃś ca tan me priyam anuttamam

Euch aber, die ihr wohlbehalten und gesund seid [zu sehen], das ist mir das höchste Liebe.

Wort für Wort
svasti-yuktān ca
und mit Wohlergehen versehene (Akk.Pl.m.)
kalyān ca
und gesunde (Akk.Pl.m.)
tat me priyam
das [ist] mir lieb (Nom.Sg.n.; Dat./Gen.Sg.)
anuttamam
unübertrefflich (Nom.Sg.n.)

mā bhavanto 'nutapyantāṃ sauhṛdān nidhanena me; yadi vedāḥ pramāṇaṃ vo jitā lokā mayākṣayāḥ

Ihr Herren sollt nicht aus Freundschaft um meinen Tod trauern; wenn die Veden für euch maßgebend sind, dann sind von mir unvergängliche Welten gewonnen.

Wort für Wort
mā bhavantaḥ anutapyantām
nicht sollen die Herren betrauern (Prohibitiv; 3.Pl.Pass./Med.Imp.)
sauhṛdāt nidhanena me
aus Freundschaft, wegen meines Todes (Abl.Sg.; Instr.Sg.; Gen.Sg.)
yadi vedāḥ pramāṇaṃ vaḥ
wenn die Veden Maßstab sind für euch (Nom.Pl.; Nom.Sg.n.; Gen.Pl.)
jitāḥ lokāḥ mayā akṣayāḥ
gewonnen sind Welten von mir, unvergängliche (Nom.Pl.m. Part.; Instr.Sg.; Nom.Pl.m.)

manyamānaḥ prabhāvaṃ ca kṛṣṇasyāmitatejasaḥ; tena na cyāvitaś cāhaṃ kṣatradharmāt svanuṣṭhitāt

Denn ich bedachte die Macht Kṛṣṇas, des unermesslich Strahlenden; von ihm wurde ich nicht von der wohlgeübten Kriegerpflicht abgebracht.

Wort für Wort
manyamānaḥ prabhāvaṃ ca
bedenkend/achtend, und die Macht (Nom.Sg.m. Part.; Akk.Sg.)
kṛṣṇasya amita-tejasaḥ
des Kṛṣṇa von unermesslichem Glanz (Gen.Sg.; Bahuvrīhi Gen.Sg.)
tena na cyāvitaḥ ca ahaṃ
von ihm nicht abgebracht, und ich (Instr.Sg.; Nom.Sg.m. Kaus.Part.; Nom.Sg.)
kṣatra-dharmāt su-anuṣṭhitāt
von der Kriegerpflicht, der wohl ausgeübten (Abl.Sg.)

tena ist nach dem Zusammenhang wohl auf die eigene, bedachte Kraft/Kṛṣṇa bezogen; Deutung unsicher.

sa mayā samanuprāpto nāsmi śocyaḥ kathaṃ cana

Dieses [Ende] ist von mir erreicht worden; ich bin in keiner Weise zu beklagen.

Wort für Wort
sa mayā samanuprāptaḥ
dieses/jener [Ausgang] ist von mir erreicht (Nom.Sg.m.; Instr.Sg.; Part.Pass.)
na asmi śocyaḥ
nicht bin ich zu beklagen (1.Sg.Präs.; Gerundiv Nom.Sg.m.)
kathaṃ cana
in keiner Weise (Indekl.)

tathā tu dṛṣṭvā rājendra vartate vijayo mama

Wenn ich es so sehe, König der Könige, so besteht mein Sieg [darin].

Wort für Wort
tathā tu dṛṣṭvā
so aber gesehen habend (Adv.; Abs.)
rājendra
König der Könige (Vok.Sg.)
vartate vijayaḥ mama
besteht der Sieg mein (3.Sg.Präs.Med.; Nom.Sg.m.; Gen.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; der Sinn ist knapp und nicht ganz klar.

kṛtaṃ bhavadbhiḥ sadṛśam anurūpam ivātmanaḥ; yatitaṃ vijaye nityaṃ daivaṃ tu duratikramam

Ihr habt getan, was euch entspricht, was gleichsam eurem eigenen Wesen gemäß ist; ihr habt euch stets um den Sieg bemüht; das Schicksal aber ist schwer zu überwinden.

Wort für Wort
kṛtaṃ bhavadbhiḥ
getan von euch (Part.Pass.n.; Instr.Pl.)
sadṛśam anurūpam iva ātmanaḥ
entsprechend, angemessen gleichsam für euch selbst (Nom.Sg.n.; Gen.Sg.)
yatitaṃ vijaye nityam
es wurde sich bemüht um den Sieg, stets (Part.Pass. unpers.; Lok.Sg.; Adv.)
daivaṃ tu duratikramam
das Schicksal aber [ist] schwer zu überwinden (Nom.Sg.n.)

etāvad uktvā vacanaṃ bāṣpavyākulalocanaḥ; tūṣṇīṃ babhūva rājendra rujāsau vihvalo bhṛśam

Nachdem er diese Worte gesprochen hatte, mit tränenverwirrten Augen, wurde er still, König der Könige; er, von Schmerz sehr überwältigt.

Wort für Wort
etāvat uktvā vacanam
so viel gesagt habend, das Wort (Adv.; Abs.; Akk.Sg.)
bāṣpa-vyākula-locanaḥ
mit tränenverwirrten Augen (Bahuvrīhi, Nom.Sg.m.)
tūṣṇīṃ babhūva rājendra
still wurde er, König der Könige (Adv.; Perf.3.Sg.; Vok.)
rujā asau vihvalaḥ bhṛśam
vom Schmerz jener bestürzt, sehr (Instr.Sg.; Nom.Sg.m.; Adv.)

tathā tu dṛṣṭvā rājānaṃ bāṣpaśokasamanvitam; drauṇiḥ krodhena jajvāla yathā vahnir jagatkṣaye

Als Drauṇi aber den König so sah, von Tränen und Kummer erfüllt, flammte er vor Zorn auf, wie das Feuer beim Untergang der Welt.

Wort für Wort
tathā tu dṛṣṭvā rājānam
so aber gesehen habend den König (Adv.; Abs.; Akk.Sg.)
bāṣpa-śoka-samanvitam
von Tränen und Kummer erfüllt (Akk.Sg.m.)
drauṇiḥ krodhena jajvāla
Drauṇi flammte vor Zorn auf (Nom.Sg.; Instr.Sg.; Perf.3.Sg.)
yathā vahniḥ jagat-kṣaye
wie das Feuer beim Weltuntergang (Nom.Sg.; Lok.Sg.)

sa tu krodhasamāviṣṭaḥ pāṇau pāṇiṃ nipīḍya ca; bāṣpavihvalayā vācā rājānam idam abravīt

Von Zorn erfüllt, drückte er Hand in Hand und sprach mit tränenerstickter Stimme zum König dies.

Wort für Wort
sa tu krodha-samāviṣṭaḥ
er aber, von Zorn erfüllt (Nom.Sg.m.)
pāṇau pāṇiṃ nipīḍya ca
Hand in Hand drückend (Lok.Sg.; Akk.Sg.; Abs.)
bāṣpa-vihvalayā vācā
mit tränenverwirrter Stimme (Instr.Sg.f.)
rājānam idam abravīt
zum König dies sprach er (Akk.Sg.; Akk.Sg.n.; Impf.3.Sg.)

pitā me nihataḥ kṣudraiḥ sunṛśaṃsena karmaṇā; na tathā tena tapyāmi yathā rājaṃs tvayādya vai

Mein Vater wurde von Niedrigen durch eine überaus grausame Tat erschlagen; darüber leide ich nicht so, wie ich heute um dich leide, König.

Wort für Wort
pitā me nihataḥ
mein Vater ist erschlagen (Nom.Sg.; Gen.Sg.; Part.Pass.)
kṣudraiḥ su-nṛśaṃsena karmaṇā
von Niedrigen durch überaus grausame Tat (Instr.Pl.; Instr.Sg.n.)
na tathā tena tapyāmi
nicht so leide ich darüber (Adv.; Instr.Sg.n.; 1.Sg.Präs.Med.)
yathā rājan tvayā adya vai
wie, König, durch dich heute fürwahr (Vok.; Instr.Sg.; Partikel)

śṛṇu cedaṃ vaco mahyaṃ satyena vadataḥ prabho

Höre auch dieses mein Wort, Herr, das ich in Wahrheit spreche.

Wort für Wort
śṛṇu ca idaṃ vacaḥ mahyam
höre und dieses Wort von mir (Imp.2.Sg.; Akk.Sg.n.; Dat. statt Gen.)
satyena vadataḥ prabho
der ich in Wahrheit spreche, Herr (Instr.Sg.; Part.Präs. Gen.Sg.m.; Vok.)

anṛṇo 'haṃ bhaviṣyāmi tavādya nṛpasattama; tava priyaṃ kariṣyāmi kṛtvā kāryam anuttamam; īpsitaṃ manasā rājan yathecchasi tathā vada

Heute werde ich dir gegenüber schuldenfrei sein, bester der Könige; ich werde dir Liebes tun, nachdem ich das höchste Werk vollbracht habe; sprich, König, was du im Sinn wünschst, wie du willst.

Wort für Wort
anṛṇaḥ ahaṃ bhaviṣyāmi
schuldenfrei werde ich sein (Nom.Sg.m.; Nom.Sg.; Fut.1.Sg.)
tava adya nṛpa-sattama
dir gegenüber heute, bester der Könige (Gen.Sg.; Adv.; Vok.)
tava priyaṃ kariṣyāmi
dir Liebes werde ich tun (Gen./Dat.Sg.; Akk.Sg.n.; Fut.1.Sg.)
kṛtvā kāryam anuttamam
nachdem ich getan das Werk, das höchste (Abs.; Akk.Sg.n.)
īpsitaṃ manasā rājan
das Erwünschte im Geist, König (Part.Pass. Akk.Sg.n.; Instr.Sg.; Vok.)
yathā icchasi tathā vada
wie du willst, so sprich (2.Sg.Präs.; Imp.2.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.

iṣṭāpūrtena dānena dharmeṇa sukṛtena ca

Bei Opfer und Wohltätigkeit, bei Gabe, bei Recht und bei gutem Werk [schwöre ich].

Wort für Wort
iṣṭā-pūrtena
bei Opfer und frommem Werk (Instr.Sg.n.)
dānena
bei der Gabe (Instr.Sg.n.)
dharmeṇa sukṛtena ca
beim Recht und beim guten Werk (Instr.Sg.m.; Instr.Sg.n.)

Das Verb (etwa „schwöre ich“) fehlt hier und ist ergänzt; der Satz setzt sich in den folgenden Einheiten fort.

śapeyaṃ rājaśārdūla pādābhyāṃ mama vai pituḥ

Ich würde schwören, Tiger unter den Königen, bei den Füßen meines Vaters.

Wort für Wort
śapeyaṃ
ich würde schwören (Opt.1.Sg.)
rāja-śārdūla
Tiger unter den Königen (Vok.Sg.)
pādābhyāṃ mama vai pituḥ
bei den beiden Füßen meines Vaters fürwahr (Instr.Du.; Gen.Sg.; Partikel; Gen.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile.

adyāhaṃ sarvapāñcālān vāsudevasya paśyataḥ

Heute werde ich alle Pāñcālas, unter den Augen Vāsudevas, ...

Wort für Wort
adya ahaṃ
heute ich (Adv.; Nom.Sg.)
sarva-pāñcālān
alle Pāñcālas (Akk.Pl.m.)
vāsudevasya paśyataḥ
während Vāsudeva zusieht (Gen.Sg.; Part.Präs. Gen.Sg.m., Gen. absolutus)

Der Satz wird in der folgenden Einheit fortgesetzt.

**** **** sṛñjayāṃś caiva sarvaśaḥ; sarvāṃś ca nṛpatīn rājan dhṛṣṭadyumnapurogamān; sasainyān yudhiśeṣāṃś ca

[Lücke] und die Sṛñjayas insgesamt, und alle Könige, mit Dhṛṣṭadyumna an der Spitze, samt ihren Heeren, und die im Kampf Übriggebliebenen [?] ...

Wort für Wort
**** ****
[Lücke im Text]
sṛñjayān ca eva sarvaśaḥ
und die Sṛñjayas ganz und gar insgesamt (Akk.Pl.m.; Adv.)
sarvān ca nṛpatīn rājan
und alle Könige, o König (Akk.Pl.m.; Vok.)
dhṛṣṭadyumna-purogamān
mit Dhṛṣṭadyumna an der Spitze (Akk.Pl.m.)
sa-sainyān
samt Heeren (Akk.Pl.m.)
yudhi-śeṣān [?] ca
und die im Kampf Übriggebliebenen [?] (Akk.Pl.m.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile mit Lücke am Anfang; yudhiśeṣān ist wohl verderbt (etwa yuddhaśeṣān oder Yudhiṣṭhira-Rest).

sarvopāyair hi neṣyāmi pretarājaniveśanam

werde ich mit allen Mitteln in die Wohnstatt des Königs der Toten führen.

Wort für Wort
sarva-upāyaiḥ hi
mit allen Mitteln fürwahr (Instr.Pl.; Partikel)
neṣyāmi
werde ich führen (Fut.1.Sg.)
preta-rāja-niveśanam
in die Wohnstatt des Totenkönigs (Akk.Sg.n.; Tatpuruṣa)

adya rātrau mahārāja nihaniṣyāmi pāṇḍavān

Heute Nacht, Großkönig, werde ich die Pāṇḍavas erschlagen.

Wort für Wort
adya rātrau
heute in der Nacht (Adv.; Lok.Sg.)
mahā-rāja
Großkönig (Vok.Sg.)
nihaniṣyāmi pāṇḍavān
werde ich erschlagen die Pāṇḍavas (Fut.1.Sg.; Akk.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile.

anujñāṃ tu mahārāja bhavān me dātum arhati

Du, Großkönig, musst mir aber die Erlaubnis geben.

Wort für Wort
anujñāṃ tu
die Erlaubnis aber (Akk.Sg.f.; Partikel)
mahā-rāja
Großkönig (Vok.Sg.)
bhavān me dātum arhati
du mir zu geben vermagst/sollst (Nom.Sg.; Dat./Gen.Sg.; Inf.; 3.Sg.Präs.)

iti śrutvā tu vacanaṃ droṇaputrasya kauravaḥ

Als der Kaurava diese Worte des Sohnes Droṇas gehört hatte, ...

Wort für Wort
iti śrutvā tu
so gehört habend aber (Abs.)
vacanaṃ droṇa-putrasya
das Wort des Droṇa-Sohnes (Akk.Sg.n.; Gen.Sg.)
kauravaḥ
der Kaurava (Nom.Sg.m.)

tac chrutvā vacanaṃ drauṇer dhṛtarāṣṭra tavātmajaḥ

Als er diese Rede Drauṇis gehört hatte, [er,] Dhṛtarāṣṭra, dein Sohn, ...

Wort für Wort
tat śrutvā vacanam
dies gehört habend, die Rede (Abs.; Akk.Sg.n.)
drauṇeḥ
des Drauṇi (Gen.Sg.)
dhṛtarāṣṭra tava ātmajaḥ
Dhṛtarāṣṭra, dein Sohn (Vok.; Gen.Sg.; Nom.Sg.m.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; Dhṛtarāṣṭra ist hier der Angesprochene (Vok.), Duryodhana der Sohn.

manasaḥ prītijananaṃ kṛpaṃ vacanam abravīt; ācārya śīghraṃ kalaśaṃ jalapūrṇaṃ samānaya

sprach er zu Kṛpa ein Wort, das seinem Herzen Freude bereitete: „Lehrer, bring schnell einen mit Wasser gefüllten Krug!“

Wort für Wort
manasaḥ prīti-jananam
Freude des Herzens erzeugend (Gen.Sg.n.; Akk.Sg.n.)
kṛpaṃ vacanam abravīt
zu Kṛpa das Wort sprach er (Akk.Sg.; Akk.Sg.n.; Impf.3.Sg.)
ācārya
Lehrer (Vok.Sg.)
śīghraṃ kalaśaṃ jala-pūrṇam
schnell einen Krug, wassergefüllt (Adv.; Akk.Sg.m.)
samānaya
bring herbei (Imp.2.Sg.)

sa tad vacanam ājñāya rājño brāhmaṇasattamaḥ; kalaśaṃ pūrṇam ādāya rājño 'ntikam upāgamat

Der beste der Brahmanen, der jenes Wort des Königs vernommen hatte, nahm einen gefüllten Krug und trat vor den König.

Wort für Wort
sa tat vacanam ājñāya
er, jenes Wort verstanden habend (Nom.Sg.; Akk.Sg.n.; Abs.)
rājñaḥ brāhmaṇa-sattamaḥ
des Königs, der beste Brahmane (Gen.Sg.; Nom.Sg.m.)
kalaśaṃ pūrṇam ādāya
einen vollen Krug genommen habend (Akk.Sg.; Abs.)
rājñaḥ antikam upāgamat
zum König hin, in dessen Nähe ging er (Gen.Sg.; Akk.Sg.n.; Aor.3.Sg.)

tam abravīn mahārāja putras tava viśāṃ pate; mamājñayā dvijaśreṣṭha droṇaputro 'bhiṣicyatām; senāpatyena bhadraṃ te mama ced icchasi priyam

Zu ihm sprach, Großkönig, dein Sohn, Herr der Menschen: „Auf meinen Befehl soll, bester der Zweimalgeborenen, der Sohn Droṇas zum Heerführer geweiht werden; Heil dir, wenn du mir Liebes wünschst.“

Wort für Wort
tam abravīt mahārāja
zu ihm sprach, Großkönig (Akk.Sg.; Impf.3.Sg.; Vok.)
putraḥ tava viśāṃ pate
der Sohn dein, Herr der Menschen (Nom.Sg.; Gen.Sg.; Vok.)
mama ājñayā dvija-śreṣṭha
auf meinen Befehl, bester der Zweimalgeborenen (Gen.Sg.; Instr.Sg.; Vok.)
droṇa-putraḥ abhiṣicyatām
der Droṇa-Sohn soll geweiht werden (Nom.Sg.m.; Imp.3.Sg.Pass.)
senāpatyena
zum Heerführeramt (Instr.Sg.n.)
bhadraṃ te mama ced icchasi priyam
Heil dir, wenn du mir Liebes wünschst (Nom.Sg.n.; Dat.Sg.; Gen.Sg.; Partikel; 2.Sg.Präs.; Akk.Sg.n.)

rājño niyogād yoddhavyaṃ brāhmaṇena viśeṣataḥ; vartatā kṣatradharmeṇa hy evaṃ dharmavido viduḥ

Auf Befehl des Königs muss gekämpft werden, zumal von einem Brahmanen, der nach der Kriegerpflicht lebt; so wissen es die Kenner des Dharma.

Wort für Wort
rājñaḥ niyogāt
auf Befehl des Königs (Gen.Sg.; Abl.Sg.)
yoddhavyaṃ brāhmaṇena viśeṣataḥ
ist zu kämpfen von einem Brahmanen besonders (Gerundiv unpers.; Instr.Sg.; Adv.)
vartatā kṣatra-dharmeṇa
der nach der Kriegerpflicht lebt (Part.Präs. Instr.Sg.m.; Instr.Sg.)
hi evaṃ dharma-vidaḥ viduḥ
denn so wissen es die Kenner des Dharma (Partikel; Adv.; Nom.Pl.; Perf.3.Pl.)

rājñas tu vacanaṃ śrutvā kṛpaḥ śāradvatas tataḥ; drauṇiṃ rājño niyogena senāpatye 'bhyaṣecayat

Als Kṛpa, der Śaradvat-Sohn, das Wort des Königs gehört hatte, weihte er da auf Befehl des Königs den Drauṇi zum Heerführer.

Wort für Wort
rājñaḥ tu vacanaṃ śrutvā
des Königs aber Wort gehört habend (Gen.Sg.; Akk.Sg.n.; Abs.)
kṛpaḥ śāradvataḥ tataḥ
Kṛpa, der Śāradvata, dann (Nom.Sg.m.; Adv.)
drauṇim rājñaḥ niyogena
den Drauṇi auf Befehl des Königs (Akk.Sg.; Gen.Sg.; Instr.Sg.)
senāpatye abhyaṣecayat
zum Heerführeramt weihte er (Lok.Sg.n.; Impf.3.Sg.Kaus.)

so 'bhiṣikto mahārāja pariṣvajya nṛpottamam; prayayau siṃhanādena diśaḥ sarvā vinādayan

Der Geweihte umarmte den besten der Könige und zog mit Löwengebrüll davon, alle Himmelsrichtungen erfüllend, Großkönig.

Wort für Wort
saḥ abhiṣiktaḥ mahārāja
er, geweiht, Großkönig (Nom.Sg.m.; Part.Pass.; Vok.)
pariṣvajya nṛpa-uttamam
umarmt habend den besten der Könige (Abs.; Akk.Sg.m.)
prayayau siṃha-nādena
zog fort mit Löwengebrüll (Perf.3.Sg.; Instr.Sg.)
diśaḥ sarvāḥ vinādayan
alle Himmelsrichtungen erschallen lassend (Akk.Pl.f.; Part.Präs.Kaus.)

duryodhano 'pi rājendra śoṇitaughapariplutaḥ; tāṃ niśāṃ pratipede 'tha sarvabhūtabhayāvahām

Auch Duryodhana, König der Könige, von Blutströmen überflutet, trat da in jene Nacht ein, die allen Wesen Furcht bringt.

Wort für Wort
duryodhanaḥ api rājendra
auch Duryodhana, König der Könige (Nom.Sg.; Partikel; Vok.)
śoṇita-ogha-pariplutaḥ
von Blutströmen überflutet (Nom.Sg.m.)
tāṃ niśāṃ pratipede atha
in jene Nacht trat er ein da (Akk.Sg.f.; Perf.3.Sg.Med.; Adv.)
sarva-bhūta-bhaya-āvahām
allen Wesen Furcht bringend (Akk.Sg.f.)

apakramya tu te tūrṇaṃ tasmād āyodhanān nṛpa; śokasaṃvignamanasaś cintādhyānaparābhavan

Als sie, König, rasch von jenem Schlachtfeld weggegangen waren, wurden sie im Geist vom Kummer erschüttert und versanken in Sorge und Grübeln.

Wort für Wort
apakramya tu te tūrṇam
weggegangen aber sie rasch (Abs.; Nom.Pl.m.; Adv.)
tasmāt āyodhanāt nṛpa
von jenem Kampfplatz, König (Abl.Sg.; Abl.Sg.n.; Vok.)
śoka-saṃvigna-manasaḥ
im Geist vom Kummer erschüttert (Bahuvrīhi, Nom.Pl.m.)
cintā-dhyāna-parāḥ abhavan
in Sorge und Nachsinnen versunken wurden sie (Nom.Pl.m.; Impf.3.Pl.)

kṛtavarmakṛpābhyāṃ ca aśvatthāme 'pi gacchati; āste rājā cintayānas teṣām āgamanaṃ prati; gadāparvaṇi rājendra samāpte 'bhīṣṭade nṛṇām; brāhmaṇān bhojayet paścād vaktāraṃ ca supūjayet

Und mit Kṛtavarman und Kṛpa, [auch] wenn Aśvatthāman geht: der König bleibt, an ihre Rückkehr denkend. Wenn das Gadāparvan, den Menschen Erwünschtes gewährend, zu Ende ist, soll man Brahmanen speisen und den Vortragenden gut ehren, König der Könige.

Wort für Wort
kṛtavarma-kṛpābhyāṃ ca
und mit Kṛtavarman und Kṛpa (Instr.Du.)
aśvatthāmni api gacchati
wenn auch Aśvatthāman geht (Lok.Sg.; Partikel; Part.Präs. Lok.Sg.m., Lok. absolutus)
āste rājā cintayānaḥ
es bleibt der König, denkend (3.Sg.Präs.Med.; Nom.Sg.; Part.Präs.Med.)
teṣām āgamanaṃ prati
an deren Rückkehr hin (Gen.Pl.; Akk.Sg.n.; Postp.)
gadā-parvaṇi rājendra samāpte
wenn das Gadāparvan, König der Könige, beendet ist (Lok.Sg.n.; Vok.; Part.Pass. Lok.)
abhīṣṭa-de nṛṇām
das den Menschen Erwünschtes gibt (Lok.Sg.n.; Gen.Pl.)
brāhmaṇān bhojayet paścāt
Brahmanen soll man speisen danach (Akk.Pl.; Opt.3.Sg.Kaus.; Adv.)
vaktāraṃ ca su-pūjayet
und den Vortragenden gut ehren soll man (Akk.Sg.m.; Opt.3.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage, vermutlich ein späterer, schlecht überlieferter Einschub (Vortragsformel); Konstruktion unsicher.

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