Kapitel 64: duryodhanasāntvanaṃ aśvatthāmno 'bhiṣekaś ca
Die Wagenkämpfer am gefallenen Duryodhana; Aśvatthāmans Weihe zum Heerführer
Nach Duryodhanas Fall im Keulenkampf finden Aśvatthāman, Kṛpa und Kṛtavarman den sterbenden König; dieser tröstet sie und setzt Aśvatthāman zum Feldherrn ein. Das Kapitel bereitet den nächtlichen Überfall (Sauptika) vor.
saṃjaya uvāca; vātikānāṃ sakāśāt tu śrutvā duryodhanaṃ hatam; hataśiṣṭās tato rājan kauravāṇāṃ mahārathāḥ
Saṃjaya sprach: Als sie aber von den Wächtern des Haines erfahren hatten, dass Duryodhana erschlagen war, kamen, o König, die übrig gebliebenen großen Wagenkämpfer der Kauravas [herbei].
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Perf. 3.Sg.)
vātikānāṃ sakāśāt tu śrutvā
von den Vātikas [Wächtern, Boten, Lesart unsicher [?]] her aber gehört habend (Abl./Abs.)
duryodhanaṃ hatam
Duryodhana erschlagen (Akk./PPP)
hataśiṣṭāḥ tato rājan
die von den Erschlagenen Übriggebliebenen, dann, o König (Nom.Pl./Vok.)
Von scharfen Pfeilen, Keulen, Wurfspeeren und Lanzen zerfetzt, gelangten Aśvatthāman, Kṛpa und der Sātvata Kṛtavarman, eilig auf schnellen Rossen, zum Kampfplatz.
Wort für Wort
vinirbhinnāḥ śitair bāṇaiḥ
durchbohrt von scharfen Pfeilen (PPP Nom.Pl./Instr.Pl.)
gadātomaraśaktibhiḥ
von Keulen, Wurfspeeren und Lanzen (Instr.Pl., Dvandva)
aśvatthāmā kṛpaś caiva kṛtavarmā ca sātvataḥ
Aśvatthāman und Kṛpa und Kṛtavarman, der Sātvata (Nom.Sg.)
Er wälzte sich immer wieder, in Fluten von Blut getaucht, gleich der Sonnenscheibe, die zufällig herabgefallen ist, [einst] im Bereich der Sonne gelegen [?].
Wort für Wort
vivartamānaṃ bahuśo
sich wälzend, vielfach (Part.Präs.Med. Akk./Adv.)
rudhiraughapariplutam
in Blutfluten versunken (Akk., Tatpuruṣa-PPP)
yadṛcchayā nipatitaṃ
zufällig herabgefallen (Instr./PPP Akk.)
cakram ādityagocaram
eine Scheibe im Bereich der Sonne (Akk.Sg.n., Bahuvrīhi)
Bild in pāda cd verkürzt und syntaktisch hart: „cakram ādityagocaram“ (Rad/Scheibe im Bereich der Sonne); Anschluss an Vers 6 (Vergleiche: Meer, Vollmond).
Von Staub bedeckt, langarmig, an Tapferkeit einem Elefanten gleich, war er ringsum umringt von schrecklichen Geisterscharen und Aasfressern, wie der beste der Könige von Dienern, die nach Reichtum trachten.
Wort für Wort
reṇudhvastaṃ dīrghabhujaṃ
staubbedeckt, langarmig (Akk.Sg.)
mātaṅgasamavikramam
einem Elefanten gleich an Schritt/Kraft (Akk., Bahuvrīhi)
vṛtaṃ bhūtagaṇair ghoraiḥ
umringt von schrecklichen Geisterscharen (PPP/Instr.Pl.)
kravyādaiś ca samantataḥ
und von Fleischfressern ringsum (Instr.Pl./Adv.)
yathā dhanaṃ lipsamānair bhṛtyair
wie von Dienern, die Reichtum zu erlangen wünschen (Desid.-Part. Instr.)
Mit gerunzelter Stirn bis in die Mundwinkel, die Augen vor Zorn hervorgequollen, voller Groll, den Tiger unter den Männern, wie einen niedergestreckten Tiger [sahen sie].
Wort für Wort
bhrukuṭīkṛtavaktrāntaṃ
dessen Mundwinkel zur Stirnrunzelnis verzogen sind (Akk., Bahuvrīhi)
krodhād udvṛttacakṣuṣam
vor Zorn mit hervorquellenden Augen (Abl./Akk.)
sāmarṣaṃ taṃ naravyāghraṃ
voll Unmut, ihn, den Tiger unter den Männern (Akk.)
bhūtvā hi nṛpatiḥ pūrvaṃ samājñāpya ca medinīm; katham eko 'dya rājendra tiṣṭhase nirjane vane
„Nachdem du früher König gewesen bist und die Erde beherrscht hast, wie kannst du nun, König der Könige, allein in einem menschenleeren Wald daliegen?“
Wort für Wort
bhūtvā hi nṛpatiḥ pūrvaṃ
denn König gewesen früher (Abs./Nom.)
samājñāpya ca medinīm
und die Erde beherrscht [befehligt] habend (Abs./Akk.)
katham eko 'dya rājendra
wie allein heute, o Königsfürst (Nom./Vok.)
tiṣṭhase nirjane vane
verharrst du in einsamem Wald (Präs. 2.Sg.Med./Lok.)
„Schwer ist es wohl, den Weg des Schicksals [wörtl.: des Endebewirkers] auf irgendeine Weise zu erkennen, wenn du, Herr der Welten, im Staub liegst, mit Staub bedeckt.“
Wort für Wort
duḥkhaṃ nūnaṃ kṛtāntasya
schwer gewiss des Schicksals [Todes] (Nom.n./Gen.)
gatiṃ jñātuṃ kathaṃ cana
den Weg zu erkennen, irgendwie (Akk./Inf./Adv.)
lokānāṃ ca bhavān yatra
und der Welten [Herr] du, wo/da (Gen.Pl./Nom./Rel.)
śete pāṃsuṣu rūṣitaḥ
liegst in Stäuben, bestäubt (Präs. 2.Sg.)
Pāda a-b syntaktisch knapp: „duḥkhaṃ nūnaṃ … jñātum“ = es ist schwer zu erkennen; „lokānāṃ ca bhavān“ = und du [Herr] der Welten (Lesart [?]).
[Lücke im Text] … [ein Heer,] von Elefanten, Rossen und Wagen erfüllt, mit Vasallenfürsten verbunden [?].
Wort für Wort
[Lücke]
Text nicht überliefert (Lücke)
gajāśvarathasaṃkulā
von Elefanten, Rossen, Wagen erfüllt (Nom.f., Tatpuruṣa)
sāmantarājasaṃyuktā
mit Vasallenkönigen verbunden (Nom.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe; Anfang des Verses lückenhaft überliefert („**** ****“); Ergänzung eines Bezugswortes [„Heer“] unsicher.
bhrātaras te mahārāja vīryaśakrasamā yudhi; śatrūṇāṃ ca nihantāro mahābalaparākramāḥ; kva gatāḥ pārthivendrādya saubhrātraṃ ca samāśritam; tava putrā mahābhāga lakṣmaṇādyā mahārathāḥ; pūrṇendusadṛśā vīrāḥ śāntisaundaryakāntibhiḥ; kṛtavān nṛpaśārdūla jayantasamavikramam
„Deine Brüder, o großer König, im Kampf an Heldenkraft dem Śakra gleich, Vernichter der Feinde, von großer Stärke und Tapferkeit, wohin sind sie gegangen, o Herr der Fürsten, [jene], auf die sich die brüderliche Verbundenheit stützte? Deine Söhne, o Hochgesegneter, Lakṣmaṇa und die anderen großen Wagenkämpfer, dem Vollmond gleich, Helden an Friedfertigkeit, Schönheit und Glanz, [wohin sind sie gegangen?] Du, Tiger unter den Königen, hast [ihn?] an Tapferkeit dem Jayanta gleich gemacht [?].“
Wort für Wort
bhrātaras te mahārāja
deine Brüder, o großer König (Nom.Pl./Vok.)
vīryaśakrasamā yudhi
an Heldenkraft dem Śakra gleich im Kampf (Nom.Pl./Lok.)
śatrūṇāṃ ca nihantāro mahābalaparākramāḥ
und der Feinde Vernichter, von großer Kraft und Tapferkeit (Gen.Pl./Nom.Pl.)
kva gatāḥ pārthivendrādya saubhrātraṃ ca samāśritam
wohin gegangen, Fürstenherr, jetzt, und die Brüderlichkeit [darauf] gestützt (PPP/Vok./Akk.n.)
tava putrā mahābhāga lakṣmaṇādyā mahārathāḥ
deine Söhne, Hochgesegneter, Lakṣmaṇa an der Spitze, große Wagenkämpfer (Nom.Pl.)
pūrṇendusadṛśā vīrāḥ śāntisaundaryakāntibhiḥ
dem Vollmond gleich, Helden, durch Ruhe, Schönheit, Glanz (Nom.Pl./Instr.Pl.)
kṛtavān nṛpaśārdūla jayantasamavikramam
tat/machte, Tiger unter den Königen, dem Jayanta gleich an Kühnheit (PPA Nom./Vok./Akk.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; letzter Halbvers syntaktisch unklar (Objekt fehlt, Subjekt „kṛtavān“ auf den König bezogen); Wiedergabe unsicher.
dhruveva bhāti sarvatra nityaṃ mohakarī nṛṇām; vivekibhir nṛbhir nityaṃ cintyamānā viśeṣataḥ; na tu viśvasen nityāṃ vai hy adhruvā vai svabhāvataḥ
Wie beständig erscheint sie überall, stets die Menschen betörend; von Einsichtigen wird sie stets besonders erwogen; man darf ihr, der von Natur aus Unbeständigen, niemals vertrauen.
Wort für Wort
dhruvā iva bhāti sarvatra
wie beständig erscheint sie überall (Nom.f./Präs.)
nityaṃ mohakarī nṛṇām
stets betörend für Männer (Adv./Nom.f./Gen.Pl.)
vivekibhir nṛbhir nityaṃ
von Unterscheidungsfähigen Männern stets (Instr.Pl.)
cintyamānā viśeṣataḥ
bedacht werdend besonders (Part.Präs.Pass./Adv.)
na tu viśvasen nityāṃ vai
nicht aber soll man vertrauen der beständig [Geglaubten] fürwahr (Opt./Akk.f.)
hy adhruvā vai svabhāvataḥ
denn unbeständig fürwahr von Natur (Nom.f./Abl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.
„Diese Welt als unbeständig habe ich heute bedacht.“
Wort für Wort
imaṃ lokam anityaṃ vā
diese Welt als unbeständig (Akk./Akk./Part.)
hy adyāhaṃ samacintaye
denn heute ich habe erwogen (Part./Adv./Pron./Impf. 1.Sg.Med.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; Objekt-Lesart „iha lokam“ statt „imaṃ lokam“ nicht bezeugt; Konstruktion „vā hy“ füllend.
„Diese Menschenart [wörtl.: dies Gesetz der Sterblichen] ist, so heißt es, vom Schöpfer festgesetzt: Untergang aller Wesen, herbeigeführt durch den Umlauf der Zeit.“
Wort für Wort
īdṛśo martyadharmo 'yaṃ
solcherart dieses Gesetz der Sterblichen (Nom.)
dhātrā nirdiṣṭa ucyate
vom Schöpfer bestimmt, wird gesagt (Instr./PPP/Präs.Pass.)
[Lücke im Text] … von den Söhnen des Pāṇḍu, den Schlechtgesinnten, unrechtmäßig im Keulenkampf [erschlagen].
Wort für Wort
[Lücke]
Text nicht überliefert (Lücke)
pāṇḍuputrair durātmabhiḥ
von Pāṇḍus Söhnen, den Schlechtgesinnten (Instr.Pl.)
adharmato gadāyuddhe
gegen das Recht im Keulenkampf (Abl.-Adv./Lok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Versanfang lückenhaft („**** ****“); Ergänzung [erschlagen] nach Zusammenhang.
„Zum Glück wurden im Kampf die Elefanten samt ihren Reitern gewaltig niedergemacht; zum Glück sind alle einheimischen Rosse, geschickt und schnell, samt den erfahrenen Reitern an der Spitze der Schlacht erschlagen worden. Zum Glück wurden im Kampf die goldgeschmückten Wagen samt den kampferfahrenen Wagenkämpfern von Pfeilen zerschlagen. Zum Glück sind alle Bogenkämpfer, in der Schlacht Erfahrene, mit von Pfeilen durchbohrten Gliedern im Kampf gefallen. Zum Glück gehen meine Waffen rasch in einem Augenblick zugrunde.“
Wort für Wort
diṣṭyā hatā gajā yuddhe
glücklicherweise erschlagen die Elefanten im Kampf (PPP Nom.Pl./Lok.)
sagajārohakā bhṛśam
samt Elefantenreitern, sehr (Nom.Pl./Adv.)
diṣṭyāśvā deśajāḥ sarve kṛtino vegaśālinaḥ
glücklicherweise die Rosse, landgeboren, alle, geschickt, schnell (Nom.Pl.)
kuśalaiḥ sādibhiḥ sārdhaṃ nihatā raṇamūrdhani
mit erfahrenen Reitern zusammen erschlagen an der Schlachtspitze (Instr.Pl./PPP/Lok.)
diṣṭyā raṇe vinihatā rathā hemapariṣkṛtāḥ
glücklicherweise im Kampf zerschlagen die goldgeschmückten Wagen (PPP Nom.Pl.)
Heil [mir]! Ich aber [bin] im Kampf [der], dessen Verwandte und Sippenangehörige erschlagen sind [?].
Wort für Wort
svasti
Heil (Indekl.)
haṃto [?] tu ahaṃ
ach/erschlagen [?], ich aber (Interj. oder Nom.Sg.m.; Nom.Sg.)
yuddhe
im Kampf (Lok.Sg.)
nihata-jñāti-bāndhavaḥ
dessen Verwandte und Sippenangehörige erschlagen sind (Bahuvrīhi, Nom.Sg.m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; haṃto ist wohl verderbt (hanta oder hataḥ), der Sinn bleibt unsicher.
Ihr Herren sollt nicht aus Freundschaft um meinen Tod trauern; wenn die Veden für euch maßgebend sind, dann sind von mir unvergängliche Welten gewonnen.
Wort für Wort
mā bhavantaḥ anutapyantām
nicht sollen die Herren betrauern (Prohibitiv; 3.Pl.Pass./Med.Imp.)
sauhṛdāt nidhanena me
aus Freundschaft, wegen meines Todes (Abl.Sg.; Instr.Sg.; Gen.Sg.)
yadi vedāḥ pramāṇaṃ vaḥ
wenn die Veden Maßstab sind für euch (Nom.Pl.; Nom.Sg.n.; Gen.Pl.)
jitāḥ lokāḥ mayā akṣayāḥ
gewonnen sind Welten von mir, unvergängliche (Nom.Pl.m. Part.; Instr.Sg.; Nom.Pl.m.)
Ihr habt getan, was euch entspricht, was gleichsam eurem eigenen Wesen gemäß ist; ihr habt euch stets um den Sieg bemüht; das Schicksal aber ist schwer zu überwinden.
Wort für Wort
kṛtaṃ bhavadbhiḥ
getan von euch (Part.Pass.n.; Instr.Pl.)
sadṛśam anurūpam iva ātmanaḥ
entsprechend, angemessen gleichsam für euch selbst (Nom.Sg.n.; Gen.Sg.)
yatitaṃ vijaye nityam
es wurde sich bemüht um den Sieg, stets (Part.Pass. unpers.; Lok.Sg.; Adv.)
daivaṃ tu duratikramam
das Schicksal aber [ist] schwer zu überwinden (Nom.Sg.n.)
Heute werde ich dir gegenüber schuldenfrei sein, bester der Könige; ich werde dir Liebes tun, nachdem ich das höchste Werk vollbracht habe; sprich, König, was du im Sinn wünschst, wie du willst.
Wort für Wort
anṛṇaḥ ahaṃ bhaviṣyāmi
schuldenfrei werde ich sein (Nom.Sg.m.; Nom.Sg.; Fut.1.Sg.)
tava adya nṛpa-sattama
dir gegenüber heute, bester der Könige (Gen.Sg.; Adv.; Vok.)
tava priyaṃ kariṣyāmi
dir Liebes werde ich tun (Gen./Dat.Sg.; Akk.Sg.n.; Fut.1.Sg.)
kṛtvā kāryam anuttamam
nachdem ich getan das Werk, das höchste (Abs.; Akk.Sg.n.)
īpsitaṃ manasā rājan
das Erwünschte im Geist, König (Part.Pass. Akk.Sg.n.; Instr.Sg.; Vok.)
yathā icchasi tathā vada
wie du willst, so sprich (2.Sg.Präs.; Imp.2.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.
**** **** sṛñjayāṃś caiva sarvaśaḥ; sarvāṃś ca nṛpatīn rājan dhṛṣṭadyumnapurogamān; sasainyān yudhiśeṣāṃś ca
[Lücke] und die Sṛñjayas insgesamt, und alle Könige, mit Dhṛṣṭadyumna an der Spitze, samt ihren Heeren, und die im Kampf Übriggebliebenen [?] ...
Wort für Wort
**** ****
[Lücke im Text]
sṛñjayān ca eva sarvaśaḥ
und die Sṛñjayas ganz und gar insgesamt (Akk.Pl.m.; Adv.)
sarvān ca nṛpatīn rājan
und alle Könige, o König (Akk.Pl.m.; Vok.)
dhṛṣṭadyumna-purogamān
mit Dhṛṣṭadyumna an der Spitze (Akk.Pl.m.)
sa-sainyān
samt Heeren (Akk.Pl.m.)
yudhi-śeṣān [?] ca
und die im Kampf Übriggebliebenen [?] (Akk.Pl.m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile mit Lücke am Anfang; yudhiśeṣān ist wohl verderbt (etwa yuddhaśeṣān oder Yudhiṣṭhira-Rest).
Als er diese Rede Drauṇis gehört hatte, [er,] Dhṛtarāṣṭra, dein Sohn, ...
Wort für Wort
tat śrutvā vacanam
dies gehört habend, die Rede (Abs.; Akk.Sg.n.)
drauṇeḥ
des Drauṇi (Gen.Sg.)
dhṛtarāṣṭra tava ātmajaḥ
Dhṛtarāṣṭra, dein Sohn (Vok.; Gen.Sg.; Nom.Sg.m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; Dhṛtarāṣṭra ist hier der Angesprochene (Vok.), Duryodhana der Sohn.
tam abravīn mahārāja putras tava viśāṃ pate; mamājñayā dvijaśreṣṭha droṇaputro 'bhiṣicyatām; senāpatyena bhadraṃ te mama ced icchasi priyam
Zu ihm sprach, Großkönig, dein Sohn, Herr der Menschen: „Auf meinen Befehl soll, bester der Zweimalgeborenen, der Sohn Droṇas zum Heerführer geweiht werden; Heil dir, wenn du mir Liebes wünschst.“
Wort für Wort
tam abravīt mahārāja
zu ihm sprach, Großkönig (Akk.Sg.; Impf.3.Sg.; Vok.)
putraḥ tava viśāṃ pate
der Sohn dein, Herr der Menschen (Nom.Sg.; Gen.Sg.; Vok.)
mama ājñayā dvija-śreṣṭha
auf meinen Befehl, bester der Zweimalgeborenen (Gen.Sg.; Instr.Sg.; Vok.)
droṇa-putraḥ abhiṣicyatām
der Droṇa-Sohn soll geweiht werden (Nom.Sg.m.; Imp.3.Sg.Pass.)
senāpatyena
zum Heerführeramt (Instr.Sg.n.)
bhadraṃ te mama ced icchasi priyam
Heil dir, wenn du mir Liebes wünschst (Nom.Sg.n.; Dat.Sg.; Gen.Sg.; Partikel; 2.Sg.Präs.; Akk.Sg.n.)
Und mit Kṛtavarman und Kṛpa, [auch] wenn Aśvatthāman geht: der König bleibt, an ihre Rückkehr denkend. Wenn das Gadāparvan, den Menschen Erwünschtes gewährend, zu Ende ist, soll man Brahmanen speisen und den Vortragenden gut ehren, König der Könige.
Wort für Wort
kṛtavarma-kṛpābhyāṃ ca
und mit Kṛtavarman und Kṛpa (Instr.Du.)
aśvatthāmni api gacchati
wenn auch Aśvatthāman geht (Lok.Sg.; Partikel; Part.Präs. Lok.Sg.m., Lok. absolutus)
āste rājā cintayānaḥ
es bleibt der König, denkend (3.Sg.Präs.Med.; Nom.Sg.; Part.Präs.Med.)
teṣām āgamanaṃ prati
an deren Rückkehr hin (Gen.Pl.; Akk.Sg.n.; Postp.)
gadā-parvaṇi rājendra samāpte
wenn das Gadāparvan, König der Könige, beendet ist (Lok.Sg.n.; Vok.; Part.Pass. Lok.)
abhīṣṭa-de nṛṇām
das den Menschen Erwünschtes gibt (Lok.Sg.n.; Gen.Pl.)
brāhmaṇān bhojayet paścāt
Brahmanen soll man speisen danach (Akk.Pl.; Opt.3.Sg.Kaus.; Adv.)
vaktāraṃ ca su-pūjayet
und den Vortragenden gut ehren soll man (Akk.Sg.m.; Opt.3.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage, vermutlich ein späterer, schlecht überlieferter Einschub (Vortragsformel); Konstruktion unsicher.