Mahābhārata · Śalyaparva
Kapitel 57: gadāyuddhe duryodhanasya nipātaḥ
Kṛṣṇas Rat zur List, der Keulenkampf und Duryodhanas Fall
Kṛṣṇa rät Bhīma, sein Schenkelgelübde durch Trug einzulösen; Arjuna gibt das Zeichen, und Bhīma bricht Duryodhana im Keulenkampf die Schenkel. Es folgen Vorzeichen und der Abzug der Götter.
saṃjaya uvāca; samudīrṇaṃ tato dṛṣṭvā saṃgrāmaṃ kurumukhyayoḥ; athābravīd arjunas tu vāsudevaṃ yaśasvinam
Saṃjaya sprach: Als Arjuna dann den mächtig aufgeflammten Kampf der beiden Kuru-Häupter sah, sprach er zu Vāsudeva, dem Ruhmreichen.
Wort für Wort saṃjaya uvāca Saṃjaya sprach (Perf.) samudīrṇaṃ tato dṛṣṭvā als er den aufgeflammten [Kampf] dann sah (Part.Abs./Akk.) saṃgrāmaṃ kurumukhyayoḥ den Kampf der beiden Kuru-Häupter (Akk./Gen.Du.) athābravīd arjunas tu da sprach Arjuna aber (Impf.) vāsudevaṃ yaśasvinam zu Vāsudeva, dem Ruhmreichen (Akk.) anayor vīrayor yuddhe ko jyāyān bhavato mataḥ; kasya vā ko guṇo bhūyān etad vada janārdana
„Wer von diesen beiden Helden ist im Kampf, deiner Meinung nach, der Überlegenere? Oder bei wem ist welche Eigenschaft größer? Das sage mir, Janārdana.“
Wort für Wort anayor vīrayor yuddhe von diesen beiden Helden im Kampf (Gen.Du./Lok.) ko jyāyān bhavato mataḥ wer ist der Überlegenere nach deiner Meinung (Nom./Gen./Part.) kasya vā ko guṇo bhūyān oder bei wem ist welche Eigenschaft größer (Gen./Nom.) etad vada janārdana das sage, Janārdana (Imp./Vok.) vāsudeva uvāca; upadeśo 'nayos tulyo bhīmas tu balavattaraḥ; kṛtayatnataras tv eṣa dhārtarāṣṭro vṛkodarāt
Vāsudeva sprach: „Die Schulung ist bei beiden gleich; Bhīma aber ist der Kräftigere. Dieser Dhārtarāṣṭra hingegen hat sich mehr Mühe gegeben als Vṛkodara.“
Wort für Wort vāsudeva uvāca Vāsudeva sprach (Perf.) upadeśo 'nayos tulyo die Unterweisung ist bei diesen beiden gleich (Nom./Gen.Du.) bhīmas tu balavattaraḥ Bhīma aber ist der Kräftigere (Nom./Komp.) kṛtayatnataras tv eṣa dieser aber hat mehr Anstrengung aufgewandt (Nom./Komp.) dhārtarāṣṭro vṛkodarāt der Dhṛtarāṣṭra-Sohn als Vṛkodara (Nom./Abl. des Vergleichs) bhīmasenas tu dharmeṇa yudhyamāno na jeṣyati; anyāyena tu yudhyan vai hanyād eṣa suyodhanam
Bhīmasena wird, wenn er nach dem Recht kämpft, nicht siegen; wenn er aber mit Unrecht kämpft, könnte er diesen Suyodhana wohl erschlagen.
Wort für Wort bhīmasenas tu dharmeṇa Bhīmasena aber nach dem Recht (Nom./Instr.) yudhyamāno na jeṣyati kämpfend wird nicht siegen (Part./3.Sg.Fut.) anyāyena tu yudhyan vai mit Unrecht aber kämpfend fürwahr (Instr./Part.) hanyād eṣa suyodhanam könnte dieser den Suyodhana erschlagen (3.Sg.Pot./Akk.) māyayā nirjitā devair asurā iti naḥ śrutam; virocanaś ca śakreṇa māyayā nirjitaḥ sakhe; māyayā cākṣipat tejo vṛtrasya balasūdanaḥ
„Durch Trug wurden die Asuras von den Göttern besiegt, so haben wir gehört; und auch Virocana wurde von Śakra durch Trug besiegt, Freund; und durch Trug entriss der Balavernichter dem Vṛtra die Glut.“
Wort für Wort māyayā nirjitā devair durch Trug besiegt von den Göttern (Instr./Part./Instr.Pl.) asurā iti naḥ śrutam die Asuras, so ist uns gehört worden (Nom.Pl./Part.) virocanaś ca śakreṇa und Virocana von Śakra (Nom./Instr.) māyayā nirjitaḥ sakhe durch Trug besiegt, Freund (Part./Vok.) māyayā cākṣipat tejo und durch Trug entriss er die Glut (Aor./Impf.3.Sg./Akk.) vṛtrasya balasūdanaḥ dem Vṛtra der Balavernichter [Indra] (Gen./Nom.) tasmān māyāmayaṃ bhīma ātiṣṭhatu parākramam
„Darum soll Bhīma zu einer aus Trug bestehenden Kraftentfaltung greifen.“
Wort für Wort tasmān māyāmayaṃ darum das aus Trug Bestehende (Abl./Akk.) bhīma ātiṣṭhatu Bhīma soll greifen zu (Nom./3.Sg.Imp.) parākramam Kraftentfaltung, Angriff (Akk.) Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
karotu bhīmaḥ samayaṃ balam āsthāya vīryavān
„Bhīma, der Tapfere, soll, gestützt auf [seine] Kraft, [seine] Abmachung einlösen [?].“
Wort für Wort karotu bhīmaḥ es soll tun Bhīma (3.Sg.Imp./Nom.) samayaṃ die Abmachung, Verpflichtung (Akk.) balam āsthāya sich stützend auf Kraft (Abs./Akk.) vīryavān der Tapfere (Nom.) Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). samayaṃ karotu: Bedeutung unsicher (Abmachung/Regel/Verpflichtung erfüllen).
pratijñātaṃ tu bhīmena dyūtakāle dhanaṃjaya; ūrū bhetsyāmi te saṃkhye gadayeti suyodhanam
„Von Bhīma wurde zur Zeit des Würfelspiels gelobt, Dhanaṃjaya: ‚Ich werde dir, Suyodhana, im Kampf mit der Keule die Schenkel zerschmettern.‘“
Wort für Wort pratijñātaṃ tu bhīmena gelobt aber von Bhīma (Part./Instr.) dyūtakāle dhanaṃjaya zur Zeit des Würfelspiels, Dhanaṃjaya (Lok./Vok.) ūrū bhetsyāmi te die beiden Schenkel werde ich zerbrechen dir (Akk.Du./1.Sg.Fut./Dat.-Gen.) saṃkhye gadayeti suyodhanam im Kampf mit der Keule, so [sagend], den Suyodhana (Lok./Instr.+iti/Akk.) so 'yaṃ pratijñāṃ tāṃ cāpi pārayitvārikarśanaḥ; māyāvinaṃ ca rājānaṃ māyayaiva nikṛntatu
„Er, der Feindepeiniger, möge auch dieses sein Gelöbnis erfüllen und den trugvollen König durch Trug selbst zerschneiden.“
Wort für Wort so 'yaṃ pratijñāṃ tāṃ cāpi er da, jenes Gelöbnis auch (Nom./Akk.) pārayitvārikarśanaḥ nachdem er erfüllt hat, der Feindepeiniger (Abs./Nom.) māyāvinaṃ ca rājānaṃ und den trugvollen König (Akk.) māyayaiva nikṛntatu gerade durch Trug soll er zerschneiden (Instr./3.Sg.Imp.) yady eṣa balam āsthāya nyāyena prahariṣyati; viṣamasthas tato rājā bhaviṣyati yudhiṣṭhiraḥ
„Wenn er, sich auf Kraft stützend, regelgerecht zuschlagen wird, dann wird König Yudhiṣṭhira in eine Notlage geraten.“
Wort für Wort yady eṣa balam āsthāya wenn dieser, gestützt auf Kraft (Abs.) nyāyena prahariṣyati nach der Regel wird zuschlagen (Instr./3.Sg.Fut.) viṣamasthas tato rājā in Not befindlich dann der König (Nom.) bhaviṣyati yudhiṣṭhiraḥ wird sein Yudhiṣṭhira (3.Sg.Fut./Nom.) punar eva ca vakṣyāmi pāṇḍavedaṃ nibodha me; dharmarājāparādhena bhayaṃ naḥ punarāgatam
„Und wieder will ich [etwas] sagen; das vernimm von mir, Pāṇḍava: Durch das Vergehen des Dharmarāja ist uns die Gefahr abermals zurückgekehrt.“
Wort für Wort punar eva ca vakṣyāmi und nochmals will ich sagen (1.Sg.Fut.) pāṇḍavedaṃ nibodha me Pāṇḍava, dies vernimm von mir (Vok./Imp./Gen.-Abl.) dharmarājāparādhena durch das Vergehen des Dharmarāja (Instr.) bhayaṃ naḥ punarāgatam die Gefahr ist uns wieder gekommen (Nom./Gen.-Dat./Part.) kṛtvā hi sumahat karma hatvā bhīṣmamukhān kurūn; jayaḥ prāpto yaśaś cāgryaṃ vairaṃ ca pratiyātitam; tad evaṃ vijayaḥ prāptaḥ punaḥ saṃśayitaḥ kṛtaḥ
„Denn nachdem wir ein überaus großes Werk vollbracht und die Kuru mit Bhīṣma an der Spitze erschlagen hatten, war der Sieg errungen, höchster Ruhm, und die Feindschaft vergolten; so ist der [schon] errungene Sieg wieder in Zweifel gestellt worden.“
Wort für Wort kṛtvā hi sumahat karma denn nach Vollbringen eines sehr großen Werkes (Abs./Akk.) hatvā bhīṣmamukhān kurūn nachdem [wir] die Kuru, Bhīṣma an der Spitze, erschlagen hatten (Abs./Akk.Pl.) jayaḥ prāpto yaśaś cāgryaṃ Sieg [war] erlangt und höchster Ruhm (Nom./Part./Nom.) vairaṃ ca pratiyātitam und die Feindschaft vergolten (Nom./Part.) tad evaṃ vijayaḥ prāptaḥ so ist der errungene Sieg (Nom./Part.) punaḥ saṃśayitaḥ kṛtaḥ wieder in Zweifel gestellt gemacht (Part.) abuddhir eṣā mahatī dharmarājasya pāṇḍava; yad ekavijaye yuddhaṃ paṇitaṃ kṛtam īdṛśam; suyodhanaḥ kṛtī vīra ekāyanagatas tathā
„Das ist eine große Unbedachtheit des Dharmarāja, Pāṇḍava, dass ein solcher Kampf um den Einsatz eines einzigen Sieges gemacht wurde; Suyodhana ist geschickt, ein Held, und [ohne Ausweg] auf den einen Pfad gelangt.“
Wort für Wort abuddhir eṣā mahatī diese Unklugheit ist groß (Nom.) dharmarājasya pāṇḍava des Dharmarāja, Pāṇḍava (Gen./Vok.) yad ekavijaye yuddhaṃ dass ein Kampf um einen einzigen Sieg (Lok.) paṇitaṃ kṛtam īdṛśam zum Einsatz gemacht, ein solcher (Part.) suyodhanaḥ kṛtī vīra Suyodhana [ist] geschickt, ein Held (Nom.) ekāyanagatas tathā und auf den einen Pfad gegangen (Nom./Part.) ekāyanagata: wörtlich „auf einen einzigen Weg gelangt“, d. h. entschlossen/ohne Rückzug.
api cośanasā gītaḥ śrūyate 'yaṃ purātanaḥ; ślokas tattvārthasahitas tan me nigadataḥ śṛṇu
„Auch wird dieser alte, von Uśanas gesungene Vers gehört, ein Śloka, der den wahren Sinn enthält; den vernimm von mir, der ich ihn vortrage.“
Wort für Wort api cośanasā gītaḥ auch von Uśanas gesungen (Instr./Part.) śrūyate 'yaṃ purātanaḥ wird gehört dieser alte (3.Sg.Pass./Nom.) ślokas tattvārthasahitas ein Vers, der wahren Sinn enthält (Nom./Bahuvrīhi) tan me nigadataḥ śṛṇu den höre von mir, dem Vortragenden (Imp./Gen.Part.) asminn arthe purāṇo 'yaṃ śloko 'pi niyataḥ kila; śrutaś cośanasā gītaḥ satāṃ nītividāṃ mataḥ
„In dieser Sache ist auch dieser alte Vers, so heißt es, feststehend; er wurde gehört, von Uśanas gesungen, und von den Guten und Politikkundigen gebilligt.“
Wort für Wort asminn arthe purāṇo 'yaṃ in dieser Sache dieser alte (Lok./Nom.) śloko 'pi niyataḥ kila auch der Vers [ist] feststehend, wie es heißt (Nom./Part.) śrutaś cośanasā gītaḥ gehört und von Uśanas gesungen (Part./Instr.) satāṃ nītividāṃ mataḥ von den Guten und Politikkundigen gebilligt (Gen.Pl./Part.) Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
punarāvartamānānāṃ bhagnānāṃ jīvitaiṣiṇām; bhetavyam ariśeṣāṇām ekāyanagatā hi te
„Zu fürchten sind die Feindesreste, die wieder umkehren, zerschlagen, nach Leben trachtend; denn sie sind auf den einen Pfad gelangt.“
Wort für Wort punarāvartamānānāṃ der wieder Umkehrenden (Gen.Pl.Part.) bhagnānāṃ jīvitaiṣiṇām der Zerschlagenen, nach Leben Trachtenden (Gen.Pl.) bhetavyam ariśeṣāṇām zu fürchten [sind] die Feindesreste (Gerundiv/Gen.Pl.) ekāyanagatā hi te denn sie sind auf den einen Pfad gelangt (Nom.Pl.) sāhasotpatitānāṃ ca nirāśānāṃ ca jīvite; na śakyam agrataḥ sthātuṃ śakreṇāpi dhanaṃjaya
„Und gegenüber denen, die jäh aufgesprungen sind und am Leben verzweifeln, kann man nicht standhalten, nicht einmal Śakra, Dhanaṃjaya.“
Wort für Wort sāhasotpatitānāṃ ca und der jäh Aufgesprungenen (Gen.Pl.) nirāśānāṃ ca jīvite und der Hoffnungslosen im Leben (Gen.Pl./Lok.) na śakyam agrataḥ sthātuṃ nicht ist es möglich, vor [ihnen] zu stehen (Inf.) śakreṇāpi dhanaṃjaya auch von Śakra, Dhanaṃjaya (Instr./Vok.) Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
suyodhanam imaṃ bhagnaṃ hatasainyaṃ hradaṃ gatam; parājitaṃ vanaprepsuṃ nirāśaṃ rājyalambhane
„Diesen Suyodhana, der zerschlagen ist, dessen Heer erschlagen ist, der in den See gegangen, besiegt ist, in den Wald [zu gehen] begehrt und ohne Hoffnung ist, das Königtum zu erlangen –“
Wort für Wort suyodhanam imaṃ bhagnaṃ diesen zerschlagenen Suyodhana (Akk.) hatasainyaṃ hradaṃ gatam dessen Heer erschlagen, in den See gegangen (Akk.) parājitaṃ vanaprepsuṃ besiegt, den Wald zu erreichen wünschend (Akk.) nirāśaṃ rājyalambhane hoffnungslos bei der Erlangung des Königtums (Akk./Lok.) ko nv eṣa saṃyuge prājñaḥ punar dvaṃdve samāhvayet; api vo nirjitaṃ rājyaṃ na hareta suyodhanaḥ
„welcher Kluge würde ihn wohl im Kampf erneut zum Zweikampf herausfordern? Würde Suyodhana euch nicht sogar das eroberte Reich wieder entreißen?“
Wort für Wort ko nv eṣa saṃyuge prājñaḥ welcher Kluge wohl [ist] hier im Kampf (Nom./Lok.) punar dvaṃdve samāhvayet wieder zum Zweikampf würde herausfordern (Lok./3.Sg.Pot.) api vo nirjitaṃ rājyaṃ sollte euch nicht das eroberte Reich (Gen.-Dat./Akk.) na hareta suyodhanaḥ nicht wegnehmen Suyodhana (3.Sg.Pot./Nom.) yas trayodaśavarṣāṇi gadayā kṛtaniśramaḥ; caraty ūrdhvaṃ ca tiryak ca bhīmasenajighāṃsayā
„der dreizehn Jahre lang, sich mit der Keule abmühend, aufwärts und schräg umherzieht in der Absicht, Bhīmasena zu töten.“
Wort für Wort yas trayodaśavarṣāṇi der dreizehn Jahre (Nom./Akk.Pl.) gadayā kṛtaniśramaḥ mit der Keule sich abgemüht habend (Instr./Nom.) caraty ūrdhvaṃ ca tiryak ca bewegt sich aufwärts und schräg (3.Sg.Präs.) bhīmasenajighāṃsayā in der Absicht, Bhīmasena zu töten (Instr.) evaṃ cen na mahābāhur anyāyena haniṣyati; eṣa vaḥ kauravo rājā dhārtarāṣṭro bhaviṣyati
„Wenn der Starkarmige ihn nicht so durch Unrecht erschlagen wird, dann wird dieser Kuru-König, der Dhārtarāṣṭra, euer Herrscher sein.“
Wort für Wort evaṃ cen na mahābāhur wenn nicht auf diese Weise der Starkarmige (Nom.) anyāyena haniṣyati durch Unrecht wird er erschlagen (Instr./3.Sg.Fut.) eṣa vaḥ kauravo rājā dieser euer Kuru-König (Nom.) dhārtarāṣṭro bhaviṣyati der Dhārtarāṣṭra wird sein (Nom./3.Sg.Fut.) dhanaṃjayas tu śrutvaitat keśavasya mahātmanaḥ; prekṣato bhīmasenasya hastenorum atāḍayat
Dhanaṃjaya aber schlug, als er dies von Keśava, dem Hochgesinnten, gehört hatte, vor den Augen Bhīmasenas mit der Hand auf den [eigenen] Schenkel.
Wort für Wort dhanaṃjayas tu śrutvaitat Dhanaṃjaya aber, dies gehört habend (Nom./Abs.) keśavasya mahātmanaḥ von Keśava, dem Hochgesinnten (Gen.) prekṣato bhīmasenasya während Bhīmasena zusah (Gen.Abs.) hastenorum atāḍayat mit der Hand den Schenkel schlug er (Instr./Akk./Impf.) gṛhya saṃjñāṃ tato bhīmo gadayā vyacarad raṇe; maṇḍalāni vicitrāṇi yamakānītarāṇi ca
Bhīma, der das Zeichen aufgenommen hatte, bewegte sich da mit der Keule im Kampf umher, in wunderbaren Kreisen, in doppelten und anderen.
Wort für Wort gṛhya saṃjñāṃ tato bhīmo das Zeichen erfassend, dann Bhīma (Abs./Akk.) gadayā vyacarad raṇe mit der Keule bewegte sich im Kampf (Instr./Impf./Lok.) maṇḍalāni vicitrāṇi wunderbare Kreise (Akk.Pl.) yamakānītarāṇi ca doppelte und andere (Akk.Pl.) dakṣiṇaṃ maṇḍalaṃ savyaṃ gomūtrakam athāpi ca; vyacarat pāṇḍavo rājann ariṃ saṃmohayann iva
Den rechten Kreis, den linken und auch den „Kuhharn“-Gang: so bewegte sich der Pāṇḍava, o König, als wolle er den Feind verwirren.
Wort für Wort dakṣiṇaṃ maṇḍalaṃ savyaṃ den rechten Kreis, den linken (Akk.) gomūtrakam athāpi ca auch den „Kuhharn“-Gang (Akk.) vyacarat pāṇḍavo rājann bewegte sich der Pāṇḍava, o König (Impf./Nom./Vok.) ariṃ saṃmohayann iva den Feind gleichsam verwirrend (Akk./Part.) tathaiva tava putro 'pi gadāmārgaviśāradaḥ; vyacaral laghu citraṃ ca bhīmasenajighāṃsayā
Ebenso bewegte sich auch dein Sohn, der in den Wegen der Keule wohl bewandert war, behende und kunstvoll, in der Absicht, Bhīmasena zu töten.
Wort für Wort tathaiva tava putro 'pi ebenso auch dein Sohn (Nom.) gadāmārgaviśāradaḥ in den Keulenwegen bewandert (Nom.) vyacaral laghu citraṃ ca bewegte sich behende und kunstvoll (Impf./Adv.) bhīmasenajighāṃsayā in der Absicht, Bhīmasena zu töten (Instr.) ādhunvantau gade ghore candanāgarurūṣite; vairasyāntaṃ parīpsantau raṇe kruddhāv ivāntakau
Sie schwangen die beiden furchtbaren, mit Sandel und Aloe bestrichenen Keulen, wollten der Feindschaft ein Ende machen und waren im Kampf zornig wie zwei Todesgötter.
Wort für Wort ādhunvantau gade ghore die beiden furchtbaren Keulen schwingend (Part.Du./Akk.Du.) candanāgarurūṣite mit Sandel und Aloe bestrichen (Akk.Du.) vairasyāntaṃ parīpsantau der Feindschaft ein Ende zu erlangen wünschend (Gen./Akk./Part.Du.) raṇe kruddhāv ivāntakau im Kampf zornig wie zwei Todesgötter (Lok./Nom.Du.) anyonyaṃ tau jighāṃsantau pravīrau puruṣarṣabhau; yuyudhāte garutmantau yathā nāgāmiṣaiṣiṇau
Einander zu töten begehrend, die beiden Vorkämpfer, Stiere unter den Männern, kämpften sie wie zwei Garuḍas, die nach Schlangenfleisch trachten.
Wort für Wort anyonyaṃ tau jighāṃsantau einander die beiden zu töten wünschend (Part.Du.) pravīrau puruṣarṣabhau die Vorkämpfer, Stiere unter den Männern (Nom.Du.) yuyudhāte garutmantau kämpften wie zwei Garuḍas (3.Du.Perf./Nom.Du.) yathā nāgāmiṣaiṣiṇau wie nach Schlangenfleisch Trachtende (Nom.Du.) maṇḍalāni vicitrāṇi carator nṛpabhīmayoḥ; gadāsaṃpātajās tatra prajajñuḥ pāvakārciṣaḥ
Als der König und Bhīma in wunderbaren Kreisen einherzogen, entstanden dort aus dem Aufeinanderprallen der Keulen Feuerflammen.
Wort für Wort maṇḍalāni vicitrāṇi wunderbare Kreise (Akk.Pl.) carator nṛpabhīmayoḥ der beiden sich Bewegenden, König und Bhīma (Gen.Abs.Du.) gadāsaṃpātajās tatra aus dem Aufeinanderprallen der Keulen entstanden dort (Nom.Pl.) prajajñuḥ pāvakārciṣaḥ entstanden Feuerflammen (3.Pl.Perf./Nom.Pl.) samaṃ praharatos tatra śūrayor balinor mṛdhe; kṣubdhayor vāyunā rājan dvayor iva samudrayoḥ
Als die beiden dort gleichmäßig aufeinander einschlugen, die starken Helden, im Kampf, o König, glichen sie zwei vom Wind aufgewühlten Meeren.
Wort für Wort samaṃ praharatos tatra gleichmäßig zuschlagend dort (Gen.Abs.Du.) śūrayor balinor mṛdhe der beiden Helden, Starken, im Kampf (Gen.Du./Lok.) kṣubdhayor vāyunā rājan aufgewühlt vom Wind, o König (Gen.Du./Instr./Vok.) dvayor iva samudrayoḥ gleich zwei Meeren (Gen.Du.) tayoḥ praharatos tulyaṃ mattakuñjarayor iva; gadānirghātasaṃhrādaḥ prahārāṇām ajāyata
Als die beiden gleichermaßen zuschlugen wie zwei brünstige Elefanten, entstand ein Dröhnen der Keulenstöße, ein Getöse der Hiebe.
Wort für Wort tayoḥ praharatos tulyaṃ während die beiden gleich zuschlugen (Gen.Abs.Du.) mattakuñjarayor iva wie zwei brünstige Elefanten (Gen.Du.) gadānirghātasaṃhrādaḥ Dröhnen der Keulenstöße (Nom.) prahārāṇām ajāyata der Hiebe entstand (Gen.Pl./3.Sg.Impf.) tasmiṃs tadā saṃprahāre dāruṇe saṃkule bhṛśam; ubhāv api pariśrāntau yudhyamānāv ariṃdamau
In jenem furchtbaren, gewaltig tobenden Handgemenge waren beide, die Feindebezwinger, im Kämpfen erschöpft.
Wort für Wort tasmiṃs tadā saṃprahāre in jenem damals Gefecht (Lok.) dāruṇe saṃkule bhṛśam furchtbar, wirr, heftig (Lok./Adv.) ubhāv api pariśrāntau beide auch erschöpft (Nom.Du.) yudhyamānāv ariṃdamau kämpfend, die Feindebezwinger (Part.Du./Nom.Du.) tau muhūrtaṃ samāśvasya punar eva paraṃtapau; abhyahārayatāṃ kruddhau pragṛhya mahatī gade
Nachdem beide einen Augenblick zu Atem gekommen waren, griffen die Feindequäler, zornig und die großen Keulen erhebend, einander erneut an.
Wort für Wort tau muhūrtaṃ samāśvasya die beiden, einen Augenblick aufatmend (Abs.) punar eva paraṃtapau abermals die Feindequäler (Nom.Du.) abhyahārayatāṃ kruddhau griffen an, zornig (3.Du.Impf./Nom.Du.) pragṛhya mahatī gade erhebend die beiden großen Keulen (Abs./Akk.Du.) tayoḥ samabhavad yuddhaṃ ghorarūpam asaṃvṛtam; gadānipātai rājendra takṣator vai parasparam
Zwischen ihnen entstand ein Kampf von furchtbarer Gestalt, ohne Deckung, mit Keulenschlägen, o König der Könige, als hauten sie aufeinander ein.
Wort für Wort tayoḥ samabhavad yuddhaṃ zwischen ihnen entstand der Kampf (3.Sg.Impf.) ghorarūpam asaṃvṛtam furchtbar an Gestalt, ungedeckt (Nom.) gadānipātai rājendra mit Keulenschlägen, o Herr der Könige (Instr.Pl./Vok.) takṣator vai parasparam die beiden hauend fürwahr einander (Gen.Abs.Du.) vyāyāmapradrutau tau tu vṛṣabhākṣau tarasvinau; anyonyaṃ jaghnatur vīrau paṅkasthau mahiṣāv iva
Von der Anstrengung vorwärtsgetrieben, schlugen die beiden stieräugigen, ungestümen Helden einander wie zwei im Schlamm stehende Büffel.
Wort für Wort vyāyāmapradrutau tau tu von der Anstrengung vorwärtsgetrieben die beiden (Nom.Du.) vṛṣabhākṣau tarasvinau die Stieräugigen, Ungestümen (Nom.Du.) anyonyaṃ jaghnatur vīrau einander schlugen die beiden Helden (3.Du.Perf./Nom.Du.) paṅkasthau mahiṣāv iva wie zwei im Schlamm stehende Büffel (Nom.Du.) vyāyāmapradrutau: Deutung „von der Anstrengung [Übung] vorwärtsgetrieben“ nicht ganz sicher.
jarjarīkṛtasarvāṅgau rudhireṇābhisaṃplutau; dadṛśāte himavati puṣpitāv iva kiṃśukau
Am ganzen Leib zerfetzt und in Blut getaucht, erschienen die beiden wie zwei blühende Kiṃśuka-Bäume im Himalaya.
Wort für Wort jarjarīkṛtasarvāṅgau die beiden, deren sämtliche Glieder durchlöchert/zerfetzt waren (Kompos., Nom.Du.m.) rudhireṇābhisaṃplutau in Blut getaucht (Instr.Sg. / Nom.Du.m., Part.Pass.) dadṛśāte erschienen, wurden gesehen (3.Du.Perf.Med./Pass.) himavati im Himalaya (Lok.Sg.) puṣpitāv iva kiṃśukau gleich zwei blühenden Kiṃśuka-Bäumen (Nom.Du.m.) duryodhanena pārthas tu vivare saṃpradarśite; īṣad utsmayamānas tu sahasā prasasāra ha
Als Duryodhana ihm eine Lücke gezeigt hatte, stürmte der Pārtha aber, ein wenig lächelnd, plötzlich vor.
Wort für Wort duryodhanena pārthas tu von Duryodhana; der Pārtha aber (Instr.Sg.; Nom.Sg.) vivare saṃpradarśite als die Lücke/Blöße gezeigt war (Lok.abs., Part.Pass.) īṣad utsmayamānas tu ein wenig lächelnd (Part.Präs.Med., Nom.Sg.) sahasā prasasāra ha stürmte plötzlich vor (Adv.; 3.Sg.Perf.) tam abhyāśagataṃ prājño raṇe prekṣya vṛkodaraḥ; avākṣipad gadāṃ tasmai vegena mahatā balī
Als der kluge Vṛkodara ihn im Kampf nahe herankommen sah, schleuderte der Kraftvolle mit großer Wucht die Keule auf ihn.
Wort für Wort tam abhyāśagataṃ ihn, der nahe herangekommen war (Akk.Sg.m., Kompos./Part.) prājño raṇe prekṣya der Kluge, im Kampf erblickend (Nom.Sg.; Lok.; Gerundium) vṛkodaro 'vākṣipad Vṛkodara schleuderte (Nom.Sg.; 3.Sg.Impf.) gadāṃ tasmai die Keule auf ihn (Akk.Sg.f.; Dat.Sg.) vegena mahatā balī mit großer Wucht, der Starke (Instr.Sg.; Nom.Sg.) avakṣepaṃ tu taṃ dṛṣṭvā putras tava viśāṃ pate; apāsarpat tataḥ sthānāt sā moghā nyapatad bhuvi
Als dein Sohn, Herr der Menschen, diesen Wurf sah, wich er von seinem Platz zurück; jene [Keule] fiel wirkungslos zu Boden.
Wort für Wort avakṣepaṃ tu taṃ dṛṣṭvā aber diesen Wurf gesehen habend (Akk.Sg.m.; Gerundium) putras tava viśāṃ pate dein Sohn, Herr der Menschen (Nom.Sg.; Vok.) apāsarpat tataḥ sthānāt wich zurück von dort, von seinem Platz (3.Sg.Impf.; Adv.; Abl.Sg.) sā moghā nyapatad bhuvi sie fiel vergeblich nieder auf die Erde (Nom.Sg.f.; 3.Sg.Impf.; Lok.Sg.) mokṣayitvā prahāraṃ taṃ sutas tava sa saṃbhramāt; bhīmasenaṃ ca gadayā prāharat kurusattamaḥ
Nachdem dein Sohn, der Beste der Kurus, jenem Schlag ausgewichen war, schlug er in der Hast Bhīmasena mit der Keule.
Wort für Wort mokṣayitvā prahāraṃ taṃ jenem Schlag entgangen/ihn abgewendet habend (Gerundium Kaus.; Akk.Sg.m.) sutas tava sa saṃbhramāt dein Sohn, er, aus Hast/Eile (Nom.Sg.; Abl.Sg.) bhīmasenaṃ ca gadayā und Bhīmasena mit der Keule (Akk.Sg.; Instr.Sg.) prāharat kurusattamaḥ schlug, der Beste der Kurus (3.Sg.Impf.; Nom.Sg.) mokṣayitvā prahāram: wörtlich wohl „den Schlag vergeblich machend/ins Leere gehen lassend“, d. h. dem Wurf entkommen.
tasya viṣyandamānena rudhireṇāmitaujasaḥ
Von dem strömenden Blut des Unermesslich-Kraftvollen ...
Wort für Wort tasya viṣyandamānena von ihm, das ausströmte (Gen.Sg.; Part.Präs.Med., Instr.Sg.) rudhireṇāmitaujasaḥ durch das Blut des Unermesslich-Kraftvollen (Instr.Sg.; Gen.Sg.m.) Der Satz läuft über die Einheiten 40 bis 42.
samāplutasya bhīmasya krodharaktekṣaṇasya ca
... und [von Bhīma,] der davon überströmt war und dessen Augen rot vor Zorn waren, ...
Wort für Wort samāplutasya bhīmasya des Überströmten, des Bhīma (Gen.Sg.m., Part.Pass.; Gen.Sg.) krodharaktekṣaṇasya ca und dessen Augen vor Zorn rot waren (Kompos., Gen.Sg.m.) Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
prahāragurupātāc ca mūrcheva samajāyata
... und vom schweren Aufprall des Schlages entstand gleichsam eine Ohnmacht.
Wort für Wort prahāragurupātāc ca und durch den schweren Einschlag des Schlages (Kompos., Abl.Sg.) mūrcheva gleichsam Ohnmacht/Benommenheit (Nom.Sg.f. + iva) samajāyata entstand (3.Sg.Impf.Med.) duryodhanas taṃ ca veda pīḍitaṃ pāṇḍavaṃ raṇe; dhārayām āsa bhīmo 'pi śarīram atipīḍitam
Duryodhana erkannte, dass der Pāṇḍava im Kampf bedrängt war; auch Bhīma hielt seinen schwer getroffenen Körper aufrecht.
Wort für Wort duryodhanas taṃ ca veda und Duryodhana erkannte ihn (Nom.Sg.; Akk.Sg.; 3.Sg.Perf.) pīḍitaṃ pāṇḍavaṃ raṇe als bedrängten Pāṇḍava im Kampf (Akk.Sg.m., Part.Pass.; Lok.) dhārayām āsa bhīmo 'pi hielt aufrecht, auch Bhīma (3.Sg.Perf.Periphr.; Nom.Sg.) śarīram atipīḍitam den sehr schwer getroffenen Körper (Akk.Sg.n.) amanyata sthitaṃ hy enaṃ prahariṣyantam āhave; ato na prāharat tasmai punar eva tavātmajaḥ
Er meinte nämlich, dieser stehe [noch] da und werde im Kampf zuschlagen; darum schlug dein Sohn nicht nochmals auf ihn ein.
Wort für Wort amanyata sthitaṃ hy enaṃ er meinte ja, dieser stehe fest (3.Sg.Impf.Med.; Part.Pass., Akk.Sg.) prahariṣyantam āhave im Begriff zuzuschlagen, im Kampf (Part.Fut., Akk.Sg.; Lok.Sg.) ato na prāharat tasmai deshalb schlug er nicht auf ihn (Adv.; 3.Sg.Impf.; Dat.Sg.) punar eva tavātmajaḥ wiederum, dein Sohn (Adv.; Nom.Sg.) tato muhūrtam āśvasya duryodhanam avasthitam; vegenābhyadravad rājan bhīmasenaḥ pratāpavān
Dann, nachdem er einen Augenblick lang Atem geschöpft hatte, stürzte sich der gewaltige Bhīmasena, o König, mit Wucht auf den [dort] stehenden Duryodhana.
Wort für Wort tato muhūrtam āśvasya dann, einen Augenblick aufatmend (Adv.; Akk.; Gerundium) duryodhanam avasthitam auf Duryodhana, der dastand (Akk.Sg.m., Part.Pass.) vegenābhyadravad rājan stürzte sich mit Wucht darauf, o König (Instr.Sg.; 3.Sg.Impf.; Vok.) bhīmasenaḥ pratāpavān Bhīmasena, der Glutvolle (Nom.Sg.) tam āpatantaṃ saṃprekṣya saṃrabdham amitaujasam; mogham asya prahāraṃ taṃ cikīrṣur bharatarṣabha
Als er ihn, den Unermesslich-Kraftvollen, wütend heranstürmen sah, wollte er, Bharatastier, diesen Schlag von ihm ins Leere gehen lassen,
Wort für Wort tam āpatantaṃ saṃprekṣya ihn, den Herbeistürmenden, erblickend (Akk.Sg.m., Part.Präs.; Gerundium) saṃrabdham amitaujasam den Wütenden, den Unermesslich-Kraftvollen (Akk.Sg.m.) mogham asya prahāraṃ taṃ diesen seinen Schlag vergeblich (Adv./Adj., Akk.Sg.; Gen.Sg.; Akk.Sg.) cikīrṣur bharatarṣabha zu tun wünschend, Bharatastier (Nom.Sg.Desid.-Adj.; Vok.) avasthāne matiṃ kṛtvā putras tava mahāmanāḥ; iyeṣotpatituṃ rājaṃś chalayiṣyan vṛkodaram
und dein hochgesinnter Sohn, o König, fasste den Entschluss zu bleiben [wo er war] und wollte hochspringen, um Vṛkodara zu täuschen.
Wort für Wort avasthāne matiṃ kṛtvā den Entschluss zum Standhalten gefasst habend (Lok.Sg.; Akk.Sg.f.; Gerundium) putras tava mahāmanāḥ dein Sohn, der Hochgesinnte (Nom.Sg.) iyeṣotpatituṃ rājan wollte hochspringen, o König (3.Sg.Perf.; Inf.; Vok.) chalayiṣyan vṛkodaram um Vṛkodara zu täuschen (Part.Fut., Nom.Sg.; Akk.Sg.) Text und Bezug von avasthāne matiṃ kṛtvā sind knapp; gemeint wohl: er beschloss, standzuhalten und dann im rechten Moment hochzuspringen.
abudhyad bhīmasenas tad rājñas tasya cikīrṣitam; athāsya samabhidrutya samutkramya ca siṃhavat
Bhīmasena durchschaute diese Absicht des Königs; da stürzte er auf ihn zu und sprang löwengleich [selbst] hoch,
Wort für Wort abudhyad bhīmasenas tad Bhīmasena erkannte dies (3.Sg.Impf.; Nom.Sg.; Akk.Sg.n.) rājñas tasya cikīrṣitam die Absicht jenes Königs (Gen.Sg.; Part.Pass. subst., Akk.Sg.n.) athāsya samabhidrutya dann auf ihn zustürzend (Gen./Dat.Sg.; Gerundium) samutkramya ca siṃhavat und aufspringend, wie ein Löwe (Gerundium; Adv.) sṛtyā vañcayato rājan punar evotpatiṣyataḥ; ūrubhyāṃ prāhiṇod rājan gadāṃ vegena pāṇḍavaḥ
und als jener, o König, durch eine Ausweichbewegung täuschte und wieder aufspringen wollte, schleuderte der Pāṇḍava mit Wucht die Keule gegen seine Schenkel.
Wort für Wort sṛtyā vañcayato rājan des durch Ausweichen Täuschenden, o König (Instr.Sg.; Gen.Sg.Part.; Vok.) punar evotpatiṣyataḥ der wieder aufspringen wollte (Adv.; Part.Fut., Gen.Sg.) ūrubhyāṃ prāhiṇod rājan gegen die beiden Schenkel warf er, o König (Dat./Instr.Du.; 3.Sg.Impf.; Vok.) gadāṃ vegena pāṇḍavaḥ die Keule mit Wucht, der Pāṇḍava (Akk.Sg.; Instr.Sg.; Nom.Sg.) Der Genitiv sṛtyā vañcayataḥ ... utpatiṣyataḥ bezieht sich auf Duryodhana; „sṛtyā“ als Ausweich-/Gleitbewegung gedeutet [?].
sā vajraniṣpeṣasamā prahitā bhīmakarmaṇā; ūrū duryodhanasyātha babhañja priyadarśanau
Diese, vom furchtbar Handelnden geschleudert, dem Zermalmen des Donnerkeils gleich, brach dann Duryodhanas beide schönen Schenkel.
Wort für Wort sā vajraniṣpeṣasamā sie, dem Zermalmen des Donnerkeils gleich (Nom.Sg.f.) prahitā bhīmakarmaṇā geschleudert vom Furchtbar-Handelnden (Part.Pass., Nom.Sg.f.; Instr.Sg.) ūrū duryodhanasyātha die beiden Schenkel Duryodhanas dann (Akk.Du.; Gen.Sg.; Adv.) babhañja priyadarśanau zerbrach, die beiden schön anzusehenden (3.Sg.Perf.; Akk.Du.m.) sa papāta naravyāghro vasudhām anunādayan; bhagnorur bhīmasenena putras tava mahīpate
Er fiel, der Tigerähnliche unter den Männern, und ließ die Erde dröhnen, dein Sohn, o Herr der Erde, mit von Bhīmasena zerbrochenen Schenkeln.
Wort für Wort sa papāta naravyāghro er fiel, der Tiger unter den Männern (3.Sg.Perf.; Nom.Sg.) vasudhām anunādayan die Erde widerhallen lassend (Akk.Sg.; Part.Präs.Kaus.) bhagnorur bhīmasenena mit gebrochenen Schenkeln durch Bhīmasena (Kompos., Nom.Sg.m.; Instr.Sg.) putras tava mahīpate dein Sohn, o Erdherr (Nom.Sg.; Vok.) vavur vātāḥ sanirghātāḥ pāṃsuvarṣaṃ papāta ca; cacāla pṛthivī cāpi savṛkṣakṣupaparvatā
Winde wehten mit Getöse, ein Staubregen fiel nieder, und die Erde erbebte samt Bäumen, Sträuchern und Bergen.
Wort für Wort vavur vātāḥ sanirghātāḥ Winde wehten, mit Donnerschlägen (3.Pl.Perf.; Nom.Pl.m.) pāṃsuvarṣaṃ papāta ca und Staubregen fiel (Nom.Sg.n.; 3.Sg.Perf.) cacāla pṛthivī cāpi und auch die Erde bebte (3.Sg.Perf.; Nom.Sg.f.) savṛkṣakṣupaparvatā samt Bäumen, Sträuchern und Bergen (Kompos., Nom.Sg.f.) tasmin nipatite vīre patyau sarvamahīkṣitām; mahāsvanā punar dīptā sanirghātā bhayaṃkarī; papāta colkā mahatī patite pṛthivīpatau
Als der Held, der Herr aller Erdbeherrscher, gefallen war, erhob sich wieder ein gewaltiges, flammendes, schreckliches Getöse mit Donnerschlägen, und ein großer Meteor fiel herab, als der Herr der Erde gefallen war.
Wort für Wort tasmin nipatite vīre als dieser Held gefallen war (Lok.abs.) patyau sarvamahīkṣitām der Herr aller Erdbeherrscher (Lok.Sg.; Gen.Pl.) mahāsvanā punar dīptā wieder ein großes Getöse, flammend (Nom.Sg.f.; Adv.; Part.Pass.) sanirghātā bhayaṃkarī mit Donnerschlägen, schreckenerregend (Nom.Sg.f.) papāta colkā mahatī und es fiel ein großer Meteor (3.Sg.Perf.; Nom.Sg.f.) patite pṛthivīpatau als der Erdherr gefallen war (Lok.abs.) Der Vers ist im Text überfüllt (drei Pādas); mahāsvanā ... dīptā ist im Bezug unklar (vermutlich ein „Getöse“, ursprünglich wohl ein Himmelszeichen) [?].
tathā śoṇitavarṣaṃ ca pāṃsuvarṣaṃ ca bhārata; vavarṣa maghavāṃs tatra tava putre nipātite
Ebenso ließ Maghavan [Indra] dort Blutregen und Staubregen niedergehen, o Bhārata, als dein Sohn gefällt war.
Wort für Wort tathā śoṇitavarṣaṃ ca ebenso Blutregen und (Adv.; Akk.Sg.n.) pāṃsuvarṣaṃ ca bhārata und Staubregen, o Bhārata (Akk.Sg.n.; Vok.) vavarṣa maghavāṃs tatra es regnete Maghavan dort (3.Sg.Perf.; Nom.Sg.; Adv.) tava putre nipātite als dein Sohn gefällt war (Lok.abs.) yakṣāṇāṃ rākṣasānāṃ ca piśācānāṃ tathaiva ca; antarikṣe mahānādaḥ śrūyate bharatarṣabha
Von Yakṣas, Rākṣasas und ebenso von Piśācas wurde am Himmelsraum ein gewaltiger Lärm vernommen, o Bharatastier.
Wort für Wort yakṣāṇāṃ rākṣasānāṃ ca der Yakṣas und Rākṣasas (Gen.Pl.) piśācānāṃ tathaiva ca und ebenso der Piśācas (Gen.Pl.) antarikṣe mahānādaḥ im Luftraum ein großer Lärm (Lok.Sg.; Nom.Sg.) śrūyate bharatarṣabha wird gehört, Bharatastier (3.Sg.Präs.Pass.; Vok.) tena śabdena ghoreṇa mṛgāṇām atha pakṣiṇām; jajñe ghoratamaḥ śabdo bahūnāṃ sarvatodiśam
Durch dieses schreckliche Geräusch entstand auch von Tieren und Vögeln, vielen, nach allen Himmelsrichtungen ein noch furchtbareres Geräusch.
Wort für Wort tena śabdena ghoreṇa durch dieses schreckliche Geräusch (Instr.Sg.m.) mṛgāṇām atha pakṣiṇām von Wildtieren und Vögeln (Gen.Pl.) jajñe ghoratamaḥ śabdo entstand ein sehr schreckliches Geräusch (3.Sg.Perf.Med.; Superl., Nom.Sg.) bahūnāṃ sarvatodiśam von vielen, in alle Richtungen (Gen.Pl.; Adv.) ye tatra vājinaḥ śeṣā gajāś ca manujaiḥ saha; mumucus te mahānādaṃ tava putre nipātite
Die Pferde, die dort übrig waren, und die Elefanten samt den Männern stießen ein gewaltiges Gebrüll aus, als dein Sohn gefällt war.
Wort für Wort ye tatra vājinaḥ śeṣā welche dort als Rest [übrig] Pferde (Rel.Nom.Pl.; Nom.Pl.; Nom.Pl.m.) gajāś ca manujaiḥ saha und Elefanten mit Menschen (Nom.Pl.; Instr.Pl.; Präp.) mumucus te mahānādaṃ sie stießen aus, jene, großes Gebrüll (3.Pl.Perf.; Nom.Pl.; Akk.Sg.) tava putre nipātite als dein Sohn gefällt war (Lok.abs.) bherīśaṅkhamṛdaṅgānām abhavac ca svano mahān; antarbhūmigataś caiva tava putre nipātite
Auch erhob sich der gewaltige Klang von Pauken, Muschelhörnern und Trommeln, ebenso [ein Klang] tief aus der Erde, als dein Sohn gefällt war.
Wort für Wort bherīśaṅkhamṛdaṅgānām von Pauken, Muschelhörnern und Trommeln (Kompos., Gen.Pl.) abhavac ca svano mahān und es entstand ein großer Klang (3.Sg.Impf.; Nom.Sg.) antarbhūmigataś caiva und auch in die Erde hinein/in ihr befindlich (Kompos., Nom.Sg.m.) tava putre nipātite als dein Sohn gefällt war (Lok.abs.) antarbhūmigataḥ: wohl „in der Erde befindlich/aus der Erde“ [?].
bahupādair bahubhujaiḥ kabandhair ghoradarśanaiḥ; nṛtyadbhir bhayadair vyāptā diśas tatrābhavan nṛpa
Die Himmelsrichtungen wurden dort, o König, erfüllt von vielfüßigen, vielarmigen, furchtbar anzusehenden, tanzenden, Schrecken bringenden Rumpflosen (Kabandhas).
Wort für Wort bahupādair bahubhujaiḥ mit vielen Füßen, vielen Armen (Instr.Pl.m.) kabandhair ghoradarśanaiḥ mit Rümpfen (Kabandhas), furchtbar anzusehen (Instr.Pl.m.) nṛtyadbhir bhayadair tanzend, Furcht gebend (Part.Präs., Instr.Pl.; Instr.Pl.) vyāptā diśas tatrābhavan nṛpa erfüllt die Himmelsrichtungen dort waren, o König (Part.Pass., Nom.Pl.f.; Nom.Pl.; 3.Pl.Impf.; Vok.) dhvajavanto 'stravantaś ca śastravantas tathaiva ca; prākampanta tato rājaṃs tava putre nipātite
Da erbebten [Wesen] mit Bannern, mit Wurfwaffen und ebenso mit Schwertern, o König, als dein Sohn gefällt war.
Wort für Wort dhvajavanto 'stravantaś ca Banner-Tragende und Wurfwaffen-Tragende (Nom.Pl.m.) śastravantas tathaiva ca und ebenso Waffen-Tragende (Nom.Pl.m.) prākampanta tato rājaṃs erbebten dann, o König (3.Pl.Impf.Med.; Adv.; Vok.) tava putre nipātite als dein Sohn gefällt war (Lok.abs.) Gemeint sind wohl Banner, Geschosse und Waffen selbst bzw. ihre Träger; beides ist möglich [?].
hradāḥ kūpāś ca rudhiram udvemur nṛpasattama; nadyaś ca sumahāvegāḥ pratisrotovahābhavan
Teiche und Brunnen spien Blut, o Bester der Könige, und Flüsse von sehr großer Strömung flossen gegen den Strom.
Wort für Wort hradāḥ kūpāś ca rudhiram Teiche und Brunnen [spien] Blut (Nom.Pl.; Nom.Pl.; Akk.Sg.n.) udvemur nṛpasattama spien aus, Bester der Könige (3.Pl.Perf.; Vok.) nadyaś ca sumahāvegāḥ und Flüsse mit sehr großer Strömung (Nom.Pl.f.) pratisrotovahābhavan wurden stromaufwärts fließend (Kompos., Nom.Pl.f.; 3.Pl.Impf.) pulliṅgā iva nāryas tu strīliṅgāḥ puruṣābhavan; duryodhane tadā rājan patite tanaye tava
Frauen wurden gleichsam zu Männern, mit männlichen Merkmalen, Männer aber zu Wesen mit weiblichen Merkmalen, als Duryodhana, o König, dein Sohn, gefallen war.
Wort für Wort pulliṅgā iva nāryas tu gleichsam mit männlichen Merkmalen, die Frauen aber (Nom.Pl.f.; Nom.Pl.f.) strīliṅgāḥ puruṣābhavan mit weiblichen Merkmalen wurden Männer (Nom.Pl.m.; Nom.Pl.; 3.Pl.Impf.) duryodhane tadā rājan als Duryodhana da, o König (Lok.Sg.; Adv.; Vok.) patite tanaye tava gefallen war, dein Sohn (Lok.abs.; Lok.Sg.; Gen.) dṛṣṭvā tān adbhutotpātān pāñcālāḥ pāṇḍavaiḥ saha
Als die Pāñcālas samt den Pāṇḍavas diese wunderbaren Vorzeichen sahen,
Wort für Wort dṛṣṭvā tān adbhutotpātān gesehen habend diese wunderbaren Vorzeichen (Gerundium; Akk.Pl.m.) pāñcālāḥ pāṇḍavaiḥ saha die Pāñcālas mit den Pāṇḍavas (Nom.Pl.; Instr.Pl.; Präp.) sṛñjayāś ca mahārāja sarva eva mahārathāḥ
und die Sṛñjayas, o Großkönig, alle, die großen Wagenkämpfer,
Wort für Wort sṛñjayāś ca mahārāja und die Sṛñjayas, o Großkönig (Nom.Pl.; Vok.) sarva eva mahārathāḥ alle eben, die großen Wagenkämpfer (Nom.Pl.m.) Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
āvignamanasaḥ sarve babhūvur bharatarṣabha
wurden sie alle im Geiste beunruhigt, o Bharatastier.
Wort für Wort āvignamanasaḥ im Geist beunruhigt (Kompos., Nom.Pl.m.) sarve babhūvur alle wurden (Nom.Pl.; 3.Pl.Perf.) bharatarṣabha o Bharatastier (Vok.) Der Satz läuft über die Einheiten 63 bis 65; nach Einheit 66 (Zusatzvers) ist der Gegensatz zu „beunruhigt“ hier inhaltlich auffällig.
prahṛṣṭamanasaś cāsan pāṇḍavāḥ sṛñjayaiḥ saha
Die Pāṇḍavas aber waren frohen Sinnes, samt den Sṛñjayas.
Wort für Wort prahṛṣṭamanasaś cāsan und frohgemut waren (Kompos., Nom.Pl.m.; 3.Pl.Impf.) pāṇḍavāḥ sṛñjayaiḥ saha die Pāṇḍavas mit den Sṛñjayas (Nom.Pl.; Instr.Pl.; Präp.) Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers (Sternpassage); steht im Widerspruch zu āvignamanasaḥ im vorhergehenden Vers, nur Teil der Handschriften.
yayur devā yathākāmaṃ gandharvāpsarasas tathā; kathayanto 'dbhutaṃ yuddhaṃ sutayos tava bhārata
Die Götter gingen nach Belieben davon, ebenso die Gandharvas und Apsaras, und sprachen dabei vom wunderbaren Kampf deiner beiden Söhne, o Bhārata.
Wort für Wort yayur devā yathākāmaṃ gingen die Götter nach Belieben (3.Pl.Perf.; Nom.Pl.; Adv.) gandharvāpsarasas tathā Gandharvas und Apsaras ebenso (Kompos., Nom.Pl.) kathayanto 'dbhutaṃ yuddhaṃ erzählend vom wunderbaren Kampf (Part.Präs., Nom.Pl.; Akk.Sg.n.) sutayos tava bhārata deiner beiden Söhne, o Bhārata (Gen.Du.; Gen.Sg.; Vok.) sutayos tava: die „beiden Söhne“ meint Duryodhana und Bhīma (als Kämpfer), wörtlich „deine beiden Söhne“.
tathaiva siddhā rājendra tathā vātikacāraṇāḥ; narasiṃhau praśaṃsantau viprajagmur yathāgatam
Ebenso gingen die Siddhas, o König der Könige, und die Vātika-Cāraṇas, die beiden Männerlöwen preisend, auseinander, wie sie gekommen waren.
Wort für Wort tathaiva siddhā rājendra ebenso die Siddhas, o Fürst der Könige (Nom.Pl.; Vok.) tathā vātikacāraṇāḥ und die Vātika-Cāraṇas (Kompos., Nom.Pl.) narasiṃhau praśaṃsantau die beiden Männerlöwen preisend (Akk.Du.; Part.Präs., Nom.Pl.) viprajagmur yathāgatam gingen auseinander (3.Pl.Perf.) wie sie gekommen waren (Adv.)
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