Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śalyaparva

Kapitel 43: kumārābhiṣekārambhaḥ Skandas Geburt, Wachstum und die Weihe zum Heerführer der Götter

Janamejaya bittet um den Bericht von der Weihe Kumāras (Skandas). Vaiśaṃpāyana erzählt von der Geburt aus Śivas Glut, von Agni, Gaṅgā und den Kṛttikās, vom Zusammenströmen der Götter und Gefolgschaften, von der Vervierfachung Skandas und schließlich von der Übertragung der Heerführerschaft; die Weihe findet am Sarasvatī-Ufer bei Samantapañcaka statt.

janamejaya uvāca; sarasvatyāḥ prabhāvo 'yam uktas te dvijasattama; kumārasyābhiṣekaṃ tu brahman vyākhyātum arhasi

Janamejaya sprach: „Diese Macht der Sarasvatī ist mir verkündet worden, du Bester der Zweimalgeborenen. Doch die Weihe Kumāras, o Brahmane, solltest du mir nun darlegen.“

Wort für Wort
janamejaya uvāca
Janamejaya sprach (Perf.)
sarasvatyāḥ prabhāvo 'yam
diese Macht der Sarasvatī (Gen. Sg. / Nom. Sg.)
uktas te dvijasattama
ist dir gesagt worden / mir verkündet [?], Bester der Zweimalgeborenen (Part. Pass. / Vok.)
kumārasyābhiṣekaṃ tu
die Weihe Kumāras aber (Gen. Sg. / Akk. Sg.)
brahman vyākhyātum arhasi
o Brahmane, du solltest darlegen (Vok. / Inf. / 2.Sg.Präs.)

yasmin kāle ca deśe ca yathā ca vadatāṃ vara; yaiś cābhiṣikto bhagavān vidhinā yena ca prabhuḥ

Zu welcher Zeit und an welchem Ort, wie, du Bester der Redenden, und von wem der Erhabene, der Herr, nach dem Ritus geweiht wurde,

Wort für Wort
yasmin kāle ca deśe ca
zu welcher Zeit und an welchem Ort (Lok. Sg.)
yathā ca vadatāṃ vara
und wie, Bester der Redenden (Adv. / Gen. Pl. Part. / Vok.)
yaiś cābhiṣikto bhagavān
und von wem geweiht der Erhabene (Instr. Pl. / Part. Pass. / Nom.)
vidhinā yena ca prabhuḥ
nach dem Ritus, durch den der Herr [geweiht wurde] (Instr. Sg. / Nom. Sg.)

Der Satz wird in Vers 3 fortgeführt.

skando yathā ca daityānām akarot kadanaṃ mahat; tathā me sarvam ācakṣva paraṃ kautūhalaṃ hi me

und wie Skanda den Daityas ein großes Gemetzel bereitete: all das berichte mir so, denn meine Neugier ist überaus groß.

Wort für Wort
skando yathā ca daityānām
und wie Skanda der Daityas (Nom. Sg. / Gen. Pl.)
akarot kadanaṃ mahat
bereitete ein großes Gemetzel (Impf. 3.Sg. / Akk. Sg.)
tathā me sarvam ācakṣva
so berichte mir alles (Dat./Gen. Sg. / Imp. 2.Sg. Med.)
paraṃ kautūhalaṃ hi me
denn höchste Neugier [ist] mein (Nom. Sg. / Gen. Sg.)

vaiśaṃpāyana uvāca; kuruvaṃśasya sadṛśam idaṃ kautūhalaṃ tava; harṣam utpādayaty etad vaco me janamejaya

Vaiśaṃpāyana sprach: „Diese deine Neugier ist der Kuru-Sippe angemessen, Janamejaya; diese deine Rede bereitet mir Freude.“

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Perf.)
kuruvaṃśasya sadṛśam
der Kuru-Sippe gemäß (Gen. Sg. / Nom. n.)
idaṃ kautūhalaṃ tava
diese Neugier von dir (Nom. Sg. / Gen. Sg.)
harṣam utpādayaty etad
Freude erzeugt dies (Akk. Sg. / 3.Sg.Kaus. Präs.)
vaco me janamejaya
die Rede, mir, Janamejaya (Nom. Sg. / Vok.)

hanta te kathayiṣyāmi śṛṇvānasya janādhipa; abhiṣekaṃ kumārasya prabhāvaṃ ca mahātmanaḥ

Wohlan, ich will es dir erzählen, während du zuhörst, o Herr der Menschen: die Weihe Kumāras und die Macht des Hochgesinnten.

Wort für Wort
hanta te kathayiṣyāmi
wohlan, dir will ich erzählen (Interj. / Dat. / 1.Sg.Fut.)
śṛṇvānasya janādhipa
dem Zuhörenden, Herr der Menschen (Part. Präs. Med. Gen. / Vok.)
abhiṣekaṃ kumārasya
die Weihe Kumāras (Akk. Sg. / Gen. Sg.)
prabhāvaṃ ca mahātmanaḥ
und die Macht des Hochgesinnten (Akk. Sg. / Gen. Sg.)

tejo māheśvaraṃ skannam agnau prapatitaṃ purā; tat sarvabhakṣo bhagavān nāśakad dagdhum akṣayam

Die Māheśvara-Glut, die ausgeströmt war, war einst in Agni gefallen; der Allesverzehrende, der Erhabene, vermochte sie, die unvergänglich war, nicht zu verbrennen.

Wort für Wort
tejo māheśvaraṃ skannam
die Māheśvara-Glut, ausgeströmt (Nom. Sg. n. / Part. Pass.)
agnau prapatitaṃ purā
in Agni gefallen, einst (Lok. Sg. / Part. Pass. / Adv.)
tat sarvabhakṣo bhagavān
diese; der Allesverzehrende, Erhabene (Akk. / Nom. Sg.)
nāśakad dagdhum akṣayam
vermochte nicht zu verbrennen, die unvergängliche (Aor. 3.Sg. / Inf. / Akk. Sg.)

skanna: ausgeschüttet, ausgeströmt (vom Samen).

tenāsīdati tejasvī dīptimān havyavāhanaḥ; na caiva dhārayām āsa garbhaṃ tejomayaṃ tadā

Dadurch wurde der Opferträger übermäßig glühend und strahlend; doch das aus Glut bestehende Kind im Mutterleib vermochte er damals nicht zu tragen.

Wort für Wort
tenāsīd ati tejasvī
dadurch wurde er überaus glutvoll (Instr. Sg. / Impf. 3.Sg. / Adv. / Nom. Sg.)
dīptimān havyavāhanaḥ
leuchtend, der Opferträger [Agni] (Nom. Sg.)
na caiva dhārayām āsa
und nicht trug er (Periphr. Perf. 3.Sg.)
garbhaṃ tejomayaṃ tadā
den aus Glut bestehenden Keim damals (Akk. Sg. / Adv.)

sa gaṅgām abhisaṃgamya niyogād brahmaṇaḥ prabhuḥ; garbham āhitavān divyaṃ bhāskaropamatejasam

Er, der Herr, ging zu Gaṅgā und legte auf Geheiß Brahmās den göttlichen Keim, der den Glanz der Sonne besaß, in sie.

Wort für Wort
sa gaṅgām abhisaṃgamya
er, zu Gaṅgā hingegangen (Nom. / Akk. Sg. / Abs.)
niyogād brahmaṇaḥ prabhuḥ
auf Geheiß Brahmās, der Herr (Abl. Sg. / Gen. Sg. / Nom. Sg.)
garbham āhitavān divyam
den Keim legte er hinein, göttlich (Akk. Sg. / Part. Perf. Akt. / Akk.)
bhāskaropamatejasam
dessen Glanz der Sonne gleicht (Akk. Sg., Bahuvrīhi)

atha gaṅgāpi taṃ garbham asahantī vidhāraṇe; utsasarja girau ramye himavaty amarārcite

Da konnte auch Gaṅgā jenen Keim nicht mehr tragen und setzte ihn auf dem lieblichen Himavat, dem von den Unsterblichen verehrten Berg, aus.

Wort für Wort
atha gaṅgāpi taṃ garbham
da auch Gaṅgā diesen Keim (Adv. / Nom. Sg. / Akk. Sg.)
asahantī vidhāraṇe
nicht ertragend, beim Tragen (Part. Präs. f. / Lok. Sg.)
utsasarja girau ramye
setzte aus, auf dem lieblichen Berg (Perf. 3.Sg. / Lok. Sg.)
himavaty amarārcite
auf dem Himavat, von Unsterblichen verehrten (Lok. Sg. / Part. Pass. Lok.)

sa tatra vavṛdhe lokān āvṛtya jvalanātmajaḥ; dadṛśur jvalanākāraṃ taṃ garbham atha kṛttikāḥ

Der Feuersohn wuchs dort heran und erfüllte die Welten; da sahen die Kṛttikās jenen Keim, der Feuergestalt hatte.

Wort für Wort
sa tatra vavṛdhe
er wuchs dort (Perf. 3.Sg. Med.)
lokān āvṛtya
die Welten bedeckend/erfüllend (Akk. Pl. / Abs.)
jvalanātmajaḥ
der Feuersohn (Nom. Sg.)
dadṛśur jvalanākāraṃ
sahen, feuergestaltig (Perf. 3.Pl. / Akk. Sg.)
taṃ garbham atha kṛttikāḥ
jenen Keim, da die Kṛttikās (Akk. Sg. / Adv. / Nom. Pl.)

śarastambe mahātmānam analātmajam īśvaram; mamāyam iti tāḥ sarvāḥ putrārthinyo 'bhicakramuḥ

Im Röhricht [sahen sie] den Hochgesinnten, den Sohn des Feuers, den Herrn; „Er ist mein!“, so [sprechend] traten sie alle, nach einem Sohn verlangend, zu ihm hin.

Wort für Wort
śarastambe mahātmānam
im Röhricht(büschel), den Hochgesinnten (Lok. Sg. / Akk. Sg.)
analātmajam īśvaram
den Sohn des Feuers, den Herrn (Akk. Sg.)
mamāyam iti tāḥ sarvāḥ
„mein ist dieser“, so sie alle (Gen. Sg. / Nom. / Part. / Nom. Pl. f.)
putrārthinyo 'bhicakramuḥ
nach einem Sohn verlangend, traten hinzu (Nom. Pl. f. / Perf. 3.Pl.)

Das Verb „sahen“ ist aus Vers 10 zu ergänzen.

tāsāṃ viditvā bhāvaṃ taṃ mātṝṇāṃ bhagavān prabhuḥ; prasnutānāṃ payaḥ ṣaḍbhir vadanair apibat tadā

Als der Erhabene, der Herr, die Gesinnung jener Mütter erkannt hatte, trank er da mit seinen sechs Mündern die Milch der Milchströmenden.

Wort für Wort
tāsāṃ viditvā bhāvaṃ taṃ
von diesen, erkannt habend jene Gesinnung (Gen. Pl. / Abs. / Akk. Sg.)
mātṝṇāṃ bhagavān prabhuḥ
der Mütter, der Erhabene, der Herr (Gen. Pl. / Nom. Sg.)
prasnutānāṃ payaḥ
der Strömenden die Milch (Part. Pass. Gen. Pl. / Akk. Sg.)
ṣaḍbhir vadanair apibat tadā
mit sechs Mündern trank er damals (Instr. Pl. / Impf. 3.Sg. / Adv.)

taṃ prabhāvaṃ samālakṣya tasya bālasya kṛttikāḥ; paraṃ vismayam āpannā devyo divyavapurdharāḥ

Als sie jene Macht dieses Knaben wahrgenommen hatten, gerieten die Kṛttikās, die Göttinnen mit göttlicher Gestalt, in höchstes Staunen.

Wort für Wort
taṃ prabhāvaṃ samālakṣya
diese Macht wahrnehmend (Akk. Sg. / Abs.)
tasya bālasya kṛttikāḥ
dieses Knaben, die Kṛttikās (Gen. Sg. / Nom. Pl.)
paraṃ vismayam āpannā
in höchstes Staunen geraten (Akk. Sg. / Part. Pass. f.)
devyo divyavapurdharāḥ
Göttinnen, göttliche Gestalt tragend (Nom. Pl. f.)

yatrotsṛṣṭaḥ sa bhagavān gaṅgayā girimūrdhani; sa śailaḥ kāñcanaḥ sarvaḥ saṃbabhau kurusattama

Der Berg, auf dessen Gipfel Gaṅgā den Erhabenen ausgesetzt hatte, erstrahlte ganz golden, o Bester der Kuru.

Wort für Wort
yatrotsṛṣṭaḥ sa bhagavān
wo ausgesetzt jener Erhabene (Adv. / Part. Pass. / Nom.)
gaṅgayā girimūrdhani
von Gaṅgā, auf dem Berggipfel (Instr. Sg. / Lok. Sg.)
sa śailaḥ kāñcanaḥ sarvaḥ
jener Berg golden ganz (Nom. Sg.)
saṃbabhau kurusattama
erstrahlte, Bester der Kuru (Perf. 3.Sg. / Vok.)

vardhatā caiva garbheṇa pṛthivī tena rañjitā; ataś ca sarve saṃvṛttā girayaḥ kāñcanākarāḥ

Durch den wachsenden Keim wurde die Erde gefärbt; deshalb wurden alle Berge zu Fundstätten von Gold.

Wort für Wort
vardhatā caiva garbheṇa
durch den wachsenden Keim (Part. Präs. Instr. / Instr. Sg.)
pṛthivī tena rañjitā
die Erde dadurch gefärbt (Nom. Sg. / Instr. / Part. Pass.)
ataś ca sarve saṃvṛttā
und deshalb alle wurden (Adv. / Nom. Pl. / Part. Pass.)
girayaḥ kāñcanākarāḥ
Berge, Goldminen (Nom. Pl.)

kumāraś ca mahāvīryaḥ kārttikeya iti smṛtaḥ; gāṅgeyaḥ pūrvam abhavan mahāyogabalānvitaḥ

Und der Knabe, von großer Manneskraft, wurde Kārttikeya genannt; zuvor war er Gāṅgeya, ausgestattet mit der Kraft großer Yoga-Macht.

Wort für Wort
kumāraś ca mahāvīryaḥ
und der Knabe, sehr kraftvoll (Nom. Sg.)
kārttikeya iti smṛtaḥ
„Kārttikeya“, so genannt (Nom. / Part. Pass.)
gāṅgeyaḥ pūrvam abhavan
Gāṅgeya zuvor wurde er (Nom. / Adv. / Impf.)
mahāyogabalānvitaḥ
mit großer Yoga-Kraft versehen (Nom. Sg., Kompositum)

abhavan (Plural) neben singularischem Subjekt: vermutlich metrisch bedingte Form; als „wurde“ wiedergegeben.

sa devas tapasā caiva vīryeṇa ca samanvitaḥ; vavṛdhe 'tīva rājendra candravat priyadarśanaḥ

Jener Gott, mit Askese und Manneskraft ausgestattet, wuchs übermäßig heran, o Fürst der Könige, lieblich anzusehen wie der Mond.

Wort für Wort
sa devas tapasā caiva
jener Gott durch Askese (Nom. / Instr. Sg.)
vīryeṇa ca samanvitaḥ
und durch Manneskraft ausgestattet (Instr. Sg. / Part. Pass.)
vavṛdhe 'tīva rājendra
wuchs überaus, Fürst der Könige (Perf. 3.Sg. / Adv. / Vok.)
candravat priyadarśanaḥ
wie der Mond, lieblich anzusehen (Adv. / Nom. Sg.)

sa tasmin kāñcane divye śarastambe śriyā vṛtaḥ; stūyamānas tadā śete gandharvair munibhis tathā

Er, von Glanz umgeben, lag dann in jenem göttlichen goldenen Röhricht und wurde von Gandharven und ebenso von Weisen gepriesen.

Wort für Wort
sa tasmin kāñcane divye
er in jenem goldenen göttlichen (Nom. / Lok. Sg.)
śarastambe śriyā vṛtaḥ
Röhricht, von Glanz umgeben (Lok. Sg. / Instr. / Part. Pass.)
stūyamānas tadā śete
gepriesen werdend, damals lag er (Part. Präs. Pass. / Adv. / 3.Sg.)
gandharvair munibhis tathā
von Gandharven, von Weisen ebenso (Instr. Pl.)

tathainam anvanṛtyanta devakanyāḥ sahasraśaḥ; divyavāditranṛttajñāḥ stuvantyaś cārudarśanāḥ

Ebenso tanzten ihm Göttermädchen zu, zu Tausenden, kundig göttlicher Instrumentalmusik und des Tanzes, preisend und von lieblichem Anblick.

Wort für Wort
tathainam anvanṛtyanta
ebenso tanzten ihm nach/zu (Adv. / Akk. / Impf. 3.Pl. Med.)
devakanyāḥ sahasraśaḥ
Göttermädchen zu Tausenden (Nom. Pl. / Adv.)
divyavāditranṛttajñāḥ
göttliche Instrumente und Tanz kennend (Nom. Pl. f.)
stuvantyaś cārudarśanāḥ
preisend und lieblich anzusehen (Part. Präs. Nom. Pl. f. / Nom. Pl. f.)

anvāste ca nadī devaṃ gaṅgā vai saritāṃ varā; dadhāra pṛthivī cainaṃ bibhratī rūpam uttamam

Und der Fluss, Gaṅgā, wahrlich die Beste der Flüsse, wartete dem Gott auf; und die Erde trug ihn, indem sie eine höchste Gestalt annahm.

Wort für Wort
anvāste ca nadī devaṃ
und wartete auf, die Flussgöttin, den Gott (3.Sg. Präs. Med. / Nom. Sg. / Akk. Sg.)
gaṅgā vai saritāṃ varā
Gaṅgā wahrlich, die Beste der Flüsse (Nom. / Gen. Pl. / Nom. f.)
dadhāra pṛthivī cainam
trug, und die Erde ihn (Perf. 3.Sg. / Nom. / Akk. Sg.)
bibhratī rūpam uttamam
eine Gestalt tragend, die höchste (Part. Präs. f. / Akk. Sg.)

bibhratī rūpam uttamam: „eine höchste Gestalt tragend/annehmend“; Bezug etwas unsicher.

jātakarmādikās tasya kriyāś cakre bṛhaspatiḥ; vedaś cainaṃ caturmūrtir upatasthe kṛtāñjaliḥ

Bṛhaspati vollzog an ihm die Zeremonien, angefangen mit dem Geburtsritus; und der Veda, in vier Gestalten, trat mit gefalteten Händen zu ihm.

Wort für Wort
jātakarmādikās tasya
mit dem Geburtsritus beginnend, seine (Nom. Pl. f. / Gen. Sg.)
kriyāś cakre bṛhaspatiḥ
Riten vollzog Bṛhaspati (Nom. Pl. / Perf. 3.Sg. Med. / Nom.)
vedaś cainaṃ caturmūrtiḥ
und der Veda ihn, vierförmig (Nom. / Akk. / Nom. Sg.)
upatasthe kṛtāñjaliḥ
trat heran, mit gefalteten Händen (Perf. 3.Sg. Med. / Nom. Sg.)

dhanurvedaś catuṣpādaḥ śastragrāmaḥ sasaṃgrahaḥ; tatrainaṃ samupātiṣṭhat sākṣād vāṇī ca kevalā

Auch die Bogenkunde, die vierfüßige, mit der Gesamtheit der Waffen samt ihren Zusammenfassungen, trat dort zu ihm, und in eigener Person die Rede, ganz und ungeteilt.

Wort für Wort
dhanurvedaś catuṣpādaḥ
die Bogenkunde, vierfüßig (Nom. Sg.)
śastragrāmaḥ sasaṃgrahaḥ
die Waffengesamtheit samt ihren Zusammenfassungen (Nom. Sg.)
tatrainaṃ samupātiṣṭhat
dort ihn trat heran (Adv. / Akk. / Impf. 3.Sg.)
sākṣād vāṇī ca kevalā
leibhaftig und die Rede, ungeteilt (Adv. / Nom. Sg. f.)

vāṇī kevalā: „die Rede/Sarasvatī allein“ bzw. „unversehrt“; Deutung leicht offen.

sa dadarśa mahāvīryaṃ devadevam umāpatim; śailaputryā sahāsīnaṃ bhūtasaṃghaśatair vṛtam

Er erblickte den überaus kraftvollen Gott der Götter, den Gatten der Umā, der mit der Bergtochter zusammensaß, umgeben von Hunderten von Scharen der Wesen.

Wort für Wort
sa dadarśa mahāvīryam
er erblickte den sehr Kraftvollen (Perf. 3.Sg. / Akk. Sg.)
devadevam umāpatim
den Gott der Götter, den Gatten Umās (Akk. Sg.)
śailaputryā sahāsīnam
mit der Bergtochter zusammensitzend (Instr. Sg. / Part. Präs. Akk.)
bhūtasaṃghaśatair vṛtam
von Hunderten von Wesenscharen umgeben (Instr. Pl. / Part. Pass. Akk.)

nikāyā bhūtasaṃghānāṃ paramādbhutadarśanāḥ; vikṛtā vikṛtākārā vikṛtābharaṇadhvajāḥ

Die Gruppen der Wesensscharen waren von höchst wunderbarem Anblick, missgestaltet, von missgestalteter Erscheinung, mit missgestalteten Schmuckstücken und Bannern.

Wort für Wort
nikāyā bhūtasaṃghānāṃ
die Gruppen der Wesensscharen (Nom. Pl. / Gen. Pl.)
paramādbhutadarśanāḥ
höchst wunderbar anzusehen (Nom. Pl.)
vikṛtā vikṛtākārāḥ
missgestaltet, mit missgestalteter Form (Nom. Pl.)
vikṛtābharaṇadhvajāḥ
mit missgestalteten Schmuckstücken und Bannern (Nom. Pl.)

vyāghrasiṃharkṣavadanā biḍālamakarānanāḥ; vṛṣadaṃśamukhāś cānye gajoṣṭravadanās tathā

Manche hatten Gesichter von Tigern, Löwen und Bären, Gesichter von Katern und Krokodilen; andere hatten Katzenmäuler, wieder andere Elefanten- und Kamelgesichter.

Wort für Wort
vyāghrasiṃharkṣavadanāḥ
mit Gesichtern von Tiger, Löwe, Bär (Nom. Pl.)
biḍālamakarānanāḥ
mit Gesichtern von Kater und Krokodil (Nom. Pl.)
vṛṣadaṃśamukhāś cānye
und andere mit Katzenmäulern (Nom. Pl. / Nom. Pl.)
gajoṣṭravadanās tathā
mit Elefanten- und Kamelgesichtern ebenso (Nom. Pl.)

vṛṣadaṃśa: eigentlich Katze; wegen biḍāla möglicherweise anderes Tier [?].

ulūkavadanāḥ ke cid gṛdhragomāyudarśanāḥ; krauñcapārāvatanibhair vadanai rāṅkavair api

Manche hatten Eulengesichter, [andere] das Aussehen von Geiern und Schakalen, [wieder andere] Gesichter, die Kranichen und Tauben glichen, und auch solche vom Rāṅkava-Wild.

Wort für Wort
ulūkavadanāḥ ke cid
eulengesichtig, manche (Nom. Pl. / Pron.)
gṛdhragomāyudarśanāḥ
im Aussehen von Geiern und Schakalen (Nom. Pl.)
krauñcapārāvatanibhair
Kranichen und Tauben ähnlich (Instr. Pl.)
vadanai rāṅkavair api
mit Gesichtern, auch vom Rāṅkava-Wild (Instr. Pl.)

rāṅkava: vom Ranku-Antilopenwild, Deutung leicht unsicher [?].

śvāvicchalyakagodhānāṃ kharaiḍakagavāṃ tathā; sadṛśāni vapūṃṣy anye tatra tatra vyadhārayan

Andere trugen hier und dort Körper, die denen von Stachelschweinen, Igeln, Waranen, Eseln, Schafen und Rindern glichen.

Wort für Wort
śvāvicchalyakagodhānāṃ
der Stachelschweine, Igel, Warane (Gen.Pl., Kompositum)
kharaiḍakagavāṃ tathā
der Esel, Schafe und Rinder ebenso (Gen.Pl.)
sadṛśāni vapūṃṣy
ähnliche Körper (Akk.Pl.n.)
anye
andere (Nom.Pl.m.)
tatra tatra
hier und dort (Adv.)
vyadhārayan
trugen (3.Pl.Impf.)

śvāvit/śalyaka: Stachelschwein bzw. Igel; die Zuordnung ist nicht ganz sicher.

ke cic chailāmbudaprakhyāś cakrālātagadāyudhāḥ; ke cid añjanapuñjābhāḥ ke cic chvetācalaprabhāḥ

Einige glichen Bergen und Wolken, mit Diskus, Feuerbrand und Keule als Waffen; einige schimmerten wie Haufen von Augensalbe, einige glänzten wie weiße Berge.

Wort für Wort
ke cic chailāmbudaprakhyāś
einige, Bergen und Wolken gleichend (Nom.Pl.m., Kompositum)
cakrālātagadāyudhāḥ
mit Diskus, Feuerbrand und Keule als Waffen (Nom.Pl.m., Bahuvrīhi)
ke cid añjanapuñjābhāḥ
einige, glänzend wie Kollyrium-Haufen (Nom.Pl.m.)
ke cic chvetācalaprabhāḥ
einige, im Glanz weißer Berge (Nom.Pl.m.)

saptamātṛgaṇāś caiva samājagmur viśāṃ pate; sādhyā viśve 'tha maruto vasavaḥ pitaras tathā

Auch die Scharen der Sieben Mütter kamen zusammen, Herr der Menschen; die Sādhyas, die Viśvedevas, die Maruts, die Vasus und ebenso die Ahnen.

Wort für Wort
saptamātṛgaṇāś caiva
und die Scharen der Sieben Mütter (Nom.Pl.m.)
samājagmur
kamen zusammen (3.Pl.Perf.)
viśāṃ pate
Herr der Menschen (Vok.Sg.)
sādhyā viśve
die Sādhyas, die Viśvedevas (Nom.Pl.)
'tha maruto vasavaḥ
sodann die Maruts, die Vasus (Nom.Pl.)
pitaras tathā
ebenso die Ahnen (Nom.Pl.)

rudrādityās tathā siddhā bhujagā dānavāḥ khagāḥ; brahmā svayaṃbhūr bhagavān saputraḥ saha viṣṇunā

Die Rudras und Ādityas, ebenso die Siddhas, Schlangen, Dānavas und Vögel; Brahmā, der Selbstentstandene, der Erhabene, mit seinem Sohn und mit Viṣṇu.

Wort für Wort
rudrādityās tathā siddhā
die Rudras, Ādityas und ebenso Siddhas (Nom.Pl.)
bhujagā dānavāḥ khagāḥ
Schlangen, Dānavas, Vögel (Nom.Pl.)
brahmā svayaṃbhūr
Brahmā, der Selbstentstandene (Nom.Sg.)
bhagavān
der Erhabene (Nom.Sg.)
saputraḥ saha viṣṇunā
mit Sohn, zusammen mit Viṣṇu (Bahuvrīhi/Instr.Sg.)

śakras tathābhyayād draṣṭuṃ kumāravaram acyutam; nāradapramukhāś cāpi devagandharvasattamāḥ

Auch Śakra kam herbei, um den vorzüglichen Knaben, den Unerschütterten, zu sehen; ebenso die Besten unter Göttern und Gandharven, Nārada an der Spitze.

Wort für Wort
śakras tathābhyayād
Śakra kam ebenso herbei (Nom.Sg.; 3.Sg.Impf.)
draṣṭuṃ
zu sehen (Inf.)
kumāravaram acyutam
den vorzüglichen Knaben, den Unerschütterten (Akk.Sg.m.)
nāradapramukhāś cāpi
und auch die mit Nārada an der Spitze (Nom.Pl.m.)
devagandharvasattamāḥ
die Besten der Götter und Gandharven (Nom.Pl.m.)

devarṣayaś ca siddhāś ca bṛhaspatipurogamāḥ; ṛbhavo nāma varadā devānām api devatāḥ; te 'pi tatra samājagmur yāmā dhāmāś ca sarvaśaḥ

Götterseher und Siddhas, mit Bṛhaspati an der Spitze; die Ṛbhus genannten Gabenspender, die Gottheiten selbst der Götter; auch sie kamen dort zusammen, ebenso die Yāmas und Dhāmas, allesamt.

Wort für Wort
devarṣayaś ca siddhāś ca
und Götterseher und Siddhas (Nom.Pl.)
bṛhaspatipurogamāḥ
Bṛhaspati als Anführer habend (Nom.Pl.m.)
ṛbhavo nāma varadā
die Ṛbhus genannt, Gabenspender (Nom.Pl.)
devānām api devatāḥ
Gottheiten selbst der Götter (Gen.Pl./Nom.Pl.)
te 'pi tatra samājagmur
auch sie kamen dort zusammen (3.Pl.Perf.)
yāmā dhāmāś ca sarvaśaḥ
Yāmas und Dhāmas, allesamt (Nom.Pl.; Adv.)

sa tu bālo 'pi bhagavān mahāyogabalānvitaḥ; abhyājagāma deveśaṃ śūlahastaṃ pinākinam

Er aber, der Erhabene, obwohl noch ein Knabe, mit großer Yogakraft begabt, trat zum Herrn der Götter, dem Pinākin, der den Dreizack in der Hand hielt.

Wort für Wort
sa tu bālo 'pi bhagavān
er aber, obwohl Knabe, der Erhabene (Nom.Sg.)
mahāyogabalānvitaḥ
mit großer Yogakraft ausgestattet (Nom.Sg.m.)
abhyājagāma
trat heran (3.Sg.Perf.)
deveśaṃ
zum Herrn der Götter (Akk.Sg.)
śūlahastaṃ pinākinam
den Dreizack in der Hand, den Pinākin-Träger (Akk.Sg.m.)

tam āvrajantam ālakṣya śivasyāsīn manogatam; yugapac chailaputryāś ca gaṅgāyāḥ pāvakasya ca

Als Śiva ihn herankommen sah, kam ihm ein Gedanke; zugleich auch der Bergtochter, der Gaṅgā und dem Feuergott.

Wort für Wort
tam āvrajantam ālakṣya
ihn herankommen bemerkend (Akk.Sg.Part.Präs.; Abs.)
śivasyāsīn manogatam
bei Śiva entstand ein Gedanke (Gen.Sg.; 3.Sg.Impf.)
yugapac chailaputryāś ca
und zugleich der Bergtochter (Adv.; Gen.Sg.)
gaṅgāyāḥ pāvakasya ca
und der Gaṅgā und des Feuergottes (Gen.Sg.)

kiṃ nu pūrvam ayaṃ bālo gauravād abhyupaiṣyati; api mām iti sarveṣāṃ teṣām āsīn manogatam

„Wird dieser Knabe wohl aus Ehrfurcht zuerst zu [dem und dem] gehen? Etwa zu mir?“ So ging allen diesen der Gedanke durch den Sinn.

Wort für Wort
kiṃ nu pūrvam ayaṃ bālo
ob wohl zuerst dieser Knabe (Fragepartikel; Nom.Sg.)
gauravād
aus Ehrfurcht (Abl.Sg.)
abhyupaiṣyati
wird zu jemandem gehen (3.Sg.Fut.)
api mām iti
etwa zu mir? so [dachten sie] (Akk.Sg.; Zitatpartikel)
sarveṣāṃ teṣām āsīn manogatam
bei allen diesen war der Gedanke (Gen.Pl.; 3.Sg.Impf.)

Der Vers ist knapp: „zu wem zuerst?“ wird nur angedeutet; ergänzt ist die Frage, zu welchem der vier er gehen werde.

teṣām etam abhiprāyaṃ caturṇām upalakṣya saḥ; yugapad yogam āsthāya sasarja vividhās tanūḥ

Als er diese Absicht der vier bemerkt hatte, nahm er zugleich Yoga zu Hilfe und schuf vielfältige Gestalten.

Wort für Wort
teṣām etam abhiprāyaṃ
dieser ihrer Absicht (Gen.Pl.; Akk.Sg.)
caturṇām upalakṣya
der vier, bemerkend (Gen.Pl.; Abs.)
saḥ
er (Nom.Sg.)
yugapad yogam āsthāya
zugleich den Yoga anwendend (Adv.; Akk.Sg.; Abs.)
sasarja vividhās tanūḥ
schuf vielfältige Körper (3.Sg.Perf.; Akk.Pl.f.)

tato 'bhavac caturmūrtiḥ kṣaṇena bhagavān prabhuḥ; skandaḥ śākho viśākhaś ca naigameṣaś ca pṛṣṭhataḥ

Da wurde der Erhabene, der Herr, in einem Augenblick vierfach gestaltet: Skanda, Śākha, Viśākha und hinten Naigameṣa.

Wort für Wort
tato 'bhavac caturmūrtiḥ
da wurde er vierfach gestaltet (3.Sg.Impf.; Nom.Sg.m.)
kṣaṇena
in einem Augenblick (Instr.Sg.)
bhagavān prabhuḥ
der Erhabene, der Herr (Nom.Sg.)
skandaḥ śākho viśākhaś ca
Skanda, Śākha und Viśākha (Nom.Sg.)
naigameṣaś ca pṛṣṭhataḥ
und Naigameṣa, hinten (Nom.Sg.; Adv.)

evaṃ sa kṛtvā hy ātmānaṃ caturdhā bhagavān prabhuḥ; yato rudras tataḥ skando jagāmādbhutadarśanaḥ

Nachdem der erhabene Herr sich so in vier Teile geteilt hatte, ging Skanda von wunderbarem Anblick dorthin, wo Rudra war.

Wort für Wort
evaṃ sa kṛtvā hy ātmānaṃ
so, nachdem er sich selbst gemacht hatte (Abs.; Akk.Sg.)
caturdhā
in vier Teile (Adv.)
bhagavān prabhuḥ
der Erhabene, der Herr (Nom.Sg.)
yato rudras tataḥ skando
wo Rudra [war], dorthin Skanda (Adv.; Nom.Sg.)
jagāmādbhutadarśanaḥ
ging, von wunderbarem Anblick (3.Sg.Perf.; Nom.Sg.m.)

viśākhas tu yayau yena devī girivarātmajā; śākho yayau ca bhagavān vāyumūrtir vibhāvasum; naigameṣo 'gamad gaṅgāṃ kumāraḥ pāvakaprabhaḥ

Viśākha aber ging dorthin, wo die Göttin, die Tochter des besten der Berge, war; Śākha, der Erhabene, in Windgestalt, ging zu Vibhāvasu; Naigameṣa, der Kumāra, feuergleich an Glanz, ging zu Gaṅgā.

Wort für Wort
viśākhas tu yayau yena
Viśākha aber ging, wohin (Nom.Sg.; 3.Sg.Perf.; Adv.)
devī girivarātmajā
die Göttin, Tochter des besten der Berge (Nom.Sg.f.)
śākho yayau ca bhagavān
und Śākha ging, der Erhabene (Nom.Sg.)
vāyumūrtir vibhāvasum
in Windgestalt, zu Vibhāvasu [Agni] (Nom.Sg.; Akk.Sg.)
naigameṣo 'gamad gaṅgāṃ
Naigameṣa ging zu Gaṅgā (Nom.Sg.; 3.Sg.Aor.; Akk.Sg.)
kumāraḥ pāvakaprabhaḥ
der Knabe, feuerglänzend (Nom.Sg.m.)

sarve bhāsvaradehās te catvāraḥ samarūpiṇaḥ; tān samabhyayur avyagrās tad adbhutam ivābhavat

Alle hatten leuchtende Leiber, die vier waren gleichgestaltig; unbeirrt gingen sie auf sie zu, und das war wie ein Wunder.

Wort für Wort
sarve bhāsvaradehās te
alle, mit leuchtenden Leibern, sie (Nom.Pl.m.)
catvāraḥ samarūpiṇaḥ
die vier, gleichgestaltig (Nom.Pl.m.)
tān samabhyayur
zu ihnen gingen sie hin (Akk.Pl.; 3.Pl.Perf.)
avyagrās
unbeirrt (Nom.Pl.m.)
tad adbhutam ivābhavat
das wurde gleichsam ein Wunder (Nom.Sg.n.; 3.Sg.Impf.)

hāhākāro mahān āsīd devadānavarakṣasām; tad dṛṣṭvā mahad āścaryam adbhutaṃ romaharṣaṇam

Ein großes Wehgeschrei „Hā, hā!“ erhob sich unter Göttern, Dānavas und Rākṣasas, als sie dieses große, wunderbare, haarsträubende Wunder sahen.

Wort für Wort
hāhākāro mahān āsīd
ein großes Hāhā-Geschrei war (Nom.Sg.m.; 3.Sg.Impf.)
devadānavarakṣasām
unter Göttern, Dānavas und Rākṣasas (Gen.Pl.)
tad dṛṣṭvā
dies gesehen habend (Abs.)
mahad āścaryam
großes Wunder (Akk.Sg.n.)
adbhutaṃ romaharṣaṇam
wunderbar, haarsträubend (Akk.Sg.n.)

tato rudraś ca devī ca pāvakaś ca pitāmaham; gaṅgayā sahitāḥ sarve praṇipetur jagatpatim

Da warfen sich Rudra, die Göttin und Agni, alle zusammen mit Gaṅgā, vor dem Großvater, dem Herrn der Welt, nieder.

Wort für Wort
tato rudraś ca devī ca
da Rudra und die Göttin (Nom.Sg.)
pāvakaś ca pitāmaham
und Agni; den Großvater (Nom.Sg.; Akk.Sg.)
gaṅgayā sahitāḥ sarve
mit Gaṅgā vereint, alle (Instr.Sg.; Nom.Pl.)
praṇipetur
warfen sich nieder (3.Pl.Perf.)
jagatpatim
den Herrn der Welt (Akk.Sg.)

praṇipatya tatas te tu vidhivad rājapuṃgava; idam ūcur vaco rājan kārttikeyapriyepsayā

Nachdem sie sich vorschriftsgemäß niedergeworfen hatten, sprachen sie, Stier unter den Königen, dieses Wort, König, in dem Wunsch, Kārttikeya zu erfreuen.

Wort für Wort
praṇipatya tatas te tu
nachdem sie sich niedergeworfen hatten, dann sie (Abs.; Nom.Pl.)
vidhivad
vorschriftsgemäß (Adv.)
rājapuṃgava
Stier unter den Königen (Vok.Sg.)
idam ūcur vaco rājan
dieses Wort sprachen sie, König (Akk.Sg.n.; 3.Pl.Perf.; Vok.Sg.)
kārttikeyapriyepsayā
aus dem Wunsch, Kārttikeya zu erfreuen (Instr.Sg.f.)

asya bālasya bhagavann ādhipatyaṃ yathepsitam; asmatpriyārthaṃ deveśa sadṛśaṃ dātum arhasi

„Erhabener, Herr der Götter, dir steht es zu, diesem Knaben die gewünschte, angemessene Herrschaft zu geben, uns zu Gefallen.“

Wort für Wort
asya bālasya bhagavann
diesem Knaben, Erhabener (Gen.Sg.; Vok.Sg.)
ādhipatyaṃ yathepsitam
Herrschaft, wie gewünscht (Akk.Sg.n.; Adv.)
asmatpriyārthaṃ
zu unserem Gefallen (Adv.)
deveśa sadṛśaṃ
Herr der Götter, angemessen (Vok.Sg.; Akk.Sg.n.)
dātum arhasi
zu geben vermagst du, geziemt dir (Inf.; 2.Sg.Präs.)

tataḥ sa bhagavān dhīmān sarvalokapitāmahaḥ; manasā cintayām āsa kim ayaṃ labhatām iti

Da überlegte der erhabene, weise Großvater aller Welten in seinem Sinn: „Was soll dieser bekommen?“

Wort für Wort
tataḥ sa bhagavān dhīmān
da jener Erhabene, der Weise (Nom.Sg.)
sarvalokapitāmahaḥ
Großvater aller Welten (Nom.Sg.m.)
manasā cintayām āsa
überlegte im Geist (Instr.Sg.; 3.Sg.Perf.periphr.)
kim ayaṃ labhatām iti
„was soll dieser erhalten?“ (Akk.Sg.; 3.Sg.Imp.Med.)

aiśvaryāṇi hi sarvāṇi devagandharvarakṣasām; bhūtayakṣavihaṃgānāṃ pannagānāṃ ca sarvaśaḥ

Denn alle Herrschaftsgewalten über Götter, Gandharven und Rākṣasas, über Geister, Yakṣas, Vögel und Schlangen, allseits.

Wort für Wort
aiśvaryāṇi hi sarvāṇi
denn alle Herrschaften (Nom.Pl.n.)
devagandharvarakṣasām
über Götter, Gandharven, Rākṣasas (Gen.Pl.)
bhūtayakṣavihaṃgānāṃ
über Geister, Yakṣas, Vögel (Gen.Pl.)
pannagānāṃ ca sarvaśaḥ
und über Schlangen, allseits (Gen.Pl.; Adv.)

Der Satz ist unvollständig; das Prädikat folgt in Vers 47.

pūrvam evādideśāsau nikāyeṣu mahātmanām; samarthaṃ ca tam aiśvarye mahāmatir amanyata

Diese hatte er selbst früher schon den Scharen der Hochgesinnten zugeteilt; und ihn hielt der Hochweise für fähig zur Herrschaft.

Wort für Wort
pūrvam evādideśāsau
schon früher wies dieser zu (Adv.; 3.Sg.Perf.; Nom.Sg.)
nikāyeṣu mahātmanām
den Scharen der Hochgesinnten (Lok.Pl.; Gen.Pl.)
samarthaṃ ca tam
und ihn als fähig (Akk.Sg.m.)
aiśvarye
zur Herrschaft (Lok.Sg.)
mahāmatir amanyata
der Hochweise hielt [ihn] dafür (Nom.Sg.; 3.Sg.Impf.Med.)

tato muhūrtaṃ sa dhyātvā devānāṃ śreyasi sthitaḥ; senāpatyaṃ dadau tasmai sarvabhūteṣu bhārata

Da dachte er einen Augenblick nach, und im Bemühen um das Wohl der Götter gab er ihm die Heerführerschaft über alle Wesen, Bhārata.

Wort für Wort
tato muhūrtaṃ sa dhyātvā
da, einen Augenblick lang, jener, nachdem er nachgedacht (Adv.; Abs.)
devānāṃ śreyasi sthitaḥ
im Wohl der Götter stehend (Gen.Pl.; Lok.Sg.; Part.)
senāpatyaṃ dadau tasmai
die Heerführerschaft gab er ihm (Akk.Sg.n.; 3.Sg.Perf.; Dat.Sg.)
sarvabhūteṣu bhārata
über alle Wesen, Bhārata (Lok.Pl.; Vok.Sg.)

sarvadevanikāyānāṃ ye rājānaḥ pariśrutāḥ; tān sarvān vyādideśāsmai sarvabhūtapitāmahaḥ

Alle Könige der Göttergruppen, die berühmt sind, wies der Großvater aller Wesen ihm zu.

Wort für Wort
sarvadevanikāyānāṃ
aller Göttergruppen (Gen.Pl.)
ye rājānaḥ pariśrutāḥ
die Könige, die berühmt sind (Nom.Pl.)
tān sarvān
diese alle (Akk.Pl.)
vyādideśāsmai
wies zu, ihm (3.Sg.Perf.; Dat.Sg.)
sarvabhūtapitāmahaḥ
der Großvater aller Wesen (Nom.Sg.)

tataḥ kumāram ādāya devā brahmapurogamāḥ; abhiṣekārtham ājagmuḥ śailendraṃ sahitās tataḥ

Da nahmen die Götter, mit Brahmā an der Spitze, den Kumāra mit und kamen vereint zum Herrn der Berge, zur Salbung.

Wort für Wort
tataḥ kumāram ādāya
da den Knaben mitnehmend (Akk.Sg.; Abs.)
devā brahmapurogamāḥ
die Götter, Brahmā voran (Nom.Pl.)
abhiṣekārtham ājagmuḥ
kamen zur Salbung (Adv.; 3.Pl.Perf.)
śailendraṃ sahitās tataḥ
zum Herrn der Berge, vereint, dann (Akk.Sg.; Nom.Pl.)

śailendra vermutlich der Himavat; der Vers ist mit 51 syntaktisch verbunden (Ziele von ājagmuḥ).

puṇyāṃ haimavatīṃ devīṃ saricchreṣṭhāṃ sarasvatīm; samantapañcake yā vai triṣu lokeṣu viśrutā

[Sie kamen] zur heiligen, himālayischen Göttin, der besten der Flüsse, der Sarasvatī, die im Samantapañcaka in den drei Welten berühmt ist.

Wort für Wort
puṇyāṃ haimavatīṃ devīṃ
zur heiligen, himālayischen Göttin (Akk.Sg.f.)
saricchreṣṭhāṃ sarasvatīm
der besten der Flüsse, Sarasvatī (Akk.Sg.f.)
samantapañcake
im Samantapañcaka (Lok.Sg.)
yā vai triṣu lokeṣu viśrutā
die ja in den drei Welten berühmt ist (Nom.Sg.f.)

haimavatī [?]: Sarasvatī als „vom Himavat kommend“ ist ungewöhnlich; Text möglicherweise gestört.

tatra tīre sarasvatyāḥ puṇye sarvaguṇānvite; niṣedur devagandharvāḥ sarve saṃpūrṇamānasāḥ

Dort am heiligen, mit allen Vorzügen ausgestatteten Ufer der Sarasvatī ließen sich die Götter und Gandharven nieder, alle im Herzen erfüllt.

Wort für Wort
tatra tīre sarasvatyāḥ
dort am Ufer der Sarasvatī (Adv.; Lok.Sg.; Gen.Sg.)
puṇye sarvaguṇānvite
am heiligen, mit allen Vorzügen versehenen (Lok.Sg.n.)
niṣedur devagandharvāḥ
setzten sich, Götter und Gandharven (3.Pl.Perf.; Nom.Pl.)
sarve saṃpūrṇamānasāḥ
alle, im Herzen erfüllt (Nom.Pl.m.)

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