Sañjaya sprach: Als Śalya gefallen war, o König, zogen die Gefolgsleute des Madra-Königs aus dem großen Heer hervor, siebenhundert tapfere Wagenkrieger.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Sañjaya sprach (saṃjaya - vac)
śalye tu nihate rājan madrarājapadānugāḥ
als Śalya erschlagen war, o König, die Gefolgsleute des Madra-Königs (śalya - han - rājan - madrarāja-pada-anuga)
rathāḥ saptaśatā vīrā niryayur mahato balāt
siebenhundert Wagenkrieger, Helden, zogen aus dem großen Heer hervor (ratha - saptaśata - vīra - niryā - mahat - bala)
duryodhanas tu dviradam āruhyācalasaṃnibham chatreṇa dhriyamāṇena vījyamānaś ca cāmaraiḥ na gantavyaṃ na gantavyam iti madrān avārayat
Duryodhana aber, der einen bergähnlichen Elefanten bestiegen hatte, während ein Schirm über ihm gehalten und er mit Yak-Schweifwedeln gefächelt wurde, hielt die Madras zurück: „Geht nicht, geht nicht!“
Wort für Wort
duryodhanas tu dviradam āruhyācalasaṃnibham
Duryodhana aber, der einen bergähnlichen Elefanten bestiegen hatte (duryodhana - dvirada - āruh - acalasaṃnibha)
chatreṇa dhriyamāṇena vījyamānaś ca cāmaraiḥ
während ein Schirm über ihm gehalten und er mit Yak-Schweifwedeln gefächelt wurde (chatra - dhṛ - vīj - cāmara)
na gantavyaṃ na gantavyam iti madrān avārayat
hielt er die Madras zurück: 'Geht nicht, geht nicht!' (na - gantavya - iti - madra - vāray)
śrutvā tu nihataṃ śalyaṃ dharmaputraṃ ca pīḍitam madrarājapriye yuktair madrakāṇāṃ mahārathaiḥ
Als er aber hörte, dass Śalya gefallen und der Sohn des Dharma von den großen Wagenkriegern der Madrakas bedrängt war, die dem Wunsch des Madra-Königs ergeben waren,
Wort für Wort
śrutvā tu nihataṃ śalyaṃ dharmaputraṃ ca pīḍitam
als er hörte, dass Śalya erschlagen und der Sohn des Dharma bedrängt war (śru - han - śalya - dharmaputra - pīḍ)
madrarājapriye yuktair madrakāṇāṃ mahārathaiḥ
durch die großen Wagenkrieger der Madrakas, die dem Wunsch des Madra-Königs ergeben waren (madrarājapriya - yukta - madraka - mahāratha)
Die Syntax ist stark verdichtet; 'madrarājapriye yuktaiḥ' wurde als 'dem Anliegen/Wunsch des Madra-Königs ergeben' interpretiert.
bahavaś cukruśus tatra kva sa rājā yudhiṣṭhiraḥ bhrātaro vāsya te śūrā dṛśyante neha ke cana
Viele riefen dort aus, wo denn dieser König Yudhiṣṭhira sei, und dass seine tapferen Brüder hier nirgends zu sehen seien.
Wort für Wort
bahavaś cukruśus tatra kva sa rājā yudhiṣṭhiraḥ
viele riefen dort aus, wo dieser König Yudhiṣṭhira sei (bahu - kruś - tatra - kva - rājan - yudhiṣṭhira)
bhrātaro vāsya te śūrā dṛśyante neha ke cana
und dass seine tapferen Brüder hier nirgends zu sehen seien (bhrātṛ - asya - śūra - dṛś - na - iha - kecana)
Der Ausruf der Krieger ist indirekt wiedergegeben; da weder ein iti-Marker noch eine formale Redeeinleitung vorliegt, wird er hier – anders als vergleichbare Passagen mit 'itīva' – nicht als wörtliches Zitat gesetzt.
‚Vereint wollen wir kämpfen‘ – so lautete das Abkommen, das geschlossen wurde. Warum also duldest du, o Herrscher, dass allein die Feinde die Unsrigen niedermähen?“
Wort für Wort
sahitair nāma yoddhavyam ity eṣa samayaḥ kṛtaḥ
'vereint wollen wir kämpfen' – so lautete das geschlossene Abkommen (sahita - yudh - iti - samaya - kṛ)
atha kasmāt parān eva ghnato marṣayase nṛpa
warum duldest du dann, o Herrscher, dass die Feinde allein [uns] erschlagen (atha - kasmāt - para - han - marṣay - nṛpa)
Die genaue syntaktische Beziehung von 'ghnataḥ' zu 'parān' ist im Sanskrit komprimiert und leicht mehrdeutig; sinngemäß übersetzt als Vorwurf, die Feinde ungehindert töten zu lassen.
duryodhana uvāca vāryamāṇā mayā pūrvaṃ naite cakrur vaco mama ete hi nihatāḥ sarve praskannāḥ pāṇḍuvāhinīm
Duryodhana sprach: „Von mir zuvor zurückgehalten, folgten sie doch nicht meinem Wort. Sie alle wurden erschlagen, als sie in das Heer der Pāṇḍus eindrangen.“
Wort für Wort
duryodhana uvāca
Duryodhana sprach (duryodhana - vac)
vāryamāṇā mayā pūrvaṃ naite cakrur vaco mama
'von mir zuvor zurückgehalten, folgten sie doch nicht meinem Wort' (vāray - mad - pūrvam - na - kṛ - vacas - mad)
ete hi nihatāḥ sarve praskannāḥ pāṇḍuvāhinīm
'sie alle wurden erschlagen, als sie in das Heer der Pāṇḍus eindrangen' (etad - han - sarva - praskand - pāṇḍuvāhinī)
Śakuni sprach: „Du selbst, von mir zuvor zurückgehalten, hast mein Wort nicht befolgt! Die Helden befolgen im Kampf, von Zorn ergriffen, nicht den Befehl ihres Herrn; es ziemt sich nicht, ihnen deswegen zu zürnen, und dies ist auch nicht der rechte Zeitpunkt, sie im Stich zu lassen.
Wort für Wort
śakunir uvāca
Śakuni sprach (śakuni - vac)
vāryamāṇo (sic) mayā pūrvaṃ na kṛtaṃ vacanaṃ tvayā
'(so im Text) du selbst, von mir zuvor zurückgehalten, hast mein Wort nicht befolgt' (vāray - sic - mad - pūrvam - na - kṛ - vacana - tvad)
na bhartuḥ śāsanaṃ vīrā raṇe kurvanty amarṣitāḥ
'die Helden befolgen im Kampf, von Zorn ergriffen, nicht den Befehl ihres Herrn' (na - bhartṛ - śāsana - vīra - raṇa - kṛ - amarṣita)
alaṃ kroddhuṃ tathaiteṣāṃ nāyaṃ kāla upekṣitum
'es ziemt sich nicht, ihnen zu zürnen, und dies ist nicht die Zeit, sie im Stich zu lassen' (alam - krudh - tathā - etad - na - ayam - kāla - upekṣ)
Die Apparatuszeile *0100_01 enthält die Herausgeber-Markierung '(sic)' im transliterierten Text selbst, die hier wörtlich mitübernommen wurde; die genaue grammatische Konstruktion ('vāryamāṇaḥ ... vacanaṃ tvayā na kṛtam') ist auffällig und wird sinngemäß als ironische Umkehrung von Duryodhanas vorigem Vorwurf verstanden.
Die Pāṇḍavas aber, als sie im Kampf die Gefolgsleute des Madra-Königs erblickten – vor den Augen deiner Söhne, ohne jede Verwirrung von seiten der Söhne des Pāṇḍu –, griffen sie, in geschlossener Formation die mittlere Abteilung einnehmend, vereint an.
Wort für Wort
pāṇḍavās tu raṇe dṛṣṭvā madrarājapadānugān
die Pāṇḍavas aber, als sie im Kampf die Gefolgsleute des Madra-Königs erblickten (pāṇḍava - raṇa - dṛś - madrarāja-pada-anuga)
paśyatāṃ tava putrāṇāṃ pāṇḍuputrair asaṃbhramam
vor den Augen deiner Söhne, ohne Verwirrung von seiten der Pāṇḍu-Söhne (paśyat - tvad - putra - pāṇḍuputra - asaṃbhrama)
sahitān abhyavartanta gulmam āsthāya madhyamam
griffen sie vereint an, die mittlere Abteilung in geschlossener Formation einnehmend (sahita - abhivṛt - gulma - āsthā - madhyama)
Die Apparatuszeile *0101_01 wurde wörtlich eingefügt; sie betont, dass die Söhne des Pāṇḍu angesichts der zuschauenden Kaurava-Prinzen keine Verwirrung zeigten.
bhagnacakrān rathān ke cid avahaṃs turagā raṇe rathārdhaṃ ke cid ādāya diśo daśa vibabhramuḥ tatra tatra ca dṛśyante yoktraiḥ śliṣṭāḥ sma vājinaḥ
Manche Pferde zogen im Kampf Wagen mit zerbrochenen Rädern, manche liefen, die Hälfte eines Wagens mitschleifend, in alle zehn Richtungen umher, und hier und dort waren Rosse zu sehen, noch an den Zuggurten hängend.
Wort für Wort
bhagnacakrān rathān ke cid avahaṃs turagā raṇe
manche Pferde zogen im Kampf Wagen mit zerbrochenen Rädern (bhagnacakra - ratha - kecit - vah - turaga - raṇa)
rathārdhaṃ ke cid ādāya diśo daśa vibabhramuḥ
manche liefen, die Hälfte eines Wagens mitschleifend, in alle zehn Richtungen umher (rathārdha - kecit - ādā - diś - daśan - vibhram)
tatra tatra ca dṛśyante yoktraiḥ śliṣṭāḥ sma vājinaḥ
und hier und dort waren Rosse zu sehen, noch an den Zuggurten hängend (tatra tatra - dṛś - yoktra - śliṣṭa - vājin)
tato hatam abhiprekṣya madrarājabalaṃ mahat madrarājaṃ ca samare dṛṣṭvā śūraṃ nipātitam duryodhanabalaṃ sarvaṃ punar āsīt parāṅmukham
Als sie dann das große Heer des Madra-Königs erschlagen sahen und den tapferen Madra-König selbst im Kampf gefällt erblickten, wandte sich Duryodhanas gesamtes Heer wiederum zur Flucht.
Wort für Wort
tato hatam abhiprekṣya madrarājabalaṃ mahat
als sie dann das große Heer des Madra-Königs erschlagen sahen (tatas - hata - abhiprekṣ - madrarājabala - mahat)
madrarājaṃ ca samare dṛṣṭvā śūraṃ nipātitam
und den tapferen Madra-König im Kampf gefällt erblickten (madrarāja - samara - dṛś - śūra - nipātita)
duryodhanabalaṃ sarvaṃ punar āsīt parāṅmukham
wandte sich Duryodhanas gesamtes Heer wiederum zur Flucht (duryodhanabala - sarva - punar - as - parāṅmukha)
Von den siegesgewissen Pāṇḍavas niedergemetzelt, o Großkönig, zerstreute es sich, verwirrt und erschreckt von den standhaften Bogenschützen, in alle Richtungen.
Wort für Wort
vadhyamānaṃ mahārāja pāṇḍavair jitakāśibhiḥ
von den siegesgewissen Pāṇḍavas niedergemetzelt, o Großkönig (vadh - mahārāja - pāṇḍava - jitakāśin)
zerstreute es sich, verwirrt und erschreckt von den standhaften Bogenschützen, in alle Richtungen (diś - bhaj - atha - saṃbhrānta - trāsita - dṛḍhadhanvin)