Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Śalyaparva

Kapitel 22: aśvārohayuddhaṃ śakuniparājayaś ca Der Reiterkampf um Śakuni und das gegenseitige Gemetzel

Nach den Wagenkämpfen um Yudhiṣṭhira und schrecklichen Vorzeichen greift Śakuni mit seiner Reiterei das Pāṇḍava-Heer im Rücken an; Sahadeva und die Draupadī-Söhne werden gegen ihn geschickt, und es folgt ein ungeregeltes, blutiges Gemetzel.

saṃjaya uvāca; vartamāne tathā yuddhe ghorarūpe bhayānake; abhajyata balaṃ tatra tava putrasya pāṇḍavaiḥ

Saṃjaya sprach: Während der Kampf so weiterging, schrecklich anzusehen und furchtbar, wurde dort das Heer deines Sohnes von den Pāṇḍavas gebrochen.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Perf. 3.Sg.)
vartamāne tathā yuddhe
während der Kampf so fortdauerte (Lok. abs.)
ghorarūpe bhayānake
von furchtbarer Gestalt, schrecklich (Lok.)
abhajyata balaṃ tatra
wurde gebrochen das Heer dort (Impf. Pass. 3.Sg./Nom.)
tava putrasya pāṇḍavaiḥ
deines Sohnes von den Pāṇḍavas (Gen./Instr. Pl.)

tāṃs tu yatnena mahatā saṃnivārya mahārathān; putras te yodhayām āsa pāṇḍavānām anīkinīm

Doch dein Sohn hielt jene Großwagenkämpfer mit großer Anstrengung zurück und ließ das Heer der Pāṇḍavas bekämpfen.

Wort für Wort
tāṃs tu yatnena mahatā
jene aber mit großer Anstrengung (Akk. Pl./Instr.)
saṃnivārya mahārathān
zurückhaltend die Großwagenkämpfer (Abs./Akk. Pl.)
putras te
dein Sohn (Nom.)
yodhayām āsa
ließ kämpfen (Periphr. Perf. Kaus.)
pāṇḍavānām anīkinīm
die Heeresmacht der Pāṇḍavas (Gen. Pl./Akk.)

nivṛttāḥ sahasā yodhās tava putrapriyaiṣiṇaḥ; saṃnivṛtteṣu teṣv evaṃ yuddham āsīt sudāruṇam

Die Krieger, die das Wohl deines Sohnes wünschten, kehrten plötzlich um; und als sie so umgekehrt waren, entstand ein überaus grausiger Kampf.

Wort für Wort
nivṛttāḥ sahasā yodhāḥ
kehrten plötzlich um, die Krieger (Part. Pass. Nom. Pl.)
tava putrapriyaiṣiṇaḥ
die deinem Sohn Liebes (Gutes) wünschen (Nom. Pl.)
saṃnivṛtteṣu teṣu evam
als jene so umgekehrt waren (Lok. abs.)
yuddham āsīt sudāruṇam
es war ein Kampf, sehr grausig (Impf. 3.Sg./Nom.)

tāvakānāṃ pareṣāṃ ca devāsuraraṇopamam; pareṣāṃ tava sainye ca nāsīt kaś cit parāṅmukhaḥ

Er glich dem Kampf der Götter und Asuras, zwischen den Deinen und den Gegnern; und weder bei den Gegnern noch in deinem Heer gab es irgendeinen, der sich abgewandt hätte.

Wort für Wort
tāvakānāṃ pareṣāṃ ca
der Deinen und der Feinde (Gen. Pl.)
devāsuraraṇopamam
dem Götter-Asura-Kampf gleich (Kompositum/Nom. n.)
pareṣāṃ tava sainye ca
bei den Feinden und in deinem Heer (Gen. Pl./Lok.)
na āsīt kaś cit parāṅmukhaḥ
es gab keinen abgewandten (Impf. 3.Sg./Nom.)

Der Halbvers ‚pareṣāṃ tava sainye ca‘ ist syntaktisch knapp; sinngemäß wiedergegeben.

anumānena yudhyante saṃjñābhiś ca parasparam; teṣāṃ kṣayo mahān āsīd yudhyatām itaretaram

Sie kämpften nach Vermutung und nach Erkennungszeichen gegeneinander; groß war der Untergang derer, die einander bekämpften.

Wort für Wort
anumānena yudhyante
nach Vermutung/Schätzung kämpfen sie (Instr./Präs. Med. 3.Pl.)
saṃjñābhiś ca parasparam
und nach Erkennungszeichen gegeneinander (Instr. Pl./Adv.)
teṣāṃ kṣayo mahān āsīt
ihr Untergang war groß (Gen. Pl./Nom./Impf.)
yudhyatām itaretaram
der einander Bekämpfenden (Part. Gen. Pl./Adv.)

tato yudhiṣṭhiro rājā krodhena mahatā yutaḥ; jigīṣamāṇaḥ saṃgrāme dhārtarāṣṭrān sarājakān

Da war König Yudhiṣṭhira von großem Zorn erfüllt und wollte im Kampf die Dhārtarāṣṭras samt ihren Königen besiegen.

Wort für Wort
tato yudhiṣṭhiro rājā
da König Yudhiṣṭhira (Nom.)
krodhena mahatā yutaḥ
mit großem Zorn verbunden (Instr./Part.)
jigīṣamāṇaḥ saṃgrāme
siegen wollend im Kampf (Part. Desid. Med./Lok.)
dhārtarāṣṭrān sarājakān
die Dhārtarāṣṭras samt Königen (Akk. Pl.)

tribhiḥ śāradvataṃ viddhvā rukmapuṅkhaiḥ śilāśitaiḥ; caturbhir nijaghānāśvān kalyāṇān kṛtavarmaṇaḥ

Er durchbohrte Śāradvata mit drei goldbefiederten, auf dem Stein geschärften Pfeilen und erschlug mit vier die edlen Rosse des Kṛtavarman.

Wort für Wort
tribhiḥ śāradvataṃ viddhvā
mit dreien Śāradvata durchbohrend (Instr./Akk./Abs.)
rukmapuṅkhaiḥ śilāśitaiḥ
mit goldenen Federschäften, steingeschärft (Instr. Pl.)
caturbhir nijaghāna
mit vieren erschlug er (Instr./Perf. 3.Sg.)
aśvān kalyāṇān kṛtavarmaṇaḥ
die schönen Rosse des Kṛtavarman (Akk. Pl./Gen.)

aśvatthāmā tu hārdikyam apovāha yaśasvinam; atha śāradvato 'ṣṭābhiḥ pratyavidhyad yudhiṣṭhiram

Aśvatthāman aber trug den ruhmreichen Hārdikya [Kṛtavarman] hinweg; darauf durchbohrte Śāradvata Yudhiṣṭhira mit acht [Pfeilen].

Wort für Wort
aśvatthāmā tu
Aśvatthāman aber (Nom.)
hārdikyam apovāha yaśasvinam
trug den Hārdikya fort, den Ruhmreichen (Perf. 3.Sg./Akk.)
atha śāradvato
darauf Śāradvata (Nom.)
aṣṭābhiḥ pratyavidhyat
mit acht durchbohrte zurück (Instr./Impf. 3.Sg.)
yudhiṣṭhiram
Yudhiṣṭhira (Akk.)

tato duryodhano rājā rathān saptaśatān raṇe; preṣayad yatra rājāsau dharmaputro yudhiṣṭhiraḥ

Dann schickte König Duryodhana siebenhundert Wagen im Kampf dorthin, wo jener König, der Dharma-Sohn Yudhiṣṭhira, war.

Wort für Wort
tato duryodhano rājā
da König Duryodhana (Nom.)
rathān saptaśatān raṇe
siebenhundert Wagen im Kampf (Akk. Pl./Lok.)
preṣayat yatra
schickte, dorthin wo (Impf. Kaus. 3.Sg.)
rājā asau dharmaputro
jener König, der Sohn des Dharma (Nom.)
yudhiṣṭhiraḥ
Yudhiṣṭhira (Nom.)

te rathā rathibhir yuktā manomārutaraṃhasaḥ; abhyadravanta saṃgrāme kaunteyasya rathaṃ prati

Diese Wagen, mit Wagenkämpfern bespannt und bemannt, so schnell wie Gedanke und Wind, stürmten im Kampf auf den Wagen des Kuntī-Sohnes zu.

Wort für Wort
te rathā rathibhir yuktāḥ
jene Wagen, mit Wagenkämpfern versehen (Nom. Pl./Instr.)
manomārutaraṃhasaḥ
schnell wie Geist und Wind (Kompositum, Nom. Pl.)
abhyadravanta saṃgrāme
rannten an im Kampf (Impf. 3.Pl./Lok.)
kaunteyasya rathaṃ prati
auf den Wagen des Kaunteya zu (Gen./Akk./Präp.)

te samantān mahārāja parivārya yudhiṣṭhiram; adṛśyaṃ sāyakaiś cakrur meghā iva divākaram

Sie umzingelten Yudhiṣṭhira von allen Seiten, großer König, und machten ihn mit ihren Pfeilen unsichtbar, wie Wolken die Sonne.

Wort für Wort
te samantān mahārāja
sie ringsum, großer König (Adv./Vok.)
parivārya yudhiṣṭhiram
Yudhiṣṭhira umringend (Abs./Akk.)
adṛśyaṃ sāyakaiś cakruḥ
unsichtbar machten sie mit Pfeilen (Perf. 3.Pl./Instr.)
meghā iva divākaram
wie Wolken die Sonne (Nom. Pl./Akk.)

te dṛṣṭvā dharmarājānaṃ kauravais taṃ tathākṛtam

Als sie den Dharma-König von den Kauravas so zugerichtet sahen ...

Wort für Wort
te dṛṣṭvā
sie, gesehen habend (Abs.)
dharmarājānaṃ
den Dharma-König (Akk.)
kauravais taṃ tathākṛtam
von den Kauravas ihn so zugerichtet (Instr. Pl./Akk./Part.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers (*0121); der Satz bleibt unvollendet, sein Verb steht im folgenden Vers (ājagmuḥ).

nāmṛṣyanta susaṃrabdhāḥ śikhaṇḍipramukhā rathāḥ; rathair agryajavair yuktaiḥ kiṅkiṇījālasaṃvṛtaiḥ; ājagmur abhirakṣantaḥ kuntīputraṃ yudhiṣṭhiram

Unduldsam und ergrimmt kamen die Wagenkämpfer unter Führung des Śikhaṇḍin auf Wagen mit erlesen schnellen [Rossen], mit Netzen von Glöckchen behangen, heran und schützten den Kuntī-Sohn Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
nāmṛṣyanta susaṃrabdhāḥ
duldeten es nicht, sehr erregt (Impf. 3.Pl./Nom. Pl.)
śikhaṇḍipramukhā rathāḥ
die Wagenkämpfer mit Śikhaṇḍin an der Spitze (Nom. Pl.)
rathair agryajavair yuktaiḥ
auf Wagen mit vorzüglich schnellen [Gespannen] (Instr. Pl.)
kiṅkiṇījālasaṃvṛtaiḥ
mit Glöckchennetzen bedeckt (Instr. Pl.)
ājagmur abhirakṣantaḥ
kamen heran, schützend (Perf. 3.Pl./Part.)
kuntīputraṃ yudhiṣṭhiram
den Kuntī-Sohn Yudhiṣṭhira (Akk.)

tataḥ pravavṛte raudraḥ saṃgrāmaḥ śoṇitodakaḥ

Da entbrannte ein schrecklicher Kampf, dessen Wasser Blut war,

Wort für Wort
tataḥ pravavṛte
da begann/entbrannte (Perf. Med. 3.Sg.)
raudraḥ saṃgrāmaḥ
schrecklicher Kampf (Nom.)
śoṇitodakaḥ
blutwässrig (Bahuvrīhi, Nom.)

**** **** devāsuraraṇopamam; tathānyat sumahac caiva

[Lücke] [Lücke] dem Kampf der Götter und Asuras gleich; und noch ein anderer, sehr großer ...

Wort für Wort
**** ****
[Lücke im Text]
devāsuraraṇopamam
dem Götter-Asura-Kampf gleich (Akk./Nom. n.)
tathā anyat
und ein anderer (Adv./Nom. n.)
sumahat ca eva
sehr groß und (Nom. n./Part.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (*0122) mit Textlücke; Sinn fragmentarisch, Bezug unklar.

pāṇḍavānāṃ kurūṇāṃ ca yamarāṣṭravivardhanaḥ

der Kampf der Pāṇḍavas und der Kurus, der das Reich Yamas mehrt.

Wort für Wort
pāṇḍavānāṃ kurūṇāṃ ca
der Pāṇḍavas und der Kurus (Gen. Pl.)
yamarāṣṭravivardhanaḥ
das Reich des Yama mehrend (Kompositum, Nom.)

rathān saptaśatān hatvā kurūṇām ātatāyinām; pāṇḍavāḥ saha pāñcālaiḥ punar evābhyavārayan

Nachdem sie siebenhundert Wagen der Kurus, die zum Angriff gerüstet waren, erschlagen hatten, umringten die Pāṇḍavas mit den Pāñcālas [sie] wieder.

Wort für Wort
rathān saptaśatān hatvā
siebenhundert Wagen erschlagend (Akk. Pl./Abs.)
kurūṇām ātatāyinām
der Kurus, der Angreifer (Gen. Pl.)
pāṇḍavāḥ saha pāñcālaiḥ
die Pāṇḍavas mit den Pāñcālas (Nom./Präp./Instr.)
punar eva abhyavārayan
abermals umringten sie (Adv./Impf. Kaus. 3.Pl.)

Objekt von abhyavārayan nicht ausdrücklich genannt; ergänzt.

tatra yuddhaṃ mahac cāsīt tava putrasya pāṇḍavaiḥ; na ca nas tādṛśaṃ dṛṣṭaṃ naiva cāpi pariśrutam

Dort war ein großer Kampf deines Sohnes mit den Pāṇḍavas; einen solchen haben wir weder gesehen noch je gehört.

Wort für Wort
tatra yuddhaṃ mahat ca āsīt
dort war ein großer Kampf (Nom. n./Impf.)
tava putrasya pāṇḍavaiḥ
deines Sohnes mit den Pāṇḍavas (Gen./Instr.)
na ca naḥ tādṛśaṃ dṛṣṭam
und nicht wurde von uns ein solcher gesehen (Gen./Instr. Pl./Part. Pass.)
na eva ca api pariśrutam
noch auch gehört (Part. Pass.)

vartamāne tathā yuddhe nirmaryāde samantataḥ; vadhyamāneṣu yodheṣu tāvakeṣv itareṣu ca

Als der Kampf so ohne Maß und Schranken ringsum weiterging und die Krieger, die Deinen wie die anderen, erschlagen wurden,

Wort für Wort
vartamāne tathā yuddhe
als der Kampf so fortdauerte (Lok. abs.)
nirmaryāde samantataḥ
ohne Schranke, ringsum (Lok./Adv.)
vadhyamāneṣu yodheṣu
als die Krieger erschlagen wurden (Lok. abs. Part. Pass.)
tāvakeṣu itareṣu ca
die Deinen und die anderen (Lok. Pl.)

ninadatsu ca yodheṣu śaṅkhavaryaiś ca pūritaiḥ

als die Krieger brüllten und die besten Muschelhörner geblasen wurden,

Wort für Wort
ninadatsu ca yodheṣu
und als die Krieger brüllten (Lok. abs. Part.)
śaṅkhavaryaiḥ
mit den besten Muscheln (Instr. Pl.)
ca pūritaiḥ
und gefüllt (=geblasen) (Part. Pass. Instr.)

Konstruktion des zweiten Halbverses locker (Instr. statt Lok.); sinngemäß wiedergegeben.

jyāghoṣair yodhamukhyānāṃ talaghoṣaiḥ samaṃtataḥ

unter dem Sirren der Bogensehnen der vornehmsten Krieger und dem Klatschen [ihrer Hände] ringsum,

Wort für Wort
jyāghoṣair
mit dem Bogensehnenklang (Instr. Pl.)
yodhamukhyānāṃ
der Hauptkrieger (Gen. Pl.)
talaghoṣaiḥ
mit dem Klatschen der Handflächen (Instr. Pl.)
samaṃtataḥ
ringsum (Adv.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers (*0123); ‚talaghoṣa‘ als Handflächenklatschen gedeutet.

utkṛṣṭaiḥ siṃhanādaiś ca garjitena ca dhanvinām

unter erhobenen Löwengebrüllen und dem Gebrüll der Bogenschützen,

Wort für Wort
utkṛṣṭaiḥ siṃhanādaiḥ
mit ausgestoßenen Löwenrufen (Instr. Pl.)
ca garjitena
und mit dem Gebrüll (Instr.)
dhanvinām
der Bogenschützen (Gen. Pl.)

atipravṛddhe yuddhe ca chidyamāneṣu marmasu; dhāvamāneṣu yodheṣu jayagṛddhiṣu māriṣa

als der Kampf übermäßig angewachsen war, die Lebensadern zerschnitten wurden und die nach Sieg gierigen Krieger hin und her liefen, Herr,

Wort für Wort
atipravṛddhe yuddhe ca
und als der Kampf übermäßig gewachsen war (Lok. abs.)
chidyamāneṣu marmasu
als die Lebensstellen zerschnitten wurden (Lok. abs. Pass.)
dhāvamāneṣu yodheṣu
als die Krieger rannten (Lok. abs. Part.)
jayagṛddhiṣu māriṣa
nach Sieg begierig, Verehrter (Lok. Pl./Vok.)

saṃhāre sarvato jāte pṛthivyāṃ śokasaṃbhave; bahvīnām uttamastrīṇāṃ sīmantoddharaṇe tathā

als überall Vernichtung entstand, auf Erden Ursprung von Kummer, und als vielen edlen Frauen der Scheitel [der Haarstreifen] ausgerissen wurde [d. h. sie Witwen wurden],

Wort für Wort
saṃhāre sarvataḥ jāte
als überall Vernichtung entstanden war (Lok. abs.)
pṛthivyāṃ śokasaṃbhave
auf der Erde, Ursprung von Kummer (Lok./Lok. Bahuvrīhi)
bahvīnām uttamastrīṇām
vieler vorzüglicher Frauen (Gen. Pl.)
sīmantoddharaṇe tathā
beim Entfernen des Scheitelstrichs ebenso (Lok.)

Das ‚Herausnehmen des Scheitels‘ (sīmantoddharaṇa) als Bild für Witwenschaft ist Deutung.

nirmaryāde tathā yuddhe vartamāne sudāruṇe; prādurāsan vināśāya tadotpātāḥ sudāruṇāḥ; cacāla śabdaṃ kurvāṇā saparvatavanā mahī

und als der Kampf so ohne Maß und höchst grausig weiterging, erschienen zum Verderben grausige Vorzeichen; die Erde mit ihren Bergen und Wäldern bebte und gab dabei Lärm von sich.

Wort für Wort
nirmaryāde tathā yuddhe
als der Kampf so schrankenlos war (Lok. abs.)
vartamāne sudāruṇe
fortdauernd, sehr grausig (Lok.)
prādurāsan vināśāya
erschienen zum Verderben (Impf. 3.Pl./Dat.)
tadā utpātāḥ sudāruṇāḥ
da sehr grausige Vorzeichen (Nom. Pl.)
cacāla śabdaṃ kurvāṇā
bebte, Getöse machend (Perf. 3.Sg./Part. Med.)
saparvatavanā mahī
die Erde samt Bergen und Wäldern (Nom.)

sadaṇḍāḥ solmukā rājañ śīryamāṇāḥ samantataḥ; ulkāḥ petur divo bhūmāv āhatya ravimaṇḍalam

Mit Schäften [Stielen] und mit Feuerbränden, o König, zerstiebend nach allen Seiten, fielen Meteore vom Himmel auf die Erde, nachdem sie die Sonnenscheibe getroffen hatten.

Wort für Wort
sadaṇḍāḥ solmukā rājan
mit Stäben, mit Feuerbränden, König (Nom. Pl./Vok.)
śīryamāṇāḥ samantataḥ
zerfallend ringsum (Part. Pass. Nom. Pl.)
ulkāḥ petuḥ divaḥ bhūmau
Meteore fielen vom Himmel auf die Erde (Nom. Pl./Perf./Abl./Lok.)
āhatya ravimaṇḍalam
die Sonnenscheibe getroffen habend (Abs./Akk.)

viṣvagvātāḥ prādurāsan nīcaiḥ śarkaravarṣiṇaḥ; aśrūṇi mumucur nāgā vepathuś cāspṛśad bhṛśam

Allseits erhoben sich Winde, die von unten her Kies regnen ließen; die Elefanten vergossen Tränen, und ein heftiges Zittern ergriff [sie].

Wort für Wort
viṣvagvātāḥ prādurāsan
allseitige Winde erschienen (Nom. Pl./Impf.)
nīcaiḥ śarkaravarṣiṇaḥ
niedrig, Kies regnend (Adv./Nom. Pl.)
aśrūṇi mumucur nāgāḥ
Tränen ließen die Elefanten fließen (Akk. Pl./Perf./Nom. Pl.)
vepathuḥ ca aspṛśat bhṛśam
und Zittern ergriff heftig (Nom./Impf. 3.Sg./Adv.)

Objekt von aspṛśat (‚sie‘) ergänzt; alternativ ‚vepathu‘ als Wurzelnomen zu lesen.

etān ghorān anādṛtya samutpātān sudāruṇān; punar yuddhāya saṃmantrya kṣatriyās tasthur avyathāḥ; ramaṇīye kurukṣetre puṇye svargaṃ yiyāsavaḥ

Diese furchtbaren, überaus grausigen Vorzeichen beachteten sie nicht; erneut zum Kampf beratschlagend, standen die Kṣatriyas unerschrocken im lieblichen, heiligen Kurukṣetra, in dem Wunsch, in den Himmel zu gelangen.

Wort für Wort
etān ghorān anādṛtya
diese schrecklichen [Vorzeichen] nicht beachtend (Akk. Pl./Abs.)
samutpātān sudāruṇān
Vorzeichen, sehr grausige (Akk. Pl.)
punar yuddhāya saṃmantrya
wieder zum Kampf beratend (Adv./Dat./Abs.)
kṣatriyās tasthur avyathāḥ
die Kṣatriyas standen unerschüttert (Nom. Pl./Perf. 3.Pl.)
ramaṇīye kurukṣetre puṇye
im lieblichen Kurukṣetra, dem heiligen (Lok.)
svargaṃ yiyāsavaḥ
in den Himmel gehen wollend (Desid.-Adj. Nom. Pl.)

tato gāndhārarājasya putraḥ śakunir abravīt

Da sprach Śakuni, der Sohn des Gandhārakönigs:

Wort für Wort
tato
da (Adv.)
gāndhārarājasya putraḥ
der Sohn des Gandhāra-Königs (Gen./Nom.)
śakunir abravīt
Śakuni sprach (Nom./Impf. 3.Sg.)

śakuniḥ paramayā śaktyā pāṇḍavaṃ balam ādravat

Śakuni stürmte mit höchster Kraft auf das Heer der Pāṇḍava los.

Wort für Wort
śakuniḥ
Śakuni (Nom.)
paramayā śaktyā
mit höchster Kraft (Instr.)
pāṇḍavaṃ balam
das pāṇḍavische Heer (Akk.)
ādravat
stürmte an (Impf. 3.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers (*0124).

yudhyadhvam agrato yāvat pṛṣṭhato hanmi pāṇḍavān

Kämpft vorn, solange ich im Rücken die Pāṇḍavas erschlage!

Wort für Wort
yudhyadhvam agrataḥ
kämpft vorn (Imp. Med. 2.Pl./Adv.)
yāvat pṛṣṭhataḥ
solange im Rücken (Konj./Adv.)
hanmi pāṇḍavān
ich erschlage die Pāṇḍavas (Präs. 1.Sg./Akk. Pl.)

te yāvat pṛṣṭhato hanti pāṇḍavān raṇadurmadān

[Solange] sie im Rücken die im Kampf hochmütigen Pāṇḍavas erschlagen ...

Wort für Wort
te yāvat
sie, solange (Nom. Pl./Konj.)
pṛṣṭhataḥ hanti
im Rücken erschlagen sie (Adv./Präs. 3.Sg.)
pāṇḍavān raṇadurmadān
die Pāṇḍavas, kampftrunkenen (Akk. Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers (*0125); grammatisch unstimmig (te Pl. – hanti Sg.) und unvollständig; sinngemäß wiedergegeben [?].

tato naḥ saṃprayātānāṃ madrayodhās tarasvinaḥ; hṛṣṭāḥ kilakilāśabdam akurvantāpare tathā

Als wir dann vorrückten, stießen die ungestümen Madra-Krieger freudig ein Kilakila-Geschrei aus, und die anderen ebenso.

Wort für Wort
tato naḥ saṃprayātānām
da als wir vorgerückt waren (Gen. Pl. der Part., poss. Gen. naḥ)
madrayodhās tarasvinaḥ
die Madra-Krieger, ungestüm (Nom. Pl.)
hṛṣṭāḥ kilakilāśabdam
erfreut, das Kilakila-Geräusch (Nom. Pl./Akk.)
akurvanta apare tathā
machten, die anderen ebenso (Impf. Med. 3.Pl./Nom.)

asmāṃs tu punar āsādya labdhalakṣā durāsadāḥ; śarāsanāni dhunvantaḥ śaravarṣair avākiran

Uns aber wieder erreichend, unangreifbar, mit gewonnenem Ziel, ihre Bogen schüttelnd, überschütteten sie [uns] mit Pfeilregen.

Wort für Wort
asmān tu punar āsādya
uns aber wieder erreicht habend (Akk./Adv./Abs.)
labdhalakṣā durāsadāḥ
die das Ziel gefunden, schwer zu bezwingen (Nom. Pl.)
śarāsanāni dhunvantaḥ
die Bogen schwingend (Akk. Pl./Part.)
śaravarṣair avākiran
mit Pfeilregen überschütteten sie (Instr. Pl./Impf. 3.Pl.)

Subjekt (Feinde, wohl die Pāṇḍava-Seite/Madra-Krieger) nicht ausdrücklich genannt.

tato hataṃ parais tatra madrarājabalaṃ tadā; duryodhanabalaṃ dṛṣṭvā punar āsīt parāṅmukham

Dann wurde dort das Heer des Madra-Königs von den Feinden erschlagen; als es das Heer Duryodhanas sah, wandte es [dieses] sich wieder ab.

Wort für Wort
tato hataṃ parair tatra
da geschlagen von den Feinden dort (Part. Pass./Instr. Pl.)
madrarājabalaṃ tadā
das Heer des Madra-Königs damals (Nom.)
duryodhanabalaṃ dṛṣṭvā
das Heer Duryodhanas gesehen habend (Akk./Abs.)
punar āsīt parāṅmukham
wieder war abgewandt (Adv./Impf./Nom. n.)

Bezug von ‚dṛṣṭvā‘ und ‚parāṅmukham‘ (welches Heer wendet sich ab) nicht eindeutig [?].

gāndhārarājas tu punar vākyam āha tato balī; nivartadhvam adharmajñā yudhyadhvaṃ kiṃ sṛtena vaḥ

Der Gāndhāra-König aber, der Starke, sprach darauf abermals das Wort: „Kehrt um, ihr, die ihr das Dharma nicht kennt! Kämpft! Was nützt euch das Davonlaufen?“

Wort für Wort
gāndhārarājas tu punar
der Gāndhāra-König aber wiederum (Nom.Sg.)
vākyam āha tato balī
sprach das Wort darauf, der Starke (Akk.Sg./Perf.3.Sg./Nom.Sg.)
nivartadhvam adharmajñā
kehrt um, ihr Dharma-Unkundigen (Imp.2.Pl./Vok.Pl.)
yudhyadhvaṃ
kämpft (Imp.2.Pl.)
kiṃ sṛtena vaḥ
was [nützt] euch das Davonlaufen (Nom.Sg.n./Instr.Sg./Dat.-Gen.Pl.)

suranārīratisukhaṃ vimardam evam anyathā; utpāṭitaṃ dvāram etac chrīmat tridaśasadmanaḥ; evam uktvā jagāmāśu śakunis tāṃ punaḥ punaḥ; lakṣadhvajaṃ vasiṣṭhaṃ ca manonilajavaṃ mahat

[Die] Lust des Liebesgenusses mit Götterfrauen, [und] das Zermalmen [im Kampf] auf andere Weise [?]; aufgerissen ist dieses glänzende Tor des Wohnsitzes der Dreißig [Götter]. Nachdem er so gesprochen hatte, ging Śakuni rasch, sie [?] immer wieder [anspornend?]; [zu] Lakṣadhvaja, Vasiṣṭha [?] und dem großen [Heer?], dessen Schnelligkeit der von Geist und Wind gleicht [?].

Wort für Wort
suranārīratisukhaṃ
Lust und Wonne des Liebesgenusses mit Götterfrauen (Nom./Akk.Sg.n., Kompositum)
vimardam evam anyathā
das Zermalmen, so, auf andere Weise (Akk.Sg./Adv./Adv.) [?]
utpāṭitaṃ dvāram etac chrīmat
aufgerissen [ist] dieses glänzende Tor (Part.Pass./Nom.Sg.n./Nom.Sg.n.)
tridaśasadmanaḥ
des Wohnsitzes der Dreißig [Götter] (Gen.Sg.)
evam uktvā jagāmāśu śakuniḥ
so gesagt habend, ging rasch Śakuni (Abs./Perf.3.Sg./Adv./Nom.Sg.)
tāṃ punaḥ punaḥ
sie, immer wieder (Akk.Sg.f./Adv.) [?]
lakṣadhvajaṃ vasiṣṭhaṃ ca
Lakṣadhvaja und Vasiṣṭha (Akk.Sg.) [?]
manonilajavaṃ mahat
geistes- und windschnell, groß (Akk.Sg.n., Bahuvrīhi) [?]

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Sternpassage, Text offenkundig verderbt und syntaktisch unklar; Wiedergabe nur tastend.

anīkaṃ daśasāhasram aśvānāṃ bharatarṣabha; āsīd gāndhārarājasya vimalaprāsayodhinām

Ein Heer von zehntausend Rossen, o Stier der Bharata, war beim Gāndhāra-König, [bestehend] aus Kämpfern mit makellosen Lanzen.

Wort für Wort
anīkaṃ daśasāhasram
ein Heer von zehntausend (Nom.Sg.n./Kompositum)
aśvānāṃ bharatarṣabha
von Rossen, o Stier der Bharata (Gen.Pl./Vok.Sg.)
āsīd gāndhārarājasya
war beim Gāndhāra-König (Impf.3.Sg./Gen.Sg.)
vimalaprāsayodhinām
von Kämpfern mit makellosen Lanzen (Gen.Pl.)

balena tena vikramya vartamāne janakṣaye; pṛṣṭhataḥ pāṇḍavānīkam abhyaghnan niśitaiḥ śaraiḥ

Mit diesem Heer tapfer vorstürmend, während das Volk hingemordet wurde, schlugen sie von hinten das Heer der Pāṇḍavas mit scharfen Pfeilen.

Wort für Wort
balena tena vikramya
mit jenem Heer, vorstürmend (Instr.Sg./Instr.Sg./Abs.)
vartamāne janakṣaye
während die Menschenvernichtung im Gang war (Lok.abs.)
pṛṣṭhataḥ pāṇḍavānīkam
von hinten das Pāṇḍava-Heer (Adv./Akk.Sg.n.)
abhyaghnan niśitaiḥ śaraiḥ
schlugen sie mit scharfen Pfeilen (Impf.3.Pl./Instr.Pl.)

tad abhram iva vātena kṣipyamāṇaṃ samantataḥ; abhajyata mahārāja pāṇḍūnāṃ sumahad balam

Wie eine Wolke, vom Wind ringsum zerstreut, wurde, o Großkönig, das sehr große Heer der Pāṇḍu-Söhne zerbrochen.

Wort für Wort
tad abhram iva vātena
wie eine Wolke vom Wind (Nom.Sg.n./Instr.Sg.)
kṣipyamāṇaṃ samantataḥ
zerstreut werdend, ringsum (Part.Pass.Präs./Adv.)
abhajyata mahārāja
wurde zerbrochen, o Großkönig (Impf.Pass.3.Sg./Vok.Sg.)
pāṇḍūnāṃ sumahad balam
das sehr große Heer der Pāṇḍu-Söhne (Gen.Pl./Nom.Sg.n.)

tato yudhiṣṭhiraḥ prekṣya bhagnaṃ svabalam antikāt; abhyacodayad avyagraḥ sahadevaṃ mahābalam

Da sah Yudhiṣṭhira sein Heer aus nächster Nähe zerbrochen und trieb gefasst den starken Sahadeva an.

Wort für Wort
tato yudhiṣṭhiraḥ prekṣya
da Yudhiṣṭhira, erblickend (Nom.Sg./Abs.)
bhagnaṃ svabalam antikāt
das eigene Heer zerbrochen, aus der Nähe (Akk.Sg.n./Abl.Sg.)
abhyacodayad avyagraḥ
trieb an, unverwirrt (Impf.Kaus.3.Sg./Nom.Sg.)
sahadevaṃ mahābalam
Sahadeva, den Großstarken (Akk.Sg.)

asau subalaputro no jaghanaṃ pīḍya daṃśitaḥ; senāṃ nisūdayanty eṣa paśya pāṇḍava durmatim

„Dieser Sohn des Subala, gepanzert, bedrängt uns im Rücken und vernichtet das Heer; sieh, Pāṇḍava, den Böswilligen!“

Wort für Wort
asau subalaputro no
dieser Sohn des Subala, uns (Nom.Sg./Kompositum/Akk.Pl.)
jaghanaṃ pīḍya daṃśitaḥ
die Nachhut bedrängend, gepanzert (Akk.Sg.n./Abs./Nom.Sg.)
senāṃ nisūdayanty eṣa
das Heer vernichtet dieser (Akk.Sg./Präs.3.Sg. Kaus., Nom.Sg.)
paśya pāṇḍava durmatim
sieh, Pāṇḍava, den Böswilligen (Imp.2.Sg./Vok.Sg./Akk.Sg.)

gaccha tvaṃ draupadeyāś ca śakuniṃ saubalaṃ jahi; rathānīkam ahaṃ rakṣye pāñcālasahito 'nagha

„Geh du, samt den Draupadī-Söhnen, und erschlage Śakuni, den Saubala; ich werde das Wagenheer schützen, zusammen mit den Pāñcālas, du Makelloser.“

Wort für Wort
gaccha tvaṃ draupadeyāś ca
geh du und die Draupadī-Söhne (Imp.2.Sg./Nom.Sg./Nom.Pl.)
śakuniṃ saubalaṃ jahi
Śakuni, den Saubala, erschlage (Akk.Sg./Akk.Sg./Imp.2.Sg.)
rathānīkam ahaṃ rakṣye
das Wagenheer werde ich schützen (Akk.Sg.n./Nom./Fut.1.Sg.)
pāñcālasahito 'nagha
in Begleitung der Pāñcālas, Makelloser (Nom.Sg./Vok.Sg.)

gacchantu kuñjarāḥ sarve vājinaś ca saha tvayā; pādātāś ca trisāhasrāḥ śakuniṃ saubalaṃ jahi

„Alle Elefanten und Rosse sollen mit dir gehen, und dreitausend Fußsoldaten; erschlage Śakuni, den Saubala.“

Wort für Wort
gacchantu kuñjarāḥ sarve
gehen sollen alle Elefanten (Imp.3.Pl./Nom.Pl.)
vājinaś ca saha tvayā
und die Rosse, mit dir (Nom.Pl./Präp./Instr.Sg.)
pādātāś ca trisāhasrāḥ
und Fußsoldaten, dreitausend (Nom.Pl.)
śakuniṃ saubalaṃ jahi
Śakuni, den Saubala, erschlage (Akk./Akk./Imp.2.Sg.)

kiranto yatra caivāsmān pariśiṣṭo mahāmate; mamānudhyānamahimā bhaviṣyati na saṃśayaḥ; na ca śāsanakartānyas tvattas tiṣṭhati kaś cana; yad ājñāpayasīty evam avadat prītimānasaḥ

„Wo sie uns überschütten [?], da bleibt [noch etwas] übrig, o Hochsinniger [?]; die Größe meines Sinnens wird [wirken], ohne Zweifel. Und keiner, der deinen Befehl ausführte, bleibt außer dir [übrig]: ‚Was du befiehlst‘ – so sprach er frohen Sinnes.“

Wort für Wort
kiranto yatra caivāsmān
überschüttend, wo, und uns (Part.Präs./Rel.Adv./Akk.Pl.) [?]
pariśiṣṭo mahāmate
übrig geblieben, o Hochsinniger (Part.Pass./Vok.Sg.) [?]
mamānudhyānamahimā
die Größe meines Gedenkens/Sinnens (Nom.Sg.m., Kompositum)
bhaviṣyati na saṃśayaḥ
wird sein, kein Zweifel (Fut.3.Sg./Nom.Sg.)
na ca śāsanakartānyas
und nicht ein anderer Befehlsausführer (Nom.Sg.)
tvattas tiṣṭhati kaś cana
außer dir bleibt irgendeiner (Abl./Präs.3.Sg./Nom.)
yad ājñāpayasīty evam avadat
was du befiehlst, so sprach er (Präs.2.Sg./Impf.3.Sg.)
prītimānasaḥ
frohen Sinnes (Nom.Sg.m.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Sternpassage, stark verderbt; Sinn unsicher, Sprecherwechsel unklar (der letzte Pāda scheint Sahadevas Antwort zu berichten).

tato gajāḥ saptaśatāś cāpapāṇibhir āsthitāḥ; pañca cāśvasahasrāṇi sahadevaś ca vīryavān

Da [zogen aus] siebenhundert Elefanten, von Bogenträgern bestiegen, und fünftausend Rosse und der heldenhafte Sahadeva.

Wort für Wort
tato gajāḥ saptaśatāś
da Elefanten, siebenhundert (Nom.Pl.)
cāpapāṇibhir āsthitāḥ
von Bogenträgern bestiegen (Instr.Pl./Part.Pass.Nom.Pl.)
pañca cāśvasahasrāṇi
und fünf Tausend Rosse (Nom.Pl.n.)
sahadevaś ca vīryavān
und Sahadeva, der Heldenhafte (Nom.Sg.)

Das Prädikat steht erst in der folgenden Einheit (abhyadravan).

pādātāś ca trisāhasrā draupadeyāś ca sarvaśaḥ; raṇe hy abhyadravaṃs te tu śakuniṃ yuddhadurmadam

Und dreitausend Fußsoldaten sowie alle Draupadī-Söhne: Diese stürmten im Kampf auf Śakuni los, der vor Kampfrausch tobte.

Wort für Wort
pādātāś ca trisāhasrā
und Fußsoldaten, dreitausend (Nom.Pl.)
draupadeyāś ca sarvaśaḥ
und die Draupadī-Söhne allesamt (Nom.Pl./Adv.)
raṇe hy abhyadravaṃs te tu
im Kampf stürmten sie ja los, diese aber (Lok.Sg./Impf.3.Pl./Nom.Pl.)
śakuniṃ yuddhadurmadam
auf Śakuni, den kampftollen (Akk.Sg.)

tatas tu saubalo rājann abhyatikramya pāṇḍavān; jaghāna pṛṣṭhataḥ senāṃ jayagṛdhraḥ pratāpavān

Da aber, o König, drang Saubala an den Pāṇḍavas vorbei und erschlug von hinten das Heer, siegesgierig und glutvoll.

Wort für Wort
tatas tu saubalo rājann
darauf aber Saubala, o König (Nom.Sg./Vok.Sg.)
abhyatikramya pāṇḍavān
vorbeigezogen an den Pāṇḍavas (Abs./Akk.Pl.)
jaghāna pṛṣṭhataḥ senāṃ
erschlug von hinten das Heer (Perf.3.Sg./Adv./Akk.Sg.)
jayagṛdhraḥ pratāpavān
siegesgierig, glutvoll (Nom.Sg.)

aśvārohās tu saṃrabdhāḥ pāṇḍavānāṃ tarasvinām; prāviśan saubalānīkam abhyatikramya tān rathān

Die Reiter der ungestümen Pāṇḍavas aber, in Erregung, drangen in das Heer des Saubala ein, an jenen Wagenkämpfern vorüberziehend.

Wort für Wort
aśvārohās tu saṃrabdhāḥ
die Reiter aber, erregt (Nom.Pl.)
pāṇḍavānāṃ tarasvinām
der ungestümen Pāṇḍavas (Gen.Pl.)
prāviśan saubalānīkam
drangen ein in das Saubala-Heer (Impf.3.Pl./Akk.Sg.n.)
abhyatikramya tān rathān
an jenen Wagen vorbeigezogen (Abs./Akk.Pl.)

te tatra sādinaḥ śūrāḥ saubalasya mahad balam; gajamadhye 'vatiṣṭhantaḥ śaravarṣair avākiran

Jene tapferen Reiter, die inmitten der Elefanten standen, überschütteten dort das große Heer des Saubala mit Pfeilregen.

Wort für Wort
te tatra sādinaḥ śūrāḥ
diese dort, die Reiter, die Helden (Nom.Pl.)
saubalasya mahad balam
des Saubala großes Heer (Gen.Sg./Akk.Sg.n.)
gajamadhye 'vatiṣṭhantaḥ
inmitten der Elefanten stehend (Lok.Sg./Part.Präs.Nom.Pl.)
śaravarṣair avākiran
mit Pfeilregen überschütteten sie (Instr.Pl./Impf.3.Pl.)

tad udyatagadāprāsam akāpuruṣasevitam; prāvartata mahad yuddhaṃ rājan durmantrite tava

Da entstand ein großer Kampf – mit erhobenen Keulen und Lanzen, von keinen Feiglingen bestritten –, o König, [als Folge] deines schlechten Ratschlags.

Wort für Wort
tad udyatagadāprāsam
jener, mit erhobenen Keulen und Lanzen (Nom.Sg.n., Bahuvrīhi)
akāpuruṣasevitam
von Nicht-Feiglingen besucht/geübt (Nom.Sg.n.)
prāvartata mahad yuddhaṃ
entstand ein großer Kampf (Impf.3.Sg./Nom.Sg.n.)
rājan durmantrite tava
o König, bei deinem schlechten Rat (Vok.Sg./Lok.Sg.n./Gen.Sg.)

upāramanta jyāśabdāḥ prekṣakā rathino 'bhavan; na hi sveṣāṃ pareṣāṃ vā viśeṣaḥ pratyadṛśyata

Die Bogensehnenlaute ließen nach, die Wagenkrieger wurden zu Zuschauern; denn zwischen Eigenen und Fremden war kein Unterschied mehr zu erkennen.

Wort für Wort
upāramanta jyāśabdāḥ
hörten auf die Bogensehnengeräusche (Impf.3.Pl./Nom.Pl.)
prekṣakā rathino 'bhavan
Zuschauer wurden die Wagenkämpfer (Nom.Pl./Nom.Pl./Impf.3.Pl.)
na hi sveṣāṃ pareṣāṃ vā
denn nicht von Eigenen oder Fremden (Gen.Pl./Gen.Pl.)
viśeṣaḥ pratyadṛśyata
ein Unterschied war zu sehen (Nom.Sg./Impf.Pass.3.Sg.)

śūrabāhuvisṛṣṭānāṃ śaktīnāṃ bharatarṣabha; jyotiṣām iva saṃpātam apaśyan kurupāṇḍavāḥ

Kuru und Pāṇḍavas sahen, o Stier der Bharata, die von den Armen der Helden geschleuderten Speere [herabfallen] wie den Sturz von Gestirnen.

Wort für Wort
śūrabāhuvisṛṣṭānāṃ
von Heldenarmen geschleudert (Gen.Pl.f.)
śaktīnāṃ bharatarṣabha
der Wurfspeere, o Stier der Bharata (Gen.Pl./Vok.Sg.)
jyotiṣām iva saṃpātam
wie den Sturz von Gestirnen (Gen.Pl./Akk.Sg.)
apaśyan kurupāṇḍavāḥ
sahen die Kuru und Pāṇḍavas (Impf.3.Pl./Nom.Pl.)

ṛṣṭibhir vimalābhiś ca tatra tatra viśāṃ pate; saṃpatantībhir ākāśam āvṛtaṃ bahv aśobhata

Von glänzenden Ṛṣṭi-Schwertern, die hier und dort zum Himmel aufflogen, war [der Luftraum], o Herr der Leute, bedeckt und erstrahlte sehr.

Wort für Wort
ṛṣṭibhir vimalābhiś ca
und von glänzenden Ṛṣṭi-Schwertern (Instr.Pl.)
tatra tatra viśāṃ pate
hier und dort, o Herr der Leute (Adv./Vok.Sg.)
saṃpatantībhir ākāśam
von auffliegenden, zum Himmel (Part.Präs.Instr.Pl.f./Akk.Sg.)
āvṛtaṃ bahv aśobhata
bedeckt, sehr strahlte es (Part.Pass./Adv./Impf.3.Sg.)

Der Satz ist knapp; ākāśam ist als Akkusativ des Ziels („zum Himmel“) gefasst, das Subjekt ergänzt.

prāsānāṃ patatāṃ rājan rūpam āsīt samantataḥ; śalabhānām ivākāśe tadā bharatasattama

Der Anblick der herabfallenden Lanzen war ringsum, o König, wie der von Heuschrecken am Himmel, damals, o Bester der Bharata.

Wort für Wort
prāsānāṃ patatāṃ rājan
der herabfallenden Lanzen, o König (Gen.Pl./Vok.Sg.)
rūpam āsīt samantataḥ
das Aussehen war ringsum (Nom.Sg.n./Impf.3.Sg./Adv.)
śalabhānām ivākāśe
wie von Heuschrecken am Himmel (Gen.Pl./Lok.Sg.)
tadā bharatasattama
damals, o Bester der Bharata (Adv./Vok.Sg.)

rudhirokṣitasarvāṅgā vipraviddhair niyantṛbhiḥ; hayāḥ paripatanti sma śataśo 'tha sahasraśaḥ

Am ganzen Leib blutbenetzt, ihre Lenker weggeschleudert, stürzten Rosse zu Hunderten und Tausenden nieder.

Wort für Wort
rudhirokṣitasarvāṅgā
am ganzen Körper blutbespritzt (Nom.Pl.m., Bahuvrīhi)
vipraviddhair niyantṛbhiḥ
bei fortgeschleuderten Lenkern (Instr.Pl., abs.)
hayāḥ paripatanti sma
die Rosse stürzten nieder (Nom.Pl./Präs.3.Pl. + sma)
śataśo 'tha sahasraśaḥ
zu Hunderten und zu Tausenden (Adv.)

anyonyaparipiṣṭāś ca samāsādya parasparam; avikṣatāḥ sma dṛśyante vamanto rudhiraṃ mukhaiḥ

Gegenseitig zerquetscht, aufeinandergestoßen, sah man sie, unverwundet, Blut aus den Mäulern erbrechend.

Wort für Wort
anyonyaparipiṣṭāś ca
und einander zerdrückt (Nom.Pl.m.)
samāsādya parasparam
aufeinandergeraten, gegenseitig (Abs./Adv.)
avikṣatāḥ sma dṛśyante
unverwundet wurden sie gesehen (Nom.Pl./Präs.Pass.3.Pl.)
vamanto rudhiraṃ mukhaiḥ
Blut erbrechend aus den Mäulern (Part.Präs./Akk.Sg./Instr.Pl.)

tato 'bhavat tamo ghoraṃ sainyena rajasā vṛte; tān apākramato 'drākṣaṃ tasmād deśād ariṃdamān; aśvān rājan manuṣyāṃś ca rajasā saṃvṛte sati

Da entstand furchtbare Finsternis, als das Heer von Staub verhüllt war; ich sah jene Feindbezwinger sich von diesem Ort zurückziehen, [ich sah] Rosse und Menschen, o König, als [alles] von Staub verhüllt war.

Wort für Wort
tato 'bhavat tamo ghoraṃ
da entstand furchtbare Finsternis (Impf.3.Sg./Nom.Sg.n./Nom.Sg.n.)
sainyena rajasā vṛte
als das Heer von Staub bedeckt war (Instr./Instr./Lok.abs.)
tān apākramato 'drākṣaṃ
jene sich Zurückziehenden sah ich (Akk.Pl./Part.Präs./Aor.1.Sg.)
tasmād deśād ariṃdamān
von jenem Ort, die Feindbezwinger (Abl.Sg./Akk.Pl.)
aśvān rājan manuṣyāṃś ca
Rosse, o König, und Menschen (Akk.Pl./Vok.Sg./Akk.Pl.)
rajasā saṃvṛte sati
als es von Staub verhüllt war (Instr./Lok.abs.)

bhūmau nipatitāś cānye vamanto rudhiraṃ bahu; keśākeśisamālagnā na śekuś ceṣṭituṃ janāḥ

Und andere, zu Boden gestürzt und viel Blut erbrechend, an den Haaren ineinander verhakt, vermochten [sich] nicht zu rühren, die Leute.

Wort für Wort
bhūmau nipatitāś cānye
und andere zu Boden gestürzt (Lok.Sg./Part.Pass.Nom.Pl.)
vamanto rudhiraṃ bahu
viel Blut erbrechend (Part.Präs./Akk.Sg./Adv.)
keśākeśisamālagnā
haar an haar verhakt (Nom.Pl.m.)
na śekuś ceṣṭituṃ janāḥ
konnten sich nicht rühren, die Leute (Perf.3.Pl./Inf./Nom.Pl.)

anyonyam aśvapṛṣṭhebhyo vikarṣanto mahābalāḥ; mallā iva samāsādya nijaghnur itaretaram; aśvaiś ca vyapakṛṣyanta bahavo 'tra gatāsavaḥ

Einander von den Pferderücken herabzerrend, die Starken, packten sie sich wie Ringkämpfer und schlugen einander nieder; und von den Rossen wurden viele hier fortgeschleift, deren Leben entflohen war.

Wort für Wort
anyonyam aśvapṛṣṭhebhyo
einander von den Pferderücken (Adv./Abl.Pl.)
vikarṣanto mahābalāḥ
zerrend, die Großstarken (Part.Präs./Nom.Pl.)
mallā iva samāsādya
wie Ringkämpfer, aneinandergeraten (Nom.Pl./Abs.)
nijaghnur itaretaram
schlugen einander nieder (Perf.3.Pl./Adv.)
aśvaiś ca vyapakṛṣyanta
und von den Rossen wurden fortgeschleift (Instr.Pl./Impf.Pass.3.Pl.)
bahavo 'tra gatāsavaḥ
viele hier, deren Lebenshauch entwichen war (Nom.Pl.)

bhūmau nipatitāś cānye bahavo vijayaiṣiṇaḥ; tatra tatra vyadṛśyanta puruṣāḥ śūramāninaḥ

Und viele andere, zu Boden gestürzt, nach Sieg trachtend, waren hier und dort zu sehen, Männer, die sich für Helden hielten.

Wort für Wort
bhūmau nipatitāś cānye
und andere zu Boden gestürzt (Lok.Sg./Part.Pass.Nom.Pl.)
bahavo vijayaiṣiṇaḥ
viele, Sieg begehrend (Nom.Pl.)
tatra tatra vyadṛśyanta
hier und dort wurden gesehen (Adv./Impf.Pass.3.Pl.)
puruṣāḥ śūramāninaḥ
Männer, die sich für Helden hielten (Nom.Pl.)

raktokṣitaiś chinnabhujair apakṛṣṭaśiroruhaiḥ; vyadṛśyata mahī kīrṇā śataśo 'tha sahasraśaḥ

Von [Leibern] mit blutbenetzten, abgehauenen Armen und ausgerissenem Haar war die Erde bedeckt zu sehen, zu Hunderten und Tausenden.

Wort für Wort
raktokṣitaiś chinnabhujair
mit blutbenetzten, abgehauenen Armen (Instr.Pl.)
apakṛṣṭaśiroruhaiḥ
mit ausgerissenem Haar (Instr.Pl.)
vyadṛśyata mahī kīrṇā
sah man die Erde bestreut (Impf.Pass.3.Sg./Nom.Sg.f./Part.Pass.)
śataśo 'tha sahasraśaḥ
zu Hunderten und Tausenden (Adv.)

Die Instrumentale beziehen sich auf zu ergänzende Körper/Männer.

dūraṃ na śakyaṃ tatrāsīd gantum aśvena kena cit; sāśvārohair hatair aśvair āvṛte vasudhātale

Weit zu gelangen war dort mit keinem Pferd möglich, da der Erdboden von erschlagenen Rossen samt ihren Reitern bedeckt war.

Wort für Wort
dūraṃ na śakyaṃ tatrāsīd
weit nicht möglich war dort (Adv./Part.Fut.Pass./Impf.3.Sg.)
gantum aśvena kena cit
zu gehen mit irgendeinem Pferd (Inf./Instr.Sg.)
sāśvārohair hatair aśvair
von erschlagenen Rossen samt Reitern (Instr.Pl.)
āvṛte vasudhātale
als bedeckt war die Erdfläche (Lok.Sg.abs.)

rudhirokṣitasaṃnāhair āttaśastrair udāyudhaiḥ; nānāpraharaṇair ghoraiḥ parasparavadhaiṣibhiḥ; susaṃnikṛṣṭaiḥ saṃgrāme hatabhūyiṣṭhasainikaiḥ

[Sie kämpften] mit blutgetränkten Panzern, mit ergriffenen Waffen, erhobenen Geschossen, mit mancherlei furchtbaren Waffen, einander den Tod wünschend, dicht aneinander im Kampf, wobei die meisten Krieger [schon] erschlagen waren.

Wort für Wort
rudhirokṣitasaṃnāhair
mit blutbespritzten Panzern (Instr.Pl.)
āttaśastrair udāyudhaiḥ
mit ergriffenen Waffen, erhobenen Geschossen (Instr.Pl.)
nānāpraharaṇair ghoraiḥ
mit vielerlei furchtbaren Waffen (Instr.Pl.)
parasparavadhaiṣibhiḥ
einander den Tod suchend (Instr.Pl.)
susaṃnikṛṣṭaiḥ saṃgrāme
ganz nahe beieinander im Kampf (Instr.Pl./Lok.Sg.)
hatabhūyiṣṭhasainikaiḥ
bei großenteils erschlagenen Kriegern (Instr.Pl.)

Die Instrumentalreihe hängt syntaktisch in der Luft; Prädikat („kämpften“) ergänzt.

sa muhūrtaṃ tato yuddhvā saubalo 'tha viśāṃ pate; ṣaṭsahasrair hayaiḥ śiṣṭair apāyāc chakunis tataḥ

Nachdem Saubala dann einen Augenblick gekämpft hatte, o Herr der Leute, wich Śakuni darauf mit sechstausend übrig gebliebenen Rossen zurück.

Wort für Wort
sa muhūrtaṃ tato yuddhvā
er einen Augenblick, dann gekämpft habend (Nom./Akk./Abs.)
saubalo 'tha viśāṃ pate
Saubala nun, o Herr der Leute (Nom.Sg./Vok.Sg.)
ṣaṭsahasrair hayaiḥ śiṣṭair
mit sechstausend übrig gebliebenen Rossen (Instr.Pl.)
apāyāc chakunis tataḥ
wich zurück Śakuni darauf (Aor./Impf.3.Sg./Nom.Sg.)

tathaiva pāṇḍavānīkaṃ rudhireṇa samukṣitam; ṣaṭsahasrair hayaiḥ śiṣṭair apāyāc chrāntavāhanam

Ebenso wich das Heer der Pāṇḍavas, von Blut überströmt, mit sechstausend übrig gebliebenen Rossen zurück; seine Reittiere waren erschöpft.

Wort für Wort
tathaiva pāṇḍavānīkaṃ
ebenso das Pāṇḍava-Heer (Adv./Nom.Sg.n.)
rudhireṇa samukṣitam
mit Blut überströmt (Instr.Sg./Part.Pass.)
ṣaṭsahasrair hayaiḥ śiṣṭair
mit sechstausend übrigen Rossen (Instr.Pl.)
apāyāc chrāntavāhanam
wich zurück, mit erschöpften Reittieren (Impf.3.Sg./Nom.Sg.n.)

aśvārohās tu pāṇḍūnām abruvan rudhirokṣitāḥ

Die Reiter der Pāṇḍus aber, blutbenetzt, sprachen: „

Wort für Wort
aśvārohās tu pāṇḍūnām
die Reiter aber der Pāṇḍus (Nom.Pl./Gen.Pl.)
abruvan rudhirokṣitāḥ
sprachen, blutbenetzt (Impf.3.Pl./Nom.Pl.)

Die wörtliche Rede läuft über die Einheiten 67–70; ein Sternvers (68) ist eingeschoben, Pāda 57cd folgt in Einheit 69.

śakuniṃ mārayāmo 'dya sahaputraṃ sabāndhavam; tato duryodhanaṃ pāpaṃ pāṇḍavānāṃ prasādataḥ

Śakuni wollen wir heute töten, samt Sohn und Verwandten; danach den bösen Duryodhana, durch die Gnade der Pāṇḍavas.

Wort für Wort
śakuniṃ mārayāmo 'dya
Śakuni wollen wir heute töten (Akk.Sg./Präs.1.Pl. Kaus./Adv.)
sahaputraṃ sabāndhavam
samt Sohn, samt Verwandten (Akk.Sg.)
tato duryodhanaṃ pāpaṃ
danach Duryodhana, den Bösen (Adv./Akk.Sg.)
pāṇḍavānāṃ prasādataḥ
durch die Gnade der Pāṇḍavas (Gen.Pl./Abl.-Adv.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

susaṃnikṛṣṭāḥ saṃgrāme bhūyiṣṭhaṃ tyaktajīvitāḥ

– [wir,] die wir im Kampf ganz nahe beieinander [stehen] und größtenteils das Leben preisgegeben haben.

Wort für Wort
susaṃnikṛṣṭāḥ saṃgrāme
ganz nahe beieinander im Kampf (Nom.Pl./Lok.Sg.)
bhūyiṣṭhaṃ tyaktajīvitāḥ
größtenteils, das Leben aufgegeben habend (Adv./Nom.Pl.)

neha śakyaṃ rathair yoddhuṃ kuta eva mahāgajaiḥ; rathān eva rathā yāntu kuñjarāḥ kuñjarān api

Hier kann man nicht mit Wagen kämpfen, geschweige denn mit großen Elefanten; nur Wagen sollen gegen Wagen ziehen, Elefanten auch gegen Elefanten.“

Wort für Wort
neha śakyaṃ rathair yoddhuṃ
hier ist nicht möglich mit Wagen zu kämpfen (Part.Fut.Pass./Instr.Pl./Inf.)
kuta eva mahāgajaiḥ
geschweige denn mit großen Elefanten (Adv./Instr.Pl.)
rathān eva rathā yāntu
nur Wagen [sollen] Wagen [angreifen] (Akk.Pl./Nom.Pl./Imp.3.Pl.)
kuñjarāḥ kuñjarān api
Elefanten auch Elefanten (Nom.Pl./Akk.Pl.)

vayaṃ paścād gamiṣyāmaḥ sahitās tyaktajīvitāḥ; bhṛśaṃ palāyane tasmād upādhiṃ samupāśritāḥ

„Wir werden hinterher gehen, alle zusammen, das Leben preisgebend; beim [scheinbaren] Fliehen haben wir daher gewaltig zu einem Kunstgriff [Vorwand] Zuflucht genommen [?].“

Wort für Wort
vayaṃ paścād gamiṣyāmaḥ
wir werden hinterher gehen (1.Pl.Fut./Adv.)
sahitās tyaktajīvitāḥ
vereint, das Leben preisgegeben habend (Nom.Pl.m./Bahuvrīhi)
bhṛśaṃ palāyane
sehr, gewaltig; beim Fliehen (Adv./Lok.Sg.n.)
tasmād upādhiṃ samupāśritāḥ
deshalb; einen Kunstgriff/Vorwand; Zuflucht genommen habend (Abl./Akk.Sg.m./Nom.Pl.m.Part.Perf.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Sinn von upādhi und tasmāt in pāda d ist unsicher (Kriegslist des Scheinrückzugs?).

pratiyāto hi śakuniḥ svam anīkam avasthitaḥ; na punaḥ saubalo rājā yuddham abhyāgamiṣyati

„Denn Śakuni ist zurückgekehrt und hält bei seinem eigenen Heer; der König, der Saubala, wird nicht wieder in den Kampf kommen.“

Wort für Wort
pratiyāto hi śakuniḥ
zurückgekehrt ist ja Śakuni (Nom.Sg.m.Part.Perf.Pass./Nom.Sg.)
svam anīkam avasthitaḥ
beim eigenen Heer stehend (Akk.Sg.n./Nom.Sg.m.Part.)
na punaḥ saubalo rājā
nicht wieder, der Saubala, der König (Nom.Sg.m.)
yuddham abhyāgamiṣyati
in den Kampf wird kommen (Akk.Sg.n./3.Sg.Fut.)

tatas tu draupadeyāś ca te ca mattā mahādvipāḥ; prayayur yatra pāñcālyo dhṛṣṭadyumno mahārathaḥ

Darauf zogen die Draupadī-Söhne und jene brünstigen großen Elefanten dorthin, wo der Pāñcāla [Prinz] Dhṛṣṭadyumna, der große Wagenkämpfer, war.

Wort für Wort
tatas tu draupadeyāś ca
darauf aber, und die Draupadī-Söhne (Adv./Nom.Pl.m.)
te ca mattā mahādvipāḥ
und jene brünstigen großen Elefanten (Nom.Pl.m.)
prayayur yatra
zogen los, wohin/wo (3.Pl.Perf./Rel.Adv.)
pāñcālyo dhṛṣṭadyumno mahārathaḥ
der Pāñcāla Dhṛṣṭadyumna, der große Wagenkämpfer (Nom.Sg.m.)

sahadevo 'pi kauravya rajomeghe samutthite; ekākī prayayau tatra yatra rājā yudhiṣṭhiraḥ

Auch Sahadeva, o Kauravya, zog, als sich die Staubwolke erhoben hatte, allein dorthin, wo König Yudhiṣṭhira war.

Wort für Wort
sahadevo 'pi kauravya
auch Sahadeva, o Kauravya (Nom.Sg.m./Vok.Sg.)
rajomeghe samutthite
als die Staubwolke aufgestiegen war (Lok.abs.)
ekākī prayayau tatra
allein zog er dorthin (Nom.Sg.m./3.Sg.Perf./Adv.)
yatra rājā yudhiṣṭhiraḥ
wo König Yudhiṣṭhira [war] (Rel.Adv./Nom.Sg.m.)

tatas teṣu prayāteṣu śakuniḥ saubalaḥ punaḥ; pārśvato 'bhyahanat kruddho dhṛṣṭadyumnasya vāhinīm

Als diese fortgezogen waren, griff Śakuni, der Saubala, zornig wieder von der Seite das Heer des Dhṛṣṭadyumna an.

Wort für Wort
tatas teṣu prayāteṣu
darauf, als diese fortgezogen waren (Lok.abs.)
śakuniḥ saubalaḥ punaḥ
Śakuni, der Saubala, wieder (Nom.Sg.m./Adv.)
pārśvato 'bhyahanat kruddho
von der Seite griff er an, zornig (Adv./3.Sg.Impf./Nom.Sg.m.)
dhṛṣṭadyumnasya vāhinīm
des Dhṛṣṭadyumna Heer (Gen.Sg./Akk.Sg.f.)

tat punas tumulaṃ yuddhaṃ prāṇāṃs tyaktvābhyavartata; tāvakānāṃ pareṣāṃ ca parasparavadhaiṣiṇām

Wieder entstand jener tobende Kampf, bei dem man das Leben preisgab, zwischen den Deinen und den Gegnern, die einander zu töten trachteten.

Wort für Wort
tat punas tumulaṃ yuddhaṃ
jener wieder tobende Kampf (Nom.Sg.n.)
prāṇāṃs tyaktvābhyavartata
die Lebenshauche aufgebend, entwickelte sich (Akk.Pl./Abs./3.Sg.Impf.Med.)
tāvakānāṃ pareṣāṃ ca
der Deinen und der Gegner (Gen.Pl.m.)
parasparavadhaiṣiṇām
die einander zu töten trachten (Gen.Pl.m.)

te hy anyonyam avekṣanta tasmin vīrasamāgame; yodhāḥ paryapatan rājañ śataśo 'tha sahasraśaḥ

Sie blickten einander an in jenem Zusammentreffen der Helden; die Krieger stürzten nieder, o König, zu Hunderten und zu Tausenden.

Wort für Wort
te hy anyonyam avekṣanta
sie ja sahen einander an (Nom.Pl.m./Adv./3.Pl.Impf.Med.)
tasmin vīrasamāgame
in jenem Zusammentreffen der Helden (Lok.Sg.m.)
yodhāḥ paryapatan rājañ
die Krieger stürzten nieder, o König (Nom.Pl.m./3.Pl.Impf./Vok.)
śataśo 'tha sahasraśaḥ
zu hunderten und zu tausenden (Adv.)

asibhiś chidyamānānāṃ śirasāṃ lokasaṃkṣaye; prādurāsīn mahāśabdas tālānāṃ patatām iva

Von den Köpfen, die mit Schwertern abgehauen wurden, erhob sich beim Untergang der Welt [der Krieger] ein gewaltiges Geräusch wie von fallenden Palmfrüchten.

Wort für Wort
asibhiś chidyamānānāṃ
mit Schwertern abgehauen werdenden (Instr.Pl./Gen.Pl.Part.Pass.)
śirasāṃ lokasaṃkṣaye
der Köpfe; beim Schwinden der Welt (Gen.Pl.n./Lok.Sg.m.)
prādurāsīn mahāśabdaḥ
trat hervor ein großes Geräusch (3.Sg.Impf./Nom.Sg.m.)
tālānāṃ patatām iva
wie von fallenden Palmfrüchten (Gen.Pl.m./Part.Präs./Part.)

lokasaṃkṣaye: wörtlich „beim Schwinden der Welt/Leute“.

vimuktānāṃ śarīrāṇāṃ bhinnānāṃ patatāṃ bhuvi; sāyudhānāṃ ca bāhūnām urūṇāṃ ca viśāṃ pate; āsīt kaṭakaṭāśabdaḥ sumahān romaharṣaṇaḥ

Von den losgelösten, zerschlagenen, auf die Erde fallenden Körpern, von den Armen samt Waffen und von den Schenkeln, o Herr der Leute, entstand ein sehr großes, haarsträubendes Kadakada-Geräusch.

Wort für Wort
vimuktānāṃ śarīrāṇāṃ
der losgelösten Körper (Gen.Pl.n.)
bhinnānāṃ patatāṃ bhuvi
der zerschlagenen, fallenden, auf der Erde (Gen.Pl.n./Lok.Sg.f.)
sāyudhānāṃ ca bāhūnām
und der Arme mit Waffen (Gen.Pl.m.)
urūṇāṃ ca viśāṃ pate
und der Schenkel, o Herr der Leute (Gen.Pl.m./Vok.)
āsīt kaṭakaṭāśabdaḥ
es war ein Kaṭakaṭa-Laut (3.Sg.Impf./Nom.Sg.m.)
sumahān romaharṣaṇaḥ
sehr groß, haarsträubend (Nom.Sg.m.)

kaṭakaṭā: Lautmalerei.

nighnanto niśitaiḥ śastrair bhrātṝn putrān sakhīn api; yodhāḥ paripatanti sma yathāmiṣakṛte khagāḥ

Die Krieger, die mit scharfen Waffen Brüder, Söhne und selbst Freunde erschlugen, fielen übereinander her wie Vögel über Fleisch [Köder].

Wort für Wort
nighnanto niśitaiḥ śastraiḥ
erschlagend mit scharfen Waffen (Nom.Pl.m.Part.Präs./Instr.Pl.n.)
bhrātṝn putrān sakhīn api
Brüder, Söhne, sogar Freunde (Akk.Pl.m.)
yodhāḥ paripatanti sma
die Krieger stürzten sich [aufeinander] (Nom.Pl.m./3.Pl.Präs.+sma)
yathāmiṣakṛte khagāḥ
wie um des Fleisches willen die Vögel (Adv./Lok.Sg.n./Nom.Pl.m.)

anyonyaṃ pratisaṃrabdhāḥ samāsādya parasparam; ahaṃ pūrvam ahaṃ pūrvam iti nyaghnan sahasraśaḥ

Einander erbittert entgegenstürmend, aufeinander treffend, erschlugen sie zu Tausenden, [rufend:] „Ich zuerst, ich zuerst!“

Wort für Wort
anyonyaṃ pratisaṃrabdhāḥ
einander, gegenseitig erbittert (Adv./Nom.Pl.m.)
samāsādya parasparam
aufeinander treffend, einander (Abs./Adv.)
ahaṃ pūrvam ahaṃ pūrvam
ich zuerst, ich zuerst (Nom.Sg./Adv.)
iti nyaghnan sahasraśaḥ
so [rufend] erschlugen sie zu Tausenden (Part./3.Pl.Impf./Adv.)

saṃghātair āsanabhraṣṭair aśvārohair gatāsubhiḥ; hayāḥ paripatanti sma śataśo 'tha sahasraśaḥ

Mit Haufen von Reitern, die von ihren Sitzen gestürzt und tot waren, stürzten die Pferde zu Hunderten und zu Tausenden nieder.

Wort für Wort
saṃghātair āsanabhraṣṭaiḥ
in Haufen, vom Sitz herabgefallen (Instr.Pl.m.)
aśvārohair gatāsubhiḥ
mit Reitern, deren Lebenshauch gegangen ist (Instr.Pl.m.)
hayāḥ paripatanti sma
die Pferde stürzten nieder (Nom.Pl.m./3.Pl.Präs.+sma)
śataśo 'tha sahasraśaḥ
zu hunderten und zu tausenden (Adv.)

Konstruktion locker: Pferde fallen zusammen mit toten Reitern.

sphuratāṃ pratipiṣṭānām aśvānāṃ śīghrasāriṇām; stanatāṃ ca manuṣyāṇāṃ saṃnaddhānāṃ viśāṃ pate

[Von den Rossen] die zuckten, niedergetreten wurden und schnell dahinliefen, und von Menschen, die stöhnten und gerüstet waren, o Herr der Leute,

Wort für Wort
sphuratāṃ pratipiṣṭānām
der Zuckenden, Zertretenen (Gen.Pl.m.)
aśvānāṃ śīghrasāriṇām
der Pferde, schnell laufenden (Gen.Pl.m.)
stanatāṃ ca manuṣyāṇām
und der Stöhnenden, der Menschen (Gen.Pl.m.)
saṃnaddhānāṃ viśāṃ pate
der Gerüsteten, o Herr der Leute (Gen.Pl.m./Vok.)

Satz setzt sich in 84 fort.

śaktyṛṣṭiprāsaśabdaś ca tumulaḥ samajāyata; bhindatāṃ paramarmāṇi rājan durmantrite tava

entstand ein tobender Lärm von Speeren, Lanzen und Wurfspießen, die die empfindlichen Stellen der Gegner durchbohrten, o König, infolge deines schlechten Rates.

Wort für Wort
śaktyṛṣṭiprāsaśabdaś ca
und der Laut von Speeren, Lanzen, Wurfspießen (Nom.Sg.m./Dvandva)
tumulaḥ samajāyata
tobend entstand (Nom.Sg.m./3.Sg.Impf.Med.)
bhindatāṃ paramarmāṇi
der Durchbohrenden die verwundbaren Stellen der Gegner (Gen.Pl.m.Part./Akk.Pl.n.)
rājan durmantrite tava
o König, bei deinem schlechten Rat (Vok./Lok.Sg.n./Gen.Sg.)

evaṃ hi yodhāḥ saṃrabdhāḥ parasparasamāhatāḥ

So [standen] die Krieger, erbittert und einander niedergeschlagen.

Wort für Wort
evaṃ hi yodhāḥ
so ja die Krieger (Adv./Part./Nom.Pl.m.)
saṃrabdhāḥ
erbittert (Nom.Pl.m.Part.)
parasparasamāhatāḥ
einander geschlagen (Nom.Pl.m.Part.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Satz unvollständig überliefert.

śramābhibhūtāḥ saṃrabdhāḥ śrāntavāhāḥ pipāsitāḥ; vikṣatāś ca śitaiḥ śastrair abhyavartanta tāvakāḥ

Von Erschöpfung überwältigt, erbittert, mit ermüdeten Reittieren, von Durst geplagt und von scharfen Waffen verwundet, kämpften die Deinen weiter.

Wort für Wort
śramābhibhūtāḥ saṃrabdhāḥ
von Mühe überwältigt, erbittert (Nom.Pl.m.)
śrāntavāhāḥ pipāsitāḥ
mit müden Zugtieren, durstig (Nom.Pl.m.)
vikṣatāś ca śitaiḥ śastraiḥ
und verwundet von scharfen Waffen (Nom.Pl.m./Instr.Pl.n.)
abhyavartanta tāvakāḥ
rückten vor/kämpften weiter die Deinen (3.Pl.Impf.Med./Nom.Pl.m.)

mattā rudhiragandhena bahavo 'tra vicetasaḥ; jaghnuḥ parān svakāṃś caiva prāptān prāptān anantarān

Berauscht vom Geruch des Blutes, erschlugen viele hier, ihrer Sinne beraubt, Feinde und die Eigenen gleichermaßen, jeweils die, die ihnen gerade nahekamen.

Wort für Wort
mattā rudhiragandhena
berauscht vom Blutgeruch (Nom.Pl.m./Instr.Sg.m.)
bahavo 'tra vicetasaḥ
viele hier, besinnungslos (Nom.Pl.m.)
jaghnuḥ parān svakāṃś caiva
erschlugen Feinde und auch Eigene (3.Pl.Perf./Akk.Pl.m.)
prāptān prāptān anantarān
je die Erreichten, die unmittelbar Nächsten (Akk.Pl.m.)

bahavaś ca gataprāṇāḥ kṣatriyā jayagṛddhinaḥ; bhūmāv abhyapatan rājañ śaravṛṣṭibhir āvṛtāḥ

Und viele Kṣatriyas, die nach dem Sieg gierten und deren Lebenshauch entwichen war, fielen, o König, von Pfeilregen bedeckt, zu Boden.

Wort für Wort
bahavaś ca gataprāṇāḥ
und viele, deren Lebenshauch gegangen ist (Nom.Pl.m.)
kṣatriyā jayagṛddhinaḥ
Kṣatriyas, siegesgierig (Nom.Pl.m.)
bhūmāv abhyapatan rājañ
fielen auf die Erde, o König (Lok.Sg.f./3.Pl.Impf./Vok.)
śaravṛṣṭibhir āvṛtāḥ
von Pfeilregen bedeckt (Instr.Pl.f./Nom.Pl.m.Part.)

vṛkagṛdhraśṛgālānāṃ tumule modane 'hani; āsīd balakṣayo ghoras tava putrasya paśyataḥ

Für Wölfe, Geier und Schakale war es an jenem tobenden Tag ein Freudenfest; ein furchtbarer Heeresschwund geschah vor den Augen deines Sohnes.

Wort für Wort
vṛkagṛdhraśṛgālānāṃ
für Wölfe, Geier, Schakale (Gen.Pl.m./Dvandva)
tumule modane 'hani
an einem tobenden, freudebringenden Tag (Lok.Sg.n.)
āsīd balakṣayo ghoraḥ
es war ein Heeresschwund, furchtbar (3.Sg.Impf./Nom.Sg.m.)
tava putrasya paśyataḥ
während dein Sohn zusah (Gen.Sg.m./Gen.abs.)

narāśvakāyasaṃchannā bhūmir āsīd viśāṃ pate; rudhirodakacitrā ca bhīrūṇāṃ bhayavardhinī

Die Erde war, o Herr der Leute, mit Leibern von Männern und Rossen bedeckt und vom Wasser des Blutes bunt gefleckt, für Furchtsame Angst vermehrend.

Wort für Wort
narāśvakāyasaṃchannā
bedeckt mit Leibern von Männern und Pferden (Nom.Sg.f.)
bhūmir āsīd viśāṃ pate
die Erde war, o Herr der Leute (Nom.Sg.f./3.Sg.Impf./Vok.)
rudhirodakacitrā ca
und durch Blutwasser bunt (Nom.Sg.f.)
bhīrūṇāṃ bhayavardhinī
der Furchtsamen Angst mehrend (Gen.Pl.m./Nom.Sg.f.)

asibhiḥ paṭṭiśaiḥ śūlais takṣamāṇāḥ punaḥ punaḥ; tāvakāḥ pāṇḍavāś caiva nābhyavartanta bhārata

Mit Schwertern, Streitäxten und Lanzen immer wieder hauend, wichen die Deinen und die Pāṇḍavas nicht zurück, o Bhārata.

Wort für Wort
asibhiḥ paṭṭiśaiḥ śūlaiḥ
mit Schwertern, Streitäxten, Lanzen (Instr.Pl.)
takṣamāṇāḥ punaḥ punaḥ
hauend, wieder und wieder (Nom.Pl.m.Part.Med./Adv.)
tāvakāḥ pāṇḍavāś caiva
die Deinen und die Pāṇḍavas (Nom.Pl.m.)
nābhyavartanta bhārata
wichen nicht zurück [wörtl.: wandten sich nicht ab], o Bhārata (3.Pl.Impf.Med./Vok.)

praharanto yathāśakti yāvat prāṇasya dhāraṇam; yodhāḥ paripatanti sma vamanto rudhiraṃ vraṇaiḥ

Sie schlugen zu, so gut sie konnten, solange der Lebenshauch gehalten wurde; die Krieger stürzten nieder und spien Blut aus ihren Wunden.

Wort für Wort
praharanto yathāśakti
zuschlagend, nach Kräften (Nom.Pl.m.Part./Adv.)
yāvat prāṇasya dhāraṇam
solange das Halten des Lebenshauchs [währte] (Adv./Nom.Sg.n.)
yodhāḥ paripatanti sma
die Krieger stürzten nieder (Nom.Pl.m./3.Pl.Präs.+sma)
vamanto rudhiraṃ vraṇaiḥ
Blut erbrechend aus Wunden (Nom.Pl.m.Part./Akk.Sg.n./Instr.Pl.m.)

śiro gṛhītvā keśeṣu kabandhaḥ samadṛśyata; udyamya niśitaṃ khaḍgaṃ rudhireṇa samukṣitam

Man sah einen Rumpf, der einen Kopf an den Haaren gepackt hielt und ein scharfes, blutbespritztes Schwert erhoben hatte.

Wort für Wort
śiro gṛhītvā keśeṣu
den Kopf an den Haaren gepackt habend (Akk.Sg.n./Abs./Lok.Pl.m.)
kabandhaḥ samadṛśyata
ein Rumpf wurde gesehen (Nom.Sg.m./3.Sg.Impf.Pass.)
udyamya niśitaṃ khaḍgaṃ
erhoben habend das scharfe Schwert (Abs./Akk.Sg.m.)
rudhireṇa samukṣitam
mit Blut besprengt (Instr.Sg.n./Akk.Sg.m.Part.)

athotthiteṣu bahuṣu kabandheṣu janādhipa; tathā rudhiragandhena yodhāḥ kaśmalam āviśan

Als sich nun viele Rümpfe erhoben, o Herrscher der Menschen, und ebenso durch den Blutgeruch, verfielen die Krieger in Verwirrung.

Wort für Wort
athotthiteṣu bahuṣu
als nun aufgestanden waren viele (Lok.abs.)
kabandheṣu janādhipa
Rümpfe, o Herrscher der Menschen (Lok.Pl.m./Vok.)
tathā rudhiragandhena
und durch den Blutgeruch (Adv./Instr.Sg.m.)
yodhāḥ kaśmalam āviśan
die Krieger gerieten in Verwirrung (Nom.Pl.m./Akk.Sg.n./3.Pl.Impf.)

mandībhūte tataḥ śabde pāṇḍavānāṃ mahad balam; alpāvaśiṣṭais turagair abhyavartata saubalaḥ

Als der Lärm nachgelassen hatte, rückte Saubala dann mit wenigen übriggebliebenen Rossen gegen das große Heer der Pāṇḍavas vor.

Wort für Wort
mandībhūte tataḥ śabde
als dann der Lärm schwach geworden war (Lok.abs.)
pāṇḍavānāṃ mahad balam
der Pāṇḍavas großes Heer (Gen.Pl.m./Akk.Sg.n.)
alpāvaśiṣṭais turagaiḥ
mit wenig übriggebliebenen Rossen (Instr.Pl.m.)
abhyavartata saubalaḥ
rückte vor der Saubala (3.Sg.Impf.Med./Nom.Sg.m.)

tato 'bhyadhāvaṃs tvaritāḥ pāṇḍavā jayagṛddhinaḥ; padātayaś ca nāgāś ca sādinaś codyatāyudhāḥ

Da liefen die Pāṇḍavas, siegesgierig, eilig auf ihn zu: Fußkämpfer, Elefanten und Reiter mit erhobenen Waffen.

Wort für Wort
tato 'bhyadhāvaṃs tvaritāḥ
da rannten heran, eilig (Adv./3.Pl.Impf./Nom.Pl.m.)
pāṇḍavā jayagṛddhinaḥ
die Pāṇḍavas, siegesgierig (Nom.Pl.m.)
padātayaś ca nāgāś ca
und Fußkämpfer und Elefanten (Nom.Pl.m.)
sādinaś codyatāyudhāḥ
und Reiter mit erhobenen Waffen (Nom.Pl.m.)

koṣṭakīkṛtya cāpy enaṃ parikṣipya ca sarvaśaḥ; śastrair nānāvidhair jaghnur yuddhapāraṃ titīrṣavaḥ

Sie machten ihn zu einem Fort [umschlossen ihn wie eine Festung], umringten ihn von allen Seiten und schlugen mit Waffen aller Art zu, das andere Ufer des Kampfes zu erreichen begehrend.

Wort für Wort
koṣṭakīkṛtya cāpy enaṃ
und zu einem Kastell machend ihn (Abs./Akk.Sg.m.)
parikṣipya ca sarvaśaḥ
und umzingelnd ringsum (Abs./Adv.)
śastrair nānāvidhair jaghnuḥ
mit Waffen mannigfacher Art schlugen sie (Instr.Pl.n./3.Pl.Perf.)
yuddhapāraṃ titīrṣavaḥ
das Ufer des Kampfes zu überqueren wünschend (Akk.Sg.n./Nom.Pl.m.Desid.)

koṣṭakīkṛtya: wörtlich „zu einem Kastell/Ring machend“.

drāvyamāṇaṃ balaṃ dṛṣṭvā tava putrasya paśyataḥ

Als sie das Heer fliehen sahen, während dein Sohn zusah,

Wort für Wort
drāvyamāṇaṃ balaṃ dṛṣṭvā
das in die Flucht getriebene Heer gesehen habend (Akk.Sg.n.Part.Kaus.Pass./Akk.Sg.n./Abs.)
tava putrasya paśyataḥ
während dein Sohn zusah (Gen.abs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Satz bleibt ohne Fortsetzung.

tvadīyās tāṃs tu saṃprekṣya sarvataḥ samabhidrutān; sāśvapattidviparathāḥ pāṇḍavān abhidudruvuḥ

Als aber die Deinen jene von allen Seiten angreifen sahen, stürmten sie samt Pferden, Fußvolk, Elefanten und Wagen auf die Pāṇḍavas los.

Wort für Wort
tvadīyās tāṃs tu saṃprekṣya
die Deinen aber, jene erblickt habend (Nom.Pl.m./Akk.Pl.m./Abs.)
sarvataḥ samabhidrutān
die von allen Seiten Angreifenden (Adv./Akk.Pl.m.Part.)
sāśvapattidviparathāḥ
mit Pferden, Fußvolk, Elefanten und Wagen (Nom.Pl.m./Bahuvrīhi)
pāṇḍavān abhidudruvuḥ
stürmten auf die Pāṇḍavas los (Akk.Pl.m./3.Pl.Perf.)

ke cit padātayaḥ padbhir muṣṭibhiś ca parasparam; nijaghnuḥ samare śūrāḥ kṣīṇaśastrās tato 'patan

Einige Fußkämpfer, Helden, schlugen einander in der Schlacht mit Füßen und Fäusten; dann, ihrer Waffen beraubt, fielen sie.

Wort für Wort
ke cit padātayaḥ padbhiḥ
einige Fußkämpfer mit Füßen (Nom.Pl.m./Instr.Pl.m.)
muṣṭibhiś ca parasparam
und mit Fäusten, einander (Instr.Pl.m./Adv.)
nijaghnuḥ samare śūrāḥ
erschlugen in der Schlacht, die Helden (3.Pl.Perf./Lok.Sg.m./Nom.Pl.m.)
kṣīṇaśastrās tato 'patan
mit erschöpften Waffen, dann fielen sie (Nom.Pl.m./3.Pl.Impf.)

rathebhyo rathinaḥ petur dvipebhyo hastisādinaḥ; vimānebhya iva bhraṣṭāḥ siddhāḥ puṇyakṣayād yathā

Von den Wagen fielen die Wagenkämpfer, von den Elefanten die Elefantenreiter, wie Siddhas, die von Himmelswagen gestürzt sind, wenn ihr Verdienst erschöpft ist.

Wort für Wort
rathebhyo rathinaḥ petuḥ
von den Wagen fielen die Wagenkämpfer (Abl.Pl.m./Nom.Pl.m./3.Pl.Perf.)
dvipebhyo hastisādinaḥ
von den Elefanten die Elefantenreiter (Abl.Pl.m./Nom.Pl.m.)
vimānebhya iva bhraṣṭāḥ
wie von Himmelswagen herabgestürzt (Abl.Pl.n./Part./Nom.Pl.m.Part.)
siddhāḥ puṇyakṣayād yathā
Siddhas, wie bei Erschöpfung des Verdienstes (Nom.Pl.m./Abl.Sg.m./Part.)

evam anyonyam āyastā yodhā jaghnur mahāmṛdhe; pitṝn bhrātṝn vayasyāṃś ca putrān api tathāpare

So erschlugen die Krieger, einander bedrängend, in der großen Schlacht Väter, Brüder und Altersgenossen, und andere ebenso Söhne.

Wort für Wort
evam anyonyam āyastā
so einander, sich abmühend (Adv./Adv./Nom.Pl.m.Part.)
yodhā jaghnur mahāmṛdhe
die Krieger erschlugen in der großen Schlacht (Nom.Pl.m./3.Pl.Perf./Lok.Sg.f.)
pitṝn bhrātṝn vayasyāṃś ca
Väter, Brüder und Altersgenossen (Akk.Pl.m.)
putrān api tathāpare
auch Söhne, ebenso andere (Akk.Pl.m./Nom.Pl.m.)

evam āsīd amaryādaṃ yuddhaṃ bharatasattama; prāsāsibāṇakalile vartamāne sudāruṇe

So war der Kampf ohne alle Schranke, o Bester der Bharatas, während der überaus grausige [Kampf], ein Morast aus Lanzen, Schwertern und Pfeilen, im Gange war.

Wort für Wort
evam āsīd amaryādaṃ
so war es ohne Grenze (Adv./3.Sg.Impf./Nom.Sg.n.)
yuddhaṃ bharatasattama
der Kampf, o Bester der Bharatas (Nom.Sg.n./Vok.)
prāsāsibāṇakalile
in dem Gewirr aus Lanzen, Schwertern, Pfeilen (Lok.Sg.n./Tatpuruṣa)
vartamāne sudāruṇe
der im Gange war, überaus grausig (Lok.abs.)

prāsāsibāṇakalile: kalila hier als Morast/Gewirr; wörtlich „in dem von Lanzen, Schwertern und Pfeilen erfüllten Gewirr“.

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