Kapitel 40: bakadālbhyakathā yayātitīrthaṃ ca
Baka Dālbhyas Opfer gegen Dhṛtarāṣṭra und Yayātis Opfer an der Sarasvatī
Balarāma besucht die Tīrthas der Sarasvatī; erzählt werden Dālbhyas Fleischopfer gegen Dhṛtarāṣṭras Reich, Bṛhaspatis Opfer und Yayātis Opfer, bei dem die Sarasvatī alle Wünsche erfüllte.
Vaiśaṃpāyana sprach: Der Yadu-Sprössling [Balarāma] zog zu einem [Ort], der von Brahmanen-Geschlechtern erfüllt ist, wo, o König, Baka Dālbhya von großer Askese um des Viehs willen
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Nom./3.Sg.Perf.)
brahmayonibhir ākīrṇaṃ
von Brahmanen-Geschlechtern erfüllt (Instr.Pl./Akk.Sg.n.)
jagāma yadunandanaḥ
ging der Freudenbringer der Yadu (3.Sg.Perf./Nom.)
yatra dālbhyo bako rājan
wo Dālbhya Baka, o König (Nom./Vok.)
paśvarthaṃ sumahātapāḥ
um des Viehs willen, der sehr Askesereiche (Adv./Nom.)
[…] von Dhṛtarāṣṭra geehrt; [Anm.: der zweite Halbvers ist verderbt: ‚ein wenig, im Umkreis der Trinkhalle nur‘ [?]]
Wort für Wort
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[Lücke im Text]
dhṛtarāṣṭreṇa satkṛtaḥ
von Dhṛtarāṣṭra geehrt (Instr./Nom.Sg.m.Part.Pass.)
kiṃ cit
ein wenig (Akk.Sg.n./Adv.)
prapāṃ pade mātraṃ
Trinkhalle [?], am Ort/Schritt, nur (Akk./Lok./Adv.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage mit Textlücke; der zweite Halbvers ist im Text als „(sic)“ markiert und wohl verderbt, die Wiedergabe ist unsicher.
„Da [diese] Kühe zufällig gestorben sind, wie ich sehe, o bester der Könige, nimm dann diese Tiere rasch mit, du Brahmanen-Kumpan, wenn du willst!“
Wort für Wort
yadṛcchayā mṛtā dṛṣṭvā
zufällig tot, nachdem ich sah (Instr./Akk.Pl.f./Abs.)
gās tadā nṛpasattama
die Kühe, dann, bester der Könige (Akk.Pl./Adv./Vok.)
etān paśūn naya kṣipraṃ
diese Tiere nimm mit, rasch (Akk.Pl./2.Sg.Imp./Adv.)
brahmabandho yadīcchasi
du Brahmanen-Verwandter [Titel-Brahmane], wenn du willst (Vok./2.Sg.Präs.)
Die Wendung brahmabandhu ist abschätzig gemeint (nur dem Namen nach Brahmane); der Vers ist syntaktisch holprig, die Zuordnung von gās und mṛtā ist unsicher.
ṛṣis tv atha vacaḥ śrutvā cintayām āsa dharmavit; aho bata nṛśaṃsaṃ vai vākyam ukto 'smi saṃsadi
Der Seher aber, der die Pflicht kannte, dachte nach, nachdem er die Rede gehört hatte: „Ach, wahrlich, ein grausames Wort wurde mir in der Versammlung gesagt!“
Wort für Wort
ṛṣis tv atha vacaḥ śrutvā
der Seher aber dann die Rede gehört habend (Nom./Adv./Akk./Abs.)
cintayām āsa dharmavit
dachte nach, der Pflichtkundige (3.Sg.Perf.Periphr./Nom.)
aho bata nṛśaṃsaṃ vai
ach, wahrlich, grausam fürwahr (Interj./Akk.n.)
vākyam ukto 'smi saṃsadi
ein Wort, angesprochen bin ich, in der Versammlung (Akk./Part.Pass.+1.Sg.Präs./Lok.)
cintayitvā muhūrtaṃ ca roṣāviṣṭo dvijottamaḥ; matiṃ cakre vināśāya dhṛtarāṣṭrasya bhūpateḥ
Und nachdem der beste der Zweimalgeborenen einen Augenblick nachgedacht hatte, fasste er, vom Zorn erfüllt, den Entschluss zum Untergang des Königs Dhṛtarāṣṭra
Wort für Wort
cintayitvā muhūrtaṃ ca
nachgedacht habend, einen Augenblick lang und (Abs./Akk.)
roṣāviṣṭo dvijottamaḥ
vom Zorn erfüllt, der beste Zweimalgeborene (Nom.)
matiṃ cakre vināśāya
den Entschluss fasste er zum Untergang (Akk./3.Sg.Perf./Dat.)
avakīrṇe sarasvatyās tīrthe prajvālya pāvakam; bako dālbhyo mahārāja niyamaṃ param āsthitaḥ; sa tair eva juhāvāsya rāṣṭraṃ māṃsair mahātapāḥ
An der Tīrtha Avakīrṇa der Sarasvatī entzündete er das Feuer; Baka Dālbhya, o Großkönig, der ein höchstes Gelübde auf sich genommen hatte, opferte mit eben diesem Fleisch dessen Reich, der Askesereiche
Wort für Wort
avakīrṇe sarasvatyās tīrthe
an der Furt Avakīrṇa der Sarasvatī (Lok./Gen./Lok.)
prajvālya pāvakam
angezündet habend das Feuer (Abs./Akk.)
bako dālbhyo mahārāja
Baka Dālbhya, o Großkönig (Nom./Vok.)
niyamaṃ param āsthitaḥ
ein höchstes Gelübde auf sich genommen habend (Akk./Nom.Part.Pass.)
sa tair eva juhāvāsya
er mit eben diesen opferte dessen (Nom./Instr./3.Sg.Perf./Gen.)
rāṣṭraṃ māṃsair mahātapāḥ
Reich, mit Fleischstücken, der Askesereiche (Akk./Instr.Pl./Nom.)
prasādaye tvā bhagavann aparādhaṃ kṣamasva me; mama dīnasya lubdhasya maurkhyeṇa hatacetasaḥ; tvaṃ gatis tvaṃ ca me nāthaḥ prasādaṃ kartum arhasi
„Ich besänftige dich, Erhabener; verzeih mir das Vergehen! Ich bin elend, gierig, durch Torheit meines Verstandes beraubt; du bist [meine] Zuflucht und du mein Herr; du sollst mir Gnade erweisen.“
Wort für Wort
prasādaye tvā bhagavann
ich besänftige dich, Erhabener (1.Sg.Präs.Kaus./Akk./Vok.)
aparādhaṃ kṣamasva me
das Vergehen verzeih mir (Akk./2.Sg.Imp.Med./Gen.-Dat.)
mama dīnasya lubdhasya
meiner, des Elenden, Gierigen (Gen.Sg.)
maurkhyeṇa hatacetasaḥ
durch Torheit, des Verstandesberaubten (Instr./Gen.Sg.)
tvaṃ gatis tvaṃ ca me nāthaḥ
du Zuflucht, und du mir Herr (Nom./Nom./Gen.)
prasādaṃ kartum arhasi
Gnade zu erweisen sollst du (Akk./Inf./2.Sg.Präs.)
punas tatra ca rājñas tu yayāter yajataḥ prabhoḥ; audāryaṃ paramaṃ kṛtvā bhaktiṃ cātmani śāśvatīm; dadau kāmān brāhmaṇebhyo yān yān yo manasecchati; yo yatra sthita eveha āhūto yajñasaṃstare; tasya tasya saric chreṣṭhā gṛhādiśayanādikam; yatra saṃbhojanaṃ caiva dānaṃ nānāvidhaṃ bahu; te manyamānā rājñas tu saṃpradānam anuttamam; rājānaṃ tuṣṭuvuḥ prītā dattvā caivāśiṣaḥ śubhāḥ
Und wieder dort, als der König Yayāti, der Herr, opferte, erwies er höchste Großmut und beständige Hingabe in sich [?]; er gab den Brahmanen die Wünsche, die immer ein jeder im Sinn wünschte; wer immer hier eben, zum Opfer gerufen, auf der Opferstreu [weilte], für den jeweiligen [schuf] der beste der Flüsse Haus, Lager und dergleichen; wo Speisung und vielfältige, reichliche Gabe [war]; jene, die dies für die höchste Gabe des Königs hielten, priesen erfreut den König und sprachen gute Segenswünsche
Wort für Wort
punas tatra ca rājñas tu
und wieder dort, des Königs aber (Adv./Adv./Gen.)
yayāter yajataḥ prabhoḥ
des Yayāti, des opfernden Herrn (Gen./Part.Gen./Gen.)
und Hingabe in sich, beständige (Akk./Lok./Akk.f.)
dadau kāmān brāhmaṇebhyo
gab Wünsche den Brahmanen (3.Sg.Perf./Akk.Pl./Dat.Pl.)
yān yān yo manasecchati
welche welche einer im Sinn wünscht (Akk./Nom./Instr./3.Sg.Präs.)
yo yatra sthita eveha
wer wo eben stehend hier (Nom./Adv./Nom.Part./Adv.)
āhūto yajñasaṃstare
gerufen, auf der Opferstreu (Nom.Part./Lok.)
tasya tasya saric chreṣṭhā
für den jeweiligen die beste der Flüsse (Gen./Nom.)
gṛhādiśayanādikam
Haus und Lager und dergleichen (Akk.n.)
yatra saṃbhojanaṃ caiva
wo Speisung eben und (Adv./Nom.)
dānaṃ nānāvidhaṃ bahu
Gabe, mannigfache, viel (Nom./Adj.)
te manyamānā rājñas tu
sie, haltend für, des Königs aber (Nom.Pl.Part./Gen.)
saṃpradānam anuttamam
für Gabe, unübertreffliche (Akk.)
rājānaṃ tuṣṭuvuḥ prītā
den König priesen erfreut (Akk./3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
dattvā caivāśiṣaḥ śubhāḥ
und gegeben habend Segenswünsche, gute (Abs./Akk.Pl./Akk.Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Syntax und Zuordnung stark verkürzt und stellenweise unsicher, Wiedergabe sinngemäß und teils ergänzt [?].
Dann kam Tālaketu, der Damm der großen Pflicht, der Großgesinnte mit geläutertem Selbst, stets zu großen Gaben bereit, zur Vasiṣṭhāpavāha [Fluss], die mit gewaltigem, furchtbarem Schwall [strömt], mit gefasstem Selbst und bezwungenem Selbst
Wort für Wort
tatas tālaketur
dann Tālaketu (Adv./Nom.)
mahādharmasetur
Damm der großen Pflicht (Nom.)
mahātmā kṛtātmā mahādānanityaḥ
großgesinnt, geläutert, stets zu großen Gaben (Nom.)
vasiṣṭhāpavāhaṃ
zur Vasiṣṭhāpavāha (Akk.)
mahābhīmavegaṃ
von gewaltig-furchtbarem Schwall (Akk.)
dhṛtātmā jitātmā samabhyājagāma
mit gefasstem, bezwungenem Selbst kam heran (Nom./Nom./3.Sg.Perf.)
Tālaketu (Balarāma, mit Palme im Banner) ist mit dem Subjekt des Erzählfadens identisch [?]; Vasiṣṭhāpavāha ist der Name der Furt/des Flusses.