Kapitel 45: mātṛgaṇakīrtanam
Aufzählung der Mütterscharen im Gefolge Kārttikeyas
Vaiśaṃpāyana zählt in langer Namensliste die Mütterscharen auf, die den jungen Kriegsgott Kārttikeya begleiten, sowie ihre Gestalten. Die Namen sind teils unsicher überliefert und meist sprechend gebildet.
Vaiśaṃpāyana sprach: „Höre, König, diese Mütterscharen, die Gefolgsleute des Kumāra, die von mir aufgezählt werden, Held, [sie,] die Vernichterinnen der Feindesscharen.“
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Nom.Sg.; Perf.3.Sg.)
śṛṇu mātṛgaṇān rājan
höre die Mütterscharen, König (Imp.2.Sg.; Akk.Pl.; Vok.)
kumārānucarān imān
diese Gefolgsleute des Kumāra (Akk.Pl.)
kīrtyamānān mayā vīra
die aufgezählt werden von mir, Held (Part.Pass.Akk.Pl.; Instr.; Vok.)
sapatnagaṇasūdanān
die Vernichterinnen der Feindesscharen (Akk.Pl.)
Im Sanskrit maskulines Genus (mātṛgaṇān, sūdanān) als Sammelform für die Mütterscharen.
Höre, Bhārata, die Namen der ruhmreichen Mütter, von denen, den Segensreichen, die drei Welten samt dem Beweglichen und Unbeweglichen durchdrungen sind.
Wort für Wort
yaśasvinīnāṃ mātṝṇāṃ
der ruhmreichen Mütter (Gen.Pl.f.)
śṛṇu nāmāni bhārata
höre die Namen, Bhārata (Imp.; Akk.Pl.; Vok.)
yābhir vyāptās trayo lokāḥ
von denen durchdrungen sind die drei Welten (Instr.Pl.f.; Part.Pass.Nom.Pl.; Nom.Pl.)
kalyāṇībhiś carācarāḥ
von den Segensreichen, mit Beweglichem und Unbeweglichem (Instr.Pl.f.; Nom.Pl.)
sudāmā bahudāmā ca suprabhā ca yaśasvinī; nṛtyapriyā ca rājendra śatolūkhalamekhalā
Sudāmā und Bahudāmā, Suprabhā und Yaśasvinī, Nṛtyapriyā („die den Tanz Liebende“), König der Könige, und Śatolūkhalamekhalā („die einen Gürtel aus hundert Mörsern trägt“).
Wort für Wort
sudāmā bahudāmā ca
Sudāmā und Bahudāmā (Nom.Sg.f., Namen)
suprabhā ca yaśasvinī
Suprabhā und Yaśasvinī (Nom.Sg.f., Namen)
nṛtyapriyā ca rājendra
und Nṛtyapriyā, König der Könige (Nom.Sg.f.; Vok.)
śatolūkhalamekhalā
Śatolūkhalamekhalā (Nom.Sg.f., Name; Kompositum: mit einem Gürtel aus hundert Mörsern)
dhanadā suprasādā ca bhavadā ca jaleśvarī; eḍī bheḍī sameḍī ca vetālajananī tathā; kaṇḍūtiḥ kālikā caiva devamitrā ca bhārata
Dhanadā („Reichtumsgeberin“) und Suprasādā, Bhavadā und Jaleśvarī, Eḍī, Bheḍī und Sameḍī, ebenso Vetālajananī („Mutter der Vetālas“), Kaṇḍūti und Kālikā und Devamitrā, Bhārata.
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Namensform verderbt bzw. unklar, Analyse unsicher [?].
ekākṣarā sukusumā kṛṣṇakarṇī ca bhārata; kṣurakarṇī catuṣkarṇī karṇaprāvaraṇā tathā
Ekākṣarā („die Einäugige/Einsilbige“), Sukusumā und Kṛṣṇakarṇī, Bhārata, Kṣurakarṇī, Catuṣkarṇī und ebenso Karṇaprāvaraṇā („die sich in ihre Ohren hüllt“).
Wort für Wort
ekākṣarā sukusumā
Ekākṣarā, Sukusumā (Nom.Sg.f., Namen)
kṛṣṇakarṇī ca bhārata
und Kṛṣṇakarṇī, Bhārata (Nom.Sg.f.; Vok.)
kṣurakarṇī catuṣkarṇī
Kṣurakarṇī, Catuṣkarṇī (Nom.Sg.f., Namen)
karṇaprāvaraṇā tathā
und ebenso Karṇaprāvaraṇā (Nom.Sg.f.)
ekākṣarā: „einäugig“ oder „einsilbig“, Name unsicher [?].
kṛṣṇameghanibhāś cānyā dhūmrāś ca bharatarṣabha; aruṇābhā mahābhāgā dīrghakeśyaḥ sitāmbarāḥ
Andere gleichen schwarzen Wolken, andere sind rauchfarben, Stier der Bharatas; rötlich schimmernd, hochbeglückt, langhaarig, in weiße Gewänder gekleidet.
Wort für Wort
kṛṣṇameghanibhāś cānyā
und andere, schwarzen Wolken gleich (Nom.Pl.f.)
dhūmrāś ca bharatarṣabha
und rauchfarben, Stier der Bharatas (Nom.Pl.f.; Vok.)
Auch Viṣṇus [Gefolgsfrauen] und andere überaus furchtbare, von grausiger Gestalt, Schrecken erregende.
Wort für Wort
vaiṣṇavyo 'tibhayāś ca
die Viṣṇu-Zugehörigen und überaus furchtbare (Nom.Pl.f.)
anyāḥ
andere (Nom.Pl.f.)
krūrarūpā bhayaṃkarāḥ
von grausiger Gestalt, Schrecken erregend (Nom.Pl.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Bezug von vaiṣṇavyaḥ unsicher (Gefolgsfrauen Viṣṇus oder Viṣṇu-Mütter); Zusatzvers.
śatrūṇāṃ vigrahe nityaṃ bhayadās tā bhavanty uta; kāmarūpadharāś caiva jave vāyusamās tathā; acintyabalavīryāś ca tathācintyaparākramāḥ
Im Kampf mit den Feinden sind sie stets Furcht einflößend; sie tragen Gestalten nach Belieben und sind an Schnelligkeit dem Wind gleich; von unausdenkbarer Stärke und Kraft und ebenso von unausdenkbarem Heldenmut.
Wort für Wort
śatrūṇāṃ vigrahe nityam
der Feinde im Kampf stets (Gen.Pl./Lok.Sg./Adv.)
bhayadāḥ tāḥ bhavanti uta
Furchtgeberinnen, jene sind wahrlich (Nom.Pl.f./3.Pl.Präs.)
kāmarūpadharāḥ ca eva
Gestalten nach Belieben tragend, und eben (Nom.Pl.f.)
jave vāyusamāḥ tathā
an Schnelligkeit windgleich, ebenso (Lok.Sg./Nom.Pl.f.)
acintyabalavīryāḥ ca
von unausdenkbarer Stärke und Kraft, und (Nom.Pl.f.)
tathā acintyaparākramāḥ
ebenso von unausdenkbarem Heldenmut (Nom.Pl.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
In Bäumen und auf Kreuzwegen wohnend, an Wegkreuzungen ihre Behausung habend; in Höhlen und Leichenstätten wohnend, in Bergen und Wasserfällen ihren Sitz habend.
Wort für Wort
vṛkṣacatvaravāsinyaḥ
in Bäumen und auf Plätzen wohnend (Nom.Pl.f.)
catuṣpathaniketanāḥ
an Vierwegen ihre Behausung habend (Nom.Pl.f.)
guhāśmaśānavāsinyaḥ
in Höhlen und Leichenstätten wohnend (Nom.Pl.f.)
śailaprasravaṇālayāḥ
in Bergen und Wasserfällen ihre Stätte habend (Nom.Pl.f.)
Mit vielerlei, vorzüglichen bunten Waffen und Schmuckstücken.
Wort für Wort
nānāvidhaiḥ bahuguṇaiḥ
mit vielerlei, sehr vorzüglichen (Instr.Pl.m.)
citrāyudhavibhūṣaṇaiḥ
mit bunten Waffen und Schmuck (Instr.Pl.n./m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, syntaktisch angehängt; Bezug auf die Mütter erschlossen.
Und er gab ihm göttliche [Gaben], mit vielerlei Juwelen besetzt.
Wort für Wort
divyāḥ ca pradadau tasmai
und göttliche gab er ihm (Akk.Pl.f./3.Sg.Perf./Dat.Sg.)
nānāratnasamācitāḥ
mit vielerlei Juwelen besetzt (Akk.Pl.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; Subjekt und Bezugswort (divyāḥ) nicht ausdrücklich genannt.
Unbesiegbar, mit eigenen Vorzügen ausgestattet, dem Namen nach die „Dhanaṃjayā“ genannte Heerschar, von dreißigtausend Kriegern behütet, die Rudra an Stärke gleichkommen; sie weiß nicht, wie man je vom Kampf abläßt.
Wort für Wort
ajeyāṃ svaguṇair yuktām
unbesiegbar, mit eigenen Vorzügen verbunden (Akk.Sg.f./Instr.Pl.)
nāmnā senāṃ dhanaṃjayām
dem Namen nach die Heerschar Dhanaṃjayā (Instr.Sg./Akk.Sg.f.)
rudratulyabalair guptām
von Rudra-gleich Starken behütet (Instr.Pl.m./Akk.Sg.f.)
yodhānām ayutaiḥ tribhiḥ
von Kriegern mit drei Zehntausend (Gen.Pl./Instr.Pl.)
na sā vijānāti raṇāt
nicht sie weiß aus dem Kampf (3.Sg.Präs./Abl.Sg.)
kadā cid vinivartitum
je umzukehren (Inf.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; letzter Pāda syntaktisch hart, Übersetzung sinngemäß.
König Varuṇa aber gab eine Schlinge, mit Stärke und Heldenkraft begabt; ebenso gab Brahmā, der Herr, dem Brahmanenfreund ein Schwarzantilopenfell; und der Schöpfer der Welten gab den Sieg in den Schlachten.
Wort für Wort
pāśaṃ tu varuṇaḥ rājā
die Schlinge aber Varuṇa, der König (Akk.Sg./Nom.Sg.)
balavīryasamanvitam
mit Stärke und Kraft versehen (Akk.Sg.m.)
kṛṣṇājinaṃ tathā brahmā
Schwarzantilopenfell, ebenso Brahmā (Akk.Sg./Nom.Sg.)
brahmaṇyāya dadau prabhuḥ
dem Brahmanenfreund gab der Herr (Dat.Sg./3.Sg.Perf./Nom.Sg.)
samareṣu jayaṃ ca eva
in Schlachten den Sieg und eben (Lok.Pl./Akk.Sg.)
pradadau lokabhāvanaḥ
gab der Welterhalter/-schöpfer (3.Sg.Perf./Nom.Sg.)
Als Skanda die Feldherrnschaft über die Götterschar erlangt hatte, erstrahlte er, flammend und strahlenreich, wie ein zweites Feuer; darauf, von Gefolgsleuten und von den Müttern begleitet,
Wort für Wort
senāpatyam anuprāpya
die Feldherrnschaft erlangt habend (Akk.Sg.n./Abs.)
skandaḥ devagaṇasya ha
Skanda, der Götterschar, wahrlich (Nom.Sg./Gen.Sg.)
Jene Heerschar, die der Nairṛtas [Rākṣasas] angehörige, furchtbare, mit Glocken und hochgereckten Bannern, mit Pauken, Muscheln und Trommeln, mit Waffen und Fähnchen, glänzte, mit Lichtern geschmückt, wie der herbstliche Himmel.
Wort für Wort
sā senā nairṛtī bhīmā
jene Heerschar, rākṣasisch, furchtbar (Nom.Sg.f.)
saghaṇṭocchritaketanā
mit Glocken und erhobenen Bannern (Nom.Sg.f.)
sabherīśaṅkhamurajā
mit Pauken, Muscheln, Trommeln (Nom.Sg.f.)
sāyudhā sapatākinī
mit Waffen, mit Fähnchen (Nom.Sg.f.)
śāradī dyauḥ iva ābhāti
wie der herbstliche Himmel scheint sie (Nom.Sg.f./3.Sg.Präs.)
jyotirbhiḥ upaśobhitā
mit Lichtern geschmückt (Instr.Pl./Nom.Sg.f.)
nairṛtī als Adjektiv (zu den Nairṛtas/Rākṣasas gehörig) gefaßt [?].
in deren Händen Streitkolben, Stampfer, eiserne Pfeile, Śaktis und Wurfspieße waren, und die brüllte wie stolze Löwen, zog, laut aufbrüllend, Guha aus.
Wort für Wort
gadāmusalanārācaśaktitomarahastayā
mit Keule, Stößel, Eisenpfeil, Śakti, Wurfspieß in den Händen (Instr.Sg.f.)
dṛptasiṃhaninādinyā
wie stolze Löwen brüllend (Instr.Sg.f.)
vinadya prayayau guhaḥ
aufgebrüllt habend zog aus Guha (Abs./3.Sg.Perf./Nom.Sg.)
Als sie ihn sahen, flohen alle Daiteyas, Rākṣasas und Dānavas, von Furcht verstört, nach allen Himmelsrichtungen ringsum auseinander; und die Götter, mit mannigfachen Waffen in den Händen, stürmten auf sie los.
Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā sarvadaiteyāḥ
ihn gesehen habend, alle Daiteyas (Akk.Sg./Abs./Nom.Pl.)
rākṣasāḥ dānavāḥ tathā
Rākṣasas, Dānavas und (Nom.Pl.m.)
vyadravanta diśaḥ sarvāḥ
zerstoben in alle Richtungen (3.Pl.Impf.Med./Akk.Pl.f.)
bhayodvignāḥ samantataḥ
von Furcht erschreckt, ringsum (Nom.Pl.m./Adv.)
abhyadravanta devāḥ tān
stürmten heran die Götter auf sie (3.Pl.Impf./Nom.Pl./Akk.Pl.)
dṛṣṭvā ca sa tataḥ kruddhaḥ skandas tejobalānvitaḥ; śaktyastraṃ bhagavān bhīmaṃ punaḥ punar avāsṛjat; ādadhac cātmanas tejo haviṣeddha ivānalaḥ
Und da geriet er, als er sie sah, in Zorn, Skanda, mit Glanz und Kraft begabt, der Erhabene; er schleuderte die furchtbare Śakti-Waffe immer wieder; und er nahm eigenen Glanz auf wie ein mit Opferschmalz entfachtes Feuer.
Wort für Wort
dṛṣṭvā ca sa tataḥ kruddhaḥ
gesehen habend und er, da, zornig (Abs./Nom.Sg./Adv./Part.Perf.Pass.)
skandaḥ tejobalānvitaḥ
Skanda, mit Glanz und Kraft begabt (Nom.Sg.m.)
śaktyastraṃ bhagavān bhīmam
die Śakti-Waffe, der Erhabene, furchtbare (Akk.Sg./Nom.Sg./Akk.Sg.n.)
punaḥ punaḥ avāsṛjat
immer wieder schleuderte er (Adv./3.Sg.Impf.)
ādadhat ca ātmanaḥ tejaḥ
und nahm an eigenen Glanz (3.Sg.Impf./Gen.Sg./Akk.Sg.)
haviṣā iddhaḥ iva analaḥ
wie mit Opferguss entfachtes Feuer (Instr.Sg./Part.Perf.Pass./Nom.Sg.)
Denn wie eine einzige Śakti von dem Sohn des überaus furchtbaren Feuers geschleudert wurde, gingen daraus Millionen von Śaktis hervor, du Stier der Bharatas.
Wort für Wort
kṣiptā hi ekā tathā śaktiḥ
geschleudert nämlich eine, so, Śakti (Part.Perf.Pass./Nom.Sg.f.)
sughorānalasūnunā
vom Sohn des sehr furchtbaren Feuers (Instr.Sg.m.)
tataḥ koṭyaḥ viniṣpetuḥ
daraus Millionen gingen hervor (Adv./Nom.Pl.f./3.Pl.Perf.)
Mit der Śakti-Waffe erschlug der Erhabene, der Herr, in der Schlacht den Daitya-Fürsten namens Tāraka, von großer Stärke und Heldenkraft, von zehn Zehntausend starken Daitya-Helden umgeben, König.
Wort für Wort
sa śaktyastreṇa saṃgrāme
er mit der Śakti-Waffe in der Schlacht (Nom.Sg./Instr.Sg./Lok.Sg.)
jaghāna bhagavān prabhuḥ
erschlug der Erhabene, der Herr (3.Sg.Perf./Nom.Sg./Nom.Sg.)
daityendraṃ tārakaṃ nāma
den Daitya-Fürsten namens Tāraka (Akk.Sg./Akk.Sg./Adv.)
mahābalaparākramam
von großer Stärke und Tapferkeit (Akk.Sg.m.)
vṛtaṃ daityāyutaiḥ vīraiḥ
umgeben von Zehntausenden Daitya-Helden (Akk.Sg./Instr.Pl.)
balibhiḥ daśabhiḥ nṛpa
starken, zehn, König (Instr.Pl./Instr.Pl./Vok.Sg.)
„daśabhir ayutaiḥ“ im Sinn von zehn Zehntausend (= 100.000) verstanden.
Den Mahiṣa erschlug er in der Schlacht, von acht Padmas [Kriegern] umgeben; und den Tripāda erschlug er, von zehn Hunderten von Ayutas [Kriegern] umgeben.
Wort für Wort
mahiṣaṃ ca aṣṭabhiḥ padmaiḥ
den Mahiṣa und von acht Padmas (Akk.Sg./Instr.Pl.)
vṛtaṃ saṃkhye nijaghnivān
umgeben in der Schlacht erschlug (Akk.Sg./Lok.Sg./Part.Perf.)
tripādaṃ ca ayutaśataiḥ
den Tripāda und von Hunderten von Zehntausenden (Akk.Sg./Instr.Pl.)
jaghāna daśabhiḥ vṛtam
erschlug, von zehn umgeben (3.Sg.Perf./Instr.Pl./Akk.Sg.)
Zahlangaben (padma, ayutaśata) als große Mengen ungefähr wiedergegeben [?].
Dort erhoben sie, während die Feinde erschlagen wurden, gewaltiges Geschrei, die Gefolgsleute des Kumāra, o König, die die zehn Himmelsrichtungen erfüllten.
Wort für Wort
tatra akurvanta vipulaṃ nādam
dort erhoben sie gewaltiges Geschrei (Adv.; 3.Pl.Impf.Med.; Akk.Sg.)
vadhyatsu śatruṣu
während die Feinde erschlagen wurden (Lok.Pl.Part.Pass., Lok. absolutus)
kumāra-anucarāḥ rājan
die Gefolgsleute des Kumāra, o König (Nom.Pl.; Vok.Sg.)
pūrayantaḥ diśo daśa
erfüllend die zehn Himmelsrichtungen (Nom.Pl.Part.Präs.; Akk.Pl.)
patākayāvadhūtāś ca hatāḥ ke cit suradviṣaḥ; ke cid ghaṇṭāravatrastā nipetur vasudhātale; ke cit praharaṇaiś chinnā vinipetur gatāsavaḥ
Manche Götterfeinde wurden von der Fahne niedergeschlagen und getötet; manche fielen, von dem Klang der Glocke erschreckt, auf die Erde; manche fielen, von Waffen zerschnitten, entseelt hin.
Wort für Wort
patākayā avadhūtāḥ ca hatāḥ ke cit suradviṣaḥ
von der Fahne niedergeschüttelt und getötet manche Götterfeinde (Instr.Sg.; Part.Pass.; Nom.Pl.)
ke cit ghaṇṭā-rava-trastāḥ
manche, vom Klang der Glocke erschreckt (Nom.Pl.)
nipetuḥ vasudhā-tale
sie fielen nieder auf die Erdfläche (3.Pl.Perf.; Lok.Sg.)
ke cit praharaṇaiḥ chinnāḥ
manche von Waffen zerschnitten (Instr.Pl.; Nom.Pl.Part.Pass.)
vinipetuḥ gata-asavaḥ
sie stürzten hin, lebensatemlos (3.Pl.Perf.; Nom.Pl.)
Da spaltete der erhabene Kārttikeya, von gewaltigem Zorn, den Krauñca, von dem Geschrei der Krauñca-Reiher widerhallend, mit der von Agni verliehenen Śakti.
Wort für Wort
tataḥ krauñcam mahā-manyuḥ
dann den Krauñca, [er] von großem Zorn (Adv.; Akk.Sg.; Nom.Sg.)
krauñca-nāda-nāditam
von Krauñca-Reiher-Geschrei durchhallt (Akk.Sg.Part.Pass.)
śaktyā bibheda
mit der Śakti spaltete er (Instr.Sg.; 3.Sg.Perf.)
bhagavān kārttikeyaḥ agni-dattayā
der Erhabene Kārttikeya, mit der von Agni gegebenen (Nom.Sg.; Instr.Sg.f.)
[den Berg,] der samt Sāla-Stämmen und Kiefern [erschüttert wurde], dessen Affen und Elefanten erschrocken waren, dessen Vögel am Sandufer erschrocken waren und aus dem Schlangen herausfielen.
Wort für Wort
sa-śāla-skandha-saralam
mit Sāla-Stämmen und Kiefern (Akk.Sg.m.)
trasta-vānara-vāraṇam
mit erschreckten Affen und Elefanten (Akk.Sg.m.)
pulina-trasta-vihagam
mit am Sandufer erschreckten Vögeln (Akk.Sg.m.)
viniṣpatita-pannagam
aus dem Schlangen herausgefallen waren (Akk.Sg.m.)
viniṣpatadbhiḥ śarabhaiḥ siṃhaiś ca sahasā drutaiḥ; śocyām api daśāṃ prāpto rarājaiva sa parvataḥ
Von Śarabhas und Löwen, die plötzlich hervorstürzten und eilten, [durchtost], in einen bejammernswerten Zustand geraten, erstrahlte jener Berg dennoch.
Wort für Wort
viniṣpatadbhiḥ śarabhaiḥ
von hervorstürzenden Śarabhas (Instr.Pl.)
siṃhaiḥ ca sahasā drutaiḥ
und Löwen, plötzlich geeilt (Instr.Pl.; Adv.; Part.Pass.)
śocyām api daśām prāptaḥ
in einen bejammernswerten Zustand gelangt (Akk.Sg.f.; Part.Pass.)
Sie [die Daityas] erschlugen jene, nachdem sie [sie] überwältigt hatten, [nämlich] die Gefolgsleute des Kumāra, im Kampf.
Wort für Wort
tān nijaghnuḥ
sie erschlugen jene (Akk.Pl.; 3.Pl.Perf.)
atikramya
überwältigend/überschreitend (Abs.)
kumāra-anucarāḥ mṛdhe
die Gefolgsleute des Kumāra im Kampf (Nom.Pl./Akk.; Lok.Sg.)
Syntax unsicher: kumārānucarā (Nom.Pl.) kann Subjekt sein (dann erschlagen die Gefolgsleute die Daityas, so 79) oder Objekt; die Übersetzung folgt dem Kontext nur mit Vorbehalt [?].
uṣitvā rajanīṃ tatra mādhavaḥ paravīrahā; pūjya tīrthavaraṃ tac ca spṛṣṭvā toyaṃ ca lāṅgalī; hṛṣṭaḥ prītamanāś caiva hy abhavan mādhavottamaḥ
Nachdem Mādhava, der Vernichter feindlicher Helden, dort die Nacht verbracht hatte, die vorzügliche Tīrtha verehrt und das Wasser berührt hatte, wurde Lāṅgalī, der Beste der Mādhavas, froh und wohlgesinnt.
Wort für Wort
uṣitvā rajanīm tatra mādhavaḥ
nachdem er dort die Nacht verbracht hatte, Mādhava (Abs.; Akk.Sg.; Adv.; Nom.Sg.)
para-vīra-hā
Vernichter feindlicher Helden (Nom.Sg.)
pūjya tīrtha-varam tat ca
und diese vorzügliche Tīrtha verehrt habend (Abs.; Akk.Sg.)
spṛṣṭvā toyam ca lāṅgalī
und das Wasser berührt habend, Lāṅgalī (Abs.; Akk.Sg.; Nom.Sg.)
hṛṣṭaḥ prīta-manāḥ ca
froh und wohlgesinnt (Nom.Sg.)
hi abhavat mādhava-uttamaḥ
wurde er ja, der Beste der Mādhavas (3.Sg.Impf.; Nom.Sg.)
abhavan im Text statt abhavat (metrische/sprachliche Unregelmäßigkeit).