Kapitel 18: ṛgvede 6.18 · tamu ṣṭuhi yo abhibhūtyojā vanvannavātaḥ puruhūta indraḥ
Preis auf Indra, den einzigen Überwinder
Indra-Lied (15 Verse): Lob seiner Kraft und seiner Taten gegen Dasyus, Vala und die Dämonen Śambara, Śuṣṇa u. a.; mehrere Epitheta (khaja-kṛt, vitantasāyya, samokāḥ) und die Halbverse in 9-11 und 13 sind unsicher.
Ihn preise, der durch übermächtige Kraft siegend, unangefochten, vielgerufen ist, Indra; den Unbezwungenen, Gewaltigen, Überwältigenden stärke mit diesen Liedern, den Stier der Stämme.
Wort für Wort
tam
ihn (Akk. Sg.)
oṃ iti
fürwahr
stuhi
preise (2. Sg. Imp.)
yaḥ
der, welcher (Nom. Sg.)
abhibhūti-ojāḥ
dessen Kraft überwältigt, überlegene Kraft (Nom. Sg.)
Er war der Kämpfer, der Wahre, der Schlachtlärm-Macher, Kampfgenosse, Vielverzehrer, Brüller, Ṛjīṣin, staubaufwirbelnd, Erschütterer der Menschenstämme; als einziger unter den Völkern ward er Überwinder. [Anm.: khaja, tuvi-mrakṣa unsicher.]
tvaṃ ha nu tyadadamāyo dasyūnrekaḥ kṛṣṭīravanorāryāya / asti svin nu vīryaṃ tat ta indra na svidasti tad ṛtuthā vi vocaḥ
Du hast ja damals allein die Dasyus gebändigt, die Stämme hast du dem Ārya gewonnen. Gibt es wohl diese deine Mannheit, Indra, oder gibt es sie wohl nicht? Das verkünde der Zeit gemäß. [Anm.: Zweifel an der Mannheit Indras, Ton der Herausforderung.]
Wahrlich halte ich deine, des mächtig Geborenen, Kraft, Überwindendster, des Eilenden, Eiligen, des Gewaltigen des Gewaltigen, des Starken, für die stärkere; des Unschwachen, des Schwache-Bezwingers bist du (Bezwinger) geworden. [Anm.: letzter Pāda unsicher.]
tan naḥ pratnaṃ sakhyamastu yuṣme itthā vadadbhirvalamaṅgirobhiḥ / hannacyutacyud dasmeṣayantam ṛṇoḥ puro vi duroasya viśvāḥ
Diese alte Freundschaft soll uns bei euch sein, wie (du) mit den sprechenden Aṅgiras: den Vala schlagend, Unerschütterlicher-Erschütterer, Wundermächtiger, den Antreibenden, hast du alle Burgen (und) Türen von ihm aufgeschlossen. [Anm.: Anspielung auf den Vala-Mythos; Text und Satzbau nicht ganz sicher.]
sa hi dhībhirhavyo astyugra īśānakṛn mahati vṛtratūrye / sa tokasātā tanaye sa vajrī vitantasāyyo abhavat samatsu
Denn er ist durch Gedanken anzurufen, der Gewaltige, der Herrschermacher im großen Vṛtra-Kampf; er im Gewinn von Söhnen (und) im Nachkommen; er, der Keulenträger, ward in den Schlachten vitantasāyya [?]. [Anm.: vitantasāyya unklar, Bedeutung unsicher.]
sa majmanā janima mānuṣāṇāmamartyena nāmnāti pra sarsre / sa dyumnena sa śavasota rāyā sa vīryeṇa nṛtamaḥ samokāḥ
Er hat durch Macht die Herkunft der Menschen, mit unsterblichem Namen, überschritten; er durch Glanz, er durch Kraft und Reichtum, er durch Mannheit, der Männlichste, gleich zu Hause [?]. [Anm.: samokāḥ unsicher.]
sa yo na muhe na mithū jano bhūt sumantunāmā cumuriṃ dhuniṃ ca / vṛṇak pipruṃ śambaraṃ śuṣṇamindraḥ purāṃcyautnāya śayathāya nū cit
Der weder dem Betörten noch dem Falschen ein Volksgenosse ward, Sumantu mit Namen: Cumuri und Dhuni, Pipru, Śambara, Śuṣṇa hat Indra zerbrochen, der Burgen zum Sturz und zur Niederlage, sofort. [Anm.: mithu "falsch/wechselseitig", muha "betört" unsicher.]
Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
yaḥ
der, welcher (Nom. Sg.)
na
nicht
muhe
dem Betörten (Dat. Sg.) [?]
na
nicht
mithu
dem Falschen (Dat. Sg.) [?]
janaḥ
Volksgenosse, Mann (Nom. Sg.)
bhūt
ward (3. Sg. Aor.)
sumantu-nāmā
mit dem Namen Sumantu, guten Rat habend (Nom. Sg.)
udāvatā tvakṣasā panyasā ca vṛtrahatyāya rathamindra tiṣṭha / dhiṣva vajraṃ hasta ā dakṣiṇatrābhi pra manda purudatra māyāḥ
Mit dem hochstrebenden, kraftvollen, bewundernswerten (Wagen) besteige, Indra, den Wagen zum Vṛtra-Töten; nimm die Keule in die rechte Hand, erfreue dich, Vielgebender, an den Zauberkräften [?]. [Anm.: udāvat, tvakṣas, panya im Bezug auf den Wagen [?]; abhi pra manda māyāḥ unsicher.]
agnirna śuṣkaṃ vanamindra hetī rakṣo ni dhakṣyaśanirna bhīmā / gambhīraya ṛṣvayā yo rurojādhvānayad duritā dambhayacca
Wie Feuer den dürren Wald, so verbrenne, Indra, mit den Geschossen den Dämon, furchtbar wie der Blitzkeil; der mit tiefer, hoher (Kraft) zerbrach, die Übel dröhnen ließ [?] und schädigte. [Anm.: Zweiter Halbvers unsicher.]
Komm her mit tausend Wegen, Indra, mit Reichtum, Vielglänzender, mit vielen Kraftpreisen, Sohn der Kraft, dessen Gewalt der Nicht-Gott nicht abzuwehren vermag, Vielgerufener. [Anm.: Konstruktion yasya ... īśe yotoḥ unsicher.]
pra tuvidyumnasya sthavirasya ghṛṣverdivo rarapśe mahimā pṛthivyāḥ / nāsya śatrurna pratimānamasti na pratiṣṭhiḥpurumāyasya sahyoḥ
Vorwärts verkündet ist die Größe des vielglänzenden, mächtigen, kühnen (Indra), größer als Himmel und Erde. Ihm gibt es keinen Feind, kein Gegenmaß, keinen Widerstand, dem Vielzauberigen, Überwinder.
pra tat te adyā karaṇaṃ kṛtaṃ bhūt kutsaṃ yadāyumatithigvamasmai / purū sahasrā ni śiśā abhi kṣāmut tūrvayāṇaṃ dhṛṣatā ninetha
Dieses dein Werk ist heute vollbracht worden, als du für diesen den Kutsa, den Āyu, den Atithigva ... viele Tausende niederschärftest [?]; zur Erde hin hast du den Anstürmenden [?] kühn hinabgeführt. [Anm.: tūrvayāṇa vielleicht Eigenname; Satzbau des Verses unsicher.]
anu tvāhighne adha deva devā madan viśve kavitamaṃ kavīnām / karo yatra varivo bādhitāya dive janāya tanve gṛṇānaḥ
Nach dir, Gott, jubelten da alle Götter bei der Schlangentötung, dem weisesten der Weisen, als du, gepriesen, Weite schufst für den Bedrängten, für das Himmelsvolk (und) für den Leib.
anu dyāvāpṛthivī tat ta ojo 'martyā jihata indra devāḥ / kṛṣvā kṛtno akṛtaṃ yat te astyukthaṃ navīyo janayasva yajñaiḥ
Dieser deiner Kraft folgen Himmel und Erde, die unsterblichen Götter, Indra. Tue, Tatkräftiger, das Ungetane, das du hast; ein neueres Loblied erzeuge mit Weihehandlungen. [Anm.: yajña hier "Weihehandlung/Verehrung"; jihate "in Bewegung setzen / folgen" [?].]