Kapitel 8: ṛgvede 6.8 · pṛkṣasya vṛṣṇo aruṣasya nū sahaḥ pra nu vocaṃ vidathājātavedasaḥ
Lied auf Vaiśvānara-Agni, Weltstütze und Gabenbringer
Ankündigung eines neuen Liedes für Vaiśvānara (1), seine Geburt und weltordnende Taten (2-4), Bitten um Reichtum, Herrschaft und Schutz der Gönner (5-7). Dunkel sind antarvāvat (3), iṣṭe (7) und das Bild pavyeva (5).
pṛkṣasya vṛṣṇo aruṣasya nū sahaḥ pra nu vocaṃ vidathājātavedasaḥ / vaiśvānarāya matirnavyasī śuciḥ soma ivapavate cāruragnaye
Des nährenden [?] Stieres, des Roten, die Kraft, jetzt will ich sie verkünden, jetzt die Verfügungen des Jātavedas. Für Vaiśvānara ist der neueste Gedanke, rein, wie Soma fließt er, lieblich, für Agni.
Als er im höchsten Himmelsraum geboren wurde, hütete Agni, der Gebotehüter, die Gebote. Er maß den Zwischenraum aus, der Gutwirkende, Vaiśvānara; mit Größe berührte er das Firmament.
Er stützte die beiden Welten auseinander, der wunderbare Mitra; mit Licht machte er die Finsternis zu einer Innenhaltigen [?]; wie zwei Felle breitete er die beiden Schalen [Anm.: dhiṣaṇe 'Schalen/Gefäße', hier wohl die beiden Welten] auseinander; Vaiśvānara nahm alle Manneskraft an.
Im Schoß der Wasser ergriffen ihn die Mächtigen; die Sippen traten zum König hin, dem des Liedes Würdigen. Als Bote brachte Mātariśvan den Agni Vaiśvānara von Vivasvant, aus der Ferne.
yuge-yuge vidathyaṃ gṛṇadbhyo 'gne rayiṃ yaśasaṃ dhehi navyasīm / pavyeva rājannaghaśaṃsamajara nīcā ni vṛśca vaninaṃ na tejasā
Von Zeitalter zu Zeitalter gib den Preisenden, Agni, ruhmreichen, neuesten Reichtum, wie er zur Zusammenkunft gehört [?]. Wie mit dem Radreif [?], König, haue den Unheilwünschenden nieder, Unalternder, nieder; hau ihn nieder wie einen Baum mit Glut.
Wort für Wort
yuge--yuge
in jedem Zeitalter (Lok. Sg., Wiederholung)
vidathyam
zur Zusammenkunft gehörig, verteilbar [?] (Akk. Sg.)
gṛṇat-bhyaḥ
den Preisenden (Dat. Pl.)
agne
Agni (Vok.)
rayim
Reichtum (Akk. Sg.)
yaśasam
ruhmreich (Akk. Sg.)
dhehi
gib (2. Sg. Imp.)
navyasīm
neuest (Akk. Sg. f.)
pavyāiva
wie mit einem Radreif, Speerspitze [?] (Inst. Sg.)
Unter unseren Gabenherren erhalte, Agni, ungebeugte, unalternde Herrschaft mit guter Heldenkraft. Wir möchten mit deinen Hilfen, Vaiśvānara, den hundertfachen, tausendfachen Kraftpreis gewinnen, Agni.
adabdhebhistava gopābhiriṣṭe 'smākaṃ pāhi triṣadhastha sūrīn / rakṣā ca no daduṣāṃ śardho agne vaiśvānara pra catārī stavānaḥ
Mit deinen unbetrügbaren Hütern schütze uns, [auf Wunsch/im Begehr?] [?], der du auf drei Sitzen weilst, unsere Gönner; bewahre uns, die Schar der Gebenden; Agni, Vaiśvānara, führ uns hinüber, [wenn du] gepriesen wirst.
Wort für Wort
adabdhebhiḥ
mit unbetrügbaren (Inst. Pl.)
tava
dein (Gen. Sg.)
gopābhiḥ
mit Hütern (Inst. Pl.)
iṣṭe
im Begehr, auf Wunsch, Verehrter [?] (Lok./Vok. Sg.)
asmākam
unsere (Gen. Pl.)
pāhi
schütze (2. Sg. Imp.)
tri-sadastha
auf drei Sitzen weilend (Vok. Sg.)
sūrīn
Gönner (Akk. Pl.)
rakṣa
bewahre (2. Sg. Imp.)
ca
und
naḥ
uns (Akk.)
daduṣām
der Gebenden (Gen. Pl.)
śardhaḥ
Schar (Akk. Sg.)
agne
Agni (Vok.)
vaiśvānara
Vaiśvānara (Vok.)
pra
hervor, voran
ca
und
tārīḥ
du sollst hinüberführen (2. Sg. Aor. Inj.) [PP tārīḥ]