Kapitel 49: ṛgvede 6.49 · stuṣe janaṃ suvrataṃ navyasībhirgīrbhirmitrāvaruṇā sumnayantā
Anruf an viele Götter, von Mitra-Varuṇa bis Viṣṇu, um Schutz und Reichtum
Götterreihe: Mitra und Varuṇa, Agni, die beiden Töchter (Tag/Nacht), Vāyu, Aśvins, Parjanya-Vāta, Sarasvatī, Pūṣan, Tvaṣṭar, Rudra, Marut, Viṣṇu, dann eine Sammelbitte um Reichtum. Der Padapāṭha der Quelle ist in 6.49.3 und 6.49.4 stark verderbt (6.49.4 hat nur ein einziges Token); dort wurde nach der Saṃhitā übersetzt. Schwierig: 6.49.6, 6.49.8, 6.49.12.
stuṣe janaṃ suvrataṃ navyasībhirgīrbhirmitrāvaruṇā sumnayantā / ta ā gamantu ta iha śruvantu sukṣatrāso varuṇomitro agniḥ
Das Geschlecht (die Schar) guter Bräuche [?] preise ich mit den neuesten Liedern, Mitra und Varuṇa, die ihr Wohlwollen zeigt. / Sie sollen herkommen, sie sollen hier hören, die Herrschaftsguten: Varuṇa, Mitra, Agni.
Den bei jeder Sippe, bei den Weihehandlungen Preiswürdigen, dessen Geisteskraft frei von Übermut ist, den Wanderer (Diener) der beiden Jungen, / das Kind des Himmels, den Sohn der Kraft, Agni, das Banner der Weihehandlung, den Rötlichen – [ihn will ich] verehren. [Anm.: aratim und die 'beiden Jungen' (wohl Tag und Nacht/Himmel und Erde) unsicher]
Wort für Wort
viśaḥ-viśaḥ
Sippe für Sippe (Akk. Sg.)
īḍyam
preiswürdig (Akk. Sg. m.)
adhvareṣu
bei den Weihehandlungen (Lok. Pl.)
adṛpta-kratum
dessen Geisteskraft frei von Übermut ist (Akk. Sg. m.)
Die beiden Töchter des Rötlichen, die verschiedengestaltigen: die eine ist mit Sternen geschmückt, die andere [ist] die Sonne (Helle) [?]. / Einander antreibend ziehen sie auseinander, die beiden Läuterinnen; sie erreichen das Lobgedenken (manma), das gehört wird, wenn sie besungen werden. [Anm.: Wohl Nacht und Tag/Morgenröte, plausibel; der Padapāṭha der Quelle ist an dieser Stelle verderbt]
Wort für Wort
aruṣasya
des Rötlichen (Gen. Sg.)
duhitarā
Töchter (Nom. Du.)
virūpeitivi-rūpe
verschiedengestaltig (Nom. Du. f.; PP-Fehler 'virūpe iti')
stṛ-bhiḥ
mit Sternen (Instr. Pl.)
anyā pipiśe
die eine ist geschmückt (Nom. Sg. f. + 3. Sg. Perf. Med.; PP-Fehler, zwei Wörter in einem Token) [?]
sūraḥ
Sonne, Helle (Nom. Sg.) [?]
anyā
die andere (Nom. Sg. f.)
mithaḥ-turā
einander antreibend (Nom. Du. f.)
vicarantī itivi-carantī
auseinander ziehend, sich bewegend (Nom. Du. f.; PP-Fehler 'vicarantī iti')
pāvake iti
die Läuternden, Reinigenden (Nom. Du. f.)
manma
Gedenken, Lobgedanke (Akk. Sg.)
śrutam
gehört (Akk. Sg. n.)
nakṣata
erreichen (3. Pl. Aor. Inj. Med.)
ṛcyamāneiti
besungen werdend (Nom. Du. f.; PP-Fehler 'ṛcyamāne iti')
pra vāyumachā bṛhatī manīṣā bṛhadrayiṃ viśvavāraṃ rathaprām / dyutadyāmā niyutaḥ patyamānaḥ kaviḥ kavimiyakṣasi prayajyo [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: itipra-yajyo]
Zu Vāyu hin [geht] mein großes Denken, [zu dem, der] großen, von allen begehrten, wagenfüllenden Reichtum [bringt]. / Du mit glänzender Bahn, über die Niyut-Gespanne waltend, Seher, willst den Seher verehren, o Verehrungswürdiger [?]. [Anm.: Der Padapāṭha der Quelle enthält nur das Schlusswort; die Übersetzung folgt der Saṃhitā]
Wort für Wort
itipra-yajyo
o Verehrungswürdigster (Vok. Sg.; PP verderbt, nur das Schlusswort 'pra-yajyo' als Token) [?]
sa me vapuśchadayadaśvinoryo ratho virukmān manasā yujānaḥ / yena narā nāsatyeṣayadhyai vartiryāthastanayāya tmane ca
Er soll mir den Leib bedecken (schützen) [?], der Wagen der Aśvins, glänzend, vom Geist angeschirrt, / mit dem ihr Männer, ihr Nāsatyas, zur Eile [oder: zum Anspornen] eure Bahn fahrt, für unsere Nachkommen und für uns selbst.
Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg. m.)
me
mir (Dat./Gen. Sg.)
vapuḥ
Leib, Gestalt (Akk. Sg.)
chadayat
soll bedecken, schützen (3. Sg. Aor. Inj. Kaus.) [?]
Parjanya und Vāta, ihr Bullen der Erde, belebt die wässrigen Fülle(n) [der Erde]; / ihr Seher von wahrer Erhörung, durch dessen Lieder [ihr], Steher (Stehendes) der Bewegten [?], das Bewegte herbeischafft [?]. [Anm.: Zweite Halbstrophe syntaktisch unsicher; jagat/sthātar = Bewegtes/Stehendes, kosmische Ebene plausibel]
Pāvīravī, das Mädchen, die von buntem Lebensglanz, Sarasvatī, die Heldenfrau, soll [uns] Einsicht (Gedanken) verleihen; / einträchtig mit den Göttinnen soll sie dem Sänger unzerbrechlichen, unangreifbaren Schutz, Schirm reichen.
pathas-pathaḥ paripatiṃ vacasyā kāmena kṛto abhyānaḷ arkam / sa no rāsacchurudhaścandrāgrā dhiyaṃ-dhiyaṃ sīṣadhāti pra pūṣā
Den Hüter jedes Weges hat der Lobgesang (arka) erreicht, der durch Rede vom Verlangen [getrieben] gemacht wurde [?]. / Er soll uns erquickende Gaben geben, glänzend an der Spitze; jeden Gedanken lasse Pūṣan gelingen. [Anm.: vacasyā/kāmena kṛtaḥ unsicher]
Den als Erster Anteil Nehmenden, Ruhmvollen, Lebenskraft Verleihenden, den Schönhändigen, den Gott mit schönem Arm, den Geschickten: / der Agni, der Leuchtende, soll als Rufer (hotṛ) den Verehrungswürdigen der Wohnstätten, den gut anrufbaren Tvaṣṭar, verehren.
Den Vater der Welt, Rudra, stärke mit diesen Liedern bei Tag, Rudra in der Nacht. / Den Hohen, Erhabenen, Alterslosen, Gnadenreichen möchten wir jeweils gesondert anrufen, vom Seher angetrieben.
Kommt her, ihr jungen Seher, verehrungswürdigen Marut, zu dem Singenden, zur Ehrung [?]; / denn selbst das Unscheinbare belebt ihr. So, wachsend, nahend, ihr Männer, wie die Aṅgiras.
Wort für Wort
ā
her (Präverb)
yuvānaḥ
junge (Nom. Pl. m.)
kavayaḥ
Seher (Nom. Pl.)
yajñiyāsaḥ
verehrungswürdig (Nom. Pl. m.)
marutaḥ
Marut (Vok. Pl.)
ganta
kommt (2. Pl. Aor. Imp.)
gṛṇataḥ
zum Singenden (Akk. Sg. m.)
varasyām
zur Ehrung, Gunst (Lok. Sg.) [?]
ac itram
Unscheinbares, nicht Buntes (Akk. Sg. n.; PP-Fehler 'ac itram')
pra vīrāya pra tavase turāyājā yūtheva paśurakṣirastam / sa pispṛśati tanvi śrutasya stṛbhirna nākaṃ vacanasyavipaḥ
Vorwärts für den Helden, vorwärts für den Starken, den Eiligen treibe [die Lieder] hin, wie der Viehhüter die Herden heimwärts. / Er schmückt (berührt) den Leib des Berühmten [?], wie den Himmel mit Sternen, der Rede des Begeisterten [?]. [Anm.: zweite Zeile syntaktisch unsicher; Bild vom Sternenhimmel als Schmuck]
yo rajāṃsi vimame pārthivāni triścid viṣṇurmanave bādhitāya / tasya te śarmannupadadyamāne rāyā madema tanvā tanā ca
Der die irdischen Räume vermaß – dreimal, Viṣṇu, für den bedrängten Manu –: / in deinem Schutz, der uns nahe angeboten wird [?], wollen wir uns mit Reichtum, mit Leib und Nachkommen erfreuen.
tan no 'hirbudhnyo abdhirarkaistat parvatastat savitā cano dhāt / tadoṣadhībhirabhi rātiṣāco bhagaḥ purandhirjinvatu pra rāye
Das [soll] uns der Ahi Budhnya mit den Wassern und Lobliedern [gewähren], das der Berg, das Savitar als Gunst verleihen. / Das [sollen] mit den Kräutern die Gabenbegleiter, Bhaga, Puraṃdhi (Fülle) hin zum Reichtum beleben.
nu no rayiṃ rathyaṃ carṣaṇiprāṃ puruvīraṃ maha ṛtasya gopām / kṣayaṃ dātājaraṃ yena janān spṛdho adevīrabhi cakramāma viśa ādevīrabhyaśnavāma
Nun gebt uns Reichtum, wagenreichen, die Leute erfüllenden, vielhelden, den großen Hüter der Ordnung; eine alterslose Wohnstatt gebt, / mit der wir die gottlosen Wettbewerber unter den Leuten überschreiten [überwinden] und die gottzugewandten Sippen erlangen mögen.
Wort für Wort
nu
nun
naḥ
uns (Dat. Pl.)
rayim
Reichtum (Akk. Sg.)
rathyam
wagenreich, wagenbeladen (Akk. Sg. m.)
carṣaṇi-prām
die Leute erfüllend (Akk. Sg. m.)
puru-vīram
vielhelden (Akk. Sg. m.)
mahaḥ
des Großen (Gen. Sg.)
ṛtasya
der Ordnung, des Wahren (Gen. Sg.)
gopām
Hüter (Akk. Sg. m.)
kṣayam
Wohnstatt, Herrschaft (Akk. Sg.)
dāta
gebt (2. Pl. Imp.)
ajaram
alterslos (Akk. Sg. m.)
yena
womit (Instr. Sg. m.)
janān
Leute (Akk. Pl.)
spṛdhaḥ
Wettbewerber, Rivalen (Akk. Pl.)
adevīḥ
gottlos (Akk. Pl. f.)
abhi
hin, über (Präverb)
ca
und
kramāma
mögen wir überschreiten (1. Pl. Konj.)
vi śaḥ
Sippen (Akk. Pl.; PP-Fehler 'vi śaḥ')
ādevīḥ abhi
gottzugewandt (Akk. Pl. f.; PP 'ādevīḥ abhi' zwei Wörter in einem Token)