Kapitel 50: ṛgvede 6.50 · huve vo devīmaditiṃ namobhirmṛḷīkāya varuṇaṃ mitramagnim
Anruf an alle Götter um Gnade, Schutz und Reichtum
Viśvedevāḥ-Lied: Aufzählung von Aditi, Mitra-Varuṇa, Agni, Aryaman, Savitar, Bhaga, Himmel und Erde, den Marut, Pūṣan, Indra, den Wassern, den Aśvins, Rudra, Sarasvatī, Viṣṇu, Vāyu, den Ṛbhus, Parjanya-Vāta, Apām Napāt, Tvaṣṭar, Ahi Budhnya, Aja Ekapād u. a., mit der Bitte um Gnade und Reichtum. Schwierig sind 6.50.2 (dakṣapitṝn), 6.50.5 und 6.50.15.
huve vo devīmaditiṃ namobhirmṛḷīkāya varuṇaṃ mitramagnim / abhikṣadāmaryamaṇaṃ suśevaṃ trātṝn devān savitāraṃ bhagaṃ ca
Ich rufe euch die göttliche Aditi mit Verneigungen zur Gnade an, Varuṇa, Mitra, Agni, / den [Gaben] Annehmenden [?] Aryaman, den wohltuenden, die rettenden Götter, Savitar und Bhaga.
Die Lichtguten, [die die] Tüchtigkeit zum Vater haben [?], Sūrya, in Sündlosigkeit, du sehr Großer, nimm [sie] an, die Götter, / die zweimal Geborenen, die der Ordnung Anhängenden, die Wahrhaften, Lichtbesitzenden, Verehrungswürdigen, die Agni als Zunge haben. [Anm.: dakṣapitṝn unsicher: 'deren Vater Dakṣa/Tüchtigkeit ist']
Wort für Wort
su-jyotiṣaḥ
gut leuchtend (Akk. Pl. m.)
sūrya
Sūrya (Vok.)
dakṣa-pitṝn
die Tüchtigkeit (Dakṣa) zum Vater habend (Akk. Pl. m.) [?]
Und auch Himmel und Erde: weite, hohe Herrschaft, Schutz [gebt], ihr beiden Gütigen. / Ihr schafft großen Raum, damit für uns, ihr beiden Schalen (Dhiṣaṇā), zum Wohnen [alles] ohne Anstoß [sei] [?].
Wort für Wort
uta
und
dyāvāpṛthivī iti
Himmel und Erde (Vok./Nom. Du.)
kṣatram
Herrschaft (Akk. Sg.)
uru
weit (Akk. Sg. n.)
bṛhat
hoch (Akk. Sg. n.)
rodasī iti
ihr beiden Welten (Vok. Du.)
śaraṇam
Schutz (Akk. Sg.)
susumneitisu-sumne
ihr beiden Gütigen (Vok. Du. f.; PP-Fehler 'susumne iti')
mahaḥ
großen (Akk. Sg. m.)
karathaḥ
ihr macht (2. Du. Präs.)
varivaḥ
Raum (Akk. Sg.)
yathā
damit, wie
naḥ
uns (Dat. Pl.)
asme iti
uns (Dat. Pl.)
kṣayāya
zum Wohnen, für die Wohnstatt (Dat. Sg.)
dhiṣaṇeiti
ihr beiden Dhiṣaṇā, Schalen (Vok. Du.; PP-Fehler 'dhiṣaṇe iti') [?]
Zu uns sollen sich heute die Söhne Rudras neigen, angerufen, die Vasus, die unbezwingbaren, / wenn wir, in Not gesetzt, in kleinem oder großem Streit die Marut, die Götter, angerufen haben.
mimyakṣa yeṣu rodasī nu devī siṣakti pūṣā abhyardhayajvā / śrutvā havaṃ maruto yad dha yātha bhūmā rejante adhvani pravikte
[Die Marut], an denen die beiden Welten haften, die göttliche [Rodasī] folgt [ihnen], und Pūṣan, der Verehrer [?] ... [Anm.: Zeile 1 sehr unsicher]. / Wenn ihr, Marut, den Ruf gehört habt und herkommt, dann erbebt die Fülle auf dem gebahnten Weg [?].
Hin zu jenem Helden, dem an Liedern Gefallenden, singe, Indra [an], mit neuer Formung (brahman), du Sänger! / Er soll den Ruf hören, er, auch wenn er gepriesen wird; Stärken soll er geben, als der Große, der besungen wird.
Ihr Wasser, ihr menschlichen, verleiht [uns] Beistand, Unversehrtheit, für Sohn und Nachkommen Heil und Segen. / Denn ihr seid Heilerinnen, die mütterlichsten, die Gebärerinnen alles Stehenden und Bewegten.
ā no devaḥ savitā trāyamāṇo hiraṇyapāṇiryajato jagamyāt / yo datravānuṣaso na pratīkaṃ vyūrṇute dāśuṣe vāryāṇi
Zu uns soll der Gott Savitar kommen, uns rettend, der Goldhändige, Verehrungswürdige, / der, gabenreich, wie das Antlitz der Morgenröten dem Gebenden die begehrenswerten Güter aufschließt.
uta tvaṃ sūno sahaso no adyā devānasminnadhvare vavṛtyāḥ / syāmahaṃ te sadamid rātau tava syāmagne 'vasā suvīraḥ
Und du, Sohn der Kraft, lenke uns heute die Götter zu dieser Weihehandlung herbei; / ich möchte stets in deiner Gabe sein, ich möchte durch deine Hilfe, Agni, gute Helden haben.
uta tyā me havamā jagmyātaṃ nāsatyā dhībhiryuvamaṅga viprā / atriṃ na mahastamaso 'mumuktaṃ tūrvataṃ narā duritādabhīke
Und ihr beiden dort, kommt zu meinem Ruf, Nāsatyas, mit euren Gedanken, ihr klugen Seher. / Wie den Atri aus großer Finsternis habt ihr [ihn] befreit; ihr Männer, rettet [uns] aus dem Unheil in der Bedrängnis [?].
te no rāyo dyumato vājavato dātāro bhūta nṛvataḥ purukṣoḥ / daśasyanto divyāḥ pārthivāso gojātā apyā mṛlatā cadevāḥ
Seid uns Geber glänzender, kraftreicher, männerreicher, vielwohnender Reichtümer, / ihr Gebenden, ihr Himmlischen, Irdischen, Rind-Geborenen [oder: aus Rindern (Kuh Pṛśni) Entstandenen], ihr Wässrigen – seid gnädig, ihr Götter. [Anm.: gojātāḥ wohl Beiwort der Marut, plausibel; apyāḥ = 'von den Wassern']
te no rudraḥ sarasvatī sajoṣā mīḷhuṣmanto viṣṇurmṛḷantu vāyuḥ / ṛbhukṣā vājo daivyo vidhātā parjanyāvātā pipyatāmiṣaṃ naḥ
Diese sollen uns gnädig sein: Rudra, Sarasvatī, einträchtig, die gabenspendenden Viṣṇu [und] Vāyu, Ṛbhukṣan, Vāja, der göttliche Ordner (Verteiler); / Parjanya und Vāta sollen uns Labung anschwellen lassen.
Und dieser Gott Savitar, Bhaga soll uns helfen, der Enkel der Wasser (Apām Napāt), der Gabenspendende [?], der Erfüllende; / Tvaṣṭar, einträchtig mit den Göttern und den [göttlichen] Frauen, der Himmel mit den Göttern, die Erde mit den Meeren. [Anm.: dānu unsicher]
Und uns soll der Ahi Budhnya hören, der ungeborene Einfüßige (Aja Ekapād), die Erde, das Meer; / alle Götter, ordnungsfördernd, angerufen, und die gepriesenen, von Dichtern gesprochenen Sprüche sollen [uns] fördern. [Anm.: aja kann auch 'Bock' heißen; 'Ungeborener' ist die ältere Deutung des Beinamens, plausibel]
So besingen [dich, ihr] Enkel, die Bharadvājas, mit meinen [d. h. dessen] Gedanken, mit Sprüchen [?]; / ihr Göttinnen, angerufen, ihr Vasus, unbezwingbar, ihr alle gepriesen – seid [da], ihr Verehrungswürdigen. [Anm.: Zuordnung von napātaḥ, mama tasya sowie gnāḥ unsicher]