Kapitel 51: ṛgvede 6.51 · udu tyaccakṣurmahi mitrayorāneti priyaṃ varuṇayoradabdham
An die Ādityas und Viśve Devāḥ: Bitte um Schutz und Sühne
Anruf der Ādityas (Mitra, Varuṇa, Aryaman, Bhaga, Aditi) und aller Götter um Schutz vor Feindseligkeit und fremder Schuld; Verehrungsformeln (namaḥ) in V. 8; V. 12 nennt den Sänger Bhāradvāja; die Schlussverse 13-16 sind ein Nachtrag mit Agni, Soma, Marut-artigen Helfern und einem Wegwunsch.
Auf geht das große Auge dieser beiden, Mitras und Varuṇas, das liebe, unbetrogene, das Ordnungs-Antlitz, rein und schön anzusehen; wie ein goldener Schmuck des Himmels ist es beim Aufgang hell aufgeleuchtet.
veda yastrīṇi vidathānyeṣāṃ devānāṃ janma sanutarā ca vipraḥ / ṛju marteṣu vṛjinā ca paśyannabhi caṣṭe sūro arya evān
Der Weise (Seher), der drei Verrichtungen dieser Götter, ihre Herkunft und ihre älteren Dinge kennt, sieht unter den Sterblichen das Gerade und das Krumme und blickt herab, die Sonne, der Herr der Fremden [?].
stuṣa u vo maha ṛtasya gopānaditiṃ mitraṃ varuṇaṃ sujātān / aryamaṇaṃ bhagamadabdhadhītīnachā voce sadhanyaḥ pāvakān
Ich lobe euch, die großen Hüter der Ordnung: Aditi, Mitra, Varuṇa, die Wohlgeborenen, Aryaman, Bhaga, die mit unbetrogenem Sinnen; zu euch will ich rufen, reich an Gaben, die Läuternden.
Die Feindverzehrer, die Herren des Guten, Unbetrogenen, die großen Könige, die Geber schönen Gewandes [?], die jungen, wohlherrschenden, im Himmel wohnenden Männer, die Ādityas, will ich bitten, Aditi, die ihre Verehrung will.
mā no vṛkāya vṛkye samasmā aghāyate rīradhatā yajatrāḥ / yūyaṃ hi ṣṭhā rathyo nastanūnāṃ yūyaṃ dakṣasya vacaso babhūva
Nicht dem Wolf, nicht der Wölfin, nicht dem Übelwollenden alles überlasst uns, ihr Verehrungswürdigen. Ihr seid die Wagenlenker unserer Leiber, ihr seid der Kraft und der Rede Ursprung [?].
mā va eno anyakṛtaṃ bhujema mā tat karma vasavo yaccayadhve / viśvasya hi kṣayatha viśvadevāḥ svayaṃ ripustanvaṃ rīriṣīṣṭa
Nicht möchten wir eure Verfehlung genießen, die ein anderer begangen hat, nicht jene Tat, Vasus, die ihr anstrebt [?]. Ihr Allgötter, ihr herrscht über alles; der Feind soll sich selbst den Leib verletzen.
nama idugraṃ nama ā vivāse namo dādhāra pṛthivīmuta dyām / namo devebhyo nama īśa eṣāṃ kṛtaṃ cideno namasāvivāse
Verehrung ist es (ja), die Gewaltiges [erreicht]; mit Verehrung nahe ich mich; Verehrung hat Erde und Himmel gestützt; Verehrung den Göttern, Verehrung herrscht über diese. Auch eine begangene Verfehlung wende ich mit Verehrung ab [Anm.: ā vivāse = ich diene / wende ab, unsicher].
ṛtasya vo rathyaḥ pūtadakṣān ṛtasya pastyasado adabdhān / tānā namobhirurucakṣaso nṝn viśvān va ā name maho yajatrāḥ
Der Ordnung eure Wagenlenker, die reinen Sinnes, im Hause der Ordnung sitzenden Unbetrogenen, die weitblickenden Männer, sie alle, große Verehrungswürdige, umfange ich mit Verehrungen [?].
te hi śreṣṭhavarcasasta u nastiro viśvāni duritā nayanti / sukṣatrāso varuṇo mitro agnir{ṛ}tadhītayo vakmarājasatyāḥ
Sie sind ja von trefflichstem Glanz; sie führen uns durch alle Bedrängnisse hindurch, die Wohlherrschenden, Varuṇa, Mitra, Agni, deren Gedanken der Ordnung gelten, wahrhaft durch [ihr] Rufen herrschend [?].
Wort für Wort
te
sie (Nom. Pl.)
hi
ja
śreṣṭha-varcasaḥ
von bestem Glanz (Nom. Pl.)
te
sie (Nom. Pl.)
oṃ iti
fürwahr
naḥ
uns (Akk. Pl.)
tiraḥ
hindurch (Adv.)
viśvāni
alle (Akk. Pl.)
duḥ-itā
Bedrängnisse (Akk. Pl.)
nayanti
führen (3. Pl.)
su-kṣatrāsaḥ
wohlherrschend (Nom. Pl.)
varuṇaḥ
Varuṇa (Nom. Sg.)
mitraḥ
Mitra (Nom. Sg.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
ṛta-dhītayaḥ
Gedanken der Ordnung habend (Nom. Pl.)
vakmarāja-satyāḥ
durch Ruf/Lob herrschend, wahrhaftig [?] (Nom. Pl.)
te na indraḥ pṛthivī kṣāma vardhan pūṣā bhago aditiḥ pañca janāḥ / suśarmāṇaḥ svavasaḥ sunīthā bhavantu naḥsutrātrāsaḥ sugopāḥ
Sie sollen uns stärken: Indra, Erde, Land [?], Pūṣan, Bhaga, Aditi, die fünf Stämme. Sie seien uns gute Schützer, mit gutem Beistand, gute Führer, gute Retter, gute Hüter.
Nun möchte ich den himmlischen Sitz erreichen, ihr Götter; Bhāradvāja, der Anrufer, geht zu [eurer] Gunst. Mit Kräften der Weihespende [?] hat der Verehrende, nach Gütern verlangend, den Ursprung der Götter angerufen [Anm.: āsānebhiḥ miyedhaiḥ unsicher].
grāvāṇaḥ soma no hi kaṃ sakhitvanāya vāvaśuḥ / jahī nyatriṇaṃ paṇiṃ vṛko hi ṣaḥ
Die Pressteine haben ja, Soma, danach verlangt, dass es uns wohl sei, zur Freundschaft. Schlag nieder den Gierigen, den Kaufmann; denn er ist ein Wolf.