Kapitel 65: ṛgvede 6.65 · eṣā syā no duhitā divojāḥ kṣitīruchantī mānuṣīrajīgaḥ
Lob der Morgenröte Uṣas und Bitte um Gaben
Uṣas-Lied: ihr Erscheinen und Vertreiben des Dunkels, dann Bitte um Ruhm, Kraft und Schätze; in Vers 5 wird auf den Mythos der Aṅgirasen angespielt, die den Rinder-Verstecken mit Lied und Formel öffneten (Anspielung auf Rinderhöhle, Deutungsebene mythologisch, gut belegt).
Diese hier, unsere Tochter des Himmels, hat beim Aufleuchten die menschlichen Siedlungen geweckt; / die mit leuchtendem Glanz an den lieblichen Nächten erkannt wurde, hindurch durch das Dunkel, [ja] die Nächte.
vi tad yayuraruṇayugbhiraśvaiścitraṃ bhāntyuṣasaścandrarathāḥ / agraṃ yajñasya bṛhato nayantīrvi tā bādhantetama ūrmyāyāḥ
Dorthin fuhren sie mit den rötlich angeschirrten Rossen; wunderbar leuchten die Morgenröten mit goldglänzenden Wagen. / Die Spitze der großen Weihehandlung führend, verscheuchen sie das Dunkel der Nacht [?].
Ruhm, Kraftpreis, Stärkung, Kraft bringend, dem Darbringer, dem Sterblichen, ihr Uṣas, / freigebig, heldenreich, [ihn] beherrschend, legt Hilfe [hin], gebt dem Verehrenden heute Schätze.
idā hi vo vidhate ratnamastīdā vīrāya dāśuṣa uṣāsaḥ / idā viprāya jarate yadukthā ni ṣma māvate vahatha pura cit
Jetzt ja ist euch dem Verehrenden ein Schatz da, jetzt dem Helden, dem Darbringer, ihr Uṣas; / jetzt dem Weisen, dem Singenden, wenn Lieder [erklingen]; auch früher habt ihr [Gaben] für einen wie mich hergefahren.
idā hi ta uṣo adrisāno gotrā gavāmangiraso gṛṇanti / vyarkeṇa bibhidurbrahmaṇā ca satyā nṛṇāmabhavad devahūtiḥ
Jetzt ja preisen dir, Uṣas, die Aṅgirasen, [die] Steine-Gewinnenden, die Rinder-Verstecke; / sie spalteten [sie] mit Lied und Formel auf; wahr wurde der Götter-Ruf der Männer.
Erhelle, Tochter des Himmels, wie einst für uns, [wie] für Bharadvāja, den Verehrenden, du Freigebige; / einen heldenreichen Reichtum laß dem Singenden [zuteil werden] [?]; weithin schallenden Ruhm setze auf uns.