Kapitel 6: ṛgvede 6.6 · pra navyasā sahasaḥ sūnumachā yajñena gātumava ichamānaḥ
Agni als Waldfeuer, Lichtstrahler und Reichtumsgeber
Schilderung Agnis als brennendes, donnerndes Feuer, das Wälder verzehrt (1-5), Bitte um Abwehr der Widersacher (6) und um glänzenden Reichtum (7). Im ersten Vers bleibt das Subjekt von jigāti offen; navagvāḥ (6.6.3) und dayate (6.6.5) sind unsicher.
Vorwärts geht [der Sänger] mit neuestem [Lied] zum Sohn der Kraft, durch Weihehandlung Weg und Hilfe suchend; er kommt zum Wälder Fällenden, Dunkelbahnigen, Hellen, zum himmlischen Rufer, im Genuss [?] [Anm.: Subjekt und Bezug von vītī unsicher].
Er, der Hellleuchtende, der Donnernde, im Lichtraum Stehende, mit unalternden, brüllenden [Flammen], der Jüngste: der Läuternde, Vielfachste, Agni, folgt den vielen, breiten [Räumen], verzehrend [?].
vi te viṣvag vātajūtāso agne bhāmāsaḥ śuce śucayaścaranti / tuvimrakṣāso divyā navagvā vanā vananti dhṛṣatā rujantaḥ
Nach allen Seiten, Agni, ziehen deine windgetriebenen Strahlen, Reiner, rein; die vielzermalmenden, himmlischen, Neun-Kuh-gleichen [?] erobern die Wälder, kühn brechend [Anm.: navagva ist sonst Name mythischer Sänger; hier Bild ungeklärt].
ye te śukrāsaḥ śucayaḥ śuciṣmaḥ kṣāṃ vapanti viṣitāso aśvāḥ / adha bhramasta urviyā vi bhāti yātayamāno adhi sānu pṛśneḥ
Die hellen, reinen, glänzenden Rosse, die losgelassen die Erde scheren: da leuchtet dein Flackern weithin, sich ausrichtend auf dem Rücken der Pṛśni [Anm.: Pṛśni 'die Gescheckte', Erde oder Wolke; unsicher].
Wort für Wort
ye
welche (Nom. Pl.)
te
dein (Gen. Sg.)
śukrāsaḥ
hell (Nom. Pl.)
śucayaḥ
rein (Nom. Pl.)
śuciṣmaḥ
glänzend (Nom. Pl.)
kṣām
Erde (Akk. Sg.)
vapanti
sie scheren, schneiden (3. Pl.)
vi-sitāsaḥ
losgelassen (Nom. Pl.)
aśvāḥ
Rosse (Nom. Pl.)
adha
da, dann
bhramaḥ
Flackern, Wirbeln (Nom. Sg.)
te
dein (Gen. Sg.)
urviyā
weithin (Adv.)
vi
auseinander
bhāti
er leuchtet (3. Sg.)
yātayamānaḥ
sich ausrichtend, sich hinwendend [?] (Part. Nom. Sg.)
Da flattert die Zunge des Stiers hervor wie der Blitz des Rinderkämpfers, losgelassen. Wie das Ausgreifen eines Helden [ist] das Streichen Agnis, schwer aufzuhalten, furchtbar; es verzehrt die Wälder [?].
ā bhānunā pārthivāni jrayāṃsi mahastodasya dhṛṣatā tatantha / sa bādhasvāpa bhayā sahobhi spṛdho vanuṣyan vanuṣo ni jūrva
Mit Glanz hast du kühn die irdischen Flächen [des Raumes] ausgespannt, [du,] des großen Antreibers [?]. Du wehre die Schrecken ab mit deinen Kräften, die Widersacher, den Angreifer niederwerfend, zermalme die Angreifer.
Du, Glänzender, [gib] uns glänzenden [Reichtum], der uns aufmerken lässt, du von glänzender Herrschaft, das Glänzendste, das Lebenskraft Verleihende, leuchtenden Reichtum mit vielen Männern, großen; du Leuchtender, verbinde den Preisenden mit den Glanzgütern [?].