Kapitel 28: ṛgvede 6.28 · ā gāvo agmannuta bhadramakran sīdantu goṣṭhe raṇayantvasme
Preis der Rinder und Segen über die Herde
Segenslied auf die Rinderherde: Sie sollen heimkehren, gedeihen, vor Dieben und Gefahr geschützt sein; der freigebige Verehrer wird von Indra gefördert. Vers 4 (reṇukakāṭa, saṃskṛtatra) und Vers 8 (upaparcana) sind schwierig.
Die Rinder sind gekommen und haben Gutes bewirkt; sie sollen sich im Rinderstall niedersetzen, sich bei uns wohlfühlen. Nachkommenreich, vielgestaltig sollen sie hier sein, für Indra viele Morgenröten hindurch Milch gebend.
indro yajvane pṛṇate ca śikṣatyuped dadāti na svaṃ muṣāyati / bhūyo-bhūyo rayimidasya vardhayannabhinne khilye nidadhāti devayum
Indra hilft dem Verehrer und dem Spendenden; er gibt dazu und raubt nicht das Seine. Immer mehr dessen Besitz mehrend, setzt er den Götter-Zugetanen in unversehrtes Brachland [?] [Anm.: khilya, ungepflügtes Weide- oder Ödland, gemeint wohl gesicherter Besitz].
na tā naśanti na dabhāti taskaro nāsāmāmitro vyathirādadharṣati / devāṃśca yābhiryajate dadāti ca jyogit tābhiḥ sacate gopatiḥ saha
Diese gehen nicht verloren, der Dieb schädigt sie nicht, der feindliche Bedränger wagt sich nicht an sie [?]. Mit denen [der Verehrer] die Götter verehrt und gibt, mit denen ist der Rinderherr lange verbunden.
na tā arvā reṇukakāṭo aśnute na saṃskṛtatramupa yanti tā abhi / urugāyamabhayaṃ tasya tā anu gāvo martasya vicaranti yajvanaḥ
Sie erreicht kein Renner, kein reṇukakāṭa [?]; sie gehen nicht zu einem Ort der Zurichtung [?] hin. Weiten Weg, Furchtlosigkeit hat der, dem jene Rinder folgen [und] um den herum sich die Rinder des verehrenden Sterblichen verteilen. [Anm.: reṇukakāṭa und saṃskṛtatra unklar; Deutung als Räuber bzw. Schlachtplatz spekulativ.]
gāvo bhago gāva indro me achān gāvaḥ somasya prathamasya bhakṣaḥ / imā yā gāvaḥ sa janāsa indra ichāmīd dhṛdāmanasā cidindram
Die Rinder [sind] Bhaga, die Rinder Indra, [sie mögen] mir [zukommen] [?]; die Rinder [sind] der Anteil des ersten Soma. Diese Rinder hier: [der, der sie gibt], ihr Leute, ist Indra. Ich wünsche Indra mit Herz und Sinn.
Ihr, Rinder, macht auch den Mageren fett, auch den Unschönen macht ihr schön anzusehen; ihr macht das Haus gut, ihr mit segensreicher Stimme. Groß wird euer Lebenskraft in den Versammlungen gerühmt.
prajāvatīḥ sūyavasaṃ riśantīḥ śuddhā apaḥ suprapāṇepibantīḥ / mā va stena īśata māghaśaṃsaḥ pari vo hetī rudrasya vṛjyāḥ
Nachkommenreich, gutes Gras abweidend, reines Wasser an guter Tränke trinkend: Kein Dieb soll über euch verfügen, kein Unheil-Wünschender; Rudras Geschoss soll euch umgehen.
Hinzu [kommt] diese Beimischung [?]: Bei diesen Rindern soll [sie] beigemischt sein, bei des Stieres Samen, bei deiner Heldenkraft, Indra. [Anm.: Kurzer Segensvers; gemeint wohl Verbindung der Kühe mit dem Stier, also Fruchtbarkeit; upaparcana selten und unsicher.]