Kapitel 45: ṛgvede 6.45 · ya ānayat parāvataḥ sunītī turvaśaṃ yadum
Lob und Anruf an Indra, Preis des Gönners Bṛbu
Aufbau: Preis des Freundes und Helfers Indra (1 bis 21), Lieder wie Mütter zum Kalb (22 bis 30), am Schluss Lob des Gönners Bṛbu (31 bis 33). ACHTUNG Quellenverschiebung: Ab Vers 22 stimmt der Saṃhitā-Text der Vorlage nicht mit dem Padapāṭha derselben Nummer überein (Saṃhitā um einen Vers versetzt); übersetzt ist hier der Padapāṭha der jeweiligen Nummer (Verszählung entspricht der üblichen Zählung 22 bis 33); Vers 34 hat keinen Padapāṭha.
sakhāyo brahmavāhase 'rcata pra ca gāyata / sa hi naḥ pramatirmahī
Freunde, dem, der das Gebet [brahma] trägt, singt und singt weiter: / denn er ist unsere große Fürsorge. [Anm.: brahmavāhas: ‚dem das brahma (Gebet, Formel) zugeführt wird / der es trägt‘, unsicher.]
Du führst hinüber über die Feinde hinaus; du machst die Preislied-Sprecher [zu ...] [?]; / von Männern wirst du „Guthelden“ genannt. [Anm.: Objekt/Konstruktion von kṛṇoṣi unklar; nayasi ati dviṣaḥ = ‚du führst über die Hasser hinweg‘.]
Den Brahman [?], den Gebetsträger, den Freund, den durch Lieder Preiswürdigen: / wie eine Kuh zum Melken rufe ich [ihn]. [Anm.: brahmāṇam evtl. ‚Gebetsmächtiger‘ (Indra); das Bild der zu melkenden Kuh: ‚go‘ wörtlich.]
Mit Gedanken, mit renngleichen [?], die Rosse, / die Kampfpreise, Indra, die ruhmwürdigen: / mit dir möchten wir den ausgesetzten Preis gewinnen. [Anm.: Konstruktion des ersten Pādas unsicher.]
tad vo gāya sute sacā puruhūtāya satvane / śaṃ yad gave
Das singe für euch beim Pressen gemeinsam dem Vielgerufenen, dem Kämpfer: / ein Heil, wie es dem Rind [gilt], dem Mächtigen [?]. [Anm.: Saṃhitā der Vorlage endet hier mit ‚śaṃ yad gave‘, na śākine steht dort bei 23; letzter Pāda unsicher.]
na śākine [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: na gha vasuḥ ni yamate dānam vājasya go--mataḥ yat sīm upa śravat giraḥ]
Nicht wahrlich hält der Gütige die Gabe zurück, die Gabe kuhreichen Gewinns, / wenn er auf die Lieder hört.
na ghā vasurni yamate dānaṃ vājasya gomataḥ / yat sīmupa śravad giraḥ [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: kuvit-sasya pra hi vrajam go--mantam dasyu-hā gamat śacībhiḥ apa naḥ varat]
Ob wohl der Dasyu-Töter zum kuhreichen Pferch des [Kornes?] gelangt? / Mit seinen Kräften öffne er ihn uns. [Anm.: sasya (‚Korn, Nahrung‘?) unsicher.]
kuvitsasya pra hi vrajaṃ gomantaṃ dasyuhā gamat / śacībhirapa no varat [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: imāḥ oṃ iti tvā śatakrato itiśata-krato abhi pra nonuvuḥ giraḥ indra vatsam na mātaraḥ]
Diese Lieder haben dich, Hundertkräftiger, laut angesungen, / Indra, wie Mütter das Kalb.
imā u tvā śatakrato 'bhi pra ṇonuvurgiraḥ / indra vatsaṃna mātaraḥ [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: duḥ-naśam sakhyam tava gauḥ asi vīra gavyate aśvaḥ aśva-yate bhava]
Schwer zu verlieren [?] ist deine Freundschaft; ein Rind bist du, Held, für den Rinderbegehrenden, / ein Ross werde für den Rossbegehrenden.
dūṇāśaṃ sakhyaṃ tava gaurasi vīra gavyate / aśvo aśvāyate bhava [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: saḥ mandasva hi andhasaḥ rādhase tanvā mahe na stotāram nide karaḥ]
Berausche dich am Saft zum großen Gelingen, mit deinem Leib; / den Sänger sollst du nicht der Schmähung preisgeben.
sa mandasvā hyandhaso ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: imāḥ oṃ iti tvā sute--sute nakṣante girvaṇaḥ giraḥ vatsam gāvaḥ na dhenavaḥ]
Diese Lieder nähern sich dir bei jeder Somapressung, Liederfreund, / wie die Milchkühe dem Kalb.
imā u tvā sute-sute nakṣante girvaṇo giraḥ / vatsaṃ gāvona dhenavaḥ [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: puru-tamam purūṇām stotṝṇām vi-vāci vājebhiḥ vāja-yatām]
Den Allervielfachen unter vielen Sängern, / im Wortwechsel, mit den Kampfpreisen der Preiserstrebenden [?]. [Anm.: Satzfragment ohne Verb; vivāc = Wettgesang/Wortstreit.]
purūtamaṃ purūṇāṃ stotṝṇāṃ vivāci / vājebhirvājayatām [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: asmākam indra bhūtu te stomaḥ vāhiṣṭhaḥ antamaḥ asmān rāye mahe h inu]
Unser, Indra, soll dein Preislied sein, das am besten zuführende, das nächste; / uns treibe zu großem Reichtum an.
asmākamindra bhūtu te stomo vāhiṣṭho antamaḥ / asmān rāye mahe hinu [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: adhi bṛbuḥ paṇīnām varṣiṣṭhe mūrdhan asthāt uruḥ kakṣaḥ na gāṅgyaḥ]
Bṛbu hat sich über die Paṇis auf den höchsten Gipfel gestellt, / weit wie das Gebüsch/Bett am Ganges [?]. [Anm.: Bṛbu wohl Name eines Gönners; kakṣa und gāṅgya unsicher.]
adhi bṛbuḥ paṇīnāṃ varṣiṣṭhe mūrdhannasthāt / uruḥ kakṣo na gāṅgyaḥ [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: yasya vāyoḥ-iva dravat bhadrā rātiḥ sahasriṇī sadyaḥ dānāya maṃhate]
Dessen Gabe, wie die des Windes eilend, gut, tausendfach [ist], / gibt er sofort zum Schenken.
yasya vāyoriva dravad bhadrā rātiḥ sahasriṇī / sadyo dānāya maṃhate [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: tat su naḥ viśve aryaḥ ā sadā gṛṇanti kāravaḥ bṛbum sahasra-dātamam sūrim sahasra-sātamam]
Dies preisen für uns alle Sänger stets, die Herren [?]: / Bṛbu, den tausendfachen Geber, den Gönner, den tausendfachen Gewinner.
tat su no viśve arya ā sadā gṛṇanti kāravaḥ / bṛbuṃ sahasradātamaṃ sūriṃ sahasrasātamam
[Anm.: Zählverschiebung der Vorlage: hier ohne Padapāṭha; der Saṃhitā-Text wiederholt Vers 33.] Dies preisen für uns alle Sänger stets: Bṛbu, den tausendfachen Geber, den Gönner, den tausendfachen Gewinner.