Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 6

Kapitel 45: ṛgvede 6.45 · ya ānayat parāvataḥ sunītī turvaśaṃ yadum Lob und Anruf an Indra, Preis des Gönners Bṛbu

Aufbau: Preis des Freundes und Helfers Indra (1 bis 21), Lieder wie Mütter zum Kalb (22 bis 30), am Schluss Lob des Gönners Bṛbu (31 bis 33). ACHTUNG Quellenverschiebung: Ab Vers 22 stimmt der Saṃhitā-Text der Vorlage nicht mit dem Padapāṭha derselben Nummer überein (Saṃhitā um einen Vers versetzt); übersetzt ist hier der Padapāṭha der jeweiligen Nummer (Verszählung entspricht der üblichen Zählung 22 bis 33); Vers 34 hat keinen Padapāṭha.

ya ānayat parāvataḥ sunītī turvaśaṃ yadum / indraḥ sano yuvā sakhā

Der aus der Ferne durch gute Führung den Turvaśa und den Yadu herbeiführte: / Indra, der ist unser jugendlicher Freund.

Wort für Wort
yaḥ
der (Nom.)
ā
her
anayat
führte (3. Sg. Impf.)
parāvataḥ
von fern her (Abl.)
su-nītī
durch gute Führung (Instr.)
turvaśam
Turvaśa (Akk.)
yadum
Yadu (Akk.)
indraḥ
Indra (Nom.)
saḥ
der (Nom.)
naḥ
unser (Gen./Dat.)
yuvā
jung (Nom.)
sakhā
Freund (Nom.)

avipre cid vayo dadhadanāśunā cidarvatā / indro jetā hitaṃ dhanam

Selbst dem Nicht-Inspirierten Lebenskraft verleihend, selbst mit einem nicht schnellen Ross: / Indra ist der Gewinner des ausgesetzten Preises.

Wort für Wort
avipre
dem Nicht-Inspirierten (Lok./Dat.)
cit
selbst
vayaḥ
Lebenskraft (Akk.)
dadhat
verleihend (Nom. Part.)
anāśunā
mit nicht schnellem (Instr.)
cit
selbst
arvatā
mit dem Ross (Instr.)
indraḥ
Indra (Nom.)
jetā
Gewinner (Nom.)
hitam
ausgesetzten, hinterlegten (Akk.)
dhanam
Preis (Akk.)

mahīrasya praṇītayaḥ pūrvīruta praśastayaḥ / nāsya kṣīyanta ūtayaḥ

Groß sind seine Führungen, viele auch seine Preisungen; / seine Hilfen schwinden nicht.

Wort für Wort
mahīḥ
große (Nom. Pl.)
asya
seine (Gen.)
pra-nītayaḥ
Führungen (Nom. Pl.)
pūrvīḥ
viele (Nom. Pl.)
uta
und
pra-śastayaḥ
Preisungen (Nom. Pl.)
na
nicht
asya
seine (Gen.)
kṣīyante
schwinden (3. Pl. Med.)
ūtayaḥ
Hilfen (Nom. Pl.)

sakhāyo brahmavāhase 'rcata pra ca gāyata / sa hi naḥ pramatirmahī

Freunde, dem, der das Gebet [brahma] trägt, singt und singt weiter: / denn er ist unsere große Fürsorge. [Anm.: brahmavāhas: ‚dem das brahma (Gebet, Formel) zugeführt wird / der es trägt‘, unsicher.]

Wort für Wort
sakhāyaḥ
Freunde (Vok.)
brahma-vāhase
dem Gebetsträger (Dat.)
arcata
preist (2. Pl. Imp.)
pra
hervor
ca
und
gāyata
singt (2. Pl. Imp.)
saḥ
er (Nom.)
hi
denn
naḥ
unsere (Gen.)
pra-matiḥ
Fürsorge (Nom.)
mahī
große (Nom.)

tvamekasya vṛtrahannavitā dvayorasi / utedṛśe yathā vayam

Du bist, Vṛtra-Töter, der Helfer des Einen und der Zwei, / und auch für einen solchen, wie wir [es sind].

Wort für Wort
tvam
du (Nom.)
ekasya
des Einen (Gen.)
vṛtra-han
Vṛtra-Töter (Vok.)
avitā
Helfer (Nom.)
dvayoḥ
der Zwei (Gen.)
asi
du bist (2. Sg.)
uta
auch
īdṛśe
für einen solchen (Dat.)
yathā
wie
vayam
wir (Nom.)

nayasīd vati dviṣaḥ kṛṇoṣyukthaśaṃsinaḥ / nṛbhiḥ suvīra ucyase

Du führst hinüber über die Feinde hinaus; du machst die Preislied-Sprecher [zu ...] [?]; / von Männern wirst du „Guthelden“ genannt. [Anm.: Objekt/Konstruktion von kṛṇoṣi unklar; nayasi ati dviṣaḥ = ‚du führst über die Hasser hinweg‘.]

Wort für Wort
nayasi
du führst (2. Sg.)
it
eben
oṃ iti
fürwahr
ati
über … hinaus
dviṣaḥ
Feinde (Akk. Pl.)
kṛṇoṣi
du machst (2. Sg.)
uktha-śaṃsinaḥ
Preislied-Sprecher (Akk. Pl.)
nṛ-bhiḥ
von Männern (Instr. Pl.)
su-vīraḥ
Guthelden (Nom.)
ucyase
du wirst genannt (2. Sg. Pass.)

brahmāṇaṃ brahmavāhasaṃ gīrbhiḥ sakhāyam ṛgmiyam / gāṃna dohase huve

Den Brahman [?], den Gebetsträger, den Freund, den durch Lieder Preiswürdigen: / wie eine Kuh zum Melken rufe ich [ihn]. [Anm.: brahmāṇam evtl. ‚Gebetsmächtiger‘ (Indra); das Bild der zu melkenden Kuh: ‚go‘ wörtlich.]

Wort für Wort
brahmāṇam
den Brahman (Akk.) [?]
brahma-vāhasam
den Gebetsträger (Akk.)
gīḥ-bhiḥ
durch Lieder (Instr. Pl.)
sakhāyam
Freund (Akk.)
ṛgmiyam
den Preiswürdigen (Akk.)
gām
Kuh (Akk.)
na
wie
dohase
zum Melken (Dat. Inf.)
huve
ich rufe (1. Sg. Med.)

yasya viśvāni hastayorūcurvasūni ni dvitā / vīrasya pṛtanāṣahaḥ

In dessen Händen, so sagte man, [liegen] alle Güter, zweifach [?], / des Helden, des Kampfbezwingers. [Anm.: ni dvitā unklar.]

Wort für Wort
yasya
dessen (Gen.)
viśvāni
alle (Akk. Pl.)
hastayoḥ
in beiden Händen (Lok. Du.)
ūcuḥ
sie sagten (3. Pl. Perf.)
vasūni
Güter (Akk. Pl.)
ni
nieder [?]
dvitā
zweifach [?]
vīrasya
des Helden (Gen.)
pṛtanāsahaḥ
des Kampfbezwingers (Gen.)

vi dṛḷhāni cidadrivo janānāṃ śacīpate / vṛha māyā anānata

Reiß auseinander selbst die festen [Bollwerke] der Leute, Steinbewehrter, Herr der Kraft; / reiß aus die Listen, Unbeugsamer.

Wort für Wort
vi
auseinander
dṛḷhāni
die festen (Akk. Pl.)
cit
selbst
adri-vaḥ
Steinbewehrter (Vok.)
janānām
der Leute (Gen. Pl.)
sacī-pate
Herr der Kraft (Vok.)
vṛha
reiß aus (Imp.)
māyāḥ
Listen (Akk. Pl.)
anānata
Unbeugsamer (Vok.)

tamu tvā satya somapā indra vājānāṃ pate / ahūmahi śravasyavaḥ

Dich eben, wahrhaftiger Somatrinker, / Indra, Herr der Kampfpreise, haben wir angerufen, ruhmbegehrend.

Wort für Wort
tam
ihn (Akk.)
oṃ iti
eben
tvā
dich (Akk.)
satya
wahrhaftiger (Vok.)
soma-pāḥ
Somatrinker (Vok.)
indra
Indra (Vok.)
vājānām
der Kampfpreise (Gen. Pl.)
pate
Herr (Vok.)
ahūmahi
wir haben gerufen (1. Pl. Aor. Med.)
śravasyavaḥ
ruhmbegehrend (Nom. Pl.)

tamu tvā yaḥ purāsitha yo vā nūnaṃ hite dhane / havyaḥsa śrudhī havam

Dich eben, der du früher warst und der du jetzt [bist] bei ausgesetztem Preis: / Anzurufender, höre unseren Ruf.

Wort für Wort
tam
ihn (Akk.)
oṃ iti
eben
tvā
dich (Akk.)
yaḥ
der (Nom.)
purā
früher
āsitha
du warst (2. Sg. Perf.)
yaḥ
der (Nom.)
vā
oder
nūnam
jetzt
hite
beim ausgesetzten (Lok.)
dhane
Preis (Lok.)
havyaḥ
anzurufend (Nom.)
saḥ
du (Nom.)
śrudh i
höre (Imp.)
havam
Ruf (Akk.)

dhībhirarvadbhirarvato vājānindra śravāyyān / tvayā jeṣma hitaṃ dhanam

Mit Gedanken, mit renngleichen [?], die Rosse, / die Kampfpreise, Indra, die ruhmwürdigen: / mit dir möchten wir den ausgesetzten Preis gewinnen. [Anm.: Konstruktion des ersten Pādas unsicher.]

Wort für Wort
dhībhiḥ
mit Gedanken (Instr. Pl.)
arvat-bhiḥ
mit renngleichen [?] (Instr. Pl.)
arvataḥ
Rosse (Akk. Pl.)
vājān
Kampfpreise (Akk. Pl.)
indra
Indra (Vok.)
śravāyyān
ruhmwürdige (Akk. Pl.)
tvayā
mit dir (Instr.)
jeṣma
wir möchten gewinnen (1. Pl. Konj.)
hitam
ausgesetzten (Akk.)
dhanam
Preis (Akk.)

abhūru vīra girvaṇo mahānindra dhane hite / bhare vitantasāyyaḥ

Du bist geworden, Held, lieder-liebender, großer Indra, / beim ausgesetzten Preis, im Kampf [vitantasāyya, wohl ‚in der Weite Erreichbarer‘] [?].

Wort für Wort
abhūḥ
du wurdest (2. Sg. Aor.)
oṃ iti
fürwahr
vīra
Held (Vok.)
girvaṇaḥ
Liederfreund (Vok.)
mahān
groß (Nom.)
indra
Indra (Vok.)
dhane
beim Preis (Lok.)
hite
ausgesetzt (Lok.)
bhare
im Kampf (Lok.)
vitantasāyyaḥ
vitantasāyya [?] (Nom.)

yā ta ūtiramitrahan makṣūjavastamāsati / tayā no hinuhī ratham

Welche deine Hilfe, Feindtöter, die allerschnellste sein mag: / mit dieser treibe unseren Wagen an.

Wort für Wort
yā
welche (Nom.)
te
deine (Gen.)
ūtiḥ
Hilfe (Nom.)
amitra-han
Feindtöter (Vok.)
makṣujavaḥ-tamā
allerschnellste (Nom.)
asati
sie soll sein (3. Sg. Konj.)
tayā
mit dieser (Instr.)
naḥ
unseren (Akk.)
hinuhi
treibe an (Imp.)
ratham
Wagen (Akk.)

sa rathena rathītamo 'smākenābhiyugvanā / jeṣi jiṣṇo hitaṃ dhanam

Du, mit dem Wagen, dem unseren, dem angreifenden [?], der beste Wagenkämpfer: / gewinne, Siegreicher, den ausgesetzten Preis.

Wort für Wort
saḥ
du (Nom.)
rathena
mit dem Wagen (Instr.)
rathi-tamaḥ
bester Wagenkämpfer (Nom.)
asmākena
mit unserem (Instr.)
abhi-yugvanā
mit angreifendem [?] (Instr.)
jeṣi
du sollst gewinnen (2. Sg. Konj.)
jiṣṇo iti
Siegreicher (Vok.)
hitam
ausgesetzten (Akk.)
dhanam
Preis (Akk.)

ya eka it tamu ṣṭuhi kṛṣṭīnāṃ vicarṣaṇiḥ / patirjajñe vṛṣakratuḥ

Der eben allein ist – den preise; der Völker Überblicker, / als Herr wurde er geboren, von stiergleicher Tatkraft.

Wort für Wort
yaḥ
der (Nom.)
ekaḥ
allein (Nom.)
it
eben
tam
ihn (Akk.)
oṃ iti
eben
stuhi
preise (Imp.)
kṛṣṭīnām
der Völker (Gen. Pl.)
vi-carṣaṇiḥ
Überblicker (Nom.)
patiḥ
Herr (Nom.)
jajñe
wurde geboren (3. Sg. Perf.)
vṛṣa-kratuḥ
von stiergleicher Tatkraft (Nom.)

yo gṛṇatāmidāsithāpirūtī śivaḥ sakhā / sa tvaṃna indra mṛḷaya

Der du den Singenden ein Verwandter warst durch Hilfe, ein freundlicher Gefährte: / du, Indra, sei uns gnädig.

Wort für Wort
yaḥ
der (Nom.)
gṛṇatām
der Singenden (Gen. Pl.)
it
eben
āsitha
du warst (2. Sg. Perf.)
āpiḥ
Verwandter (Nom.)
ūtī
durch Hilfe (Instr.)
śivaḥ
freundlich (Nom.)
sakhā
Gefährte (Nom.)
saḥ
du (Nom.)
tvam
du (Nom.)
naḥ
uns (Dat.)
indra
Indra (Vok.)
mṛḷaya
sei gnädig (Imp.)

dhiṣva vajraṃ gabhastyo rakṣohatyāya vajrivaḥ / sāsahīṣṭhā abhi spṛdhaḥ

Nimm die Keule in beide Arme, Keulenträger, zur Tötung der Rakṣas; / mögest du die Wettstreiter überwinden.

Wort für Wort
dhiṣva
nimm (Imp. Med.)
vajram
Keule (Akk.)
gabhastyoḥ
in beide Arme (Lok. Du.)
rakṣaḥ-hatyāya
zur Tötung der Rakṣas (Dat.)
vajri-vaḥ
Keulenträger (Vok.)
sasahīṣṭhāḥ
mögest du überwinden (2. Sg. Prek.)
abhi
gegen
spṛdhaḥ
Wettstreiter (Akk. Pl.)

pratnaṃ rayīṇāṃ yujaṃ sakhāyaṃ kīricodanam / brahmavāhastamaṃ huve

Den uralten Gefährten der Reichtümer, den Freund, den Sänger-Antreiber, / den am meisten Gebet-Tragenden, rufe ich.

Wort für Wort
pratnam
uralten (Akk.)
rayīṇām
der Reichtümer (Gen. Pl.)
yujam
Gefährten (Akk.)
sakhāyam
Freund (Akk.)
kīri-codanam
Sänger-Antreiber (Akk.)
brahma-vāhaḥ-tamam
am meisten Gebet-Tragenden (Akk.)
huve
ich rufe (1. Sg. Med.)

sa hi viśvāni pārthivāneko vasūni patyate / girvaṇastamo adhriguḥ

Denn er allein verfügt über alle irdischen Güter, / der am meisten lied-liebende, der unaufhaltsam Gehende.

Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
hi
denn
viśvāni
alle (Akk. Pl.)
pārthivā
irdischen (Akk. Pl.)
ekaḥ
allein (Nom.)
vasūni
Güter (Akk. Pl.)
patyate
verfügt (3. Sg.)
girvaṇaḥ-tamaḥ
am meisten lied-liebend (Nom.)
adhri-guḥ
unaufhaltsam gehend (Nom.)

sa no niyudbhirā pṛṇa kāmaṃ vājebhiraśvibhiḥ / gomadbhirgopate dhṛṣat

Er erfülle uns mit Gespannen den Wunsch, mit Kampfpreisen, rossreichen, / kuhreichen, Herr der Kühe, kühn.

Wort für Wort
saḥ
er (Nom.)
naḥ
uns (Dat.)
niyut-bhiḥ
mit Gespannen (Instr. Pl.)
ā
her
pṛṇa
erfülle (Imp.)
kāmam
Wunsch (Akk.)
vāje--bhiḥ
mit Kampfpreisen (Instr. Pl.)
aśvi-bhiḥ
mit rossreichen (Instr. Pl.)
gomat-bhiḥ
mit kuhreichen (Instr. Pl.)
go--pate
Herr der Kühe (Vok.)
dhṛṣat
kühn

tad vo gāya sute sacā puruhūtāya satvane / śaṃ yad gave

Das singe für euch beim Pressen gemeinsam dem Vielgerufenen, dem Kämpfer: / ein Heil, wie es dem Rind [gilt], dem Mächtigen [?]. [Anm.: Saṃhitā der Vorlage endet hier mit ‚śaṃ yad gave‘, na śākine steht dort bei 23; letzter Pāda unsicher.]

Wort für Wort
tat
das (Akk.)
vaḥ
euch (Dat.)
gāya
singe (Imp.)
sute
beim Pressen (Lok.)
sacā
gemeinsam
puru-hūtāya
dem Vielgerufenen (Dat.)
satvane
dem Kämpfer (Dat.)
śam
Heil (Akk.)
yat
was, wie
gave
dem Rind (Dat.)
na
wie/nicht [?]
śākine
dem Mächtigen (Dat.)

na śākine [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: na gha vasuḥ ni yamate dānam vājasya go--mataḥ yat sīm upa śravat giraḥ]

Nicht wahrlich hält der Gütige die Gabe zurück, die Gabe kuhreichen Gewinns, / wenn er auf die Lieder hört.

Wort für Wort
na
nicht
gha
wahrlich
vasuḥ
der Gütige (Nom.)
ni
nieder
yamate
hält zurück (3. Sg. Med.)
dānam
Gabe (Akk.)
vājasya
des Gewinns (Gen.)
go--mataḥ
kuhreichen (Gen.)
yat
wenn
sīm
ihn (Enklitikon)
upa
hin
śravat
er hört (3. Sg. Konj.)
giraḥ
Lieder (Akk. Pl.)

na ghā vasurni yamate dānaṃ vājasya gomataḥ / yat sīmupa śravad giraḥ [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: kuvit-sasya pra hi vrajam go--mantam dasyu-hā gamat śacībhiḥ apa naḥ varat]

Ob wohl der Dasyu-Töter zum kuhreichen Pferch des [Kornes?] gelangt? / Mit seinen Kräften öffne er ihn uns. [Anm.: sasya (‚Korn, Nahrung‘?) unsicher.]

Wort für Wort
kuvit-sasya
ob wohl … des sasya [?]
pra
hervor
hi
denn
vrajam
Pferch (Akk.)
go--mantam
kuhreichen (Akk.)
dasyu-hā
Dasyu-Töter (Nom.)
gamat
er soll gelangen (3. Sg. Aor. Konj.)
śacībhiḥ
mit Kräften (Instr. Pl.)
apa
auf, auf-
naḥ
uns (Dat.)
varat
er soll öffnen (3. Sg. Aor. Konj.)

kuvitsasya pra hi vrajaṃ gomantaṃ dasyuhā gamat / śacībhirapa no varat [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: imāḥ oṃ iti tvā śatakrato itiśata-krato abhi pra nonuvuḥ giraḥ indra vatsam na mātaraḥ]

Diese Lieder haben dich, Hundertkräftiger, laut angesungen, / Indra, wie Mütter das Kalb.

Wort für Wort
imāḥ
diese (Nom. Pl. f.)
oṃ iti
eben
tvā
dich (Akk.)
śatakrato itiśata-krato
Hundertkräftiger (Vok.)
abhi
hin, an
pra
laut
nonuvuḥ
haben angesungen (3. Pl. Perf.)
giraḥ
Lieder (Nom. Pl.)
indra
Indra (Vok.)
vatsam
Kalb (Akk.)
na
wie
mātaraḥ
Mütter (Nom. Pl.)

imā u tvā śatakrato 'bhi pra ṇonuvurgiraḥ / indra vatsaṃna mātaraḥ [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: duḥ-naśam sakhyam tava gauḥ asi vīra gavyate aśvaḥ aśva-yate bhava]

Schwer zu verlieren [?] ist deine Freundschaft; ein Rind bist du, Held, für den Rinderbegehrenden, / ein Ross werde für den Rossbegehrenden.

Wort für Wort
duḥ-naśam
schwer zu zerstören/verlieren [?] (Nom.)
sakhyam
Freundschaft (Nom.)
tava
deine (Gen.)
gauḥ
Rind (Nom.)
asi
du bist (2. Sg.)
vīra
Held (Vok.)
gavyate
für den Rinderbegehrenden (Dat.)
aśvaḥ
Ross (Nom.)
aśva-yate
für den Rossbegehrenden (Dat.)
bhava
werde (Imp.)

dūṇāśaṃ sakhyaṃ tava gaurasi vīra gavyate / aśvo aśvāyate bhava [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: saḥ mandasva hi andhasaḥ rādhase tanvā mahe na stotāram nide karaḥ]

Berausche dich am Saft zum großen Gelingen, mit deinem Leib; / den Sänger sollst du nicht der Schmähung preisgeben.

Wort für Wort
saḥ
du (Nom.)
mandasva
berausche dich (Imp. Med.)
hi
denn
andhasaḥ
am Saft (Gen.)
rādhase
zum Gelingen (Dat.)
tanvā
mit dem Leib (Instr.)
mahe
zum großen (Dat.)
na
nicht
stotāram
Sänger (Akk.)
nide
der Schmähung (Dat.)
karaḥ
du sollst machen (2. Sg. Inj.)

sa mandasvā hyandhaso ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: imāḥ oṃ iti tvā sute--sute nakṣante girvaṇaḥ giraḥ vatsam gāvaḥ na dhenavaḥ]

Diese Lieder nähern sich dir bei jeder Somapressung, Liederfreund, / wie die Milchkühe dem Kalb.

Wort für Wort
imāḥ
diese (Nom. Pl. f.)
oṃ iti
eben
tvā
dich (Akk.)
sute--sute
bei jeder Pressung (Lok.)
nakṣante
sie nähern sich (3. Pl. Med.)
girvaṇaḥ
Liederfreund (Vok.)
giraḥ
Lieder (Nom. Pl.)
vatsam
Kalb (Akk.)
gāvaḥ
Kühe (Nom. Pl.)
na
wie
dhenavaḥ
Milchkühe (Nom. Pl.)

imā u tvā sute-sute nakṣante girvaṇo giraḥ / vatsaṃ gāvona dhenavaḥ [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: puru-tamam purūṇām stotṝṇām vi-vāci vājebhiḥ vāja-yatām]

Den Allervielfachen unter vielen Sängern, / im Wortwechsel, mit den Kampfpreisen der Preiserstrebenden [?]. [Anm.: Satzfragment ohne Verb; vivāc = Wettgesang/Wortstreit.]

Wort für Wort
puru-tamam
den Vielfachsten (Akk.)
purūṇām
unter Vielen (Gen. Pl.)
stotṝṇām
der Sänger (Gen. Pl.)
vi-vāci
im Wortwechsel (Lok.)
vājebhiḥ
mit Kampfpreisen (Instr. Pl.)
vāja-yatām
der Preiserstrebenden (Gen. Pl.)

purūtamaṃ purūṇāṃ stotṝṇāṃ vivāci / vājebhirvājayatām [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: asmākam indra bhūtu te stomaḥ vāhiṣṭhaḥ antamaḥ asmān rāye mahe h inu]

Unser, Indra, soll dein Preislied sein, das am besten zuführende, das nächste; / uns treibe zu großem Reichtum an.

Wort für Wort
asmākam
unser (Gen.)
indra
Indra (Vok.)
bhūtu
soll sein (3. Sg. Imp.)
te
dein (Gen.)
stomaḥ
Preislied (Nom.)
vāhiṣṭhaḥ
am besten zuführend (Nom.)
antamaḥ
nächster, vertrautester (Nom.)
asmān
uns (Akk.)
rāye
zum Reichtum (Dat.)
mahe
zum großen (Dat.)
h inu
treibe an (Imp.)

asmākamindra bhūtu te stomo vāhiṣṭho antamaḥ / asmān rāye mahe hinu [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: adhi bṛbuḥ paṇīnām varṣiṣṭhe mūrdhan asthāt uruḥ kakṣaḥ na gāṅgyaḥ]

Bṛbu hat sich über die Paṇis auf den höchsten Gipfel gestellt, / weit wie das Gebüsch/Bett am Ganges [?]. [Anm.: Bṛbu wohl Name eines Gönners; kakṣa und gāṅgya unsicher.]

Wort für Wort
adhi
über
bṛbuḥ
Bṛbu (Nom.)
paṇīnām
der Paṇis (Gen. Pl.)
varṣiṣṭhe
auf dem höchsten (Lok.)
mūrdhan
Gipfel, Kopf (Lok.)
asthāt
stellte sich (3. Sg. Aor.)
uruḥ
weit (Nom.)
kakṣaḥ
Gebüsch, Bett (Nom.) [?]
na
wie
gāṅgyaḥ
am Ganges befindlich (Nom.) [?]

adhi bṛbuḥ paṇīnāṃ varṣiṣṭhe mūrdhannasthāt / uruḥ kakṣo na gāṅgyaḥ [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: yasya vāyoḥ-iva dravat bhadrā rātiḥ sahasriṇī sadyaḥ dānāya maṃhate]

Dessen Gabe, wie die des Windes eilend, gut, tausendfach [ist], / gibt er sofort zum Schenken.

Wort für Wort
yasya
dessen (Gen.)
vāyoḥ-iva
des Windes wie (Gen.)
dravat
eilend (Nom.)
bhadrā
gut (Nom.)
rātiḥ
Gabe (Nom.)
sahasriṇī
tausendfach (Nom.)
sadyaḥ
sofort
dānāya
zum Geben (Dat.)
maṃhate
er schenkt (3. Sg. Med.)

yasya vāyoriva dravad bhadrā rātiḥ sahasriṇī / sadyo dānāya maṃhate [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: tat su naḥ viśve aryaḥ ā sadā gṛṇanti kāravaḥ bṛbum sahasra-dātamam sūrim sahasra-sātamam]

Dies preisen für uns alle Sänger stets, die Herren [?]: / Bṛbu, den tausendfachen Geber, den Gönner, den tausendfachen Gewinner.

Wort für Wort
tat
das (Akk.)
su
wohl
naḥ
uns (Dat.)
viśve
alle (Nom. Pl.)
aryaḥ
Herren, Fremde [?] (Nom. Pl.)
ā
her
sadā
stets
gṛṇanti
sie preisen (3. Pl.)
kāravaḥ
Sänger (Nom. Pl.)
bṛbum
Bṛbu (Akk.)
sahasra-dātamam
tausendfachen Geber (Akk.)
sūrim
Gönner (Akk.)
sahasra-sātamam
tausendfachen Gewinner (Akk.)

tat su no viśve arya ā sadā gṛṇanti kāravaḥ / bṛbuṃ sahasradātamaṃ sūriṃ sahasrasātamam

[Anm.: Zählverschiebung der Vorlage: hier ohne Padapāṭha; der Saṃhitā-Text wiederholt Vers 33.] Dies preisen für uns alle Sänger stets: Bṛbu, den tausendfachen Geber, den Gönner, den tausendfachen Gewinner.

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