Ṛgveda · Maṇḍala 6
Kapitel 57: ṛgvede 6.57 · indrā nu pūṣaṇā vayaṃ sakhyāya svastaye
An Indra und Pūṣan als Paar
Anruf des Götterpaars Indra und Pūṣan; Kontrast ihrer Gaben (Soma für den einen, Brei für den anderen) und ihrer Gespanne (Falben, Böcke). Kleine Unsicherheiten in V. 4 (ritaḥ) und V. 6 (Bild der Zügel).
indrā nu pūṣaṇā vayaṃ sakhyāya svastaye / huvema vājasātaye
Indra und Pūṣan wollen wir nun rufen, zur Freundschaft, zum Heil, zur Gewinnung von Siegespreis.
Wort für Wort indrā Indra (Nom./Akk. Du., in Dvandva-Verbindung) nu nun (Partikel) pūṣaṇā Pūṣan (Akk. Du.) vayam wir (Nom. Pl.) sakhyāya zur Freundschaft (Dat. Sg.) svastaye zum Heil (Dat. Sg.) huvema wollen wir rufen (Konj. 1. Pl. Med.) vāja-sātaye zur Gewinnung von Siegespreis (Dat. Sg.) somamanya upāsadat pātave camvoḥ sutam / karambhamanya ichati
Soma hat der eine aufgesucht, zu trinken den in den beiden Schalen gepressten; Brei wünscht der andere.
Wort für Wort somam Soma (Akk. Sg.) anyaḥ der eine (Nom. Sg.) upa hin (Präv.) asadat hat sich gesetzt bei (Aor. 3. Sg.) pātave zum Trinken (Dat. Inf.) camvoḥ in den beiden Schalen (Lok. Du.) sutam gepresst (Part. Akk. Sg.) karambham Brei, Gerstenbrei (Akk. Sg.) anyaḥ der andere (Nom. Sg.) icchati wünscht (3. Sg.) ajā anyasya vahnayo harī anyasya sambhṛtā / tābhyāṃ vṛtrāṇi jighnate
Böcke sind des einen Zugtiere, Falben sind des anderen, gut zusammengeschirrt; mit diesen beiden Gespannen schlagen sie die Widerstände.
Wort für Wort ajāḥ Böcke (Nom. Pl.) anyasya des einen (Gen. Sg.) vahnayaḥ Zugtiere (Nom. Pl.) harī iti Falben (Nom. Du.) anyasya des anderen (Gen. Sg.) sam-bhṛtā zusammengefügt, bereitet (Nom. Du.) / tābhyām mit diesen beiden (Instr. Du.) vṛtrāṇi die Widerstände (Akk. Pl.) jighnate schlagen (Int./Med. 3. Pl.) yadindro anayad rito mahīrapo vṛṣantamaḥ / tatra pūṣābhavat sacā
Als Indra, freigelassen [?], die großen Wasser führte, der stiergewaltigste, da war Pūṣan [sein] Gefährte.
Wort für Wort yat als (Konj.) indraḥ Indra (Nom. Sg.) anayat führte (Impf. 3. Sg.) ritaḥ losgelassen, in Fahrt gesetzt [?] (Nom. Sg.) mahīḥ große (Akk. Pl.) apaḥ Wasser (Akk. Pl.) vṛṣan-tamaḥ der stiergewaltigste (Nom. Sg.) tatra da, dort (Adv.) pūṣā Pūṣan (Nom. Sg.) abhavat wurde (Impf. 3. Sg.) sacā als Gefährte (Adv./Instr.) tāṃ pūṣṇaḥ sumatiṃ vayaṃ vṛkṣasya pra vayāmiva / indrasya cā rabhāmahe
Diese Gunst Pūṣans wollen wir ergreifen, wie man die Zweige eines Baumes [ergreift], und die Indras.
Wort für Wort tām diese (Akk. Sg. f.) pūṣṇaḥ Pūṣans (Gen. Sg.) su-matim Gunst (Akk. Sg.) vayam wir (Nom. Pl.) vṛkṣasya des Baumes (Gen. Sg.) pra hervor (Präv.) vayām-iva Zweige [?] (Akk. Pl.) indrasya wie (Vergleich) ca Indras (Gen. Sg.) ā und (Partikel) rabhāmahe wollen wir ergreifen (Konj. 1. Pl. Med.) ut pūṣaṇaṃ yuvāmahe 'bhīśūnriva sārathiḥ / mahyā indraṃ svastaye
Pūṣan rufen wir herauf, wie der Wagenlenker die Zügel [zieht]; Indra zum großen Heil [Anm.: yuvāmahe = 'wir ziehen/holen herauf', Bild unsicher].
Wort für Wort ut herauf (Präv.) pūṣaṇam Pūṣan (Akk. Sg.) yuvāmahe wir holen herbei, ziehen an [?] (1. Pl. Med.) abhīśūn-iva wie ein Zügel [Akk. Pl.] (Vergleich) sārathiḥ Wagenlenker (Nom. Sg.) mahyai zum großen, zur Größe (Dat. Sg. f.) indram Indra (Akk. Sg.) svastaye zum Heil (Dat. Sg.)
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