Kapitel 4: ṛgvede 6.4 · yathā hotarmanuṣo devatātā yajñebhiḥ sūno sahaso yajāsi
Agni als Bote der Götter, Lichtbringer und Helfer
Bitte an Agni, die Götter zu verehren, danach Preis seines Lichts und seiner Kraft, schließend mit der Bitte um Wohlergehen. Dunkel sind 6.4.3 (śiśnathat), 6.4.4 (vadmā, admasadvā) und 6.4.5 (nitikti, hrutaḥ patataḥ parihrut).
Wie du, Rufer, für Manu bei der Götterschar mit Weihehandlungen, Sohn der Kraft, verehrst, so verehre auch heute uns zuliebe, gleichgesinnt, die gleichgesinnten, wünschenden Götter, wünschend, Agni.
sa no vibhāvā cakṣaṇirna vastoragnirvandāru vedyaścano dhāt / viśvāyuryo amṛto martyeṣūṣarbhud bhūdatithirjātavedāḥ
Er, der Hellstrahlende, soll uns wie ein Erleuchter am Morgen [?] Wohlgefallen schenken, Agni, der Preiswürdige, der Erkennbare; der Allbelebende, der unter den Sterblichen Unsterbliche, der Morgenwache, er wurde zum Gast, Jātavedas.
dyāvo na yasya panayantyabhvaṃ bhāsāṃsi vaste sūryo na śukraḥ / vi ya inotyajaraḥ pāvako 'śnasya cicchiśnathat pūrvyāṇi
Dessen Ungeheures die Himmel wie bewundern [?]; Strahlenglanz kleidet er an wie die helle Sonne. Der Unalternde, Läuternde treibt auseinander; selbst des Gefräßigen [?] hat er das Uranfängliche durchbohrt [?].
vadmā hi sūno asyadmasadvā cakre agnirjanuṣājmānnam / sa tvaṃ na ūrjasana ūrjaṃ dhā rājeva jeravṛke kṣeṣyantaḥ
Denn du bist, Sohn, der Sprecher [?]; Agni hat von Geburt an das Fahren zur Speise gemacht [?], der am Futter Sitzende [?]. Als solcher gib uns, der du Kraft gewinnst, Kraft; wie ein König siege; du wohnst unter [Leuten], die vom Wolf unbedroht sind [?].
nitikti yo vāraṇamannamatti vāyurna rāṣṭryatyetyaktūn / turyāma yasta ādiśāmarātīratyo na hrutaḥ patataḥ parihrut
Wer schärfend die abwehrende Speise verzehrt [?], durchzieht wie der herrschende Wind die Nächte. Wir wollen überwinden, die Feinde, die, was deine Weisungen betrifft [?], wie ein Ross, gekrümmt, fallend, ausweichend sind [?] [Anm.: die Verse 6.4.5c-d sind lexikalisch sehr unsicher].
Wort für Wort
ni-tikti
schärfend, anspitzend [?] (Nom. Sg.)
yaḥ
welcher (Nom. Sg.)
vāranam
abwehrend, Abwehrendes [?] (Akk. Sg.)
annam
Speise (Akk. Sg.)
atti
er isst (3. Sg.)
vāyuḥ
Wind (Nom. Sg.)
na
wie
rāṣṭrī
herrschend, Gebieter (Nom. Sg.)
ati
hinüber, über
eti
er geht (3. Sg.)
aktūn
Nächte (Akk. Pl.)
tuyārmaḥ
wir wollen überwinden (1. Pl. Opt.) [PP tuyārmaḥ, Trennfehler]
ā sūryo na bhānumadbhirarkairagne tatantha rodasī vi bhāsā / citro nayat pari tamāṃsyaktaḥ śociṣā patmannauśijo na dīyan
Wie die Sonne mit strahlenreichen Strahlen hast du, Agni, die beiden Welten mit Glanz ausgespannt. Bunt hat er die Finsternisse ringsum weggeführt, gesalbt, mit Flamme im Flug, wie ein Auśija fliegend [?].
tvāṃ hi mandratamamarkaśokairvavṛmahe mahi naḥ śroṣyagne / indraṃ na tvā śavasā devatā vāyuṃ pṛṇanti rādhasānṛtamāḥ
Dich, den Erfreuendsten, haben wir mit dem Lichtglanz der Lieder erwählt; erhöre uns die große [Bitte], Agni. Dich sättigen wie Indra mit Kraft in der Götterschar, wie Vāyu mit Gunstgabe die mannhaftesten [Männer] [?].
nū no agne 'vṛkebhiḥ svasti veṣi rāyaḥ pathibhiḥ parṣyaṃhaḥ / tā sūribhyo gṛṇate rāsi sumnaṃ madema śatahimāḥsuvīrāḥ
Jetzt, Agni, gehe für uns auf ungefährdeten Wegen zum Wohl; auf Wegen des Reichtums führst du uns über die Bedrängnis. Diese Gunst gibst du den Gönnern, dem Preisenden; mögen wir uns hundert Winter freuen, mit guten Männern.