Kapitel 46: ṛgvede 6.46 · tvāmid dhi havāmahe sātā vājasya kāravaḥ
Bitte an Indra um Sieg und Schutz
Anruf Indras als Sieghelfer bei Wettkampf und Schlacht (1 bis 8), dann Bitte um dreifachen Schutz (9 bis 12) und Preis auf Indras Antreiben der Renner (13 bis 14). Sehr schwierig sind 6 (vithurā pibdanā), 11 (nāyam avā) und 14 (Bildrede vom Pfeilflug).
Dich eben rufen wir, die Sänger, bei der Gewinnung des Kampfpreises; / dich, Indra, in den Vṛtra-Kämpfen, den Herrn der Guten, [rufen wir] Männer, / dich bei den Zielen der Renner.
sa tvaṃ naścitra vajrahasta dhṛṣṇuyā maha stavāno adrivaḥ / gāmaśvaṃ rathyamindra saṃ kira satrā vājaṃ na jigyuṣe
Du, Glänzender, Keulenhändiger, kühn, groß gepriesen, Steinbewehrter: / streu uns Rind, Ross und Wagengespann zusammen, / alles zumal, wie dem Sieger den Kampfpreis.
Der Allbezwinger, der Überblickende: ihn, Indra, rufen wir. / Tausendfach Strotzender [wörtlich: mit tausend Hoden], Vielkräftiger, Herr der Guten, / sei in den Schlachten zu unserem Wachstum.
Du drängst die Leute zurück wie ein Stier mit Zorn, im Gewühl, / im Preiskampf, ṛcīṣama [?]. / Erkenne uns, Helfer, im großen Preiskampf, / bei Leibern, bei Wassern, bei der Sonne. [Anm.: ṛcīṣama unklar (‚dem Preislied gleich‘?).]
Indra, bring uns das erste, stärkste, sättigende Ansehen, / durch das du diese beiden Welten, Glänzender, Keulenhändiger, / beide, Schönlippiger [?], gefüllt hast. [Anm.: suśipra evtl. ‚Schönhelmiger‘.]
tvāmugramavase carṣaṇīsahaṃ rājan deveṣu hūmahe / viśvā su no vithurā pibdanā vaso 'mitrān suṣahān kṛdhi
Dich, den Gewaltigen, rufen wir zur Hilfe, den Bezwinger der Völker, König, unter den Göttern. / Alle [?], die wankenden, zerstampfenden [?], Gütiger: / mach unsere Unfreunde leicht besiegbar. [Anm.: vithurā pibdanā unklar; die Zuordnung ist ein Vorschlag.]
yadindra nāhuṣīṣvānojo nṛmṇaṃ ca kṛṣṭiṣu / yad vāpañca kṣitīnāṃ dyumnamā bhara satrā viśvāni pauṃsyā
Was, Indra, bei den Nahuṣ-Leuten an Kraft und Mannesmut unter den Völkern [ist], / oder was der fünf Siedlungsgruppen an Glanz: / bring her, zusammen, alle Männlichkeitstaten.
yad vā tṛkṣau maghavan druhyāvā jane yat pūrau kacca vṛṣṇyam / asmabhyaṃ tad rirīhi saṃ nṛṣāhye 'mitrān pṛtsuturvaṇe
Oder was bei Tṛkṣi, Gabenherr, bei Druhyu, unter dem Volk, was bei Pūru an männlicher Kraft [ist]: / das überlass uns, im Männerkampf, / gegen die Unfreunde, in Kämpfen, beim Überwinden.
ye gavyatā manasā śatrumādabhurabhipraghnanti dhṛṣṇuyā / adha smā no maghavannindra girvaṇastanūpā antamo bhava
Die mit rinderbegehrendem Sinn den Feind angriffen und ihn kühn niederschlagen: / dann, Gabenherr Indra, Liederfreund, / sei uns der nächste Leibesschützer.
Dann sei zu unserem Wachstum, Indra; hilf im Kampf, wie [du] diesen [?] [hilfst], / wenn im Luftraum die Gefiederten, Blitzenden, Scharfspitzigen fliegen. [Anm.: nāyam avā unsicher; ‚Gefiederte‘ = wohl Pfeile.]
yatra śūrāsastanvo vitanvate priyā śarma pitṝṇām / adha smā yacha tanve tane ca chardiracittaṃ yāvaya dveṣaḥ
Wo die Helden für ihre Leiber den lieben Schutz der Väter ausbreiten: / da reiche dem Leib und der Nachkommenschaft Schirm; / wehre die unbemerkte Feindschaft ab.
sindhūnriva pravaṇa āśuyā yato yadi klośamanu ṣvaṇi / ā ye vayo na varvṛtatyāmiṣi gṛbhītā bāhvorgavi
Wie Ströme abwärts, rasch dahingelenkt [?], wenn im Getöse [Not?] ...; / [sie,] die wie Vögel auf den Köder zurückkehren, in den Armen gehalten, an der Sehne [?]. [Anm.: Sehr unklare Bildrede, vermutlich Pfeilflug (gefiederte Pfeile, Sehne); Übersetzung nur tastend, Belegstärke: spekulativ.]