Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Virāṭaparva

Kapitel 18: Kīcakavadhaparva (6) Draupadīs Klage über Arjuna und Sahadeva

Draupadī setzt ihre Klage vor Bhīma fort. Sie berichtet, wie Kaikeyī (Sudeṣṇā) bei Bhīmas Kampfvorführungen gegen wilde Tiere Verdacht gegen sie und Ballava hegt, und schildert dann in eindringlichen Kontrastbildern, wie Arjuna als Tanzlehrer der Königstöchter (mit Ohrringen und geflochtenem Haar) und Sahadeva als verkleideter Rinderhirte unter Virāṭas Herden ihre einstige Größe verloren zu haben scheinen - eine Erinnerung an Kuntīs einstiges Lob Sahadevas eingeschlossen. Die Rede bleibt unabgeschlossen: Draupadī kündigt an, noch von weiteren, besonderen Leiden zu berichten.

draupady uvāca idaṃ tu me mahad duḥkhaṃ yat pravakṣyāmi bhārata na me 'bhyasūyā kartavyā duḥkhād etad bravīmy aham

Draupadī sprach: ‚Dies aber ist mein großes Leid, das ich dir nun berichten will, o Bhārata; du sollst mir deswegen nicht zürnen - ich sage dies aus Kummer.

Wort für Wort
draupady uvāca idaṃ tu me mahad duḥkhaṃ yat pravakṣyāmi bhārata na me 'bhyasūyā kartavyā duḥkhād etad bravīmy aham
Draupadī sprach: ‚Dies aber ist mein großes Leid, das ich dir nun berichten will, o Bhārata; du sollst mir deswegen nicht zürnen - ich sage dies aus Kummer.

śārdūlair mahiṣaiḥ siṃhair āgāre yudhyase yadā kaikeyyāḥ prekṣamāṇāyās tadā me kaśmalo bhavet

Wenn du im Kampfplatz mit Tigern, Büffeln und Löwen kämpfst und Kaikeyī dabei zusieht, dann befällt mich Bestürzung.

Wort für Wort
śārdūlair mahiṣaiḥ siṃhair āgāre yudhyase yadā kaikeyyāḥ prekṣamāṇāyās tadā me kaśmalo bhavet
Wenn du im Kampfplatz mit Tigern, Büffeln und Löwen kämpfst und Kaikeyī dabei zusieht, dann befällt mich Bestürzung.

prekṣāsamutthitā cāpi kaikeyī tāḥ striyo vadet prekṣya mām anavadyāṅgī kaśmalopahatām iva

Und Kaikeyī, sich vom Zuschauen erhebend, pflegte dann zu jenen Frauen zu sagen, wenn sie mich, die Makellose, wie von Bestürzung ergriffen sah: „

Wort für Wort
prekṣāsamutthitā cāpi kaikeyī tāḥ striyo vadet prekṣya mām anavadyāṅgī kaśmalopahatām iva
Und Kaikeyī, sich vom Zuschauen erhebend, pflegte dann zu jenen Frauen zu sagen, wenn sie mich, die Makellose, wie von Bestürzung ergriffen sah: „

snehāt saṃvāsajān manye sūdam eṣā śucismitā yodhyamānaṃ mahāvīryair imaṃ samanuśocati

Aus Zuneigung, die aus dem Zusammenleben entsteht, glaube ich, betrauert diese Lieblich-Lächelnde diesen Koch, der gegen überaus starke Kämpfer antritt.

Wort für Wort
snehāt saṃvāsajān manye sūdam eṣā śucismitā yodhyamānaṃ mahāvīryair imaṃ samanuśocati
Aus Zuneigung, die aus dem Zusammenleben entsteht, glaube ich, betrauert diese Lieblich-Lächelnde diesen Koch, der gegen überaus starke Kämpfer antritt.

kalyāṇarūpā sairandhrī ballavaś cātisundaraḥ strīṇāṃ ca cittaṃ durjñeyaṃ yuktarūpau ca me matau

Die Sairandhrī ist von schöner Gestalt, und Ballava ist überaus schön; der Sinn der Frauen ist schwer zu ergründen, doch mir scheinen die beiden gut zueinander zu passen.

Wort für Wort
kalyāṇarūpā sairandhrī ballavaś cātisundaraḥ strīṇāṃ ca cittaṃ durjñeyaṃ yuktarūpau ca me matau
Die Sairandhrī ist von schöner Gestalt, und Ballava ist überaus schön; der Sinn der Frauen ist schwer zu ergründen, doch mir scheinen die beiden gut zueinander zu passen.

sairandhrī priyasaṃvāsān nityaṃ karuṇavedinī asmin rājakule cemau tulyakālanivāsinau

Die Sairandhrī ist, aus liebevoller Verbundenheit des Zusammenlebens, stets voll Mitgefühl; und diese beiden wohnen schon seit derselben Zeitspanne in diesem Königshaus.“

Wort für Wort
sairandhrī priyasaṃvāsān nityaṃ karuṇavedinī asmin rājakule cemau tulyakālanivāsinau
Die Sairandhrī ist, aus liebevoller Verbundenheit des Zusammenlebens, stets voll Mitgefühl; und diese beiden wohnen schon seit derselben Zeitspanne in diesem Königshaus.“

iti bruvāṇā vākyāni sā māṃ nityam avedayat krudhyantīṃ māṃ ca saṃprekṣya samaśaṅkata māṃ tvayi

Solche Worte sprechend, pflegte sie mir dies immer wieder mitzuteilen; und da sie mich zornig werden sah, hegte sie deinetwegen einen Verdacht gegen mich.

Wort für Wort
iti bruvāṇā vākyāni sā māṃ nityam avedayat krudhyantīṃ māṃ ca saṃprekṣya samaśaṅkata māṃ tvayi
Solche Worte sprechend, pflegte sie mir dies immer wieder mitzuteilen; und da sie mich zornig werden sah, hegte sie deinetwegen einen Verdacht gegen mich.

tasyāṃ tathā bruvatyāṃ tu duḥkhaṃ māṃ mahad āviśat śoke yaudhiṣṭhire magnā nāhaṃ jīvitum utsahe

Während sie so sprach, befiel mich großer Schmerz; versunken im Kummer um Yudhiṣṭhira, wollte ich nicht mehr weiterleben.

Wort für Wort
tasyāṃ tathā bruvatyāṃ tu duḥkhaṃ māṃ mahad āviśat śoke yaudhiṣṭhire magnā nāhaṃ jīvitum utsahe
Während sie so sprach, befiel mich großer Schmerz; versunken im Kummer um Yudhiṣṭhira, wollte ich nicht mehr weiterleben.

yaḥ sadevān manuṣyāṃś ca sarpāṃś caikaratho 'jayat so 'yaṃ rājño virāṭasya kanyānāṃ nartako yuvā

Er, der einst allein auf seinem Wagen Götter, Menschen und Schlangen besiegte - eben dieser junge Mann ist nun der Tanzlehrer der Töchter des Königs Virāṭa.

Wort für Wort
yaḥ sadevān manuṣyāṃś ca sarpāṃś caikaratho 'jayat so 'yaṃ rājño virāṭasya kanyānāṃ nartako yuvā
Er, der einst allein auf seinem Wagen Götter, Menschen und Schlangen besiegte - eben dieser junge Mann ist nun der Tanzlehrer der Töchter des Königs Virāṭa.

yo 'tarpayad ameyātmā khāṇḍave jātavedasam so 'ntaḥpuragataḥ pārthaḥ kūpe 'gnir iva saṃvṛtaḥ

Er, von unermesslichem Geist, der einst den Feuergott im Khāṇḍava-Wald sättigte - eben dieser Pārtha, in die inneren Gemächer eingetreten, ist verborgen wie Feuer in einem Brunnen.

Wort für Wort
yo 'tarpayad ameyātmā khāṇḍave jātavedasam so 'ntaḥpuragataḥ pārthaḥ kūpe 'gnir iva saṃvṛtaḥ
Er, von unermesslichem Geist, der einst den Feuergott im Khāṇḍava-Wald sättigte - eben dieser Pārtha, in die inneren Gemächer eingetreten, ist verborgen wie Feuer in einem Brunnen.

yasmād bhayam amitrāṇāṃ sadaiva puruṣarṣabhāt sa lokaparibhūtena veṣeṇāste dhanaṃjayaḥ

Er, vor dem die Feinde stets Furcht empfanden, der Stier unter den Männern - eben dieser Dhanaṃjaya lebt nun in einer von der Welt verachteten Verkleidung.

Wort für Wort
yasmād bhayam amitrāṇāṃ sadaiva puruṣarṣabhāt sa lokaparibhūtena veṣeṇāste dhanaṃjayaḥ
Er, vor dem die Feinde stets Furcht empfanden, der Stier unter den Männern - eben dieser Dhanaṃjaya lebt nun in einer von der Welt verachteten Verkleidung.

yasya jyātalanirghoṣāt samakampanta śatravaḥ striyo gītasvanaṃ tasya muditāḥ paryupāsate

Er, bei dessen Bogensehnenklang die Feinde erzitterten - ihm lauschen die Frauen nun freudig, wenn er singt.

Wort für Wort
yasya jyātalanirghoṣāt samakampanta śatravaḥ striyo gītasvanaṃ tasya muditāḥ paryupāsate
Er, bei dessen Bogensehnenklang die Feinde erzitterten - ihm lauschen die Frauen nun freudig, wenn er singt.

kirīṭaṃ sūryasaṃkāśaṃ yasya mūrdhani śobhate veṇīvikṛtakeśāntaḥ so 'yam adya dhanaṃjayaḥ

Er, auf dessen Haupt einst ein sonnengleiches Diadem erstrahlte - eben dieser Dhanaṃjaya trägt heute sein Haar zu einem Zopf entstellt.

Wort für Wort
kirīṭaṃ sūryasaṃkāśaṃ yasya mūrdhani śobhate veṇīvikṛtakeśāntaḥ so 'yam adya dhanaṃjayaḥ
Er, auf dessen Haupt einst ein sonnengleiches Diadem erstrahlte - eben dieser Dhanaṃjaya trägt heute sein Haar zu einem Zopf entstellt.

yasminn astrāṇi divyāni samastāni mahātmani ādhāraḥ sarvavidyānāṃ sa dhārayati kuṇḍale

Er, der Hochgesinnte, in dem alle göttlichen Waffen ruhten, der Träger allen Wissens - er trägt nun Ohrringe.

Wort für Wort
yasminn astrāṇi divyāni samastāni mahātmani ādhāraḥ sarvavidyānāṃ sa dhārayati kuṇḍale
Er, der Hochgesinnte, in dem alle göttlichen Waffen ruhten, der Träger allen Wissens - er trägt nun Ohrringe.

yaṃ sma rājasahasrāṇi tejasāpratimāni vai samare nātivartante velām iva mahārṇavaḥ

ihn, den tausend an Glanz unvergleichliche Könige in der Schlacht niemals überschritten, wie das große Meer niemals sein Ufer überschreitet -

Wort für Wort
yaṃ sma rājasahasrāṇi tejasāpratimāni vai samare nātivartante velām iva mahārṇavaḥ
ihn, den tausend an Glanz unvergleichliche Könige in der Schlacht niemals überschritten, wie das große Meer niemals sein Ufer überschreitet -

so 'yaṃ rājño virāṭasya kanyānāṃ nartako yuvā āste veṣapraticchannaḥ kanyānāṃ paricārakaḥ

eben dieser junge Mann ist nun der Tanzlehrer der Töchter des Königs Virāṭa, in Verkleidung verborgen, ein Diener der Mädchen.

Wort für Wort
so 'yaṃ rājño virāṭasya kanyānāṃ nartako yuvā āste veṣapraticchannaḥ kanyānāṃ paricārakaḥ
eben dieser junge Mann ist nun der Tanzlehrer der Töchter des Königs Virāṭa, in Verkleidung verborgen, ein Diener der Mädchen.

yasya sma rathaghoṣeṇa samakampata medinī saparvatavanā bhīma sahasthāvarajaṅgamā

Er, bei dessen Wagengerassel einst die Erde erzitterte, samt ihren Bergen und Wäldern, o Bhīma, samt allem, was steht und sich bewegt -

Wort für Wort
yasya sma rathaghoṣeṇa samakampata medinī saparvatavanā bhīma sahasthāvarajaṅgamā
Er, bei dessen Wagengerassel einst die Erde erzitterte, samt ihren Bergen und Wäldern, o Bhīma, samt allem, was steht und sich bewegt -

yasmiñ jāte mahābhāge kuntyāḥ śoko vyanaśyata sa śocayati mām adya bhīmasena tavānujaḥ

er, bei dessen Geburt, du Hochbeglückter, Kuntīs Kummer schwand - eben dieser jüngere Bruder von dir, Bhīmasena, bereitet mir heute Kummer.

Wort für Wort
yasmiñ jāte mahābhāge kuntyāḥ śoko vyanaśyata sa śocayati mām adya bhīmasena tavānujaḥ
er, bei dessen Geburt, du Hochbeglückter, Kuntīs Kummer schwand - eben dieser jüngere Bruder von dir, Bhīmasena, bereitet mir heute Kummer.

bhūṣitaṃ tam alaṃkāraiḥ kuṇḍalaiḥ parihāṭakaiḥ kambupāṇinam āyāntaṃ dṛṣṭvā sīdati me manaḥ

Ihn, geschmückt mit Zierat und goldenen Ohrringen, die Arme muschelglatt gerundet, herankommen zu sehen - das lässt mein Herz sinken.

Wort für Wort
bhūṣitaṃ tam alaṃkāraiḥ kuṇḍalaiḥ parihāṭakaiḥ kambupāṇinam āyāntaṃ dṛṣṭvā sīdati me manaḥ
Ihn, geschmückt mit Zierat und goldenen Ohrringen, die Arme muschelglatt gerundet, herankommen zu sehen - das lässt mein Herz sinken.

taṃ veṇīkṛtakeśāntaṃ bhīmadhanvānam arjunam kanyāparivṛtaṃ dṛṣṭvā bhīma sīdati me manaḥ

Ihn, Arjuna mit dem furchtbaren Bogen, das Haar zu einem Zopf geflochten, von Mädchen umgeben zu sehen - das lässt mein Herz sinken, Bhīma.

Wort für Wort
taṃ veṇīkṛtakeśāntaṃ bhīmadhanvānam arjunam kanyāparivṛtaṃ dṛṣṭvā bhīma sīdati me manaḥ
Ihn, Arjuna mit dem furchtbaren Bogen, das Haar zu einem Zopf geflochten, von Mädchen umgeben zu sehen - das lässt mein Herz sinken, Bhīma.

yadā hy enaṃ parivṛtaṃ kanyābhir devarūpiṇam prabhinnam iva mātaṅgaṃ parikīrṇaṃ kareṇubhiḥ

Wenn ich ihn sehe, von Mädchen umringt, gottgleich an Gestalt, wie einen brünstigen Elefanten, umgeben von Elefantenkühen,

Wort für Wort
yadā hy enaṃ parivṛtaṃ kanyābhir devarūpiṇam prabhinnam iva mātaṅgaṃ parikīrṇaṃ kareṇubhiḥ
Wenn ich ihn sehe, von Mädchen umringt, gottgleich an Gestalt, wie einen brünstigen Elefanten, umgeben von Elefantenkühen,

matsyam arthapatiṃ pārthaṃ virāṭaṃ samupasthitam paśyāmi tūryamadhyasthaṃ diśo naśyanti me tadā

wie er dem Virāṭa, dem reichen Herrn der Matsyas, aufwartet, inmitten der Musikinstrumente stehend - dann wird mir schwarz vor Augen.

Wort für Wort
matsyam arthapatiṃ pārthaṃ virāṭaṃ samupasthitam paśyāmi tūryamadhyasthaṃ diśo naśyanti me tadā
wie er dem Virāṭa, dem reichen Herrn der Matsyas, aufwartet, inmitten der Musikinstrumente stehend - dann wird mir schwarz vor Augen.

nūnam āryā na jānāti kṛcchraṃ prāptaṃ dhanaṃjayam ajātaśatruṃ kauravyaṃ magnaṃ durdyūtadevinam

Gewiss weiß die Edle nicht, dass Dhanaṃjaya in solche Not geraten ist, und dass Ajātaśatru, der Kauravya, durch seine Sucht nach schlechtem Würfelspiel versunken ist.

Wort für Wort
nūnam āryā na jānāti kṛcchraṃ prāptaṃ dhanaṃjayam ajātaśatruṃ kauravyaṃ magnaṃ durdyūtadevinam
Gewiss weiß die Edle nicht, dass Dhanaṃjaya in solche Not geraten ist, und dass Ajātaśatru, der Kauravya, durch seine Sucht nach schlechtem Würfelspiel versunken ist.

tathā dṛṣṭvā yavīyāṃsaṃ sahadevaṃ yudhāṃ patim goṣu goveṣam āyāntaṃ pāṇḍubhūtāsmi bhārata

Ebenso werde ich bleich, o Bhārata, wenn ich den Jüngeren, Sahadeva, den Herrn der Krieger, in der Gestalt eines Kuhhirten unter den Rindern herankommen sehe.

Wort für Wort
tathā dṛṣṭvā yavīyāṃsaṃ sahadevaṃ yudhāṃ patim goṣu goveṣam āyāntaṃ pāṇḍubhūtāsmi bhārata
Ebenso werde ich bleich, o Bhārata, wenn ich den Jüngeren, Sahadeva, den Herrn der Krieger, in der Gestalt eines Kuhhirten unter den Rindern herankommen sehe.

sahadevasya vṛttāni cintayantī punaḥ punaḥ na vindāmi mahābāho sahadevasya duṣkṛtam yasminn evaṃvidhaṃ duḥkhaṃ prāpnuyāt satyavikramaḥ

Immer wieder über Sahadevas Verhalten nachdenkend, finde ich kein Vergehen Sahadevas, du Starkarmiger, weswegen er, der von wahrhaftiger Kraft ist, ein solches Leid erleiden müsste.

Wort für Wort
sahadevasya vṛttāni cintayantī punaḥ punaḥ na vindāmi mahābāho sahadevasya duṣkṛtam yasminn evaṃvidhaṃ duḥkhaṃ prāpnuyāt satyavikramaḥ
Immer wieder über Sahadevas Verhalten nachdenkend, finde ich kein Vergehen Sahadevas, du Starkarmiger, weswegen er, der von wahrhaftiger Kraft ist, ein solches Leid erleiden müsste.

dūyāmi bharataśreṣṭha dṛṣṭvā te bhrātaraṃ priyam goṣu govṛṣasaṃkāśaṃ matsyenābhiniveśitam

Ich leide, du Bester der Bharatas, wenn ich deinen geliebten Bruder sehe, einem Stier unter den Rindern gleich, von dem Matsya-König unter die Kühe gestellt.

Wort für Wort
dūyāmi bharataśreṣṭha dṛṣṭvā te bhrātaraṃ priyam goṣu govṛṣasaṃkāśaṃ matsyenābhiniveśitam
Ich leide, du Bester der Bharatas, wenn ich deinen geliebten Bruder sehe, einem Stier unter den Rindern gleich, von dem Matsya-König unter die Kühe gestellt.

saṃrabdhaṃ raktanepathyaṃ gopālānāṃ purogamam virāṭam abhinandantam atha me bhavati jvaraḥ

Energisch, in rote Gewänder gekleidet, der Erste unter den Kuhhirten, wie er Virāṭa lobpreist - dann befällt mich Fieber.

Wort für Wort
saṃrabdhaṃ raktanepathyaṃ gopālānāṃ purogamam virāṭam abhinandantam atha me bhavati jvaraḥ
Energisch, in rote Gewänder gekleidet, der Erste unter den Kuhhirten, wie er Virāṭa lobpreist - dann befällt mich Fieber.

sahadevaṃ hi me vīraṃ nityam āryā praśaṃsati mahābhijanasaṃpanno vṛttavāñ śīlavān iti

Denn die Edle pflegte meinen Helden Sahadeva stets zu rühmen: „Von hoher Abkunft, wohlerzogen und von gutem Wesen,

Wort für Wort
sahadevaṃ hi me vīraṃ nityam āryā praśaṃsati mahābhijanasaṃpanno vṛttavāñ śīlavān iti
Denn die Edle pflegte meinen Helden Sahadeva stets zu rühmen: „Von hoher Abkunft, wohlerzogen und von gutem Wesen,

hrīniṣedho madhuravāg dhārmikaś ca priyaś ca me sa te 'raṇyeṣu boddhavyo yājñaseni kṣapāsv api

von Scham zurückgehalten, süßredend, rechtschaffen und mir lieb ist er; ihn sollst du erkennen, Yājñasenī, selbst in den Wäldern, auch in den Nächten.“

Wort für Wort
hrīniṣedho madhuravāg dhārmikaś ca priyaś ca me sa te 'raṇyeṣu boddhavyo yājñaseni kṣapāsv api
von Scham zurückgehalten, süßredend, rechtschaffen und mir lieb ist er; ihn sollst du erkennen, Yājñasenī, selbst in den Wäldern, auch in den Nächten.“

taṃ dṛṣṭvā vyāpṛtaṃ goṣu vatsacarmakṣapāśayam sahadevaṃ yudhāṃ śreṣṭhaṃ kiṃ nu jīvāmi pāṇḍava

Ihn, Sahadeva, den Besten der Krieger, so unter den Rindern beschäftigt zu sehen, nachts auf Kalbshäuten schlafend - wie könnte ich da noch leben, Pāṇḍava?

Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā vyāpṛtaṃ goṣu vatsacarmakṣapāśayam sahadevaṃ yudhāṃ śreṣṭhaṃ kiṃ nu jīvāmi pāṇḍava
Ihn, Sahadeva, den Besten der Krieger, so unter den Rindern beschäftigt zu sehen, nachts auf Kalbshäuten schlafend - wie könnte ich da noch leben, Pāṇḍava?

yas tribhir nityasaṃpanno rūpeṇāstreṇa medhayā so 'śvabandho virāṭasya paśya kālasya paryayam

Er, der stets mit drei Dingen ausgestattet war - mit Schönheit, mit Waffenkunst, mit Klugheit -, ist nun Virāṭas Pferdeknecht; sieh den Wandel der Zeit!

Wort für Wort
yas tribhir nityasaṃpanno rūpeṇāstreṇa medhayā so 'śvabandho virāṭasya paśya kālasya paryayam
Er, der stets mit drei Dingen ausgestattet war - mit Schönheit, mit Waffenkunst, mit Klugheit -, ist nun Virāṭas Pferdeknecht; sieh den Wandel der Zeit!

abhyakīryanta vṛndāni dāmagranthim udīkṣatām vinayantaṃ javenāśvān mahārājasya paśyataḥ

Scharen strömten zusammen, um Dāmagranthi zuzuschauen, wie er mit geschickter Hand die schnellen Pferde lenkte, während der Großkönig zusah.

Wort für Wort
abhyakīryanta vṛndāni dāmagranthim udīkṣatām vinayantaṃ javenāśvān mahārājasya paśyataḥ
Scharen strömten zusammen, um Dāmagranthi zuzuschauen, wie er mit geschickter Hand die schnellen Pferde lenkte, während der Großkönig zusah.

'Dāmagranthi' ('der die Knoten der Schnur bindet') ist ein weiterer Beiname Nakulas in seiner Verkleidung als Pferdeknecht, neben dem bereits eingeführten Namen Granthika.

apaśyam enaṃ śrīmantaṃ matsyaṃ bhrājiṣṇum uttamam virāṭam upatiṣṭhantaṃ darśayantaṃ ca vājinaḥ

Ich sah ihn, wie er dem glanzvollen, strahlenden, erhabenen Matsya-König Virāṭa aufwartete und die Rosse vorführte.

Wort für Wort
apaśyam enaṃ śrīmantaṃ matsyaṃ bhrājiṣṇum uttamam virāṭam upatiṣṭhantaṃ darśayantaṃ ca vājinaḥ
Ich sah ihn, wie er dem glanzvollen, strahlenden, erhabenen Matsya-König Virāṭa aufwartete und die Rosse vorführte.

kiṃ nu māṃ manyase pārtha sukhiteti paraṃtapa evaṃ duḥkhaśatāviṣṭā yudhiṣṭhiranimittataḥ

Glaubst du wirklich, ich sei glücklich, Pārtha, du Bezwinger der Feinde - ich, die so von hundertfachem Leid befallen ist, das von Yudhiṣṭhira herrührt?

Wort für Wort
kiṃ nu māṃ manyase pārtha sukhiteti paraṃtapa evaṃ duḥkhaśatāviṣṭā yudhiṣṭhiranimittataḥ
Glaubst du wirklich, ich sei glücklich, Pārtha, du Bezwinger der Feinde - ich, die so von hundertfachem Leid befallen ist, das von Yudhiṣṭhira herrührt?

ataḥ prativiśiṣṭāni duḥkhāny anyāni bhārata vartante mayi kaunteya vakṣyāmi śṛṇu tāny api

Darüber hinaus gibt es noch andere, besondere Leiden in mir, o Bhārata, Sohn der Kuntī; auch diese will ich dir berichten - so höre.

Wort für Wort
ataḥ prativiśiṣṭāni duḥkhāny anyāni bhārata vartante mayi kaunteya vakṣyāmi śṛṇu tāny api
Darüber hinaus gibt es noch andere, besondere Leiden in mir, o Bhārata, Sohn der Kuntī; auch diese will ich dir berichten - so höre.

yuṣmāsu dhriyamāṇeṣu duḥkhāni vividhāny uta śoṣayanti śarīraṃ me kiṃ nu duḥkham ataḥ param

Während ihr alle noch am Leben seid, zehren mancherlei Leiden dennoch an meinem Leib - welches Leid könnte größer sein als dieses?

Wort für Wort
yuṣmāsu dhriyamāṇeṣu duḥkhāni vividhāny uta śoṣayanti śarīraṃ me kiṃ nu duḥkham ataḥ param
Während ihr alle noch am Leben seid, zehren mancherlei Leiden dennoch an meinem Leib - welches Leid könnte größer sein als dieses?

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