Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Virāṭaparva

Kapitel 57: Go-harana-parva (34) Arjunas Zornesfeuer

Alle großen Kaurava-Wagenkämpfer greifen Arjuna gemeinsam an, doch er bedeckt sie mit einem gewaltigen Pfeilnetz und entfesselt, nach dreizehn Jahren zurückgehaltenen Zorns, sein furchtbares Zornesfeuer über die Söhne Dhṛtarāṣṭras. In einer der eindrücklichsten Schlachtschilderungen des Epos verwandelt sich das Schlachtfeld in einen Fluss aus Blut mit Knochen als Wassermoos und zerschmetterten Wagen als Inseln; alle Krieger, von Schrecken erfasst, werden friedfertig, und Arjuna schlägt die gesamte Streitmacht in die Flucht.

vaiśaṃpāyana uvāca atha saṃgamya sarve tu kauravāṇāṃ mahārathāḥ arjunaṃ sahitā yattāḥ pratyayudhyanta bhārata

Vaiśampāyana sprach: Da versammelten sich alle großen Wagenkämpfer der Kauravas, vereint und bereit, o Bhārata, und kämpften gegen Arjuna.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca atha saṃgamya sarve tu kauravāṇāṃ mahārathāḥ arjunaṃ sahitā yattāḥ pratyayudhyanta bhārata
Vaiśampāyana sprach: Da versammelten sich alle großen Wagenkämpfer der Kauravas, vereint und bereit, o Bhārata, und kämpften gegen Arjuna.

sa sāyakamayair jālaiḥ sarvatas tān mahārathān prācchādayad ameyātmā nīhāra iva parvatān

Er, der Unermessliche, bedeckte jene großen Wagenkämpfer von allen Seiten mit Pfeilnetzen, wie Nebel Berge bedeckt.

Wort für Wort
sa sāyakamayair jālaiḥ sarvatas tān mahārathān prācchādayad ameyātmā nīhāra iva parvatān
Er, der Unermessliche, bedeckte jene großen Wagenkämpfer von allen Seiten mit Pfeilnetzen, wie Nebel Berge bedeckt.

nadadbhiś ca mahānāgair heṣamāṇaiś ca vājibhiḥ bherīśaṅkhaninādaiś ca sa śabdas tumulo 'bhavat

Durch trompetende große Elefanten, wiehernde Pferde und den Klang von Kriegstrommeln und Muschelhörnern entstand jener tumultartige Lärm.

Wort für Wort
nadadbhiś ca mahānāgair heṣamāṇaiś ca vājibhiḥ bherīśaṅkhaninādaiś ca sa śabdas tumulo 'bhavat
Durch trompetende große Elefanten, wiehernde Pferde und den Klang von Kriegstrommeln und Muschelhörnern entstand jener tumultartige Lärm.

narāśvakāyān nirbhidya lohāni kavacāni ca pārthasya śarajālāni viniṣpetuḥ sahasraśaḥ

Nachdem sie die Körper von Männern und Pferden sowie eiserne Rüstungen durchbohrt hatten, drangen die Pfeilnetze des Pārtha zu Tausenden hindurch.

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narāśvakāyān nirbhidya lohāni kavacāni ca pārthasya śarajālāni viniṣpetuḥ sahasraśaḥ
Nachdem sie die Körper von Männern und Pferden sowie eiserne Rüstungen durchbohrt hatten, drangen die Pfeilnetze des Pārtha zu Tausenden hindurch.

tvaramāṇaḥ śarān asyan pāṇḍavaḥ sa babhau raṇe madhyaṃdinagato 'rciṣmāñ śaradīva divākaraḥ

Der Pāṇḍava, eilends Pfeile entsendend, erstrahlte im Kampf wie die strahlende Mittagssonne im Herbst.

Wort für Wort
tvaramāṇaḥ śarān asyan pāṇḍavaḥ sa babhau raṇe madhyaṃdinagato 'rciṣmāñ śaradīva divākaraḥ
Der Pāṇḍava, eilends Pfeile entsendend, erstrahlte im Kampf wie die strahlende Mittagssonne im Herbst.

upaplavanta vitrastā rathebhyo rathinas tadā sādinaś cāśvapṛṣṭhebhyo bhūmau cāpi padātayaḥ

Erschreckt sprangen da die Wagenkämpfer von ihren Wagen, die Reiter von den Pferderücken, und auch das Fußvolk taumelte zu Boden.

Wort für Wort
upaplavanta vitrastā rathebhyo rathinas tadā sādinaś cāśvapṛṣṭhebhyo bhūmau cāpi padātayaḥ
Erschreckt sprangen da die Wagenkämpfer von ihren Wagen, die Reiter von den Pferderücken, und auch das Fußvolk taumelte zu Boden.

śaraiḥ saṃtāḍyamānānāṃ kavacānāṃ mahātmanām tāmrarājatalohānāṃ prādurāsīn mahāsvanaḥ

Von den Pfeilen getroffen, entstand ein gewaltiger Laut der Rüstungen der Hochherzigen, aus Kupfer, Silber und Eisen.

Wort für Wort
śaraiḥ saṃtāḍyamānānāṃ kavacānāṃ mahātmanām tāmrarājatalohānāṃ prādurāsīn mahāsvanaḥ
Von den Pfeilen getroffen, entstand ein gewaltiger Laut der Rüstungen der Hochherzigen, aus Kupfer, Silber und Eisen.

channam āyodhanaṃ sarvaṃ śarīrair gatacetasām gajāśvasādibhis tatra śitabāṇāttajīvitaiḥ

Das ganze Schlachtfeld war bedeckt mit den Leibern der Besinnungslosen - Elefanten, Pferden und Reitern -, denen scharfe Pfeile das Leben genommen hatten.

Wort für Wort
channam āyodhanaṃ sarvaṃ śarīrair gatacetasām gajāśvasādibhis tatra śitabāṇāttajīvitaiḥ
Das ganze Schlachtfeld war bedeckt mit den Leibern der Besinnungslosen - Elefanten, Pferden und Reitern -, denen scharfe Pfeile das Leben genommen hatten.

rathopasthābhipatitair āstṛtā mānavair mahī pranṛtyad iva saṃgrāme cāpahasto dhanaṃjayaḥ

Die Erde war bedeckt mit Menschen, die auf die Wagenböden gefallen waren; Dhanaṃjaya, den Bogen in der Hand, schien im Kampf gleichsam zu tanzen.

Wort für Wort
rathopasthābhipatitair āstṛtā mānavair mahī pranṛtyad iva saṃgrāme cāpahasto dhanaṃjayaḥ
Die Erde war bedeckt mit Menschen, die auf die Wagenböden gefallen waren; Dhanaṃjaya, den Bogen in der Hand, schien im Kampf gleichsam zu tanzen.

śrutvā gāṇḍīvanirghoṣaṃ visphūrjitam ivāśaneḥ trastāni sarvabhūtāni vyagacchanta mahāhavāt

Als sie das Dröhnen des Gāṇḍīva hörten, das wie das Krachen des Blitzes war, flohen alle erschreckten Wesen aus der gewaltigen Schlacht.

Wort für Wort
śrutvā gāṇḍīvanirghoṣaṃ visphūrjitam ivāśaneḥ trastāni sarvabhūtāni vyagacchanta mahāhavāt
Als sie das Dröhnen des Gāṇḍīva hörten, das wie das Krachen des Blitzes war, flohen alle erschreckten Wesen aus der gewaltigen Schlacht.

kuṇḍaloṣṇīṣadhārīṇi jātarūpasrajāni ca patitāni sma dṛśyante śirāṃsi raṇamūrdhani

Köpfe mit Ohrringen, Turbanen und goldenen Girlanden waren gefallen und an der Spitze des Schlachtfeldes zu sehen.

Wort für Wort
kuṇḍaloṣṇīṣadhārīṇi jātarūpasrajāni ca patitāni sma dṛśyante śirāṃsi raṇamūrdhani
Köpfe mit Ohrringen, Turbanen und goldenen Girlanden waren gefallen und an der Spitze des Schlachtfeldes zu sehen.

viśikhonmathitair gātrair bāhubhiś ca sakārmukaiḥ sahastābharaṇaiś cānyaiḥ pracchannā bhāti medinī

Von Pfeilen zerfetzten Gliedern und Armen samt Bögen, und anderen, mit Handschmuck versehenen Gliedern bedeckt, erstrahlte die Erde.

Wort für Wort
viśikhonmathitair gātrair bāhubhiś ca sakārmukaiḥ sahastābharaṇaiś cānyaiḥ pracchannā bhāti medinī
Von Pfeilen zerfetzten Gliedern und Armen samt Bögen, und anderen, mit Handschmuck versehenen Gliedern bedeckt, erstrahlte die Erde.

śirasāṃ pātyamānānām antarā niśitaiḥ śaraiḥ aśmavṛṣṭir ivākāśād abhavad bharatarṣabha

Während die Köpfe von scharfen Pfeilen zu Fall gebracht wurden, entstand es wie ein Steinregen vom Himmel, o Stier der Bharatas.

Wort für Wort
śirasāṃ pātyamānānām antarā niśitaiḥ śaraiḥ aśmavṛṣṭir ivākāśād abhavad bharatarṣabha
Während die Köpfe von scharfen Pfeilen zu Fall gebracht wurden, entstand es wie ein Steinregen vom Himmel, o Stier der Bharatas.

darśayitvā tathātmānaṃ raudraṃ rudraparākramaḥ avaruddhaś caran pārtho daśavarṣāṇi trīṇi ca krodhāgnim utsṛjad ghoraṃ dhārtarāṣṭreṣu pāṇḍavaḥ

Nachdem er so seine eigene furchtbare, Rudra-gleiche Kraft gezeigt hatte, entfesselte der Pāṇḍava, der dreizehn Jahre lang zurückgehalten gewandelt war, sein furchtbares Zornesfeuer über die Söhne Dhṛtarāṣṭras.

Wort für Wort
darśayitvā tathātmānaṃ raudraṃ rudraparākramaḥ avaruddhaś caran pārtho daśavarṣāṇi trīṇi ca krodhāgnim utsṛjad ghoraṃ dhārtarāṣṭreṣu pāṇḍavaḥ
Nachdem er so seine eigene furchtbare, Rudra-gleiche Kraft gezeigt hatte, entfesselte der Pāṇḍava, der dreizehn Jahre lang zurückgehalten gewandelt war, sein furchtbares Zornesfeuer über die Söhne Dhṛtarāṣṭras.

tasya tad dahataḥ sainyaṃ dṛṣṭvā caiva parākramam sarve śāntiparā yodhā dhārtarāṣṭrasya paśyataḥ

Als sie sahen, wie er das Heer verbrannte, und seine Kraft erblickten, wurden alle Krieger, vor den Augen des Sohnes Dhṛtarāṣṭras, auf Frieden bedacht.

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tasya tad dahataḥ sainyaṃ dṛṣṭvā caiva parākramam sarve śāntiparā yodhā dhārtarāṣṭrasya paśyataḥ
Als sie sahen, wie er das Heer verbrannte, und seine Kraft erblickten, wurden alle Krieger, vor den Augen des Sohnes Dhṛtarāṣṭras, auf Frieden bedacht.

vitrāsayitvā tat sainyaṃ drāvayitvā mahārathān arjuno jayatāṃ śreṣṭhaḥ paryavartata bhārata

Nachdem er jenes Heer in Schrecken versetzt und die großen Wagenkämpfer in die Flucht geschlagen hatte, kehrte Arjuna, der Beste der Sieger, um, o Bhārata.

Wort für Wort
vitrāsayitvā tat sainyaṃ drāvayitvā mahārathān arjuno jayatāṃ śreṣṭhaḥ paryavartata bhārata
Nachdem er jenes Heer in Schrecken versetzt und die großen Wagenkämpfer in die Flucht geschlagen hatte, kehrte Arjuna, der Beste der Sieger, um, o Bhārata.

prāvartayan nadīṃ ghorāṃ śoṇitaughataraṅgiṇīm asthiśaivalasaṃbādhāṃ yugānte kālanirmitām

Er ließ einen furchtbaren Fluss entstehen, mit Wogen von Blutfluten, verstopft mit Knochen als Wassermoos, wie von der Zeit am Weltenende geschaffen,

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prāvartayan nadīṃ ghorāṃ śoṇitaughataraṅgiṇīm asthiśaivalasaṃbādhāṃ yugānte kālanirmitām
Er ließ einen furchtbaren Fluss entstehen, mit Wogen von Blutfluten, verstopft mit Knochen als Wassermoos, wie von der Zeit am Weltenende geschaffen,

śaracāpaplavāṃ ghorāṃ māṃsaśoṇitakardamām mahārathamahādvīpāṃ śaṅkhadundubhinisvanām cakāra mahatīṃ pārtho nadīm uttaraśoṇitām

furchtbar, mit Pfeilen und Bögen als Flößen, mit Fleisch und Blut als Schlamm, mit großen Wagenkämpfern als Inseln, mit dem Klang von Muschelhörnern und Kriegstrommeln - einen solchen gewaltigen, blutüberströmten Fluss [?] schuf der Pārtha.

Wort für Wort
śaracāpaplavāṃ ghorāṃ māṃsaśoṇitakardamām mahārathamahādvīpāṃ śaṅkhadundubhinisvanām cakāra mahatīṃ pārtho nadīm uttaraśoṇitām
furchtbar, mit Pfeilen und Bögen als Flößen, mit Fleisch und Blut als Schlamm, mit großen Wagenkämpfern als Inseln, mit dem Klang von Muschelhörnern und Kriegstrommeln - einen solchen gewaltigen, blutüberströmten Fluss [?] schuf der Pārtha.

'Uttaraśoṇitām' könnte auch 'nordwärts von Blut' bedeuten; die genaue Bedeutung des Kompositums bleibt unsicher.

ādadānasya hi śarān saṃdhāya ca vimuñcataḥ vikarṣataś ca gāṇḍīvaṃ na kiṃ cid dṛśyate 'ntaram

Denn bei ihm, der Pfeile ergriff, anlegte, entsandte und das Gāṇḍīva spannte, war kein Zwischenraum zu erkennen.

Wort für Wort
ādadānasya hi śarān saṃdhāya ca vimuñcataḥ vikarṣataś ca gāṇḍīvaṃ na kiṃ cid dṛśyate 'ntaram
Denn bei ihm, der Pfeile ergriff, anlegte, entsandte und das Gāṇḍīva spannte, war kein Zwischenraum zu erkennen.

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