Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Virāṭaparva

Kapitel 64: Go-harana-parva (41) Uttaras Bericht

Uttara findet Yudhiṣṭhira blutend vor und erfährt von Virāṭa, dieser habe ihn geschlagen, weil er Bṛhannaḍā gleich seinem Sohn gerühmt habe; Uttara tadelt seinen Vater scharf, und Yudhiṣṭhira versöhnt sich mit ihm, ohne Groll. Als Bṛhannaḍā eintritt, lobt Virāṭa Uttara überschwänglich für den vermeintlichen Sieg über Karṇa, Bhīṣma, Droṇa, Aśvatthāman, Kṛpa und Duryodhana; Uttara stellt richtig, dass alles die Tat eines geheimnisvollen, plötzlich erschienenen und wieder verschwundenen sogenannten Gottessohnes gewesen sei, und schildert dessen Taten im Einzelnen, einschließlich seiner Warnung an den fliehenden Duryodhana. Virāṭa, der Bṛhannaḍā weiterhin nicht erkennt, möchte den Unbekannten ehren; Uttara vertröstet ihn. Arjuna überreicht mit Virāṭas Erlaubnis die erbeuteten Gewänder der Prinzessin Uttarā, und Yudhiṣṭhira bespricht insgeheim mit Uttara das weitere Vorgehen.

vaiśaṃpāyana uvāca tato rājñaḥ suto jyeṣṭhaḥ prāviśat pṛthivīṃjayaḥ so 'bhivādya pituḥ pādau dharmarājam apaśyata

Vaiśampāyana sprach: Da betrat der älteste Sohn des Königs, der Welteroberer, [die Halle], und nachdem er die Füße seines Vaters verehrt hatte, erblickte er den Dharmarāja.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tato rājñaḥ suto jyeṣṭhaḥ prāviśat pṛthivīṃjayaḥ so 'bhivādya pituḥ pādau dharmarājam apaśyata
Vaiśampāyana sprach: Da betrat der älteste Sohn des Königs, der Welteroberer, [die Halle], und nachdem er die Füße seines Vaters verehrt hatte, erblickte er den Dharmarāja.

sa taṃ rudhirasaṃsiktam anekāgram anāgasam bhūmāv āsīnam ekānte sairandhryā samupasthitam

Er sah jenen, blutbefleckt, an vielen Stellen verwundet, doch schuldlos, auf dem Boden abseits sitzend, von Sairandhrī betreut.

Wort für Wort
sa taṃ rudhirasaṃsiktam anekāgram anāgasam bhūmāv āsīnam ekānte sairandhryā samupasthitam
Er sah jenen, blutbefleckt, an vielen Stellen verwundet, doch schuldlos, auf dem Boden abseits sitzend, von Sairandhrī betreut.

tataḥ papraccha pitaraṃ tvaramāṇa ivottaraḥ kenāyaṃ tāḍito rājan kena pāpam idaṃ kṛtam

Da fragte Uttara eilends seinen Vater: ‚Von wem wurde dieser geschlagen, o König? Von wem wurde diese Untat begangen?‘

Wort für Wort
tataḥ papraccha pitaraṃ tvaramāṇa ivottaraḥ kenāyaṃ tāḍito rājan kena pāpam idaṃ kṛtam
Da fragte Uttara eilends seinen Vater: ‚Von wem wurde dieser geschlagen, o König? Von wem wurde diese Untat begangen?‘

virāṭa uvāca mayāyaṃ tāḍito jihmo na cāpy etāvad arhati praśasyamāne yaḥ śūre tvayi ṣaṇḍhaṃ praśaṃsati

Virāṭa sprach: ‚Von mir wurde dieser Falsche geschlagen, doch verdient er nicht einmal so viel - er, der, während du als Held gepriesen wirst, einen Verschnittenen dir gleich rühmt.‘

Wort für Wort
virāṭa uvāca mayāyaṃ tāḍito jihmo na cāpy etāvad arhati praśasyamāne yaḥ śūre tvayi ṣaṇḍhaṃ praśaṃsati
Virāṭa sprach: ‚Von mir wurde dieser Falsche geschlagen, doch verdient er nicht einmal so viel - er, der, während du als Held gepriesen wirst, einen Verschnittenen dir gleich rühmt.‘

uttara uvāca akāryaṃ te kṛtaṃ rājan kṣipram eva prasādyatām mā tvā brahmaviṣaṃ ghoraṃ samūlam api nirdahet

Uttara sprach: ‚Eine Untat hast du begangen, o König; lass ihn rasch besänftigen, damit dich nicht das furchtbare Brahmanengift mitsamt der Wurzel verbrenne.‘

Wort für Wort
uttara uvāca akāryaṃ te kṛtaṃ rājan kṣipram eva prasādyatām mā tvā brahmaviṣaṃ ghoraṃ samūlam api nirdahet
Uttara sprach: ‚Eine Untat hast du begangen, o König; lass ihn rasch besänftigen, damit dich nicht das furchtbare Brahmanengift mitsamt der Wurzel verbrenne.‘

vaiśaṃpāyana uvāca sa putrasya vacaḥ śrutvā virāṭo rāṣṭravardhanaḥ kṣamayām āsa kaunteyaṃ bhasmacchannam ivānalam

Vaiśampāyana sprach: Als er die Worte seines Sohnes gehört hatte, versöhnte sich Virāṭa, der Mehrer seines Reiches, mit dem Sohn der Kuntī, der wie ein von Asche verhülltes Feuer war.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca sa putrasya vacaḥ śrutvā virāṭo rāṣṭravardhanaḥ kṣamayām āsa kaunteyaṃ bhasmacchannam ivānalam
Vaiśampāyana sprach: Als er die Worte seines Sohnes gehört hatte, versöhnte sich Virāṭa, der Mehrer seines Reiches, mit dem Sohn der Kuntī, der wie ein von Asche verhülltes Feuer war.

kṣamayantaṃ tu rājānaṃ pāṇḍavaḥ pratyabhāṣata ciraṃ kṣāntam idaṃ rājan na manyur vidyate mama

Dem um Verzeihung bittenden König erwiderte der Pāṇḍava: ‚Längst ist mir dies verziehen, o König; kein Zorn ist in mir.

Wort für Wort
kṣamayantaṃ tu rājānaṃ pāṇḍavaḥ pratyabhāṣata ciraṃ kṣāntam idaṃ rājan na manyur vidyate mama
Dem um Verzeihung bittenden König erwiderte der Pāṇḍava: ‚Längst ist mir dies verziehen, o König; kein Zorn ist in mir.

yadi hy etat pated bhūmau rudhiraṃ mama nastataḥ sarāṣṭras tvaṃ mahārāja vinaśyethā na saṃśayaḥ

Wäre nämlich dieses Blut aus meiner Nase zu Boden gefallen, so wärest du, Großkönig, samt deinem Reich zweifellos zugrunde gegangen.

Wort für Wort
yadi hy etat pated bhūmau rudhiraṃ mama nastataḥ sarāṣṭras tvaṃ mahārāja vinaśyethā na saṃśayaḥ
Wäre nämlich dieses Blut aus meiner Nase zu Boden gefallen, so wärest du, Großkönig, samt deinem Reich zweifellos zugrunde gegangen.

na dūṣayāmi te rājan yac ca hanyād adūṣakam balavantaṃ mahārāja kṣipraṃ dāruṇam āpnuyāt

Ich tadle dich nicht deswegen, o König; doch wer einen Schuldlosen töten würde, mag er auch mächtig sein, o Großkönig, der würde rasch ein furchtbares Schicksal erlangen.‘

Wort für Wort
na dūṣayāmi te rājan yac ca hanyād adūṣakam balavantaṃ mahārāja kṣipraṃ dāruṇam āpnuyāt
Ich tadle dich nicht deswegen, o König; doch wer einen Schuldlosen töten würde, mag er auch mächtig sein, o Großkönig, der würde rasch ein furchtbares Schicksal erlangen.‘

śoṇite tu vyatikrānte praviveśa bṛhannaḍā abhivādya virāṭaṃ ca kaṅkaṃ cāpy upatiṣṭhata

Als die Angelegenheit mit dem Blut vorüber war, trat Bṛhannaḍā ein, verehrte Virāṭa und wartete auch Kaṅka auf.

Wort für Wort
śoṇite tu vyatikrānte praviveśa bṛhannaḍā abhivādya virāṭaṃ ca kaṅkaṃ cāpy upatiṣṭhata
Als die Angelegenheit mit dem Blut vorüber war, trat Bṛhannaḍā ein, verehrte Virāṭa und wartete auch Kaṅka auf.

kṣamayitvā tu kauravyaṃ raṇād uttaram āgatam praśaśaṃsa tato matsyaḥ śṛṇvataḥ savyasācinaḥ

Nachdem er sich mit dem Kauravya versöhnt hatte, lobte der Matsya-König darauf, in Anwesenheit des Savyasācin, Uttara, der aus der Schlacht zurückgekehrt war:

Wort für Wort
kṣamayitvā tu kauravyaṃ raṇād uttaram āgatam praśaśaṃsa tato matsyaḥ śṛṇvataḥ savyasācinaḥ
Nachdem er sich mit dem Kauravya versöhnt hatte, lobte der Matsya-König darauf, in Anwesenheit des Savyasācin, Uttara, der aus der Schlacht zurückgekehrt war:

tvayā dāyādavān asmi kaikeyīnandivardhana tvayā me sadṛśaḥ putro na bhūto na bhaviṣyati

‚Durch dich habe ich einen Erben, du Mehrer der Freude der Kaikeyī; durch dich - kein Sohn wie du war je oder wird je sein.

Wort für Wort
tvayā dāyādavān asmi kaikeyīnandivardhana tvayā me sadṛśaḥ putro na bhūto na bhaviṣyati
‚Durch dich habe ich einen Erben, du Mehrer der Freude der Kaikeyī; durch dich - kein Sohn wie du war je oder wird je sein.

padaṃ padasahasreṇa yaś caran nāparādhnuyāt tena karṇena te tāta katham āsīt samāgamaḥ

Mit jenem Karṇa, der selbst über tausend Schritte hinweg nie einen Fehlschuss täte [?], wie war da deine Begegnung, mein Sohn?

Wort für Wort
padaṃ padasahasreṇa yaś caran nāparādhnuyāt tena karṇena te tāta katham āsīt samāgamaḥ
Mit jenem Karṇa, der selbst über tausend Schritte hinweg nie einen Fehlschuss täte [?], wie war da deine Begegnung, mein Sohn?

Die genaue Bedeutung von 'padaṃ padasahasreṇa' (wörtlich 'einen Schritt mit tausend Schritten') bleibt unsicher; gemeint ist wohl Karṇas treffsichere Bogenkunst auch über große Entfernung.

manuṣyaloke sakale yasya tulyo na vidyate yaḥ samudra ivākṣobhyaḥ kālāgnir iva duḥsahaḥ tena bhīṣmeṇa te tāta katham āsīt samāgamaḥ

Mit jenem Bhīṣma, dem in der ganzen Menschenwelt kein Gleicher ist, der wie der Ozean unerschütterlich, wie das Weltenfeuer der Zeit unerträglich ist, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?

Wort für Wort
manuṣyaloke sakale yasya tulyo na vidyate yaḥ samudra ivākṣobhyaḥ kālāgnir iva duḥsahaḥ tena bhīṣmeṇa te tāta katham āsīt samāgamaḥ
Mit jenem Bhīṣma, dem in der ganzen Menschenwelt kein Gleicher ist, der wie der Ozean unerschütterlich, wie das Weltenfeuer der Zeit unerträglich ist, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?

ācāryo vṛṣṇivīrāṇāṃ pāṇḍavānāṃ ca yo dvijaḥ sarvakṣatrasya cācāryaḥ sarvaśastrabhṛtāṃ varaḥ tena droṇena te tāta katham āsīt samāgamaḥ

Mit jenem Droṇa, dem Lehrer der Vṛṣṇi-Helden und der Pāṇḍavas, dem Brahmanen, dem Lehrer aller Kṣatriyas, dem Besten aller Waffenträger, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?

Wort für Wort
ācāryo vṛṣṇivīrāṇāṃ pāṇḍavānāṃ ca yo dvijaḥ sarvakṣatrasya cācāryaḥ sarvaśastrabhṛtāṃ varaḥ tena droṇena te tāta katham āsīt samāgamaḥ
Mit jenem Droṇa, dem Lehrer der Vṛṣṇi-Helden und der Pāṇḍavas, dem Brahmanen, dem Lehrer aller Kṣatriyas, dem Besten aller Waffenträger, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?

ācāryaputro yaḥ śūraḥ sarvaśastrabhṛtām api aśvatthāmeti vikhyātaḥ kathaṃ tena samāgamaḥ

Mit jenem Lehrersohn, dem Helden unter allen Waffenträgern, der als Aśvatthāman berühmt ist, wie war da die Begegnung?

Wort für Wort
ācāryaputro yaḥ śūraḥ sarvaśastrabhṛtām api aśvatthāmeti vikhyātaḥ kathaṃ tena samāgamaḥ
Mit jenem Lehrersohn, dem Helden unter allen Waffenträgern, der als Aśvatthāman berühmt ist, wie war da die Begegnung?

raṇe yaṃ prekṣya sīdanti hṛtasvā vaṇijo yathā kṛpeṇa tena te tāta katham āsīt samāgamaḥ

Mit jenem Kṛpa, bei dessen Anblick im Kampf die Feinde verzagen, wie Kaufleute, die ihres Besitzes beraubt wurden, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?

Wort für Wort
raṇe yaṃ prekṣya sīdanti hṛtasvā vaṇijo yathā kṛpeṇa tena te tāta katham āsīt samāgamaḥ
Mit jenem Kṛpa, bei dessen Anblick im Kampf die Feinde verzagen, wie Kaufleute, die ihres Besitzes beraubt wurden, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?

parvataṃ yo 'bhividhyeta rājaputro maheṣubhiḥ duryodhanena te tāta katham āsīt samāgamaḥ

Mit jenem Duryodhana, dem Königssohn, der mit seinen großen Pfeilen selbst einen Berg durchbohren könnte, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?‘

Wort für Wort
parvataṃ yo 'bhividhyeta rājaputro maheṣubhiḥ duryodhanena te tāta katham āsīt samāgamaḥ
Mit jenem Duryodhana, dem Königssohn, der mit seinen großen Pfeilen selbst einen Berg durchbohren könnte, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?‘

uttara uvāca na mayā nirjitā gāvo na mayā nirjitāḥ pare kṛtaṃ tu karma tat sarvaṃ devaputreṇa kena cit

Uttara sprach: ‚Nicht von mir wurden die Rinder zurückgewonnen, nicht von mir wurden die Feinde besiegt; jene ganze Tat wurde von irgendeinem Gottessohn vollbracht.

Wort für Wort
uttara uvāca na mayā nirjitā gāvo na mayā nirjitāḥ pare kṛtaṃ tu karma tat sarvaṃ devaputreṇa kena cit
Uttara sprach: ‚Nicht von mir wurden die Rinder zurückgewonnen, nicht von mir wurden die Feinde besiegt; jene ganze Tat wurde von irgendeinem Gottessohn vollbracht.

sa hi bhītaṃ dravantaṃ māṃ devaputro nyavārayat sa cātiṣṭhad rathopasthe vajrahastanibho yuvā

Denn jener Gottessohn hielt mich zurück, als ich furchtsam floh; und er stand auf dem Wagenboden, ein Jüngling, dem Blitzträger gleich.

Wort für Wort
sa hi bhītaṃ dravantaṃ māṃ devaputro nyavārayat sa cātiṣṭhad rathopasthe vajrahastanibho yuvā
Denn jener Gottessohn hielt mich zurück, als ich furchtsam floh; und er stand auf dem Wagenboden, ein Jüngling, dem Blitzträger gleich.

tena tā nirjitā gāvas tena te kuravo jitāḥ tasya tat karma vīrasya na mayā tāta tat kṛtam

Durch ihn wurden jene Rinder zurückgewonnen, durch ihn wurden die Kurus besiegt; das war die Tat jenes Helden, nicht meine, Vater.

Wort für Wort
tena tā nirjitā gāvas tena te kuravo jitāḥ tasya tat karma vīrasya na mayā tāta tat kṛtam
Durch ihn wurden jene Rinder zurückgewonnen, durch ihn wurden die Kurus besiegt; das war die Tat jenes Helden, nicht meine, Vater.

sa hi śāradvataṃ droṇaṃ droṇaputraṃ ca vīryavān sūtaputraṃ ca bhīṣmaṃ ca cakāra vimukhāñ śaraiḥ

Denn er, der Tapfere, schlug den Śāradvata-Sohn, Droṇa, den Sohn Droṇas, den Wagenlenkersohn und Bhīṣma mit Pfeilen in die Flucht.

Wort für Wort
sa hi śāradvataṃ droṇaṃ droṇaputraṃ ca vīryavān sūtaputraṃ ca bhīṣmaṃ ca cakāra vimukhāñ śaraiḥ
Denn er, der Tapfere, schlug den Śāradvata-Sohn, Droṇa, den Sohn Droṇas, den Wagenlenkersohn und Bhīṣma mit Pfeilen in die Flucht.

duryodhanaṃ ca samare sanāgam iva yūthapam prabhagnam abravīd bhītaṃ rājaputraṃ mahābalam

Und zu Duryodhana, dem mächtigen Königssohn, der im Kampf geschlagen und erschrocken war wie ein von der Herde getrennter Leitelefant, sprach er:

Wort für Wort
duryodhanaṃ ca samare sanāgam iva yūthapam prabhagnam abravīd bhītaṃ rājaputraṃ mahābalam
Und zu Duryodhana, dem mächtigen Königssohn, der im Kampf geschlagen und erschrocken war wie ein von der Herde getrennter Leitelefant, sprach er:

na hāstinapure trāṇaṃ tava paśyāmi kiṃ cana vyāyāmena parīpsasva jīvitaṃ kauravātmaja

„Ich sehe für dich in Hastinapura keinerlei Rettung; erkämpfe dir dein Leben durch eigene Kraft, Sohn der Kauravas.

Wort für Wort
na hāstinapure trāṇaṃ tava paśyāmi kiṃ cana vyāyāmena parīpsasva jīvitaṃ kauravātmaja
„Ich sehe für dich in Hastinapura keinerlei Rettung; erkämpfe dir dein Leben durch eigene Kraft, Sohn der Kauravas.

na mokṣyase palāyaṃs tvaṃ rājan yuddhe manaḥ kuru pṛthivīṃ bhokṣyase jitvā hato vā svargam āpsyasi

Du wirst nicht entkommen, indem du fliehst, o König; richte deinen Sinn auf den Kampf. Als Sieger wirst du die Erde genießen, als Gefallener den Himmel erlangen.“

Wort für Wort
na mokṣyase palāyaṃs tvaṃ rājan yuddhe manaḥ kuru pṛthivīṃ bhokṣyase jitvā hato vā svargam āpsyasi
Du wirst nicht entkommen, indem du fliehst, o König; richte deinen Sinn auf den Kampf. Als Sieger wirst du die Erde genießen, als Gefallener den Himmel erlangen.“

sa nivṛtto naravyāghro muñcan vajranibhāñ śarān sacivaiḥ saṃvṛto rājā rathe nāga iva śvasan

Da wandte sich jener Menschentiger ab, blitzgleiche Pfeile entsendend; der König, von seinen Beratern umgeben, floh auf seinem Wagen wie eine schnaubende Schlange.

Wort für Wort
sa nivṛtto naravyāghro muñcan vajranibhāñ śarān sacivaiḥ saṃvṛto rājā rathe nāga iva śvasan
Da wandte sich jener Menschentiger ab, blitzgleiche Pfeile entsendend; der König, von seinen Beratern umgeben, floh auf seinem Wagen wie eine schnaubende Schlange.

tatra me romaharṣo 'bhūt ūrustambhaś ca māriṣa yad abhraghanasaṃkāśam anīkaṃ vyadhamac charaiḥ

Da sträubten sich mir die Haare, und meine Schenkel wurden starr, o Verehrter, als er das wolkendichte Heer mit Pfeilen zerstreute.

Wort für Wort
tatra me romaharṣo 'bhūt ūrustambhaś ca māriṣa yad abhraghanasaṃkāśam anīkaṃ vyadhamac charaiḥ
Da sträubten sich mir die Haare, und meine Schenkel wurden starr, o Verehrter, als er das wolkendichte Heer mit Pfeilen zerstreute.

tat praṇudya rathānīkaṃ siṃhasaṃhanano yuvā kurūṃs tān prahasan rājan vāsāṃsy apaharad balī

Nachdem er jenes Wagenheer vertrieben hatte, der Jüngling von löwenhafter Gestalt, nahm der Starke, lachend, jenen Kurus die Gewänder ab, o König.

Wort für Wort
tat praṇudya rathānīkaṃ siṃhasaṃhanano yuvā kurūṃs tān prahasan rājan vāsāṃsy apaharad balī
Nachdem er jenes Wagenheer vertrieben hatte, der Jüngling von löwenhafter Gestalt, nahm der Starke, lachend, jenen Kurus die Gewänder ab, o König.

ekena tena vīreṇa ṣaḍrathāḥ parivāritāḥ śārdūleneva mattena mṛgās tṛṇacarā vane

Von jenem einzigen Helden wurden die sechs Wagenkämpfer umringt, wie im Wald grasende Rehe von einem brünftigen Tiger.‘

Wort für Wort
ekena tena vīreṇa ṣaḍrathāḥ parivāritāḥ śārdūleneva mattena mṛgās tṛṇacarā vane
Von jenem einzigen Helden wurden die sechs Wagenkämpfer umringt, wie im Wald grasende Rehe von einem brünftigen Tiger.‘

virāṭa uvāca kva sa vīro mahābāhur devaputro mahāyaśāḥ yo me dhanam avājaiṣīt kurubhir grastam āhave

Virāṭa sprach: ‚Wo ist jener großarmige Held, der ruhmreiche Gottessohn, der mir meinen von den Kurus geraubten Reichtum im Kampf zurückgewann?

Wort für Wort
virāṭa uvāca kva sa vīro mahābāhur devaputro mahāyaśāḥ yo me dhanam avājaiṣīt kurubhir grastam āhave
Virāṭa sprach: ‚Wo ist jener großarmige Held, der ruhmreiche Gottessohn, der mir meinen von den Kurus geraubten Reichtum im Kampf zurückgewann?

icchāmi tam ahaṃ draṣṭum arcituṃ ca mahābalam yena me tvaṃ ca gāvaś ca rakṣitā devasūnunā

Ich möchte ihn sehen und den Starken ehren, durch den, den Gottessohn, du und meine Rinder gerettet wurdet.‘

Wort für Wort
icchāmi tam ahaṃ draṣṭum arcituṃ ca mahābalam yena me tvaṃ ca gāvaś ca rakṣitā devasūnunā
Ich möchte ihn sehen und den Starken ehren, durch den, den Gottessohn, du und meine Rinder gerettet wurdet.‘

uttara uvāca antardhānaṃ gatas tāta devaputraḥ pratāpavān sa tu śvo vā paraśvo vā manye prādurbhaviṣyati

Uttara sprach: ‚Der glanzvolle Gottessohn ist verschwunden, Vater; doch ich glaube, er wird morgen oder übermorgen wieder erscheinen.‘

Wort für Wort
uttara uvāca antardhānaṃ gatas tāta devaputraḥ pratāpavān sa tu śvo vā paraśvo vā manye prādurbhaviṣyati
Uttara sprach: ‚Der glanzvolle Gottessohn ist verschwunden, Vater; doch ich glaube, er wird morgen oder übermorgen wieder erscheinen.‘

vaiśaṃpāyana uvāca evam ākhyāyamānaṃ tu channaṃ satreṇa pāṇḍavam vasantaṃ tatra nājñāsīd virāṭaḥ pārtham arjunam

Vaiśampāyana sprach: So, obwohl es ihm auf diese Weise berichtet wurde, erkannte Virāṭa den Pārtha Arjuna, der durch List seine wahre Gestalt verborgen hielt und dort weilte, nicht.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evam ākhyāyamānaṃ tu channaṃ satreṇa pāṇḍavam vasantaṃ tatra nājñāsīd virāṭaḥ pārtham arjunam
Vaiśampāyana sprach: So, obwohl es ihm auf diese Weise berichtet wurde, erkannte Virāṭa den Pārtha Arjuna, der durch List seine wahre Gestalt verborgen hielt und dort weilte, nicht.

tataḥ pārtho 'bhyanujñāto virāṭena mahātmanā pradadau tāni vāsāṃsi virāṭaduhituḥ svayam

Danach, von dem hochherzigen Virāṭa dazu ermächtigt, überreichte der Pārtha selbst jene Gewänder der Tochter Virāṭas.

Wort für Wort
tataḥ pārtho 'bhyanujñāto virāṭena mahātmanā pradadau tāni vāsāṃsi virāṭaduhituḥ svayam
Danach, von dem hochherzigen Virāṭa dazu ermächtigt, überreichte der Pārtha selbst jene Gewänder der Tochter Virāṭas.

uttarā tu mahārhāṇi vividhāni tanūni ca pratigṛhyābhavat prītā tāni vāsāṃsi bhāminī

Uttarā aber, jene schöne Frau, empfing jene kostbaren, mannigfaltigen, feinen Gewänder und war erfreut.

Wort für Wort
uttarā tu mahārhāṇi vividhāni tanūni ca pratigṛhyābhavat prītā tāni vāsāṃsi bhāminī
Uttarā aber, jene schöne Frau, empfing jene kostbaren, mannigfaltigen, feinen Gewänder und war erfreut.

mantrayitvā tu kaunteya uttareṇa rahas tadā itikartavyatāṃ sarvāṃ rājany atha yudhiṣṭhire

Da beriet sich der Sohn der Kuntī, König Yudhiṣṭhira, insgeheim mit Uttara über das gesamte weitere Vorgehen.

Wort für Wort
mantrayitvā tu kaunteya uttareṇa rahas tadā itikartavyatāṃ sarvāṃ rājany atha yudhiṣṭhire
Da beriet sich der Sohn der Kuntī, König Yudhiṣṭhira, insgeheim mit Uttara über das gesamte weitere Vorgehen.

tatas tathā tad vyadadhād yathāvat puruṣarṣabha saha putreṇa matsyasya prahṛṣṭo bharatarṣabhaḥ

Danach ordnete er, der Stier der Bharatas, alles gebührend, zusammen mit dem Sohn des Matsya-Königs, hocherfreut.

Wort für Wort
tatas tathā tad vyadadhād yathāvat puruṣarṣabha saha putreṇa matsyasya prahṛṣṭo bharatarṣabhaḥ
Danach ordnete er, der Stier der Bharatas, alles gebührend, zusammen mit dem Sohn des Matsya-Königs, hocherfreut.

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