Uttara findet Yudhiṣṭhira blutend vor und erfährt von Virāṭa, dieser habe ihn geschlagen, weil er Bṛhannaḍā gleich seinem Sohn gerühmt habe; Uttara tadelt seinen Vater scharf, und Yudhiṣṭhira versöhnt sich mit ihm, ohne Groll. Als Bṛhannaḍā eintritt, lobt Virāṭa Uttara überschwänglich für den vermeintlichen Sieg über Karṇa, Bhīṣma, Droṇa, Aśvatthāman, Kṛpa und Duryodhana; Uttara stellt richtig, dass alles die Tat eines geheimnisvollen, plötzlich erschienenen und wieder verschwundenen sogenannten Gottessohnes gewesen sei, und schildert dessen Taten im Einzelnen, einschließlich seiner Warnung an den fliehenden Duryodhana. Virāṭa, der Bṛhannaḍā weiterhin nicht erkennt, möchte den Unbekannten ehren; Uttara vertröstet ihn. Arjuna überreicht mit Virāṭas Erlaubnis die erbeuteten Gewänder der Prinzessin Uttarā, und Yudhiṣṭhira bespricht insgeheim mit Uttara das weitere Vorgehen.
vaiśaṃpāyana uvāca tato rājñaḥ suto jyeṣṭhaḥ prāviśat pṛthivīṃjayaḥ so 'bhivādya pituḥ pādau dharmarājam apaśyata
Vaiśampāyana sprach: Da betrat der älteste Sohn des Königs, der Welteroberer, [die Halle], und nachdem er die Füße seines Vaters verehrt hatte, erblickte er den Dharmarāja.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tato rājñaḥ suto jyeṣṭhaḥ prāviśat pṛthivīṃjayaḥ so 'bhivādya pituḥ pādau dharmarājam apaśyata
Vaiśampāyana sprach: Da betrat der älteste Sohn des Königs, der Welteroberer, [die Halle], und nachdem er die Füße seines Vaters verehrt hatte, erblickte er den Dharmarāja.
Virāṭa sprach: ‚Von mir wurde dieser Falsche geschlagen, doch verdient er nicht einmal so viel - er, der, während du als Held gepriesen wirst, einen Verschnittenen dir gleich rühmt.‘
Virāṭa sprach: ‚Von mir wurde dieser Falsche geschlagen, doch verdient er nicht einmal so viel - er, der, während du als Held gepriesen wirst, einen Verschnittenen dir gleich rühmt.‘
uttara uvāca akāryaṃ te kṛtaṃ rājan kṣipram eva prasādyatām mā tvā brahmaviṣaṃ ghoraṃ samūlam api nirdahet
Uttara sprach: ‚Eine Untat hast du begangen, o König; lass ihn rasch besänftigen, damit dich nicht das furchtbare Brahmanengift mitsamt der Wurzel verbrenne.‘
Wort für Wort
uttara uvāca akāryaṃ te kṛtaṃ rājan kṣipram eva prasādyatām mā tvā brahmaviṣaṃ ghoraṃ samūlam api nirdahet
Uttara sprach: ‚Eine Untat hast du begangen, o König; lass ihn rasch besänftigen, damit dich nicht das furchtbare Brahmanengift mitsamt der Wurzel verbrenne.‘
Vaiśampāyana sprach: Als er die Worte seines Sohnes gehört hatte, versöhnte sich Virāṭa, der Mehrer seines Reiches, mit dem Sohn der Kuntī, der wie ein von Asche verhülltes Feuer war.
Vaiśampāyana sprach: Als er die Worte seines Sohnes gehört hatte, versöhnte sich Virāṭa, der Mehrer seines Reiches, mit dem Sohn der Kuntī, der wie ein von Asche verhülltes Feuer war.
na dūṣayāmi te rājan yac ca hanyād adūṣakam balavantaṃ mahārāja kṣipraṃ dāruṇam āpnuyāt
Ich tadle dich nicht deswegen, o König; doch wer einen Schuldlosen töten würde, mag er auch mächtig sein, o Großkönig, der würde rasch ein furchtbares Schicksal erlangen.‘
Wort für Wort
na dūṣayāmi te rājan yac ca hanyād adūṣakam balavantaṃ mahārāja kṣipraṃ dāruṇam āpnuyāt
Ich tadle dich nicht deswegen, o König; doch wer einen Schuldlosen töten würde, mag er auch mächtig sein, o Großkönig, der würde rasch ein furchtbares Schicksal erlangen.‘
kṣamayitvā tu kauravyaṃ raṇād uttaram āgatam praśaśaṃsa tato matsyaḥ śṛṇvataḥ savyasācinaḥ
Nachdem er sich mit dem Kauravya versöhnt hatte, lobte der Matsya-König darauf, in Anwesenheit des Savyasācin, Uttara, der aus der Schlacht zurückgekehrt war:
Wort für Wort
kṣamayitvā tu kauravyaṃ raṇād uttaram āgatam praśaśaṃsa tato matsyaḥ śṛṇvataḥ savyasācinaḥ
Nachdem er sich mit dem Kauravya versöhnt hatte, lobte der Matsya-König darauf, in Anwesenheit des Savyasācin, Uttara, der aus der Schlacht zurückgekehrt war:
padaṃ padasahasreṇa yaś caran nāparādhnuyāt tena karṇena te tāta katham āsīt samāgamaḥ
Mit jenem Karṇa, der selbst über tausend Schritte hinweg nie einen Fehlschuss täte [?], wie war da deine Begegnung, mein Sohn?
Wort für Wort
padaṃ padasahasreṇa yaś caran nāparādhnuyāt tena karṇena te tāta katham āsīt samāgamaḥ
Mit jenem Karṇa, der selbst über tausend Schritte hinweg nie einen Fehlschuss täte [?], wie war da deine Begegnung, mein Sohn?
Die genaue Bedeutung von 'padaṃ padasahasreṇa' (wörtlich 'einen Schritt mit tausend Schritten') bleibt unsicher; gemeint ist wohl Karṇas treffsichere Bogenkunst auch über große Entfernung.
manuṣyaloke sakale yasya tulyo na vidyate yaḥ samudra ivākṣobhyaḥ kālāgnir iva duḥsahaḥ tena bhīṣmeṇa te tāta katham āsīt samāgamaḥ
Mit jenem Bhīṣma, dem in der ganzen Menschenwelt kein Gleicher ist, der wie der Ozean unerschütterlich, wie das Weltenfeuer der Zeit unerträglich ist, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?
Wort für Wort
manuṣyaloke sakale yasya tulyo na vidyate yaḥ samudra ivākṣobhyaḥ kālāgnir iva duḥsahaḥ tena bhīṣmeṇa te tāta katham āsīt samāgamaḥ
Mit jenem Bhīṣma, dem in der ganzen Menschenwelt kein Gleicher ist, der wie der Ozean unerschütterlich, wie das Weltenfeuer der Zeit unerträglich ist, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?
ācāryo vṛṣṇivīrāṇāṃ pāṇḍavānāṃ ca yo dvijaḥ sarvakṣatrasya cācāryaḥ sarvaśastrabhṛtāṃ varaḥ tena droṇena te tāta katham āsīt samāgamaḥ
Mit jenem Droṇa, dem Lehrer der Vṛṣṇi-Helden und der Pāṇḍavas, dem Brahmanen, dem Lehrer aller Kṣatriyas, dem Besten aller Waffenträger, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?
Wort für Wort
ācāryo vṛṣṇivīrāṇāṃ pāṇḍavānāṃ ca yo dvijaḥ sarvakṣatrasya cācāryaḥ sarvaśastrabhṛtāṃ varaḥ tena droṇena te tāta katham āsīt samāgamaḥ
Mit jenem Droṇa, dem Lehrer der Vṛṣṇi-Helden und der Pāṇḍavas, dem Brahmanen, dem Lehrer aller Kṣatriyas, dem Besten aller Waffenträger, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?
raṇe yaṃ prekṣya sīdanti hṛtasvā vaṇijo yathā kṛpeṇa tena te tāta katham āsīt samāgamaḥ
Mit jenem Kṛpa, bei dessen Anblick im Kampf die Feinde verzagen, wie Kaufleute, die ihres Besitzes beraubt wurden, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?
Wort für Wort
raṇe yaṃ prekṣya sīdanti hṛtasvā vaṇijo yathā kṛpeṇa tena te tāta katham āsīt samāgamaḥ
Mit jenem Kṛpa, bei dessen Anblick im Kampf die Feinde verzagen, wie Kaufleute, die ihres Besitzes beraubt wurden, wie war da deine Begegnung, mein Sohn?
uttara uvāca na mayā nirjitā gāvo na mayā nirjitāḥ pare kṛtaṃ tu karma tat sarvaṃ devaputreṇa kena cit
Uttara sprach: ‚Nicht von mir wurden die Rinder zurückgewonnen, nicht von mir wurden die Feinde besiegt; jene ganze Tat wurde von irgendeinem Gottessohn vollbracht.
Wort für Wort
uttara uvāca na mayā nirjitā gāvo na mayā nirjitāḥ pare kṛtaṃ tu karma tat sarvaṃ devaputreṇa kena cit
Uttara sprach: ‚Nicht von mir wurden die Rinder zurückgewonnen, nicht von mir wurden die Feinde besiegt; jene ganze Tat wurde von irgendeinem Gottessohn vollbracht.
na mokṣyase palāyaṃs tvaṃ rājan yuddhe manaḥ kuru pṛthivīṃ bhokṣyase jitvā hato vā svargam āpsyasi
Du wirst nicht entkommen, indem du fliehst, o König; richte deinen Sinn auf den Kampf. Als Sieger wirst du die Erde genießen, als Gefallener den Himmel erlangen.“
Wort für Wort
na mokṣyase palāyaṃs tvaṃ rājan yuddhe manaḥ kuru pṛthivīṃ bhokṣyase jitvā hato vā svargam āpsyasi
Du wirst nicht entkommen, indem du fliehst, o König; richte deinen Sinn auf den Kampf. Als Sieger wirst du die Erde genießen, als Gefallener den Himmel erlangen.“
Da wandte sich jener Menschentiger ab, blitzgleiche Pfeile entsendend; der König, von seinen Beratern umgeben, floh auf seinem Wagen wie eine schnaubende Schlange.
Da wandte sich jener Menschentiger ab, blitzgleiche Pfeile entsendend; der König, von seinen Beratern umgeben, floh auf seinem Wagen wie eine schnaubende Schlange.
vaiśaṃpāyana uvāca evam ākhyāyamānaṃ tu channaṃ satreṇa pāṇḍavam vasantaṃ tatra nājñāsīd virāṭaḥ pārtham arjunam
Vaiśampāyana sprach: So, obwohl es ihm auf diese Weise berichtet wurde, erkannte Virāṭa den Pārtha Arjuna, der durch List seine wahre Gestalt verborgen hielt und dort weilte, nicht.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evam ākhyāyamānaṃ tu channaṃ satreṇa pāṇḍavam vasantaṃ tatra nājñāsīd virāṭaḥ pārtham arjunam
Vaiśampāyana sprach: So, obwohl es ihm auf diese Weise berichtet wurde, erkannte Virāṭa den Pārtha Arjuna, der durch List seine wahre Gestalt verborgen hielt und dort weilte, nicht.