Kapitel 34: Go-harana-parva (11)
Uttaras Prahlerei und Draupadīs Vorschlag
Uttara (= Bhūmiṃjaya) hält vor den versammelten Frauen eine lange, prahlerische Rede darüber, was er alles täte, hätte er nur einen tauglichen Wagenlenker - er würde die Kurus samt Bhīṣma, Karṇa, Kṛpa und Droṇa in einem Augenblick besiegen. Draupadī (Sairandhrī), die es nicht ertragen kann, dass dabei Arjuna (Bībhatsu) unerwähnt bleibt, tritt schüchtern hervor und empfiehlt Bṛhannaḍā als Wagenlenker, indem sie beiläufig dessen wahre Fähigkeiten rühmt (seine Rolle als Arjunas Lenker beim Khāṇḍava-Waldbrand) - ohne dessen Identität preiszugeben. Uttara schickt seine Schwester (Bṛhannaḍās Tanzschülerin), um ihn zu holen.
Uttara sprach: ‚Heute würde ich, fest den Bogen haltend, der Spur der Rinder folgen, wenn ich nur irgendeinen Wagenlenker hätte, der sich mit Pferden auskennt.
Uttara sprach: ‚Heute würde ich, fest den Bogen haltend, der Spur der Rinder folgen, wenn ich nur irgendeinen Wagenlenker hätte, der sich mit Pferden auskennt.
Uttara ist derselbe wie der zuvor als Bhūmiṃjaya eingeführte Sohn Virāṭas.
aṣṭāviṃśatirātraṃ vā māsaṃ vā nūnam antataḥ yat tad āsīn mahad yuddhaṃ tatra me sārathir hataḥ
Vor achtundzwanzig Nächten oder, wie mir scheint, spätestens vor einem Monat, in jener großen Schlacht, die damals stattfand, wurde mein Wagenlenker getötet.
Wort für Wort
aṣṭāviṃśatirātraṃ vā māsaṃ vā nūnam antataḥ yat tad āsīn mahad yuddhaṃ tatra me sārathir hataḥ
Vor achtundzwanzig Nächten oder, wie mir scheint, spätestens vor einem Monat, in jener großen Schlacht, die damals stattfand, wurde mein Wagenlenker getötet.
sa labheyaṃ yadi tv anyaṃ hayayānavidaṃ naram tvarāvān adya yātvāhaṃ samucchritamahādhvajam
Wenn ich nur einen anderen Mann fände, der sich mit dem Lenken von Pferdegespannen auskennt, so würde ich heute eilends aufbrechen, mit hoch aufgerichteter großer Standarte.
Wort für Wort
sa labheyaṃ yadi tv anyaṃ hayayānavidaṃ naram tvarāvān adya yātvāhaṃ samucchritamahādhvajam
Wenn ich nur einen anderen Mann fände, der sich mit dem Lenken von Pferdegespannen auskennt, so würde ich heute eilends aufbrechen, mit hoch aufgerichteter großer Standarte.
Nachdem ich in jenes feindliche Heer eingedrungen wäre, das von Elefanten, Rossen und Wagen wimmelt, würde ich die durch die Glut meiner Waffen kraftlos gewordenen Kurus besiegen und die Rinder zurückbringen.
Nachdem ich in jenes feindliche Heer eingedrungen wäre, das von Elefanten, Rossen und Wagen wimmelt, würde ich die durch die Glut meiner Waffen kraftlos gewordenen Kurus besiegen und die Rinder zurückbringen.
śūnyam āsādya kuravaḥ prayānty ādāya godhanam kiṃ nu śakyaṃ mayā kartuṃ yad ahaṃ tatra nābhavam
Weil sie die Stadt leer vorgefunden haben, ziehen die Kurus nun mit dem geraubten Rinderreichtum davon. Was hätte ich denn tun können, da ich dort nicht zugegen war?
Wort für Wort
śūnyam āsādya kuravaḥ prayānty ādāya godhanam kiṃ nu śakyaṃ mayā kartuṃ yad ahaṃ tatra nābhavam
Weil sie die Stadt leer vorgefunden haben, ziehen die Kurus nun mit dem geraubten Rinderreichtum davon. Was hätte ich denn tun können, da ich dort nicht zugegen war?
vaiśaṃpāyana uvāca tasya tad vacanaṃ strīṣu bhāṣataḥ sma punaḥ punaḥ nāmarṣayata pāñcālī bībhatsoḥ parikīrtanam
Vaiśampāyana sprach: Als er diese Worte immer wieder vor den Frauen sprach, ertrug die Pāñcālī [Draupadī] es nicht, dass Bībhatsu [Arjuna] dabei mit keinem Wort erwähnt wurde. [?]
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tasya tad vacanaṃ strīṣu bhāṣataḥ sma punaḥ punaḥ nāmarṣayata pāñcālī bībhatsoḥ parikīrtanam
Vaiśampāyana sprach: Als er diese Worte immer wieder vor den Frauen sprach, ertrug die Pāñcālī [Draupadī] es nicht, dass Bībhatsu [Arjuna] dabei mit keinem Wort erwähnt wurde. [?]
Der überlieferte Wortlaut 'bībhatsoḥ parikīrtanam' würde wörtlich 'die Rühmung des Bībhatsu' bedeuten, was dem Zusammenhang widerspricht (Draupadī stört sich gerade an seiner Nicht-Erwähnung); vermutlich liegt ein im Transliterat nicht ausgeschriebenes elidiertes 'a-' vor ('aparikīrtanam' = Nicht-Erwähnung), wie hier wiedergegeben.
Und im Bogenschießen war er nicht geringer - er, der Schüler jenes Hochgesinnten; ich habe ihn früher schon gesehen, o Held, als ich zu den Pāṇḍavas unterwegs war.
Und im Bogenschießen war er nicht geringer - er, der Schüler jenes Hochgesinnten; ich habe ihn früher schon gesehen, o Held, als ich zu den Pāṇḍavas unterwegs war.
Von ihrem Bruder ausgesandt, ging sie eilends zum Tanzsaal, wo jener großarmige Pāṇḍava, verhüllt durch sein Gelübde, weilte. [?]
'channaḥ satreṇa' wörtlich 'verborgen durch eine Opfersitzung/ein Gelübde' - hier im übertragenen Sinn auf Arjunas Tarnungs-/Enthaltsamkeitsgelübde während des dreizehnten Exiljahres bezogen; der genaue Sinn des Ausdrucks bleibt unsicher.