Kapitel 65: Go-harana-parva (42)
Arjunas Lobrede auf Yudhiṣṭhira
Am dritten Tag betreten die fünf Pāṇḍava-Brüder, gebadet und in weißen Gewändern, mit Yudhiṣṭhira an der Spitze, Virāṭas Halle und nehmen auf den Königssitzen Platz. Virāṭa, überrascht, fragt Kaṅka scherzhaft, warum er als bloßer Hallenordner nun geschmückt auf dem Königssitz throne. Arjuna antwortet mit einer ausführlichen, überschwänglichen Lobrede auf Yudhiṣṭhiras Tugenden, Ruhm und einstige Herrschermacht über die Kurus, die deutlich mehr verrät, als ein bloßer Hofbrahmane wissen könnte, und damit die bevorstehende Enthüllung der wahren Identität der Pāṇḍavas vorbereitet.
Als er die glanzvollen Pāṇḍavas erblickte, lodernden Feuern gleich, sprach da der Matsya-König zu Kaṅka, der in göttlicher Gestalt dasaß, wie der Herr der Götter, von den Marut-Scharen umgeben:
Als er die glanzvollen Pāṇḍavas erblickte, lodernden Feuern gleich, sprach da der Matsya-König zu Kaṅka, der in göttlicher Gestalt dasaß, wie der Herr der Götter, von den Marut-Scharen umgeben:
‚Du bist doch jener, den ich, weil er allzu sehr dem Würfelspiel verfallen ist [?], zum Hallenordner gemacht habe; warum sitzt du nun geschmückt auf dem Königssitz?‘
‚Du bist doch jener, den ich, weil er allzu sehr dem Würfelspiel verfallen ist [?], zum Hallenordner gemacht habe; warum sitzt du nun geschmückt auf dem Königssitz?‘
Die Bedeutung von 'akṣātivāpa' ('allzu sehr dem Würfelspiel hingegeben/verstrickt') ist unsicher; ebenso bleibt 'sabhāstāra' ('Hallenordner', wörtlich etwa 'Hallenausbreiter') ein seltener Begriff für Kaṅkas höfisches Amt.
‚Sogar Indras Sitz, o König, verdient dieser zu besteigen - er, der brahmanenfreundliche, gelehrte, freigebige, opferfromme, in seinen Gelübden standhafte.
‚Sogar Indras Sitz, o König, verdient dieser zu besteigen - er, der brahmanenfreundliche, gelehrte, freigebige, opferfromme, in seinen Gelübden standhafte.
Dieser Herrscher ist in Rechtschaffenheit, Selbstbeherrschung und auch im Zorn seinen Gelübden treu, von großer Güte, brahmanenfreundlich und wahrhaftig redend.
Dieser Herrscher ist in Rechtschaffenheit, Selbstbeherrschung und auch im Zorn seinen Gelübden treu, von großer Güte, brahmanenfreundlich und wahrhaftig redend.
na śakyante hy asya guṇāḥ prasaṃkhyātuṃ nareśvara eṣa dharmaparo nityam ānṛśaṃsyaś ca pāṇḍavaḥ
Denn seine Tugenden können nicht vollständig aufgezählt werden, o Herrscher der Menschen; dieser Pāṇḍava ist stets dem Dharma zugetan und frei von Grausamkeit.
Wort für Wort
na śakyante hy asya guṇāḥ prasaṃkhyātuṃ nareśvara eṣa dharmaparo nityam ānṛśaṃsyaś ca pāṇḍavaḥ
Denn seine Tugenden können nicht vollständig aufgezählt werden, o Herrscher der Menschen; dieser Pāṇḍava ist stets dem Dharma zugetan und frei von Grausamkeit.