Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Virāṭaparva

Kapitel 20: Kīcakavadhaparva (8) Bhīmas Trost und Draupadīs Bericht von Kīcakas Werbung

Bhīma tröstet die weinende Draupadī, verweist auf die noch ausstehende Rache an den Kauravas und zählt ihr Beispiele treu ausharrender Frauen der Mythologie auf (Sukanyā, Indrasenā, Sītā, Lopāmudrā), um sie zum Aushalten der letzten anderthalb Monate zu bewegen. Draupadī erwidert, sie mache dem König keine Vorwürfe, und schildert nun ausführlich, wie sie Kīcakas Werbung mit dem Hinweis auf ihre (erfundenen) fünf Gandharva-Gatten abwehrte und wie Kīcaka trotzig entgegnete, er fürchte die Gandharven nicht. Sie schließt mit der eindringlichen Forderung, Bhīma solle Kīcaka noch vor dem nächsten Sonnenaufgang töten, da sie andernfalls Gift trinken werde, um nicht in seine Gewalt zu geraten.

bhīmasena uvāca dhig astu me bāhubalaṃ gāṇḍīvaṃ phalgunasya ca yat te raktau purā bhūtvā pāṇī kṛtakiṇāv ubhau

Bhīmasena sprach: ‚Verflucht sei die Kraft meiner Arme und Phalgunas Gāṇḍīva-Bogen, dass deine einst zarten Hände nun beide voller Schwielen sind.

Wort für Wort
bhīmasena uvāca dhig astu me bāhubalaṃ gāṇḍīvaṃ phalgunasya ca yat te raktau purā bhūtvā pāṇī kṛtakiṇāv ubhau
Bhīmasena sprach: ‚Verflucht sei die Kraft meiner Arme und Phalgunas Gāṇḍīva-Bogen, dass deine einst zarten Hände nun beide voller Schwielen sind.

sabhāyāṃ sma virāṭasya karomi kadanaṃ mahat tatra māṃ dharmarājas tu kaṭākṣeṇa nyavārayat tad ahaṃ tasya vijñāya sthita evāsmi bhāmini

In Virāṭas Versammlungshalle wollte ich damals ein gewaltiges Blutbad anrichten; doch der Dharmarāja hielt mich mit einem Seitenblick zurück - und da ich seinen Willen erkannte, hielt ich still, du Zornerfüllte.

Wort für Wort
sabhāyāṃ sma virāṭasya karomi kadanaṃ mahat tatra māṃ dharmarājas tu kaṭākṣeṇa nyavārayat tad ahaṃ tasya vijñāya sthita evāsmi bhāmini
In Virāṭas Versammlungshalle wollte ich damals ein gewaltiges Blutbad anrichten; doch der Dharmarāja hielt mich mit einem Seitenblick zurück - und da ich seinen Willen erkannte, hielt ich still, du Zornerfüllte.

yac ca rāṣṭrāt pracyavanaṃ kurūṇām avadhaś ca yaḥ suyodhanasya karṇasya śakuneḥ saubalasya ca

Dass wir aus dem Reich vertrieben wurden durch die Kurus, und dass Suyodhana, Karṇa und Śakuni, der Sohn Subalas, noch nicht getötet sind,

Wort für Wort
yac ca rāṣṭrāt pracyavanaṃ kurūṇām avadhaś ca yaḥ suyodhanasya karṇasya śakuneḥ saubalasya ca
Dass wir aus dem Reich vertrieben wurden durch die Kurus, und dass Suyodhana, Karṇa und Śakuni, der Sohn Subalas, noch nicht getötet sind,

duḥśāsanasya pāpasya yan mayā na hṛtaṃ śiraḥ tan me dahati kalyāṇi hṛdi śalyam ivārpitam mā dharmaṃ jahi suśroṇi krodhaṃ jahi mahāmate

und dass ich dem bösen Duḥśāsana noch nicht das Haupt abgeschlagen habe - das brennt in mir, du Gütige, wie ein Pfeil, der im Herzen steckt. Verlasse nicht die Rechtschaffenheit, du Schöne; lass ab von deinem Zorn, du Hochgesinnte.

Wort für Wort
duḥśāsanasya pāpasya yan mayā na hṛtaṃ śiraḥ tan me dahati kalyāṇi hṛdi śalyam ivārpitam mā dharmaṃ jahi suśroṇi krodhaṃ jahi mahāmate
und dass ich dem bösen Duḥśāsana noch nicht das Haupt abgeschlagen habe - das brennt in mir, du Gütige, wie ein Pfeil, der im Herzen steckt. Verlasse nicht die Rechtschaffenheit, du Schöne; lass ab von deinem Zorn, du Hochgesinnte.

imaṃ ca samupālambhaṃ tvatto rājā yudhiṣṭhiraḥ śṛṇuyād yadi kalyāṇi kṛtsnaṃ jahyāt sa jīvitam

Und sollte König Yudhiṣṭhira diesen Vorwurf von dir hören, du Gütige, würde er sein Leben gänzlich aufgeben.

Wort für Wort
imaṃ ca samupālambhaṃ tvatto rājā yudhiṣṭhiraḥ śṛṇuyād yadi kalyāṇi kṛtsnaṃ jahyāt sa jīvitam
Und sollte König Yudhiṣṭhira diesen Vorwurf von dir hören, du Gütige, würde er sein Leben gänzlich aufgeben.

dhanaṃjayo vā suśroṇi yamau vā tanumadhyame lokāntaragateṣv eṣu nāhaṃ śakṣyāmi jīvitum

Und sollten Dhanaṃjaya, du Schöne, oder die Zwillinge, du Schlankhüftige, deswegen ins Jenseits eingehen, so könnte auch ich nicht mehr weiterleben.

Wort für Wort
dhanaṃjayo vā suśroṇi yamau vā tanumadhyame lokāntaragateṣv eṣu nāhaṃ śakṣyāmi jīvitum
Und sollten Dhanaṃjaya, du Schöne, oder die Zwillinge, du Schlankhüftige, deswegen ins Jenseits eingehen, so könnte auch ich nicht mehr weiterleben.

sukanyā nāma śāryātī bhārgavaṃ cyavanaṃ vane valmīkabhūtaṃ śāmyantam anvapadyata bhāminī

Sukanyā, die Tochter Śaryātis, die Schöne, blieb im Wald dem Bhārgava Cyavana treu ergeben, der, von einem Ameisenhügel überwachsen, in Versenkung verharrte.

Wort für Wort
sukanyā nāma śāryātī bhārgavaṃ cyavanaṃ vane valmīkabhūtaṃ śāmyantam anvapadyata bhāminī
Sukanyā, die Tochter Śaryātis, die Schöne, blieb im Wald dem Bhārgava Cyavana treu ergeben, der, von einem Ameisenhügel überwachsen, in Versenkung verharrte.

nāḍāyanī cendrasenā rūpeṇa yadi te śrutā patim anvacarad vṛddhaṃ purā varṣasahasriṇam

Und wenn du von Indrasenā, der Tochter Naḍas, gehört hast, berühmt durch ihre Schönheit - sie diente einst treu ihrem greisen, tausend Jahre alten Gatten.

Wort für Wort
nāḍāyanī cendrasenā rūpeṇa yadi te śrutā patim anvacarad vṛddhaṃ purā varṣasahasriṇam
Und wenn du von Indrasenā, der Tochter Naḍas, gehört hast, berühmt durch ihre Schönheit - sie diente einst treu ihrem greisen, tausend Jahre alten Gatten.

duhitā janakasyāpi vaidehī yadi te śrutā patim anvacarat sītā mahāraṇyanivāsinam

Und wenn du von der Tochter Janakas, der Vaidehī, gehört hast - Sītā folgte ihrem Gatten, der in der großen Wildnis lebte.

Wort für Wort
duhitā janakasyāpi vaidehī yadi te śrutā patim anvacarat sītā mahāraṇyanivāsinam
Und wenn du von der Tochter Janakas, der Vaidehī, gehört hast - Sītā folgte ihrem Gatten, der in der großen Wildnis lebte.

rakṣasā nigrahaṃ prāpya rāmasya mahiṣī priyā kliśyamānāpi suśroṇī rāmam evānvapadyata

Nachdem sie vom Rākṣasa ergriffen worden war, blieb Rāmas geliebte Gemahlin, obwohl sie gequält wurde, du Schöne, doch einzig Rāma treu ergeben.

Wort für Wort
rakṣasā nigrahaṃ prāpya rāmasya mahiṣī priyā kliśyamānāpi suśroṇī rāmam evānvapadyata
Nachdem sie vom Rākṣasa ergriffen worden war, blieb Rāmas geliebte Gemahlin, obwohl sie gequält wurde, du Schöne, doch einzig Rāma treu ergeben.

lopāmudrā tathā bhīru vayorūpasamanvitā agastyam anvayād dhitvā kāmān sarvān amānuṣān

Ebenso folgte Lopāmudrā, du Zaghafte, mit Jugend und Schönheit begabt, dem Agastya, indem sie auf alle übermenschlichen Freuden verzichtete.

Wort für Wort
lopāmudrā tathā bhīru vayorūpasamanvitā agastyam anvayād dhitvā kāmān sarvān amānuṣān
Ebenso folgte Lopāmudrā, du Zaghafte, mit Jugend und Schönheit begabt, dem Agastya, indem sie auf alle übermenschlichen Freuden verzichtete.

yathaitāḥ kīrtitā nāryo rūpavatyaḥ pativratāḥ tathā tvam api kalyāṇi sarvaiḥ samuditā guṇaiḥ

Wie diese Frauen, schön und ihren Gatten treu ergeben, gepriesen werden, so bist auch du, du Gütige, mit allen Tugenden ausgestattet.

Wort für Wort
yathaitāḥ kīrtitā nāryo rūpavatyaḥ pativratāḥ tathā tvam api kalyāṇi sarvaiḥ samuditā guṇaiḥ
Wie diese Frauen, schön und ihren Gatten treu ergeben, gepriesen werden, so bist auch du, du Gütige, mit allen Tugenden ausgestattet.

mādīrghaṃ kṣama kālaṃ tvaṃ māsam adhyardhasaṃmitam pūrṇe trayodaśe varṣe rājño rājñī bhaviṣyasi

Ertrage diese Zeit, sie ist nicht lang - noch anderthalb Monate; wenn das dreizehnte Jahr vollendet ist, wirst du wieder Königin eines Königs sein.‘

Wort für Wort
mādīrghaṃ kṣama kālaṃ tvaṃ māsam adhyardhasaṃmitam pūrṇe trayodaśe varṣe rājño rājñī bhaviṣyasi
Ertrage diese Zeit, sie ist nicht lang - noch anderthalb Monate; wenn das dreizehnte Jahr vollendet ist, wirst du wieder Königin eines Königs sein.‘

draupady uvāca ārtayaitan mayā bhīma kṛtaṃ bāṣpavimokṣaṇam apārayantyā duḥkhāni na rājānam upālabhe

Draupadī sprach: ‚In meiner Not habe ich diese Tränen vergossen, Bhīma, weil ich mein Leid nicht länger ertragen konnte; nicht dem König mache ich Vorwürfe.

Wort für Wort
draupady uvāca ārtayaitan mayā bhīma kṛtaṃ bāṣpavimokṣaṇam apārayantyā duḥkhāni na rājānam upālabhe
Draupadī sprach: ‚In meiner Not habe ich diese Tränen vergossen, Bhīma, weil ich mein Leid nicht länger ertragen konnte; nicht dem König mache ich Vorwürfe.

vimuktena vyatītena bhīmasena mahābala pratyupasthitakālasya kāryasyānantaro bhava

Was vorbei und vergangen ist, sei vergessen, du gewaltiger Bhīmasena; wende dich der Aufgabe zu, die jetzt ansteht.

Wort für Wort
vimuktena vyatītena bhīmasena mahābala pratyupasthitakālasya kāryasyānantaro bhava
Was vorbei und vergangen ist, sei vergessen, du gewaltiger Bhīmasena; wende dich der Aufgabe zu, die jetzt ansteht.

mameha bhīma kaikeyī rūpābhibhavaśaṅkayā nityam udvijate rājā kathaṃ neyād imām iti

Hier, Bhīma, ist Kaikeyī stets in Sorge, aus Furcht, meine Schönheit könnte Unheil anrichten - sie fürchtet, der König könnte durch mich in Versuchung geraten.

Wort für Wort
mameha bhīma kaikeyī rūpābhibhavaśaṅkayā nityam udvijate rājā kathaṃ neyād imām iti
Hier, Bhīma, ist Kaikeyī stets in Sorge, aus Furcht, meine Schönheit könnte Unheil anrichten - sie fürchtet, der König könnte durch mich in Versuchung geraten.

Das mit 'iti' eingeführte Gedankenzitat Sudeṣṇās wird als indirekte Rede wiedergegeben, um eine dritte Zitatebene innerhalb von Draupadīs Rede zu vermeiden.

tasyā viditvā taṃ bhāvaṃ svayaṃ cānṛtadarśanaḥ kīcako 'yaṃ suduṣṭātmā sadā prārthayate hi mām

Da er ihre Gesinnung kennt und selbst von trügerischer Wahrnehmung ist, umwirbt mich dieser überaus bösartige Kīcaka beständig.

Wort für Wort
tasyā viditvā taṃ bhāvaṃ svayaṃ cānṛtadarśanaḥ kīcako 'yaṃ suduṣṭātmā sadā prārthayate hi mām
Da er ihre Gesinnung kennt und selbst von trügerischer Wahrnehmung ist, umwirbt mich dieser überaus bösartige Kīcaka beständig.

tam ahaṃ kupitā bhīma punaḥ kopaṃ niyamya ca abruvaṃ kāmasaṃmūḍham ātmānaṃ rakṣa kīcaka

Zornig über ihn, Bhīma, doch meinen Zorn erneut bezähmend, sprach ich zu ihm, der von Begierde verblendet war: „Rette dich selbst, Kīcaka!

Wort für Wort
tam ahaṃ kupitā bhīma punaḥ kopaṃ niyamya ca abruvaṃ kāmasaṃmūḍham ātmānaṃ rakṣa kīcaka
Zornig über ihn, Bhīma, doch meinen Zorn erneut bezähmend, sprach ich zu ihm, der von Begierde verblendet war: „Rette dich selbst, Kīcaka!

gandharvāṇām ahaṃ bhāryā pañcānāṃ mahiṣī priyā te tvāṃ nihanyur durdharṣāḥ śūrāḥ sāhasakāriṇaḥ

Ich bin die Gattin von fünf Gandharven, ihre geliebte Hauptgemahlin; sie, unbezwingbar, heldenhaft und kühn im Handeln, würden dich töten.“

Wort für Wort
gandharvāṇām ahaṃ bhāryā pañcānāṃ mahiṣī priyā te tvāṃ nihanyur durdharṣāḥ śūrāḥ sāhasakāriṇaḥ
Ich bin die Gattin von fünf Gandharven, ihre geliebte Hauptgemahlin; sie, unbezwingbar, heldenhaft und kühn im Handeln, würden dich töten.“

evam uktaḥ sa duṣṭātmā kīcakaḥ pratyuvāca ha nāhaṃ bibhemi sairandhri gandharvāṇāṃ śucismite

Also angesprochen, erwiderte jener bösartige Kīcaka: „Ich fürchte die Gandharven nicht, Sairandhrī, du Lieblich-Lächelnde.

Wort für Wort
evam uktaḥ sa duṣṭātmā kīcakaḥ pratyuvāca ha nāhaṃ bibhemi sairandhri gandharvāṇāṃ śucismite
Also angesprochen, erwiderte jener bösartige Kīcaka: „Ich fürchte die Gandharven nicht, Sairandhrī, du Lieblich-Lächelnde.

śataṃ sahasram api vā gandharvāṇām ahaṃ raṇe samāgataṃ haniṣyāmi tvaṃ bhīru kuru me kṣaṇam

Und träfen mich hundert oder gar tausend Gandharven im Kampf, ich würde sie erschlagen; du Furchtsame, schenke mir einen Augenblick.“

Wort für Wort
śataṃ sahasram api vā gandharvāṇām ahaṃ raṇe samāgataṃ haniṣyāmi tvaṃ bhīru kuru me kṣaṇam
Und träfen mich hundert oder gar tausend Gandharven im Kampf, ich würde sie erschlagen; du Furchtsame, schenke mir einen Augenblick.“

ity ukte cābruvaṃ sūtaṃ kāmāturam ahaṃ punaḥ na tvaṃ pratibalas teṣāṃ gandharvāṇāṃ yaśasvinām

Als dies gesagt war, sprach ich wiederum zu dem von Begierde Gequälten, dem Sūta-Sohn: „Du bist jenen ruhmreichen Gandharven nicht gewachsen.

Wort für Wort
ity ukte cābruvaṃ sūtaṃ kāmāturam ahaṃ punaḥ na tvaṃ pratibalas teṣāṃ gandharvāṇāṃ yaśasvinām
Als dies gesagt war, sprach ich wiederum zu dem von Begierde Gequälten, dem Sūta-Sohn: „Du bist jenen ruhmreichen Gandharven nicht gewachsen.

dharme sthitāsmi satataṃ kulaśīlasamanvitā necchāmi kaṃ cid vadhyantaṃ tena jīvasi kīcaka

Ich stehe stets fest in der Rechtschaffenheit, von guter Abkunft und gutem Wesen; ich wünsche niemandes Tod - deswegen lebst du noch, Kīcaka.“

Wort für Wort
dharme sthitāsmi satataṃ kulaśīlasamanvitā necchāmi kaṃ cid vadhyantaṃ tena jīvasi kīcaka
Ich stehe stets fest in der Rechtschaffenheit, von guter Abkunft und gutem Wesen; ich wünsche niemandes Tod - deswegen lebst du noch, Kīcaka.“

evam uktaḥ sa duṣṭātmā prahasya svanavat tadā na tiṣṭhati sma sanmārge na ca dharmaṃ bubhūṣati

Also angesprochen, lachte jener Bösartige laut auf; er hielt sich nicht an den rechten Weg und begehrte auch nicht nach Rechtschaffenheit.

Wort für Wort
evam uktaḥ sa duṣṭātmā prahasya svanavat tadā na tiṣṭhati sma sanmārge na ca dharmaṃ bubhūṣati
Also angesprochen, lachte jener Bösartige laut auf; er hielt sich nicht an den rechten Weg und begehrte auch nicht nach Rechtschaffenheit.

pāpātmā pāpabhāvaś ca kāmarāgavaśānugaḥ avinītaś ca duṣṭātmā pratyākhyātaḥ punaḥ punaḥ darśane darśane hanyāt tathā jahyāṃ ca jīvitam

Böse an Seele und Gesinnung, der Gewalt der Begierde unterworfen, zügellos und bösartigen Sinnes, wiewohl immer wieder zurückgewiesen - bei jedem Wiedersehen könnte er mich töten, oder ich müsste mein Leben lassen.

Wort für Wort
pāpātmā pāpabhāvaś ca kāmarāgavaśānugaḥ avinītaś ca duṣṭātmā pratyākhyātaḥ punaḥ punaḥ darśane darśane hanyāt tathā jahyāṃ ca jīvitam
Böse an Seele und Gesinnung, der Gewalt der Begierde unterworfen, zügellos und bösartigen Sinnes, wiewohl immer wieder zurückgewiesen - bei jedem Wiedersehen könnte er mich töten, oder ich müsste mein Leben lassen.

tad dharme yatamānānāṃ mahān dharmo naśiṣyati samayaṃ rakṣamāṇānāṃ bhāryā vo na bhaviṣyati

Für euch, die ihr um Rechtschaffenheit bemüht seid, würde dann große Rechtschaffenheit zunichtewerden; und euch, die ihr euer Gelübde wahrt, würde eure Gattin verlorengehen.

Wort für Wort
tad dharme yatamānānāṃ mahān dharmo naśiṣyati samayaṃ rakṣamāṇānāṃ bhāryā vo na bhaviṣyati
Für euch, die ihr um Rechtschaffenheit bemüht seid, würde dann große Rechtschaffenheit zunichtewerden; und euch, die ihr euer Gelübde wahrt, würde eure Gattin verlorengehen.

bhāryāyāṃ rakṣyamāṇāyāṃ prajā bhavati rakṣitā prajāyāṃ rakṣyamāṇāyām ātmā bhavati rakṣitaḥ

Wird die Gattin beschützt, so wird die Nachkommenschaft beschützt; wird die Nachkommenschaft beschützt, so wird man selbst beschützt.

Wort für Wort
bhāryāyāṃ rakṣyamāṇāyāṃ prajā bhavati rakṣitā prajāyāṃ rakṣyamāṇāyām ātmā bhavati rakṣitaḥ
Wird die Gattin beschützt, so wird die Nachkommenschaft beschützt; wird die Nachkommenschaft beschützt, so wird man selbst beschützt.

vadatāṃ varṇadharmāṃś ca brāhmaṇānāṃ hi me śrutam kṣatriyasya sadā dharmo nānyaḥ śatrunibarhaṇāt

Denn ich habe von Brahmanen, die die Pflichten der Stände lehren, gehört: Des Kṣatriya Pflicht ist stets keine andere als die Vernichtung der Feinde.

Wort für Wort
vadatāṃ varṇadharmāṃś ca brāhmaṇānāṃ hi me śrutam kṣatriyasya sadā dharmo nānyaḥ śatrunibarhaṇāt
Denn ich habe von Brahmanen, die die Pflichten der Stände lehren, gehört: Des Kṣatriya Pflicht ist stets keine andere als die Vernichtung der Feinde.

paśyato dharmarājasya kīcako māṃ padāvadhīt tava caiva samakṣaṃ vai bhīmasena mahābala

Vor den Augen des Dharmarāja hat Kīcaka mich mit dem Fuß geschlagen, und ebenso vor deinen eigenen Augen, du gewaltiger Bhīmasena.

Wort für Wort
paśyato dharmarājasya kīcako māṃ padāvadhīt tava caiva samakṣaṃ vai bhīmasena mahābala
Vor den Augen des Dharmarāja hat Kīcaka mich mit dem Fuß geschlagen, und ebenso vor deinen eigenen Augen, du gewaltiger Bhīmasena.

tvayā hy ahaṃ paritrātā tasmād ghorāj jaṭāsurāt jayadrathaṃ tathaiva tvam ajaiṣīr bhrātṛbhiḥ saha

Von dir wurde ich vor jenem schrecklichen Jaṭāsura gerettet, und ebenso hast du zusammen mit deinen Brüdern Jayadratha besiegt.

Wort für Wort
tvayā hy ahaṃ paritrātā tasmād ghorāj jaṭāsurāt jayadrathaṃ tathaiva tvam ajaiṣīr bhrātṛbhiḥ saha
Von dir wurde ich vor jenem schrecklichen Jaṭāsura gerettet, und ebenso hast du zusammen mit deinen Brüdern Jayadratha besiegt.

jahīmam api pāpaṃ tvaṃ yo 'yaṃ mām avamanyate kīcako rājavāllabhyāc chokakṛn mama bhārata

So erschlage auch diesen Bösewicht, der mich derart entehrt - Kīcaka, der durch seine Gunst beim König mir zum Kummer geworden ist, o Bhārata.

Wort für Wort
jahīmam api pāpaṃ tvaṃ yo 'yaṃ mām avamanyate kīcako rājavāllabhyāc chokakṛn mama bhārata
So erschlage auch diesen Bösewicht, der mich derart entehrt - Kīcaka, der durch seine Gunst beim König mir zum Kummer geworden ist, o Bhārata.

tam evaṃ kāmasaṃmattaṃ bhindhi kumbham ivāśmani yo nimittam anarthānāṃ bahūnāṃ mama bhārata

Ihn, so von Begierde Berauschten, zerschmettere wie einen Krug an einem Stein - ihn, der die Ursache so vieler Leiden für mich gewesen ist, o Bhārata.

Wort für Wort
tam evaṃ kāmasaṃmattaṃ bhindhi kumbham ivāśmani yo nimittam anarthānāṃ bahūnāṃ mama bhārata
Ihn, so von Begierde Berauschten, zerschmettere wie einen Krug an einem Stein - ihn, der die Ursache so vieler Leiden für mich gewesen ist, o Bhārata.

taṃ cej jīvantam ādityaḥ prātar abhyudayiṣyati viṣam āloḍya pāsyāmi mā kīcakavaśaṃ gamam śreyo hi maraṇaṃ mahyaṃ bhīmasena tavāgrataḥ

Und sollte die Sonne morgen früh aufgehen, während er noch lebt, so werde ich Gift mischen und trinken - nur um nicht in Kīcakas Gewalt zu geraten. Denn besser ist mir der Tod, Bhīmasena, vor deinen Augen.‘

Wort für Wort
taṃ cej jīvantam ādityaḥ prātar abhyudayiṣyati viṣam āloḍya pāsyāmi mā kīcakavaśaṃ gamam śreyo hi maraṇaṃ mahyaṃ bhīmasena tavāgrataḥ
Und sollte die Sonne morgen früh aufgehen, während er noch lebt, so werde ich Gift mischen und trinken - nur um nicht in Kīcakas Gewalt zu geraten. Denn besser ist mir der Tod, Bhīmasena, vor deinen Augen.‘

vaiśaṃpāyana uvāca ity uktvā prārudat kṛṣṇā bhīmasyoraḥ samāśritā bhīmaś ca tāṃ pariṣvajya mahat sāntvaṃ prayujya ca kīcakaṃ manasāgacchat sṛkkiṇī parisaṃlihan

Vaiśampāyana sprach: So sprechend, weinte Kṛṣṇā, an Bhīmas Brust gelehnt; und Bhīma, sie umarmend und ihr großen Trost spendend, wandte seine Gedanken Kīcaka zu, indem er sich die Mundwinkel leckte.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca ity uktvā prārudat kṛṣṇā bhīmasyoraḥ samāśritā bhīmaś ca tāṃ pariṣvajya mahat sāntvaṃ prayujya ca kīcakaṃ manasāgacchat sṛkkiṇī parisaṃlihan
Vaiśampāyana sprach: So sprechend, weinte Kṛṣṇā, an Bhīmas Brust gelehnt; und Bhīma, sie umarmend und ihr großen Trost spendend, wandte seine Gedanken Kīcaka zu, indem er sich die Mundwinkel leckte.

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