Kapitel 49: Go-harana-parva (26)
Arjunas Kampf gegen die Kaurava-Krieger
Nachdem die Rinder zurückerobert sind, fährt Arjuna, auf Duryodhana zielend, in eine Übermacht von Kaurava-Kriegern. Er bittet Uttara, ihn direkt zu Karṇa zu bringen, wird jedoch nacheinander von mehreren Kaurava-Kriegern (Citrasena, Saṃgrāmajit, Śatrusaha, Jaya, Vikarṇa, Śatruṃtapa) angegriffen, die er der Reihe nach abwehrt, entwaffnet oder tötet. Schließlich enthauptet er einen Bruder Karṇas, woraufhin Karṇa (Vaikartana) selbst zornentbrannt angreift; im folgenden Duell wird Karṇa von Arjunas Pfeilen schwer verwundet und muss sich zurückziehen.
vaiśaṃpāyana uvāca sa śatrusenāṃ tarasā praṇudya; gās tā vijityātha dhanurdharāgryaḥ duryodhanāyābhimukhaṃ prayāto; bhūyo 'rjunaḥ priyam ājau cikīrṣan
Vaiśampāyana sprach: Nachdem er das Feindesheer mit Wucht vertrieben und jene Rinder wiedererobert hatte, fuhr der Erste der Bogenträger, Arjuna, Duryodhana entgegen, da er im Kampf noch weitere Ruhmestaten vollbringen wollte [?].
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca sa śatrusenāṃ tarasā praṇudya; gās tā vijityātha dhanurdharāgryaḥ duryodhanāyābhimukhaṃ prayāto; bhūyo 'rjunaḥ priyam ājau cikīrṣan
Vaiśampāyana sprach: Nachdem er das Feindesheer mit Wucht vertrieben und jene Rinder wiedererobert hatte, fuhr der Erste der Bogenträger, Arjuna, Duryodhana entgegen, da er im Kampf noch weitere Ruhmestaten vollbringen wollte [?].
Die genaue Bezugsperson von 'priyam' (Freude/Gefallen) bleibt unsicher; möglicherweise ist ironisch gemeint, dass Arjuna Duryodhana noch eine weitere 'Freude' bereiten will.
Als die Rinder rasch in Richtung der Matsyas gezogen waren und die Kuru-Helden erkannten, dass der Diademträger sein Werk vollbracht hatte und nun Duryodhana entgegenfuhr, stürzten sie sich plötzlich auf ihn.
Als die Rinder rasch in Richtung der Matsyas gezogen waren und die Kuru-Helden erkannten, dass der Diademträger sein Werk vollbracht hatte und nun Duryodhana entgegenfuhr, stürzten sie sich plötzlich auf ihn.
Als er ihre zahlreichen, dicht in Schlachtordnung aufgestellten Heere mit ihren vielen Bannern erblickte, wandte sich der Vernichter der Feinde an den Sohn des Matsya-Königs, den Sohn Virāṭas, und sprach:
Als er ihre zahlreichen, dicht in Schlachtordnung aufgestellten Heere mit ihren vielen Bannern erblickte, wandte sich der Vernichter der Feinde an den Sohn des Matsya-Königs, den Sohn Virāṭas, und sprach:
‚Treibe mit diesem [Zügel] rasch diese weißen Pferde mit den goldenen Riemen und Zugleinen an; setze mit voller Geschwindigkeit alle Kraft ein und führe uns an diese Schar von Wagenkämpfer-Löwen heran.
‚Treibe mit diesem [Zügel] rasch diese weißen Pferde mit den goldenen Riemen und Zugleinen an; setze mit voller Geschwindigkeit alle Kraft ein und führe uns an diese Schar von Wagenkämpfer-Löwen heran.
gajo gajeneva mayā durātmā; yo yoddhum ākāṅkṣati sūtaputraḥ tam eva māṃ prāpaya rājaputra; duryodhanāpāśrayajātadarpam
Wie ein Elefant gegen einen Elefanten, so bringe mich, o Königssohn, gerade zu jenem bösartigen Sūta-Sohn, der mit mir kämpfen möchte, der durch die Zuflucht bei Duryodhana übermütig geworden ist.‘
Wort für Wort
gajo gajeneva mayā durātmā; yo yoddhum ākāṅkṣati sūtaputraḥ tam eva māṃ prāpaya rājaputra; duryodhanāpāśrayajātadarpam
Wie ein Elefant gegen einen Elefanten, so bringe mich, o Königssohn, gerade zu jenem bösartigen Sūta-Sohn, der mit mir kämpfen möchte, der durch die Zuflucht bei Duryodhana übermütig geworden ist.‘
sa tair hayair vātajavair bṛhadbhiḥ; putro virāṭasya suvarṇakakṣyaiḥ vidhvaṃsayaṃs tadrathinām anīkaṃ; tato 'vahat pāṇḍavam ājimadhye
Mit jenen großen, windschnellen Pferden mit goldenen Gurten führte der Sohn Virāṭas, das Heer jener Wagenkämpfer zerstreuend, den Pāṇḍava mitten in die Schlacht.
Wort für Wort
sa tair hayair vātajavair bṛhadbhiḥ; putro virāṭasya suvarṇakakṣyaiḥ vidhvaṃsayaṃs tadrathinām anīkaṃ; tato 'vahat pāṇḍavam ājimadhye
Mit jenen großen, windschnellen Pferden mit goldenen Gurten führte der Sohn Virāṭas, das Heer jener Wagenkämpfer zerstreuend, den Pāṇḍava mitten in die Schlacht.
Citrasena, Saṃgrāmajit, Śatrusaha und Jaya, die großen Wagenkämpfer, die zu Karṇa zu gelangen suchten, traten dem heranstürmenden Bhārata mit Pfeilen und Wurfspeeren entgegen.
Citrasena, Saṃgrāmajit, Śatrusaha und Jaya, die großen Wagenkämpfer, die zu Karṇa zu gelangen suchten, traten dem heranstürmenden Bhārata mit Pfeilen und Wurfspeeren entgegen.
Dieser Jaya ist ein Kaurava-Krieger, nicht mit dem gleichnamigen Beinamen des Epos selbst zu verwechseln.
tataḥ sa teṣāṃ puruṣapravīraḥ; śarāsanārciḥ śaravegatāpaḥ vrātān rathānām adahat sa manyur; vanaṃ yathāgniḥ kurupuṃgavānām
Da verbrannte jener Erste der Männer, mit seinem Bogen als Flamme und der Wucht seiner Pfeile als Glut, im Zorn die Scharen der Wagenkämpfer jener Kuru-Stiere, wie Feuer einen Wald verbrennt.
Wort für Wort
tataḥ sa teṣāṃ puruṣapravīraḥ; śarāsanārciḥ śaravegatāpaḥ vrātān rathānām adahat sa manyur; vanaṃ yathāgniḥ kurupuṃgavānām
Da verbrannte jener Erste der Männer, mit seinem Bogen als Flamme und der Wucht seiner Pfeile als Glut, im Zorn die Scharen der Wagenkämpfer jener Kuru-Stiere, wie Feuer einen Wald verbrennt.
Als jener tumultartige Kampf im Gange war, griff Vikarṇa, der Kuru-Held, mit seinem Wagen den überragenden Wagenkämpfer Pārtha, den jüngeren Bruder Bhīmas, mit einem Pfeilhagel an.
Als jener tumultartige Kampf im Gange war, griff Vikarṇa, der Kuru-Held, mit seinem Wagen den überragenden Wagenkämpfer Pārtha, den jüngeren Bruder Bhīmas, mit einem Pfeilhagel an.
tato vikarṇasya dhanur vikṛṣya; jāmbūnadāgryopacitaṃ dṛḍhajyam apātayad dhvajam asya pramathya; chinnadhvajaḥ so 'py apayāj javena
Da spannte Arjuna seinen Bogen, schoss Vikarṇas mit feinstem Gold verzierten, straff bespannten Bogen herab und zerschmetterte zugleich dessen Banner; und jener floh, seines Banners beraubt, eilends davon.
Wort für Wort
tato vikarṇasya dhanur vikṛṣya; jāmbūnadāgryopacitaṃ dṛḍhajyam apātayad dhvajam asya pramathya; chinnadhvajaḥ so 'py apayāj javena
Da spannte Arjuna seinen Bogen, schoss Vikarṇas mit feinstem Gold verzierten, straff bespannten Bogen herab und zerschmetterte zugleich dessen Banner; und jener floh, seines Banners beraubt, eilends davon.
Śatruṃtapa, der den Zorn nicht ertragen konnte, griff jenen Pārtha, der die Scharen der Feinde bedrängte und übermenschliche Taten vollbrachte, mit einem 'Schildkrötennagel'-Pfeil [?] an.
Śatruṃtapa, der den Zorn nicht ertragen konnte, griff jenen Pārtha, der die Scharen der Feinde bedrängte und übermenschliche Taten vollbrachte, mit einem 'Schildkrötennagel'-Pfeil [?] an.
'Kūrmanakha' ('Schildkrötennagel') bezeichnet vermutlich eine bestimmte Pfeilspitzenform; die genaue Gestalt bleibt unsicher.
sa tena rājñātirathena viddho; vigāhamāno dhvajinīṃ kurūṇām śatruṃtapaṃ pañcabhir āśu viddhvā; tato 'sya sūtaṃ daśabhir jaghāna
Von jenem königlichen, überragenden Wagenkämpfer getroffen, während er in das Heer der Kurus eindrang, durchbohrte er Śatruṃtapa rasch mit fünf Pfeilen und tötete darauf dessen Wagenlenker mit zehn Pfeilen.
Wort für Wort
sa tena rājñātirathena viddho; vigāhamāno dhvajinīṃ kurūṇām śatruṃtapaṃ pañcabhir āśu viddhvā; tato 'sya sūtaṃ daśabhir jaghāna
Von jenem königlichen, überragenden Wagenkämpfer getroffen, während er in das Heer der Kurus eindrang, durchbohrte er Śatruṃtapa rasch mit fünf Pfeilen und tötete darauf dessen Wagenlenker mit zehn Pfeilen.
Da fiel jener, von dem Stier der Bharatas mit einem Pfeil getroffen, der seine Rüstung durchdrang, leblos in der Schlacht zu Boden, wie ein vom Sturm gebrochener Baum von einem Berggipfel.
Da fiel jener, von dem Stier der Bharatas mit einem Pfeil getroffen, der seine Rüstung durchdrang, leblos in der Schlacht zu Boden, wie ein vom Sturm gebrochener Baum von einem Berggipfel.
ratharṣabhās te tu ratharṣabheṇa; vīrā raṇe vīratareṇa bhagnāḥ cakampire vātavaśena kāle; prakampitānīva mahāvanāni
Jene Stiere unter den Wagenkämpfern aber, die Helden, wurden von dem noch heldenhafteren Stier der Wagenkämpfer im Kampf gebrochen und erzitterten, wie große Wälder, die zur rechten Zeit vom Wind erschüttert werden.
Wort für Wort
ratharṣabhās te tu ratharṣabheṇa; vīrā raṇe vīratareṇa bhagnāḥ cakampire vātavaśena kāle; prakampitānīva mahāvanāni
Jene Stiere unter den Wagenkämpfern aber, die Helden, wurden von dem noch heldenhafteren Stier der Wagenkämpfer im Kampf gebrochen und erzitterten, wie große Wälder, die zur rechten Zeit vom Wind erschüttert werden.
Die von Pārtha erschlagenen, ersten unter den Männern, die jungen, prächtig gekleideten, freigebigen, an Tapferkeit Vāsava gleichenden Krieger, schliefen nun auf dem Boden, besiegt im Kampf vom Sohn Vāsavas, wie mit Gold und schwarzem Eisen gepanzerte, ausgewachsene Elefanten vom Himālaya.
Die von Pārtha erschlagenen, ersten unter den Männern, die jungen, prächtig gekleideten, freigebigen, an Tapferkeit Vāsava gleichenden Krieger, schliefen nun auf dem Boden, besiegt im Kampf vom Sohn Vāsavas, wie mit Gold und schwarzem Eisen gepanzerte, ausgewachsene Elefanten vom Himālaya.
Vāsavaja, 'Sohn des Vāsava (Indra)', ist ein Beiname Arjunas.
So durchstreifte der Gāṇḍīva-Bogenträger, der Erste der Männer, die Feinde im Kampf niederschlagend, alle Haupt- und Zwischenrichtungen der Schlacht, wie Feuer am Ende der Hitzezeit einen Wald verbrennt.
So durchstreifte der Gāṇḍīva-Bogenträger, der Erste der Männer, die Feinde im Kampf niederschlagend, alle Haupt- und Zwischenrichtungen der Schlacht, wie Feuer am Ende der Hitzezeit einen Wald verbrennt.
Wie im Frühling ein heftiger Wind die verstreuten Blätter zerteilt und durch die Luft treibt, so durchstreifte der Diademträger, der überragende Wagenkämpfer, mit seinem Wagen das Schlachtfeld und zerstreute die Feinde.
Wie im Frühling ein heftiger Wind die verstreuten Blätter zerteilt und durch die Luft treibt, so durchstreifte der Diademträger, der überragende Wagenkämpfer, mit seinem Wagen das Schlachtfeld und zerstreute die Feinde.
Nachdem er die Pferde jenes Mannes mit den rötlichen Rossen - des Bruders von Vaikartana - getötet hatte, riss der unverzagte, kranzgeschmückte Diademträger diesem im Kampf bereits bezwungenen Krieger mit einem einzigen Pfeil das Haupt ab.
Nachdem er die Pferde jenes Mannes mit den rötlichen Rossen - des Bruders von Vaikartana - getötet hatte, riss der unverzagte, kranzgeschmückte Diademträger diesem im Kampf bereits bezwungenen Krieger mit einem einzigen Pfeil das Haupt ab.
Als jener Bruder erschlagen war, ergriff der Sūta-Sohn Vaikartana von neuem seine Tapferkeit und stürmte, wie ein Elefantenkönig, der seine Stoßzähne einsetzt, wie ein Tiger auf den großen Stier los.
Als jener Bruder erschlagen war, ergriff der Sūta-Sohn Vaikartana von neuem seine Tapferkeit und stürmte, wie ein Elefantenkönig, der seine Stoßzähne einsetzt, wie ein Tiger auf den großen Stier los.
sa pāṇḍavaṃ dvādaśabhiḥ pṛṣatkair; vaikartanaḥ śīghram upājaghāna vivyādha gātreṣu hayāṃś ca sarvān; virāṭaputraṃ ca śarair nijaghne
Vaikartana traf den Pāṇḍava rasch mit zwölf Pfeilen, durchbohrte seine Glieder, verwundete alle seine Pferde und traf auch den Sohn Virāṭas mit Pfeilen.
Wort für Wort
sa pāṇḍavaṃ dvādaśabhiḥ pṛṣatkair; vaikartanaḥ śīghram upājaghāna vivyādha gātreṣu hayāṃś ca sarvān; virāṭaputraṃ ca śarair nijaghne
Vaikartana traf den Pāṇḍava rasch mit zwölf Pfeilen, durchbohrte seine Glieder, verwundete alle seine Pferde und traf auch den Sohn Virāṭas mit Pfeilen.
sa hastinevābhihato gajendraḥ; pragṛhya bhallān niśitān niṣaṅgāt ākarṇapūrṇaṃ ca dhanur vikṛṣya; vivyādha bāṇair atha sūtaputram
Er, wie ein Elefantenfürst, der von einem anderen Elefanten angegriffen wird, zog scharfe Breitpfeile aus dem Köcher, spannte den Bogen bis ans Ohr und durchbohrte darauf den Sūta-Sohn mit Pfeilen.
Wort für Wort
sa hastinevābhihato gajendraḥ; pragṛhya bhallān niśitān niṣaṅgāt ākarṇapūrṇaṃ ca dhanur vikṛṣya; vivyādha bāṇair atha sūtaputram
Er, wie ein Elefantenfürst, der von einem anderen Elefanten angegriffen wird, zog scharfe Breitpfeile aus dem Köcher, spannte den Bogen bis ans Ohr und durchbohrte darauf den Sūta-Sohn mit Pfeilen.
Da durchbohrte der Feindezermalmer mit den vom Gāṇḍīva entsandten, blitzgleich strahlenden Pfeilen im Kampf dessen Arme, Schenkel, Kopf, Stirn, Nacken und Wagenteile, während jener reglos dastand.
Da durchbohrte der Feindezermalmer mit den vom Gāṇḍīva entsandten, blitzgleich strahlenden Pfeilen im Kampf dessen Arme, Schenkel, Kopf, Stirn, Nacken und Wagenteile, während jener reglos dastand.
Von den vom Pārtha entsandten Pfeilen bedrängt, wie ein starker Elefant, der von einem anderen Elefanten besiegt wird, verließ Vaikartana, von den Pfeilen des Pāṇḍava versehrt, die Spitze der Schlacht und zog sich zurück.
Von den vom Pārtha entsandten Pfeilen bedrängt, wie ein starker Elefant, der von einem anderen Elefanten besiegt wird, verließ Vaikartana, von den Pfeilen des Pāṇḍava versehrt, die Spitze der Schlacht und zog sich zurück.