Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Virāṭaparva

Kapitel 63: Go-harana-parva (40) Das Würfelspiel und der Zornesausbruch

Virāṭa kehrt siegreich von den Trigartas zurück, erfährt aber von Uttaras alleinigem Auszug gegen die Kaurava-Großen und sendet ihm Verstärkung; Yudhiṣṭhira (Kaṅka) versichert ihm beiläufig den sicheren Sieg, solange Bṛhannaḍā der Wagenlenker sei. Als die Siegesbotschaft eintrifft, lässt Virāṭa die Stadt festlich schmücken und fordert Kaṅka zum Würfelspiel; als dieser Yudhiṣṭhiras eigenen Fall als Warnung anführt, aber dennoch Bṛhannaḍās sicheren Sieg wiederholt betont, schlägt der erzürnte Virāṭa ihn mit dem Würfel ins Gesicht, sodass Blut fließt. Draupadī fängt das Blut auf, ehe es die Erde berührt. Als Uttara mit Bṛhannaḍā zurückkehrt, sorgt Yudhiṣṭhira heimlich dafür, dass Bṛhannaḍā (Arjuna) nicht eintritt, aus Furcht vor dessen Zorn, sollte er die Verwundung sehen.

vaiśaṃpāyana uvāca avajitya dhanaṃ cāpi virāṭo vāhinīpatiḥ prāviśan nagaraṃ hṛṣṭaś caturbhiḥ saha pāṇḍavaiḥ

Vaiśampāyana sprach: Nachdem er den Reichtum zurückgewonnen hatte, betrat der Heerführer Virāṭa freudig die Stadt, zusammen mit den vier Pāṇḍavas.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca avajitya dhanaṃ cāpi virāṭo vāhinīpatiḥ prāviśan nagaraṃ hṛṣṭaś caturbhiḥ saha pāṇḍavaiḥ
Vaiśampāyana sprach: Nachdem er den Reichtum zurückgewonnen hatte, betrat der Heerführer Virāṭa freudig die Stadt, zusammen mit den vier Pāṇḍavas.

jitvā trigartān saṃgrāme gāś caivādāya kevalāḥ aśobhata mahārājaḥ saha pārthaiḥ śriyā vṛtaḥ

Nachdem er die Trigartas im Kampf besiegt und die Rinder gänzlich zurückgewonnen hatte, erstrahlte der Großkönig, von Glanz umgeben, zusammen mit den Pārthas.

Wort für Wort
jitvā trigartān saṃgrāme gāś caivādāya kevalāḥ aśobhata mahārājaḥ saha pārthaiḥ śriyā vṛtaḥ
Nachdem er die Trigartas im Kampf besiegt und die Rinder gänzlich zurückgewonnen hatte, erstrahlte der Großkönig, von Glanz umgeben, zusammen mit den Pārthas.

tam āsanagataṃ vīraṃ suhṛdāṃ prītivardhanam upatasthuḥ prakṛtayaḥ samastā brāhmaṇaiḥ saha

Jenen Helden, der seinen Sitz eingenommen hatte und die Freude seiner Freunde mehrte, umgaben alle Untertanen zusammen mit den Brahmanen.

Wort für Wort
tam āsanagataṃ vīraṃ suhṛdāṃ prītivardhanam upatasthuḥ prakṛtayaḥ samastā brāhmaṇaiḥ saha
Jenen Helden, der seinen Sitz eingenommen hatte und die Freude seiner Freunde mehrte, umgaben alle Untertanen zusammen mit den Brahmanen.

sabhājitaḥ sasainyas tu pratinandyātha matsyarāṭ visarjayām āsa tadā dvijāṃś ca prakṛtīs tathā

Der König der Matsyas, geehrt, samt seinem Heer, sie beglückwünschend, entließ da die Brahmanen und ebenso die Untertanen.

Wort für Wort
sabhājitaḥ sasainyas tu pratinandyātha matsyarāṭ visarjayām āsa tadā dvijāṃś ca prakṛtīs tathā
Der König der Matsyas, geehrt, samt seinem Heer, sie beglückwünschend, entließ da die Brahmanen und ebenso die Untertanen.

tataḥ sa rājā matsyānāṃ virāṭo vāhinīpatiḥ uttaraṃ paripapraccha kva yāta iti cābravīt

Danach fragte jener König der Matsyas, der Heerführer Virāṭa, nach Uttara und sprach: ‚Wohin ist er gegangen?‘

Wort für Wort
tataḥ sa rājā matsyānāṃ virāṭo vāhinīpatiḥ uttaraṃ paripapraccha kva yāta iti cābravīt
Danach fragte jener König der Matsyas, der Heerführer Virāṭa, nach Uttara und sprach: ‚Wohin ist er gegangen?‘

ācakhyus tasya saṃhṛṣṭāḥ striyaḥ kanyāś ca veśmani antaḥpuracarāś caiva kurubhir godhanaṃ hṛtam

Da berichteten ihm die erfreuten Frauen und Mädchen im Palast sowie die Frauengemach-Dienerinnen, dass die Kurus die Rinderherde geraubt hätten.

Wort für Wort
ācakhyus tasya saṃhṛṣṭāḥ striyaḥ kanyāś ca veśmani antaḥpuracarāś caiva kurubhir godhanaṃ hṛtam
Da berichteten ihm die erfreuten Frauen und Mädchen im Palast sowie die Frauengemach-Dienerinnen, dass die Kurus die Rinderherde geraubt hätten.

vijetum abhisaṃrabdha eka evātisāhasāt bṛhannaḍāsahāyaś ca niryātaḥ pṛthivīṃjayaḥ

Voller Eifer, sie zu besiegen, sei er, äußerst verwegen, allein, mit Bṛhannaḍā als Begleiter, ausgezogen, er, der Welteroberer,

Wort für Wort
vijetum abhisaṃrabdha eka evātisāhasāt bṛhannaḍāsahāyaś ca niryātaḥ pṛthivīṃjayaḥ
Voller Eifer, sie zu besiegen, sei er, äußerst verwegen, allein, mit Bṛhannaḍā als Begleiter, ausgezogen, er, der Welteroberer,

upayātān atirathān droṇaṃ śāṃtanavaṃ kṛpam karṇaṃ duryodhanaṃ caiva droṇaputraṃ ca ṣaḍrathān

gegen die herangekommenen überragenden Wagenkämpfer: Droṇa, den Sohn Śaṃtanus, Kṛpa, Karṇa, Duryodhana und den Sohn Droṇas, die sechs Wagenkämpfer.

Wort für Wort
upayātān atirathān droṇaṃ śāṃtanavaṃ kṛpam karṇaṃ duryodhanaṃ caiva droṇaputraṃ ca ṣaḍrathān
gegen die herangekommenen überragenden Wagenkämpfer: Droṇa, den Sohn Śaṃtanus, Kṛpa, Karṇa, Duryodhana und den Sohn Droṇas, die sechs Wagenkämpfer.

rājā virāṭo 'tha bhṛśaṃ prataptaḥ; śrutvā sutaṃ hy ekarathena yātam bṛhannaḍāsārathim ājivardhanaṃ; provāca sarvān atha mantrimukhyān

Da, sehr bestürzt, als er hörte, dass sein Sohn mit nur einem Wagen ausgezogen sei, mit Bṛhannaḍā als Wagenlenker, um seinen Viehbestand zu mehren, sprach König Virāṭa zu all seinen leitenden Ministern:

Wort für Wort
rājā virāṭo 'tha bhṛśaṃ prataptaḥ; śrutvā sutaṃ hy ekarathena yātam bṛhannaḍāsārathim ājivardhanaṃ; provāca sarvān atha mantrimukhyān
Da, sehr bestürzt, als er hörte, dass sein Sohn mit nur einem Wagen ausgezogen sei, mit Bṛhannaḍā als Wagenlenker, um seinen Viehbestand zu mehren, sprach König Virāṭa zu all seinen leitenden Ministern:

sarvathā kuravas te hi ye cānye vasudhādhipāḥ trigartān nirjitāñ śrutvā na sthāsyanti kadā cana

‚Jene Kurus gewiss, und auch die anderen Herrscher der Erde, werden, sobald sie hören, dass die Trigartas besiegt wurden, keinesfalls stillhalten.

Wort für Wort
sarvathā kuravas te hi ye cānye vasudhādhipāḥ trigartān nirjitāñ śrutvā na sthāsyanti kadā cana
‚Jene Kurus gewiss, und auch die anderen Herrscher der Erde, werden, sobald sie hören, dass die Trigartas besiegt wurden, keinesfalls stillhalten.

tasmād gacchantu me yodhā balena mahatā vṛtāḥ uttarasya parīpsārthaṃ ye trigartair avikṣatāḥ

Darum sollen meine Krieger, von einem großen Heer umgeben, ausziehen, um Uttara zu retten - jene, die von den Trigartas nicht verwundet wurden.‘

Wort für Wort
tasmād gacchantu me yodhā balena mahatā vṛtāḥ uttarasya parīpsārthaṃ ye trigartair avikṣatāḥ
Darum sollen meine Krieger, von einem großen Heer umgeben, ausziehen, um Uttara zu retten - jene, die von den Trigartas nicht verwundet wurden.‘

hayāṃś ca nāgāṃś ca rathāṃś ca śīghraṃ; padātisaṃghāṃś ca tataḥ pravīrān prasthāpayām āsa sutasya hetor; vicitraśastrābharaṇopapannān

Rasch sandte er Pferde, Elefanten, Wagen und Scharen von Fußvolk aus, tapfere Krieger, mit kunstvollen Waffen und Schmuck ausgestattet, um seines Sohnes willen.

Wort für Wort
hayāṃś ca nāgāṃś ca rathāṃś ca śīghraṃ; padātisaṃghāṃś ca tataḥ pravīrān prasthāpayām āsa sutasya hetor; vicitraśastrābharaṇopapannān
Rasch sandte er Pferde, Elefanten, Wagen und Scharen von Fußvolk aus, tapfere Krieger, mit kunstvollen Waffen und Schmuck ausgestattet, um seines Sohnes willen.

evaṃ sa rājā matsyānāṃ virāṭo 'kṣauhiṇīpatiḥ vyādideśātha tāṃ kṣipraṃ vāhinīṃ caturaṅgiṇīm

So befahl jener König der Matsyas, Virāṭa, der Herr eines Akṣauhiṇī-Heeres, rasch jenem viergliedrigen Heer:

Wort für Wort
evaṃ sa rājā matsyānāṃ virāṭo 'kṣauhiṇīpatiḥ vyādideśātha tāṃ kṣipraṃ vāhinīṃ caturaṅgiṇīm
So befahl jener König der Matsyas, Virāṭa, der Herr eines Akṣauhiṇī-Heeres, rasch jenem viergliedrigen Heer:

kumāram āśu jānīta yadi jīvati vā na vā yasya yantā gataḥ ṣaṇḍho manye 'haṃ na sa jīvati

‚Findet rasch heraus, ob der Prinz noch lebt oder nicht - er, dessen Wagenlenker ein Verschnittener war und ausgezogen ist; ich glaube, er lebt nicht mehr.‘

Wort für Wort
kumāram āśu jānīta yadi jīvati vā na vā yasya yantā gataḥ ṣaṇḍho manye 'haṃ na sa jīvati
‚Findet rasch heraus, ob der Prinz noch lebt oder nicht - er, dessen Wagenlenker ein Verschnittener war und ausgezogen ist; ich glaube, er lebt nicht mehr.‘

tam abravīd dharmarājaḥ prahasya; virāṭam ārtaṃ kurubhiḥ prataptam bṛhannaḍā sārathiś cen narendra; pare na neṣyanti tavādya gās tāḥ

Da sprach der Dharmarāja lachend zu Virāṭa, der von den Kurus bedrängt und bekümmert war: ‚Wenn Bṛhannaḍā der Wagenlenker ist, o Herrscher der Menschen, werden die Feinde deine Rinder heute nicht fortführen.

Wort für Wort
tam abravīd dharmarājaḥ prahasya; virāṭam ārtaṃ kurubhiḥ prataptam bṛhannaḍā sārathiś cen narendra; pare na neṣyanti tavādya gās tāḥ
Da sprach der Dharmarāja lachend zu Virāṭa, der von den Kurus bedrängt und bekümmert war: ‚Wenn Bṛhannaḍā der Wagenlenker ist, o Herrscher der Menschen, werden die Feinde deine Rinder heute nicht fortführen.

sarvān mahīpān sahitān kurūṃś ca; tathaiva devāsurayakṣanāgān alaṃ vijetuṃ samare sutas te; svanuṣṭhitaḥ sārathinā hi tena

Alle Erdenherrscher vereint und die Kurus, ebenso Götter, Asuras, Yakṣas und Schlangenwesen zu besiegen, dazu ist dein Sohn im Kampf fähig, wenn er von jenem Wagenlenker begleitet wird.‘

Wort für Wort
sarvān mahīpān sahitān kurūṃś ca; tathaiva devāsurayakṣanāgān alaṃ vijetuṃ samare sutas te; svanuṣṭhitaḥ sārathinā hi tena
Alle Erdenherrscher vereint und die Kurus, ebenso Götter, Asuras, Yakṣas und Schlangenwesen zu besiegen, dazu ist dein Sohn im Kampf fähig, wenn er von jenem Wagenlenker begleitet wird.‘

athottareṇa prahitā dūtās te śīghragāminaḥ virāṭanagaraṃ prāpya jayam āvedayaṃs tadā

Da erreichten jene von Uttara ausgesandten, schnell laufenden Boten die Stadt Virāṭas und verkündeten da den Sieg.

Wort für Wort
athottareṇa prahitā dūtās te śīghragāminaḥ virāṭanagaraṃ prāpya jayam āvedayaṃs tadā
Da erreichten jene von Uttara ausgesandten, schnell laufenden Boten die Stadt Virāṭas und verkündeten da den Sieg.

rājñas tataḥ samācakhyau mantrī vijayam uttamam parājayaṃ kurūṇāṃ cāpy upāyāntaṃ tathottaram

Danach berichtete ein Minister dem König den herrlichen Sieg und die Niederlage der Kurus, und dass Uttara nun heranziehe:

Wort für Wort
rājñas tataḥ samācakhyau mantrī vijayam uttamam parājayaṃ kurūṇāṃ cāpy upāyāntaṃ tathottaram
Danach berichtete ein Minister dem König den herrlichen Sieg und die Niederlage der Kurus, und dass Uttara nun heranziehe:

sarvā vinirjitā gāvaḥ kuravaś ca parājitāḥ uttaraḥ saha sūtena kuśalī ca paraṃtapa

‚Alle Rinder sind zurückgewonnen, und die Kurus sind besiegt; Uttara ist zusammen mit seinem Wagenlenker wohlauf, o Bezwinger der Feinde.‘

Wort für Wort
sarvā vinirjitā gāvaḥ kuravaś ca parājitāḥ uttaraḥ saha sūtena kuśalī ca paraṃtapa
‚Alle Rinder sind zurückgewonnen, und die Kurus sind besiegt; Uttara ist zusammen mit seinem Wagenlenker wohlauf, o Bezwinger der Feinde.‘

kaṅka uvāca diṣṭyā te nirjitā gāvaḥ kuravaś ca parājitāḥ diṣṭyā te jīvitaḥ putraḥ śrūyate pārthivarṣabha

Kaṅka sprach: ‚Zum Glück sind deine Rinder zurückgewonnen und die Kurus besiegt; zum Glück, so hört man, lebt dein Sohn, o Stier der Herrscher.

Wort für Wort
kaṅka uvāca diṣṭyā te nirjitā gāvaḥ kuravaś ca parājitāḥ diṣṭyā te jīvitaḥ putraḥ śrūyate pārthivarṣabha
Kaṅka sprach: ‚Zum Glück sind deine Rinder zurückgewonnen und die Kurus besiegt; zum Glück, so hört man, lebt dein Sohn, o Stier der Herrscher.

nādbhutaṃ tv eva manye 'haṃ yat te putro 'jayat kurūn dhruva eva jayas tasya yasya yantā bṛhannaḍā

Doch ich halte es für kein Wunder, dass dein Sohn die Kurus besiegt hat; gewiss ist der Sieg dessen sicher, dessen Wagenlenker Bṛhannaḍā ist.‘

Wort für Wort
nādbhutaṃ tv eva manye 'haṃ yat te putro 'jayat kurūn dhruva eva jayas tasya yasya yantā bṛhannaḍā
Doch ich halte es für kein Wunder, dass dein Sohn die Kurus besiegt hat; gewiss ist der Sieg dessen sicher, dessen Wagenlenker Bṛhannaḍā ist.‘

vaiśaṃpāyana uvāca tato virāṭo nṛpatiḥ saṃprahṛṣṭatanūruhaḥ śrutvā tu vijayaṃ tasya kumārasyāmitaujasaḥ ācchādayitvā dūtāṃs tān mantriṇaḥ so 'bhyacodayat

Vaiśampāyana sprach: Da, als König Virāṭa, dessen Körperhaare sich vor Freude sträubten, den Sieg jenes Prinzen von unermesslicher Kraft vernommen hatte, überhäufte er jene Boten mit Geschenken und wies seine Minister an:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tato virāṭo nṛpatiḥ saṃprahṛṣṭatanūruhaḥ śrutvā tu vijayaṃ tasya kumārasyāmitaujasaḥ ācchādayitvā dūtāṃs tān mantriṇaḥ so 'bhyacodayat
Vaiśampāyana sprach: Da, als König Virāṭa, dessen Körperhaare sich vor Freude sträubten, den Sieg jenes Prinzen von unermesslicher Kraft vernommen hatte, überhäufte er jene Boten mit Geschenken und wies seine Minister an:

rājamārgāḥ kriyantāṃ me patākābhir alaṃkṛtāḥ puṣpopahārair arcyantāṃ devatāś cāpi sarvaśaḥ

‚Lasst mir die Königsstraßen mit Bannern schmücken, und lasst überall die Gottheiten mit Blumenopfern verehren.

Wort für Wort
rājamārgāḥ kriyantāṃ me patākābhir alaṃkṛtāḥ puṣpopahārair arcyantāṃ devatāś cāpi sarvaśaḥ
‚Lasst mir die Königsstraßen mit Bannern schmücken, und lasst überall die Gottheiten mit Blumenopfern verehren.

kumārā yodhamukhyāś ca gaṇikāś ca svalaṃkṛtāḥ vāditrāṇi ca sarvāṇi pratyudyāntu sutaṃ mama

Prinzen, führende Krieger und wohlgeschmückte Kurtisanen, und alle Musikinstrumente sollen meinem Sohn entgegenziehen.

Wort für Wort
kumārā yodhamukhyāś ca gaṇikāś ca svalaṃkṛtāḥ vāditrāṇi ca sarvāṇi pratyudyāntu sutaṃ mama
Prinzen, führende Krieger und wohlgeschmückte Kurtisanen, und alle Musikinstrumente sollen meinem Sohn entgegenziehen.

ghaṇṭāpaṇavakaḥ śīghraṃ mattam āruhya vāraṇam śṛṅgāṭakeṣu sarveṣu ākhyātu vijayaṃ mama

Lass rasch einen Herold mit Glocken- und Trommelklang, auf einem brünftigen Elefanten reitend, an allen Straßenkreuzungen meinen Sieg verkünden.

Wort für Wort
ghaṇṭāpaṇavakaḥ śīghraṃ mattam āruhya vāraṇam śṛṅgāṭakeṣu sarveṣu ākhyātu vijayaṃ mama
Lass rasch einen Herold mit Glocken- und Trommelklang, auf einem brünftigen Elefanten reitend, an allen Straßenkreuzungen meinen Sieg verkünden.

uttarā ca kumārībhir bahvībhir abhisaṃvṛtā śṛṅgāraveṣābharaṇā pratyudyātu bṛhannaḍām

Und Uttarā soll, von vielen Mädchen umgeben, in prächtiger Kleidung und Schmuck, Bṛhannaḍā entgegenziehen.‘

Wort für Wort
uttarā ca kumārībhir bahvībhir abhisaṃvṛtā śṛṅgāraveṣābharaṇā pratyudyātu bṛhannaḍām
Und Uttarā soll, von vielen Mädchen umgeben, in prächtiger Kleidung und Schmuck, Bṛhannaḍā entgegenziehen.‘

śrutvā tu tad vacanaṃ pārthivasya; sarve punaḥ svastikapāṇayaś ca bheryaś ca tūryāṇi ca vārijāś ca; veṣaiḥ parārdhyaiḥ pramadāḥ śubhāś ca

Als sie jenes Wort des Herrschers vernommen hatten, zogen alle wieder aus, mit Glückssymbolen in Händen, mit Kriegstrommeln, Blasinstrumenten und Muschelhörnern, und schöne Frauen in prächtigster Kleidung,

Wort für Wort
śrutvā tu tad vacanaṃ pārthivasya; sarve punaḥ svastikapāṇayaś ca bheryaś ca tūryāṇi ca vārijāś ca; veṣaiḥ parārdhyaiḥ pramadāḥ śubhāś ca
Als sie jenes Wort des Herrschers vernommen hatten, zogen alle wieder aus, mit Glückssymbolen in Händen, mit Kriegstrommeln, Blasinstrumenten und Muschelhörnern, und schöne Frauen in prächtigster Kleidung,

tathaiva sūtāḥ saha māgadhaiś ca; nandīvādyāḥ paṇavās tūryavādyāḥ purād virāṭasya mahābalasya; pratyudyayuḥ putram anantavīryam

ebenso Hofsänger zusammen mit Preisrednern, unter Freudenmusik von Handtrommeln und Blasinstrumenten, zogen sie aus der Stadt des mächtigen Virāṭa dem Sohn von unendlicher Kraft entgegen.

Wort für Wort
tathaiva sūtāḥ saha māgadhaiś ca; nandīvādyāḥ paṇavās tūryavādyāḥ purād virāṭasya mahābalasya; pratyudyayuḥ putram anantavīryam
ebenso Hofsänger zusammen mit Preisrednern, unter Freudenmusik von Handtrommeln und Blasinstrumenten, zogen sie aus der Stadt des mächtigen Virāṭa dem Sohn von unendlicher Kraft entgegen.

prasthāpya senāṃ kanyāś ca gaṇikāś ca svalaṃkṛtāḥ matsyarājo mahāprājñaḥ prahṛṣṭa idam abravīt akṣān āhara sairandhri kaṅka dyūtaṃ pravartatām

Nachdem er das Heer, die Mädchen und die wohlgeschmückten Kurtisanen ausgesandt hatte, sprach der hochweise König der Matsyas, erfreut, ‚Bring die Würfel, Sairandhrī; Kaṅka, lass das Würfelspiel beginnen.‘

Wort für Wort
prasthāpya senāṃ kanyāś ca gaṇikāś ca svalaṃkṛtāḥ matsyarājo mahāprājñaḥ prahṛṣṭa idam abravīt akṣān āhara sairandhri kaṅka dyūtaṃ pravartatām
Nachdem er das Heer, die Mädchen und die wohlgeschmückten Kurtisanen ausgesandt hatte, sprach der hochweise König der Matsyas, erfreut, ‚Bring die Würfel, Sairandhrī; Kaṅka, lass das Würfelspiel beginnen.‘

taṃ tathā vādinaṃ dṛṣṭvā pāṇḍavaḥ pratyabhāṣata na devitavyaṃ hṛṣṭena kitaveneti naḥ śrutam

Als der Pāṇḍava ihn so sprechen sah, erwiderte er: ‚Wir haben gehört, dass ein von Freude erfüllter Spieler nicht würfeln sollte.

Wort für Wort
taṃ tathā vādinaṃ dṛṣṭvā pāṇḍavaḥ pratyabhāṣata na devitavyaṃ hṛṣṭena kitaveneti naḥ śrutam
Als der Pāṇḍava ihn so sprechen sah, erwiderte er: ‚Wir haben gehört, dass ein von Freude erfüllter Spieler nicht würfeln sollte.

na tvām adya mudā yuktam ahaṃ devitum utsahe priyaṃ tu te cikīrṣāmi vartatāṃ yadi manyase

Ich mag heute nicht mit dir würfeln, der du von Freude erfüllt bist; doch will ich dir gerne einen Gefallen tun - es sei, wenn du es wünschst.‘

Wort für Wort
na tvām adya mudā yuktam ahaṃ devitum utsahe priyaṃ tu te cikīrṣāmi vartatāṃ yadi manyase
Ich mag heute nicht mit dir würfeln, der du von Freude erfüllt bist; doch will ich dir gerne einen Gefallen tun - es sei, wenn du es wünschst.‘

virāṭa uvāca striyo gāvo hiraṇyaṃ ca yac cānyad vasu kiṃ cana na me kiṃ cit tvayā rakṣyam antareṇāpi devitum

Virāṭa sprach: ‚Frauen, Rinder, Gold und was es sonst noch an Gut gibt - nichts davon muss von dir gehütet werden, auch nicht während des Würfelns.‘

Wort für Wort
virāṭa uvāca striyo gāvo hiraṇyaṃ ca yac cānyad vasu kiṃ cana na me kiṃ cit tvayā rakṣyam antareṇāpi devitum
Virāṭa sprach: ‚Frauen, Rinder, Gold und was es sonst noch an Gut gibt - nichts davon muss von dir gehütet werden, auch nicht während des Würfelns.‘

kaṅka uvāca kiṃ te dyūtena rājendra bahudoṣeṇa mānada devane bahavo doṣās tasmāt tat parivarjayet

Kaṅka sprach: ‚Was nützt dir das Würfelspiel, o Herrscherfürst, mit seinen vielen Fehlern, du Ehrenspender? Beim Würfeln gibt es viele Übel; deshalb sollte man es meiden.

Wort für Wort
kaṅka uvāca kiṃ te dyūtena rājendra bahudoṣeṇa mānada devane bahavo doṣās tasmāt tat parivarjayet
Kaṅka sprach: ‚Was nützt dir das Würfelspiel, o Herrscherfürst, mit seinen vielen Fehlern, du Ehrenspender? Beim Würfeln gibt es viele Übel; deshalb sollte man es meiden.

śrutas te yadi vā dṛṣṭaḥ pāṇḍavo vai yudhiṣṭhiraḥ sa rājyaṃ sumahat sphītaṃ bhrātṝṃś ca tridaśopamān

Hast du gehört oder gesehen, dass der Pāṇḍava Yudhiṣṭhira, der doch ein sehr großes, blühendes Königreich und Brüder, den Göttern gleich, besaß,

Wort für Wort
śrutas te yadi vā dṛṣṭaḥ pāṇḍavo vai yudhiṣṭhiraḥ sa rājyaṃ sumahat sphītaṃ bhrātṝṃś ca tridaśopamān
Hast du gehört oder gesehen, dass der Pāṇḍava Yudhiṣṭhira, der doch ein sehr großes, blühendes Königreich und Brüder, den Göttern gleich, besaß,

dyūte hāritavān sarvaṃ tasmād dyūtaṃ na rocaye atha vā manyase rājan dīvyāva yadi rocate

im Würfelspiel alles verlor? Deshalb gefällt mir das Würfeln nicht. Doch wenn du es wünschst, o König, lass uns spielen, wenn es dir gefällt.‘

Wort für Wort
dyūte hāritavān sarvaṃ tasmād dyūtaṃ na rocaye atha vā manyase rājan dīvyāva yadi rocate
im Würfelspiel alles verlor? Deshalb gefällt mir das Würfeln nicht. Doch wenn du es wünschst, o König, lass uns spielen, wenn es dir gefällt.‘

vaiśaṃpāyana uvāca pravartamāne dyūte tu matsyaḥ pāṇḍavam abravīt paśya putreṇa me yuddhe tādṛśāḥ kuravo jitāḥ

Vaiśampāyana sprach: Als das Würfelspiel im Gange war, sprach der Matsya-König zum Pāṇḍava: ‚Sieh, wie solche Kurus von meinem Sohn im Kampf besiegt wurden!‘

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca pravartamāne dyūte tu matsyaḥ pāṇḍavam abravīt paśya putreṇa me yuddhe tādṛśāḥ kuravo jitāḥ
Vaiśampāyana sprach: Als das Würfelspiel im Gange war, sprach der Matsya-König zum Pāṇḍava: ‚Sieh, wie solche Kurus von meinem Sohn im Kampf besiegt wurden!‘

tato 'bravīn matsyarājaṃ dharmaputro yudhiṣṭhiraḥ bṛhannaḍā yasya yantā kathaṃ sa na vijeṣyati

Da sprach der Sohn des Dharma, Yudhiṣṭhira, zum König der Matsyas: ‚Wie sollte er, dessen Wagenlenker Bṛhannaḍā ist, nicht siegen?‘

Wort für Wort
tato 'bravīn matsyarājaṃ dharmaputro yudhiṣṭhiraḥ bṛhannaḍā yasya yantā kathaṃ sa na vijeṣyati
Da sprach der Sohn des Dharma, Yudhiṣṭhira, zum König der Matsyas: ‚Wie sollte er, dessen Wagenlenker Bṛhannaḍā ist, nicht siegen?‘

ity uktaḥ kupito rājā matsyaḥ pāṇḍavam abravīt samaṃ putreṇa me ṣaṇḍhaṃ brahmabandho praśaṃsasi

So angesprochen, sprach der zornige König der Matsyas zum Pāṇḍava: ‚Du vergleichst, du Brahmanenschandfleck, einen Verschnittenen meinem Sohn gleich und rühmst ihn ihm ebenbürtig!

Wort für Wort
ity uktaḥ kupito rājā matsyaḥ pāṇḍavam abravīt samaṃ putreṇa me ṣaṇḍhaṃ brahmabandho praśaṃsasi
So angesprochen, sprach der zornige König der Matsyas zum Pāṇḍava: ‚Du vergleichst, du Brahmanenschandfleck, einen Verschnittenen meinem Sohn gleich und rühmst ihn ihm ebenbürtig!

'Brahmabandhu' ('Brahmanenverwandter/-schandfleck') ist ein Schimpfwort für einen Brahmanen, der seines Standes unwürdig handelt.

vācyāvācyaṃ na jānīṣe nūnaṃ mām avamanyase bhīṣmadroṇamukhān sarvān kasmān na sa vijeṣyati

Du weißt nicht, was gesagt werden darf und was nicht; gewiss verachtest du mich. Warum sollte er nicht auch alle jene, angeführt von Bhīṣma und Droṇa, besiegen -

Wort für Wort
vācyāvācyaṃ na jānīṣe nūnaṃ mām avamanyase bhīṣmadroṇamukhān sarvān kasmān na sa vijeṣyati
Du weißt nicht, was gesagt werden darf und was nicht; gewiss verachtest du mich. Warum sollte er nicht auch alle jene, angeführt von Bhīṣma und Droṇa, besiegen -

vayasyatvāt tu te brahmann aparādham imaṃ kṣame nedṛśaṃ te punar vācyaṃ yadi jīvitum icchasi

[so mag man ebenso spotten]. Doch wegen unserer Freundschaft, Brahmane, verzeihe ich dir dieses Vergehen; sprich nicht noch einmal so, wenn du am Leben bleiben willst.‘

Wort für Wort
vayasyatvāt tu te brahmann aparādham imaṃ kṣame nedṛśaṃ te punar vācyaṃ yadi jīvitum icchasi
[so mag man ebenso spotten]. Doch wegen unserer Freundschaft, Brahmane, verzeihe ich dir dieses Vergehen; sprich nicht noch einmal so, wenn du am Leben bleiben willst.‘

Virāṭa spricht hier zornig-sarkastisch: Er hält es für ebenso absurd, dass Uttara Bhīṣma und Droṇa besiegen könnte, wie dass ein 'Verschnittener' (Bṛhannaḍā) seinem Sohn ebenbürtig sei.

yudhiṣṭhira uvāca yatra droṇas tathā bhīṣmo drauṇir vaikartanaḥ kṛpaḥ duryodhanaś ca rājendra tathānye ca mahārathāḥ

Yudhiṣṭhira sprach: ‚Wo Droṇa und ebenso Bhīṣma, der Sohn Droṇas, der Vaikartana-Sohn, Kṛpa und Duryodhana, o Herrscherfürst, und auch andere große Wagenkämpfer sind,

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca yatra droṇas tathā bhīṣmo drauṇir vaikartanaḥ kṛpaḥ duryodhanaś ca rājendra tathānye ca mahārathāḥ
Yudhiṣṭhira sprach: ‚Wo Droṇa und ebenso Bhīṣma, der Sohn Droṇas, der Vaikartana-Sohn, Kṛpa und Duryodhana, o Herrscherfürst, und auch andere große Wagenkämpfer sind,

marudgaṇaiḥ parivṛtaḥ sākṣād api śatakratuḥ ko 'nyo bṛhannaḍāyās tān pratiyudhyeta saṃgatān

dort - selbst der hundertfache Opferherr persönlich, von den Marut-Scharen umgeben - wer außer Bṛhannaḍā könnte gegen sie, wenn sie vereint sind, im Kampf bestehen?‘

Wort für Wort
marudgaṇaiḥ parivṛtaḥ sākṣād api śatakratuḥ ko 'nyo bṛhannaḍāyās tān pratiyudhyeta saṃgatān
dort - selbst der hundertfache Opferherr persönlich, von den Marut-Scharen umgeben - wer außer Bṛhannaḍā könnte gegen sie, wenn sie vereint sind, im Kampf bestehen?‘

virāṭa uvāca bahuśaḥ pratiṣiddho 'si na ca vācaṃ niyacchasi niyantā cen na vidyeta na kaś cid dharmam ācaret

Virāṭa sprach: ‚Vielfach bist du zurechtgewiesen worden, und doch zügelst du deine Zunge nicht. Gäbe es keinen, der zurechtweist, würde niemand nach dem Dharma handeln.‘

Wort für Wort
virāṭa uvāca bahuśaḥ pratiṣiddho 'si na ca vācaṃ niyacchasi niyantā cen na vidyeta na kaś cid dharmam ācaret
Virāṭa sprach: ‚Vielfach bist du zurechtgewiesen worden, und doch zügelst du deine Zunge nicht. Gäbe es keinen, der zurechtweist, würde niemand nach dem Dharma handeln.‘

vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ prakupito rājā tam akṣeṇāhanad bhṛśam mukhe yudhiṣṭhiraṃ kopān naivam ity eva bhartsayan

Vaiśampāyana sprach: Da schlug der erzürnte König heftig mit dem Würfel auf das Gesicht Yudhiṣṭhiras und schmähte ihn im Zorn mit den Worten: ‚Nicht so!‘

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ prakupito rājā tam akṣeṇāhanad bhṛśam mukhe yudhiṣṭhiraṃ kopān naivam ity eva bhartsayan
Vaiśampāyana sprach: Da schlug der erzürnte König heftig mit dem Würfel auf das Gesicht Yudhiṣṭhiras und schmähte ihn im Zorn mit den Worten: ‚Nicht so!‘

balavat pratividdhasya nastaḥ śoṇitam āgamat tad aprāptaṃ mahīṃ pārthaḥ pāṇibhyāṃ pratyagṛhṇata

Aus der Nase des heftig Getroffenen floss Blut; der Pārtha fing es mit seinen Händen auf, ehe es die Erde erreichte.

Wort für Wort
balavat pratividdhasya nastaḥ śoṇitam āgamat tad aprāptaṃ mahīṃ pārthaḥ pāṇibhyāṃ pratyagṛhṇata
Aus der Nase des heftig Getroffenen floss Blut; der Pārtha fing es mit seinen Händen auf, ehe es die Erde erreichte.

avaikṣata ca dharmātmā draupadīṃ pārśvataḥ sthitām sā veda tam abhiprāyaṃ bhartuś cittavaśānugā

Der Rechtschaffene blickte zu Draupadī, die zur Seite stand; sie, dem Willen ihres Gatten gehorchend, erkannte jene Absicht.

Wort für Wort
avaikṣata ca dharmātmā draupadīṃ pārśvataḥ sthitām sā veda tam abhiprāyaṃ bhartuś cittavaśānugā
Der Rechtschaffene blickte zu Draupadī, die zur Seite stand; sie, dem Willen ihres Gatten gehorchend, erkannte jene Absicht.

pūrayitvā ca sauvarṇaṃ pātraṃ kāṃsyam aninditā tac choṇitaṃ pratyagṛhṇād yat prasusrāva pāṇḍavāt

Und die Untadelige nahm ein goldverziertes Bronzegefäß [?] und fing damit jenes Blut auf, das aus dem Pāṇḍava geflossen war.

Wort für Wort
pūrayitvā ca sauvarṇaṃ pātraṃ kāṃsyam aninditā tac choṇitaṃ pratyagṛhṇād yat prasusrāva pāṇḍavāt
Und die Untadelige nahm ein goldverziertes Bronzegefäß [?] und fing damit jenes Blut auf, das aus dem Pāṇḍava geflossen war.

Die genaue Bedeutung von 'sauvarṇaṃ...kāṃsyam' (wörtlich 'golden...bronzen') bleibt unsicher - vermutlich ein mit Gold verziertes Gefäß aus Bronze.

athottaraḥ śubhair gandhair mālyaiś ca vividhais tathā avakīryamāṇaḥ saṃhṛṣṭo nagaraṃ svairam āgamat

Da kam Uttara, mit wohlriechenden Düften und mancherlei Kränzen überschüttet, hocherfreut gemächlich in die Stadt.

Wort für Wort
athottaraḥ śubhair gandhair mālyaiś ca vividhais tathā avakīryamāṇaḥ saṃhṛṣṭo nagaraṃ svairam āgamat
Da kam Uttara, mit wohlriechenden Düften und mancherlei Kränzen überschüttet, hocherfreut gemächlich in die Stadt.

sabhājyamānaḥ pauraiś ca strībhir jānapadais tathā āsādya bhavanadvāraṃ pitre sa pratyahārayat

Von den Stadtbewohnern, den Frauen und den Landbewohnern geehrt, erreichte er das Tor des Palastes und ließ seine Ankunft seinem Vater melden.

Wort für Wort
sabhājyamānaḥ pauraiś ca strībhir jānapadais tathā āsādya bhavanadvāraṃ pitre sa pratyahārayat
Von den Stadtbewohnern, den Frauen und den Landbewohnern geehrt, erreichte er das Tor des Palastes und ließ seine Ankunft seinem Vater melden.

tato dvāḥsthaḥ praviśyaiva virāṭam idam abravīt bṛhannaḍāsahāyas te putro dvāry uttaraḥ sthitaḥ

Da trat der Torwächter ein und sprach zu Virāṭa: ‚Dein Sohn Uttara steht, von Bṛhannaḍā begleitet, am Tor.‘

Wort für Wort
tato dvāḥsthaḥ praviśyaiva virāṭam idam abravīt bṛhannaḍāsahāyas te putro dvāry uttaraḥ sthitaḥ
Da trat der Torwächter ein und sprach zu Virāṭa: ‚Dein Sohn Uttara steht, von Bṛhannaḍā begleitet, am Tor.‘

tato hṛṣṭo matsyarājaḥ kṣattāram idam abravīt praveśyatām ubhau tūrṇaṃ darśanepsur ahaṃ tayoḥ

Da sprach der erfreute König der Matsyas zum Kṣattṛ: ‚Lass beide rasch eintreten; ich wünsche, sie beide zu sehen.‘

Wort für Wort
tato hṛṣṭo matsyarājaḥ kṣattāram idam abravīt praveśyatām ubhau tūrṇaṃ darśanepsur ahaṃ tayoḥ
Da sprach der erfreute König der Matsyas zum Kṣattṛ: ‚Lass beide rasch eintreten; ich wünsche, sie beide zu sehen.‘

kṣattāraṃ kururājas tu śanaiḥ karṇa upājapat uttaraḥ praviśatv eko na praveśyā bṛhannaḍā

Doch der König der Kurus [Yudhiṣṭhira] flüsterte dem Kṣattṛ leise ins Ohr: ‚Lass nur Uttara allein eintreten; Bṛhannaḍā soll nicht hereingelassen werden.

Wort für Wort
kṣattāraṃ kururājas tu śanaiḥ karṇa upājapat uttaraḥ praviśatv eko na praveśyā bṛhannaḍā
Doch der König der Kurus [Yudhiṣṭhira] flüsterte dem Kṣattṛ leise ins Ohr: ‚Lass nur Uttara allein eintreten; Bṛhannaḍā soll nicht hereingelassen werden.

'Kururāja' ('König der Kurus') bezeichnet hier Yudhiṣṭhira als den rechtmäßigen Erben des Kuru-Throns, nicht Duryodhana.

etasya hi mahābāho vratam etat samāhitam yo mamāṅge vraṇaṃ kuryāc choṇitaṃ vāpi darśayet anyatra saṃgrāmagatān na sa jīved asaṃśayam

Denn dieser hat, o Großarmiger, folgendes Gelübde fest gefasst: Wer immer, außer im Kampf, an meinem Körper eine Wunde verursacht oder Blut zeigt, der wird gewiss nicht am Leben bleiben.

Wort für Wort
etasya hi mahābāho vratam etat samāhitam yo mamāṅge vraṇaṃ kuryāc choṇitaṃ vāpi darśayet anyatra saṃgrāmagatān na sa jīved asaṃśayam
Denn dieser hat, o Großarmiger, folgendes Gelübde fest gefasst: Wer immer, außer im Kampf, an meinem Körper eine Wunde verursacht oder Blut zeigt, der wird gewiss nicht am Leben bleiben.

na mṛṣyād bhṛśasaṃkruddho māṃ dṛṣṭvaiva saśoṇitam virāṭam iha sāmātyaṃ hanyāt sabalavāhanam

Er würde es, heftig erzürnt, nicht ertragen, mich blutend zu sehen, und würde Virāṭa hier, samt seinen Ministern, seinem Heer und seinen Reittieren, erschlagen.‘

Wort für Wort
na mṛṣyād bhṛśasaṃkruddho māṃ dṛṣṭvaiva saśoṇitam virāṭam iha sāmātyaṃ hanyāt sabalavāhanam
Er würde es, heftig erzürnt, nicht ertragen, mich blutend zu sehen, und würde Virāṭa hier, samt seinen Ministern, seinem Heer und seinen Reittieren, erschlagen.‘

Yudhiṣṭhira spricht hier von Bṛhannaḍā (Arjuna) und dessen gefürchtetem Zorn, sollte dieser sehen, dass Virāṭa ihn (Yudhiṣṭhira) verwundet hat.

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