Kapitel 48: Go-harana-parva (25)
Arjunas Ansturm und die Verfolgung Duryodhanas
Arjuna nähert sich mit dröhnendem Wagen dem aufgestellten Kaurava-Heer. Droṇa erkennt ihn zweifelsfrei an Banner, Wagenklang und Bogendonner. Arjuna selbst erklärt Uttara, dass ihm nicht an einem Kampf ohne Beute liege, und lässt ihn zu Duryodhana lenken, der mit den Rindern zu fliehen versucht. Droṇa warnt die anderen, dass niemand außer Indra oder Kṛṣṇa dem zornigen Arjuna allein standhalten könne. Arjuna überschüttet das verbliebene Heer mit einer Pfeilflut, die es lähmt, und lässt schließlich durch seinen Muschelklang und Bogendonner die Rinder von selbst umkehren.
Vaiśampāyana sprach: Während die Heere so von den großen Kaurava-Wagenkämpfern in Schlachtordnung aufgestellt waren, näherte sich Arjuna rasch, mit dem Dröhnen seines Wagens alles erschallen lassend.
Vaiśampāyana sprach: Während die Heere so von den großen Kaurava-Wagenkämpfern in Schlachtordnung aufgestellt waren, näherte sich Arjuna rasch, mit dem Dröhnen seines Wagens alles erschallen lassend.
Dieser, der Beste der Wagenkämpfer, der Treiber der besten Wagen, steht auf dem Wagen und spannt den besten der Bögen, das Gāṇḍīva, das wie der Blitz dröhnt.
Dieser, der Beste der Wagenkämpfer, der Treiber der besten Wagen, steht auf dem Wagen und spannt den besten der Bögen, das Gāṇḍīva, das wie der Blitz dröhnt.
imau hi bāṇau sahitau pādayor me vyavasthitau aparau cāpy atikrāntau karṇau saṃspṛśya me śarau
Diese beiden Pfeile liegen schon vereint zu meinen Füßen [?]; zwei weitere sind, nachdem sie meine Ohren gestreift hatten, vorbeigeflogen.
Wort für Wort
imau hi bāṇau sahitau pādayor me vyavasthitau aparau cāpy atikrāntau karṇau saṃspṛśya me śarau
Diese beiden Pfeile liegen schon vereint zu meinen Füßen [?]; zwei weitere sind, nachdem sie meine Ohren gestreift hatten, vorbeigeflogen.
Die genaue Bedeutung bleibt unsicher; vermutlich beschreibt Droṇa ein bekanntes, charakteristisches Schussmuster Arjunas (je zwei Pfeile zu Füßen und an den Ohren vorbei), an dem er ihn wiedererkennt.
niruṣya hi vane vāsaṃ kṛtvā karmātimānuṣam abhivādayate pārthaḥ śrotre ca paripṛcchati
Nachdem er den Waldaufenthalt vollständig verbracht und übermenschliche Taten vollbracht hat, grüßt uns der Pārtha auf diese Weise und fragt gleichsam durch das Gehör nach [?].‘
Wort für Wort
niruṣya hi vane vāsaṃ kṛtvā karmātimānuṣam abhivādayate pārthaḥ śrotre ca paripṛcchati
Nachdem er den Waldaufenthalt vollständig verbracht und übermenschliche Taten vollbracht hat, grüßt uns der Pārtha auf diese Weise und fragt gleichsam durch das Gehör nach [?].‘
Die Wendung 'fragt durch das Gehör' bleibt kompakt und dunkel; gemeint ist wohl, dass sich Arjuna durch den Klang seiner Waffen zu erkennen gibt und so gleichsam rhetorisch nach Erkennung fragt.
Arjuna sprach: ‚Halte die Pferde in Pfeilreichweite des Heeres an, Wagenlenker, damit ich in diesem Heer erspähe, wo sich jener Niedrigste des Kuru-Geschlechts befindet.
Arjuna sprach: ‚Halte die Pferde in Pfeilreichweite des Heeres an, Wagenlenker, damit ich in diesem Heer erspähe, wo sich jener Niedrigste des Kuru-Geschlechts befindet.
Lass dieses Wagenheer beiseite und fahre dorthin, wo Suyodhana ist; genau dort will ich kämpfen, o Sohn Virāṭas - ein Kampf ohne Beute lohnt nicht; nachdem ich ihn besiegt habe, werde ich zurückkehren und die Rinder wieder mitnehmen.‘
Lass dieses Wagenheer beiseite und fahre dorthin, wo Suyodhana ist; genau dort will ich kämpfen, o Sohn Virāṭas - ein Kampf ohne Beute lohnt nicht; nachdem ich ihn besiegt habe, werde ich zurückkehren und die Rinder wieder mitnehmen.‘
vaiśaṃpāyana uvāca evam uktaḥ sa vairāṭir hayān saṃyamya yatnataḥ niyamya ca tato raśmīn yatra te kurupuṃgavāḥ acodayat tato vāhān yato duryodhanas tataḥ
Vaiśampāyana sprach: So angesprochen, zügelte der Sohn Virāṭas mit Mühe die Pferde, hielt darauf die Zügel fest, und von dort, wo jene Stiere der Kurus standen, trieb er die Zugtiere dorthin, wo Duryodhana war.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evam uktaḥ sa vairāṭir hayān saṃyamya yatnataḥ niyamya ca tato raśmīn yatra te kurupuṃgavāḥ acodayat tato vāhān yato duryodhanas tataḥ
Vaiśampāyana sprach: So angesprochen, zügelte der Sohn Virāṭas mit Mühe die Pferde, hielt darauf die Zügel fest, und von dort, wo jene Stiere der Kurus standen, trieb er die Zugtiere dorthin, wo Duryodhana war.
na hy enam abhisaṃkruddham eko yudhyeta saṃyuge anyo devāt sahasrākṣāt kṛṣṇād vā devakīsutāt
Denn gegen diesen, wenn er zornentbrannt ist, könnte im Kampf niemand allein bestehen außer dem Gott mit den tausend Augen oder Kṛṣṇa, dem Sohn der Devakī.
Wort für Wort
na hy enam abhisaṃkruddham eko yudhyeta saṃyuge anyo devāt sahasrākṣāt kṛṣṇād vā devakīsutāt
Denn gegen diesen, wenn er zornentbrannt ist, könnte im Kampf niemand allein bestehen außer dem Gott mit den tausend Augen oder Kṛṣṇa, dem Sohn der Devakī.
'Der Gott mit den tausend Augen' (Sahasrākṣa) ist Indra; 'Sohn der Devakī' (Devakīsuta) ist Kṛṣṇa Vāsudeva.
kīryamāṇāḥ śaraughais tu yodhās te pārthacoditaiḥ nāpaśyan nāvṛtāṃ bhūmim antarikṣaṃ ca patribhiḥ
Von den Pfeilfluten überschüttet, die vom Pārtha entsandt wurden, sahen jene Krieger weder die von den gefiederten Pfeilen unbedeckte Erde noch den Luftraum.
Wort für Wort
kīryamāṇāḥ śaraughais tu yodhās te pārthacoditaiḥ nāpaśyan nāvṛtāṃ bhūmim antarikṣaṃ ca patribhiḥ
Von den Pfeilfluten überschüttet, die vom Pārtha entsandt wurden, sahen jene Krieger weder die von den gefiederten Pfeilen unbedeckte Erde noch den Luftraum.